„Baue kein Glashaus, wenn Du Geld für die Heizung sparen willst.“ 


– Philip Johnson

Blackwater.live ist mitten in der grössten Aufräumphase seit Bestehen der Seite, von über 250 Artikeln sind nur noch 130 online, alle Permalinks sind neu aufgesetzt und damit sind alle alten Links zu uns hin „tot“. Nun wird es Zeit, unsere Artikel Klassiker wieder aufleben zu lassen. Und dazu gehört das 3-Konten-Modell. Wir waren mit die ersten, die das 3-Konten-Modell 2017 öffentlich beschrieben haben. Dieser erste Artikel existiert nicht mehr, daher setzen wir heute einen neuen, zeitlosen Artikel über das 3-Konten-Modell auf. Dieses Kontenmodell ist die einfachste Art private Finanzen zu regeln und der Grundstock der Finanzplanung. Solange dieser Schritt nicht umgesetzt ist, braucht man mit Finanzplanung erst gar nicht zu beginnen. Das gilt vor allem für Newbies. Und so kann dieser Artikel allen empfohlen werden, die mit der persönlichen Finanzplanung beginnen möchten.

Ab und an liest man heute von 8, 9 oder sogar 10-Konten-Modellen. Mancher schreibt von 15 Konten. Ob das unbedingt besser ist, ist eine sehr individuelle Frage. Ganz ähnlich zu den Rasierern für Herrengesichter oder für Damenbeine. Mehr Klingen sind nicht immer besser – es hängt vom Hauttyp ab.

Was ist die leckerste Pasta, an die ihr denken müsst? Bei den meisten Menschen ist das ein sehr einfaches Pastagericht, wie beispielsweise Spaghetti Bolognese, aber dann aus perfekten Zutaten. So ist das 3-Konten-Modell. Es ist einfach, es ist simpel. Aber perfekt für die persönliche Finanzplanung. Übrigens, eine andere geniale Pastaempfehlung findet ihr hier bei uns in der Community: Tomaten-Schafskäse-Spaghetti. 😉

Warum ein 3-Konten-Modell?

„Sag mir nicht, wo deine Prioritäten liegen. Zeig mir, wofür du dein Geld ausgibst und ich werde dir sagen, welche das sind.“
 - James W. Frick

Viele Menschen wissen gar nicht so genau, was auf ihrem Girokonto jeden Monat so abläuft. Baufinanzierungsraten oder Miete, Nebenkosten, Versicherungen, Einkäufe und viele Kartenzahlungen – mancher verliert da den Überblick. Und dann geht auch noch die Waschmaschine kaputt. Das kann zum Weltuntergang werden, wenn man dann nicht weiss, ob man sich eine neue überhaupt leisten kann. Und dann essen gehen am Wochenende. Wie viel Geld hat man überhaupt jeden Monat frei zur Verfügung? Solange man das nicht weiss, wird man auch niemals grössere Anschaffungen aus dem Cash bezahlen können, sondern immer von einem Kredit in den nächsten leben. Und dann kommen die Themen Vermögensaufbau und Altersvorsorge noch hinzu. Bei soviel Chaos ist es besser das alles zu verdrängen – es wird schon gut werden. Aber mal ehrlich, nein, das wird es nicht! Jedenfalls nicht von alleine. Es ist ein Kassensturz zu machen und man muss die Finanzen einmal richtig ordnen und sozusagen auf Autopilot stellen. Wie das geht, das haben wir seit 2017 immer wieder erklärt. Mit dem 3-Konten-Modell. Schauen wir uns an, wie es funktioniert.

Das 3-Konten-Modell: Die Konten

Das 3-Konten-Modell besteht aus drei verschiedenen Konten, die jeweils eine bestimmte Funktion haben. Hier sind die drei (oder mehr) Konten und ihre Funktionen:


  1. Hauptkonto: Dies ist das Konto, auf das Du Dein Einkommen erhältst und von dem Du Deine Fixkosten bezahlst. Dazu gehören zum Beispiel Miete oder Kredit(e), Versicherungen, Internet und Strom. Dieses Konto ist auch die Quelle für die monatlichen Überweisungen an die anderen beiden Konten. Jährliche Rechnungen (z.B. von Versicherungen) solltest Du auch auf einen monatlichen Betrag unterbrechen und das Geld auf diesem Konto ansammeln. Dieses Konto ist auf gar keinen Fall für spontane Ausgaben gedacht und am besten hast Du dazu auch keine Karte. Es kann auch ein Gemeinschaftskonto sein, wenn ihr zu zweit seid. Manche Webseiten geben an, dass dies auch das Konto für Lebensmittel, Kleidung und weiteren Konsum sein sollte. Das würden wir nicht empfehlen. Idealerweise dockt man an das Hauptkonto entweder ein weiteres Unterkonto an, oder man hat dazu eine Karte mit monatlich einstellbaren Ausgabenlimit. Welche Anbieter sich hier anbieten, das kommt weiter unten im Artikel.

  2. Spar- und Investitionskonto: Dies ist das Konto, auf dem Du (oder ihr, wenn ihr zu zweit seid) Geld für Deine langfristigen Ziele und Wünsche ansparen kannst. Du legst einen festen Betrag fest, den Du jeden Monat von Deinem Hauptkonto auf Dein Spar- und Investitionskonto überweist. Wenn Du willst, kannst Du Dein Sparkonto noch weiter aufteilen in einen „Notgroschen“ für unvorhergesehene Ausgaben, den Du zuerst aufbaust, und ein Konto für Investitionen. Das würden wir Dir sogar wärmstens empfehlen! Diese weitere Aufteilung sollte zuerst der Notgroschen sein, dann Geld für mittelfristiges Sparen (Auto, Urlaub etc.) und dann Geld zum langfristigen Investieren. Das beinhaltet auch Deine Altersvorsorge.

  3. Spaßkonto: Dies ist das Konto, auf dem Du Geld für Deine Freizeitaktivitäten und Hobbys zur Verfügung hast. Dazu gehören alle Dinge, die Du nicht unbedingt brauchst, aber die Dir Freude bereiten und Deine Lebensqualität erhöhen. Zum Beispiel kannst Du von diesem Konto aus essen gehen, ins Kino gehen oder einen Sportkurs buchen. Es ist in gewisser Weise auch ein Lifestyle und Belohnungskonto. Die „Geldeinheiten“ auf diesem Konto sind zum reuelosen Ausgeben da, ohne dass Du noch nachdenken musst, ob Du es Dir leisten kannst. Dein Kontostand sagt es Dir. Da das Konto von den anderen beiden Konten getrennt ist, besteht auch nicht die Gefahr, dass Du Geld ausgibst, was Du für etwas anderes brauchst.

Welche Vorteile hat das 3-Konten Modell?

Das 3-Konten-Modell erleichtert Dir den Überblick über Deine Finanzen, weil du nicht Dein gesamtes Geld auf einem Konto hast, sondern es auf mehrere aufteilst. Du ordnest den unterschiedlichen Konten unterschiedliche Geldbeträge zu und weißt somit immer, wieviel Du für welche Lebensbereiche zur Verfügung hast. Dadurch sind sowohl Einzahlungen als auch Abbuchungen einfacher zu überblicken. Außerdem hilft Dir das 3-Konten-Modell auch psychologisch beim Geldsparen im Alltag. Denn Du legst im Voraus fest, wie viel Geld Du wofür aufwendest. Dadurch musst Du nicht mehr so aktiv darauf achten, wie viel Du ausgibst oder sparst. Dadurch, dass Du vorher feste Beträge festlegst, fällt es Dir leichter Deine Ausgaben in Grenzen zu halten und jeden Monat etwas zu sparen.

Gerade der psychologische Effekt ist nicht zu unterschätzen. Am Anfang mag es etwas hart werden wenn Du merkst, wie viel Geld Du vielleicht bisher für manche Dinge jeden Monat ausgegeben hast. Oder wenn Du merkst, dass es erst einmal nicht realistisch ist einen langen Urlaub und ein neues Auto gleichzeitig in absehbarer Zeit zu bezahlen. Du bekommst ein Gefühl für Geld, was erst mal ernüchternd sein mag. Aber genau das wird Dir später helfen zu erkennen, was Geld wirklich ist und dass Du mit sparen alleine wohl nicht genug Geld zusammen bekommen wirst, um mit 50 finanziell frei zu sein. Für die meisten wird das eine knallharte Erkenntnis sein. Aber diese Medizin ist notwendig, auch wenn sie dem Patienten nicht schmeckt. Es steckt auch eine andere arabische Weisheit darin, die Safiya vor einiger Zeit in der Community gepostet hat:

„Alle sind mit ihrem Verstand zufrieden, aber nicht mit ihrem Gelde.“ – unbekannt

Das 3-Konten-Modell kann man auch als Paar umsetzen. Manchmal kann zu Beginn auch etwas Hilfe gut sein. Dafür braucht ihr aber kein Bankverkäufer. Meldet euch bei unserer Community an. HIER.

Wie setzt Du das 3-Konten Modell um?

Spoiler Alarm! Eine Idee, welche Karten & Konten für das 3-Konten-Modell passend sein können, findest Du auch bei unserer Community!

Es gibt eine Menge Banken, vor allem Fintechs, die die Umsetzung enorm erleichtern, weil man hier kostenlose Unterkonten mit IBAN bekommt (z.B. bei bunq) oder Spaces, die wie eine Art Sparkonto sind, die an das Hauptkonto „angedockt“ sind. Bei den Vertriebs- und Filialbanken kosten Unterkonten meistens Geld, das kann man sich sparen. Konten für den schnellen Zugriff wie das „Spasskonto“ sollte man bei Fintechs wie N26, bunq, Revolut und Co. machen. Wichtige Konten, wie Investitionskonten oder um grössere Gelder zu parken, eröffnet man besser in der Schweiz. Das muss nicht zu Beginn sein, aber sobald wir hier von 50.000 Euro aufwärts reden, sollte man anfangen sein Geld aus dem Zugriff des Staates zu bringen. Für diese Aussage lachten viele damals noch über uns, das Lachen dürfte aufgrund der Entwicklungen in Deutschland so manchem langsam vergehen. Aber das ist ein anderes Thema. Gehen wir zurück zur konkreten Umsetzung des 3-Konten-Modells. Nachdem Du/ihr einen Überblick hast, wie Dir das 3-Konten-Modell helfen kann und welche Zwecke die unterschiedlichen Konten erfüllen, geben wir Dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die praktische Umsetzung:

  1. Beginne damit, Dir drei (oder mehr) unterschiedliche Konten zu erstellen. Wenn Du ohnehin vorhattest Deine Bank zu wechseln, dann ist das die perfekte Gelegenheit von „Spasskass“ und/oder Dorfbank loszukommen. Ein einfacher Schritt wäre eine Kontoeröffnung bei einem Fintech wie Revolut. Die Kontoeröffnung ist komplett digital und in 5 Minuten erledigt. Du kannst hier nichts falsch machen.
  2. Verschaffe Dir einen Überblick über Deine Einnahmen und Ausgaben, dabei hilft Dir ein Notizbuch oder ein einfaches Excel-Sheet (kostenlose Vorlagen sind bei Apple oder Windows Office zu finden). Schau wie viel Geld Dir überhaupt im Monat zur Verfügung steht. Wie viel davon musst Du für notwendige Dinge wie Miete, Versicherungen und Strom ausgeben? Wie viel kannst Du sparen? Wie viel möchtest Du für Spaß und Entertainment im Monat ausgeben? Lege überall feste Beträge fest! Fällt es Dir schwer, diese Beträge festzulegen (was Luxus ist, in vielen Fällen wird Dich das verfügbare Einkommen dazu zwingen), dann arbeite mit Regeln wie der 60-30-10 Regel, wobei 30% auf das Investitionskonto gehen und 10% auf das Spasskonto. Wir kennen Menschen bei denen das Einkommen entsprechend hoch ist, aber sei Dir versichert, das ist nicht der Regelfall (auch wenn Instagram einen etwas anderes glauben lässt).
  3. Wenn Du die Konten erstellt hast und Dir über die Fixbeträge im Klaren bist, richte Dir Daueraufträge für das Spar- und Investitionskonto und das Spaßkonto ein. Bestelle Dir unbedingt die notwendigen Karten (Mastercard/Visa physisch oder digital) zu den Konten, mit Ausnahme des Hauptkontos.
  4. Jetzt geht es los! Ab dem nächsten Monat kannst Du die unterschiedlichen Konten für ihre vorgesehenen Zwecke nutzen. Wenn Du willst, kannst du noch weitere Konten hinzufügen, wie zum Beispiel ein Urlaubskonto. Das heisst, Du kannst dieses 3-Konten-Modell beliebig erweitern. Hast Du eine Regel angewendet wie die 60-30-10 Regel, dann achte darauf diese prozentuale Einteilung auch bei Gehaltserhöhungen, Bonus oder Weihnachtsgeld einzuhalten.

Wenn ihr ein Paar seid, dann könnt ihr das 3-Konten-Modell genauso umsetzen mit ein paar kleinen Änderungen:

Alle Einnahmen werden auf das Hauptkonto überwiesen. Dann werden die gemeinschaftlichen Kosten abgezogen oder überwiesen. Der Rest wird im Verhältnis 50:50 auf die persönlichen Konten überwiesen. Das Geld wird also gleichmäßig aufgeteilt, auch wenn ein Partner mehr verdient als der andere. Wenn ihr das nicht möchtet, könnt ihr es natürlich anders handhaben. Allerdings gibt es dann vielleicht bezüglich der Beziehung etwas zu überdenken. Wichtig ist auch: wenn ihr wirklich viel Geld verdient und in Deutschland steuerpflichtig seid, dann aufgepasst!! Denn bei Gemeinschaftskonten kann es wegen der Erbschafts- und Schenkungssteuer in einem 10 Jahreszeitraum durchaus Probleme geben, wenn ein Partner gut 6-stellige Nettogehaltseingänge im Jahr hat. Ich war Banker, ich weiss von was ich rede! (ist nicht bei allen Finanzblog’s so 😉)

Wer seine Finanzen geregelt hat, der kann auch entspannter durchs Leben gehen. Und dann ist auch einfach mal etwas Zeit für Entspannung und Erholung.

Finanzen und Mehr

Das 3-Konten-Modell umzusetzen ist eine einmalige Sache und genauso wie das Investieren etwas, was dann auf „Autopilot“ läuft. Ihr habt einmal den Aufwand alles zu ordnen und sauber neu aufzusetzen. Da die wichtigste Ressource im Leben aber nicht Geld sondern Zeit ist, solltet ihr das nicht auf die lange Bank schieben, sondern bald angehen. Wenn ihr dazu Unterstützung und Austausch sucht, dann meldet euch bei unserer kostenlosen und werbefreien Community an. Dort beantworten wir alle Fragen zu dem 3-Konten-Modell und zum Investieren sowie zum Welt-Depot. In einer geschützten Umgebung ohne den Irrsinn von Social Media und Messenger Gruppen. Unsere Community ist für Menschen gemacht, die bereit sind in ihrem Leben etwas zu verändern.

Und wenn ihr denkt Geld ist nicht alles im Leben (was eindeutig stimmt) und es muss doch noch mehr im Leben geben als Arbeiten, Heiraten, Geld, Urlaub und etwas Spass, dann findet ihr auch „tiefere“ Themen bei uns. Ist aber kein „Muss“, ihr könnt auch einfach mal schauen, was es sonst noch für Themen bei uns gibt (Politik, Kochrezepte und mehr… 😉). Das macht Blackwater.live aus, Mainstream gibt’s woanders.

„Wenn Du es weise ausgibst, kann Geld Dich gesünder, glücklicher und erfolgreicher machen. Geld ist nur ein Werkzeug. Es wird Dich hinbringen, wohin Du willst, aber es wird Dich nicht als Fahrer ersetzen.“

– Ayn Rand

Blackwater

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