Lebanon…a poet between one eternity and another.“

Khalil Gibran

Der Libanon – eine Schönheit in Form von Bergen, Wäldern und dem Meer. Ein Sehnsuchtsort voller Geschichte, aber auch voll von Liebe und Tragik. Ein Land, das zu faszinieren versteht und einen in seinen Bann zieht, aber auch auch Schmerz und Verzweiflung auslöst. Viele haben das Land verlassen, manche sind bei dem Versuch auf dem Meer ums Leben gekommen. Aber nicht wenige haben ihr Leben verloren, als sie in den Libanon zurück kehren wollten. Von welchem Land der Welt kann man das behaupten? Hier liegt das gedankliche Fundament für eine Hommage in Form von einigen Zeilen, die Motivation ein Land und seiner Nation einen Artikel zu widmen, der Antrieb, ein Stück des eigenen Herzens in Worten zu opfern für all die, die mit den Bergen, denn Wäldern und dem Meer des Libanon verbunden sind und seinen Menschen, seiner Geschichte, seiner Kultur und seinem Geist.

So schrieb Khalil Gibran einst:

„My Lebanon is a serene mountain sitting between the sea and the plains, like a poet between one eternity and another.”

Khalil Gibran war ein Kind des Libanon, einem Land, das viele Dichter und Denker hervorbrachte – in der Vergangenheit und der Neuzeit. Sie alle vereint, dass sie die Vielfalt und die Schönheit eines eigentlich recht kleinen Landes ganz persönlich repräsentieren (Wer war Khalil Gibran?). Im Westen kennt man den Libanon meist nur noch aus seiner neuzeitlichen Glanzzeit als Schweiz des Nahen Ostens, deren Ende mit Beginn des libanesischen Bürgerkriegs 1975 eintrat. Der Libanon hat sich davon nie wieder erholt und die libanesische Diaspora ist der griechischen sehr ähnlich. Die Libanesen sind weit über die Welt verstreut und man schätzt dass es bis zu 14 Millionen Libanesen sind, die im Ausland leben. Sie haben ihre Kultur und ihr Land anderen Nationen vermittelt und auch wenn man sich in Deutschland dessen meist tragischerweise eher wenig bewusst ist, so wurden viele zumindest von der libanesischen Küche wachgeküsst. Und sollte es noch nicht geschehen sein, dann hat man in seinem Leben wirklich etwas verpasst.

Aber wie kann ein so kleines und verzweifeltes Land der Welt ein so grosses geistiges Erbe hinterlassen?

Es gibt vermutlich nur wenige Länder der Erde, bei denen das so komplex und vielschichtig ist. Herausragende Menschen wie der erwähnte Khalil Gibran, Nizar Qabbani, Said Akl oder ein Nassim Nicholas Taleb haben es versucht und jeweils einen Teil zu etwas Grossem beigetragen. Ich möchte mich bescheidener Weise von einem ganz anderen Standpunkt heute versuchen anzunähern, indem ich zwei Aspekte hervorhebe. Einen semitisch-theologischen und einen der Vielfalt von Menschen und ihren Kulturen – dem Leben. Der Libanon ist eine Liebeserklärung von Gott an den Menschen und ihr werdet sehen, das ist keinesfalls übertrieben. Und er ist ein Statement für kulturelle Vielfalt. Eine Vielfalt, die zum Nachdenken bringt, es unweigerlich nicht einfacher macht, aber das eigene Leben unbedingt besser, wenn man es einmal begriffen hat. Nun, es wird auch in wenigen Zeilen kompliziert für das Herz werden. Aber der Libanon kann eine notwendige Medizin sein, die uns unsere Herzen wieder fühlen lässt. Nicht umsonst ist dieses Land bekannt dafür, voller unbändiger Lebensenergie zu sein – trotz oder wegen aller Tragik.

Einmalige Felsen im Meer vor der Küste von Beirut, Libanon, bei Sonnenuntergang, mit sanften Wellen und einem bunten Himmel.
„It was the beginning of the Orient… It was the beginning of the West“ -Robert Fisk über den Libanon

Eine Liebeserklärung von Gott…

Das hebräische Wort für Libanon bedeutet einfach Weiße. Die Vorsilbe wird als „lawban“ transkribiert, was weiß bedeutet, und wird im gesamten Alten Testament verwendet, um sich auf Weißheit, Läuterung und Reinigung von Sünden zu beziehen. In Jesaja 1:18 heißt es: „Wenn eure Sünden auch rot sind wie Scharlach, sollen sie doch weiß [lawban] werden wie Schnee …“

Hebräisch, Arabisch und Aramäisch sind eng verwandte semitische Sprachen. Und semitische Sprachen sind Sprachen der Synonyme. Mit den Wortwurzeln kann man unzählige Verbindungen zu anderen Bedeutungen bauen. Aber nichts davon ist Zufall. Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich persönlich davon überzeugt bin, dass es einen Grund hatte dass Gott aramäisch, hebräisch und arabisch für seine Offenbarungen an den Menschen verwendete. Wir haben also aus der Vorsilbe des hebräischen Wortes „Libanon“ die Weißheit, Läuterung und Reinigung von Sünden entnommen. Aber es geht noch weiter.

So sagt erklärt das Bibelwörterbuch Biblehub Folgendes: From lbab; (the) white mountain (from its snow); Lebanon, a mountain range in Palestine — Lebanon.

Das hebräische Wort „lbab“ (לְבַב) bedeutet: Herz.(heart (3), mind (4).

Zum Quellenthread im Forum kommt ihr HIER. 🔂

Theologisch vorgebildete Menschen erkennen diese gewaltige Verbindung. Weisheit, Läuterung und Reinigung von Sünden hat eine Verbindung zu Herz und Sinn. Wenn unsere Herzen auch noch so weit von Gott entfernt sind, das Leben noch so finster und kalt ist, es braucht nur einen ersten Schritt zurück zu unserem Schöpfer und dann… „Wenn eure Sünden auch rot sind wie Scharlach, sollen sie doch weiß [lawban] werden wie Schnee …“ – Jesaja 1:18

Der Libanon ist ein Sehnsuchtsort in der Bibel und der Name des Libanon wird in der Bibel 72 Mal erwähnt. Es gibt im Libanon unweit von Tyrus ein Dorf namens Qana el Jalil = Qana von Galiläa. Eine sehr gut gesicherte Überlieferung, die auf Eusebius von Caesarea, den ersten Kirchenhistoriker, und auf den Hl. Hieronymus zurückgeht, bezeugt dort das erste Lebenszeichen von Jesus.

Die Jungfrau Maria – übrigens aus einem Ort nahe Qana stammend –, Jesus und seine Schüler waren dort zu einer Hochzeit eingeladen, wie das Evangelium nach Johannes (Joh.2) berichtet. Als Maria sah, dass der Wein ausgegangen war, sagte sie, bevor die Eingeladenen den Mangel bemerkten zu ihrem Sohn: „Sie haben keinen Wein mehr“, worauf Jesus antwortete: „Was willst du, Mutter, meine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Die Jungfrau Maria wies sodann die Diener an: „Tut alles, was er euch sagen wird!“ Und was dann geschah, ist bekannt: Das Wasser in den Krügen wurde zu einem Wein, sogar noch besser als der vorige. Das Wunder wurde zum Zeichen für die Jünger. Vielen ist nicht einmal bewusst, dass Jesus im Libanon war, was durch schlechte Bibelübersetzungen und Verdrehungen oft verschleiert wurde. Aber es ist nicht so, dass man es nicht herausfinden könnte (HIER).

Im Neuen Testament wird auch Nathanael, ein Galiläer erwähnt, der von Jesus als einer der ersten Jünger berufen wird (Joh 1,45-50). Er stammte ebenfalls aus Qana. Das Johannes Evangelium berichtet von einem zweiten Wunder, das Jesus in Qana von Galiläa wirkte: Ein königlicher Beamter in Kafarnaum, dessen Sohn schwer krank war, eilte nach Qana, um Jesus zu bitten, seinen Sohn wieder gesund zu machen: „Herr, kommt, bevor mein kleiner Sohn stirbt.“ Jesus antwortete: „Geh heim, dein Sohn lebt.“ Auf dem Rückweg nach Kafarnaum trifft der betrübte Vater am folgenden Morgen seine Diener, die ihm verkünden, dass sein Kind geheilt und wieder gesund ist.

Aber wie konnte Jesus jemanden heilen oder Menschen von den Toten auferwecken? Wenn wir das verstanden haben, dann verstehen wir die Verbindung zu dem, was in dem Wort Libanon steckt (Weiss-Reinigung-Herz-Sinn). Und vielleicht verstehen wir dann, dass es hier nicht um Religion als Tradition und Labels wie Islam oder Christentum geht, sondern wie gross dieses Thema in Wirklichkeit ist. Dazu müssen wir uns Folgendes klar machen. Jesus war von Gott gesandt und ist nicht Gott. Das sagte er ganz deutlich an vielen Stellen. Nehmen wir diese: „Meine Nahrung ist, dass ich den Willen Gottes tue, der mich gesandt hat, und das Werk vollende, das er mir aufgetragen hat.“ (Johannes 4:34).

Nun schauen wir uns das synoptische Markusevangelium an. Markus Kapitel 2:

“ 1 Und nach etlichen Tagen ging er wieder nach Kapernaum; und es wurde bekannt, dass er im Hause war. 2 Und es versammelten sich viele, sodass sie nicht Raum hatten, auch nicht draußen vor der Tür; und er sagte ihnen das Wort. 3 Und es kamen einige, die brachten zu ihm einen Gelähmten, von vieren getragen. 4 Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten sie das Dach auf, wo er war, gruben es auf und ließen das Bett herunter, auf dem der Gelähmte lag. 5 Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. 6 Es saßen da aber einige Schriftgelehrte und dachten in ihren Herzen: 7 Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein? 8 Und Jesus erkannte alsbald in seinem Geist, dass sie so bei sich selbst dachten, und sprach zu ihnen: Was denkt ihr solches in euren Herzen? 9 Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin? 10 Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben auf Erden – sprach er zu dem Gelähmten: 11 Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim! 12 Und er stand auf und nahm sogleich sein Bett und ging hinaus vor aller Augen, sodass sie sich alle entsetzten und Gott priesen und sprachen: Wir haben solches noch nie gesehen.“

Was sind die Kernpunkte? (1) Jesus sah den Glauben (arab: Iman), (2) Vergab die Sünden, (3) durch Vollmacht von Gott auf Erden (nicht im Himmel!), (4) sofortige Befreiung von Leiden und (5) alle die das sahen priesen wen?? GOTT!

Die Verbindung zum Libanon ist hier nicht nur wegen dem geographischen Ort, dem Dorf Qana gegeben. Sondern steckt auch in dem was durch den Begriff Libanon übermittelt wird. Reinigung (und damit Vergebung) von Herz und Sinn führt dazu, dass „wenn eure Sünden auch rot sind wie Scharlach, sollen sie doch weiß [lawban] werden wie Schnee …“

Nun waren die Menschen in der Zeit von Jesus von Nazareth Juden und Derivate davon wie die Samariter (bald gibt es ein Video von mir dazu). Sie waren Montheisten und beteten regelmässig. Sie hatten eine Religion, das Judentum, wie es noch vor 2000 Jahren war. Das war gesetzt durch bittere historische Erfahrungen von den gut 1500-2000 Jahren davor, die wir im AT der Bibel nachvollziehen können. Aber nicht bei allen war der Glauben gleich stark. Bei denen, die einen starken Glauben hatten, konnte Jesus sein Wirken voll entfalten. Bei anderen, die der Religion nur als „Ritual“ nachgingen eher weniger. Eine Mahnung für uns heute.

Viele, die diesen Artikel aber lesen werden, wissen gar nicht was der Kern der richtigen Religion, des Monotheismus heute ist. Was muss man denn tun? Dazu findet ihr Vieles auf unserem YouTube Kanal (HIER). Aber um es kurz auf dem Punkt zu bringen: Es gibt KEINEN Gott der Juden, dann einen der Christen und einen anderen der Muslime. ES GIBT NUR EINEN GOTT. Das habe ich unzählige Male in Artikeln anhand von Bibel und Quran und auf YouTube aufgezeigt. EINEN Gott = arab. Allah. Und seine Botschaft ist die immer gleiche an den Menschen. Daher schauen wir uns nun im Quran an, was „wahre Gläubige“ sind. Und ja, dass ist exakt was Jesus und das AT der Bibel auch sagen! Dazu nehme ich heute die Muhammad Asad Übersetzung des Quran in Sura 8 ab der Aya 2:

„Gläubige sind nur jene, deren Herzen vor Ehrfurcht erzittern, wann immer Gott genannt wird, und deren Glauben gestärkt wird, wann immer Seine Botschaften* ihnen übermittelt werden, und die ihr Vertrauen auf ihren Erhalter setzen – jene, die beständig das Gebet verrichten und für andere ausgeben von dem, was Wir ihnen als Versorgung bereiten: es sind sie, sie, die wahrhaft Gläubige sind! Für sie wird es große Würde in der Sicht ihres Erhalters geben und Vergebung der Sünden und eine höchst treffliche Versorgung.**

Ich präsentiere den Quran, die Worte des Schöpfers von Himmel und Erde. Exakt der Sinn und die Aussagen aus dem AT und von Jesus. Das ist ISLAM. Verstehen wir jetzt, was Islam wirklich bedeutet und wie klar und einfach das ist:

  1. Glauben und beten (Anbetung)
  2. Anderen Gutes tun
  3. Vergeben bekommen
  4. Nach dem Tod ins Paradies gelangen, für immer!

* Botschaften wird auch oft als „Zeichen“ wiedergegeben, arabisch „Aya“, wie eine Aya, also ein Vers des Quran. Oder die Zeichen (Aya), in der Schöpfung für „Menschen, die denken“. ** Treffliche Versorgung: Damit ist stets und immer das Paradies gemeint, ein ewiges Leben, in dem es an Nichts mangeln wird und alle Bedürfnisse gestillt werden. Die Sündenvergebung ist der Eintritt in das Paradies. Grundlage dafür ist, dass wir Glauben haben, beten und Gutes tun.

Wir sehen, wie klar die Aussagen göttlicher Botschaften an uns Menschen sind. Es ist nicht kompliziert, erfordert keine riesigen Studien und dass wir Menschen folgen, etwas, wovor die Bibel und der Quran an unzähligen Stellen warnen. Wir müssen nicht immer neuen Verirrungen folgen und uns immer weiter Schmerzen zufügen, ziellos durch das Leben irren und ewig Verlorene, ewig Leidende, ewig Suchenden sein. Das alles kann enden. Dazu müssen wir uns nur selbst überwinden, wie es schon Jesus sagte. Unsere Sozialisierung überwinden, die Bequemlichkeit, falsche Wege. Denn es gibt nur einen Weg, so wie es nur einen Gott gibt. Kommen wir endlich nach Hause. Unser Schöpfer wartet auf uns.

Nachdem wir diesen spirituellen Gedanken zum Libanon gesehen haben – und es gäbe Vieles mehr zu schreiben – schauen wir uns den Libanon als Land ein wenig genauer an. Kann ein Land eine Liebeserklärung von Gott an uns Menschen sein? Und was können wir daraus lernen?

Panorama von der Mohammad Al-Amin Moschee und der Maronite Church in Beirut bei Nacht, beleuchtet und umgeben von modernen Hochhäusern.
Mohammad Al-Amin Moschee und Saint Georges Maronite Kathedrale, Beirut, Lebanon. Der Libanon ist ein Land der Religion. Religion bedeutet Kultur und Identität. Aber dahinter verbirgt sich noch etwas, was nur wenige Menschen wirklich begreifen. Die Tatsache, dass es dabei noch um eine viel grössere Frage geht. Gerade die, die meinen Religion verstanden zu haben, haben meistens gar nichts verstanden. ⚠️ ⚠️ HINWEIS: Für alle die immer meinen, Christen wären ja so unterdrückt im Libanon: HIER gerne weiter bilden.

… an uns Menschen

“If Lebanon was not my country, I would have chosen it to be.”

– Khalil Gibran

Am 10. April 1931 starb Khalil Gibran in New York im Alter von 48 Jahren und wurde in seinem Geburtsort im Libanon beigesetzt. Sein ganzes Leben widmete er dem Libanon in seinen Werken. Seine Mutter war Maronitin, die einzige der Kirche, die sich niemals gespalten hat. Die zentralen Motive seiner Dichtung und seines philosophischen Denkens kreisen um den Gedanken, dass das Leben, die Liebe und der Tod das Wesentliche für uns Menschen sein sollen. Sein Werk wird als Bindeglied der philosophischen Richtungen des Orients, beispielsweise der muslimischen Sufis und der westlichen, durch das Christentum beeinflussten Philosophien gesehen. Er war ein Grenzgänger der verstand, das Religionen nicht nur einfach Labels sind und das Kultur bereichert, aber nicht den Sinn des Lebens erklärt. In vielen seinen Werken erkennt man christliche und muslimische Aspekte. Aber hier geht es nicht nur einfach um Pluralismus. Sondern um die Essenz daraus. Und die beschrieb er auch. „Der Tod ist uns Ermahnung genug“ – diese quranische Aussage kann man auch bei ihm entnehmen. Aber richtigerweise, so wie es der Quran auch beschreibt, ist es eben eine Ermahnung und kein Lebensinhalt. Denn wir sollen dieses Leben auch geniessen. Liebe, Familie, Freude – das sind alles Dinge die der Quran positiv beschreibt. Und es sind Dinge, die wir im Libanon fast wie ein Konzentrat finden.

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Schon in der Bibel erwähnt: Die Schönheit des Libanon, der Wein, die Frauen, die Zedern und die Vielfalt in seiner ganzen Pracht (Bilder: Libanesische Flagge, Byblos, die libanesischen Berge, die Küste, Wein im Bekaa-Tal, Miss Libanon 2015, Valerie Abou Chacra).

Der Libanon ist eine Liebeserklärung von Gott an uns Menschen, weil er durch seine Natur, Vielfalt und Kultur bis hin zu dem leckeren Essen zeigt, was es heissen könnte im Paradies zu leben. Für seine Schönheit war der Libanon schon vor über 3000 Jahren bekannt. So heisst es im Alten Testament der Bibel:

„Laß mich hinübergehen und sehen das gute Land jenseit des Jordans, dies gute Gebirge und den Libanon.“ (5. Mose 3:25)

„Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon.“ (Psalm 92:13)

„Du bist schön, ganz wunderschön, meine Freundin, und kein Makel ist an dir. Komm mit mir, meine Braut, vom Libanon, komm mit mir vom Libanon, steig herab von der Höhe des Amana, von der Höhe des Senir und Hermon, von den Wohnungen der Löwen, von den Bergen der Leoparden!“ (Hoheslied 4:7,8)

„Von deinen Lippen, meine Braut, träufelt Honigseim. Honig und Milch sind unter deiner Zunge, und der Duft deiner Kleider ist wie der Duft des Libanon.“ (Hoheslied 4:11)

„Und sie sollen wieder unter seinem Schatten sitzen; von Korn sollen sie sich nähren und sprossen wie der Weinstock, der berühmt ist wie der Wein vom Libanon.“ (Hosea 14:8)

„Sie wird blühen und fröhlich stehen in aller Lust und Freude. Denn die Herrlichkeit des Libanon ist ihr gegeben, der Schmuck Karmels und Sarons. Sie sehen die Herrlichkeit des HERRN, den Schmuck unseres Gottes.“ (Jesaja 35:2)

„Die Herrlichkeit des Libanon soll an dich kommen, Tannen, Buchen und Buchsbaum miteinander, zu schmücken den Ort meines Heiligtums; denn ich will die Stätte meiner Füße herrlich machen.“ (Jesaja 60:13)

An 72 Stellen wird der Libanon in der Bibel erwähnt und beschrieben. Und wenn nicht gerade die Kinder Israels mal wieder Ärger mit unserem Schöpfer wegen ihrer Sünden hatten, dann geht es beim Libanon in der Bibel immer um die Schönheit (des Landes und der Frauen), um den wunderbaren Duft der Natur dort, das reine und klare Wasser, die Berge, die Zedern, den ausgezeichneten Wein und die Herrlichkeit. Der Libanon ist ein biblischer Sehnsuchtsort, durch und durch.

Und noch heute lässt sich erahnen, wie schön der Libanon einst war, weil er heute noch wunderschön ist. Aber vielleicht ist es heute gerade die Bitterkeit der Ereignisse um dieses Land, was die ganze Vergänglichkeit menschlichen Handelns offenbart. Wie man versucht Freude und Glück mit seinen Händen festzuhalten, aber doch zerrinnen diese Dinge wie Sand in unseren Händen – wie auch die Lebenszeit. Wie man versucht die Schönheit und Kraft der Jugend zu erhalten, und doch werden es nur noch Erinnerungen auf Fotos bleiben. Das was wir heute an Schönheit des Libanons sehen ist außergewöhnlich – und doch ist es eine Erinnerung. Eine Postkarte der Geschichte.

Eine Hommage an den Libanon als musikalischen Klassiker findet hier HIER von Fairuz. Auch wenn ihr „westliche Ohren“ habt, lasst das auf euch wirken und lest die Übersetzung mit. Es zerreißt euch. Fairouz – فيروز released “Le Beirut – لبيروت” in 1987.

Eine Postkarte der Geschichte

Der Libanon hat eine Geschichte, die fast so alt ist wie die Bibel. Eine bewegte Geschichte, eine grosse Geschichte. Viele Völker und Kulturen waren in ihm zu Hause. Sind in ihm und mit ihm aufgestiegen und unter gegangen. Der Libanon blieb. Auch in der Neuzeit war das nicht anders. Heute haben wir eine Vielfalt von über 12 christlichen Religionen, Drusen, Sunniten und Shia. Das sind nicht nur Religionen, was schon gewaltig genug wäre. Es sind auch Kulturen. Und vor allem sind es Menschen. Menschen, die sich als Libanesen sehen und damit auch eine ganz eigene Identität zu ihrer religiösen Identität geschaffen haben. Etwas, was absolut faszinierend ist. Für den aussenstehenden Betrachter mit einer westlichen Brille, erschliesst sich vieles gar nicht gleich und es mag sein, dass man nur die Probleme und Konflikte politischen Handeln sieht. Das ist nicht neu.

Das zeigt auch die wohl gewaltigste neuere Aussage über den Libanon, die ebenfalls von Khalil Gibran verfasst wurde, der damit gleichzeitig aufzeigte, wie sehr viele Dinge in dieser Welt eine Frage von Perspektiven ist:

You have your Lebanon and I have mine.
You have your Lebanon with her problems, and I have my Lebanon with her beauty.
You have your Lebanon with all her prejudices and struggles, and I have my Lebanon with all her dreams and securities.
Your Lebanon is a political knot, a national dilemma, a place of conflict and deception.
My Lebanon, is a place of beauty and dreams of enchanting valleys and splendid mountains.
Your Lebanon is inhabited by functionaries, officers, politicians, committees, and factions.
My Lebanon is for peasants, shepherds, young boys and girls, parents, and poets.
Your Lebanon is empty and fleeting, whereas my Lebanon will endure forever.”

~ Khalil Gibran

Was auch immer auf dieser Welt geschehen wird, was immer auch im Libanon in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren geschehen wird, die Erinnerung wird niemals sterben. Menschen werden sie weitertragen. So wie wir heute über den Libanon der Bibel von einst lesen können, so haben Libanesen die Erinnerung an ihren Libanon aus den letzten Jahrzehnten in unsere Zeit getragen. Und so werden es Libanesen und Freunde des Landes es ebenfalls tun. Die Erinnerung an dieses Land bewahren. Diese Erinnerung kann auch deshalb nicht ausgelöscht werden, weil sie eben seit über 3000 Jahren schon durch das alte Testament der Bibel weiter getragen wurde und wird. Selbst wenn es den Staat nicht mehr gäbe, so würde eines Tages ein Kind in einer Bibel lesen und fragen: Papa, was ist eigentlich Libanon?

Und dieser Vater würde seinem Kind dann als guter und wissender Vater erklären, dass der Libanon ein Land von erhabener Schönheit ist, ein Sehnsuchtsort, eine Geschichte innerhalb der Geschichte der Menschen auf der Erde. Ein Erbe, ein Geschenk von Gott an den Menschen, damit dieser niemals die Vergeblichkeit vergisst und dass er Gott braucht. Damit der Mensch dankbar auf der Erde ist, auf der es, trotz dass das Leben hier nur ein Testlauf ist, so viel Vielfalt, Freude, Glück und Schönheit gibt, dass kein einziger Tag vergehen darf, an dem man dafür nicht danke sagt. Jede Minute, jede Sekunde, jeder Atemzug unseres Lebens ist nichts als unverdiente Güte und Gnade, ohne dass wir jemals dafür etwas zurückzahlen könnten oder gar müssten – Alhamdulillah. Nicht Gott ist es, der unsere Anbetung braucht, wir sind es, die Gott brauchen. Nicht Gott wird grösser dadurch, dass wir in preisen, aber wir sind es, die dankbarer und glücklicher werden. Und wir bekommen eine Zukunft, nicht nur eine Vergangenheit. Gepriesen sei unser Schöpfer, der Schöpfer von Himmel und Erde für alle Ewigkeit. Amen.

„My name means ‚hope‘ in Arabic, and I was born when there was a war in Lebanon.“

Amal Clooney, britische Juristin und Ehefrau von George Clooney