„Your life is nothing more than a love story. Between you and God. Nothing more. Every person, every experience, every gift, every loss, every pain is sent to your path for one reason and one reason only: to bring you back to Him.“

Yasmin Mogahed

Das Thema „Hijab“ ist insbesondere in Deutschland eines der umstrittensten Themen unter Nichtmuslimen mit teils kruden bis extremen Aussagen und Unterstellungen. Die „Hijabis“ selbst werden dazu natürlich nicht befragt. Religiöse, traditionelle und persönliche Gründe für den Hijab – geschenkt. Das Narrativ steht, Frauen die Hijab tragen, sind unterdrückte oder gehirngewaschene Frauen, ungebildet und von bösen Männern dazu gezwungen diesen zu tragen. Freie und glückliche Frauen sind möglichst leicht bekleidete Frauen. Der Höhepunkt der Emanzipation im Jahr 2025 ist der Only Fans Account der Frau. Das ist hart formuliert, aber exakt die Linie, an der sich die Argumentationen entlang bewegen. Manche noch deutlicher, manche etwas liberaler. Aber jeder kann einfach überlegen, was sie oder er die letzten Jahre zu dem Thema gehört und gelesen hat und wird mir dann (un)freiwillig zustimmen. Wie viel Unwissen, Doppelmoral und sogar Hass sich hinter dieser Thematik verbirgt, das werden wir noch sehen. Aber wir wollen auch „Hijabis“ einmal zu Wort kommen lassen. Es gab vor 3 Jahren schon eine Umfrage in unserer Community dazu, die recht eindeutig ausfiel. Noch deutlicher war allerdings eine Umfrage auf einem externen Blog, bei der ca. 200 Frauen teilnahmen und diese werde ich euch heute auch vorstellen. Und dank eines YouTube Aufrufs in Vorbereitung auf diesen Artikel vor einiger Zeit, habe ich Emails von Muslimas aus ganz Europa erhalten, die sich dazu sehr offen geäußert haben. Die Emails liegen mir alle vor und ich habe mir die Erlaubnis geholt, daraus zu zitieren. Wir werden das Thema Hijab also klar aufarbeiten und zeigen, um was es dabei wirklich geht. Dieser Artikel ist dazu da geteilt zu werden und dauerhaft im Netz zu stehen. Mögen einige Menschen dadurch zum Nachdenken kommen.

Bild, das den Kontrast zwischen einem Bananenbild mit Insekten und einer Frau im Hijab zeigt. Links steht der Text 'Without Hijab', rechts 'And Hijab' mit einem Herz-Symbol.
Zugegeben, eine überspitzte Darstellung des Themas. Aber gemessen an dem, was man in westlichen Gesellschaften bezüglich Sexualisierung junger Frauen (und Männer) an Auswirkungen sehen kann, auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Letztlich ist es aber nicht der „Stoff“ alleine, der den Unterschied macht. Sondern die Einstellung des Herzens.

Hijab im Islam

Das Wort HidschābHidschab oder Hijab (arabisch حجاب) bedeutet Hülle, Vorhang, Schleier, Schirm, Scheidewand, spanische Wand; Schranke‘) ist ein arabischer Begriff, der verschiedene Formen der Abtrennung umfasst und aus der arabischen Grundform حجب, DMG ḥaǧaba ‚verhüllen, abschließen, abschirmen; dem Blick entziehen‘ abgeleitet ist. Hijab meint also nicht das, was die meisten Menschen heute als Hijab bezeichnen würden. Und auch innerislamisch und kulturell ist eine Vielfalt an Bedeutungen darunter zu verstehen. So spricht man im Islam vom „Hijab“ des Herzens und zwar für Männer und Frauen! Im Quran wird in Sure 7:26 vom „Kleid der Frömmigkeit“ gesprochen: „Ihr Kinder Adams! Wir haben euch Kleidung gewährt, die eure Blöße bedeckt und euch zur Zierde gereicht. Die beste Kleidung ist jedoch die Frömmigkeit. Das sind Gottes Zeichen; darüber sollen die Menschen nachdenken.“ Das ist exakt das, wovon auch Jesus Christus sprach und warnte als er sagte, „Jeder, der eine Frau ansiehtum sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen“ (Matthäus 5:28). Das passt exakt auch zu dem, was man im Islam als „Hijab der Augen“ bezeichnet, gültig für Männer und Frauen: „Sprich zu den gläubigen Männern, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen. Das ist reiner für sie. Wahrlich, Allah ist recht wohl kundig dessen, was sie tun. Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen … (Quran 24:30-31).“ Das Thema Hijab basiert auf Gottesbewusstsein (Taqwa). Es kann daher vorkommen, dass ein Muslim oder eine Muslima, sich zwar äußerlich islamkonform kleidet, aber keine Taqwa besitzt. Hijab hat eine innere und eine äußere Dimension. UND, es geht immer um Männer und Frauen, was ja gerne vergessen wird. Um es mal ganz plastisch zu beschreiben: Ein muslimischer Mann, der in Shorts im Sommer rumläuft und neben sich eine bedeckte, beispielsweise modest gekleidete und Hijab tragende Frau hat, der verhält sich islamisch gesehen falsch und hat offenkundig nichts verstanden.

Nun gibt es eine Menge Traditionen zum Thema Bedeckung für Mann und Frau. In allen muslimischen Kulturen sehr unterschiedlich ausgelebt. Grundsätzlich geht es hier quranisch gesehen aber nicht um richtig und falsch, sondern um Grundsätze und damit tun sich Menschen offenbar schwer. Der Quran meint beim Hijab zuerst die innere Dimension: Keuschheit. Und meint dann Bedeckung und zwar von allen Körperteilen, die eben zu einem Problem für „keusch sein“ werden könnten. Bei Frauen würden uns da sicher die typisch weiblichen Geschlechtsmerkmale einfallen, bei Männern genauso (nur haben wir davon weniger). Viel nackte Haut ist stets ein Problem. Durchaus auch kulturell bedingt und über Jahrtausende kam auch die Pracht der Haare bei Frauen hinzu, die schon fast immer, zu allen Zeiten und in allen Kulturen ein Teil weiblicher Schönheit war. Das sehen wir auch heute durchaus in nicht muslimischen Kulturen und Religionen: Oder warum sehen es Juden ebenfalls so? Oder warum sind christliche Nonnen bedeckt? Oder warum waren Frauen im christlichen Europa über Jahrhunderte bedeckt? Tatsächlich ist der Trend zu wenig Stoff in Europa historisch gesehen noch recht jung.

Es steht außer Frage, dass basierend auf dem Alten Testament der Bibel, Jesu Worten und dem Quran das Allerwichtigste die innere Dimension des „Hijab“ ist und der äußere Hijab einfach eine logische Konsequenz ist. Und es steht außer Frage, dass Frauen körperlich mehr Reize haben, die Schönheit ein Attribut der Weiblichkeit ist und dieses als besonders schützenswert gilt. Wer das negiert und meint das würde nur der Islam so beschreiben, der hat offenbar noch keine Bibel gelesen (was mich nicht wundert, ist genau was ich immer wieder erlebe).

If you don’t want to eat the cookie, stay out of the kitchen“ – war mal die Aussage einer US-Fernsehserie. Heute scheinen viele Menschen aber zu meinen, dass das nicht gelten würde. Das sie damit falsch liegen, zeigen die Folgen.

Das alles ist nichts Neues. Aber es wirkt wie aus einer anderen Zeit. Unmodern und überholt. Das liegt aber an einer ganz anderen Tatsache.

Sexualisierung der Gesellschaft

Der eigentliche Grund für die Ablehnung des „Hijabs“ im allumfänglichen Sinne und die Umdeutung in „Frauen werden unterdrückt“ ist nicht nur die Blüte des Feminismus, sondern vielmehr die seit Jahrzehnten zunehmende Sexualisierung der Gesellschaft, beginnend mit westlichen Gesellschaften. Und hier sind Frauen die eigentlich Leid tragenden. Die, um deren Rechte es ja eigentlich gehen soll werden zunehmend zur Ware. Und dank Only Fans und ähnlichen Plattformen gibt es nun die „freiwillige“ und entlohnte Eigenprostitution. Ganz selbstbestimmt natürlich. Das nimmt derartige Ausmaße an, dass auch säkulare Menschen inzwischen ins Grübeln kommen und sich fragen, wie es so weit kommen konnte, dass die Psyche und das Leben von Millionen von jungen Frauen zerstört wird. Aber hey, Freiheit ist Nacktheit und freie Frauen sollten Huren sein. Überspitzt ausgedrückt, aber exakt die Richtung, in die das Spielchen läuft. Dazu eine Videoempfehlung von dem YouTube Kanal Wissenswert HIER. Selbst grosse deutsche Influencer wir Alicia Jones, ihres Zeichens Ex-Model und Feministin, beklagen die extreme Promiskuität als Folge von diesen heutigen gesellschaftlichen Narrativen. Und „Rechte“, die sich ja ach so sehr an Hijab tragenden Frauen stören und für das christlichen Europa einstehen, haben offenbar überhaupt keine Ahnung, wie das Thema Frauen biblisch betrachtet sich darstellt. Spoiler: Nein, Feminismus ist kein Teil der Bibel und Männer und Frauen sind nicht gleich berechtigt, aber gleich wertvoll in Gottes Augen. Dass Männer und Frauen unterschiedliche Rechte und Rollen haben, ergibt sich schon aus biologischen Fakten und der Struktur einer Familie und sei sie noch so klein. Kann man gerne negieren, nur dann fällt halt die Geburtenrate in den Keller, wie es derzeit gerade dramatisch in Europa zu beobachten ist. Willkommen im Fortschritt!

Die Sexualisierung der Gesellschaft betrifft zwar die ganze Gesellschaft, aber es sind Frauen, die zur vermarkteten und käuflichen Ware werden. Interessanterweise. Bei Männern kommt das eigentlich nur im homosexuellen Kontext vor. Mit nackten Männern wird eher selten Werbung gemacht, oder? Und nach Auskunft von Plattformen wie Only Fans, Pornhub und Co. sind 80% der „Schauspieler“ oder Akteure weiblich und nicht männlich. Die Konsumenten sind aber Männer. Wo bleibt da der feministische Aufschrei? Ich denke, ich muss das nicht weiter ausführen. Es ist völlig klar, dass Frauen Aufgrund ihrer weiblichen Attribute die „besser“ verkäufliche Ware sind. Und Frauen kann man besser erniedrigen, ausbeuten und missbrauchen. Wie abstossend, menschenverachtend und widerlich. Und wie sehr im krassen Kontrast zu dem, was Gott in der Bibel und im Quran sagt. Frauen sind das „schwächere Gefäss“, aber als solches besonders schützenswert. Die Bibel spricht sogar von einer besonderen Ehre, die man(n) Frauen erweisen sollte (Petrus 3:7). Im Brief an Timotheus steht, man solle junge Frauen wie Schwestern mit aller Keuschheit (heute würde man sagen mit Anstand) behandeln und ältere wie Mütter (1.Timotheus 5:2). Der Quran sagt, das man mit Frauen in Güte zusammen leben soll (4:19). Aber es gibt noch viel mehr Aspekte, die wir uns anschauen wollen, die heute aber leider völlig verdreht werden. Wie heisst es aber so schön in Jesaja 5:20: „Weh denen, die Böses gut und Gutes böse heißen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!“

Genau das ist es, was heute auf allen Ebenen passiert.

Vier Frauen in traditionellen Hijabs stehen am Ufer und blicken auf das Meer bei Sonnenuntergang.
Über sie reden tun viele. Aber wer fragt die Frauen denn, was sie selbst wollen? Saudi Arabien, Jeddah, 12 May 2021.

Was Muslimas Selbst sagen

Zunächst steht es völlig außer Frage, dass nicht alles wo Islam drauf steht Islam drin ist. Hunderte muslimische Kulturen haben ihre eigenen Traditionen entwickelt und in vielen dieser Kulturen gibt es ein, sagen wir machohaftes und ungebührliches Verhalten von Männern. Auch in Deutschland ist unter Muslimen ein Verhalten zu beobachten, was schwersten Sünden beinhaltet. So ist beispielsweise jeglicher Sex außerhalb der Ehe eine schwere Sünde im Islam (Zina). Frauen schlecht zu behandeln, egal wie sie gekleidet sind und welche Religion sie haben ist ein unislamisches und widerwärtiges Verhalten, was nicht zu tolerieren ist. Und nebenbei bemerkt, wird dieses Verhalten in halbwegs funktionierenden muslimischen Gesellschaften auch nicht toleriert, wie ich selbst miterleben durfte. Wenn Deutschland also immer mehr Muslime bei sich aufnimmt (ob freiwillig oder nicht), dann wird es langsam an der Zeit, die korrekten muslimischen Regeln gesellschaftlich umzusetzen. Das würde eine Menge Probleme lösen. Aber das nur am Rand.

Die Frage ist nun, werden Frauen die Hijab tragen unterdrückt und dazu gezwungen? Werden diese Frauen einer „Gehirnwäsche“ unterzogen? Sind das alles dumme und ungebildete Frauen, wie es allzu oft behauptet wird? Lassen wir einige auszugsweise zu Wort kommen.

Amila, 26, aus Bosnien (bosnische Muslima, in Bosnien ordnet man sich traditionell keiner Rechtsschule zu): „Mein Hijab ist Teil von mir und meiner Kultur und verbindet mich auch mit unserer Geschichte. Ich bin Alhamdulillah von Herzen Muslima und könnte es mir nicht anders vorstellen. Als Frau nicht modest und bedeckt zu sein kommt mir unwürdig und falsch vor. Ich fühle mich mit Hijab beschützt und Allah swt nahe und das jeden Tag“

Yasmeen, 29, Libanesin (Sunni): „Ich habe mich immer in meinem Leben als Muslima gefühlt, aber ich hatte schon Phasen in meinem Leben als ich keine Hijabi war. Und ich kenne den Unterschied, wie ich als Frau behandelt werde. Ich möchte nicht auf Äußeres reduziert werden. Der Hijab ist nicht nur ein Schutz, es ist auch ein Zeichen. Je näher ich zu meiner Religion zurück fand, desto stärker wurde ich als Mensch und umso mehr wollte ich auch wieder Hijab tragen. Hijab ist auch Kultur und Tradition, aber für mich ist es auch Nähe zu meinem Schöpfer. Es erinnert mich auch im Alltag immer daran.“

Sarah, 27, Syrerin (Shia): „Ich liebe meinen Hijab, weil mich das nicht nur mit meiner Religion verbindet, es verbindet mich auch mit meiner Kultur und Identität. Wer ich bin und für was ich stehen möchte. In unserer Welt ist Hijab auch Weiblichkeit und das ist etwas, was bei uns beschützt wird. Ich kann das nicht als Unterdrückung empfinden. Und ich weiss auch nicht was diese Freiheit sein soll, die damit kommt knapp und eng gekleidet als Frau rumzulaufen. Das wirkt für mich wie das Gegenteil, weil es uns Frauen auf den Körper reduziert. Und dadurch erleben wir dann wenig Respekt.“

Hanan, 25, Kurdin aus dem Irak (Shia): „Ich glaube nicht daran, dass wir eine Seele haben. Sondern daran, dass wir eine Seele sind und einen Körper haben. Der Körper ist nur eine vergängliche Hülle. Ein vergänglicher Teil der Dunya. Die Gesellschaft sagt, dass selbstbewusste Frauen zeigen was sie haben. In Wirklichkeit ist es viel härter nicht zu zeigen was man hat. Zu akzeptieren wie man erschaffen wurde. Der Islam zeigte mir, dass als Frau meine Person viel wertvoller ist als mein Aussehen.“

Drei Frauen in traditioneller Kleidung und mit Spitzenhijabs singen in einem geschlossenen Raum.
Christinnen in Syrien: Im traditionellen Christentum der ältesten Kirchen des Christentums, ist ein Frauenbild, wie es heute im Westen vorherrscht, undenkbar. Schon gar nicht der feministische neu-woke Schwachsinn, der heute überall um sich greift.

Alles Gehirnwäsche?

Immer mehr Islam-Hasser merken, dass das Argument mit der Unterdrückung nicht zieht, da man gemessen an der großen Anzahl Muslimas so gut wie keine findet, die dieses Narrativ bestätigen. Auch Aussteigerinnen gibt es kaum welche. Werden Muslimas schlecht behandelt, dann schreiben sie es zu Recht ihrem sich daneben benehmenden Ehepartner zu und nicht dem Islam.

Also heisst es meist, das wäre also Gehirnwäsche (oder milder formuliert: Sozialisierung). Das ist dann also das „Argument“. Dass dieses Argument aber auf wirklich alles zutrifft, das wird dann nicht hinterfragt. Warum tragen Frauen „Stöckelschuhe“, obwohl es gesundheitliche Nachteile hat? Warum machen sich Frauen die Mühe Make-Up aufzutragen? Warum benutzen Frauen Lippenstift? Ist ja auch alles „Gehirnwäsche“. Und wir hatten ja das Thema Sexualisierung angesprochen: Warum kleiden sich viele junge Frauen heute bei warmen Temperaturen in einer Weise, die man früher einem bestimmten Gewerbe oder einem „Filmdreh“ der frühen 2000er Jahre zugeordnet hätte? Wann ging der Fokus von „schön“ oder „intelligent“ auf „sexy“ und wieso ist das gut? Letztlich sollte man da wirklich nachdenken und das einmal hinterfragen. Eines ist sicher, das sind nicht die vielbeschworenen „jüdisch-christlichen“ Werte. Denn sowohl im Judentum als auch im Christentum – ich meine es ganz klassisch und überliefert und nicht diesen neu-woken-Schwachsinn – ist es absolut undenkbar, dass Frauen so definiert werden. Wie hatte ich das oben aus der Bibel zitiert? Frauen sind wie Mütter und Schwestern zu behandelt. Mütter und Schwestern sieht man nicht als Sexobjekt. Man achtet sie, schützt sie, liebt sie wie man eben Mütter und Schwestern liebt. Von ganzem Herzen und aufrichtig. Das ist der Maßstab.

Aber kehren wir zu den Muslimas zurück. Einer der älteren Blogs zu dem Thema ist „Ausgerechnet Islam“. Chadischa hat auf ihrer Webseite „Ausgerechnet Islam“ im Jahr 2013 eine „Kopftuchumfrage“ gemacht, bei der über 200 Muslimas teilgenommen haben. Das ist schon eine ganze Menge. Das Ergebnis ist umso interessanter. Ich zitiere: „Bei den Kopftuchträgerinnen ist keine einzige dabei, die auch nur die sanfte Form des „Gezwungenwerdens“, („Weil meine Familie oder mein Mann es von mir erwarten und ich ihnen diese Freude gerne mache“) angekreuzt hat. Und auch keine einzige, die – wie mir u.a. unterstellt wurde,  sich von den Nichtmuslimen abgrenzen will. Der großen Mehrheit (79%) geht es darum, Gottes Gebot zu befolgen. Und die meisten derjenigen, die das Kopftuch tragen, ohne von der Pflicht ganz überzeugt zu sein, nämlich immerhin 17 Frauen, berufen sich auf das „innere Bedürfnis“ (ich bin fast sicher, dass viele der „Gebotsbefolgerinnen“ dasselbe  Gefühl auch haben, aber man konnte ja nur eine Antwort abgeben). An dritter Stelle stehen 13 Frauen, denen es in erster Linie darum geht, sich als Musliminnen zu erkennen zu geben und an vierter Stelle 6, die sich vor allem vor Männerblicken schützen möchten.“

Zur ursprünglichen „Kopftuchumfrage“ kommt ihr hier:

Zu dem ganzen Ergebnis mit allen Details kommt ihr hier:

Einige längere Statements könnt ihr hier nachlesen und auch diesen Artikel diskutieren oder Fragen dazu stellen:

In dem ⬆️ offenen Community Thread ⬆️ „was Muslimas über ihren Hijab sagen“ habe ich die etwas ausführlicheren und längeren Emails eingestellt. An dieser Stelle vielen Dank für eure Mühe und Offenheit eure Gedanken mir zu schreiben!

Eine junge Frau trägt einen roten Hijab mit goldenen Verzierungen und einem schwarzen Kleidungstück im Hintergrund. Ihr Gesicht ist ernst, aber freundlich in die Kamera gerichtet.
Wird sie unterdrückt? Was kann sie für die verfehlte Politik? Oder für die eigene Identitätslosigkeit?

Kopftuch Fetisch

Heute kann man einen gewissen „Kopftuch Fetisch“ beobachten und das auf beiden Seiten. Das gehört zur Wahrheit mit dazu. Auf der muslimischen Seite gibt es durchaus Tendenzen zu übertreiben und auch ein ordentliches Maß an Doppelmoral, aber überwiegend auf der Seite der Männer. Ich hatte den Punkt schon erwähnt: Während der Quran völlig eindeutig ist was das Thema „Hijab“ angeht und zeigt, dass es (1) in erster Linie auf die innere Dimension ankommt und (2) das keusche Verhalten – „Blicke senken“ – beide Geschlechter betrifft, scheint es bei manchen Muslimen eine völlig einseitige Sichtweise zu sein. Sozusagen Männer in Shorts aber die Damen als Hijabis. Und so mancher dieser Männer macht dann das Gegenteil von „Blicke senken“, wenn es um andere Frauen geht. Ein inakzeptables Fehlverhalten und völlig daneben. Letztlich eine Schande. Meine Frau und ich haben das schon oft miterlebt und in diesem Punkt denken wir oft, die Frauen sind oft die besseren Muslime. Einfach weil wir eine Menge kennen und diese Frauen sind eigentlich viel zu gut für diese Art von Männern. Und nicht wenige dieser Frauen sind deshalb Singles. Das ist eine unangenehme Tatsache in der muslimischen Bubble, aber hier wollen wir ganz ehrlich mit umgehen. Des schlechte Verhalten mancher macht aber den Maßstab nicht weniger gültig. Und das ist der Punkt.

Der andere Teil des „Kopftuch“ Fetischs bezieht sich auf die „rechte“ Bubble. In Folge von unkontrollierter Zuwanderung hat man sich auf das Thema Muslime gestürzt. Und da die Zuwanderung in Deutschland leider vor allem ein Schichtenproblem ist, bekommt die deutsche Aufnahmegesellschaft ein hohes Maß an ungebildeten bis sogar kriminellen Menschen ab, zu einem grossen Teil aus muslimischen Ländern. Es kommt zu einer völlig verzerrten Entwicklung. Oder erlebt man bei einem Aufenthalt in einem muslimischen Land diese Art von „Schieflage“? Es sind zu viele von den „Falschen“. Und das hat massive Auswirkungen. Aber die Folgen tragen die Hijabis. Also ausgerechnet die Frauen, obwohl das nicht diejenigen sind, die für kriminelle Taten verantwortlich sind. Die rechte Bubble betont bei jeder Gelegenheit, wie schlimm verschleierte Frauen in jeglicher Form sind und dass es ja so toll, fortschrittlich, frei oder gar europäisch-christlich wäre, wenn diese Frauen nackter wären. Dass man „mehr sehen“ kann, die Damen sollen zeigen was sie haben. Und wenn sie lang genug hier wären und „integriert“ sind, dann tragen sie bestimmt auch Mini und enges Top. Viele rechte Accounts auf Social Media schreiben das ganz offen und zeigen wessen Geistes Kind sie wirklich sind. Der Hass auf das Kopftuch speist sich aus dieser Entwicklung. Dass in deutschen Innenstädten junge Frauen im Alter zwischen 15-20 Jahren wie Frischware rumlaufen mit teils übelsten Konsequenzen, das ist für die Hypermoralisierten kein Problem, aber die Hijabi an der Bushaltestelle, die ist ein Symbol der Unterdrückung und Entrechtung der Frau. Das ist Doppelmoral. Insbesondere, weil man bei orthodoxen Jüdinnen oder konservativen christlichen Frauen (oder gar Nonnen) sich ja nicht aufregt.

Wie dem auch sei. Die vorhandenen und durch die inkompetente Politik selbst verursachten Probleme letztlich an muslimischen Frauen auszulassen, weil diese sichtbar sind, ist nur allzu billig. Und jetzt, nachdem durch krude westliche Narrative Fehlentwicklungen entstanden sind, die in der autochthonen Bevölkerung sichtbar werden, Stichwort „Geburtenrückgang“ und Vereinsamung, ist es nur zu einfach ein Objekt des Zorns zur Ablenkung zu finden. Die ewige Hijab-Frage ist letztlich nur eine Ablenkung davon, dass der Westen ein Werteproblem hat. Er hat nämlich keine mehr. Die eigene christliche Religion hat man das Klo runter gespült und damit seine eigenen europäischen Werte zerstört. Das zeigt sich insbesondere heute auch an jungen Frauen, die zunehmen „lost“ sind. Und damit die perfekte Frischware für Only Fans und Co. Das ist noch nicht das Endstadium, es wird noch schlimmer werden. Bis man sich eingesteht, dass es keine Werte ohne Religion gibt. Und keine Kultur. Hijabis sind vielen Leuten suspekt, weil es sie daran erinnert, dass es auch Frauen geben könnte, denen Religion und Kultur wichtig ist. Bei europäischen Frauen muss man danach inzwischen mit der Lupe suchen. Und das wirft das Licht auf das viel größere Problem, welches droht die ganze Gesellschaft zu zerstören:

Die Identitätsfrage. Wer sind wir eigentlich?

„This world is a prison for believers and a paradise for unbelievers.“

#ImamReza