„Ich glaube nicht was ich sehe, weil ich sehe was ich glaube.“
von unbekannt
Wie Stammleserinnen und Leser wissen, schreibe ich zum Jahresende den traditionellen Blackwater.live Weihnachtsartikel.
Auch wenn wir Weihnachten vielleicht nicht feiern, gar keinen Bezug dazu haben oder vielleicht nicht mehr, so ist es eine gute Zeit, sich Gedanken über die tieferen Dinge des Lebens zu machen. Denn ganz egal wie wir es mit Religion halten, das muss nicht das selbe wie Glauben sein. Und vielleicht ist das sogar die bessere Wahl. Letztlich liegt es bei jedem selbst.
Die letzten Jahre habe ich zu Weihnachten immer die Gelegenheit genutzt, auf einige urbiblische Gedanken hinzuweisen. Immerhin ist unsere Kultur im Westen massgeblich durch die Bibel beeinflusst, selbst unsere Zeitrechnung. Das ist umso erstaunlicher wenn man bedenkt, dass das Christentum eine Religion des Nahen Ostens ist und Jesus ein Jude war, aufgewachsen in Palästina, an Orten die man heute noch besuchen kann. Jesus hat (ost)aramäisch gesprochen, eine semitische Sprache, verwandt mit Hebräisch und Arabisch. Vielen Menschen ist das gar nicht so bewusst. Eine andere Sprache und ein anderer Kulturraum kann riesige Unterschiede zur eigenen Sprache und Kultur beinhalten. Gesagtes kann eine ganz andere Bedeutung haben. Erst Recht wenn es 2000 Jahre her ist. Daher ist es teilweise krude, wie dogmatisch manche Menschen mit der Bibel umgehen. Und richtig grotesk wird es, wenn selbst in der heutigen Version der Bibel die Texte der Religion widersprechen.
…. vieles was wir über Jesus zu wissen glaubten falsch ist und die Wahrheit die ganze Zeit in der Bibel steht, wir sie aber immer mit anderen Augen gesehen haben?
Dann wird sich entscheiden, ob uns Wahrheit oder Tradition wichtiger ist, Bequemlichkeit oder Nachforschen.
Noch heute kann man in Palästina auf Spuren wandeln, die einen zum Nachdenken bringen, ob das den alles so war wie die eigene „Hausreligion“ behauptet.
Den Weihnachtsartikel 2021 möchte ich Jesus von Nazareth widmen. Nicht nur, weil Weihnachten für mindestens 2 Milliarden Menschen weltweit scheinbar ein Bezug zu eben diesem Jesus hat, sondern weil die historische Person von Jesus von Nazareth wie kaum ein anderer die Geschichte der Welt verändert hat. Einerseits durch seine bahnbrechenden Lehren, andererseits durch die Hoffnung, die er Menschen seit fast 2000 Jahren vermittelt. Und doch sind gerade diese beiden Fakten umso erstaunlicher, als dass die wenigsten Menschen – Christen eingeschlossen – überhaupt wissen, was Jesus wirklich sagte. Oft ist sind es verdrehte Aussagen, die von anderen nach Jesu Leben getroffen wurden. Diese sind es, auf denen die Kirche aufgebaut wurde. Und auf dieser Kirche wurden weitere Glaubensgemeinschaften und tausende von Sekten aufgebaut. Alles fusst auf einem Fundament, welches schlicht weg so nie von Jesus gelehrt wurde. Selbst die Hoffnung ist eine, die auf falschen Prämissen basiert, da ebenfalls nicht von Jesus gelehrt.
Der ein oder andere mag nun sagen, das ist aber harter Tobak. Aber ich lade jeden ein, diesen Artikel von mir anhand seiner eigenen Bibel zu prüfen oder den Bibelserver zu nutzen. Am Ende kann dann jeder selbst entscheiden, ob er die Worte Jesu selbst für wichtiger und richtiger hält oder das was Menschen danach daraus gemacht haben. Und eines kann ich jetzt schon versprechen: Eben diese Wahrheit Jesu ist es, die einen frei macht.
Auch wenn Du sonst vielleicht nicht der Freund religiöser oder geistiger Gedanken bist, so nimm Dir doch an Weihnachten die Zeit und lies diesen Artikel und die Texte aus der Bibel dazu. Die meisten von uns bekommen auch Weihnachtsgeld, gehen auf einen Weihnachtsmarkt, backen Weihnachtsplätzchen und hören sich vielleicht die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten an. Dann kann man sich doch auch mal ein paar Gedanken zu dem Mann zu Gemüte führen, ohne den es kein Weihnachten geben würde. Auch wenn es nicht seine Idee war. An dieser Stelle auch noch ein Hinweis an die lieben Christen, die das lesen: Gerade ihr seid herzlich eingeladen die Bibel zu benutzen oder zu vergleichen, was eure Kirche oder Glaubensgemeinschaft zu den von mir angeführten Texten sagt. Und noch ein Hinweis an meine muslimischen Leser: Jesus (Isa) ist auch euer Prophet und Gesandter Gottes. Seine Worte sind die, die er von Allah (aramäisch Alaha) aufgetragen bekommen hat zu übermitteln. Auch wenn es Veränderungen an der Schrift gab, so ist der rote Faden immer noch klar zu erkennen. Prüft das doch einfach selbst nach. Wissen hat noch niemandem geschadet und nachdenken über die Dinge Gottes erst recht nicht.
Welches Bild oder welche Vorstellung wir von Jesus Christus haben, ist maßgeblich geprägt von der Religion, Traditionen und unserer Sozialisierung. Was aber, wenn Jesus ein ganz anderer war, als der den wir uns vorstellen? Wenn man die heutigen (vorhandenen) Evangelien liest ohne weitere Erklärungen von Sekundärquellen oder Erklärungen der eigenen Religionsgemeinschaft und das auf sich wirken lässt, lernt man einen anderen Jesus kennen. Nirgendwo sagte Jesus dass er Gott sei, noch dass wir einer Religion oder Menschen folgen sollten. Wir sollten mit reiner Absicht nur Gott anbeten und ihm alle Ehre, Anbetung und Dankbarkeit erweisen.
Evangelische Kirche: „Wahrer Gott und wahrer Mensch“
Ist das die Botschaft Jesu in den Evangelien?
Als vor über 2000 Jahren einen Mann mit Namen Yeshuha (JHWH ist Rettung) im palästinänsischen Nazareth geboren wurde hätte niemand gedacht, dass das einmal die Welt verändern würde. Yeshuha/Yehoshua ist die wahrscheinlichste Variante des Namens, Jesus ist durch die Übersetzung in das Griechische entstanden und hat mit dieser Aussprache keine weitere Bedeutung.
Neutrale Beschreibungen von Jesus Christus oder Isa, wie er im arabischen heisst zu finden, ist nicht ganz einfach. Menschen auf der ganzen Welt lieben diesen Jesus aus Nazareth, was darauf schliessen lässt, dass er eine außergewöhnliche Person sein muss. Alle Propheten der drei grossen Buchreligionen Judentum, Christentum und Islam zeichnen sich durch Eigenschaften aus, die sie als Männer Gottes erkennen lässt. Das ist Selbstlosigkeit, stets die Ehre und Aufmerksamkeit auf Gott lenkend, mehr dem Jenseits als dem Diesseits verbunden, unpopuläre Aufrufe zur Umkehr und Reue, auch wenn das persönlich massive Nachteile bedeutete, Hinweis auf das Gesetz (im Kern immer die 10 Gebote), immer wieder der Hinweis auf den Monotheismus (Gott ist EINER).
Es gibt aber auch Unterschiede. Die meisten hatten Frauen und Familie, manche waren Heerführer, manche reich und sogar Könige.
Jesus ist vielleicht der beeindruckendste von allen, weil er nichts besaß, keine Frau und Familie hatte und wie kein anderer vorlebte, dass dieses Leben nicht das echte Leben ist und das Jenseits alles. Jesus lebte wie kein anderer vor, dass man seinen Nächsten lieben soll und dass nicht Menschen die Probleme der Welt lösen werden, sondern es neue Himmel und Erde geben würde. Bis dahin sollten wir Menschen in Frieden leben und Gott suchen, zu ihm beten und nicht zulassen, dass uns etwas davon trennt. Jesus lehrte, dass diese Welt eine Versuchung ist, um uns von Gott zu trennen. Das war vor 2000 Jahren bereits so, wieviel mehr ist es das heute.
Jesus war auch aussergewöhnlich, weil er den Menschen nicht nur die allmächtige, allwissende Persönlichkeit Gottes näher brachte, sondern vor allem, dass eben dieser Gott die Menschen liebt. Nur Jesus vermittelte, dass man seinem Schöpfer so nah sein kann, dass man ihn als Vater sehen kann. Das bezog sich nicht nur auf Jesus, wie viele meinen, sondern auch seinen Jüngern und Nachfolgern sagte er das. (Johannes 20:17). Daraus wird noch lange keine auf irdisches reduzierte Familie mit Mutter, Tanten und Onkeln, es war ein Wortbild, wie es Jesus oft verwendete. Aber sicher eines der schönsten. Denn der Titel Vater beinhaltet Größe und Macht, aber auch Nähe und Liebe. Wie ein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen zu ihrem Vater aufblickt, so sollten Menschen Gott sehen können, wenn sie ihn gesucht und gefunden haben.
Jesus Christus wurde als Messias erwartet um die Juden von der verhassten römischen Fremdherrschaft in Palästina zu befreien. Zu seiner Zeit war man in Erwartung eines solchen Messias und es gab zu dieser Zeit auch einige, die vorgaben einer zu sein. „Christus“ ist die griechische Übersetzung von Messias, „Gesalbter Gottes“. Aber Jesus war nicht der, der die Juden von der Fremdherrschaft befreite. Er befreite die, die auf ihn hörten von der Religion. Und hier gilt es Unterscheidungsvermögen anzuwenden, insbesondere weil Menschen unter Religion oft Unterschiedliches verstehen. Jesus prangerte das System an, die Institution. Nicht den persönlichen Glauben Einzelner. Den echten, tiefen und reinen Glauben an Gott liebte Jesus und er liebte die Menschen, die mit ihrer ganzen Hingabe und ihren beschränkten Möglichkeiten in Hoffnung nur Gott anbeteten. (Markus 12:41-44, Johannes 4 )
Das waren die Menschen reinen Herzens. Und da man Gott nur mit reinem Herzen und in Aufrichtigkeit finden und anbeten kann, machte Jesus darauf immer wieder aufmerksam. Es geht nicht um religiöse Traditionen und Überlieferungen, der Schlüssel liegt in unserem Herzen. Es ist eine Reise zu uns selbst. Wer sind wir? Sind wir bereit uns selbst zu überwinden? Das sagt der Text in Matthäus 16:24 aus und es ist die Grundvoraussetzung für die spirituelle „Reise“ zu Gott.
Zwischen dem was Jesus lehrte und dem was die Religion lehrt, liegen riesige Unterschiede. Dabei lässt sich das mit wenig Aufwand und einer Bibel eigener Wahl schnell überprüfen. Aber leider sind die meisten Menschen zu bequem und folgen lieber Traditionen. Jesus ermutigte die Menschen zum Handeln und Denken, nicht dazu „Follower“ von einer Religion oder selbst gewählten Führern zu sein.
Das selbst Christen heute eindeutige Texte aus den Evangelien ignorieren und mit Füssen treten ist mehr als grotesk.
„Jesus verkündete das Reich Gottes – gekommen ist die Kirche.“
Zitat des französischen Theologen Alfred Loisy (1857-1940)
Das was Jesus Christus für die meisten heute ausmacht, sind neben dem Glauben er wäre Gott oder er wäre für die Sünden der Menschheit gestorben, seine vermeintlichen Lehren.
In den meisten Fällen schwingen Emotionen und emotionale Aussagen mit oder irgendwelche Geschichten von Jesuserfahrungen, die munter erzählt werden. Storytelling oder narrative Lehrmethoden sind schon eh und je die effektivsten Lehrmethoden und es gibt sie überall auf der Welt in allen Religionen. Grotesk das manche denken, nur ihre eigene Religion hätte solche Stories. Falsch angewendet sind narrative Lehrmethoden schlichtweg Manipulation. Was Jesus mit Bühnenauftritten zu tun hat, bei denen alle „Jesus loves you“ schreien oder Autoaufklebern, kann sich jeder selbst fragen. Denn die Frage ist, immer wieder: Lehrte Jesus selbst so zu handeln?
Und bei allen anderen religiösen Traditionen: Steht das denn auch in den Evangelien der Bibel?
Nun, je nachdem wen man dazu befragt, bekommt man oft aus dem Zusammenhang gerissene Aussagen oder welche, die Jesus gar nicht gemacht hat. Wir können uns bei der Beantwortung der Frage nach den Lehren von Jesus nur auf die Evangelien stützen und müssen auch hier beachten, dass es keine Originale gibt und dass diese in griechisch geschrieben sind, Jesus und seine Jünger aber Aramäisch sprachen. Der Unterschied dieser beiden Sprachen wurde von Sprachwissenschaftlern schon mit Deutsch und Arabisch verglichen. Und neben der Sprache sind es zwei völlig unterschiedliche Kulturräume. Das bedeutet, bestimmten Begriffen sind andere Werte zugeordnet, so wie es bei deutsch und arabisch heute ja auch der Fall ist.
Aus diesem Grund macht es wenig Sinn und ist sogar lächerlich mit der Bibel etwas zu predigen und auf Kommas und Wortfetzen zu verweisen. Den Inhalt Wort für Wort als „Offenbarung“ und buchstäblichen Sinne zu sehen ist geradezu grotesk. Was man aber tun kann ist, den roten Faden zu sehen, die Aussagen abzugleichen und in dem größeren Rahmen zu sehen. Das geht sehr gut und ermöglicht es die Grundsätze zu verstehen, die Jesus lehrte. Das hält dann auch einer Kultur- und Sprachenübergreifenden Prüfung stand. Und heraus kommt dabei eine überragend einfache und doch tiefe Lehre über das Leben, die Liebe, über Gott und eine Hoffnung für alle Menschen, die danach wirklich suchen. Eine Religion kann man darauf nicht aufbauen, dazu braucht es einiges an Fälscherarbeit und Zusatzinterpretationen, wie wir noch sehen werden. Aber das war offensichtlich auch nicht Jesu Ansinnen. Jesus hatte Mitleid mit Menschen, er liebte sie. Jesus wollte sie befreien, vor allem ihren Geist. Und er rief sie zur Umkehr von Sünde und Heuchelei auf, zurück zu einer echten Suche und Anbetung von Gott, der ihn gesandt hatte.
Jesus selbst war der größte Kritiker von lebloser Religion, von religiöser Heuchelei und einem religiösen System, bei dem es in Wirklichkeit nur um das Ansehen der religiösen Führer und Geld ging. Etwas, was sich bis heute nicht geändert hat. Und doch sah er auch die „kleinen“ Menschen, die in selbst dieser zwischenzeitlich korrumpierten Religion aufrichtig glaubten, die gar nicht in der Lage waren dem System zu entkommen oder es zu durchschauen. Ihre Aufrichtigkeit und reine Absicht sprachen sie sozusagen frei von der Last einer mit menschlichen Regeln übersättigten Religion. Ob das auf Menschen heute auch zutrifft hängt vom Einzelnen ab, wir können es nicht beurteilen. Das steht uns nicht zu. Jeder muss im Rahmen seiner Möglichkeiten das richtige tun.
„Denn wer da weiß Gutes zu tun, und tut’s nicht, dem ist’s Sünde.“
Jakobus 4, Textbibel
Jetzt wollen wir uns die entscheidenden Kernelemente der Lehre Jesu anschauen. Wir werden sehen, dass manch erstaunliches dabei ist. Anderes wiederum – es wird manchen überraschen – fehlt völlig. Es sind eher theologische Aspekte, Jesus behandelte auch viele andere Themen des Lebens. Aber das hebe ich mir für einen anderen Artikel auf.
Welche Bibel soll ich nehmen?
Es gibt viele gute Übersetzung. Ich selbst benutze oft die Schlachter 2000. Aber bevor Du Dir eine Bibel kaufst, kannst Du zur Recherche auch Bibelserver.com benutzen. Dort kannst Du die verschiedenen bekannten Übersetzungen vergleichen.
Vorsichtig solltest Du stets sein, wenn eine Glaubensgemeinschaft Dir eine Bibel schenkt. Einige benutzen eigene Bibeln, in denen ganze Texte verdreht sind, um eigene Sonderlehren zu untermauern.
„29 Jesus aber antwortete ihm: Das erste Gebot unter allen ist: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist Herr allein; 30 und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft!«[3] Dies ist das erste Gebot.“ Matthäus 12:29-30
Merke: Ist Jesus Gott? Ist Gott EINER oder mehrere Personen?
Kirchensätze wie „wahrer Gott und wahrer Mensch“ stehen nirgendwo in der Bibel! Jesus betete immer zu Gott und hat immer Gott alle Ehre gegeben.
„24 Wer mich nicht liebt, der befolgt meine Worte nicht; und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.“ Johannes 14:24
„30 Ich kann nichts von mir selbst aus tun. Wie ich höre, so richte ich; und mein Gericht ist gerecht, denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen des Vaters, der mich gesandt hat.“ Johannes 5:30
Merke: War Jesus Gott oder gesandt von Gott?
„34 Als nun die Pharisäer hörten, dass er den Sadduzäern den Mund gestopft hatte, versammelten sie sich; 35 und einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, stellte ihm eine Frage, um ihn zu versuchen, und sprach: 36 Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz? 37 Und Jesus sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken«.[2] 38 Das ist das erste und größte Gebot. 39 Und das zweite ist ihm vergleichbar: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.[3] 40 An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.“
Matthäus 22:34
„18 Denn wahrlich[3], ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. 19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel.“ Matthäus 5:18-19
Merke: Gesetz und Gerechtigkeit werden von Jesus sehr oft erwähnt. Er fand klare Worte für Gesetzlosigkeit. (10 Gebote, Gesetz Mose)
„20 Darum werdet ihr sie an ihren Früchten erkennen. 21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. 22 Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? 23 Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!“ Matthäus 7:21-23
Merke: Wird man einfach nur mit Jesus und Glauben gerettet?
21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.
„19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen. 20 Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen! 21 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ Matthäus 6:19-21
„16 Und siehe, einer trat herzu und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, um das ewige Leben zu erlangen? 17 Er aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein! Willst du aber in das Leben eingehen, so halte die Gebote! 18 Er sagt zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: Das »Du sollst nicht töten! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugnis reden! 19 Ehre deinen Vater und deine Mutter!«[2] und »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!«[3] 20 Der junge Mann spricht zu ihm: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend an; was fehlt mir noch? 21 Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach! 22 Als aber der junge Mann das Wort hörte, ging er betrübt davon; denn er hatte viele Güter. 23 Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher hat es schwer, in das Reich der Himmel hineinzukommen! 24 Und wiederum sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt! 25 Als seine Jünger das hörten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: Wer kann dann überhaupt gerettet werden? 26 Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist dies unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich.“ Matthäus 19:16-26
Merke: Werde ich durch eine Mitgliedschaft in einer Kirche oder Organisation gerettet? Spielt es eine Rolle ob ich gut oder schlecht handle? Sind die 10 Gebote ungültig?
„3 Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel! 4 Glückselig sind die Trauernden, denn sie sollen getröstet werden! 5 Glückselig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben! 6 Glückselig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie sollen satt werden! 7 Glückselig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen! 8 Glückselig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen! 9 Glückselig sind die Friedfertigen, denn sie werden Söhne Gottes heißen! 10 Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel! 11 Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meinetwillen! 12 Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind.“ Matthäus 5:3-12
Merke: Wem gehört das Leben danach (Reich der Himmel)? Geht es hier um eine Religion oder um das was in unserem Herzen ist?
„Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließe deine Türe zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten. 7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen. 8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet. 9 Deshalb sollt ihr auf diese Weise beten: Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name. 10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden. 11 Gib uns heute unser tägliches Brot. 12 Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern. 13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen. 14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. 15 Wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“
Matthäus 6:6-15
Merke: Aufrichtig, nicht heuchlerisch, eigene Worte, anderen vergeben, damit wir vergeben bekommen, Gott anbeten nicht Jesus. (auch hier: Nein, nicht Jesu Tod bewirkt Vergebung) Gott ist allwissend, kennt uns. Wir dürfen auch um alltägliches beten.
„7 Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! 8 Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.“ Matthäus 7:7, 8
1″ Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis, um ihnen zu zeigen, dass es nötig ist, allezeit zu beten und nicht nachlässig zu werden; 7 Gott aber, wird er nicht seinen Auserwählten Recht schaffen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, wenn er auch lange zuwartet mit ihnen?“ Lukas 18:1, 7
„39 Und er ging ein wenig weiter, warf sich auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater! Ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!“ Matthäus 26:39
Merke: Wie oft soll man beten? Um was? Ein Mal am Tag? In der Kirche?
„21 Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. 23 Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. 24 Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.“
Johannes 4:21-24
Merke hier: Wer ist Gott?
Dazu kommen wir gleich in diesem Artikel.
Das sind nur einige wenige Stellen aus den Evangelien und auch zu Weihnachten 2021 will ich niemand überfordern, der sonst vielleicht nicht viel Bibelkenntnisse hat. Aber am besten ist es, sich einfach alles einmal in Ruhe und am Stück durch zu lesen und auf sich wirken zu lassen. Jesus sprach auch viel mit Gleichnissen und Vergleichen, das meiste ist sehr klar zu verstehen. Wenn man die Evangelien unvoreingenommen und ohne Beeinflussung liest, dann ist es eigentlich unmöglich zu dem Schluss zu kommen, dass es sich hier um die Gründung einer Religion handelt oder gar die Entstehung des Christentums. Es sind die Berichte über das Handeln eines Mannes der sagte, dass er von Gott gesandt wurde und die Liebe zu Gott und dem Nächsten lehrte. Ohne in diesem Artikel heute vorgreifen zu wollen, alle anderen Lehren daraus sind historisch betrachtet in den Jahrhunderten danach entstanden.
Und? Überrascht über die Aussagen Jesu, die Du in Deiner eigenen Bibel nachlesen kannst? Wenn Du bis hier hin gelesen hast und die Bibeltexte geprüft hast, dann sind vielleicht zwei Schritte möglich.
Du sagst, danke. Das wollte ich schon immer mal wissen. Danke für diesen Mehrwert auf Blackwater.live.
Darüber freue ich mich und kann Dir sagen, um solche Themen geht es hier immer mal wieder. Denn was ist Finanzplanung ohne Sinn im Leben? Ich kenne persönlich Menschen mit 7-stelligen Depots aus meinen Zeiten als Banker, die jetzt am Ende ihres Lebens fragen, für was das alles sein soll? Auch wenn viele Leser von Blackwater.live unter 35 Jahre alt sind, warum erst am Ende des Lebens über das Leben nachdenken? Was soll man mit finanzieller Freiheit anfangen, wenn man dann sein Leben einfach nur „ablebt“ und in die Kiste geworfen wird?
Du sagst ok, das habe ich so noch nie gelesen oder verstanden. Wo muss ich mich anschliessen? Welcher Religion, welchem Verein?
Auch darüber freue ich mich, denn es zeigt, Dir scheinen spirituelle oder geistige Dinge etwas zu bedeuten.
Aber es ist enorm wichtig zu verstehen, dass Du nirgendwo eintreten musst. Du musst Dich keiner organisierten Religion anschliessen. Vielleicht ist es sogar der größte Fehler Deines Lebens das zu tun.
Warum?
Wie konnte es nur so weit kommen? Religion hat millionenfaches Leid über Menschen gebracht, insbesondere die christliche Religion, die als gewalttätigste der Welt gilt. Bis zum heutigen Tag werden hunderte Millionen Menschen mit einem Jesus verführt, der garantiert niemals einen Fuss in ein Gebäude seiner angeblichen Vertreter setzen würde. Allgegenwärtiger Machtmissbrauch selbst gegenüber Kindern hat Jesus Christus, der Kinder liebte, stets verachtet. Geschäftemacherei und Religion, das war nie Jesu Botschaft.
„Man kann in dieser Kirche längst nichts mehr retten, sondern nur sich noch und andere vor ihr! Denn Kirche, das ist eine Praxis, die blind macht, um führen, die krank macht, um heilen zu können; die in Nöten hilft, die man ohne sie gar nicht hätte; das Gängeln derer, die noch immer glauben, durch jene, die es nicht mehr tun.“
(Karl- Heinz Deschner, Historiker und Theologe)
Die Evangelien zu lesen ist berührend und tut gut. Ich empfehle jedem nicht nur die von mir angeführten Punkte zu lesen, sondern den ganzen Bericht aus Matthäus, Markus, Lukas und Johannes und das auf sich wirken zu lassen.
Neben einem tiefen geistigen Aspekt und der Tatsache, dass das eigentlich zur Allgemeinbildung gehört, hat es auch eine historische Tiefe um das „danach“ zu verstehen. Und es ist ein Schutz vor dem Missbrauch durch Menschen die angeben, im Namen Gottes zu sprechen. Und davon gibt es viele, damals wie heute. Wie von Jesus vor 2000 Jahren voraus gesagt wurde, sind viele falsche Propheten ausgezogen um viele zu verführen.
Die Kernpunkte die Jesus nannte um falsche Propheten zu erkennen sind:
„Wenn dann jemand zu euch sagt: Seht, hier ist der Messias!, oder: Seht, dort ist er!, so glaubt es nicht! Denn es wird mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet auftreten und sie werden Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, die Auserwählten irrezuführen. Ihr aber, seht euch vor! Ich habe euch alles vorausgesagt.“ (Markus 13:21 Einheitsübersetung)
Aus meiner Sicht ist der eklatanteste und evidenteste Punkt um zu erklären wie es so weit kommen konnte, die Warnung von Jesus in Markus 13:21 und den Paralelltexten. Menschen werden in seinem Namen auftreten und andere verführen! Klarer kann man das Problem der letzten 2000 Jahre nicht benennen. Statt also diesen Text auf Nichtchristen zu verordnen, sollte man vor seiner eigenen Haustür kehren. Das Christentum ist eine einzige Geschichte von Verführern und Verführten.
Jesus sagte auch, dass man Menschen die ihm wirklich nachfolgen würden an ihren „Früchten“ erkennen würde (Matthäus 7:16-23). Zu erkennen wären seine Nachfolger an der Liebe (Johannes 13:35). Interessant ist, dass Jesus nie von einer Religion sprach, sondern von Menschen die ihm nachfolgen. Die Institutionalisierung der Anbetung war bei Jesus nie ein Thema. Und nachdem wir gesehen haben was Jesus wirklich lehrte ist diese auch gar nicht notwendig.
Die gut 2000 Jahre nach Jesus Christus bis zum heutigen Tag sind den Geschichtsbüchern zu entnehmen. Die unterschiedlichen christlichen Konfessionen nehmen sich da wenig. Im Namen Jesu haben sie Millionen von Menschen verfolgt, gefoltert und ermordet. Auch wenn das nicht allen bewusst ist, aber wie Matthew White in seinem „Guinness-Buch der tödlichen Rekorde“ zusammenaddierte und historisch schlussfolgerte, ist das Christentum die gewalttätigste Religion der Geschichte. Zitat:
„Die blutigste Religion ist die christliche. Nur gegen eine Glaubensgruppe führten Christen öfter Krieg als gegen Muslime und Juden – gegen Christen mit einer anderen Konfession.“
Wenn also Jesus Christus die Liebe lehrte und sagte, dass man seine Nachfolger an der Liebe und ihren Früchten erkennen würde, dann kann das Christentum wie wir es die letzten zwei Jahrtausende erlebt haben, wohl kaum die wahre Religion sein. Aber nochmals: Wo lehrte der Jude Jesus von Nazareth etwas von einer wahren Religion?
Kurz: Eine Büchersammlung von 66 – 73 Büchern. Ihre Zusammenstellung bzw. Kanonisierung wurde final durch die Kirche ca. 350-360 nach Christus vorgenommen. Hier tat sich vor allem Hieronymus hervor.
Auch wenn viele Inhalte nachweislich und willentlich wegen den Machtkämpfen in der Kirche entfernt und verändert wurden, lässt sich immer noch ein „roter Faden“ erkennen.
Das kommt darauf an wen man fragt. 🙂
Im Kern geht es um die Geschichte Israels und die Anbetung des EINEN Gottes. Der Monotheismus ein roter Faden bis etwa zu dem Buch der Apostelgeschichte. Danach fliessen erste innerkirchliche theologische Auseinandersetzungen ein (u.A. gegen die Gnosis), aber auch Probleme zwischen Judenchristen und Nichtjuden.
Die Kernbotschaft des Monotheismus und das grundlegende Gesetz der noachidischen Gebote bzw. das Gesetz Mose (10 Gebote) lässt sich durch die ganze Bibel erkennen.
Die Aussagen von Jesus Christus in den Evangelien sind der eigentliche Höhepunkt dessen was die Bibel lehrt und für jeden einfach und klar zu verstehen.
Wo lehrte Jesus, dass man eine Organisation oder Kirche braucht um Gott anzubeten?
Nirgendwo. Warum auch? Jesus wusste, dass Gott viel größer als menschliche Ideen ist und hat stets darauf verwiesen, wie man Gott suchen und anbeten soll. Darauf, dass es auf die Herzenseinstellung oder Absicht ankommt und dass jeder Mensch Gott finden kann, wenn er aufrichtig sucht.
Religion im Sinne von Struktur oder Organisation ist eine bösartige Falle, die Menschen letztlich von Gott weg führt. Am Ende werden Menschen und ihre Ideen verehrt. Und im Laufe der Zeit stehen immer mehr „Götzen“ und Regeln zwischen uns und unserem Schöpfer. “Der Glaube, der auf Autorität beruht ist kein Glaube. Die Bedeutung der Autorität ist das Maß für den Verfall der Religion, das Maß dafür, wie sehr der Geist bereits aus ihr entwichen ist” (R. W .Emerson)
Es gab schon immer „aufmüpfige“ Bürger, die die Kirche kritisierten. So gibt es ein berühmtes Gedicht aus dem Jahr 1664. Es heisst „der Herr und sein Knecht“. Mit Herr ist Jesus gemeint, mit Knecht der Papst. Es existieren verschiedene Fassungen davon. Wenn wir es uns durchlesen und darüber nachdenken, dann merken wir wie weit die Religion inzwischen von der Person weg ist, der sie vorgibt nachzufolgen. Und natürlich ist es heute nicht alleine der Papst, welcher der Knecht ist. Es sind viele falsche Propheten aufgestanden, die obwohl Jesus davor warnte, sich als Lehrer, Führer, Kanal Gottes, Erleuchtete oder was auch immer bezeichnen.
Der Herr und sein Knecht.
„Der Herr auf einem armen Tier, der Knecht mit höchster Pracht und Zier. Der Herr trägt eine Dornenkron, der Knecht ein dreifach gülden Kron. Der Herr war arm auf dieser Welt, der Knecht hat gross Gewalt und Geld. Der Herr hat nichts wo er’s Haupt hinlegt, den Knecht man auf der Sänfte trägt. Der Herr den Jüngern wusch die Füß, der Knecht sich seine küssen lies. Der Herr erlitt viel Schand und Spott, der Knecht sich ehren lässt als Gott. Der Herr gibt Segen, Fried und Freund, der Knecht verflucht und nichts bereut. Der Herr verfolgt und gekreuzigt war, der Knecht verjagt und mordet immerdar. Der Herr ist unser Friedefürst, den Knecht immer nach Blut es dürst. Der Herr bleibt unser treuer Hirt, der Knecht lieber grosse Kriege führt. Der Herr gebot steck ein dein Schwert, der Knecht schlachtet und frisst die Herd. Der Herr demütich und mühselig lebt, der Knecht sich über alles erhebt. Der Herr war sanftmütig zugleich, der Knecht führt ein weltlich Reich. Der Herr mahnt die Gebot zu halten, der Knecht hat diese ausgeschalten. Der Herr liebt alle Menschen gleich, der Knecht nur die ihm gleich und reich. Der Herr er achtet alles Geschlecht, der Knecht jedoch die Frau verächt. Der Herr, er starb als Opferlamm, der Knecht Millionen das Leben nahm. Der Herr den Menschen Erlösung brachte, der Knecht sie am Scheiterhaufen sie zu Asche machte. Der Herr alle verlorenen sucht, der Knecht sie in die Hölle verflucht. Des Herrn Red‘ vorm Mamon warnte, der Knecht dies Gottes Reich drum nannte. Drum merkt aus diesem Beispiel eben, ob sich vergleich ihr Lehr und Leben. Du siehst daraus und merkst geschwind, wie so verschieden beide sind. Und siehst und sagst es merklich frei, dass der Knecht der Widersacher sei. Wem nun sein Seel und Seeligkeit, ein Ernst ist hin zur Herrlichkeit. Der wird dienen dem Herrn Christ und absagen dem Antichrist.“
Christliche Werte, das was Jesus vorlebte, die Bibel, all das ist zeitlos und zweifellos eine Anleitung zum Frieden und Glücklich sein, auch und gerade mit unseren Mitmenschen. Und wäre jemand Christ in diesem Sinne, wäre dagegen nichts einzuwenden.
Aber die christliche Religion, die Institution, die Traditionen und die Historie ist eine einzige Bankrotterklärung. Es ist eine Ideologie, die Menschen bis heute spaltet und zu Hass und Gewalt führt. Sie vermittelt ein völlig falsches Bild von dem Schöpfer und Erbauer des Universums und macht viele Menschen zu Atheisten. Die christliche Religion führt dazu, dass Menschen sich als Sprecher oder Kanal Gottes sehen, wie wir es von der katholischen Kirche bis hin zu vielen Freikirchen und Sekten sehen können. Die blutigste Religion der Welt ist nach Forschungen von Historikern das Christentum. Das Christentum ist gemessen an „seinen Früchten“, die man in jedem Geschichtsbuch über die letzten 2000 dokumentiert findet, wohl definitiv der Antichrist. Denn „Anti“ und gegen alles was Jesus sagte war niemand mehr wie diese Religion und ihre Ableger. Und das bis zum heutigen Tag. Nur weil man sich heute einen netten Anstrich verleiht, täuscht das kaum über die in Jahren ca. 17 mal längere Vergangenheit voller abscheulichster Gewalt hinweg.
„Satan ist der beste Freund, den die Kirche jemals gehabt hat, denn er hat sie all die ganzen Jahre über am Leben erhalten.“ (Zitat LaVey, 9. Grundsatz der Church of Satan)
Was sagte Jesus eigentlich über all diese Lügner, falsche Propheten, die sich als seine Sprecher, Vertreter oder gar Brüder ausgeben?
„Er aber sprach: Seht zu, lasst euch nicht verführen. Denn viele werden kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin’s, und: Die Zeit ist herbeigekommen. – Folgt ihnen nicht nach! “ (Lukas 21:8)
„Folgt ihnen nicht nach!“
Und das kann ich jedem empfehlen. Spirituell zu sein, Gott zu suchen, das zu tun was Jesus tat und ihm somit nachzufolgen ist der Königsweg des Lebens. Und das gilt es auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu machen. Das ist einer der Gründe, warum ich gerne ab und an Artikel wie diesen schreibe und zum Nachdenken anrege.
Mit anderen Menschen Gemeinschaft zu pflegen, die uns „Hausgenossen im Glauben“ sind (Galater 6:10) (also verwandt im Glauben, nicht etwa gleich) kann auch sehr schön sein. Aber hier gilt es auch aufzupassen, sobald eine Organisation oder Kirche ins Spiel kommt. Denn an der Stelle überschreiten wir die rote Linie, wo der Missbrauch und die Lügen anfangen. Wir werden nicht frei, sondern unfrei. Unterworfen unter Menschengebote, unnötige Regeln und Traditionen. Wir müssen Dogmen glauben, die weit über Jesu Worte hinaus gehen. Wir sind in der Falle.
J.W. Brown der 1960 verstarb, hat es einmal sehr gut erklärt. Es ist mit die überzeugendste Erklärung für das eigentliche Problem:
“Ob es sich um eine politische, religiöse oder soziale Organisation handelt spielt hier keine Rolle. Der entscheidende Punkt ist: Wenn die Idee als Organisation Gestalt angenommen hat, dann wird die Organisation die Idee, der sie ihr Dasein verdankt, langsam, aber sicher zunichte machen…(…) Handelt es sich um eine religiöse Organisation, wird ihre Botschaft als Glaubensbekenntnis Form annehmen. Über kurz oder lang besteht das Hauptinteresse als Kirche dann darin, sich selbst als Organisation am Leben zu erhalten. Zu diesem Zweck muss sie jedem Abweichen vom Glaubenbekenntnis mit Widerspruch begegnen; nötigenfalls muss sie es als Ketzerei zu Schweigen bringen. Was einmal als Bühne für eine neuere, höhere Wahrheit gedacht war, ist innerhalb von ein paar Dutzend oder auch einigen hundert Jahren zum Gefängnis für den menschlichen Geist geworden. Hat die Idee einmal die Organisation hervor gebracht, entwickelt diese ein Eigenleben, das keine Verbindung zur eigentlichen Idee mehr hat und ihr zu schaden beginnt. Was diesen Abweichungsprozess ablaufen lässt, so das die Organisation schliesslich das Gegenteil der ursprünglichen Idee repräsentiert, ist die menschliche Neigung, sich in Organisationsdenken zu verfangen, statt dem Geiste zu dienen … Die Organisation wird weniger zur Bühne für die Idee als vielmehr zu einem Kanal, mittels dessen man bestimmten Interessen zu dienen hat.”
An der Stelle an der es im Glauben und der Religion nicht mehr darum geht „dem Geiste zu dienen“, wird sie unspirituell und zu einem Machtinstrument von Menschen. Es geht nur noch um den Selbsterhalt der Organisation, Kirche, Gemeinde. Was mit einer grossen, geistigen und mächtigen Idee begann, endet in einer irdisch-menschlichen Tragik mit allen Folgen, die wir den Geschichtsbüchern entnehmen können.
Diesen Irrweg sollten wir niemals beschreiten. Und solange wir das nicht tun, wird unser Glaube oder unsere Religion (je nach Definition) unser Leben auch bereichern, dem Leben Tiefe verleihen, uns eine innere Ruhe und Gelassenheit geben, Dankbarkeit und seelische Gesundheit. Es ist ein Weg zu echtem Glück, in der kurzen Zeit in der wir hier sind.
Vielleicht ist das Jahresende 2021 eine gute Gelegenheit, um sich in Ruhe ein paar Gedanken mehr zu machen, als nur über Job, Geld, Karriere und den nächsten Urlaub.
Und wenn es das erste Mal in unserem Leben ist und wenn es nur wenige bewusste echte Minuten sind. Das kann unser Leben für immer verändern und ihm eine neue Bahn geben. Mehr Tiefe und Sinn. Und Glück.
Das Jahr 2021 werden die meisten Zeitungen und Magazine wohl ebenfalls als ein Jahr der Pandemie beschreiben, andere als Jahr der Wahl, angelehnt an die Bundestagswahl in Deutschland.
Es gibt verschiedene Arten dieses Jahr treffend zu beschreiben. Ich empfinde es als ein Jahr der Massenhysterie. Wir sollten uns als Menschen und als Gesellschaft wirklich einmal fragen, was uns eigentlich antreibt und warum diese Spaltungen und Gräben in der menschlichen Gesellschaft immer tiefer werden. Denn ja, es ist auch ein Jahr der Wahl gewesen. Wer beispielsweise die Wahl getroffen hat den Fernseher dieses Jahr auszulassen, hat mit Sicherheit ein besseres Leben erlebt. Das kommende Jahr wird auch eine Wahl sein.
Wir haben die Wahl welches Leben wir führen wollen. Wir haben die Wahl welchen Inhalt und Sinn wir unserem Leben geben möchten, welche Werte wir den uns Anvertrauten vermitteln wollen. Wir haben die Wahl, ob wir unsere Zeit hier einfach absitzen wollen wie jemand, der in der Todeszelle auf die Vollstreckung wartet. Wir haben auch die Wahl, ob wir uns von anderen aufhetzen lassen wollen um die Kriege von anderen zu kämpfen oder deren Konflikte auszutragen. Wir haben auch die Wahl, ob wir in ständiger Angst leben wollen oder ob wir positiv in die Zukunft blicken wollen.
Das Jahresende und insbesondere Weihnachten nennt man auch eine besinnliche Zeit. Und als solches ist sie – losgelöst von der kirchlichen Traditionsgeschichte und dem weltlichen Konsumfest auch etwas schönes. Man kann gemeinsam zusammen sitzen und innehalten mit denen die man liebt, mit der Familie und Freunden. Wenn man nachsinnt kann man dankbar sein für das, was man hat. Für das Leben, Gesundheit, genügend zu essen und zu trinken, ein warmes Zuhause in einer kalten Jahreszeit. Dankbarkeit ist eine Grundvoraussetzung für das Glücklichsein. Dankbar sein kann man auch dafür, dass man in einem Land mit Glaubens – und Religionsfreiheit lebt. Das ist etwas, was ich persönlich sehr schätze, denn es bedeutet dass ich einen Glauben wählen darf, meine Meinung aber auch aufgrund von persönlicher Suche und Nachsinnen ändern kann, ohne schlimme Konsequenzen befürchten zu müssen. Und letztlich bedeutet Freiheit auch Verantwortung. In dem Fall denke ich vor allem daran, Freiheit ungenutzt zu lassen und damit ihren Wert zu verschmähen.
Für das neue Jahr 2022 wünsche ich uns allen ein glückliches Händchen bei allem was wir tun. Dass wir mutig statt ängstlich sind, dass wir neue Erfahrungen machen, neue Menschen kennen lernen, andere Lebensweisen und anderes Denken. Dass wir unseren Horizont erweitern können und überrascht werden, dass wir eines Tages sagen, „das habe ich noch nie so gesehen“. Dass wir ausgetretene Wege verlassen und unsere Komfortzone hinter uns lassen. Das kurze Leben hier birgt noch viele Geheimnisse.
„Im Wesentlichen Einheit,
im Zweifelhaften Freiheit,
in allem Liebe.“
Augustinus Aurelius