„Together, We will make America strong again. We will make wealthy again. We will make America proud again. We will make America safe again. And yes, together, we will make America great again. Thank you. God bless you. And God bless America.“

Donald Trump

Fast wollte ich schon mein Jahr abschliessen, dann dachte ich aber doch, dass ich noch einen kleinen Ausblick auf 2025 teile. Wie ihr an meinen bisherigen Artikeln gesehen habt, bin ich bullish für die USA. Und mit dem FED Ausblick für 2025 werde ich das noch unterfüttern. Schauen wir es uns an.

Es wird allgemein erwartet, dass die US-Notenbank in dieser Woche eine Zinssenkung um 25 Basispunkte (bps) vornimmt und damit das Zielband für den Leitzins auf 4,25-4,50 % reduziert. Da die Maßnahmen der Fed zunehmend datengesteuert sind, werden die Anleger genau auf den Ton der Äußerungen des Vorsitzenden Powell nach der Sitzung und die aktualisierte Zusammenfassung der Wirtschaftsprojektionen (SEP) achten, insbesondere auf den „Dot Plot“, der Einblicke in den Zinspfad für 2025 und darüber hinaus bietet.

Shortcut🇺🇸: USA🔝, EU⬇️, EURUSD pari, S&P500 als Basisinvestment.

Zinssenkung

Die Fed Funds Futures zeigen eine 95%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte auf der Dezember-Sitzung an, nach einem ähnlichen Schritt im November. Dies könnte auf dem Hintergrund folgender Faktoren geschehen:

Abschwächung des Arbeitsmarktes: Die Arbeitslosenquote ist im November auf 4,2 % angestiegen, während die Erwerbsbeteiligung zurückging. Diese Abschwächung des Arbeitsmarktes könnte weitere Zinssenkungen rechtfertigen, um eine übermäßige Erschlaffung des Arbeitsmarktes zu verhindern.


Abschwächung der Shelter-Inflation**: Während sich die letzte Meile der Inflation als hartnäckig erwiesen hat, gab es in der letzten Aktualisierung eine gewisse Erleichterung bei der Inflation im Wohnungswesen. Die Kosten für Unterkünfte, ein Haupttreiber der Inflation, haben begonnen, sich zu entspannen, da neue Mietverträge neu verhandelt werden. Da die Kosten für Unterkünfte eine hartnäckige Komponente der Inflation sind, spricht jede Entlastung in diesem Bereich für Zinssenkungen.


Obwohl die Zinssenkung fast vollständig eingepreist ist, wird der Markt auf Signale für eine „hawkish cut“ achten. Das bedeutet, dass die Fed zwar ihre Politik lockert, aber Vorsicht hinsichtlich des Tempos künftiger Zinssenkungen signalisieren könnte, entweder durch das aktualisierte Dotplot des Ausschusses oder durch die Pressekonferenz des Vorsitzenden Powell.

**Was ist die „Shelter Inflation“? Der Verbraucherpreisindex berücksichtigt die Inflation von Wohnimmobilien auf eine interessante Weise. Anstatt die absoluten Preissteigerungen des Medianpreises für Wohneigentum im ganzen Land zu messen, wird ein Maß mit der Bezeichnung „Eigentümeräquivalentmiete“ verwendet. Auf der Grundlage dieses Modells, das das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Wohnraum misst, gehen wir davon aus, dass die Inflation für Unterkünfte/Wohnen in den USA in den nächsten Monaten weiter zurückgehen wird.

2025: Wird die Fed eine Pause einlegen?

Es mehren sich die Gerüchte, dass die Fed im Januar 2025 möglicherweise auf eine Zinssenkung verzichtet und damit eine mögliche Pause im Lockerungszyklus signalisiert. Warum könnte dies geschehen?

Anhaltende Inflation: Während die geschützte Inflation nachlässt, bleiben andere Komponenten der Inflation hartnäckig, was es der Fed erschwert, ein aggressives Tempo der Zinssenkungen zu rechtfertigen.


Widerstandsfähige Wirtschaft: Die jüngsten Wirtschaftsdaten haben eine überraschende Widerstandsfähigkeit gezeigt, was die Fed dazu veranlassen könnte, bei weiteren Zinssenkungen einen maßvolleren Ansatz zu verfolgen.

Trump-Flationsrisiken: Da sich die neue Trump-Regierung nach ihrem Amtsantritt am 20. Januar wahrscheinlich schon bald auf Handelszölle konzentrieren wird, besteht das Risiko, dass dies Aufwärtsrisiken für die Inflation mit sich bringt, was die Fed bei künftigen Zinssenkungen vorsichtiger machen könnte.

Quelle: Bloomberg

Das Punktdiagramm, das die Zinserwartungen der einzelnen FOMC-Mitglieder widerspiegelt, wird für die Marktstimmung von entscheidender Bedeutung sein, da es einen Einblick in die Denkweise der Fed-Mitglieder gibt. Die Punkte für 2025, 2026 und 2027 werden Aufschluss darüber geben, wie aggressiv die Fed die Zinssätze zu senken gedenkt.

Ausblick 2025: Das vorherige Dot-Plot deutete auf vier Zinssenkungen (100 Basispunkte) für 2025 hin, aber dies könnte auf nur drei oder sogar zwei Senkungen revidiert werden, da die Inflationsrisiken weiterhin hoch sind. Der Konsens geht davon aus, dass sich der Punktwert für 2025 von 3,375 % auf 3,625 % verschiebt, was auf eine Grundeinstellung von drei Zinssenkungen im nächsten Jahr hindeutet. Sollte sich der Dot für 2025 auf 3,875 % bewegen und damit nur zwei Zinssenkungen im nächsten Jahr signalisieren, wäre dies für den Markt eine beträchtliche kämpferische Überraschung.
Längerfristige Zinssätze: Die Projektionen für 2026 könnten sich ebenfalls auf zwei Zinssenkungen verschieben, was einen langsameren Normalisierungspfad widerspiegelt. Der Konsens geht davon aus, dass der Zinssatz Ende 2026 bei 3,125 % liegen wird, während der Dot Plot im September noch von 2,875 % ausgegangen war.
Endgültiger Zinssatz: Der „langfristige“ neutrale Zinssatz könnte ebenfalls von 2,875 % im September auf 3 % ansteigen, was ein strukturell höheres Zinsumfeld widerspiegelt.
Aktualisierte Wirtschaftsprognosen: Der SEP dürfte revidiert werden, um für 2024 eine höhere PCE-Kerninflation als im September (2,6 %), eine niedrigere Arbeitslosigkeit als im September (4,4 %) und ein stärkeres BIP-Wachstum für 2024 zu prognostizieren.

Quelle: Federal Reserve (Sept 2024 meeting)

Auswirkungen auf den Markt

Aktienmarktreaktion: Die Märkte haben die Zinssenkung um 25 Basispunkte bereits eingepreist, doch wenn die Fed für 2025 weniger Zinssenkungen ankündigt, könnten Risikoaktiva wie Aktien erneut unter Volatilität leiden. Ein restriktiver Ton könnte die Aktienbewertungen unter Druck setzen, insbesondere bei Wachstumswerten, die empfindlicher auf höhere Zinsen reagieren. Auch andere zinsempfindliche Sektoren wie Wohnungsbauunternehmen und Small Caps könnten mit Gegenwind rechnen. Die Anleger könnten eine Umschichtung in defensive Sektoren wie Versorger und Basiskonsumgüter in Erwägung ziehen, wenn die Fed ein langsameres Tempo der Zinssenkungen signalisiert. Ich bin für das Jahr 2025 absolut bullish für US-Werte und insbesondere hier den S&P 500. Damit deckt man sowieso die „Welt“ ab.


Festverzinsliche Positionierung: Wenn das Dot-Plot auf eine höhere Endrate oder weniger Zinssenkungen im Jahr 2025 hindeutet, könnte sich die Renditekurve abflachen, wobei die kurzfristigen Renditen im Verhältnis zu den längerfristigen Renditen steigen. Dies könnte Anleihen mit kurzer Laufzeit einem Abwärtsrisiko aussetzen, wenn die Renditen steigen. Ich denke das interessiert die Leserinnen und Leser hier weniger, aber der Vollständigkeit wegen erwähne ich es.


FX-Strategie: Eine restriktive Zinssenkung könnte den USD stützen und die Nachfrage nach dem Dollar ankurbeln. Zwar besteht aufgrund der Saisonalität zum Jahresende und der angespannten Positionierung das Potenzial für einen kurzfristigen Rückschlag im USD, doch könnte jeder Rückgang als Kaufgelegenheit betrachtet werden. Die potenziell Dollar-freundliche Politik der Trump-Administration, wie z.B. verstärkte Zollgespräche, könnte den USD im Jahr 2025 unterstützen. In der Zwischenzeit besteht für den japanischen Yen ein Abwärtsrisiko, wenn die 10-jährigen US-Renditen ansteigen, und die drohenden Zölle könnten den chinesischen Yuan, den Euro und den australischen Dollar auf dem Weg ins Jahr 2025 belasten. Auswirkungen auf unseren wöchentlichen Handel hat dies nicht. Aber ich gehe für 2025 davon aus, dass wir im EURUSD die Parität erreichen und darüber werde ich dann berichten.

Abschliessende Worte

Für den Euro bin ich langfristig negativ eingestellt und für mich sozusagen „short“. US-Aktien gehen immer und Brot und Butter bei den Aktien ist einfach der S&P 500. Etwas anderes braucht man nicht.

Vielleicht denkt jemand, warum schreibe ich das obwohl ich in Russland lebe und meine Kultur muslimisch (tatarisch) ist. Der Grund ist, dass ich keine Ideologin bin, was übrigens viele hier nicht sind. Dieses scheint eher in Deutschland mehr und mehr üblich zu sein. Ich kann rationale und sachliche Entscheidungen treffen und das ist mein Job. Ich liebe mein Russland, aber es macht keinen Sinn hier in den Aktienmarkt zu investieren. Und ich liebe meine Religion (Islam, falls noch nicht bekannt), aber Amerika ist als nichtmuslimisches Land eben die Wirtschaftsmacht Nr. 1 und wird es wegen dem Kapitalmarkt auch bleiben, selbst wenn China mehr Waren produziert (der Kapitalmarkt ist aber im Vergleich zu den USA unterentwickelt). Ich orientiere mich nicht ideologisch, sondern an den Fakten. Wenn ihr 2025 etwas zu meiner Meinung lesen wollt, dann freut euch hier auf den Blog oder schaut bei mir in der Community vorbei.

Diesen Donnerstag kommt die Zinsentscheidung für die USA. Danach geht es in den Urlaub. Das ist also die letzten Handelswoche. Jetzt aber wirklich: Ich wünsche allen schöne Feiertage und Erholung. Man liest sich 2025!

Мно́го бу́дешь знать, ско́ро соста́ришься

Sinngemäß: Wenn du zu viel weisst, wirst du schnell alt. Russisches Sprichwort.

Aliya

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