Und Er fand dich irrend (suchend) und leitete (dich) recht

Quran 93:7

Unser Leben ist eine einzige Ungewissheit und endet mit dem Tod. Und doch ist dieses Leben lebenswert und beinhaltet viele schöne und besondere Momente, an die wir uns gerne zurück erinnern. Gerade in schwierigeren Zeiten lebt der Mensch in seinen Erinnerungen. Das ist etwas, was man vor allem von älteren Menschen oft hört. Selbst wenn sie gebrechlich sind, ihre Lebenszeit sichtbar abläuft und sie kaum noch etwas tun können, wird ihr verbleibender Lebenswillen weiter von ihren Erinnerungen genährt. Diese Erinnerungen bestehen ganz wesentlich auch aus erfahrenen und erlebten Gefühlen. Man wurde geliebt, hat andere Menschen geliebt, schöne Erlebnisse gehabt und tiefe Gespräche geführt. Erinnerung ist bekanntlich zwar einerseits subjektiv, aber sie ist unsere Realität und die stimmt. Niemand kann sie uns nehmen, außer wir selbst. Wir selbst entscheiden, ob es wahr ist oder nicht und auch wenn das banal klingt, so ist es das nicht. Denn wenn für uns eine Erinnerung wahr ist, hat das die Kraft uns anzutreiben und im Fall von älteren Menschen kann das sogar die Quelle ihres Lebenswillens sein. Das ist einer der vielen Aspekte, den man wie Eugene Wigner (Nobelpreis 1963) so ausdrücken kann: „Bewusstsein erzeugt Realität!“

Aus Sicht von uns Menschen ist Wahrheit das, was wir für Wahrheit halten. Aus Sicht eines gläubigen Menschen gibt es aber auch eine ultimative übergeordnete Wahrheit und kein religiöses Buch drückt das so eindeutig aus wie der Quran, nicht einmal die Bibel: Gott ist die Wahrheit (Quran 22:6, 63; 31:30). Das macht auch aus einer säkularen Sicht Sinn, wenn man ganz klar einmal darüber nachdenkt. Wenn es einen Urheber der physischen Welt gibt, der alles inklusive der Naturgesetze ins Dasein gebracht hat, dann ist er auch der ultimative Maßstab von Gut und Böse, richtig und falsch bzw. er hat das Recht und die Macht das festzulegen. Und das was vereinfacht gesagt jeder weiss ist, dass von nichts eben nichts kommt… denken wir das einfach zu Ende. Unendliche Macht, ein zielgerichteter Wille, eine in der physischen Welt erkennbare Eigenschaft, die wir als Liebe erkennen, Ordnung statt Chaos in hochkomplexen Systemen – das sind Belege, die der Quran als Zeichen (Ayat) Gottes beschreibt und die den bekannten Paulus von Tarsus zu der Aussage brachte, dass wir „unentschuldbar angesichts der gemachten Dinge sind.“ (Römer 1:20) Eine Aussage, in der ich Paulus nicht nur zustimme, sondern die auch in ganzer Konsequenz vom Quran bestätigt wird. Ob wir es wollen oder nicht, wir tragen die Konsequenzen für unser Denken in dem Sinne, dass wenn unsere Wahrheit im Leben ist, die einzig wirkliche Wahrheit abzulehnen, es kein Happy End für uns geben wird. Wir sind unentschuldbar und der Unglaube in Bezug auf Gott ist ein finales Urteil, wie der Quran ganz deutlich sagt. Wir müssen in Nichts perfekt sein und ein Großteil von religiösen Regeln heute kann man durchaus auch hinterfragen und sollte sie in Ruhe reflektieren, keine Frage. Aber für den bewussten Unglauben gibt es keine Entschuldigung. Der Glaube (Iman) und einige sehr wenige Dinge, die uns helfen, gelten als gesetzt, wie beispielsweise das Gebet, was eine Folge unserer Glaubensrealität ist. Wer glaubt das Gott IST und ihn SUCHT, der wird zu ihm beten und ihn rufen. Und er wird darauf vertrauen, dass er erhört wird. Gott ist der Hörer des Gebets (Psalm 65:3, Jakobus 1:5, Quran 40:60, 2:152).

Es ist der Quran als finale und letzte Offenbarung, die diese Tiefe und Besonderheit im Verhältnis zwischen Gott und uns mit einem Vers (Aya) voller Tiefe und Wärme ausdrückt, in der Gott selbst direkt zu jedem einzelnen der es liest sagt: „Erinnere dich an mich und ich werde mich an dich erinnern“ (al-Baqara (2):152).

Die Erinnerung, in der arabischen Sprache ein Synonym für (Ge)denken, macht den entscheidenden Unterschied. Unsere Wahrheit ist unser Denken, unser Bewusstsein. Unsere subjektive Wahrheit kann also durchaus falsch sein, die ultimative Wahrheit, also Gott, ist es aber nicht. Aus diesem Grund soll „unsere Wahrheit“ mit der faktischen Wahrheit überein stimmen. Wenn unsere Gedanken bei Gott sind, dann wird „unsere Wahrheit“ zu realen Wahrheit. Und das ist der Schlüssel zum Leben und zwar nicht zu dieser Welt, die von Bibel und Quran sowieso nur als „Matrix“ beschrieben wird, also (1) nicht echt ist, (2) ein Trug ist, ein Schauspiel (3) und (4) eine Prüfung ist. Sondern es geht um das echte Leben nach diesem, ein Leben, welches dann erst beginnt, wenn wir in die Freude unseres Herrn eingehen. Vereinfacht und für Menschen jeder Epoche im Quran als Paradies beschrieben. Ein ewiges Leben in Frieden, ohne Krankheit und Alter, in der Gott bei uns sein wird, wie der Quran es sagt. Und das ist tatsächlich ein Moment, wo mir die Tränen während des Schreibens auf die Tastatur fallen und ich immer daran denken muss, was die Bibel darüber schreibt wer Gott für uns dann sein wird indem sie sagt: „Gott wird alles in allem sein“. Andere Übersetzungen sagen, „Gott wird allen alles sein (1. Korinther 15:28). Schon heute sollte uns Gott genug sein, so sagt es der Quran. Hasbunallahu wa ni’mal Wakil. Dieser Satz aus Sure Al-Imran (3):173 zeigt völliges Gottvertrauen (arab. Tawakkul) angesichts von „whatever“. Was immer auch kommen mag, egal wie groß unser Schmerz, unser Leid und die Trauer und die Verluste in dieser satanischen Welt, wir brauchen völliges Vertrauen in Gott und er wird unser Belohner sein, wenn wir glauben und ihn alleine anbeten. Nichts kann uns von ihm trennen. Zu allen Zeiten haben Menschen das bewiesen, denen man alles genommen hat, weil sie für die Wahrheit einstanden, wie die ersten Christen in den Arenen Roms oder die Muslime der ersten Generation. Man entrechtete und verfolgte sie, man folterte und verbrannte sie bei lebendigem Leib. Es waren Menschen, die vielleicht nicht dem Label nach Muslime wie heute waren, sondern auch Zoroaster, Juden und Christen der alten Kirchen. Und später dann Muslime. Aber hier geht es nicht um das Label, hier geht es um das Gottesbewusstsein, so wie es einst von Mose hiess, der handelte, als „sähe er den Unsichtbaren“ (Hebräer 11:27). Ein Muslim ist ein Mensch, der sich unter Gottes Willen vollständig unterwirft, so wie es auch Jesus tat. Es muss uns klar sein, dass es nicht um Label und Identität dabei geht, sondern um SEIN. Ist das unser SEIN? Viele Menschen orientieren sich viel zu sehr an Oberflächlichkeiten und verlieren sich darin. Vielleicht lesen diese Menschen auch die Bibel und den Quran, aber sehen dieses große Ganze nicht und machen Nebensächlichkeiten zur Hauptsache, was zu keinem sinnvollen Ergebnis führt. Wer unvoreingenommen liest, über Gott nachdenkt und ihn sucht, der wird ihn in seinem Leben finden. In diesem Artikel werden wir uns ein Kapital aus der Bibel anschauen, welches wir in dem Bibelbuch Hebräer finden. Es ist das Kapitel 11, was die Propheten und gottergebenen Menschen der alttestamentarischen Vergangenheit beschreibt und alles beinhaltet, was wir wissen müssen. Und wenn wir das verstanden haben, dann wird es uns InsahAllah – so Gott will -Erleichterung, Trost und Vertrauen schenken alles zu ertragen, was in diesem kurzen Leben noch kommen mag.

Der Glaube (Iman) ist kein Besitz aller Menschen. Ich wünschte mir manchmal, dass Menschen, die ich liebe, noch „wach werden“, statt immer tiefer in den Nebel der Gottesferne zu fallen, aber auch Menschen, die ich nicht kenne und die diesen Artikel lesen, zu Gott finden. Denn die verbleibende Lebenszeit ist bei jedem von uns begrenzt. Und bei einer Sache gibt es wohl keine Zweifel, auch wenn man den Quran ablehnt: „Kullu nafsin dhā’iqatu l-mawt“ – jede Seele wird den Tod schmecken (Sure 3:185, 21:35, 29:57). Die Prioritäten und Gesetze dieser Welt sind ungefähr so wichtig im Leben danach, wie die Gesetze für Schach, außerhalb des Schachbretts sind.

Wir wissen nicht, wie lange die verbleibende Zeit für uns auf dieser Welt noch ist. Schon heute Nacht können wir sterben. Wir können beim Lesen dieses Artikel tot vom Stuhl fallen. Oder morgen auf dem Weg zur Arbeit überfahren werden. Und dann wird es eine Rolle spielen, was wir geglaubt haben und wen wir angebetet haben, oder ob wir nur für uns selbst gelebt haben. Es wird eine Rolle spielen, was unsere Wahrheit und unsere Realität war. “ (…) bis die Stunde unerwartet über sie hereinbricht oder die Strafe eines unheilvollen Tages über sie kommt.“ Qur’an 22:54

Du bist neu hier uns fragst Dich, wieso jemand im Jahr 2026 noch Blogartikel schreibt und dann auch noch über Religion und Islam? Mein Name ist Martin von Blackwater.live und ich möchte das Geschenk meines Schöpfers mit Menschen teilen, die Gott suchen und finden wollen. Menschen, die über den Tellerrand (die Matrix) hinaus blicken und „wach“ werden. Weitere Quellen zu diesem Artikel und eine persönliche Buchempfehlung findest Du im offenen Forum hier: https://blackwater.live/forum/diskussion/vom-sichtbaren-und-unsichtbaren/

Das Bild zeigt das Grab von Rahel in Bethlehem, Palästina, aufgenommen im Jahr 1890. Es zeigt ein historisches Gebäude mit einer Kuppel und umgebender Landschaft.
Zu wem betete Jesus eigentlich? Das ist eine der Kernfragen, die sich jeder stellen sollte. “Gott” in Ostaramäisch, Jesu Sprache, heisst Alahi/Alaha. Wer aufrichtig forscht und sucht merkt, dass man mit historisch gewachsenen Dogmen nicht weiter kommt. Die Wahrheit findet man so nicht. Selbstverständlich kann jeder glauben was sie oder er will, aber das ist dann eben ein anderes Thema. Niemand muss überzeugt werden, jeder hat vor Gott selbst die Verantwortung das zu tun. Bildquelle: Antique Palestine Photograph: Rael’s Grab, Bethlehem, Palestina, 1893.

Glauben, Aman, Emunah, Iman

Das aramäische Wort für „glauben“ bzw. „fest/zuverlässig sein“ geht auf die Wurzel 
„aman“ zurück, die eng mit dem hebräischen emuna (Vertrauen) verbunden ist. Es bedeutet im Kern, Halt und Vertrauen in Gott zu finden. Auch der Begriff „Amen“ entstammt diesem sprachlichen Umfeld, das die Grundlage für Glaubensüberzeugungen bildet.

Glauben auf Hebräisch wird primär mit  לְהַאֲמִין (leha’amin) übersetzt, was auf die Wurzel אמן (A-M-N) zurückgeht und oft Vertrauen, Standfestigkeit oder Treue impliziert. Eine tiefere, biblische Form des Glaubens ist אֱמוּנָה (Emunah), was eher mit «Vertrauen» oder «Treue» als nur für wahr halten übersetzt wird. Ein weiterer Begriff ist בִּטָּחוֹן (Bitachon), der Zuversicht und Sicherheit ausdrückt. Der Begriff „glauben“ wird im Arabischen je nach Kontext unterschiedlich übersetzt. Am häufigsten verwendet man آمن (āmana) im religiösen Sinne für „glauben an“ (oft mit der Präposition بـ / bi-) und صدق (ṣaddaqa) für „jemandem/etwas glauben“ (für wahr halten). Das zugehörige Substantiv „Glaube“ ist إيمان (Īmān).

Wie ich anderweitig schon schrieb hat es einen Grund, dass göttliche Schriftzeugnisse in den semitischen Sprachen aramäisch, hebräisch und arabisch überliefert wurden und nicht etwa in anderen Sprachen. Denn so konnten genaue Wortbilder erhalten bleiben und die vielen Feinheiten, die die semitischen Sprachen haben und vermitteln können. Wir haben stets eine Wortwurzel und daraus dann eine Vielfalt von sehr exakten Ausdrucksweisen. Was wir aus dem Begriff des Glaubens nach allen drei semitischen Sprachen mitnehmen können ist: Vertrauen, Treue, Sicherheit und Zuversicht. Uns so heisst es in Hebräer 11:1: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.“ (Schlachter 2000 Studienbibel).

Unser Glaube ist also, sofern wir ihn haben, nicht irgendeine Sentimentalität oder Naivität wie manche Menschen meinen. Wenn Gott IST und seine Versprechen an uns Menschen gültig sind, wenn es also wirklich wahr ist, dann ist unser Glaube der Schlüssel zum Tor des Paradieses. Und zwar mehr als alles andere. Handlungsweisen, die sich aus unserem Glauben ableiten wie das Gebet an Gott sind einfach nur eine Konsequenz, die aber für sich genommen wertlos ist, wenn wir keinen Glauben haben. Vor allem der Quran zeigt völlig unmissverständlich, dass jegliche Handlungen ohne die richtige Absicht und Aufrichtigkeit völlig wertlos sind. Erst muss man glauben, dann handeln. Aber „retten“ tut alleine die Barmherzigkeit Gottes, WENN wir Glauben haben. Und da der Glauben an Gott eine tiefe Demut erfordert, ist das auch ein guter Separator zwischen Menschen, die stolz und hochmütig sind und denen, die demütig und nachdenklich sind. Sure Luqman 31:18: „(…)Wahrlich, Gott liebt keinen von denen, die stolzierend herumgehen und sehr prahlen“. „Den Stolzen widersteht Gott, aber den Demütigen gibt er Gnade“ (Jakobus 4,6 / 1. Petrus 5,5).

Gott ist barmherzig und voller Gnade, aber nicht gegenüber stolzen und hochmütigen Menschen. Gott anzubeten erfordert Glauben und Glauben ist kein „free lunch“. Es gibt einen guten Grund, dass man dafür auch „Skin in the Game“ braucht, ein Opfer bringen muss. Dieses Opfer ist aber nicht das, was in vielen Sekten und Religionen letztlich missbraucht wird um Geld zu machen, es ist nicht das Goldene Kalb des Menschenkults oder das Dienen für menschliche Organisationen. Das Opfer, das wir bringen müssen ist das, was in biblischen Texten und dem Quran seit nunmehr Jahrtausenden beschrieben wird: Gott an die erste Stelle in unser Leben zu stellen, ihn mit ganzem Herzen zu lieben und uns ihm zu unterwerfen. Nur Gott alleine hat das Recht angebetet zu werden. Das ist im Übrigen das grösste Gebot der 10 Gebote und genau das, was Jesus Christus bestätigte. Das ist meistens auch die Stelle, an Jesus-Worshipper dann aussteigen und sagen, die Texte wären nun doch nicht so wichtig. Aber genau das sind sie. Das macht den Unterschied zwischen jemand der Gott anbetet und jemandem, der lieber ein „Goldenes Kalb“ verehrt. Wer Jesus liebt, was gut, schön und richtig ist, der sollte doch erst recht tun, was Jesus als das Wichtigste im Leben proklamierte.

In Hebräer 11:2 heisst es weiter: „Durch diesen (den Glauben) haben die Alten ein gutes Zeugnis erhalten“

Wenn wir uns die danach folgende Aufzählung von Glaubensmenschen ansehen, dann sehen wir, dass es vorher keine gab. Das heisst, es gab kein Vorbild für die Erstgenannten. Das Zeugnis war also nur ihr Glaube, erst Menschen danach konnten andere zum Vorbild haben. Wir heute können uns die Propheten anschauen und daraus lernen, aber es gab auch Menschen, die nur Glauben hatten und denen das genügte. Sie trafen einfach die richtigen Schlussfolgerungen: Was mache ich hier? Wie kam diese Welt ins dasein? Wieso steckt so viel Liebe, Schönheit, Macht und sogar Humor in der physischen Schöpfung? Von nichts kann nichts kommen, also muss es einen Urheber von all dem geben und offenbar hat dieser auch gewisse „Eigenschaften“. Wie finde ich ihn? Wird er hören, wenn ich einfach anfange zu „rufen“, meine Gedanken an ihn ausschütte? Der Glauben an den lebendigen Gott in späteren Zeiten war nichts Naives, sondern baute auf den Erfahrungen und Gedanken von Menschen auf, die mit Gott wandelten. Und davon handelt Hebräer 11. In Vers 3 heisst es dann weiter: „Durch Glauben verstehen wir, dass die Welten durch Gottes Wort bereitet worden sind, sodass die Dinge, die man sieht, nicht aus Sichtbarem entstanden sind.“

Das erinnert aufmerksame Bibel- und Quranleser sicher an die Aussagen, dass Gott spricht und es wird, wie es u.a. in der Genesis heisst. Daran, dass die sichtbare Welt durch das Unsichtbare erschaffen wurde. Und in dieser Welt erinnert es uns wieder an Eugene Wigner: „Bewusstsein erzeugt Realität!“ Ist Gott unsere Realität? Das liegt ausschliesslich an uns, solange wir in dieser „Matrix“ leben. Aber ob wir das wollen oder nicht, Gott wird nach dem Tod für alle zu einer Realität werden. Ob das etwas ist, worauf wir uns freuen oder was eher weniger angenehm wird, das liegt in unserer Hand.

Das Unsichtbare wird heute durch unseren Glauben sichtbar. Unser Glaube erzeugt die Realität und die stimmt. Diese Realität ist viel größer als die Sichtbare Schöpfung. Manchmal sind Menschen beeindruckt, wenn sie Macht in der Schöpfung sehen, oder Größe durch das Universum mit seinen Milliarden von Lichtjahren Durchmesser. Menschen sind beeindruckt, wenn sie nur ansatzweise von der Raum-Zeit Krümmung und schwarzen Löchern hören, dass es durch die Lichtgeschwindigkeit möglich ist, von einem weit entfernten Planeten auf die Erde zu schauen und Dinge zu sehen, die in der Vergangenheit passieren, obwohl es der gleiche Moment ist. Mein Vater ist ein Doktor der Physik und ich konnte als Jugendlicher nur erstaunt sein, wenn er davon erzählte. Das meiste begreife ich bis heute nicht. Aber es ist real und unbestritten von den größten Wissenschaftlern dieser Welt. Und dann wird mir klar, das ist alles NICHTS im Vergleich zur der geistigen Dimension außerhalb von Raum und Zeit. Und wieder sitze ich nur da und voller Dankbarkeit laufen die Tränen mir die Wange runter. Was mache ich mir eigentlich für Sorgen? Vor was sollte ich Angst haben? Was ist denn bitte wichtiger als Gott? Wer kann mehr Tiefe, Schönheit und Liebe geben, ein besseres Zuhause sein? Jeder Gedanke an ihn wird von ihm erhört und das mit Wohlwollen und Freude wie uns schon das Alte Testament der Bibel zeigt. Und Jesus sagte, dass es sogar Freude „in den Himmeln“ gibt über jeden, der bereut und zu Gott umkehrt. Die Vorstellung, dass die Umkehr einer kleinen Seele auf der Erde Freude im Himmel auslöst ist atemberaubend. Ja, Bewusstsein erzeugt Realität.

In Hebräer 11 können wir lesen, mit welchen Menschen wir diese Gewissheit teilen und wie sie diese Welt gesehen haben. Das ganze Kapitel habe ich HIER in der Quelle angeführt. Und es lohnt sich, das am Stück zu lesen und nochmal darüber nachzudenken.

Sternenhimmel mit der Milchstraße und einem silhouettierten Baum im Vordergrund.
„… wie die Gesetze für Schach, außerhalb des Schachbretts sind.“ „Der Narr spricht in seinem Herzen: „Es gibt keinen Gott!““ Psalm 53:2

Vom Sichtbaren und Unsichtbaren

„Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer zu Gott kommt, muss glauben, dass er ist und dass er die belohnen wird, welche ihn suchen.“ Hebräer 11:6

Der Schlüsseltext zum Verständnis was den Zugang zu Gott angeht ist tatsächlich Hebräer 11:6. Der Glauben (Iman) ist der Zugang zu Gott, unsere Verbindung zu ihm. Der Ort an dem wir beten, kann zum Zugangsportal zur geistigen Welt werden, wenn wir in Demut und Aufrichtigkeit vor Gott kommen. Damit wird auch klar, dass Beten ohne diesen Zustand sinnlos ist und eben nicht alle Menschen diesen Zugang haben. Hast Du den Ort, an dem Du betest schon einmal so gesehen? Oft benutzen wir biblische oder quranische Begriffe, aber ein moderner Terminus für das Gebet im Islam ist ja „Kontaktgebet“. Wir stellen Kontakt zu Gott her und ein Fleckchen in unserer Wohnung wird zum Portal. Wenn wir die Augen schliessen und voll im Gebet vertieft sind, dann verändert das uns. Es ist nicht nur eine Jogaübung. Ich schrieb schon damals von einem Gebet im Oman, wo ich das in einer unbeschreiblichen Weise erlebt habe. Den Artikel „Minuten eines Lebens“ könnt ihr gerne lesen. Ähnliches habe ich in Jerusalem 2020 erlebt, damals noch an der Klagemauer. Natürlich ist das nicht bei jedem Gebet im Alltag so ergreifend. Aber ich denke oft daran zurück und diese Erlebnisse haben meinen Glauben und mein Vertrauen gestärkt. Gott ist real, die Verbindung zu ihm real spürbar. Genauso wie sie schwächer wird, wenn ich das Gebet längere Zeit auslasse, was ich auch schon getan habe. Das Gebet ist letztlich für uns Menschen gemacht. Auch wenn wir Gott anbeten, so sind wir es, die Erleichterung und Vergebung erfahren. Überlegen wir einmal: Selbst in dem Einzigen, was wir Gott geben können, unserem aufrichtigen Gebet, schenkt er uns Liebe und Vergebung dafür zurück. So ist unser Schöpfer. Wie kann es da nur Zweifel an seiner Liebe zu uns geben? Manchmal bin ich so niedergedrückt und beladen, dass ich gar nicht weiss wo ich anfangen soll mein Herz auszuschütten. Und all das wird mir abgenommen, dabei wollte ich ihm doch danke sagen und Anbetung darbringen. Dass das ultimativ größte und mächtigste Geistwesen, das diese ganze Welt in einem Bruchteil eines Wimperschlags gemacht hat so viel Barmherzigkeit und Liebe schenkt und das trotz meiner Fehler, ist für mich eine ganz andere Dimension von Größe und Liebe.

Und dann sagt Gott, „ich bin ein Belohner denen, die mich suchen.“ Wir müssen und können ohnehin nichts tun und uns nichts verdienen, was machmal in gelebter religiöser Tradition nicht ganz klar rüber kommt, obwohl der Quran ganz klar ist. Gott hat uns mit freiem Willen erschaffen und wir haben die Wahl, ob wir ihn „suchen“ oder nicht. Wir haben die Wahl, in welcher Realität wir leben. Wir haben die Wahl, das Unsichtbare zu sehen oder es zu ignorieren. Aus diesem Grund heisst es im Quran auch, dass bei den meisten Menschen es nicht die Augen sind, die blind sind. Sondern es ist ihr Herz. Natürlich ist es nicht unser buchstäbliches Herz, sondern das, was uns innerlich ausmacht. Wir können Gott nicht sehen, aber wir können ihn spüren und fühlen. Diese innere Gewissheit ist in jedem Menschen veranlagt (Was ist die Fitra? HIER), sie kann aber durch Sozialisierung und eigenes Handeln vernebelt werden und so wächst die Trennung, bis wir nichts mehr spüren. Gott ist für uns „tot“ und damit sind wir es auch für ihn. Diese Wechselseitigkeit muss verstanden werden. Das ist, was in Sura Al-Baqarah 152 zum Ausdruck kommt. Wir müssen uns an Gott „erinnern“, ihm gedenken. Dann ist er auch bei uns.

8 Durch Glauben gehorchte Abraham, als er berufen wurde, nach dem Ort auszuziehen, den er als Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er kommen werde. 9 Durch Glauben hielt er sich in dem Land der Verheißung auf wie in einem fremden, und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung; 10 denn er wartete auf die Stadt, welche die Grundfesten hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. (Hebräer 11:8-10)

Ab Vers 8 vom Hebräerbrief kommt ein neuer Aspekt in den Text ein: Die Ungewissheit und das Fremdlingstum in dieser Welt. Abraham, der Vater aller Glaubenden, verlies eine für ihn bequeme Welt, die Stadt Ur, und zog aus und durchstreifte die Wüsten des Nahen Ostens, fortan lebend in Zelten. Er wartete auf „die Stadt“, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. Im Quran ist recht eindrucksvoll beschrieben, wie Abraham zu Gott fand und welche Überlegungen er anstellte. Die Menschen damals beteten die Schöpfung an, inklusive Mond und Sterne. Abraham aber wollte den anbeten, der all das gemacht hatte. Und in ihm wuchs die Gewissheit, dass diese Welt nur ein Vorgeschmack auf das ist, was kommen würde. Das echte Leben. Abraham setzte sein Vertrauen in Gott und wartete auf ein echtes „Zuhause“ und das gab ihm die Kraft wie ein Fremdling in Zelten zu leben. Gott prüfte Abrahams Glauben bekanntlich, wie wir aus der Bibel und dem Quran wissen. Diese Prüfung bestand Abraham, er wäre bereit gewesen seinen Sohn zu opfern und zeigte damit, was in seinem Leben das Wichtigste ist: Gott allein. Die Antwort Gottes über einen Engel übermittelt im Alten Testament der Bibel ist bemerkenswert: „Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest; du hast mir deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten.“ (Ganzer Bericht: Genesis 22)

Diese Prüfung Abrahams müssen wir heute nicht direkt erleben. Gott prüft ohnehin niemand über das hinaus, was ertragbar ist (Quran 23:62). Aber wir können aus der überlieferten Geschichte Abrahams lernen. Das erste und wichtigste Gebot ist laut der Genesis und Jesu Worten Gott an die erste Stelle in unserem Leben zu setzen. VOR allem anderen. Selbst vor Menschen, die wir lieben. Alles was wir lieben, werden wir in diesem Leben sowieso eines Tages verlieren, das sollte jedem bewusst sein. Wir haben nur Gott. Das ist das Einzige, was wir nicht verlieren können, nicht verlieren dürfen! Wenn uns das klar ist, dann werden wir alles durchstehen und unsere Liebsten im Paradies wieder sehen. Unsere Prüfung ist, dass wir auch diese dunklen Tage des Verlustes ertragen in dem Wissen, dass das alles irgendwann hinter uns liegen wird, wie wenn es nie geschehen wäre. Egal wie gross der Verlust sein wird, am Ende wird das alles keine Rolle mehr spielen. Man muss das bewusst durchdacht haben. Diese Welt ist nicht echt und eine Prüfung. Unser Bewusstsein entscheidet darüber, wie echt dieses Leben ist oder ob die unsichtbare Verheissung Gottes die Realität ist. Ich habe viele Jahre darüber nachgedacht und sage heute, das ist eine klare Conclusio aus Bibel und Quran.

Die entscheidendste Passage von Hebräer 11 in Bezug auf Menschen kommt aber nun: 13 Diese alle sind im Glauben gestorben, ohne das Verheißene empfangen zu haben, sondern sie haben es nur von ferne gesehen und waren davon überzeugt, und haben es willkommen geheißen und bekannt, dass sie Gäste ohne Bürgerrecht und Fremdlinge[1] sind auf Erden; 14 denn die solches sagen, geben damit zu erkennen, dass sie ein Vaterland suchen. 15 Und hätten sie dabei jenes im Sinn gehabt, von dem sie ausgegangen waren, so hätten sie ja Gelegenheit gehabt, zurückzukehren; 16 nun aber trachten sie nach einem besseren, nämlich einem himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott genannt zu werden; denn er hat ihnen eine Stadt[2] bereitet. (Hebräer 11:13-16)

Alle in Hebräer 11 angeführten Personen sind in Glauben und Treue (hebräisch: Emunah) in dieser Welt gestorben. Die Verheissung haben sie nicht in dieser Welt empfangen, sie waren wie Fremdlinge in dieser Welt. Sie alle hatten die WAHL und hätten in ein bequemeres Leben zurück kehren können. Rote Pille oder Blaue Pille. Kommt uns bekannt vor, oder? Sie wählten das Zuhause, was Gott für sie vorgesehen hatte und nahmen dafür alle Nachteile in dieser unechten Welt in Kauf. Und für diese Entscheidung haben sie den vollen Lohn (Hasanat) erhalten: Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott genannt zu werden; denn er hat ihnen eine Stadt[2] bereitet.

Das ist GEWALTIG. Das ist die ESSENZ. Das ist ISLAM. Nicht das Label, sondern die Bedeutung und die Bestimmung! Völlige Unterwerfung unter Gottes Willen, das Unsichtbare sehen in vollem Vertrauen darauf, dass Gott unser Belohner ist. Was mag es wohl bedeuten, wenn Gott uns eine „Stadt“ bereitet? Was bedeutet es, wenn Gott uns verspricht, dass er das Begehren alles Lebenden sättigen wird? Was heisst es für uns, dass Gott uns im Quran das Paradies verspricht! Nochmal, der Quran ist der Abschluss aller Dinge und dort VERSPRICHT Gott uns das Paradies! Ewiges Leben. Lass das Mal in Ruhe sacken.

Menschen, die typisch westlich sozialisiert sind fragen sich dann gleich, wo muss ich eintreten und welchem Guru folgen? Welcher Sekte muss ich die Treue schwören? Wem muss ich Geld überweisen?

Die Wahrheit ist, dass nichts ferner liegt als diese Dinge. Du musst einfach nur tun was Jesus Christus sagte: Liebe Gott, unterwirf Dich seinem Willen, bete nur ihn alleine an, suche ihn Dein Leben lang, denke an ihn, sei von seinem Versprechen erfüllt. Wenn Du dafür ein Label willst, dann ist das Islam. Aber ich gebe zu, dass das auch verwirrend sein kann. Daher werde ich Dir am Ende des Artikels einen Gedanken mit auf Deine Lebensreise geben, der Dir InsahAllah helfen wird.

Landschaft einer Wüste mit hohen Felsen und einem einzelnen Baum, unter einem dramatischen Himmel mit aufziehenden Wolken und einem orangefarbenen Licht.
In den Wüsten des Nahen Ostens war es, wo Gott immer wieder Propheten berief und aussandte. Bis heute können wir darüber in der Bibel und dem Quran lesen und aus diesen Berichten lernen. Bild: Wüste bei Eilat, Israel.

Deine Entscheidung

19 Ich rufe Himmel und Erde als Zeugen gegen euch an: Ich habe dir heute Leben und Tod vorgelegt, Segen und Fluch. Wähle das Leben, damit du am Leben bleibst, …

Diese Wahl gab es, seit es Menschen gibt. Unser Schöpfer legt uns, Dir und mir das Leben und den Tod vor und damit ist nicht diese Welt gemeint, sondern das ewige Leben und der ewige Tod. Der Quran berichtet davon, dass Gott zu allen Zeiten zu allen Völkern Propheten sendete. Das geht also weit darüber hinaus, was wir in der Bibel und dem Quran lesen können. Auch in anderen Völkern gab es gerechte Menschen, gottesfürchtige Menschen. Es gab sie immer und es gibt sie immer. Als Gott den Kindern Israels obige Wahl vorlegte, hatten sie die Wahl sein besonderes Volk zu werden und zu bleiben. Sie entschieden sich, wie wir wissen dafür, bis spätere Generationen diesen Bund mit Gott brachen. Ausgehend von den Vorzeiten bei Abraham wissen wir aber, dass zwei Linien gesegnet wurden, die der Kinder Israels und die der Kinder Ismaels. Auch Hagar und ihr Sohn bekam den Segen Gottes. Das was gerne in christlichen Kreisen heute vergessen wird, ist in Wirklichkeit der Schlüssel: Israel war ein Weg – dieser ist aber für immer verloren. Aber heute muss man zu keinem auserwählten Volk gehören, braucht kein Priestertum und einen Tempel mehr. Man braucht nur das grösste Gebot befolgen, was Jesus lehrte. Und das ist klassischer quranischer Islam: Nur Gott alleine anbeten. Gott handelt mit jedem Einzelnen von uns und jeder kann vor Gott kommen und das ohne Mittler wie einer Geistlichkeit, Priester oder Päpste.

Es war wohl niemals einfacher Gott wohlzugefallen, aber auch niemals war die dunkle Seite dieser Welt stärker. Niemals war es klarer und auf weniger runter gebrochen, wie in unserer Zeit, aber auch die Verwirrung in der Welt auch niemals grösser. Der Islam ist heute ein Label für Vieles wie Politik und Religion oder auch für Identität. Manches ist davon gut, manches aber auch nicht. Aber was ist Islam wirklich? Ich würde es heute so beschreiben: Der Islam ist der einzige Lebensweg, bei dem Gott im Mittelpunkt steht, bei dem nur er ALLEINE angebetet wird. Ja, man muss ein wenig Kultur und Tradition beiseite schieben und die Essenz freilegen. Man muss auch über seinen eigenen Schatten springen. Aber das wird niemand aufhalten, dem die Wahrheit – und die ist nunmal ausschliesslich Gott – am Wichtigsten ist. Es geht auch nicht so sehr um gelebte Traditionen, die gut oder auch manchmal fragwürdig sein können. Es geht ausschliesslich um den Kern.Und der Kern des Islam ist Gott und Du. Dein Verhältnis zu ihm, Deine Anbetung und Dein Lebensweg. Der Islam ist heute – man verzeihe mir das Wortspiel – ein wenig verschleiert. Aber vielleicht ist das ja auch Part of the Game. Eines ist jedenfalls sicher – angesichts der Verheissungen und des Versprechens Gottes an uns Menschen, ist es jede Mühe nach diesem „Schatz zu graben“ und sich selbst zu überwinden.

Wir im Islam nur das sieht, was eine TV Reportage darüber sagt oder meint, das wäre einfach irgendeine arabische Kulturform, der hat noch nicht einmal angefangen sich mit dem zu beschäftigen, was der Quran lehrt. Und nochmals: Es gibt keinen „free lunch“. Glauben wir ernsthaft, dass uns die gebratenen Tauben in den Mund fliegen, während wir auf dem Sofa liegen? Wir reden hier von Gott, von seinen Verheissungen an uns Menschen und nicht von einem Wühltisch für selbstgerechte und faule Menschen, die die Wahrheit für einen Apfel verkaufen würden, weil sie ihren Wert nicht einmal ansatzweise begreifen. Jesus verglich die Wahrheit einmal mit einer Perle, die jemand fand und dafür ALLES verkaufte, weil er sie für so wertvoll erachtete. Davon reden wir.

Ein Mädchen mit langen, lockigen Haaren steht in einem hellen Raum und hält die Hände in Gebetsstellung. Sie hat die Augen geschlossen und wirkt nachdenklich.
Kinder sind oft unvoreingenommener wenn es um Gott geht, solange eine atheistische Sozialisierung das nicht überschreibt. Kinder sind intuitive Theisten – Atheismus muss hingegen anerzogen werden (QUELLE).

(…)… so bin Ich nahe, und Ich erhöre den Ruf des Rufenden, wenn er Mich anruft“ (Sure Baqarah Vers 186).

Dein Islam

„Dies, weil Allah die Wahrheit ist und weil Er es ist, Der die Toten lebendig macht, und weil Er die Macht über alles hat; (…)“ Quran 22:6

Manchmal werde ich gefragt (oder auch nicht), warum ich mich für den Islam entschieden habe. Die Antwort darauf hängt auch immer davon ab, wer mich das fragt. Je nach theologischer Vorbildung der fragenden Person, antworte ich unterschiedlich. Und dann gibt es noch die Menschen, gerade in Deutschland, die gar keine religiöse Bildung erfahren haben. Daher ist das in der Ausformulierung nicht ganz einfach. Hinzu kommen noch all die Vorurteile und das ganze Durcheinander, was mediale Berichterstattung und bestimmte muslimische Strömungen selbst verursachen. Und eines muss auch klar sein: Nicht überall wo Islam drauf steht ist auch Islam drin.

Wichtig ist zunächst einmal, dass es mir beim Islam nicht um Politik, Kultur und Identität geht. Auch nicht um überlieferte Traditionen oder Religion im Sinne einer Struktur und tradierten „Kultausübung“. Meine Schlüsselgedanken kommen in vielen Artikeln auf diesem Blog in Bezug auf Spiritualität zum Tragen. Mein Islam ist der, wie man ihn als roten Faden schon im Alten Testament der Bibel, in Jesu Worten und dem Quran findet: Den allein wahren Gott anbeten – ausschliesslich ihn. An die Engel und die Propheten glauben. Daran, dass Gott durch sie mit den Menschen kommuniziert hat. An die Versprechen Gottes in der Bibel und vor allem im Quran glauben. Warum vor allem im Quran? (1) Ist der Quran hier viel klarer und nicht „vergeistigt“, sondern eindeutig. Das ist nicht verwunderlich, denn (2) der Quran ist die finale Botschaft an uns Menschen. Alles was wir heute wissen müssen, finden wir dort.

Natürlich fühle ich mich mit islamischen Dingen vertraut wie dem Arabischen, islamischer Architektur oder einer muslimischen Identität in weiten Teilen. Ich kann vieles heute besser verstehen. Aber das ist nicht essentiell von Bedeutung. Das Verhalten von Muslimen ist nicht von Bedeutung, genau so wenig wie die Politik eines muslimischen Landes. Im Islam gibt es den Grundsatz „an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ gar nicht. Im Islam geht es darum zuerst (1) die Wahrheit zu erkennen und dann zu sehen, ob es (2) überhaupt noch Menschen gibt, die auf der Suche nach dieser sind. Das ist ein ganz entscheidender Unterschied. Ich glaube heute nicht mehr daran, dass man sich bei der Suche nach Wahrheit an Menschen orientieren sollte. Eigentlich war das schon im Alten Testament der Bibel klar: „Es gibt keine Rettung durch Menschen“ (Psalm 146:3).

Hinzu kommt einfach, dass die meisten Menschen auf der Suche nach Glück und nicht nach Wahrheit sind, wie Andy Stanley und Frank Turek schon feststellten: „People are not on a truth quest; they are on a happiness quest. They will continue to attend your church — even if they don’t share your beliefs — as long as they find the content engaging and helpful.“

In gewisser Hinsicht ist man im Islam von vielen Menschen umgeben. Andererseits ist das aber weder obligatorisch notwendig noch eine Voraussetzung für irgendwas. Den Islam kann man auch irgendwo auf der Welt ganz alleine leben, weil es in erster Linie um Gott und uns selbst geht. Unser Verhältnis zu ihm. Man tritt beim Islam auch nirgendwo ein – es ist in erster Linie die tiefgehendste, persönlichste und folgenreichste Wahl unseres ganzen Lebens hier auf der Erde.

Bewusstsein erzeugt Realität – die geistige Welt mit der eigenen Welt überein zu bringen ist für mich einer der großen Aspekte. Ich liebe meinen Schöpfer, ich will ihm dienen und ihn anbeten. Ich habe in meinem Leben so viel Mißbrauch erlebt, wie Menschen andere Menschen verführen und manipulieren. Ich habe erlebt, wie Menschen im Namen von Religion belogen und betrogen wurden. Auch ich hätte einer der vielen Menschen sein können, die sich angewidert von dem Thema Gott und Religion verabschiedet hätten, weil ich fast mein ganzes Leben Abgründe in der Religion gesehen und erlebt habe. Aber bei allem was ich ertragen habe wusste ich immer, dass es Gott gibt. Ich habe ihn nie verlassen, immer zu ihm gebetet. Und er hat mich nie alleine gelassen. Schon als ich ein kleiner Junge war, hat mir das Kraft gegeben. Auch nach meinen Erfahrungen mit Religion, habe ich das nie Gott zum Vorwurf gemacht. Es sind Menschen, die schlecht handeln. Es sind Menschen, die Heuchler und Lügner sind. Letztlich ist mir irgendwann klar geworden, dass ich am Ende alleine sein werde. Ich werde alles verlieren. Die Menschen, die ich liebe, die Liebe meines Lebens, meine Gesundheit, mein Besitz und irgendwann mein Leben. Und was bleibt dann noch?

Das war die letzten Jahre ein Gedanke, der mir immer klarer wurde. Was bleibt ist die Hoffnung, der Glaube und die Liebe. Das alles kommt von Gott, ich spiegele das nur ein wenig wieder, wie der Mond sich in einem winzig kleinen Spiegel in der Nacht spiegelt. Ich habe nichts, ich bin nichts in diesem Universum. Nur eine Ansammlung von Kohlenstoff. Nur mit meinem Bewusstsein kann ich den Unterschied machen. Ich kann mit meiner Lebenskraft meinen Schöpfer und Erhalter, den Urheber dieses Universums anbeten in dem Wissen, dass meine Gedanken durch die Dimensionen fliegen und er sie erhört. Ich kann nur auf seine Versprechen vertrauen, dass alles wahr ist, was er hat aufschreiben lassen. Es kann mir Kraft geben – und das tut es – an all die Menschen zu denken, die in den Tausenden von Jahren vor mir lebten und ihn anbeteten. Von ihnen zu lesen tut gut, ich fühle mich mit ihnen verbunden. Dieses Urvertrauen, was ich von klein auf hatte, habe ich mir niemals nehmen lassen. Ich habe viele Menschen erlebt, die ihren Glauben verloren haben, da sie ihr Vertrauen auf das Falsche setzten, meist auf Menschen. Dann laufen sie einen Heilsbringer nach dem anderen nach, einer Idee nach der anderen. Ihr Kraft schwindet dabei und am Ende verlieren sie sich im Gewölk des Unglaubens.

Mein Islam kann Dein Islam sein. Denn der Islam in seiner Essenz bestätigt nur das, was Menschen tief in ihrem Inneren erahnen, wenn sie von etwas höherem sprechen. „Da muss doch irgendetwas sein“ und so ist es auch. Es gibt auf der Welt nicht Tausende Bücher mit Gottesbildern. Genau genommen gibt es heute nur zwei, die die Welt ganz maßgeblich geprägt haben und das ist die Bibel und der Quran. Daher macht es Sinn, sich damit zu beschäftigen und ergebnisoffen darüber nachzudenken. Kein betreutes Denken, sondern selbst lesen. In Ruhe.

Wie wirken diese Texte auf Dich? Was empfindest Du dabei? Nimm Dir die Zeit und denke nach. Vielleicht solltest Du Dir dafür sogar Urlaub nehmen. Lenke Dich nicht ab, werde klar. Überwinde den „Lärm“, das „Rauschen“ dieser Welt und hör genau hin. Sei ehrlich mit Dir selbst: Wie soll Dein Leben enden? Wo stehst Du heute? Denk darüber nach, wie es weiter geht. Verdränge nicht die Konsequenz dieses Lebens und die Endlichkeit davon. Beobachte in einer sternenklaren Nacht denn Himmel. Nach allem was Du weisst, denkst Du das ist alles nur Zufall? Findet dieser Moment gerade statt? Was ist Bewusstsein?

Was ist, wenn es alles wahr ist? Es gibt nicht unendlich viele Wahrheiten. Es gibt nur eine Wahrheit. Und das ist Gott. Der Islam ist der Weg nach Hause. Und unser Zuhause ist bei Gott und nicht in dieser Welt. Das lehrt der Islam.

Wenn Dir das klar wird, wie gross und gewaltig das ist, dass es die einzig logische Erklärung für das „Bigger Picture“ ist, dann löst Du Dich von allem anderen. Du wirst frei. Und zwar nicht um der Freiheit wegen, sondern für Gott. Dieses „lost sein“ endet und weicht der Gewissheit. Leave doubtful for doubtless. Du wirst nicht auf alles Antworten erhalten, aber Du wirst zufrieden sein. Dein Vertrauen kommt zurück. Die innere Ruhe und eine tiefe Hoffnung. Das ist der Islam von dem ich spreche. Und das ist der einzige Islam, der relevant ist. Denn es ist genau der Islam, den Gott im Quran als seine Religion beschreibt. Nicht das Label – sondern das SEIN.

Gott lässt Dich nicht alleine, noch wird er Dich vergessen. Das hat er im Quran versprochen. Er war immer bei Dir. Und wenn Du diese Zeilen liest, dann hat er Dich nicht aufgegeben, sondern er liebt Dich und will dass Du ins Paradies kommst. Frage Dich, welche andere Religion mehr Sinn ergibt, wenn Gott alleine der Mittelpunkt von Religion sein soll. Wenn Du, nachdem Du alles gelesen und bedacht hast zu dem gleichen Schluss kommst wie ich es tat, dann solltest Du Folgendes tun: Suche Dir einen ungestörten und ruhigen Ort. Bete zu Gott. Er weiss was Du sagen willst und daher mach Dir um Deine Worte keine Gedanken. Auch die Form ist erst einmal nicht wichtig. Schütte ihm Dein Herz aus, bitte um Vergebung von Sünden. Bitte ihn darum, dass er Dir hilft und mit Dir ist. Sag ihm offen was Du fühlst und wie es Dir geht und dass Du ihn suchst. Du wirst merken, dass er Dich erhört und Du nicht alleine bist. Wenn Du so beginnst und jeden Tag zu Gott betest, wird diese Bindung immer enger und sie wird nie enden. Du kannst dann in Ruhe das muslimische Gebet lernen, was Dich nochmal weiter bringen wird. Es hat einen bestimmten Grund, dass es ist wie es ist, das wirst Du nach und nach erfahren. Aber zu Beginn zählt die Umkehr zu Gott, so dass am Himmel keine Wolken mehr sind, sondern der klare Sternenhimmel wieder zu sehen ist. Dein Bewusstsein erzeugt Deine Realität – und sie ist echt!

Dein Schöpfer wartet auf Dich und er freut sich, wenn Du umkehrst. Dein Leben wird so viel einfacher, wenn Du mit ihm wandelst und mit ihm in Verbindung bist. Du wirst ein anderes Bewusstsein erlangen, wenn Du ihm für Dein Essen dankst, die Natur oder schöne Erlebnisse. Noch mehr wird sich Dein Bewusstsein ändern, wenn Du ihn anbetest wie es schon im Alten Testament der Bibel war und wie es Jesus tat, voller Demut und Achtung durch die Niederwerfung mit dem Angesicht zu Boden. Gottes Wille soll geschehen, nicht unserer. Nichts ist Zufall, alles hat Gründe. Was hast Du zu verlieren? Was steht Dir im Weg? Mach Dir klar, dieses Leben endet doch sowieso bald.

Ich kann Dir nur sagen, was Gott im Quran versprochen hat: Ewiges Leben, Gesundheit, kein Leid, keine Trauer und kein Schmerz mehr. Wir können uns nicht einmal ansatzweise vorstellen, was für ein Segen und was für eine Belohnung das sein wird im echten Leben aufzuwachen. Jeder wird seine Familie haben, Kinder haben, sein Haus haben, eine wunderschöne Natur erleben und das alles für alle Ewigkeit. Selbst das schönste Leben heute ist nur ein billiger Abklatsch davon und zeitlich begrenzt. Im Quran sagt Gott, dass viele schöne Dinge heute ein Zeichen (Ayat) für Menschen sind, die denken. Und da sind wir dann wieder dabei: Was denkst Du? Denkst Du an Gott? In welcher Realität lebst Du?

Rumi schrieb einst: “This place is a dream. Only a sleeper considers it real. 
Then death comes like dawn, and you wake up laughing at what you thought was your grief.”

In dieser Welt schlafen die meisten und sind geistig tot. Nur ein Schläfer hält diese Welt für real. Der Islam vermittelt genau diesen Gedanken wie keine andere Religion. Wenn dann der Tod kommt und wir als gottergebene Menschen, als Muslime aufwachen, werden wir über diese Welt lachen und sagen was, das war alles? Deshalb hatte ich Angst, Sorgen und Not? Diese Welt wird verblassen, unser Leben war nur eine kurze Episode darin. Wir treten aus der Matrix in das echte Leben ein, in die Freunde unseres Schöpfers und Herrn. Das ist der Islam des Quran. Das erkennen zu dürfen ist alleine schon ein unendlicher Segen. Und das wünsche ich Dir von Herzen! Möge Gott mit Dir sein, Deine Gebete erhören und Dich rechtleiten.

Er wartet auf Dich!

„Death is not the opposite of life – nonexistence is.“

A. Helwa, „Secrets of Divine Love“ – A Spiritual Journey into the Heart of Islam“