Unsere Gedanken sind oft davon bestimmt, was in der Zukunft liegt. Meist sind mit der Zukunft Hoffnungen und Erwartungen verbunden. Ein kommender Urlaub, eine Hochzeit, die Geburt eines Kindes, der Eintritt in die Rente. Alles schöne und positive Erwartungen, alle in der Zukunft. Solche Gedanken tragen uns durch eine im Vergleich oft als schwerer gefühlte Gegenwart, so wie ein Boot vom Wasser getragen wird.
Vielleicht denken wir jetzt, es läuft das eine oder andere nicht wie wir es wollen, wir sind mit der jetzigen Situation nicht zufrieden. Aber in der Zukunft wird es anders sein. Die Zukunft wird besser als die Gegenwart und so sehnen wir uns nach Zukunft. Verdrängen tun wir dabei aber, dass die Zukunft auch schlechter sein könnte. Ein inhärentes Risiko, welches nicht zu unterschätzen ist. Wir wissen vielleicht gar nicht, was wir mit unserem Wollen wirklich anstreben. Das vermeintlich positive und bessere Leben in der Zukunft, ist in Wirklichkeit einfach nur eine Reise in die Ungewissheit, wie ein langer Weg raus in die dunkle Nacht. Stellt sich die Ungewissheit als harte negative Präsenz dann heraus, dann denken wir an die alten Zeiten zurück, die einfach durch unsere Hände geglitten sind wie Sand. Wo ist die Zeit nur geblieben, sie ist so schnell vergangen. Ach, die guten alten Zeiten…
Was würden wir dafür geben, das Rad zurück drehen zu können. Noch einmal diese Zeit zu erleben, die so schnell verging. Aber Moment mal, diese Zeit, sie ist ja JETZT. Es ist der Moment, in dem Du diesen Blog liest. Vielleicht ist es genau dieser Moment, nachdem Du Dich in der Zukunft zurück sehen wirst. Der Moment, den Du bewusster erleben wolltest. Aber weil Du zu sehr an morgen gedacht hast, hast du verpasst heute zu leben. Es gibt durchaus Menschen, die daran glauben, dass Körper und Seele zwei verschiedene Dinge sind, sozusagen getrennt. Und durch unser Denken kann dies im übertragenen Sinn wirklich passieren. Unser Körper ist hier, unsere Gedanken aber wo ganz anders. An einem anderen Ort, einem anderen Moment. Beispielsweise in der Zukunft. Oder auch in der Vergangenheit.
Manche Menschen sind so oft mit ihren Gedanken in der Vergangenheit oder aber in der Zukunft, dass sie ganz in dieser anderen Welt gefangen sind. Wie ein Traum aus dem man nicht aufwachen kann. Jeder kann sich an solche Träume aus der Kindheit erinnern. Man wollte unbedingt dass der Traum endet und man wacht auf, aber er ging einfach immer weiter und die Nacht war lang.
Lernen hier zu sein. Die Jetztzeit.
Eigentlich ist es doch etwas paradox. Wir haben so wenig Zeit und streben nach der Zukunft, einem Zeitpunkt, der zweifellos näher an unserem Ende liegt als der jetzige Moment. Wir können den jetzigen Moment auch nicht festhalten, aber ihn bewusster erleben. Ich muss dabei immer an das Autofahren denken. Die meisten von uns haben Autofahren gelernt. Zu meiner Zeit gab es kaum Automatik Fahrzeuge, sondern nur klassische Schaltgetriebe. Als ich Autofahren lernte, musste ich bewusst lernen zu schalten. Den ersten Gang zum Anfahren, den zweiten Gang zum Beschleunigen und so weiter. Bewusst die Kupplung treten und dann Schalten. Es klappte als Fahranfänger nicht gleich. Also gleich nochmal, Kupplung treten und rein mit dem Gang. Setze ich mich heute in einen Schaltwagen und will von A nach B fahren, denke ich nicht nach wie ich schalte. Ich fahre einfach und das ist auch gut so. Es gibt viele solcher Dinge, die nicht unsere extra Aufmerksamkeit brauchen, die wir einfach automatisch umsetzen.
Unser Leben einfach umzusetzen und gedanklich auszulagern, in Automatikbetrieb umzuschalten, führt zu dem zukünftigen Gefühl nicht bewusst gelebt zu haben. Die Zeit ist einfach vergangen. Und wenn am Ende der Zeit wenig Leben übrig bleibt, dann bedauern wir es. Am Leben Sein und leben sind zwei verschiedene Dinge.
Es wird viel über bewusstes Leben geschrieben. Die Werbung benutzt es um Dinge zu verkaufen, die wir uns sonst nicht kaufen würden und überhaupt scheint das „bewusst Leben“ doch stark auf Materielles konzentriert zu sein. Dabei müsste es eigentlich auf uns selbst konzentriert sein. Wir haben Augen, mit denen wir in 30 Jahren sicher schlechter sehen werden als heute, wir haben Ohren, mit denen wir in Zukunft schlechter hören werden als heute und wir haben einen Tast- und Geschmackssinn, der einige Jahre und Jahrzehnte später nicht mehr der gleiche sein wird. Diese Überlegung zeigt doch schon, wir sollten unsere Sinne jetzt bewusst geniessen. Haben wir schon einmal darüber nachgedacht welches Privileg es ist schmerzfrei laufen zu können? Oder ohne Schmerzen in einen neuen Tag zu starten?
Auf diesen Gedanken muss man sich bewusst einlassen, ganz alleine und unverfälscht. Dazu gibt es viele spannende Möglichkeiten. Eine die ich schon gerne bewusst genutzt habe, ist der Waldboden. Gehen wir in den Wald, an eine sehr ruhige Stelle, abseits von Wegen. Legen wir uns mit dem Rücken auf den Boden. Schliessen wir die Augen. Wir können uns einen Wecker stellen, die meisten werden es brauchen. Es ist ein gutes Zeichen. Denken wir nicht an Menschen, nicht an Dinge, nicht an Momente und andere Zeiten. Denken wir an jetzt. Hören wir genau hin. Welche Geräusche hören wir, wo kommen sie her? Was riechen wir. Nehmen wir etwas Erde in unsere Hand, immer noch am Boden liegend mit geschlossenen Augen. Fühlen wir die Feuchtigkeit, die Textur. Lassen wir die Erde wieder aus der Hand, während wir immer noch auf dem Rücken liegen und die Augen geschlossen haben. Legen wir die flachen Handflächen auf den Boden und beginnen wir bewusst zu Atmen. Spüren wir, wie die Luft in die Lunge strömt? Wir können Luft nicht sehen, aber spüren. Atmen wir bewusst ein und aus. Jetzt stellen wir uns vor, wir gehen aus unserem Körper heraus. In unserer Vorstellung ist alles möglich. Unser Körper liegt auf dem Boden, komplett auf dem leicht feuchten Waldboden, unsere Gedanken verlassen ihn. Wie ein Vogel sehen wir die Szene nun von den Baumwipfeln aus. Wir sehen uns selbst dort liegen. Wir fliegen immer höher und sehen wie unser Körper friedlich dort liegt, ein Teil von der Erde ist. Verweilen wir einen Moment in dem Augenblick und kehren wir dann wieder zurück. Wir sind wieder in uns und atmen ganz bewusst. Wenn wir uns darauf völlig einlassen, können wir unser Herz schlagen hören. Zählen wir in unseren Gedanken die Schläge mit. Stellen wir uns unser Herz vor, wie es in uns arbeitet und pumpt. Unser Herz muss unbewusst arbeiten. Aber wir können seine Arbeit bewusst wahrnehmen. Legen wir während wir dort liegen unsere beiden Hände nun auf unser Herz und fühlen wir es. Und so bleiben wir nun liegen und denken an nichts, was außerhalb von uns ist. Versuchen wir ganz bewusst unsere Gedanken auf den kleinen Zeh zu lenken, auf einen Fuss, auf einen Arm usw. Verweilen wir immer kurz an jeder Stelle. Das sind wir, wir leben, wir fühlen, wir sind. Unsere ganze Existenz liegt auf diesem Stück Waldboden. Und es ist vielleicht einer der bewusstesten Momente die wir haben.
Ihr könnt nun über mich schmunzeln. Aber das hat nichts mit irgendwelchen esoterischen Dingen zu tun. Es sind die Methoden, die die Urvölker, die mit der Natur im Einklang vor uns auf dieser Erde lebten, angewendet haben. Und solche Übungen helfen uns, unser Bewusstsein zu schärfen. Je öfter wir das machen, desto mehr werden wir diese Fähigkeit in normalen Alltagssituation abrufen können, selbst unter grossem Stress. Wir können uns dann bewusst Anker setzen. Mit einem Schluck Wasser, einem Atemzug und vielen anderen Dingen.
Aber vor allem macht es uns immer mehr eines klar: Wir müssen zu uns selbst zurück und damit eröffnet sich eine eine längst vergessene Welt. Wie schon ein Mal geschrieben, wir sind nicht unser Haus, wir sind nicht unser Auto, wir sind nicht unser Aktiendepot und auch nicht der Kontostand. Wir sind nicht die Kleidung die wir anhaben, nicht der Job den wir haben. Und wir sind auch nicht, was anderen Menschen über uns denken. Wir sind einfach nur wir selbst. Und je weiter wir davon weg sind, von uns selbst, desto schlechter geht es uns. Aber wenn wir uns selbst wieder entdecken und beginnen zu lieben was wir sind und nicht was wir haben, desto besser fühlen wir uns. Wenn wir uns, nachdem wir uns selbst wieder zurück gewonnen haben, dann auf einen anderen Menschen einlassen, wird diese Beziehung eine andere Qualität gewinnen. Und die, die noch einen Schritt weiter gehen wollen, entdecken endgültig, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als nur die Dinge die wir sehen.
Dieser Schlüssel liegt in uns und nirgend wo anders und daher finden viele ihn auch niemals. Weil sie an falschen Orten gesucht haben. Wer Antworten sucht, muss vor allem die richtigen Fragen stellen. Wahrheit muss man selbst erkennen, sie wird nicht auf einem Tablett von anderen Menschen serviert.
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Ich habe hier schon einmal von einem besonderen Ort geschrieben. Solche Orte gibt es zum Glück noch recht viele auf unserem Planeten. Im Wesentlichen sind es abgeschiedene Orte, die sich durch wenig Ablenkung auszeichnen. Ruhe und wenig externe Reize zeichnen sie aus. Heute will ich mit euch ein weiteres Gebiet teilen, welches Stand 2019 eine besondere Ausstrahlung besitzt. Es ist die ländliche Region Nordgriechenlands, etwa zwei Autostunden von der Türkei entfernt. Die Europastrasse E90 führt von Thessaloniki immer weiter in den Nordosten an Kavala vorbei bis zu der historischen Stadt Alexandropoulis. Nicht weit entfernt von dort, überquert man dann die Grenze zu Türkei und kann bis nach Istanbul fahren.
Etwa eine Autostunde nach Thessaloniki verändert sich das Gelände und wird grüner. Viele von euch werden Griechenland eher als trockenes Land kennen. Im Norden wird es aber überraschend grün. Wenn man der E90 folgt, sieht man Seen zur rechten Seite und kommt etwa 40 Minuten vor Kavala in eine Art grünes Tal. Es ist aus meiner Sicht eine der schönsten Regionen Griechenlands, das Leben ist einfach und von vielen kleinen Dörfern geprägt. Es gibt hier Gemüse in einer ungeahnten Qualität wie beispielsweise Paprikas und Auberginen. Wenn hier Fleisch gegessen wird, ist es oft Lamm, welches auf der hügeligen Landschaft grast. Eine regelrechte Geschmacksexplosion erwartet einen hier und ein anderer Blickwinkel auf das Leben.
Atemberaubend ist, was die Natur und das Wetter an Bildern liefert, gerade im Frühjahr und Herbst. Aber selbst im Sommer ziehen an den Bergen auch schnell mal Wolken auf, die dann an manchen Stellen von der Sonne durchbrochen werden. Dadurch entstehen interessante Schatten und Schattierungen, wie ihr auch auf dem nächsten Bild sehen könnt.
Nordgriechenland ist extrem stark durch klimatische Wechsel und von einer wilden Natur geprägt.
Man findet viele alte und verlassene Häuser und Dörfer dort. Je weiter man in das Landesinnere fährt Richtung dem Ort Drama, desto wilder wird das Land. Es hat seine ganz eigene Schönheit und verstörende Vergangenheit. Gerade beim Umherlaufen zwischen alten Hausruinen aus der Zeit des Bevölkerungsaustauschs zwischen Griechen und Türken in den 1920er Jahren kommt man unweigerlich zum Nachdenken. Die Flucht musste für die meisten damals sehr schnell gehen. Daher findet man in den Ruinen sogar oft alte persönliche Gegenstände. Hier ist niemand in Ruhe und geplant gegangen.
Wenn man zwischen den Ruinen steht und die Augen schliesst, dann ist es wie wenn man die alten Geräusche hören könnte, ein Kinderlachen, die Umtriebigkeit in der Küche, die Freude, wenn die Familie abends zusammen kam, der Vater nach einem langen Tag wieder daheim war. Aber auch die Angst und die Panik, als alle schnell flüchten mussten, nur mitnehmen konnten was tragbar war. Ein ganzes Menschenleben aufgelöst und abgewickelt in wenigen Minuten und transportiert in eine ungewisse Zukunft.
Die Herzen der Geflüchteten sind noch lange an diesen Orten geblieben. Heutige Generationen erzählen immer noch davon, die Vergangenheit lebt im kollektiven Volksgedächtnis beider Seiten fort.
Es ist nicht tragisch Fehler zu machen, menschlich zu sein dagegen schon. Die ganze Tragödie unseres Handelns wird mir immer an Orten wie diesen bewusst. Man sieht die Folgen von Politik und Religion. Warum genügt uns Menschen nicht die eigene Existenz? Warum wollen wir immer zwanghaft Teil von etwas sein, was Menschen geschaffen haben, wenn es doch so viel Leid verursacht? Und das immer wieder aufs neue und ausnahmslos.
Wir sind schon Teil von etwas viel größerem, dessen Existenz die meisten aber vehement abstreiten, um dann an ihrem Lebensende doch zuzugeben, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als das was man sieht.
Besonders tragisch ist das Festhalten an Überzeugungen, wenn man eigentlich weiss sie sind falsch. Zweifeln macht vielen Menschen Angst und dies umso mehr, je länger sie nach einem anerzogenen Lebensentwurf von anderen gelebt haben. Dabei sollten wir niemals Angst vor der Wahrheit haben, sondern wir sollten Angst haben zu sterben, ohne die Wahrheit gesucht zu haben.
Quelle: eigen
Der Luxus der Einfachheit
Wir sind in einem kleinem Dorf angekommen, wo wir in einem alten Haus aus den 50er Jahren übernachten.
Die Menschen im Dorf gehen fast alle einer landwirtschaftlichen Tätigkeit nach. Morgens kommt immer mal wieder ein alter Pickup vorbei gefahren mit frischen Gemüse und Fisch direkt vom Meer. Die meisten Männer haben eine Jeans und ein T-Shirt an. Teuere Autos oder anderen Luxus sieht man hier nicht. Der ganze Luxus hier ist das Leben selbst, die Qualität der Nahrung und die Einfachheit des Seins.
Wenn ich wenig besitze, dann muss ich mich auch um wenig kümmern. Ich muss nicht viele Besitztümer pflegen, warten oder regelmäßig upgraden. Ich mache mir weniger Sorgen und bin dankbar für kleine Dinge und sei es nur die Geschmacksexplosion eines Pfirsichs in meinem Mund. Selbst ein Pfirsich erfüllt einen mit Dankbarkeit. Dazu ist in unserer deutschen Wohlstandsgesellschaft vermutlich eine Million Euro notwendig. Lernt man nicht in all den Wohlstandscoachings dankbar für Geld zu sein und die tollen Glaubenssätze Dankbarkeit ist ein Mittel zum Erfolg und den Millionen?
Nein, Dankbarkeit ist eine so grosse Eigenschaft, sie braucht nicht erst den Anreiz durch Geld geboren zu werden. Sie steht für sich alleine. Dankbarkeit macht glücklich, ganz aus sich selbst heraus. Deswegen teilen arme aber dankbare Menschen auch das wenige was sie haben mit anderen, während viele Wohlhabende und solche, die es durch Schundliteratur werden wollen, immer auf die korrekt ausgestellte Spendenquittung achten und erwarten jeder gespendete Euro kommt zehnfach zurück. Dankbarkeit ist aber keine Hure und lässt sich nicht kaufen.
In der Einfachheit liegt die Dankbarkeit. Wenn ich sie in der Einfachheit finde und ausleben kann, dann potenziert sie mein positives Lebensgefühl. Wenn ich kein Auto habe und jeden Tag zu Fuss durch eine trockene Steppe laufe, dann ist ein alter klappriger und unpünktlicher Bus schon ein Upgrade. Dieses Upgrade wird sicher als größer empfunden, als wenn wir in Deutschland von einem Smart auf einen SUV umsteigen. Und mein gewähltes Beispiel war schon Luxus. Ein Freund von mir aus der Osttürkei, erzählte vor kurzen von seiner Kindheit. Seine ersten Schuhe waren Sohlen von weggeworfenen kaputten Schuhen, die er mit altem Stoff um seine Füße gebunden hat. Er war dankbar, da er vorher barfuss laufen musste.
Einfachheit ist ein Luxus, weil sie zur Dankbarkeit fuhrt. Und weil sie uns wieder erkennen lässt was wirklich zählt im Leben. Unsere Familie, die Natur, tiefe Gedanken, unsere Gesundheit. All die scheinbar selbstverständlichen Dinge. Einfachheit lässt auch zu die richtigen Fragen zu stellen, ohne Angst vor den Antworten. Einfachheit bedeutet wenig bis nichts zu verlieren zu haben. Und wer nichts zu verlieren hat, ist so frei wie ein Mensch heute sein kann.
Wir hören auf nach etwas zu streben, wir existieren einfach nur und sind dankbar. Alles was wir bekommen ist ein Geschenk.
Quelle: eigen
[Plural selten]
Blackwater.live wird kein Reiseblock werden. Dies sind nur einige wenige Gedanken aus einem völlig entschleunigten Leben, wie man es auch noch auf unserem Planeten vorfinden kann, wenn man danach sucht, wenn man die richtigen Fragen stellt und die richtigen Orte besucht.
Jenseits einer Welt, die so aufdringlich und laut geworden ist, so dass man seine eigene Stimme nicht mehr hört und sich selbst in einem Meer von Fremdbestimmung und Reizüberflutung wiederfindet. Es gibt bei jedem von uns und auch bei mir Lebensumstände, welche wir selbst sicher nie so gewählt hätten, welche uns aber aufgenötigt wurden. Was wir damit machen liegt ganz bei uns. Unsere Zeit zerrinnt wie Sand zwischen unseren Fingern, egal wie sehr wir versuchen sie aufzuhalten. Das ist schon eine etwas verstörende Ambivalenz unserer Existenz. Die Grausamkeit und harte Endgültigkeit der ablaufenden Zeit einer Sanduhr und dann diese unglaubliche Schönheit einzelner Momente.
Und doch will ich völlig dankbar sein, für das größte Geschenk, das Beste, wundervollste und das Unerklärbarste was ich kenne. Etwas was mich so fasziniert, etwas was kein Mensch mit Wissenschaft wirklich erklären kann, sondern im Dunkel der Spekulationen und tausender Thesen tappt. Etwas was durch Liebe schöner und intensiver wird, etwas was wir mit all unseren Sinnen geniessen und spüren können, wenn wir es zulassen. Etwas was niemand von uns kaufen, verlängern oder selbst erschaffen kann.
Das Leben.
“Nothing whets the intelligence more than a passionate suspicion, nothing develops all the faculties of an immature mind more than a trail running away into the dark.”
― Stefan Zweig, The Burning Secret and other stories