“The eternal question is how to balance patience and prudence versus going for the home run.”

―  Victor Neiderhoffer,  Education of a Speculator

Das Chance-Risiko-Verhältnis hört sich wie eine Kennzahl aus dem Trading an und das ist es auch, allerdings geht seine Bedeutung noch viel weiter, wie wir mit diesem Artikel sehen werden. Wir wollen uns kurz anschauen, was das Chance-Risiko-Verhältnis überhaupt ist, wie es klassisch angewendet wird und was man darüber hinaus noch daraus lernen kann.

Was ist das Chance-Risiko-Verhältnis?

Das Chance-Risiko-Verhältnis ist ein Konzept des Risikomanagements im Eigenhandel von Banken und Investmenthäusern das Händlern hilft, den potenziellen Gewinn eines Handels im Verhältnis zu seinem potenziellen Verlust zu bewerten. Es ist ein wichtiger Bestandteil einer gründlichen Risikomanagementstrategie und spielt eine bedeutende Rolle bei der Bestimmung des langfristigen Erfolgs eines Händlers. Risiko kann man nicht kontrollieren, man kann es nur managen, sagt eine alte Händlerweisheit. Da es in Deutschland keinen Eigenhandel bei Banken mehr gibt – mit der Ausnahme des Verschiebens von ein paar Rentenpapieren zwischen dem ersten und zweiten Kaffee am Morgen – und auch im deutschen Bankensektor die finanzielle Allgemeinbildung meistens nicht mehr so weit verbreitet ist, können viele mit dieser Kennzahl im Detail nichts mehr anfangen. Wikipedia und Chat-GPT muss reichen und das ist keine Übertreibung, ich weiss von einer grossen Genossenschaftsbank in Deutschland, in der inzwischen Personen direkt unter der Vorstandsebene arbeiten, die Chat-GPT für ihre Entscheidungen nutzen. Idiocracy lässt grüssen und mal sehen wie lange die Bank noch existieren wird. Andererseits gibt es vielleicht einen Wettbewerb zwischen verschiedenen Anbietern von künstlicher Intelligenz, wenn andere Bankhäuser vergleichbares Personal haben. Wer weiss.

RRR ist NICHT RRR. Achtung bei Kennzahlen im Internet! In einigen Artikeln im Internet oder in Büchern liest man, dass RRR für Risk to Reward Ratio steht. Dabei wird der RRR-Wert oft als Verhältnis angegeben, zum Beispiel 1:2, wenn der erwartete Gewinn doppelt so hoch ist wie der Verlust. Ein Wert von 2:1 bedeutet dann, dass Verluste doppelt so hoch sind wie Gewinne, was auf Dauer nichts Gutes verheißt. Im zweiten Fall bedeutet RRR das reward to risk ratio (oder Verhältnis von Rendite zu Risiko). In diesem Fall handelt es sich also um ein Verhältnis von Rendite und Risiko, wobei ein höheres RRR bedeutet, dass die Gewinne bei erfolgreichen Trades höher sind als die Verluste bei erfolglosen Trades. Also immer genau hinschauen was gemeint ist. Leider ist der übliche englische Begriff Risk-Reward-Ratio genau umgekehrt zu der deutschen Bezeichnung Chance-Risiko-Verhältnis.

Ganz klassisch ist das Chance-Risiko-Verhältnis ein Vergleich des potenziellen Gewinns eines Geschäfts mit dem potenziellen Verlust oder Risiko, das mit dem Geschäft verbunden ist. Mit anderen Worten: Es misst den möglichen Ertrag im Verhältnis zum eingegangenen Risiko. Das Chance-Risiko-Verhältnis hilft Händlern bei der Entscheidung, ob sich ein Handel auf der Grundlage des möglichen Ergebnisses und der Höhe des Risikos lohnt. Wenn ein Händler beispielsweise einen Handel mit einem potenziellen Gewinn von 5000 EUR und einem potenziellen Verlust von 2500 EUR in Betracht zieht, wäre das Chance-Risiko-Verhältnis wie folgt: = EUR 5000 / EUR 2500 = 2:1 In diesem Beispiel beträgt das Chance-Risiko-Verhältnis 2:1 was bedeutet, dass der Händler doppelt so viel Gewinn machen kann, wie er möglicherweise verlieren könnte. Soweit, so einfach. Könnte man meinen. Wenn man bedenkt, wie viele private Anleger ohne Stop Loss und Take Profit Aktien und andere Assets kaufen und noch nicht einmal was von einer Positionsgrössenberechnung gehört haben, dann wird klar, so einfach ist das in der Umsetzung nicht. Aber keine Frage, ein langfristiger Buy-and-Hold Anleger mit dem Welt-Depot umgeht diese Problematik sehr elegant. Und doch hat auch dieser Anleger eine positive Erwartungshaltung gegenüber seinem Depot, die das Risiko des Investments bei Weitem übersteigt. Natürlich ist das in diesem Fall nicht so einfach auf eine Kennzahl festzulegen und auch gar nicht notwendig.

Im klassischen Einzelhandel von Banken in London sprach man früher meist von einem idealen Chance-Risiko-Verhältnis für die Assets von etwa 3:1, d.h. drei Einheiten erwarteter Ertrag für jede Einheit zusätzliches Risiko. Das ist auch sozusagen nach Lehrbuch immer noch der ideale Wert. Allerdings ganz so einfach ist es nicht, ein solches Verhältnis deutet auch auf erhebliche Verluststrecken hin. Denn die mathematische Erfolgswahrscheinlichkeit sinkt, je weiter der Take Profit Ziel eines Handels entfernt ist. Wenn das Chance-Risiko-Verhältnis also ungewöhnlich niedrig ist, könnte dies darauf hindeuten, dass der potenzielle Gewinn im Verhältnis zum potenziellen Risiko unverhältnismäßig groß ist, was wiederum darauf hindeuten könnte, dass die Anlage riskanter ist, als sie erscheinen mag. Aus diesem Grund sind manche Anleger bei Anlagen mit einem sehr hohen Chance-Risiko-Verhältnis vorsichtig, da ein hohes Verhältnis allein noch keine Garantie für eine gute Anlage ist. Die Kombination von einer hohen Erfolgswahrscheinlichkeit mit einem Chance-Risikoverhältnis von 3:1 und mehr gibt es langfristig nicht. Die Erfolgswahrscheinlichkeit steigt grundsätzlich wieder je mehr wir Richtung 1:1 kommen, aber denn tragen eben die Erfolge (je nach Strategie) wieder nicht genug zum benötigten Gesamtertrag bei. Man kann nun etwas mit den Zahlen spielen. Ein Chance Risikoverhältnis von 1:1 und 50% Erfolgswahrscheinlichkeit bedeutet langfristig null Ertrag. Wenn das Chance-Risikoverhältnis kleiner als 1 ist, sind mehr als 50% Erfolgswahrscheinlichkeit erforderlich und viele Modelle basieren darauf. Andere Modelle haben ein Chance-Risikoverältnis von 3:1 bis hin zu 10:1. Der Wert des Chance-Risikoverhältnisses von 2:1 reicht aus, damit ein Handelsmodell mit 33% erfolgreichen Trades mindestens bei null landet. Je höher das Chance-Risikoverhältnis, desto geringer ist der Prozentsatz erfolgreicher Trades die das Handelsmodell langfristig profitabel machen. Bei einem Handelsmodell mit einem Chance-Risikoverhältnis von 3:1 reichen 25% der erfolgreichen Trades, um mindestens null zu erreichen, bei 5:1 sind es nur 17% der erfolgreichen Trades und bei 10:1 nur 9% der erfolgreichen Trades. Erfahrungsgemäss sind die meisten Menschen psychisch nicht in der Lage so lange Verluststrecken zu überstehen, die bei Chance-Risiko-Verhältnissen von 3:1 vorkommen. Dafür ist unsere Psyche nicht gemacht.

Die errechnete Kennzahl CRV

Oft liest man nicht vom Chance-Risiko-Verhältnis (2:1, 3:1 usw.) sondern es wird mit der Abkürzung der Begrifflichkeit (CRV) der ausgerechnet Endwert angegeben, Beispielsweise: 2. Das CRV gibt also an, wie groß der mögliche Gewinn im Verhältnis zum möglichen Verlust ausfällt. Ein CRV von 2 aus unserem Beispiel von oben bedeutet, dass der Gewinn im Erfolgsfall doppelt so groß ist wie der Verlust im Verlustfall. Bei einem CRV von 1 sind möglicher Gewinn und möglicher Verlust genau gleich groß. Bei einem CRV von 0,5 ist der mögliche Gewinn nur halb so groß wie ein möglicher Verlust. CRV und Trefferquote sind stark negativ miteinander korreliert. Das bedeutet, dass ein hohes CRV in der Regel mit einer niedrigen Trefferquote und eine hohe Trefferquote mit einem niedrigen CRV einhergeht. Ein paar Beispiele dazu, die die sich daraus ergebenden (psychologischen) Probleme aufzeigen: Trendfolgeansätze haben häufig eine niedrige Trefferquote, aber ein hohes CRV: Zwar enden viele Trades im Verlust, einige wenige Trades produzieren aber so große Gewinne, dass sie die vielen geringen Verluste im Idealfall mehr als kompensieren. Bei antizyklischen Rebound-Strategien verhält es sich umgekehrt: Diese Strategien haben häufig eine hohe Trefferquote, aber ein schlechtes CRV. Es enden viele Trades im Gewinn, aber der pro Trade erzielte Gewinn ist klein im Vergleich zu den (eher selten eintretenden) Verlusten.

Extreme Vorsicht gilt bei stark asymmetrischen Strategien mit sehr hoher Trefferquote und sehr niedrigem CRV. Diese Strategien produzieren fast bei jedem Trade kleine Gewinne und nur sehr selten Verluste, die dafür dann aber riesengroß ausfallen können. Das sind die Trefferquoten von 90-99% (!!!), die man oft auf Plattformen sieht, die aber mathematisch 100% sicher im Totalverlust (und mit zig offenen Positionen) enden. Viele kleine und regelmäßige Gewinne werden unterbrochen von wenigen, aber riesigen Verlusten, die nur sehr selten auftreten („Sägezahnchart“).

Das Chance-Risikoverhältnis und das wirkliche Risiko

Natürlich habe ich euch liebe Leserinnen und Leser heute nicht einfach mit ein paar rudimentären Kennzahlen erfreuen wollen. Oder euch darauf aufmerksam machen wollen, dass das Chance-Risiko-Verhältnis in deutscher Sprache genau andersherum aufgestellt ist als das englische Risk-Reward-Ratio, was schon zu höchst erstaunlichen „Unfällen“ in so mancher Genobank geführt hat. Vielleicht war Frau Baerbock da auch für die Übersetzung zuständig, wer weiss.

Das Chance-Risiko-Verhältnis in unserem Leben ist das, was ich euch mit diesem kleinen Artikel näher bringen möchte. Jedes Risiko, welches wir in unserem Leben eingehen, sollte ein positives Chance-Risiko-Verhältnis haben, zumindest aber ein CRV von 1. Anders als bei statistischen „Spielchen“ wie im Trading ist es im „echten“ Leben ja doch etwas anders. Für viele Dinge hat man nur eine Chance und das Risiko ist hoch aber der zu erwartende Verlust minimal. Ist uns das wirklich bewusst? Ganz wie in älteren Artikeln möchte ich das mit einem herausragenden Bild deutlich machen. Bereit? Hier kommt es:

A woman in a flowing black dress stands on a path surrounded by autumn trees with orange leaves.
Chance-Risiko-Verhältnis und das wirkliche Risiko im heimischen Wald: Wie wahrscheinlich ist es, dass diese Frau in diesem Kleid euch im herbstlichen Wald entgegen kommt? Und wie hoch ist euer Risiko eine Abfuhr zu bekommen, wenn ihr sie ansprecht? Ich meine nicht das Risiko der „Absage“, das dürfte sehr hoch sein. Ich meine was verliert ihr wirklich? Ein lächerlich niedriger Verlust lässt einen auch manche Chance trotz niedrigem CRV eingehen. Manche gute Ehe ist so zustande gekommen.

Haben wir den Gedanken verstanden? Was ist unser reales Verlustrisiko? Und so können wir das gerade in der heutigen Zeit von Fachkräftemangel und Idiocracy auf viele Gelegenheiten übertragen. Das Risiko eine Einzelaktie zu kaufen und einen Verlust zu erleiden ist wegen dem harten Geld welches wir verlieren viel höher (genauer: es tut mehr weh) als uns mit rudimentären aber soliden BWL Wissen auf einen Vorstandsposten bei einer Spasskass zu bewerben und eine Absage zu bekommen. Bei Erfolg steht hier ein fast leistungsloses Einkommen im Raum, bei Misserfolg haben wir dank Digitalisierung (sollte selbst bei denen jetzt funktionieren) nur etwas Zeit für die Erstellung der Bewerbung investiert. Und man kann das ja im Falle von digitalen Bewerbungen wunderbar skalieren. Alternativ bieten sich Posten bei einer der hiesigen Krankenkassen an, da ist das Chance-Risiko-Verhältnis wegen den Gehältern noch besser. Wer es schafft sich hier von Hemmnissen zu befreien, für den könnte das ein toller Karrieretip sein. Es gibt in Deutschland – so munkelt man – hervorragende Chancen auf der „Titanic“ noch einen „Unteroffiziersposten“ zu bekommen. 😉

Risiken im Leben

Das größte Risiko unserer Zeit liegt in der Angst vor dem Risiko

Helmut Schoeck, Soziologe

Risiken schlecht einschätzen zu können, ist kein triviales Problem. Die verzerrte Wahrnehmung von Gefahren führt mitunter zu irrationalem Verhalten. Das zeigt zum Beispiel eine Untersuchung des Reiseverhaltens der Amerikaner nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Über Monate danach nutzten viele US-Bürger auch für weite Distanzen lieber das Auto als das Flugzeug. Das Resultat: In den zwölf Monaten nach den Anschlägen starben 1.600 Menschen mehr auf den Straßen, als statistisch zu erwarten gewesen wären. Ein Blick auf die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigt: In Deutschland sterben die meisten Menschen an Herzkrankheiten, an den Folgen von ungesundem Lebenswandel, an zu wenig Bewegung und schlechter Ernährung, Rauchen und Alkohol. Doch vor diesen Risiken fürchten sich die wenigsten Menschen – und das, obwohl sie wissen, dass diese irgendwann tödlich enden können. Was wir Menschen als gefährlich einschätzen, wird auch von unseren Ängsten mitbestimmt. Selbst wenn wir versuchen unsere Ängste im Griff zu halten, gelingt dies nicht immer. Denn unsere Urängste sind in einem Teil des Gehirns, der Amygdala, genetisch verankert. Dieses primitive Angstsystem schützt uns vor Gefahren wie etwa tiefen Gewässern, Dunkelheit und wilden Tieren. Aber wir Menschen kommunizierten negative Dinge stärker und das hat auch Folgen. Sehr deutlich sind diese ganzen Überreaktionen seit ca. 2020 zu sehen. Die Covid-Pandemie und der sogenannte „menschengemachte Klimawandel“ in der Dauerberichterstattung führten und führen dazu, dass Menschen Weltuntergangs-Szenerien im Kopf haben, wie wenn sie in einer Sekte wären. Und wer sich mal mit dem BITE-Modell beschäftigt weiss, dass das exakt die gleichen Mechanismen sind. Andere Menschen glauben Deutschland wäre kurz vor der Übernahme von „Nazis“ und weil sie das glauben, sind sie bereit jegliche Freiheiten bis hin zu freien Wahlen aufzugeben, um das Land davor zu schützen. Die eigentlichen Anti-Demokraten sind offenbar aber bereits in Amt und Würden angelangt. Oder um es mit Gerhard Polt zu sagen: „Wir brauchen keine Opposition, weil wir selber Demokraten sind!“

All diese Vorgänge haben mit Ängsten zu tun und der hiesige Deutsche mit seiner Maske und Schutzhelm auf dem E-Bike hat viel Angst vor allen möglichen Gespenstern, die reale Gefahr scheint er aber zu übersehen, wie ein Schlafwandler auf der Dachspitze. Freilich – die Medien haben einen erheblich Anteil an diesem Zustand.

A surprised woman with wide eyes and an open mouth, reacting in shock, while a man leans in to whisper something to her.
Die mediale Dauerpropaganda insbesondere in Deutschland führt oft zu einer Fehleinschätzung von realen Risiken und zur regelmässigen Massenhysterie.

Wirkliches Risiko

„Der Tod ist sicher, das Leben nicht.“ – unbekannt

Aber wir können auch etwas konkretere und wirklich realistische Beispiele zum Nachdenken wählen. Wie sieht es beispielsweise im Strassenverkehr aus? Vor uns ein schleichendes Auto, der Fahrer mit dem Smartphone in der Hand (was man immer öfters sieht) und wir haben es eilig. Es wäre naheliegend zu überholen. Ja, es gibt hin und wieder Gegenverkehr und man muss sich bei der Einschätzung von der Entfernung und der Geschwindigkeit sicher sein. Wenn wir überholen, dann kommen wir rechtzeitig zu unserem Termin. Zumindest ist es wahrscheinlicher. Aber was ist unser reales Risiko? In dem Fall ist es unser Leben. Das Chance-Risiko-Verhältnis steht also absolut gegen uns. Unser Leben steht auf dem Spiel für einen Termin. Was für ein Termin müsste das sein, um dieses Chance-Risiko-Verhältnis positiv sein zu lassen? Wenn wir so darüber nachdenken, wird es wohl kaum einen solchen Termin geben, der so wertvoll wie unser Leben ist. Aber warum werden dann solche Risiken dennoch eingegangen?

Nehmen wir das Chance-Risiko-Verhältnis unseres Welt-Depots. Was können wir hier verlieren und was können wir gewinnen? Wie wahrscheinlich ist es, dass unser Welt-ETF wertlos wird? Die Weltwirtschaft müsste komplett implodieren. Der Handel nicht mehr möglich sein. Vielleicht haben grüne Ökosozialisten die Weltherrschaft übernommen und wegen dem Klima werden ETF’s verboten. In Deutschland durchaus möglich, die Welt in der wir leben ist verrückt geworden. Unsere Altersvorsorge wäre also wertlos. Aber was wäre die Alternative gewesen? Keine Altersvorsorge aufbauen? Und was haben wir real verloren? Im Prinzip der Anteil unserer Arbeitskraft um das Geld zu erwirtschaften, was wir in den ETF gesteckt haben. Also einen Teil unserer Lebenszeit. Das ist ein Teil des wertvollsten Gutes was wir haben. Hier stellt sich natürlich die Frage, was wir mit den anderen „Teilen“ tun und was die Alternativen sind. Aber durch den „Zinseszinseffekt“ wird bei den meisten Menschen über die Dauer ihrer Lebenszeit das Chance-Risiko-Verhältnis bei dem Aufbau des Welt-Depots ausgewogen positiv sein.

Uns zu guter Letzt wollen wir über das theologische Chance-Risiko-Verhältnis nachdenken, was mit der Wahrscheinlichkeit zusammen hängt, ob es Gott gibt. Oder anders gesagt: Wie wahrscheinlich ist es, dass das Universum und die gesamte gemachte Welt Zufall sind? Dazu gibt es viele Thesen – in unserer Zeit natürlich auch politisch gewollt und gefördert (man beachte mal wie „wissenschaftlich“ beim Thema Genderstudies gearbeitet wird) – die letztlich aber auf einer schier unendlichen Zeit basieren und ignorieren, dass ein erster Zufall Milliarden weiterer Zufälle bräuchte. Halten wir es transparent und klar. Der Wissenschaftler Christy Morrison sagte: „Würdest du zehn Groschen von eins bis zehn nummerieren und dann in deiner Hosentasche durcheinander bringen, und würdest du danach versuchen, die nummerierten Münzen der Reihe nach herauszuholen, indem du jedes Mal die herausgeholte Münze wieder in deine Hosentasche steckst. Die Wahrscheinlichkeit, dass du im ersten Zug die Münze Nr. 1 herausholst, ist 1 zu 10. Die Wahrscheinlichkeit, dass du alle Münzen der Reihe nach herausholst, ist 1 zu 10 Billionen.“ Die meisten Menschen auf der Welt glauben an Gott und sogar eine Mehrheit im Westen an irgendeine Form von „höherer Macht“. Es gibt nur zwei Bücher im Bücherregal, die Relevanz in ihrer Geschichte und Verbreitung haben und die die Aussage beinhalten, dass sich Gott hier ganz oder teilweise geoffenbart hat: die Bibel und der Qur’an. Hier findet man ein klar und logisch beschriebenes Gottesbild – man müsste diese Bücher eben einfach mal nur lesen. Das Chance-Risiko-Verhältnis in Bezug auf diese Thematik ist : 1. Beachten wir, das Chance eben auch „Lohn“ bedeutet. Geht die Rechnung auf, ist das Leben nach dem Tod nicht vorbei, sondern es beginnt „das wirkliche Leben“, wie Bibel und Qur’an es sagen. Was ist der Einsatz? An Gott glauben, ihn suchen, zu ihm beten, um es mal kurz zu sagen. (an dieser Stelle empfehle ich unbedingt meine PodcastfolgeWarum Islam – Monotheismus“ ). Wir wollen uns hier nicht falsch verstehen. Das ist kein Trade. Aber runter gebrochen auf ein Chance-Risiko-Verhältnis hilft es vielleicht einmal darüber nachzudenken, um was es wirklich im Leben geht.

Das Chance-Risiko-Verhältnis können wir in vielen Bereichen des Lebens anwenden und seine Bedeutung ist wichtig. Sei es beim Geld, aber auch beim Thema Opportunitätskosten, „wirkliches Risiko“ und eben auch den grossen Fragen des Lebens.

“We now live in a system where we continue to go to the brink and then recoil when we see the abyss opening at our feet.”

–George Soros,  Alchemy of Finance