„Ist die Zeit das Kostbarste unter allem, so ist Zeitverschwendung die allergrößte Verschwendung.“
Benjamin Franklin
Wie lege ich Geld selbst an?
Geld anlegen war bis vor wenigen Jahren noch etwas, wo man zu seiner Hausbank gegangen ist. Das war oft die Spasskass oder eine Genossenschaftsbank, wie die VR-Bank, Dorfvolksbank, BBBank oder eine Privatbank. Man ging zu einem sogenannten „Beratungsgespräch“, bekam Kaffee aus einem schlecht gewarteten Kaffeevollautomaten (nichts für wirkliche Kaffeefans, von Espresso ganz zu schweigen) und musste erst einmal warten. Dann wurde man abgeholt und in ein Büro gebracht, wo ein Verkaufsgespräch statt fand. Im Vorfeld erst einmal Smalltalk, Daten aktualisieren und dann ging es auch schon los. Unabhängig davon, wie nett so ein Kontakt menschlich gesehen war, es war Vertrieb. Letztlich war immer das Ziel, dass man von der Bank einen Fonds oder ein Versicherungsprodukt wie eine Fondsrente, Indexpolice oder Ähnliches kauft. Oder das Depot wurde „gedreht“. Bei einer grossen deutschen Bank im Private Banking seinerzeit hämisch „Drehzahlfaktor“ genannt (mit enormen Kosten für den Kunden als Folge).
Klar, das alles gibt es immer noch. Noch immer gibt es den klassischen alten Vertrieb und seine Opfer sind oft Rentner, bequeme Anleger und Menschen, die sich gerne bauchpinseln lassen. Manche brauchen einfach diese „Behandlung“ und sind eben bereit sehr viel Geld dafür zu bezahlen. Dass nicht wenige Bankkunden im Laufe ihres Lebens 6-stellig Gebühren bezahlt haben (vor allem Private Banking Kunden), dürfte vielen gar nicht bewusst sein. Das merke ich bis heute, wenn ich zu solchen Menschen Kontakt habe. An der Stelle möchte ich anmerken, dass das alles völlig legal ist. Es herrscht Vertragsfreiheit in Deutschland und wenn jemand gerne diese Gebühren bezahlt, dann finden sich auch Anbieter – in diesem Fall Banken – die das Geschäft machen. Auch im Bereich Finanzvertrieb 2.0 gibt es das und ich habe zuletzt erst von einer Person erfahren, die über 6000 Euro für ein Frau zu Frau Coaching bezahlt hat, um einen ETF-Sparplan abzuschliessen. Ob man also von der Bank ausgepresst wird oder von einem Anbieter aus der Finanzbloggerei, es ist für jeden eben etwas dabei.
Aber darum soll es ja nun heute gerade nicht gehen! Wie lege ich also mein Geld an, ohne dafür viel Geld zu bezahlen? Nun, am besten (1) selbst und (2) am besten mit unserer Community.
Die Finanzbloggerei ist tatsächlich erst die letzten Jahre zum Finanzvertrieb 2.0 geworden. Die unabhängige Finanzblogszene von einst gibt es nicht mehr. Alle großen Finanzblogs verkaufen inzwischen Produkte oder sind Kooperationen eingegangen, die zum Produktverkauf führen. Damit haben sie den suchenden Anlegerinnen und Anlegern einen Bärendienst erwiesen. Viel Vertrauen wurde vernichtet. Blackwater.live ist und bleibt unabhängig! So gesehen bleiben wir „Old School“.
Ich Lege mein Geld selbst an
Will man Geld selbst anlegen, muss man zunächst ein Wertpapierdepot eröffnen. Das geht entweder bei einer Bank oder bei einem Onlinebroker. Vereinfacht gesagt, ist ein Depot ein Konto auf dem kein Geld, sondern Wertpapiere lagern. Wenn man ein Depot eröffnet hat, kann man von nun an jederzeit Wertpapiere kaufen und verkaufen.
Hinweis für Newbies: Bevor ihr ein Depot eröffnet, achtet genau auf zusätzliche Kosten, den Service und die angebotenen Leistungen. Das Produktangebot verschiedener Anbieter unterscheidet sich zum Teil deutlich.
Wenn das Depot eröffnet ist, dann ist ein solider Weg ETF’s zu kaufen, genauer gesagt reicht ein einziger ETF schon aus. Hier stellt sich nur die Frage, ob es ein Sparplan sein soll oder eine Einmalanlage. Viele junge Blackwater.live Leserinnen und Leser haben einen Sparplan gestartet und so den Vermögensaufbau begonnen. Andere haben eine Einmalanlage gemacht, weil sie Geld geerbt hatten oder bereits aus anderen Quellen Vermögen hatten, was richtig angelegt werden musste. Aber egal ob es ein Sparplan sein soll oder eine Einmalanlage, es ergeben sich einige Fragen. Die häufigsten Fragen sind am Anfang diese:
Was ist überhaupt ein ETF? Sind ETF’s sicher? Wie viele ETF’s soll ich kaufen und wie oft? Wie sieht es mit Steuern aus? Welchen Index soll der ETF abbilden? Was ist überhaupt ein Index? (…)
Ihr steht ganz am Anfang. Und genau aus diesem Grund, gibt es unsere Community, wo das alles erklärt ist und andere Anleger und Anlegerinnen vor euch das gleiche Problem hatten und nun anderen helfen. Hier ist ein Thread der Community, der ein guter Startpunkt ist:
Am Anfang solltet ihr euch wirklich auf die Basics konzentrieren und eure Fragen bei uns stellen und beantworten lassen. Bis ihr euch sicher seid, dass ihr auch alles verstanden habt. Danach bietet es sich an ein Konzept umzusetzen, was schon viele Menschen vor euch umgesetzt haben. Wir haben es Blackfolio© getauft. Es ist transparent, effizient und besser als jedes Private Banking Depot einer Vertriebsbank. Damit werdet ihr schon als Newbies viele Altanleger weit hinter euch lassen. Mal ganz abgesehen davon, dass ihr wisst was ihr tut. Das ist bei Bankkunden eher selten der Fall.

Blackfolio©
Was ist das Blackfolio© Konzept? Schaut selbst:
- Unser ETF Portfolio für verschiedene Risikoklassen.
- Eigene Risikoneigung erkennen.
- Aus den heutigen Finanzmärkten die Vorteile ziehen.
- Dazulernen und selbst im eigenen Depot umsetzen.
- Nur 3 einfache und klare Portfolios.
- Wissenschaftlich belegter Erfolg: Siehe Fachliteratur
- Kostenlos!
Klare und einfache Sache. Und vor allem günstig. Du brauchst keine teuren Fonds, keine Versicherungsfuzzis oder Bankverkäufer. Alles was Du brauchst, ist ein Depot bei einer Bank. Und dort kaufst Du dann selbst einen Welt-ETF. Entweder mit monatlichen Sparraten oder als Einmalanlage. Alle wichtigen Unternehmen der Welt befinden sich darin und Du verdienst an allen mit. Dazu gibt es gute Fachliteratur in unserer Community-Bücherecke oder aber Du liest die letzten zeitlosen Artikel dazu:
Wichtig für den nächsten Schritt ist es, das „magische Dreieck der Geldanlage“ zu verstehen und im Sinn zu behalten. Es geht um Risk/Reward, also um das Chance-Risiko-Verhältnis. Du kannst nicht alles haben. Je mehr Du Dich auf dem Dreieck einer Ecke näherst, desto mehr entfernst Du Dich von einer anderen Ecke. Mehr Rendite bedeutet weniger Sicherheit (in dem Fall deutlich mehr Schwankungen). Wenn Dein Geld „flüssig“ sein soll, also immer verfügbar, dann kannst Du es Dir beispielsweise nicht leisten dass der Anlagebetrag stark schwankt oder festgelegt ist. Es gibt KEINE AUSNAHMEN! Jeder, der Dir etwas anderes erzählt hat (1) keine Ahnung oder (2) belügt Dich. Das magische Dreieck ist wie so manch anderes Prinzip sehr einfach und klar. Aber wirklich verstanden wird es nur von wenigen Menschen. Die meisten Menschen machen in bestimmten Bereichen im Leben ähnliche Erfahrungen, aber lernen tun nur die wenigsten.

Das „magische Dreieck“ der Vermögensanlage
Geldanlage – wie?

- Überlege wie viel Geld Du monatlich und/oder einmal zurück legen kannst. Dein Anlagehorizont sollte 10 Jahre oder länger sein. Wenn Deine Finanzen ein Chaos sind, dann gibt es einen Artikel, die Dir helfen kann: Das letzte Update zum 3-Konten Modell: HIER. Damit kannst Du Deine Finanzen aufräumen und danach klappt es mit dem Sparen.
- Nachdem Du Deine Finanzen aufgeräumt hast, suchst Du Dir einen Welt-ETF raus. Beispielsweise den Vanguard All-World. Mit dem Betrag den Du zum anlegen hast, nimmst Du dann eine der folgenden Aufteilungen vor. Rendite ist immer der ETF-Anteil des Kuchen’s, mit dem Teil Sicherheit ist beispielsweise ein Tagesgeldkonto oder ein Sparkonto gemeint. Banker nennen das Liquidität.
- Wichtiger denn je ist es das „magische Dreieck der Geldanlage“ zu verstehen. Es wird auch in Banken den Kunden gezeigt. Aber ich verrate Dir ein Geheimnis: Die meisten Bankberater die ich kenne verstehen es nicht wirklich, weil sie kein eigenes Vermögen haben oder wenn, dann nur auf dem Tagesgeldkonto (und ein paar Einzelaktien und Schrottfonds). Auch die meisten Bankmanager, die ich in meiner beruflichen Laufbahn kennen lernte, hatten nicht die Anlagen, die die Bank den Kunden empfohlen hatte.
Diversifikation – Risikostreuung
Abgeleitet aus dem magischen Dreieck der Vermögensanlage gilt für Kapitalanlagen ein grundsätzlicher Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko. Je höher die Rendite einer Anlage, desto größer ist Dein Risiko. Je kleiner die Risiken des Finanzinstrumentes, desto weniger Rendite ist zu erwarten. Unter Risiko versteht man im Assetmanagement die Unsicherheit und Ungewissheit über das Erreichen des Anlageergebnisses. Die höhere Renditeaussicht ist ein Ausgleich, eine Entschädigung für das Eingehen größerer Unwägbarkeiten bei der Kapitalanlage. Aber garantiert ist diese höhere Rendite natürlich nicht! Es ist erst einmal eine mehr oder weniger begründete Erwartung! Diversifizierung bewirkt in zwei Richtungen etwas. (1) Durch die Kombination von verschiedenen Assetklassen oder Finanzprodukten, deren Wertentwicklung nicht direkt miteinander zusammenhängt, können große Kapitalverluste vermieden werden. Durch Diversifikation werden Gefahren reduziert, denen Dein Kapital insgesamt ausgesetzt ist. Außerdem (2) ist es möglich durch die Kombination verschiedener Anlageklassen einen höheren Output für Dein gesamtes Portfolio zu erzielen.
Es gibt im Prinzip 3 einfache Strukturen, wie Du Deine Geldanlage nach Risiko gewichten kannst. Natürlich gibt es zwischen diesen Modellen theoretisch fast unbegrenzt weitere Möglichkeiten. Und man kann auch „All-In“ gehen. Dann wäre noch die Frage, welchen Teil des Vermögens man in diese Betrachtung mit einbeziehen will?
Wir empfehlen, es so einfach wie möglich zu halten. Transparenz und Einfachheit ist stets wichtig, um langfristig am Ball zu bleiben und sich nicht zu verzetteln. Für die meisten Menschen wird daher ein guter Welt-ETF und ein Tagesgeld bei diesen Modellen die richtige Wahl sein, um das Risiko entsprechend zu gewichten.
Machen wir ein Beispiel:
Du legst 10.000 Euro an und wählst eine Wachstumsstrategie. Das wäre das dritte Modell bei den nachfolgenden Abbildungen. Das bedeutet, Du würdest 7.500 Euro in den Welt ETF investieren und 2.500 Euro auf ein Tagesgeld packen. Derzeit könnte es auch ein Festgeld sein (Stand 02.2024). Wichtig ist, dass Du diese beiden Anlagen immer als EINE Anlage von der Volatilität und der Rendite her betrachtest. Viele machen den Fehler und betrachten immer einzelne Bausteine ihrer Anlage. Gerade bei großen Portfolios habe ich das oft erlebt. Dann kommt die Idee bei manchen Anlegerinnen und Anlegern auf, dass man „schlecht laufende Anlagen“ (in dem Fall sind damit einfach zyklische Schwankungen gemeint) verkauft. Was ein Fehler! Es gilt also immer das Ganze zu betrachten. Gewöhnt euch das auch schon bei einem ETF und einem Tagesgeld an. Es ist EINE Anlage! Hinweis: Das bedeutet auch, dass der liquide Teil dieser Anlage nicht als „Notgroschen“ gedacht ist!!



Diese Modelle sind nicht veraltet, auch wenn sie aus dem Jahr 2018 von uns sind, als wir den Gedanken mit dem Blackfolio© hatten. Die Rendite ist inzwischen höher, die Volatilität etwas gesunken. Im Wesentlichen geht es hier darum das Prinzip zu verstehen. Denn die Zahlen werden sich jedes Jahr verändern, langfristig aber positiv bleiben und die Inflation übertreffen. Kurzfristig ist das aber eben nicht immer der Fall. Die Modelle sollen eine Vorstellung davon vermitteln, wie man eine Geldanlage einfach strukturiert und welche Auswirkungen das auf die Gesamtanlage dann hat.

Worauf wartest Du?
„Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“ – Lucius A. Seneca
Vielleicht denkst Du, Du hast jetzt keine Lust und willst das alles auf später verschieben. Oder, dass es zu kompliziert ist. Oder Du denkst, dass Du kein Geld hast. Aber das Einzige was Du wirklich nicht hast, ist Zeit. Zeit ist die wertvollste Ressource die wir haben und sie wird jeden Tag weniger. In Bezug auf Geld ist Zeit ein größerer Hebel als Rendite. Daher ist es unbedingt notwendig jetzt mit dem Thema Vermögensaufbau anzufangen, weil jedes Jahr später sehr viel mehr Kapital aufgewendet werden muss. Oder Du musst ein deutlich höheres Risiko eingehen. Das ist fatal, weil man mit zunehmenden Alter das Risiko eigentlich absenken muss.
Dieser Artikel ist zeitlos und wir werden ihn immer wieder verlinken. Alles was man darüber hinaus zum Thema Vermögensaufbau, Altersvorsorge und Geldanlage wissen muss, findet sich in unserer Community.
Jetzt bist Du dran!
„Die Zeit ist kein Geld. Aber den einen nimmt das Geld die Zeit und den anderen die Zeit das Geld.“
Ron Kritzfeld
