„Einen Döner bitte.“ 

„Mit alles?“ 

„Dativ!“ 

„Ham‘ wir nich‘.“ 

„Mit allem!“ 

Aleem hat heute frei.“ 

„Es heißt ‚mit allem‘!“ 

„Nö, heißt Döner-Paradies.“

Deutschland im Jahr 2024 und damit gefühlt im Jahr 4 der gesellschaftlichen und rechtsstaatliche Auflösung und in der Transformation zur neuen Öko-DDR. Und kurz davor Kriegspartei in einem europäischen Full-Scale-War zu werden. Man lebt in einem dysfunktionalen und maßlos ökonomisch verfetteten Krisenstaat, der mit Geld nicht mehr zu retten ist, da die Strukturen marode und von vorgestern sind. Leben wie in einem Museum. Aber es gibt etwas, was die geschundene deutsche Volksseele zusammen hält – der Döner Kebab. Das Nationalgericht Deutschlands und dieses Faktum spricht auch schon Bände über dieses Land. Da „schick essen gehen“ angesichts der massiven Inflation für immer mehr Menschen unmöglich wird, die deutsche Hausfrau zur Seltenheit geworden ist und das Kochen maximal mit Hilfe des „Thermomix“ gelingt (wenn man das Endprodukt dann „Essen“ nennen will), hat der Döner auch trotz gewaltiger Preissteigerungen seinen Siegeszug weiter fortführen können. Und alle kennen den Döner. Selbst das Vorstadtkleinkind, was zu guten Zeiten nur Bio-Gemüse und gefiltertes rechtsdrehendes Demeterwasser bekam, durfte trotzdem den Döner mit seinem wunderbaren Phosphatfleisch geniessen, wenn die Dame des Hauses mal wieder keine Lust hatte die Microwelle zu bedienen. Und weil der Döner so bekannt und verbreitet ist, ist es ein idealer Gradmesser für die Inflation. Denn die Warenkorbmessung staatlicher Stellen wird nur zu gerne manipuliert, damit die Zahlen nicht ganz so schlimm aussehen. Frei nach Minister Habeck haben wir keine hohe Inflation, es sind nur die Preise gestiegen. Da Deutschland demnächst Kriegspartei ist aber das Geld dazu fehlt, wird die nächste Inflationswelle sich schon bald aufbauen. Ein Dönerpreisindex wäre da ideal, um die Entwicklung der Inflation privat zu messen. Einzig verwunderlich ist nur, dass es diesen noch nicht offiziell gibt. Aber wir schaffen ihn uns hier auf Blackwater.live nun selbst.

Statistik über die Beliebtheit von Fast Food in Deutschland, einschließlich Döner, Burger, Pizza, Currywurst, Pommes Frites und Bratwurst, aufgeschlüsselt nach Geschlecht.
Quelle: Statista. Nutzung erlaubt, Referenzlink: HIER.

Was die Beliebtheit des Döner’s angeht, so gab es die letzten Jahre immer mal wieder Veränderungen und auch die Pizza schneidet nicht schlecht ab. Allerdings kommt man im Jahr 2024 hier auch nicht unter 8-10 Euro weg und dann ist der Käse auf der Pizza Analogkäse. Letztlich siegt am Ende der Döner wegen dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei jüngeren Erwachsenen in Deutschland (18 Jahre bis Mitte vierzig) ist laut Statista die Wurstliebe verloren gegangen – Currywurst oder auch Bratwurst landen bei der Umfrage recht weit hinten. Mit Abstand beliebtestes Fast Food ist die Pizza, gefolgt von Döner und Burger. Im direkten Duell von Currywurst und Döner, wenn die Befragten also einen dieser beiden Klassiker wählen müssen, bevorzugen auch in der Gesamtbevölkerung 45 Prozent den Döner (und nur 37 Prozent die Currywurst). Je jünger die Befragten, desto größer die Döner-Liebe – das erstaunt angesichts dessen, dass man bei Fleischgenuss doch 2030 wegen dem auch durch die Fleischproduktion erzeugten Klimawandel verbrennt. Aber kommen wir zu den Dönerpreisen zurück.

Es gab in Social Media (vor allem auf Reddit) schon einige private Umfragen zum Thema Preisentwicklung von Döner Kebab. Die meisten endeten aber im Jahr 2023. Da wir – wie schon gesagt – davon ausgehen, dass die Inflation weiter anziehen wird, werden wir die weitere Preisentwicklung selbst weiter nachvollziehen und in unserer Community dokumentieren.

Quelle: Reddit, Ernährungsindustrieverband, 2022-2023

Der Döner

Für alle die den Kult des Döners in Deutschland noch nicht kennen, wollen wir uns nun noch kurz mit dem Döner selbst beschäftigen, bevor wir zum Döner-Index selbst kommen. Was ist eigentlich Döner? Wikipedia dazu:

„Der Döner Kebab (türkisch; „(sich) drehendes Grillfleisch“), kurz Döner, ist ein Gericht der türkischen Küche. Er besteht aus mit Marinade gewürzten Fleischscheiben, die schichtweise auf einen senkrecht stehenden Drehspieß gesteckt und seitlich gegrillt werden. Von diesem werden nach und nach die äußeren, gebräunten Schichten dünn abgeschnitten. (…) Ursprünglich wurde für Döner nur Hammel- oder Lammfleisch verwendet; heute ist auch die Verwendung von Kalb- und Rindfleisch oder Geflügel wie Pute oder Hühnchen üblich. Das griechische Gyros ist dem Döner sehr ähnlich.“

Die Zubereitung von Fleisch am Drehspieß hat in Anatolien eine lange Tradition, auch das Servieren von Grillfleisch im Fladenbrot. So schrieb Helmuth von Moltke, seinerzeit Militärberater des Osmanischen Reiches, am 16. Juni 1836 in sein Tagebuch: 

„Unser Mittagsmahl nahmen wir ganz türkisch beim Kiebabtschi ein. […] Dann erschien auf einer hölzernen Scheibe der Kiebab oder kleine Stückchen Hammelfleisch, am Spieß gebraten und in Brotteig eingewickelt, ein sehr gutes, schmackhaftes Gericht.“

In Istanbul wurde Döner Kebab seit den 1940er Jahren angeboten, jedoch nur in sehr wenigen Restaurants, eines davon im Topkapı-Palast. Der Beginn des Straßenverkaufs im Fladenbrot wird für einige Imbiss- Betreiber in Istanbul bereits in den späten 1960er Jahren angegeben.

In der arabischen Welt gibt es ein recht ähnliches Gericht, das Schawarma (arabisch شاورما , DMG šāwarmā, hebräisch שווארמה). Wie der Kebab gibt es dieses als Tellergericht oder in einem Brot als Streetfood.

Ein Döner Sandwich mit gegrilltem Fleisch, frischem Gemüse und Sauce in einem knusprigen Fladenbrot.
Döner Kebab im Fladenbrot – Döner kann ein wunderbar nahrhaftes und leckeres Produkt sein, wenn die Zutaten eine hohe Qualität haben. Leider ist das in Deutschland selten der Fall.

Schade beim Thema Döner Kebab ist heute, dass der eigentlich so wichtige Fleischspiess in den meisten Fällen nicht mehr selbst hergestellt wird, sondern Industriespiesse gekauft werden. So schreibt auch Wikipedia dazu: Ein Dönerspieß besteht üblicherweise aus einer Schichtung von jeweils vier bis fünf Lagen marinierten mageren Fleisches, auf die je eine Lage fetteren Fleisches – zum Beispiel aus Quer- oder Hochrippe – folgt. Ein fertiger Dönerspieß wiegt etwa zwei bis vierzig Kilogramm. Viele Restaurants und Imbissstände stellen die Spieße nicht selbst her, sondern beziehen sie aus industrieller Herstellung. In Deutschland gibt es rund 400 solcher Dönerfleisch-Produzenten; führend war 2007 die von Remzi Kaplan gegründete Kap-Lan Dönerproduktion. (…). In Deutschland enthält Döner neben schierem Fleisch manchmal auch Hackfleisch. In den 1980er Jahren begann die Massenproduktion von Dönerspießen.

Diese Entwicklung führte bereits in der Vergangenheit in Deutschland regelmässig zu Gammelfleischskandalen. Da die Billigdönerspiesse oft aus minderwertigem Fleisch bestehen, haben sie einen hohen Phosphatanteil, damit die Masse nicht zerfällt. Gut, ob man jetzt altes Milchkuhfleisch in einem Burger einer Fastfoddkette isst (100% Beef 😉) oder Phosphatdöner, das ist natürlich Geschmacksache. Beide Gerichte gibt es aber auch in „gut“. Bei Döner Kebab muss man nach entsprechenden Läden suchen und die Burger kann man selbst machen und echtes US-Beef (oder Bisonfleisch) dazu online kaufen. Ein Rezept und mehr dazu findet ihr HIER in unserer Community.

Ku·li·na·rik

/Kulinárik/

Substantiv, feminin [die]

Was kommt in einen guten Döner?

Döner kebap bedeutet auf türkisch “sich drehendes Grillfleisch”. Aber statt es üppig mit Salaten und Soßen zu füllen, wird es in der Türkei viel puristischer belegt. Der Grund dafür ist ziemlich einfach: es braucht keine Soßen und Salate! Die Fleischqualität ist so gut, das sollte nicht von anderen Geschmäckern überlagert werden. Der Krautsalat, Hirtensalat und diverse Saucen sind erst in Deutschland in die Dönertasche gekommen. Das Original aus der Türkei ist puristischer und kommt meist mit Zwiebeln, Sumach und Petersilie aus. (Quelle: türkische Connections des Seitenbetreibers und „KochDichTürkisch.de“)

In Deutschland hat sich leider die Billigvariante (auch wenn diese Variante 2024 auch schon bis zu 9 Euro kostet) durchgesetzt. Wegen den Industriespiessen und dem minderwertigen Fleisch braucht es viel Sauce und Kraut, um alles zu überlagern. Der Blogbetreiber kennt aber aus seiner späten Jugend auch noch eine andere Variante aus einem alten Dönerladen, wo der Spiess jeden Abend selbst hergestellt wurde und das Fleisch dann mit selbst gemachter Joghurtsauce, Tomaten, Zwiebeln, Salat und Peperoni im frisch gebackenen Brot serviert wurde. Und da ich selbst einige Jahre in diesem Laden wegen einer türkischen Jugendliebe mitgeholfen habe, weiss ich alles sozusagen aus erster Hand. Leider gibt es den Laden nicht mehr, aber dieser Referenz-Döner dient als Grundlage für unseren Döner-Index.

Der Döner-Index

Der standardisierte Döner für unseren Döner-Index besteht also immer aus dem Fladenbrot, dem Fleisch, Tomaten, Zwiebeln, Salat, ein oder zwei Peperoni und eine Joghurtsauce (nein, keine Mayo und kein Tsatsiki – bitte seid keine Kulturbanausen!). Gesundheitsschädliche Produkte werden wir vermeiden.

Mrs. Blackwater und ich werden etwa ein Mal im Monat einen Döner essen gehen und uns die Preise anschauen. Das alles werden wir in einem Thread in unserer Community dokumentieren. Demnächst wird dort auch der „Startdöner“ eingestellt. Zum „Döner-Index-Thread“ kommt ihr hier:

Wo gibt es den besten Döner in Deutschland?

Eine objektive Bewertung scheint unmöglich. In der Sendung „Lege kommt auf den Geschmack“ bewertet Spitzenkoch Sebastian Lege in vier Episoden die Lieblingsgerichte der Deutschen und sucht das „Beste von allen“. Die Jury bilden dabei rund 50 Testesser. Bei der Suche nach dem besten Döner setzte sich „Alaturka“ aus Stuttgart im Finale gegen den populären Laden „Mustafa’s Gemüse Kebap“ aus Berlin durch. In beiden Fällen handelt es sich immerhin um Dönerläden, die ihre Spiesse selbst machen und keine Industriespiesse kaufen. „Bei uns alles frisch“ ist kein Qualitätsmerkmal, denn oft meint das nur das Gemüse ist von heute oder das Brot selbst aufgebacken. Aber entscheidend ist das Fleisch!

Das Travelvergleichsportal „Skyscanner“ hat auch einen Contest veranstaltet und dabei die 10 besten Döner Deutschlands gewählt. Auch hier wurde auf das Fleisch geachtet: HIER. Auch Skyscanner schrieb über den Stuttgarter Döner Alaturka: „Das Alaturka in der Olgastraße 75 hat bereits eine lange Geschichte hinter sich: 1979 kam Yüksel Dogan, damaliger Gastarbeiter und heutiger Besitzer des Ladens, nach Deutschland und eröffnete mit seiner damaligen Frau einen Gemüseladen – der Verkauf von Döner fand anfangs nur in einem kleinen Bereich statt. 2001 dann der Schicksalsschlag: Seine Frau erlitt einen Bandscheibenvorfall und die Familie musste umdenken. So entstand das Alaturka, das die Stuttgarter heute allesamt kennen und lieben und das noch immer von Herr Dogan gemeinsam mit seiner Tochter geführt wird. Der 50 Kilogramm schwere Fleischspieß wird täglich selbst geschichtet und in den Döner kommen nur regionale Zutaten – und das schmeckt man auch. Daher ist der Preis von 6,50 Euro für den Standard-Döner zwar teurer als anderswo in Stuttgart, jedoch jeden Cent wert.“

Der Preis dürfte allerdings längst überholt sein, denn das kostet heute ein Billig-Industriedöner auch.

Wo es den besten Döner in Deutschland gibt dürfte eine fast schon religiöse Frage sein und damit wird es richtig spannend. Zur Messung der Inflation per Döner-Index eignet sich der beliebte Döner-Kebab auf jeden Fall. Wenn ihr Lust habt mitzumachen, dann seid ihr herzlich dazu eingeladen!

Meldet euch bei unserer Community an und lasst uns an eurem Döneressen teilhaben!

„Dieser Moment, wenn der Dönermann das Fleisch schneidet und einem das Wasser im Mund zusammenläuft. Ist das bei Veganern beim Rasenmähen auch so?

– unbekannt