„Wir sind zu euch mit der Wahrheit gekommen, aber den meisten von euch ist die Wahrheit zuwider.“
Quran 43:78
Islamic Banking, halal ( حلال ) investieren, islamische Geldanlage – das alles meint das Gleiche und ist ein extrem weites Feld. Nachdem wir inzwischen ganz erheblich Reichweite in diesem Bereich gewonnen haben und modernere Lösungen anbieten und auch grundsatzorientiert statt denkfaul handeln, wollen wir uns heute wieder mit einigen Gedanken zum Islamic Banking beschäftigen. Wie in älteren Artikeln bereits beschrieben, haben islamische Grundsätze beim Investieren auch viel Überschneidungen mit ethischen Geldanlagen. Aber es gibt auch die gleichen Probleme und ähnliche Lösungen für diese Probleme. Insbesondere in der heutigen Zeit ist es sehr schwer ethisch sauber bzw. islamisch gesehen halal zu investieren und man muss neue Lösungen finden. Sich durch Begriffe wie „Zins“ pauschal triggern zu lassen reicht nicht mehr aus. Um „Zinsen“ an sich kommt niemand mehr herum, da Zinsen inhärent im Geldsystem integriert sind und jeder damit zu tun hat. Man muss schon auf Gehalt und sogar auf die Verwendung von Geld verzichten, wenn man konsequent sein will. Allerdings gibt es grundsatzorientierte Lösung für denkende Menschen, wie auch unsere Community Mitglieder wissen. Wenn Du bei dieser exklusiven Community🔐 mitmachen möchtest und Lösungen für Islamic Banking suchst, dann melde Dich gerne hier bei uns an:
Halal ( حلال ) Investieren
Islamisches Investieren, auch bekannt als Sharia-konformes oder halal Investieren, ist ein Finanzsystem, das sich strikt an den Prinzipien des Islam orientiert. Es vermeidet nicht nur Zinsen (Riba), sondern auch Unsicherheiten (Gharar), Glücksspielelemente (Maysir) und Investitionen in Branchen, die als haram (verboten) gelten, wie Alkohol, Glücksspiel, Schweinefleisch oder Waffen. Stattdessen fördert es risikoteilende Partnerschaften, ethische Geschäfte und soziale Verantwortung. Dieses System hat in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen, mit einem globalen Marktvolumen von über 3 Billionen US-Dollar. Doch was sind die Hauptgrundsätze des Islamic Banking? Hier sind die wichtigsten Grundsätze im Überblick:
- Verbot von Riba (Zinsen): Islamic Banking lehnt das Erheben oder Zahlen von Zinsen ab, da Geld nicht als Ware betrachtet wird, sondern lediglich als Tauschmittel. Stattdessen werden Gewinn- und Verlustbeteiligungen (z. B. durch Mudaraba oder Musharaka) genutzt, um faire Renditen zu erzielen.
- Risikoteilung (Risk Sharing): Alle Parteien teilen die Risiken und Gewinne einer Transaktion. Dies fördert Partnerschaften und verhindert, dass eine Seite allein profitiert oder verliert, im Gegensatz zu zinsbasierten Krediten.
- Verbot von Gharar (Unsicherheit): Transaktionen müssen transparent und frei von übermäßiger Unsicherheit oder Täuschung sein. Verträge müssen klar definierte Bedingungen haben, um Spekulation zu vermeiden.
- Verbot von Maysir (Glücksspiel und Spekulation): Jegliche Form von Glücksspiel oder spekulativen Geschäften ist untersagt, da sie als unethisch gelten. Finanzprodukte müssen auf realen Assets basieren
- Halal-Investitionen (Ethik und Verbot haram Aktivitäten): Investitionen sind nur in halal (erlaubte) Bereiche möglich, wie z. B. keine Beteiligung an Industrien wie Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Waffen oder Schweinefleisch. Stattdessen werden sozial verantwortliche und ethische Projekte priorisiert.
- Asset-Backed Financing (Vermögensgestützte Finanzierung): Alle Transaktionen müssen durch reale Vermögenswerte (z. B. Immobilien oder Waren) abgesichert sein, um Spekulation zu vermeiden und die Wirtschaft zu stärken. hps-worldwide.com
- Soziale Verantwortung und Zakat: Islamic Banking integriert oft die Zahlung von Zakat (Almosensteuer) und fördert soziale Wohlfahrt. Banken müssen ethisch handeln und zur Gemeinschaft beitragen.
Diese Prinzipien werden von einem Scharia-Ausschuss (Shariah Board) überwacht, um die Einhaltung zu gewährleisten. Islamic Banking wächst global und bietet Produkte wie Sukuk (islamische Anleihen) oder Ijara (Leasing)
Interessanterweise sind viele dieser Prinzipien nicht exklusiv islamisch, sondern finden Parallelen in den anderen Abrahamischen Religionen – Judentum und Christentum. Bereits im Alten Testament der Bibel, in den Lehren Jesu und natürlich im Quran werden ähnliche Ideen zur Vermeidung von Ausbeutung durch Zinsen formuliert. Dieser Artikel beleuchtet diese Verbindungen und zeigt, wie islamisches Investieren auf einem gemeinsamen ethischen Fundament der monotheistischen Religionen basiert.

Im Kern geht es beim islamischen Investieren um Fairness und Gerechtigkeit. Der Verzicht auf Zinsen basiert auf der Idee, dass Geld an sich kein Wertschöpfer ist – Gewinne sollten aus realer wirtschaftlicher Aktivität entstehen, nicht aus der bloßen Leihe von Kapital. Stattdessen werden Modelle wie Mudarabah (Gewinn- und Verlustteilung) oder Murabaha (Kostenzuschlagshandel) genutzt. Diese Prinzipien dienen nicht nur der spirituellen Reinheit, sondern auch der Stabilität der Gesellschaft, indem sie Armut und Ungleichheit reduzieren. Historisch gesehen teilen diese Ideen Wurzeln mit den anderen Abrahamischen Traditionen, die ebenfalls gegen die Ausbeutung durch Zinsen warnen.
Verbindungen zum Alten Testament der Bibel
Das Alte Testament, das für Juden und Christen zentral ist, enthält klare Verbote gegen Usury (Zinsen), insbesondere bei Krediten an Bedürftige oder Landsleute. Diese Aussagen spiegeln ein ethisches Verständnis wider, das der islamischen Haltung gegen Riba ähnelt: Zinsen werden als Form der Unterdrückung gesehen, die die Armen weiter benachteiligt.
Ein zentrales Beispiel findet sich in 5. Mose (Deuteronomium) 23:19-20: „Du sollst deinem Bruder kein Geld leihen auf Zinsen, weder Zinsen auf Geld noch auf Speise noch auf irgend etwas, das man leihen kann auf Zinsen.“
sarata.com Hier wird explizit unterschieden zwischen Landsleuten (keine Zinsen) und Fremden (Zinsen erlaubt), was auf eine soziale Schutzfunktion hinweist. Ähnlich in 3. Mose (Leviticus) 25:35-37: „Wenn dein Bruder verarmt und neben dir herabkommt, so sollst du ihn aufnehmen wie einen Fremdling oder Beisassen, dass er neben dir leben kann. Du sollst von ihm keinen Zins nehmen noch Aufschlag, sondern sollst dich vor deinem Gott fürchten, dass dein Bruder neben dir leben kann.“
quora.com Diese Verse betonen Mitgefühl und fürchten vor Gott, um Ausbeutung zu verhindern.
Weitere Stellen wie 2. Mose (Exodus) 22:25 warnen: „Wenn du Geld leihst einem aus meinem Volk, dem Armen neben dir, so sollst du an ihm nicht wie ein Gläubiger handeln; ihr sollt keine Zinsen von ihm nehmen.“
gottesdienst.org Und in Ezechiel 18:8 wird der Gerechte als jemand beschrieben, der „keinen Zins nimmt und keinen Aufschlag fordert“.
reddit.com Diese Prinzipien ähneln dem islamischen Verbot von Riba, da sie Zinsen als moralisch verwerflich darstellen, wenn sie die Schwachen belasten. In der jüdischen Tradition wurde dies später in der Halacha (jüdisches Gesetz) weiterentwickelt, was Parallelen zu modernem islamischem Banking zeigt, wo ethische Investitionen im Vordergrund stehen.
Jesu Aussagen im Neuen Testament
Jesus Christus, der in allen Abrahamischen Religionen eine bedeutende Rolle spielt – als Prophet im Islam, als Messias im Christentum –, vertiefte diese Lehren weiter. Seine Worte betonen Barmherzigkeit und Großzügigkeit, insbesondere beim Umgang mit Geld. Im Neuen Testament wird das Thema Zinsen nicht so explizit wie im Alten Testament behandelt, doch Jesu Lehren implizieren ein radikales Verständnis von Leihe ohne Erwartung von Gewinn.
In Lukas 6:34-35 heißt es: „Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr hofft, es wiederzubekommen, was für einen Dank habt ihr dafür? Auch Sünder leihen Sündern, um ebensoviel wiederzubekommen. Vielmehr liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen; so wird euer Lohn groß sein.“
biblehub.com Hier fordert Jesus nicht nur zum Verzicht auf Zinsen auf, sondern sogar zur Leihe ohne Erwartung der Rückzahlung – eine Steigerung der alttestamentlichen Prinzipien. Dies passt perfekt zum islamischen Ideal der Zakat (Almosen) und der risikoteilenden Finanzierung, wo Gewinne geteilt, aber Verluste nicht allein auf den Schwächeren abgewälzt werden.
Jesu Gleichnisse, wie das vom ungerechten Verwalter (Lukas 16), kritisieren habgieriges Verhalten und fördern stattdessen Großmut. Diese Haltung gegen Ausbeutung durch Finanzen findet Echo im islamischen Investieren, das spekulative Praktiken ablehnt und stattdessen reale Wertschöpfung betont. Christliche Denker haben später diese Verse interpretiert, um Zinsen in der Kirche zu verbieten, was bis ins Mittelalter anhielt und Parallelen zur Sharia schafft.
Jesus hat in den Evangelien des Neuen Testaments häufig über Geld, Reichtum und den richtigen Umgang damit gesprochen – tatsächlich mehr als über Themen wie Himmel und Hölle. Etwa 15 Prozent seiner Lehren befassten sich mit Finanzen, und 16 von 38 Gleichnissen handeln von der Verantwortung für Geld. Seine Botschaften warnen oft vor Gier und der Vergötterung von Reichtum (Mammon), betonen aber auch Großzügigkeit, Vertrauen in Gott und die Priorität geistlicher Werte. Hier sind einige zentrale Aussagen Jesu, basierend auf biblischen Texten (zitiert nach der Lutherbibel oder ähnlichen Übersetzungen):
Die Gefahr der Geldgier und des Reichtums
- In der Bergpredigt sagt Jesus: „Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ (Matthäus 6:24) Dies unterstreicht, dass Geld nicht zum Idol werden darf.
- Er warnt: „Hütet euch vor aller Habgier; denn auch wenn jemand Überfluss hat, besteht sein Leben nicht in dem, was er hat.“ (Lukas 12:15) Hier kritisiert er die Illusion, dass materieller Besitz das Leben erfüllt.
- Zum reichen jungen Mann: „Wenn du vollkommen sein willst, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach!“ (Matthäus 19:21) Jesus deckt hier auf, dass die Liebe zum Geld ein Hindernis für die Nachfolge sein kann.
- Berühmtes Bild: „Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher wird schwer ins Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.“ (Matthäus 19:23-24) Dies zeigt die Schwierigkeit für Reiche, sich von ihrem Besitz zu lösen.
Großzügigkeit und Geben
- In der Geschichte von der Witwe: Jesus lobt eine arme Witwe, die zwei kleine Münzen in den Tempelschatz wirft – alles, was sie hat – und sagt, sie habe mehr gegeben als die Reichen, die aus ihrem Überfluss spenden. (Markus 12:41-44) Es geht um die Hingabe, nicht um die Menge.
- „Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motte und Rost sie verderben und wo Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost sie verderben und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen.“ (Matthäus 6:19-20) Jesus rät, in ewige Werte zu investieren, z. B. durch Almosen.
Vertrauen in Gott statt in Geld
- „Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? … Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ (Matthäus 6:25-33) Hier lehrt er, Gott zu vertrauen, anstatt sich um materiellen Wohlstand zu sorgen.
Die Bibel verurteilt Geld an sich nicht, sondern den falschen Umgang damit – Gier, Geiz oder die Vernachlässigung der Armen. Jesus betont, dass wahrer Reichtum in der Beziehung zu Gott liegt.

Aussagen aus dem Quran
Der Quran, als Offenbarung an den Propheten Mohammedﷺ , baut auf den früheren Schriften auf und verstärkt das Verbot von Riba. Er sieht Zinsen als Werkzeug der Ungerechtigkeit, das Reichtum ungleich verteilt und die Gesellschaft spaltet. Der Quran erwähnt Riba in mehreren Suren, oft in Kontexten, die soziale Gerechtigkeit und Frömmigkeit betonen.
Ein zentraler Abschnitt ist Sure Al-Baqarah (2:275-279): „Diejenigen, die Riba verzehren, werden nicht anders aufstehen als der, den der Satan durch Berührung zum Wahnsinn getrieben hat. Das ist so, weil sie sagen: ‚Handel ist ja wie Riba.‘ Aber Allah hat den Handel erlaubt und Riba verboten.“
quran.com Hier wird klar unterschieden zwischen legitimem Handel und verbotenem Zins, der als satanisch dargestellt wird. Vers 276 fährt fort: „Allah tilgt Riba aus und mehrt Almosen. Und Allah liebt keinen undankbaren Sünder.“
Weitere Verse wie Sure Ar-Rum (30:39): „Was ihr an Riba gebt, damit es sich mehrt im Vermögen der Menschen, das mehrt sich nicht bei Allah.“ myislam.org
quranicteachings.org Und Sure Ale ‚Imran (3:130): „O die ihr glaubt! Verzehrt nicht Riba, verdoppelt und vervielfacht.“
icna.org Diese Offenbarungen kamen schrittweise, beginnend mit einer Warnung und endend mit einem absoluten Verbot, was die Ernsthaftigkeit unterstreicht.
Im Vergleich zu Bibel und Neuem Testament baut der Quran auf diesen Traditionen auf, indem er das Verbot universell macht – nicht nur für Bedürftige, sondern für alle Transaktionen. Dies schafft eine direkte Linie: Das Alte Testament schützt die Armen, Jesus radikalisiert dies zur Feindesliebe, und der Quran institutionalisiert es als göttliches Gebot.
Mohammeds Aussagen
Mohammed (Friede sei mit ihm), sprach in zahlreichen Hadithen (Überlieferungen seiner Aussagen und Handlungen) über Geld, Reichtum und den Umgang damit. Diese Lehren sind oft in Sammlungen wie Sahih Bukhari, Muslim oder Tirmidhi festgehalten und ergänzen die quranischen Verse, die als Worte Gottes gelten. Der Islam sieht Geld nicht als böse an, sondern als Segen und Test von Allah, der verantwortungsvoll genutzt werden soll – mit Betonung auf Halal (erlaubt), Großzügigkeit (z. B. Zakat und Sadaqa) und Vermeidung von Gier, Riba (Zins) und Haram (Verbotenem). Hier sind einige zentrale Aussagen, basierend auf authentischen Hadithen und Quran-Versen, die mit Mohammeds Lehren verbunden sind:
Wahrer Reichtum liegt in der Zufriedenheit des Herzens, nicht im Besitz
- Der Prophetﷺ sagte: „Reichtum besteht nicht darin, viele Besitztümer zu haben, sondern wahrer Reichtum ist die Zufriedenheit der Seele.“ (Sahih Bukhari)
- Ähnlich: „O Abu Dharr, denkst du, dass Überfluss an Besitz Reichtum bedeutet? […] Reichtum ist im Herzen, und Armut ist im Herzen. Wer reich im Herzen ist, dem schadet nichts in der Welt; wer arm im Herzen ist, wird nie zufrieden sein, egal wie viel er hat.“ (An-Nasai & Ibn Hibban) Dies lehrt, dass materieller Wohlstand illusorisch ist, wenn das Herz nicht zufrieden ist.
- Im Quran wird die intensive Liebe zum Reichtum kritisiert: „Und wahrlich, er [der Mensch] ist in der Liebe zum Guten [Reichtum] sehr heftig.“ (Sure 100:8) Mohammed betonte, dass Reichtum ein Test ist: „Wenn der Herr einen Menschen prüft, indem Er ihm großzügig ist und ihn begünstigt, sagt er: ‚Mein Herr hat mich geehrt.‘ Aber wenn Er ihn prüft und seinen Unterhalt einschränkt, sagt er: ‚Mein Herr hat mich gedemütigt.‘“ (Sure 89:15-16)
Warnung vor Gier und falschem Umgang mit Geld
- „Es wird eine Zeit kommen, in der ein Mann sich nicht darum kümmert, woher sein Reichtum kommt, ob aus Halal oder Haram.“ (Sunan an-Nasai) Dies warnt vor moralischem Verfall in finanziellen Angelegenheiten.
- Über Riba (Zins): „Allah hat den verflucht, der Zinsen nimmt, den, der sie zahlt, den Zeugen und den Schreiber. Zinsen und Ehebruch werden nicht unter den Leuten verbreitet, ohne dass sie der Strafe Allahs ausgesetzt sind.“ (Ahmad) Mohammed verbot Ausbeutung und Betrug streng.
- „Wer das Geld der Leute nimmt mit der Absicht, es zurückzuzahlen, dem wird Allah es zurückzahlen; wer es nimmt, um es zu verschwenden, den wird Allah zerstören.“ (Bukhari) Schulden müssen ehrlich gehandhabt werden.
- Zu Betrug: „Wer betrügt, gehört nicht zu mir.“ (Muslim) In einer Geschichte tadelte er einen Verkäufer, der nasse Weizen versteckte, um Täuschung zu vermeiden.
Großzügigkeit und Wohltätigkeit mehren den Reichtum
- „Wohltätigkeit vermindert den Reichtum nicht.“ (Muslim) Im Gegenteil: „Das Gleichnis derer, die ihr Vermögen auf dem Weg Allahs ausgeben, ist wie das eines Samenkorns, das sieben Ähren sprossen lässt, in jeder Ähre hundert Körner. Und Allah vervielfacht es für wen Er will.“ (Sure 2:261)
- „Wer sammelt unrechtmäßigen Reichtum und gibt ihn dann in Wohltätigkeit, der wird nie belohnt, und die Sünde lastet auf ihm.“ (Ibn Hibban)
- Mohammed lehrte: „Barmherzige werden Barmherzigkeit vom Barmherzigen erhalten. Seid barmherzig zu denen auf Erden, und der im Himmel wird barmherzig zu euch sein.“ (Tirmidhi) Dies fördert Großzügigkeit als Weg zu Segen.
- Über Zakat und Sparen: Das Horten von Reichtum wird entmutigt, da Zakat (Almosensteuer) auf ungenutztem Reichtum fällig ist.
Vertrauen in Allah und ausgewogener Umgang mit Reichtum
- „Wenn ihr alle auf Allah vertraut mit gebührendem Vertrauen, würde Er euch versorgen, wie Er die Vögel versorgt, die hungrig am Morgen ausgehen und abends mit vollem Bauch zurückkehren.“ (Tirmidhi) Arbeite hart, aber verlasse dich auf Allah.
- „Wer sich um das Jenseits sorgt, dem setzt Allah Reichtum ins Herz, ordnet seine Angelegenheiten und die Welt kommt zu ihm. Wer sich um die Welt sorgt, dem setzt Allah Armut vor Augen, zerstreut seine Angelegenheiten, und er bekommt nur, was ihm bestimmt ist.“ (Tirmidhi) Balance zwischen Diesseits und Jenseits.
- Im Quran: „Strebe nach dem Lohn des Jenseits mit dem, was Allah dir gegeben hat, ohne deinen Anteil an dieser Welt zu vergessen. Und tu Gutes, wie Allah dir Gutes getan hat.“ (Sure 28:77)
Mohammeds Lehren betonen, dass Reichtum ein vorübergehender Schmuck des Lebens ist (Sure 18:46), aber der wahre Wert in Taten und dem Herzen liegt: „Wahrlich, Allah schaut nicht auf eure Gestalten und euren Reichtum, sondern auf eure Herzen und eure Taten.“ (Muslim)

Gemeinsamkeiten und Moderne Implikationen
Die Verbindungen zwischen diesen Religionen sind evident: Alle Abrahamischen Traditionen – Judentum, Christentum und Islam – teilen ein Misstrauen gegenüber Zinsen als Mittel der Ausbeutung.
researchgate.net Sie fördern stattdessen ethische Finanzen, die Gemeinwohl und Gerechtigkeit priorisieren. In der Moderne hat islamisches Investieren diese Prinzipien globalisiert, mit Produkten wie Sukuk (islamische Anleihen) oder halal Fonds, die auch Nicht-Muslime anziehen.
faithinvest.org Christliche und jüdische ethische Investitionsfonds zeigen ähnliche Ansätze, z. B. Vermeidung von Umweltschäden oder Ausbeutung.
Zusammenfassend ist islamisches Investieren nicht isoliert, sondern Teil eines gemeinsamen Erbes. Es erinnert uns daran, dass Finanzen mehr als Profit sein sollten: Sie dienen der göttlichen Gerechtigkeit und dem Wohl der Menschheit. In einer Welt voller Finanzkrisen könnte diese interreligiöse Perspektive zu nachhaltigeren Modellen inspirieren.
Aufgrund des heutigen Wirtschaftssystems müssen ganz neue Wege gefunden werden und diese kann man nur finden, wenn man grundsatzorientiert denkt und begreift, worum es bei den Geboten und Verboten zum Umgang mit Geld im Islam wirklich geht: Den Nutzen zu mehren und Schaden und Ausbeutung bekämpfen. Es geht nicht einfach nur darum, dass man „Zins“ umbenennt und der Begriff nicht mehr auftaucht – was leider manche Muslime glauben und meinen dann wäre alles gut. Es geht um eine tiefere Ethik hinter den Geboten. Bei dem Thema Geldanlage heute kann man sich zum Beispiel fragen, welche Transaktionen in welchen Märkten anderen Menschen schaden könnten. Und welche Märkte davon völlig unberührt sind. Diese Fragen und die Antworten darauf habe ich bei keinem einzigen deutschen Islamic Banking Portal gefunden. Also wird es Zeit, dass jemand den Anfang macht und mit diesen Gedanken im Sinne, wird Blackwater.live auch in Zukunft das Thema Islamic Banking ganz exklusiv betreuen. Wir machen das, weil wir es können. Und weil Menschen danach suchen – jeden Tag ein paar mehr.
“There is a voice that doesn’t use words. Listen.”
― Rumi
