“Markets are never wrong – opinions often are.”

– Jesse Livermore

Der heutige Artikel ist der Einstieg in das Thema Prop Trading, was ab sofort auch zu unserer Blackwater.live Community dazu gehört. Da wir einige sehr erfahrene Fremdkapitalhändler bei uns haben, wollen wir das Thema in Zukunft stärker begleiten und Insiderwissen mit der Blackwater.live Community teilen. Und ich meine tatsächlich Insiderwissen, denn das was unsere Mitglieder später in der Community erfahren werden, gibt es im deutschsprachigen Raum noch nirgendwo, schon gar nicht auf irgendwelchen YouTube Influencer Seiten oder bei den üblichen Affiliate „Tanten“. Wir werden Prop Trading so beleuchten, wie wir es bei anderen Themen seit 2017 auch getan haben und ganz offen alle Vor- und Nachteile aufzeigen. Und bald werden unsere Community Mitglieder dann ganz exklusiv die Möglichkeit haben, beim Prop Trading auch selbst dabei zu sein. Daran arbeiten wir bereits, um hier intern dann etwas ganz Besonderes zu bieten. Aber was ist Prop Trading überhaupt?

Was ist Prop Trading?

Prop Trading, kurz für Proprietary Trading, ist eine Form des Handels, bei der eine Firma mit ihrem eigenen Kapital an den Finanzmärkten handelt, um Gewinne zu erzielen, anstatt im Auftrag von Kunden. Im Wesentlichen handelt es sich um Eigenhandel mit dem Ziel, durch Investitionen in verschiedene Finanzinstrumente wie Aktien, Anleihen oder Derivate kurzfristige Handelsgewinne zu erwirtschaften. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Denn durch diesen Eigenhandel des Unternehmens entsteht auf der anderen Seite ein Markt mit Zugang zu Fremdkapital für private Trader. Diese handeln also das Kapital eines Unternehmens ohne eigenes Geld zu riskieren. Im Gegensatz zu klassischen Banken oder Vermögensverwaltern, die Kundenvermögen verwalten und für diese investieren, handeln Prop Trading-Firmen ausschließlich für sich selbst. Das zentrale Merkmal dieses Handelsmodells besteht darin, dass das eingesetzte Kapital direkt aus der Bilanz des Unternehmens stammt. Gewinne fließen in das Unternehmen zurück, während Trader in der Regel über Gewinnbeteiligungen entlohnt werden. Da kein Kundenkapital involviert ist, unterliegt das Proprietary Trading einer anderen regulatorischen Behandlung als beispielsweise das Asset Management oder der klassische Brokerage-Bereich.

In Kürze:

  • Proprietary Trading (Prop Trading) bedeutet, dass Trader mit dem Kapital einer Firma handeln, anstatt ihr eigenes Geld zu riskieren. Gewinne werden zwischen Trader und Firma geteilt.
  • Der größte Vorteil ist der Zugang zu hohem Kapital ohne eigenes Risiko. Prop Trader profitieren von professionellen Tools, Schulungen und leistungsabhängigen Gewinnbeteiligungen. Trader müssen allerdings konstant profitabel handeln, um langfristig dabei zu bleiben. Hohe Hebelwirkung steigert Gewinnchancen, erhöht aber auch das Verlustrisiko.

Beispiele:

  • Kapitalzugang: Ein Trader hat nur wenig privates Handelskapital, sagen wir 10.000 Euro. Eine realistische Rendite beim konservativen Trading sind 1-3% pro Monat. Das würde 100 – 300 Euro entsprechen und der Aufwand wäre es kaum wert dieses Geld zu handeln. Durch eine Prop Firm kann man aus dem Stand bis zu 400.000 USD Fremdkapital bekommen (oder Währunsäquivalent). 1-3% würden nun 4.000 – 12.000 USD pro Monat entsprechen.
  • Unbegrenzte Skalierbarkeit: Prop Konten und Firmen lassen sich nahezu unbegrenzt skalieren. Ein Trader möchte mehr „Gehalt“? Warum dazu höhere Risiken eingehen? Anstatt dessen erhöht man das Handelsvolumen. Es gibt professionelle Prop Firmen, die bis zu 50.000.000 USD in der Spitzenskalierung anbieten. Ein Trader macht nur lächerliche 1% im Monat mit seinem konservativen Trading? Das sind in diesem Fall 50.000 USD im Monat. Kein schlechtes Gehalt, oder?
  • Halal: Mit kleinem Geld kann man um etwas zu erreichen nur extrem spekulativ handeln, was aus islamischen Gesichtspunkten fragwürdig ist. Mit dem zinslosen (!) Zugang zu grossem Handelskapital gibt es eine Möglichkeit Geld „halal“ zu handeln. Denn man muss keine Spekulation betreiben oder exorbitante Risiken eingehen. Bei Prop Firmen lässt sich auch das sonstige Umfeld „halal“ gestalten. Es gibt Swap-free Konten und im Währungshandel treten auch keine ethischen Problematiken auf, was bei Aktien durchaus passieren kann.
Eine Hand zeigt auf digitale Finanzgrafiken und Diagramme, die verschiedene Datenanalysen und Trends darstellen.
Prop Trading wird einen eigenen Community Bereich bei uns bekommen (intern und extern), denn wir wollen das Thema langfristig begleiten.

Win Win

Mit dem Prop Trading haben wir im wirtschaftlichen Sinne eine Win-Win Situation vorliegen. Die Prop Firmen sind letztlich dazu da Kapital zu diversifizieren. Bei klassischen Prop Firmen stehen dahinter Banken, Fonds oder andere große institutionelle Anleger. Aber auch durchaus private Investoren. Die Prop Firma bietet Kapitalmarktzugang und kann durch ihre Konditionen viele Talente gewinnen. So mag ein institutioneller Anleger beispielsweise 100 Millionen USD anlegen wollen. Anstatt dieses Geld nun einseitig anzulegen, investiert er es über eine Prop Firma und für diese Firma traden tausenden gute Trader. Diese werden durch einen Profit Split auch sofort entlohnt und niemand muss diese anstellen. Das vereinfacht das Ganze nochmals. Selbstverständlich muss die Prop Firma überprüfen, dass die Trader auch solide handeln können. Aus diesem Grund werden vorher Tests durchgeführt, bei denen die Trader ihr Können in Punkto Marktverständnis und Risikomanagement beweisen müssen. Und Kapitalmarktzugang gibt es natürlich erst nach erfolgreichem Bestehen dieser Tests. Danach wird das Risiko auch begrenzt (beispielsweise auf 10-25% der Kontogrösse). Diese Erklärung bezieht sich auf klassische Prop Firmen mit echtem Geld. Inzwischen gibt es aber auch Mischformen und „moderne“ Prop Firmen, die mit einem anderen Modell arbeiten.

Was verdienen Prop Trader?

Prop Trader (bei klassischen und echten Prop Firmen), die mit dem Kapital von Prop-Trading-Firmen handeln, verdienen in der Regel ein Kombi-Einkommen aus Grundgehalt, Boni und Gewinnanteilen. Für Einsteiger liegt das Gehalt typischerweise zwischen 50.000 und 120.000 USD pro Jahr, mit einem Durchschnitt von etwa 112.000 USD (Stand Juli 2025). Erfahrene Trader, insbesondere Senior Trader, können 150.000 bis 250.000 USD oder mehr verdienen, wobei Top-Performer jährlich 500.000 bis über 1 Million USD erreichen können. Die genauen Einkommen hängen von Faktoren wie der Firmengröße, der Handelsleistung und dem Markt ab.

Die Einkommen von Prop Tradern können in verschiedene Kategorien unterteilt werden, basierend auf ihrer Erfahrung und Position. Die folgenden Tabellen fassen die wesentlichen Daten zusammen, die aus verschiedenen Quellen wie Mergers and Inquisitions, We Master Trade, Photon Trading FX und Glassdoor stammen:

ErfahrungsstufeGrundgehalt (USD/Jahr)Boni und Gewinnanteile (USD/Jahr)Gesamtpotenzial (USD/Jahr)
Einstiegslevel (Entry-Level)50.000–120.00010.000–50.000+100.000–500.000+
Mittleres Level (Mid-Level)80.000–150.00050.000–200.000+Nicht spezifiziert
Senior Level150.000–250.000+200.000–1.000.000+Nicht spezifiziert
  • Einstiegslevel-Trader: Laut Photon Trading FX und We Master Trade liegt das Durchschnittsgehalt bei etwa 112.369 USD pro Jahr (ZipRecruiter, Januar 2025), mit einem Bereich von 50.000 bis 120.000 USD. Boni können das Einkommen verdoppeln oder verdreifachen, wobei Top-Performer über 500.000 USD erreichen können.
  • Mittleres Level: Trader mit mittlerer Erfahrung verdienen zwischen 80.000 und 150.000 USD pro Jahr, mit zusätzlichen Boni von 50.000 bis 200.000 USD oder mehr, je nach Profitabilität und Firmenstruktur.
  • Senior Level: Senior Trader und Partner können wesentlich höhere Einkommen erzielen, mit Grundgehältern von 150.000 bis 250.000 USD und Boni, die bis zu 1 Million USD oder mehr betragen können. Mergers and Inquisitions gibt an, dass Senior Trader 500.000 bis 1 Million USD und Partner über 1 Million USD verdienen können.

Der Durchschnittseinkommen für Prop Trader in den USA liegt laut Glassdoor bei etwa 137.662 USD pro Jahr (Stand Juli 2025), mit einem Bereich von 103.246 bis 192.727 USD. Comparably schätzt den Durchschnitt höher, bei 219.217 USD, mit einem Median von 203.679 USD und einem Bereich von 42.373 bis 793.331 USD. Diese Unterschiede spiegeln die Variabilität in der Branche wider, insbesondere bei Top-Performern.Monatliche Einkommen können für erfolgreiche Trader zwischen 8.000 und 25.000 USD liegen, wobei Top-Performer monatlich 50.000 bis 100.000 USD oder mehr verdienen können, wie Photon Trading FX angibt.

Moderne Prop Firmen

Mit „modern“ ist hier auf keinen Fall „besser“ gemeint. Persönlich bevorzuge ich aber auch unsere Community Mitglieder, die im Eigenhandel traden, die klassischen Prop Firmen mit Echtgeld Konten. Aber es gibt eben auch die modernen Prop Firmen, die entweder mit einem Datenmodell Geld verdienen und Trades auswerten und nach Algorithmus in ein separates Portfolio weiter leiten oder sogar nur davon leben, „Challenges“ zu verkaufen. Das bedeutet, die erfolgreichen Trader werden durch die Verlierer bezahlt – ein klassischer „Bucket Shop“ wie es das vor einigen Jahren auch bei Brokern gab. Ein sehr zweifelhaftes Geschäftsmodell, aber ganz legal. Hier handelt man ausschliesslich mit Demokonten und solange die Prop Firma profitabel ist, wird man auch bezahlt. Meist gehen diese Firmen aber nach 1-2 Jahren pleite und es wird irgendwo einfach die nächste eröffnet. Diese Firmen zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie Unmengen an unnötigen Regeln haben, die in diesem Fall dazu dienen, dass die Trader verlieren und die nächste Challenge kaufen müssen. Eine echte klassische Propfirm ist hier in jedem Fall vorzuziehen (sofern möglich). Ja, es gibt Trader die Hunderttausende Euros mit diesen „Demokontenfirmen“ verdient haben, aber am Ende wird man dort rausgeworfen, wenn man zu erfolgreich ist oder aber die Firma geht früher oder später in die Insolvenz.

WARNUNG! Die Branche der „modernen Prop Firmen“ ist zu 80% Scam und lebt nur Kunden, die ihre Konten verlieren und von Affiliate Huren, die eine Menge Geld bekommen diese Dinger zu bewerben und positive Rezensionen zu schreiben. Im Jahr 2025 ist auch Trust Pilot voll von gekauften Bewertungen. Hier gilt es wirklich sehr aufzupassen und genau abzuwägen. Auch viele YouTube Kanäle zum Thema Prop Trading sind reine Affiliate Kanäle. Das heisst nicht, dass jedes Affiliate schlecht ist. Aber wer wahllos alles bewirbt und 100 Werbelinks setzt, der lebt nunmal von Werbung und nicht von objektiver Beratung. Der Interessenkonflikt ist vorprogrammiert und manchen Menschen täte gut daran dieses Wort einmal im Duden nachzuschlagen (gibt’s bestimmt auch als App😉).

Classic Prop Firm

Der klassische Ansatz ist also auf jeden Fall zu bevorzugen. Eine Firma stellt echtes Geld zur Verfügung und es ist in ihrem Interesse, dass die Trader erfolgreich sind. So etwas erkennt man auch daran, dass es deutlich weniger Regeln gibt außer denen, die das Eigenkapital schützen. Und man erkennt es daran, dass es meist einen Profit-Split von 50/50 bis 75/25 gibt und nicht mehr. Die Firma verdient wirklich am Erfolg des Traders mit und arbeitet nicht gegen ihn. Der Trader bekommt nach und nach grössere Summen für den Handel bis zu mittleren Millionenbeträgen, nachdem er langfristig Profitabilität und Risikomanagement gezeigt hat. Das ist ein nachhaltiges Geschäftsmodell und aus meiner Sicht die erste Wahl, auch wenn man etwas warten muss, bis man die grösseren Konten bekommt. Um sich zwischen zu finanzieren, kann man natürlich bei einer „Demokontenfirma“ ein paar Euros verdienen. Aber man sollte sich nicht darauf verlassen, dass diese Firma übermorgen noch da ist.

Das Thema Prop Trading werden wir auf Blackwater.live langfristig begleiten und dokumentieren. Nach und nach mit verschiedenen Konten um zu zeigen, wie man vorgeht und skaliert. Auch Insidertipps von unseren Communitymitgliedern Aliya und „trader61“ wird es geben, das allerdings nur Community intern für Mitglieder. Wir werden die besten Prop Firmen beleuchten und mit diesen zusammen arbeiten. Und für alle Community Mitglieder, die nicht selbstständig traden, haben wir bald etwas ganz Besonderes: Die Möglichkeit ein Fremdkapitalkonto zu erwerben und sich per Copy Trading an uns ran zu hängen. Statt also nur mit 1000 Euro uns zu „folgen“, wird das auch mit bis zu 500.000 Euro möglich sein. Ganz legal und offiziell erlaubt (aber bei 99% der Prop Firmen eben nicht). Blackwater.live Community Mitglied zu sein lohnt sich. Für besondere Einblicke in andere „Welten“. Seit 2017. Bleibt gespannt!

“Trading doesn’t just reveal your character, it also builds it if you stay in the game long enough.”

― Yvan Byeajee, Paradigm Shift: How to cultivate equanimity in the face of market uncertainty