“…constantly confronting the paradox that an eternal being is dwelling in a temporal body. Soul-making is allowing the eternal essence to experience the outer world through all the senses… so the soul grows during its time on Earth…True soul-making comes from that deep communication with what Jung would call the archetypal world… When we connect with our souls, we connect with the soul of every human being… If we believe in a divine order, then everything on the Earth is part of that divine order. We’re all little sparks of One Soul.“
Marion Jean Woodman über Carl Jungs These zu “soul making” in ihrem Buch Coming Home to Myself, pp. 4, 209.
Jahresende 2024 – Zeit, um ein wenig die Gedanken frei Weise schweifen zu lassen. Das Jahr klingt aus und es ist die Zeit für einen Weihnachtsartikel. Ja, ihr habt richtig gehört, einen Weihnachtsartikel. Diese Artikel schrieb ich in der Vergangenheit zur Weihnachtszeit, um ein paar spirituelle Gedanken von Weltschmerz und der Bibel aufzugreifen und letztlich dachte ich viele Gedanken daraus dann einfach nur weiter und folgte diesem Weg, der mein ganz persönlicher wurde. Weihnachten kann, ungeachtet ob wir es „feiern“, daran glauben oder nicht, eine Zeit des Nachdenkens sein. Oft als Fest der Liebe bezeichnet – was immer das heissen soll – ist Weihnachten für viele Menschen eine Zeit zum Durchatmen und zur Entspannung. Aber auch eine Zeit für die Familie. Und so kann zweifellos gesagt werden, dass alle etwas von Weihnachten haben, egal welche Religion oder welches Glaubensbekenntnis man hat. Und man kann auch einen Weihnachtsartikel schreiben. Diese kleine Tradition meines Blogs möchte ich hiermit wieder aufnehmen.

Alles hat ein Ende
„Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Und wem wird dann gehören, was du bereitet hast?“ (Lukas 12, 25)
Wieder geht ein Jahr auf dieser Welt zu Ende – gemäss unserem gregorianischen Kalender. Aber es ist auch ein Jahr Deines Lebens und Du weisst nicht, wie viel Zeit Dir noch bleibt. Kannst Du Dich noch an den Anfang des Jahres erinnern? Welche Vorsätze Du hattest, welche Erwartungen und Wünsche? Woran würdest Du es festmachen, dass es ein erfolgreiches Jahr sein würde? An einer Beförderung im Job, an mehr Gehalt, dem Erwerb einer Immobilie? Oder würde Dir allgemein Gesundheit und Zufriedenheit genügen?
Im Lukasevangelium der Bibel finden wir obigen Satz. Er ist aus einem sogenannten Gleichnis, einer narrativen Erzählweise von Jesus, bei dem es um Habgier ging. Die Schlachter 2000 Bibel betitelt dieses Gleichnis mit „der reiche Kornbauer“. Und ebendieser Kornbauer, erlangte einen gewissen Erfolg. So heisst es in Vers 16: „Es war ein reicher Mensch, dessen Land hatte gut getragen.“ Dieser Kornbauer hätte da schon dankbar und zufrieden sein können. Sein Land hatte gut getragen. Sein Erfolg war also so oder so nicht alleine sein Verdienst, schliesslich ist er nicht der Schöpfer seines eigenen Landes und vieler weiterer Umstände. Aber er gab sicher sein Bestes. Vieles hätte aber auch schief gehen können, sich ganz anders entwickeln können und alle seine harte Arbeit zu Nichte machen können. Die Geschichte geht weiter, indem dieser reiche Kornbauer nun spricht: „Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle. Und er sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin sammeln all mein Korn und meine Güter…“
Daran ist augenscheinlich erst einmal nichts Verwerfliches. Man hat Erfolg und will einen Teil der Früchte seiner Arbeit nun „speichern“. Heute vergleichbar mit einer Geldanlage, die man auch aus Überschüssen anlegt. In diesem Gleichnis wird von Jesus nicht bemängelt, dass der Kornbauer Erfolg hat. Es wird auch nicht bemängelt, dass dieser nun die Früchte seiner Arbeit sichern will. Das eigentliche Problem wird im nun Folgenden beschrieben:
„…und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut!“
Wem dankte dieser reicher Kornbauer hier? Offenkundig sich selbst. Er spricht zu sich selbst, gibt sich selbst alleine den Erfolg und lässt alle anderen Umstände außer Acht. Eine unfassbare Undankbarkeit, wenn man das in Ruhe reflektiert, was wir noch tun werden. Das war das Problem, was Jesus aufzeigen wollte. Und aus diesem Grund kommt nun ein Satz, den Agnostiker und Atheisten zwar noch so lächerlich finden werden, aber der eine Wahrheit offenbart, der sich niemand wird entziehen können:
„Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Und wem wird dann gehören, was du bereitet hast? 21 So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.“
Es ist eine narrative Erzählweise, ein Gleichnis, und als solches sehr eindrücklich: „Du Narr!“ Was hat denn der Kornbauer gedacht? Dass er selbst ja ach so toll ist? Dass er Herr seiner Umstände ist und seines Lebens? Dass sein aufgehäufter Besitz eine Sicherheit bietet, so dass „seine Seele Ruhe finden kann“? Dass er dem Tod entgeht?
Es geht eindeutlich nicht darum, dass der Kornbauer fleissig war und sich etwas erarbeite. Es geht geht um seine Denkweise und den groben Undank. Nicht eine Sekunde ist ihm in den Sinn gekommen inne zu halten und zu reflektieren, wem der Dank gebührt. Und das steht in der Bibel – obwohl es ein sehr deutliches muslimisches Narrativ ist. Aber dies ist ein Weihnachtsartikel und deshalb bleiben wir ganz bei der Bibel in diesem Artikel. Interessant ist, dass Jesus nun auch davon spricht, dass man „reich bei Gott“ sein sollte und die Frage ist, wie das überhaupt geht? Das dürfte nicht uninteressant sein, denn das Gleichnis impliziert ja damit eine Seelenzufriedenheit und dass der Moment des eigenen Endes kein Moment wäre, indem Gott zu einem sagt „Du Narr!“. Im gleichen Kapitel des Lukasevangeliums lehrt Jesus nun weiter und es ist hochinteressant, was wir dort finden. Und es passt zu Weihnachten.

„Vom falschen und rechten Sorgen“
Auch im Lukasevangelium wird nicht davon berichtet, dass es grundsätzlich falsch wäre sich Sorgen zu machen. Aber es geht um die Perspektive und den Blickwinkel auf das Leben. So spricht Jesus im gleichen Kapitel ab Vers 22 weiter zu seinen Jüngern: „Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um das Leben, was ihr essen sollt, auch nicht um den Leib, was ihr anziehen sollt. 23 Denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung. 24 Seht die Raben: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie haben keinen Keller und keine Scheune, und Gott ernährt sie doch. Wie viel mehr seid ihr als die Vögel! 25 Wer ist unter euch, der, wie sehr er sich auch darum sorgt, seiner Länge[1] eine Elle zusetzen könnte? 26 Wenn ihr nun auch das Geringste nicht vermögt, warum sorgt ihr euch um das Übrige?
Tatsächlich ist es diese Lehrweise, die unglaublich zu faszinieren versteht. Jesus war ein Meister der Lehre und daher lege ich auch meinen muslimischen Leserinnen und Lesern es sehr ans Herz, sich damit zu beschäftigen und damit dem Quran zu folgen, der Jesu außergewöhnliche Rolle deutlich bestätigt.
Die Aussage hier ist klar. Wenn wir selbst nichts selbst in der Hand haben (oder dem Schein erliegen, wir könnten Metafaktoren ändern), warum sorgen wir uns dann? Wir können es sowieso nicht ändern. Niemand kann „eine Elle“ seinem Leben hinzufügen. Wir können heute Nacht einen Herzstillstand haben, morgen einen Schlaganfall, einen Autounfall oder eine Krebsdiagnose. Wir haben es nicht in der Hand und das wird uns doch Tag für Tag bewiesen. Die Sorgen bringen nichts, die Gedanken daran sind sinnlos. Das ist natürlich leicht gesagt und jeder von uns sorgt sich ab und an. Aber dann geht es darum, die Perspektive zu ändern und das geht eben nur, wenn man auch eine andere Perspektive zur Wahl hat. Man muss eine Wahl haben. Und das ist der Punkt, auf den Jesus nun zu sprechen kommt.
7 Seht die Lilien, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. 28 Wenn nun Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingläubigen! 29 Darum auch ihr, fragt nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und macht euch keine Unruhe. 30 Nach dem allen trachten die Heiden in der Welt; aber euer Vater weiß, dass ihr dessen bedürft. 31 Trachtet vielmehr nach seinem Reich, so wird euch dies zufallen.
Jesus führt Salomo an, der selbst heute noch als literarisches Beispiel für Reichtum angeführt wird. Salomo in all seiner Herrlichkeit. Er hatte alles, was man sich zu dieser Zeit wünschen konnte inklusive Weisheit. Besitztümer wie Paläste und Land, Gold und Edelsteine, Angestellte und sage und schreibe 1000 Frauen. Und die waren sicher nicht hässlich. Es ist interessant, dass Jesus sagte, dass die Lilien des Feldes schöner (oder faszinierender) als Salomos Kleidung seien. Und doch wären sie einfach nur Gras, was letztlich in den Ofen geworfen und verbrannt wird. Wenn wir uns in der Natur umschauen und all die Schönheit sehen, welchen Zweck hat diese? Niemand wird abstreiten können, dass es Orte von unvorstellbarer Schönheit gibt und doch ist nichts davon beständig. Pflanzen wachsen und verdorren, die Natur blüht im Frühling auf und stirbt immer wieder im Herbst. Alles ist ein Prozess von Leben und Sterben und zeigt die Vergänglichkeit. Und hier kommt nun der Unterschied zwischen säkularem Denken oder asiatischen Religionen zur Religion, die Jesus lehrte: Im säkularen Denken ist die Geschichte damit zu Ende. Sei einfach dem Universum dankbar. Oder auch nicht. In den asiatischen Religionen geht es um die Selbstfindung aufgrund dieser Erkenntnis. Nun, der reiche Kornbauer hat sich auch selbst gefunden – er war sich selbst dankbar und wollte seinen Reichtum nun genießen. Verstehen wir den Punkt?
„31 Trachtet vielmehr nach seinem Reich, so wird euch dies zufallen.„
Jesus sagte, man solle nach „seinem“ Reich trachten. Das ist nicht das Reich Jesu, wie wir am Text sehen, sondern das Reich Gottes. Und dieser wird als „euer Vater“ beschrieben, was auch zeigt, dass Jesus nicht alleine ein „Sohn“ Gottes war, sondern dass dies eine allgemeine (noch heute im Aramäischen übliche, siehe Dr. Georg A. Lamsa) Bezeichnung für gottesfürchtige Menschen war und ist. Vereinfacht gesagt sollte also nach dem trachten, was nach dem Tod kommt. Denn das wäre das Entscheidende – das mögliche ewige Leben. Alles andere wäre Beiwerk.
„Verkauft, was ihr habt, und gebt Almosen. Macht euch Geldbeutel, die nicht altern, einen Schatz, der niemals abnimmt, im Himmel, wo sich kein Dieb naht, und den keine Motten fressen. 34 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“
Und nun nennt Jesus einen ersten Punkt, mit dem man sich Schätze im Himmel aufhäufen kann. Den Armen helfen. Man könnte das im Gesamtkontext des Evangeliums als „ein guter Mensch sein“ beschreiben, denn es werden noch mehr Punkte an anderen Stelle angeführt. Hier geht es ausdrücklich nicht um Sozialismus, sondern um freiwillige Freigebigkeit. Darum, anderen helfen zu wollen, so gut man es eben kann. Da wo unser Schatz ist, wird unser Herz sein – so die Worte Jesu. Diese Aussage ist es unbedingt wert, sie einmal genauer zu betrachten. Und da wir Weihnachten haben – welche Zeit wäre dafür passender?

„Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein“
In Lukas 12:34 machte Jesus Christus diese berühmte obige Aussage und sprach davon, dass man sich Schätze im Himmel bei Gott aufhäufen sollte, einem Ort, an dem weder „Motte noch Rost“ diese verzehren können. Schätze zur Zeit Jesu konnten – wie bei dem beschriebenen reichen Kornbauern – Nahrungsmittel in Vorratshäusern sein oder aber Gold und Silber. Alles bekanntlich vergängliche Dinge. Und selbst wenn man einen Weg fände diese Schätze zu erhalten, so endet eben das eigene Leben an einem unheilvollen Tag und man hat keinen weiteren Nutzen von diesen Schätzen.
Gerade dann käme es aber darauf an, „Schätze im Himmel“ zu haben. Und ein Weg diese zu erhalten, wäre Almosen für Bedürftige zu geben. Also synonym und im Kontext aller Aussagen Jesu kann man sagen, es bedeutet ein „guter Mensch“ zu sein. Es gibt mehrere Möglichkeiten zu belegen, dass Jesus das meinte. In unserem heutigen Weihnachtsartikel, wollen wir uns einen Quelltext anschauen, der genau das zeigt. Und dieser Text erklärt allumfassend was notwendig ist, um keine Angst vor dem Tod zu haben – sondern ewiges Leben. Ja, Du liest richtig. Genau das steht in der Bibel und das sagte nicht irgendwer, sondern Jesus Christus. Mir ist klar, dass manche Leserin oder Leser denkt, was für eine Rattenfängerei ist das denn? Aber sei Dir gewiss, dass ist es nicht. Das Gegenteil ist der Fall: Die Wahrheit macht frei. Auch von Rattenfängerei. Befrei Dich bitte an dieser Stelle von jeglichem Schubladendenken in Bezug auf ein Label einer Religion oder was Du vielleicht von irgendwelchen Angehörigen einer religiösen Gruppe gehört hast. Wir schauen uns das nun in der Bibel an und die Aussage ist allumfassend und abschliessend. Vielleicht einer der Gründe, warum tausende Menschen sich für die Wahrheit haben verbrennen lassen. Sie haben durch die Übersetzung der Bibel im Mittelalter bewusst in Kauf genommen, dass die Kirche sie grausam ermorden wird. Denn Religionen und politische Interessengruppen, die nicht wollten, dass die klare und einfache Wahrheit bekannt wird, gab es schon immer. Schließlich würde das die eigene Machtbasis über die Menschen erodieren. Und oft hört man doch heute, die Religion wäre nur dazu da Menschen zu knechten und zu unterdrücken, nicht wahr? Nun ja, dafür wurde Religion immer benutzt. Aber in den Schriften der abrahamitischen Religionen steht auch die Wahrheit. Eine Wahrheit, die mit Kirchenlehren wenig gemeinsam hat. Und deshalb hat man Menschen lange unwissend gehalten. Heute, wo alles nachlesbar ist, interessiert es keinen mehr. Eine bittere Ironie der Geschichte. Ich will euch nicht weiter auf die Folter spannen. Schauen wir uns die Texte an.
Fragen und Gedanken zum Artikel? Kein Problem. Einfach im Artikelthread ohne Anmeldung und sogar anonym kommentieren: https://blackwater.live/forum/diskussion/weihnachtsartikel-2024/
Ewiges Leben – wie?
Wir finden diese Begebenheit in Markus 1o ab dem Vers 17. Interessanterweise geht es in diesem Zusammenhang wieder um eine Person, die Reichtum besessen hat. Auch hier wurde der Reichtum an sich nicht von Jesus bemängelt. Aber schauen wir selbst:
17 Und als er hinausging auf den Weg, lief einer herbei, kniete vor ihm nieder und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe? 18 Aber Jesus sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als der eine Gott.
Das ist der Einstieg und hier handelt es sich nicht um ein Narrativ, sondern um eine Begebenheit, die sich so zutrug und die überliefert wurde. Eine Begebenheit, die von heutigen Christen bis zu Unkenntlichkeit verdreht wird, denn sie hebelt die Dreieinigkeit aus und nimmt jeder christlichen Sekte dieser Welt den Wind aus den Segeln. Daher gibt es auch von Menschen erfundene Zusatzerklärungen, die diesen Text bewusst in einem anderen Licht zeigen. Der erste Punkt ist hier schon einmal, dass ein Niederknien in der damaligen Zeit vor Amts- und Würdenträgern, aber auch Lehrern und Weisen üblich war. So auch hier in diesem Vers: „ lief einer herbei, kniete vor ihm nieder„. Jesus wurde oft als Lehrer, Meister und Herr angesprochen und so von den Menschen behandelt.
Dann kommt die alles entscheidende Frage. Ich bin mir nicht sicher, ob Dir jemals klar war, dass das ganz direkt so in der Bibel steht: Guter Meister, was soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?
Die Antwort hat es in sich und zerfetzt jegliche kirchenchristliche Narrative von heute: 18 „Aber Jesus sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als der eine Gott.„ Jesus stellte klipp und klar da, dass der eine Gott gut ist und nicht er. Nur Gott. Damit ist klar, Jesus ist nicht Gott. Aber er verwies auf Gott (wie durchgehend immer in den Evangelien). Dann fährt Jesus fort:
19 Du kennst die Gebote: »Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst niemanden berauben; du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.«
Das ist ein klarer Verweis auf die 10 Gebote Mose. Der Monotheismus, der in diesen 10 Geboten zu Beginn kommt gilt als gesetzt. (1) wusste das JEDER der damaligen Juden ohnehin, (2) bekräftigte Jesus das ja nochmals mit der einleitenden Aussage, „dass nur der EINE Gott gut ist“. Der herbeigelaufene Mann (oder reiche Jüngling) machte nun eine erstaunliche Aussage. Und zwar nicht die, dass er unvollkommen wäre und sich so gut wie er konnte bemühte, sondern:
20 Er aber sprach zu ihm: Meister, das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf.
Jetzt mag man meinen, das ist doch übertrieben und dieser Mann war bestimmt überheblich und hochmütig. Aber weit gefehlt. Denn Jesus erkannte die Aufrichtigkeit:
21 Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach!
Jesus gewann ihn lieb. Dass Jesus außergewöhnlich war, wird gemeinhin akzeptiert. Und dass Jesus die Beweggründe von Menschen richtig einschätzen konnte, entnehmen wir den Evangelien überall. Die Aussage des Mannes war also aufrichtig und ehrlich. Er hielt sich an das Gesetz Mose und da gab es nichts zu relativieren. Und damit war er ein guter Mensch. Nun sollte er noch eines tun: Alles verkaufen und den Armen geben, um einen Schatz im Himmel zu haben. Und als jemand, der privilegiert war zur Zeit Jesu zu leben und ihn zu erleben, sollte er sich dann Jesus anschliessen. Vielleicht wäre er damit sogar in den Bibelbericht als Jünger eingegangen. Aber…
22 Als er das hörte, war der Mann tief betroffen. Traurig ging er weg, denn er besaß ein großes Vermögen.
Auch hier war – wie bei dem reichen Kornbauer – nicht das Vermögen das Problem, sondern dass sein Herz daran hing. Sein Herz war dort, wo sein Schatz ist, bei dem Geld. Bedenken wir, dass dieses Vermögen diesem Mann wichtiger war als ewiges Leben. Können wir uns das vorstellen? Ja und nein, so vermute ich. Man kann sich vorstellen, dass wenn man nicht an das ewige Leben glaubt, einem das Geld wichtiger ist. Aber welcher Mensch, der von Jesu Aussagen überzeugt wäre, würde das Geld dem ewigen Leben vorziehen – zumal die Bibel beschreibt, unter welchen Umständen dieses ewige Leben statt findet. Das Begehren alles Lebenden wird gesättigt sein – u.a. Psalm 145. Hier kommt es also darauf an, wie stark der Glaube ist.
Jesus hat den Punkt, nach dem der Mann nun weg gelaufen war, nochmal weiter ausformuliert: 23 Da schaute Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: »Wie schwer ist es doch für Menschen, die viel besitzen, in Gottes Reich zu kommen!« 24 Seine Jünger waren über diese Worte erschrocken, aber Jesus betonte noch einmal: »Ja, ihr Lieben, wie schwer ist es doch, in Gottes Reich zu gelangen! 25 Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in Gottes Reich kommt.«
Die Aussage mit dem Kamel und dem Nadelöhr ist berühmt – auch unter säkular denkenden Menschen. Vermutlich zwar ein Übersetzungsfehler, aber dennoch ist die Aussage sehr eindrücklich. Zumindest haben Jesu Jünger entsetzt reagiert denn … 26 Darüber waren die Jünger noch mehr entsetzt, und sie fragten sich: »Wer kann dann überhaupt gerettet werden?« 27 Jesus sah sie an und sagte: »Für Menschen ist es unmöglich, aber nicht für Gott. Für ihn ist alles möglich!«
In der Tat kann sich niemand das Paradies verdienen, es ist die unverdiente Güte Gottes und seine Gnade. Und genau darum ging es in diesen beiden Berichten aus dem Lukasevangelium der Bibel. Es ging nie darum, dass der Reichtum an sich schlecht wäre. Auch ging es nicht darum, dass man mit dem perfekten Einhalten des Gesetzes ewiges Leben erhält. Der Mann in der letzten Erzählung hielt das Gesetz Mose, was auch den Monotheismus mit einschliesst, denn das erste Gebot der 10 Gebote lautet: „Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.“
Jesus erkannte, dass er ALLES einhielt. Ihm fehlte nur die Armenspende (Almosen) und die ist kein Teil der 10 Gebote (10 Gebote – Wikilink)
In diesen beiden Begebenheiten ging es darum, dass dort wo unser Schatz ist, unser Herz sein würde. Und wenn unser Herz nicht im „Himmel“, also bei Gott ist, dass wir dann verloren sind. Ist unser Herz in dieser Welt, bei den Dingen die man sieht, dem Besitz und dem Reichtum, dann sind wir Narren, wie Jesus zeigte. Denn wir werden sterben und dann ist es zu spät. Aber „verdienen“ können wir uns auch nichts, indem wir versuchen perfekt zu sein. Wir sollen uns bemühen – dann wären alle Dinge möglich – durch unseren barmherzigen Schöpfer.
Das ist nicht, was die Kirchen lehren, das ist nicht, was Sekten und Organisationen lehren, die wie Rattenfänger agieren. Es ist viel einfacher, klarer und deutlicher. Und jeder Mensch hat die Möglichkeit und die Wahl. Und Weihnachten 2024 ist doch eine gute Gelegenheit, einmal darüber nachzudenken oder das vielleicht auch mal mit der Familie zu besprechen. Denn in Deutschland ist Weihnachten vielleicht das letzte Ereignis, an dem man auch mal über Religion reden darf ohne blöd angeschaut zu werden, oder?
Schauen wir uns nun noch einen letzten Aspekt an, der das Ganze abrundet. Denn es gibt viele Menschen, die gut handeln und Gutes tun. Ihnen fehlt nur eine Sache. Sie halten sozusagen die 10 Gebote bis auf eines. Und das ist symptomatisch für unsere heutige Zeit im Westen der Welt. Wir bleiben in den Evangelien und gehen zu Matthäus 22.

Das wichtigste Gebot
Matthäus 22:34-35 Als die Pharisäer hörten, wie Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, dachten sie sich eine neue Frage aus, um ihm eine Falle zu stellen. Ein Gesetzeslehrer fragte ihn: 36 »Lehrer, welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz Gottes?«
Nachdem wir gesehen haben, dass alles an der Barmherzigkeit (christlicher Terminus: Gnade) Gottes abhängt und wir uns das ewige Leben nicht verdienen können, uns aber bemühen sollten ein guter Mensch zu sein und unser Herz nicht bei den Dingen dieser Welt sein sollte, kommen wir nun zu dem größten Aspekt des Alten Testaments der Bibel, den Jesus in einer Deutlichkeit aufgreift, die zu überraschen versteht. Man muss den Monotheismus schon sehr ablehnen, um das zu verdrehen und irgend etwas da rein zu deuten, was da nicht steht. Trotz allen Veränderungen der Texte des Neuen Testaments der Bibel, ist das selbst der mächtigen Urkirche nicht gelungen, diese Texte gänzlich zu verfälschen.
»Lehrer, welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz Gottes?«
Was ist also sozusagen die Nummer 1? Es ist klar, dass das erste Gebot der 10 Gebote dieses ist: „Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.“ Aber ist es auch das Wichtigste? Und was ist die Konsequenz daraus?


Jesus hätte nun das erste der 10 Gebote einfach anführen können – jeder der Beteiligten kannte es. Die Kinder Israels mussten das so bitterlich in den vorherigen 1500 Jahren ihrer Geschichte lernen, einer Zeit, in der sie immer wieder Substitute und Götzen anbeteten. Die Geschichte des Alten Testaments der Bibel ist im Wesentlichen eine Beschreibung dessen, wie diese Lektion gelernt wurde. Eine Lektion über menschliche Bestrebungen, politische Macht, dem Folgen von Menschen und dem Wunsch einen König zu haben, dem Fortwährenden in die Irre gehen. Zur Zeit Jesu gab es andere Probleme im damaligen Israel – man war unter römischer Besatzung und schon bald sollte der letzte Rest jüdischer Anbetung zerstört werden – 70. n.u.Z. wurde der zweite und letzte jüdische Tempel zerstört und damit die ganze Art und Weise wie Gott angebetet wurde.
Der Monotheismus war gesetzt – und ist es unter gläubigen Juden bis heute. Aber wie wird dieser Monotheismus mit „Leben gefüllt?“ Ist das nur so ein Begriff, eine Floskel, etwas was man einfach anerkennt ohne davon erfüllt zu sein? Das ist ein Punkt, den Jesus aufgreift, der auch für Monotheisten heute relevant ist. Reicht es es, das einfach zu wissen und einen Satz zu sagen? Oder um was geht es wirklich?
Jesus antwortete nun auf die Frage, was das grösste Gebot sei: »›Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand.‹ 38 Das ist das erste und wichtigste Gebot.
Vielleicht hast Du das so noch nie gelesen oder auf Dich wirken lassen. Ich selbst habe lange darüber nachgedacht. Anzuerkennen, dass es keine anderen Götter als den EINEN gibt und dass man keine Götter neben ihm haben sollte (Shituf, arabisch „Shirk“) ist eine Sache. Ja, das wollen viele Menschen auch schon nicht akzeptieren und beten Jesus an oder andere Dinge. Aber hier geht es noch um viel mehr: Du sollst Deinen Gott von ganzem Herzen und mit ganzer Hingabe und ganzem Verstand LIEBEN! Das ist das erste und wichtigste Gebot. Jesus sagte, was mit Monotheismus gemeint ist, nicht nur was der Gesetzestext besagt. Und das ist in der Tat an Tiefe nicht zu unterschätzen. Warum?
Heute sagen Menschen, dass es Gott gibt oder sie sagen, dass es ihn nicht gibt. Vielleicht sagen Menschen, dass sie nicht wissen ob es einen Gott gibt (Agnostiker). Wieder andere Menschen sagen, dass Gott ein Mensch sei. Beispielsweise dass Gott Jesus ist. Dann gibt es Menschen die sagen, dass sie an Gott glauben. Und es gibt Menschen die sagen, dass sie Gott dienen. Es ist gut und richtig an Gott zu glauben (Bibel: „man muss glauben dass er ist“) und es ist gut Gott zu dienen (was eben das bedeutet, was in diesem Artikel beschrieben wurde -Gebote halten). Aber wie viele Menschen sagen, dass sie Gott lieben? Das hört man tatsächlich nicht so oft, egal wo man sich umhört. Ich will darauf nicht herumreiten, denn viele lieben Gott und sagen das einfach nicht gegenüber anderen Menschen. Und doch ist der Gedanke interessant, um die letzten Minuten noch damit zu verbringen. Denn wir haben doch Weihnachten, nicht wahr? Das Fest der Liebe.
„Gott lieben“
Die Worte Jesu sind unumstösslich und klar. Dieser Text gehört auch nicht zu unsicherem Schriftgut oder Texten, die hinzugefügt wurden. Und der Text ist auch nicht im Widersprich zum Alten Testament der Bibel, ganz im Gegenteil.
Wir haben bisher gesehen, dass es entscheidend ist, wo unser Schatz ist, denn dort wäre auch unser Herz zu finden. Und wenn unser Schatz in dieser Welt ist, dann werden wir mit dieser Welt unter gehen. Genauer gesagt, gehen wir wahrscheinlich zuerst unter und die Welt lange nach uns. Aber das Endergebnis wird das Gleiche sein. Wir werden das „Königreich nicht ererben“, um einmal einen christlichen Terminus zu gebrauchen. Wir werden kein ewiges Leben erhalten – unsere Reise endet, bevor sie erst richtig begonnen hat.
Gott, unser Schöpfer, er ist außerhalb von Raum und Zeit. Das zeigt auch die Bibel indirekt bereits durch die Schöpfungsgeschichte. Heute ist die Wissenschaft so weit, dass man sich Gedanken über Universen (ja, Plural) macht und diese für existent hält. Man weiss mehr über die Raum-Zeit-Krümmung und bekommt eine Vorstellung davon, was Zeit ist. Und damit wird auch klarer, dass es andere Dimensionen geben kann. Dinge, die außerhalb des Verständnisses der meisten Menschen sind. Wir können für uns mitnehmen, dass Gott der Schöpfer jeglicher Materie ist, der Ursprung von Macht und Kräften, dass er einen zielgerichteten Willen hat und bestimmte Eigenschaften aufweist, wovon Liebe vermutlich die grösste ist. Denn obwohl er Allmächtig und Allwissend ist, legt er sich sich selbst Dinge wie Barmherzigkeit auf, will den Menschen vergeben und freut sich außerordentlich, wenn Menschen Liebe zu ihm beweisen (Abraham, „jetzt weiss ich das Du mich liebst). Das ist absolut berührend. Die Frage ist nur, was wir mit diesem Wissen machen? (was nicht nur eine Behauptung von mir ist, sondern was jeder selbst nachlesen kann.)
An dieser Stelle würde ich tatsächlich nun den Quran nehmen, da der Quran klarer zeigt was es bedeutet, wenn wir an Gott denken und ihn lieben. Aber ich hatte ja versprochen, es ist ein Weihnachtsartikel. Also…
Gott zu lieben bedeutet seine Gebote zu halten und ein guter Mensch zu sein. Es bedeutet aber auch Gott anzubeten und mit ihm zu sprechen. Ja, Weihnachten ist eine pseudochristliches Fest und hat nichts mit Gott zu tun. Aber es ist vielleicht der letzte Anlass in Deutschland, der noch bleibt, um aufzuwachen und sich über ein paar Dinge Gedanken zu machen. Eine entkernte Spiritualität ohne Gott ist letztlich genauso ein Irrweg und wird die innere Leere nicht füllen. Wir werden weiter unser Leben in dieser „Matrix“ verleben bis es zu Ende ist.
Ob wir auf dem Sterbebett mit einem Lächeln liegen und unser Tod für uns eine Befreiung und Überleitung zum echten Leben ist oder nicht, das liegt an uns. Dazu müssen wir nirgendwo Mitglied werden, sondern nur die Aussagen von Jesus befolgen, die jeder selbst nachlesen kann. Und wohin uns das am Ende führen wird, das wird unsere eigene spannende Reise werden. Wir müssen nur den Mut haben zuzulassen was passieren wird, wenn wir jeden Tag mit Gott sprechen. Das Ergebnis wird uns verblüffen, faszinieren und nie wieder los lassen. Unsere Worte gehen nicht ungehört ins Universum. Wer in der Matrix bleiben will, der soll es doch tun. Aber haben wir den Mut für Überraschungen und das Unbekannte. Dann treten wir, wenn es soweit ist, mit einem Lächeln ab. Denn alles in dieser Welt endet.
Wir wünschen allen Blackwater.live Leserinnen und Lesern schöne Weihnachten, schöne erholsame Tage im Kreise der Familie und viel Freude beim Entdecken der Dinge, die man nicht sieht! Ein paar Gedanken zu anderen Blackwater.live Themen, die nicht in diesen Artikel passen, findet ihr hier:
„What we do in life echoes in eternity.“
– Marcus Aurelius
