Das Zählen können wir uns langsam sparen, das ist das letzte Update zu dem Thema per 28.10.2024. Dass die Ereignisse von Gaza ein Massenmord mit Ansage und ein Kriegsverbrechen sind, kann niemand mehr abstreiten. Welche Folgen das haben wird, das wird die Geschichte zeigen.
Warum habe ich das auf Blackwater.live festgehalten?
Als Zeitzeugnis und um gegen jegliche Doppelmoral ein Zeichen zu setzen. Das ist insbesondere in Deutschland stets notwendig.
Nach einer neusten Recherche wurden seit dem 7. Oktober 2023 über 200.000 Menschen in Gaza ermordet. Bereits bei einer Veröffentlichung im Juni 2024 schätzten Wissenschaftler die Zahlen der Ermordeten auf circa 186.000 ein. Daten zu vergangenen Kriege hatten ergeben, dass auf jedes direkte Opfer des Krieges etwa 3-15 indirekte Opfer kommen.
Nach ein konservativen Schätzungen (vier indirekte Tode auf einen direkten) ergeben sich so circa 200.000 Opfer. Die Global Public Professorin Devi Sridhar schätzt die Zahl der Toten bis zum Ende des Jahres sogar auf mehr als 335.000 Menschen ein. Sridhars Schätzungen wird untermauert durch Ergebnisse anderer Wissenschafter. Offiziell belaufen sich die Todeszahlen der palästinensischen Gesundheitsbehörde in Gaza auf etwa 43.000 Menschen. Grund für diesen starken Unterschied ist die Methode der Gesundheitsbehörde: In ihren Statistiken tauchen nur die verifizierten Opfer direkter Aktionen des israelischen Militärs (durch Bomben, Schüsse etc.) und in Krankenhäusern Verstorbene auf. Nicht gezählt hingegen werden zum Beispiel diejenigen, die unter Trümmern begraben liegen oder durch Krankheit, Hunger und andere Kriegsfolgen sterben. Die massiv zerstörte Infrastruktur in Gaza erschwert es zusätzlich den Behörden unter konstanter Bombardierungen die täglich neuen Opfer zu zählen und ihre Tode zu verifizieren. Auch Israel & westliche Akteure erschweren bewusst das genaue Erfassen der Todeszahlen.
Schon vor und nach dem 7. Oktober wurden und werden gezielt palästinensische Journalisten durch Israel ermordet. Laut CPJ wurden in keinem anderen militärischen Konflikt der letzten 30 Jahre so viele Journalisten getötet. Auch Mitarbeitende von Menschenrechts- und Hilfsorganisationen, sowie medizinisches Personal und UN-Kräfte werden immer wieder Ziel Israels.
Dazu kommt die ständige Diffamierungen westlicher Medien: Die Zahlen der palästinensischen Behörden seien gefälscht, viel zu hoch, kämen von der Hamas oder die Behörde seie Hamas. Gleichzeitig wird die so bewusst nach unten gedrückte und dort gehaltene Zahl der Toten genutzt, um die eigenen Waffenlieferungen zu legitimieren und den Vorwurf des Genozids -sowie die weltweiten pro-palästinensischen Proteste- zu delegitimieren.
Wir errinern uns, erst vor wenigen Tagen kündigte der Bundeskanzler Scholz stolz im Bundestag an "Wir haben Waffen geliefert und werden Waffen liefern.". Laut einer Anfrage der Abgeordneten Sevim Dagdelen hat die Bundesregierung allein seit dem August diesen Jahres allein den Export von Rüstungsgütern im Wert von 94,05 Millionen Euro bewilligt. Dabei hatte das von Grünen geführte Wirtschaftsministerium letzte Woche eine Zahl von 45,74 Millionen Euro für das ganze bisherige Jahr veröffentlicht.
https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(24)01169-3/fulltext
References
Lancet. 2024; 403:23-24
Lancet. 2023; 402:2189-2190


