Aus dem Thread zur weiblichen Beschneidung heraus kam mir diese Frage in den Kopf. Im Christentum gibt es ja die sieben Todsünden (Gier, Neid, Hass, Lust, Faulheit, Hochmut und Geiz, in etwa; teilweise werden leicht andere Begriffe genutzt) und auch sieben Kardinaltugenden. Soweit ich weiß, sind sie nicht Kanon, kommen aber in der Popkultur immer mal wieder vor. Nebengedanke: von der Bibel kommend ist ja so einiges „dazugedichtet“ worden, Kreise der Hölle, Hierarchie unter den Engeln und so weiter; das ist mir ein Zeichen, dass man sich ziemlich weit entfernt hat vom Kern; richtig?
Gibt es etwas ähnliches im Islam auch?
Gibt es etwas ähnliches im Islam auch?
Also es gibt grosse und kleine Sünden und die drei größten sind diese:
1. Das Beigesellen eines Partners an die Seite Allahs (Schirk, = Götzendienst)
2. Das Töten eines Menschen
3. Die Zauberei (Magie) (Kufr)
Bei großen Sünden oben ist auch definitiv Heuchelei!!!! Die Sünden die sich direkt gegen Allah richten sind immer am schlimmsten.
@yasmeen90 Dann gleich noch zwei Folgefragen:
1. Gilt das Verbot, Menschen zu töten, ultimativ?
2. Was verbirgt sich hinter „Zauberei“?
@ikigaimondai also ich bin keine Expertin wie die anderen aber man darf sich und seine Familie (oder andere die angegriffen werden) verteidigen. Selbstverteidigung ist erlaubt und damit dann auch Gewalt. Aber sonst nicht.
Und Zauberei ist Wahrsagen, Satanismus und das ganze okkulte Zeug.
Zauberei und an falsche Götter glauben: „Das sind diejenigen, die Allah verflucht hat; und wen Allah verflucht, für den wirst du keinen Helfer finden“ Quran 4:51-52
Im Islam ist der Schirk die gewaltigste und schlimmste Sünde, die ein Mensch begehen kann. Es ist eine große Ungerechtigkeit, dem Schöpfer andere zur Seite zu stellen, wo Er es ist, dem man jegliche Gabe zu verdanken hat. Daher ist Schirk auch die einzige Sünde, die Allah swt niemals vergeben wird, wenn man sie nicht beizeiten bereut:
„Allah vergibt gewiss nicht, dass man Ihm (etwas) beigesellt. Doch was außer diesem ist, vergibt Er, wem Er will. Wer Allah (etwas) beigesellt, der hat fürwahr eine gewaltige Sünde ersonnen.“ Quran 4:48
Dies gilt für jede einzelne Sünde, vorausgesetzt, die Reue ist aufrichtig. Egal, wie häufig ein Mensch in dieselbe Sünde verfällt, so lange er danach bereut, wird Allah diese Reue immer wieder annehmen. Auch wenn er vor der Reue stirbt, hat ein Sünder die Hoffnung auf die Barmherzigkeit Allahs. Doch dies gilt nicht für denjenigen, der die gewaltige Sünde des Schirks begeht. Stirbt dieser, ohne zu bereuen, so hat Allah ihm das Paradies verboten und er wird ins Höllenfeuer eingehen (Quran 5:72). Dies bedeutet, dass alle guten Taten, die ein Mensch möglicherweise im Leben verrichtete, nutzlos sind, wenn er daneben Schirk begeht.
Aufgrund der Schwere dieser Sünde warnte jeder Gesandte Allahs sein jeweiliges Volk vor ihr:
„Und Wir haben ja bereits in jeder Gemeinschaft einen Gesandten erweckt: „Dient Allah und meidet die falschen Götter.“ Quran 16:36
Begeht man eine Sünde, so kann die aufrichtige Reue sie komplett auslöschen. Dies gilt sowohl für die großen, als auch für die kleinen Sünden, wobei die Reue für die großen Sünden noch wichtiger ist. Das Bereuen einer Sünde erfolgt in vier Schritten. Zunächst ist es wichtig, die Sünde sofort zu unterlassen, wenn man sich dabei erwischt. Es ist ein typischer Fehler, davon auszugehen, dass es bereits zu spät für Reue ist oder dass man durch die Sünde zu einem schlechten Muslim wurde. Dies sind die Versuche des Teufels, einen Menschen von der Reue abzuhalten und ihn zum Aufgeben zu bringen. Anschließend sollte man aufrichtig vor Allah bereuen. Die Aufrichtigkeit im Bedauern einer Sünde zeigt sich darin, dass man sich für seinen Ungehorsam Allah gegenüber schämt und sich fest vornimmt, die Sünde nie wieder zu begehen. Letzteres stellt den dritten Schritt des Bereuens dar. Dies wiederholt man immer wieder, im Fall, dass man die Sünde nicht komplett aufgeben kann. Das Wichtige ist, dass man im Moment der Reue ehrlich daran arbeitet, nicht mehr in die selbe Sünde zurückzufallen.
Also Allah will vergeben und vergibt uns immer, wenn wir aufrichtig bereuen. SEHR WICHTIG ZU WISSEN
Gutes Tun im Islam, dabei denke ich vor allem daran:
„Und für jeden gibt es einen Gesichtspunkt, dem er zugekehrt ist, also sucht einander an guten Taten zu übertreffen. Wo immer ihr seid, es bringt euch Allah, allesamt, Allah ist ja zu allem imstande.“ Quran, Al-Baqara (2):148
Sie wetteifern im Guten und im Dienst für den Islam und die Menschheit. Es ist ein schöner Wettkampf um das Gute, wobei es nicht um Materielles oder Weltliches geht, sondern um die Gunst Allahs, des Erhabenen. So gibt es denn in diesem Wettstreit keinen Platz für die „Ausschaltung“ des Konkurrenten, kein Bestreben um das Beschaffen von Vorteilen zum Nachteil des anderen oder das Verhindern von Dingen, damit man selber im Vorteil ist.
„…und steht einander bei zur Frömmigkeit und der Gottesfurcht, und steht einander nicht bei zur mutwilligen Sünde und der Übertretung…“ Quran, Al-Maida (5):2
Es gibt so viele gute Tugenden im Islam. Ich denke auch daran meinen Eltern zu helfen oder als Muslima bedeckt zu sein, nicht nur mit dem Hijab, auch mit dem Herzen. Diese Gedanken machen mich auch dankbar und Dankbarkeit ist eine sehr grosse Tugend im Islam.


