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klimagut

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Presskoppweck
(@presskoppweck)
Schach Experte Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Monaten
Beiträge: 306
Themenstarter  

Der Finanzwesir stellt fest "Die Top 22 des gewöhnlichen MSCI World sind alle klimagut."
Fazit
"Die frohe Botschaft: Ob Sie den 08/15-World kaufen oder die Hupsi-dupsi-select-ethisch-wertvoll-Variante macht für Ihre Altersvorsorge keinen Unterschied.
Die nicht so frohe Botschaft: Klimamäßig impacted da nichts."


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Frau B aus N
(@fraubausn)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 542
 

Ich mochte seine Art immer! kchchchch

Klimagut ist das eine. Ethisch das andere. Da liest man https://sciencefiles.org/2021/09/23/black-lives-dont-matter-pfizers-kano-experiment-und-die-opfer/ und möchte gerne verhindern, dass die Bundesregierung dieser Firma noch mehr Steuergelder in den Rachen wirft. Aber jeder, der in den MSCI-World investiert, profitiert von diesen schmutzigen, schmutzigen Geschäften.

Disclaimer: Die anderen Titel sind sicherlich keinen Deut besser.


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 623
 

Das was Pfizer da getan hat, ist wirklich verwerflich. Reiht sich ein in eine lange Liste am von westlichen Unternehmen verschuldeten Katastrophen (ob humanitär, ökologisch oder sonst wie) oder hingenommenem Leid (gebrochener Staudamm, eingestürzte Textilfabrik, diverse Nuklearunfälle, die Liste ließe sich unendlich fortsetzen). An diesen Ereignissen und diesem Geschäftsgebaren setzt auch meine Hauptkritik am Dogma „der Markt wird es schon richten, lassen wir die Regulierung sein!“ an: Es wird sich immer irgendwo ein Land finden, dass schwächer reguliert ist und in dem die Menschen verzweifelt (oder - natürlich auch - dankbar!) genug sind, gefährliche Arbeiten mit mangelnden Sicherheitsvorkehrungen, in der EU verbotenen Chemikalien oder unter widrigsten Bedingungen zu machen. Das ist dann aber Augenwischerei und NIMBY-Taktik, und ist die große Lüge des globalen Kapitalismus: Für die allermeisten Produkte wird nicht das bezahlt, was wirklich bezahlt werden müsste, um die Schäden und das Leid zu kompensieren, welches durch die Herstellung entstanden ist.


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himself63
(@himself63)
Schach Experte Blackwater Stammleser
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Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Für die allermeisten Produkte wird nicht das bezahlt, was wirklich bezahlt werden müsste, um die Schäden und das Leid zu kompensieren, welches durch die Herstellung entstanden ist.

Leider sind in meinen Augen die einzigen, die daran nachhaltig etwas ändern könnten, WIR, die Verbraucher. Aber wie heißt es schon in einem Werbeslogan? "Geiz ist geil". 


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weip321
(@weip321)
Bauernfrühstück Blackwater Premium Blackwater Stammleser
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Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Für die allermeisten Produkte wird nicht das bezahlt, was wirklich bezahlt werden müsste, um die Schäden und das Leid zu kompensieren, welches durch die Herstellung entstanden ist.

Zu diesem Thema kann man sich mal die Geschichte von Fairphone durchlesen. Die wollten auch ein komplett fair produziertes Handy herstellen. Ergebnis: komplett fair geht nicht, nur "fairer"


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weip321
(@weip321)
Bauernfrühstück Blackwater Premium Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
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Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Reiht sich ein in eine lange Liste am von westlichen Unternehmen verschuldeten Katastrophen (ob humanitär, ökologisch oder sonst wie) oder hingenommenem Leid (gebrochener Staudamm, eingestürzte Textilfabrik, diverse Nuklearunfälle, die Liste ließe sich unendlich fortsetzen).

Damn - wollte meinen vorherigen Post noch bearbeiten, aber dann klappt es mit dem Zitieren nicht. Deswegen Doppelpost...

Sehen wir es mal ganz pragmatisch: "wir" (Europäer / westliche Welt) profitieren immer noch enorm davon, dass im 18., 19. und 20. Jahrhundert die Welt von unseren Vorfahren ausgebeutet wurde. Und das passiert heutzutage immer noch, u.a. und speziell in Afrika. So schlimm wie es ist, aber hätten unsere Vorfahren sich immer fair verhalten, wären wir heute nicht dort wo wir sind.

Und diese Privilegien will man natürlich mit aller Macht verteidigen gegenüber den Menschen, die erst dorthin wollen wo wir bereits sind.


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Frau B aus N
(@fraubausn)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 542
 

Ich bedaure es sehr, dass man mit dem MSCI-World eigentlich nur in Riesenkonzerne investieren kann. In Deutschland gibt es ja viel Mittelstand bzw. noch sehr viel mehr kleinere Unternehmen. Die werden zwar systematisch benachteiligt (ich kann selbst ein Lied davon singen), aber sie arbeiten häufig nach "ethischeren" Grundsätzen als die Großkonzerne, die ihre Aktionäre glücklich machen wollen. Ich will hier nicht die rosarote Brille aufsetzen, auch diese Firmen wollen Geld verdienen, auch sie kalkulieren, auch sie verkaufen. Aber was ich in den Firmen erlebe, die ich als Kunden habe, da kennen die Geschäftsführer/Inhaber halt die Mitarbeiter persönlich, da wird ganz anders gearbeitet und miteinander umgegangen. Gewinnmaximierung auf Kosten persönlich bekannter Menschen ist da nicht so leicht wie in großen Konzernen mit Elfenbeinturm. Und dennoch werden auch hier Gewinne erwirtschaftet und Kapital benötigt. Da würde ich mein Geld lieber investieren - wenn es das als weltweiten (Diversifikation) Index gäbe ...

Schließlich praktiziere ich das auch als Konsument: Ich kaufe im Hofladen und bei Edeka (inhabergeführt), habe wenig Interesse daran, die Familien Aldi noch reicher zu machen und dabei zuhelfen, dass die ihre Lieferanten arm machen.


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 623
 

@fraubausn Ich habe seit 2019 gezielt in KMU investiert, musste damit aber leider wieder aufhören, nachdem die Plattform (Kapilendo) mit einer anderen Plattform (invesdor) fusioniert ist und nun ein Mindestinvest von 500€ (vorher: 100€) eingeführt hat und zusätzlich nur noch sehr wenige Projekte anbieten (früher gerne mal 3…5 pro Monat, heute eher 1). Da reicht mir dann die Diversifikationsmöglichkeit nicht mehr aus.


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 623
 
Veröffentlicht von: @himself63

Leider sind in meinen Augen die einzigen, die daran nachhaltig etwas ändern könnten, WIR, die Verbraucher.

Ich nehme da eher den Gesetzgeber in die Pflicht (ja, den bösen Staat, der sich überall einmischt). Neulich hatte John Oliver das mal am Beispiel von Plastik schön herausgearbeitet. Das Video ist lang, aber (größtenteils) sehenswert, die wesentliche Kritik am Thema „der Verbraucher soll sich halt mal anstrengen“ kommt immer mal wieder vor, so bspw. bei 4:50, 14:10 und 19:10. Im Wesentlichen sagt er, dass Recycling-Kampagnen gezielt von der Industrie lanciert werden, um a) dem Verbraucher zu suggerieren, dass er die Verantwortung für das Thema trägt; b) er in der Folge ein permanentes schlechtes Gewissen mit sich herumträgt; und c) sich die Plastik erzeugenden Firmen so auch gleich noch in die erste Reihe stellen können beim „Kampf gegen Plastik“. Merkt jemand die Ironie? Das ist wie Coca Cola und McDonalds, die Kampagnen für gesunde Ernährung machen… wieder mal ein Fall, in dem sich „cui bono“ fragen wirklich lohnt.

https://m.youtube.com/watch?v=Fiu9GSOmt8E


hesekiel58 gefällt das
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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
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Veröffentlicht von: @weip321

Und diese Privilegien will man natürlich mit aller Macht verteidigen gegenüber den Menschen, die erst dorthin wollen wo wir bereits sind.

Und wenn man sich politisch so aufstellt, dass man auf den Misstand hinweist und einen langsamen Rückbau beginnen möchte (der ja letztlich der Menschheit als ganzes und damit auch wieder uns selbst nützt), dann ist man Verbotspartei und wird mit Häme überzogen.

Kopf.

Tisch.


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Frau B aus N
(@fraubausn)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 542
 

@ikigaimondai Man muss nicht immer alles mit Verboten lenken, Anreize funktionieren auch ganz gut.


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1059
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai
Veröffentlicht von: @weip321

Und diese Privilegien will man natürlich mit aller Macht verteidigen gegenüber den Menschen, die erst dorthin wollen wo wir bereits sind.

Und wenn man sich politisch so aufstellt, dass man auf den Misstand hinweist und einen langsamen Rückbau beginnen möchte (der ja letztlich der Menschheit als ganzes und damit auch wieder uns selbst nützt), dann ist man Verbotspartei und wird mit Häme überzogen.

Kopf.

Tisch.

Das stimmt natürlich. 🙂

Der Punkt den ich sehe ist nur: Utopia.

Denn den Rückbau wird Deutschland machen und damit selbsterfüllend den Morgenthau Plan nach dem WW2 erfüllen (hätte man gleich machen sollen, dann wären wir heute schon grünes Ackerland), aber der Rest der Welt wird nicht mitmachen.

(Kleines Add-On: Heinrich Himmler hatte diese grünen Ökovorstellungen übrigens in seiner SS schon begonnen zu kultivieren, verbunden mit Kultelementen und Homöopathie, die in NS Deutschland als ersten Staat der Welt anerkannt wurde)

 

Wer derzeit selbst Mainstream Nachrichten sieht merkt, jetzt geht es los: China erpresst den Westen, RU lässt sich nichts mehr vormachen, die Türkei ist nicht mehr vom USD abhängig und hat eigene Industrien aufgebaut.

Zeitenwende. Deutschland wird grün, gender, gerechter. Alles schön. Aber in der jetzigen Phase ist es die Selbstzerstörung.

Deutsche übergewichtige Kinder werden in 30 Jahren bestenfalls Dienstleister für Chinesen sein. Oder bei McDonalds ihrem Traumjob nachgehen.

Ich meine das nicht böse, ich will niemand angreifen. Und es ist nicht so, dass ich das gut finde. Aber es sind absehbare Konsequenzen, wenn man die weltweite Gemengelage "zusammenbaut." Und ob der Klimawandel von Menschen gemacht ist oder nicht, es ist egal. Es ist nicht mehr zu stoppen. Und das wissen selbst die Grünen. Das heutige Deutschland nimmt niemand als Vorbild (auch diese Vorstellung ist nicht neu in der deutschen Denke).


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hesekiel58
(@hesekiel58)
Schach FIDE Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 426
 

Anreize funktionieren auch nicht immer. Sie sind aber viel bequemer. Man muss sich ja nicht reizen lassen 😉 


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 623
 

@deepblackforest Wenn wir von Staaten als „Persönlichkeiten“ ausgehen, dann müssen wir aber doch fragen, welche Handlungsmaximen wir bei uns zulassen und anstreben wollen. Das, was bei Dir durchscheint, ist eine Mischung aus Wild-West, Recht des Stärkeren und Fatalismus. Wer aber soll sich dem entgegenstemmen? Was könnte ein Umdenken bedingen? In meinen Augen das, was auch in der Vergangenheit immer dazu geführt hat, dass Menschen zusammengefunden haben: ein gemeinsames Ziel. Oder, ebenso effektiv: ein gemeinsamer Feind.

Mit gemeinsamen Zielen - und auch gemeinsamen Feinden - ist es seit dem Ende des kalten Krieges so eine Sache. Im Torben-wünscht-sich-Krieg-Thread haben alle gesagt, dass Torben doch irgendwie nicht ganz dicht ist und das doch Quatsch sei - aber diese Lust am Extremzustand lese ich immer mal wieder zwischen den Zeilen, auch hier im Forum. Klares Feindbild gibt dem Tag Struktur. Der Mensch ist nicht dazu gemacht, in Wohlstand und Zufriedenheit zu leben - das wussten schon die Stoiker und auch das Christentum baut darauf auf: Leben ist Leid, muss Leid sein, unterbrochen von kurzen Phasen relativen Glücks. Das verdanken wir der Ursünde, oder unserer Natur, unserem Tiersein - wie auch immer man es sehen mag.

Wir brauchen also einen gemeinsamen Feind. Vielleicht wird es ja der Planet selbst. Oder eine der nächsten Pandemien, mit einem richtig tödlichen und leicht übertragbaren Virus. Oder eine außerirdische Bedrohung (ich denke da eher an eine Kollision als an Außerirdische… wobei die Unterschiede zwischen Religionen und Ethnien vermutlich schnell vergessen wären, wenn der Feind drei Köpfe und Tentakel hätte).


hesekiel58 gefällt das
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Frau B aus N
(@fraubausn)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
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Veröffentlicht von: @hesekiel58

Anreize funktionieren auch nicht immer. Sie sind aber viel bequemer. Man muss sich ja nicht reizen lassen 😉 

Die Deutschen verbieten gerne. Das ist den Amerikanern wiederum meist fremd. Ich finde diese Art, Wirtschaft zu lenken, nicht "bequemer", sondern klüger und freier. Natürlich funktioniert es nicht immer, hab ich nicht behauptet. Dann kann man immer noch mit Verboten arbeiten. Aber ich empfinde es als einen ganz anderen Umgang, ob ich als Staat mich als Besserwisser und Gängler präsentiere oder ob ich zeige, dass man auf Augenhöhe gemeinsam Dinge erreichen kann - zum Besten aller.


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