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Banking Persönliche Daten ... oder wie schnell kann man ein Gesetz ändern?

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Presskoppweck
(@presskoppweck)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
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Themenstarter  

Ein blöder Titel, aber genau diese Frage lag mir auf der Zunge als ich mal wieder was von Norbert Häring gelesen habe. Eigentlich sollte man das nicht tun, ihr wisst schon wenn man die blaue Pille nimmt, dann schläft man besser und tut was gegen hohen Blutdruck.

"Es ist nicht das Jahr 2050 und es ist kein dystopischer Zukunftsroman oder Musik-Video von 1985 (klick), sondern Realität. Das norwegische Statistikamt SSB will den größten Betreiber von digitalen Bezahlterminals Nets, verpflichten, ihm alle Daten der über die Terminals abgewickelten Kartenzahlungen zu übermitteln. Sie enthalten Namen, Adressen, Kaufdatum und Preise der einzelnen Produkte."
"Die Statistiker sind sich zwar bewusst, dass das Vorhaben sehr tief in die Privatsphäre der Norweger eingreift, aber es sei ja nur für statistische Zwecke und die Statistiker seien vertrauenswürdig und den sicheren Umgang mit heiklen Daten gewöhnt."
"Von einer Löschung der Daten irgendwann schreibt die Behörde allerdings nichts,"

Quelle https://norberthaering.de/macht-kontrolle/norwegen/

PS: Noch ist es nicht umgesetzt
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Jetzt solltet ihr wissen, weshalb ich im Titel gefragt habe, wie schnell man ein Gesetz ändern kann!
.
Ich habe es schon einmal gepostet, ich tue es wieder :

#BargeldChallenge (klick)

Die Aufgabe

Wer mitmacht, geht eine Selbstverpflichtung ein, künftig mehr bar zu bezahlen und wirbt dafür, dass andere mitmachen – in persönlichen Gesprächen, über die sozialen Medien, Rundbriefe, Vorträge oder Leserbriefe. So sorgen wir dafür, dass demnächst keine weitere Abnahme der Bargeldnutzung vermeldet wird, sondern eine Zunahme.


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tomhw
(@tomhw)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Monaten
Beiträge: 117
 

Barzahlung heißt Freiheit, nach der Devise handel ich schon lange. Die besten Treiber sind allerdings Firmen wie Verifone, die mit ihrem H5000 schnell demonstriert haben, was alles passieren kann 😎 .

Mehr Sorgen bereitet mir aber das Projekt European Health Data Space – EHDS der EU. Da wird mit Corona-Rückenwind mal eben schnell eine länderübergreifende Auswertung von Gesundheitsdaten beschlossen. Zusammen mit der IT-Kompetenz deutscher Politiker und einer jahrzehntelangen Misserfolgsserie bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen könnte das ein Datenschutz-GAU werden.

Die EU-Kommission gibt mit dem Verordnungsentwurf einen Vorgeschmack, wie ein europäisches Gesundheitswesen über Landesgrenzen hinweg und abseits nationaler Eigensinnigkeiten sowie proprietärer Standards aussehen kann. Der Entwurf skizziert einen gesetzlichen Rahmen für den Austausch von Gesundheitsdaten und legt auch fest, wer diese Daten nutzen können soll: Neben den Patienten selbst sollen die Daten auch für Forschung, für die Gesundheitspolitikgestaltung oder für statistische Zwecke verfügbar gemacht werden. Die Mitgliedstaaten werden verpflichtet, ihre Gesundheitsversorgung zu digitalisieren und für Patienten elektronische Zugangswege zu ihren Gesundheitsdaten zu schaffen. Patienten sollen zu jeder Zeit die Speicherung und Weitergabe ihrer Gesundheitsdaten digital kontrollieren können.

Siehe: https://e-health-com.de/details-news/european-health-data-space-bedeutung-fuer-deutschland/

Pharmariesen, Versicherungsunternehmen und die Werbeindustrie können schon einmal Kapazitäten für Big-Data bereitstellen, wenn im großen Stil pseudonymisierte Gesundheitsdaten zur Verfügung stehen. Wenn man die dann noch geschickt mit Genom-Datenbanken koppelt werden die Pseudonyme schon bis auf Klarnamen heruntergebrochen. Es müssen nicht einmal meine Daten sein, die gehackt werden, es reicht ein naher Verwandter. Ich weiß, es klingt nach Verschwörungstheorie, aber die Zutaten stehen bereit. Wenn dann noch in der überhasteten nationalen Umsetzung der EU-Vorgaben in nationales Recht ein paar Fehler unterlaufen, haben wir den gläsernen Bürger 😯 .


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Großmeister Blackwater Stammleser
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Ich zahle 99% meiner Transaktionen bar, und das in einem Land, wo praktisch niemand mehr bar bezahlt. Werde das in Deutschland wohl beibehalten.


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weip321
(@weip321)
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Beiträge: 872
 

Ich bin beim Thema Bargeld zwiegespalten. Einerseits sehe ich die reale Gefahr, dass es zukünftig ein Bargeldverbot geben könnte. Andererseits wissen wir alle, dass Bargeld aufgrund der Inflation über die Jahre an Wert verliert. Hier muss man also entscheiden, wie viel Bargeld man in seinem Gesamtvermögen hält. Ich persönlich möchte die Menge an Geld die ich besitze (auf verschiedenen Konten) nicht zu Hause haben wollen.

Letzte Woche erst hat es mir persönlich betroffen. Ich habe normalerweise immer einen relativ hohen Betrag an Bargeld im Portemonnaie, aber aufgrund vom Urlaub hatte ich die Währung noch nicht wieder getauscht. Und genau an diesem einen Tag (Rückkehrtag) ist die IT vom Supermarkt ausgefallen - ergo nur noch Bargeldzahlungen möglich. Da haben mir meine 5 Kreditkarten überhaupt nichts genützt. Wie gesagt: normalerweise habe ich IMMER Bargeld dabei, aber genau an diesem einen verflixten Tag nicht. Trotzdem hat es mir natürlich zu Denken gegeben. Der Grossteil meines Cash-Anteils (Anleihen halte ich nicht, bis auf einen Zock mit einer Anleihe-Option) liegt bei verschiedenen Banken. Auf die muss ich mich halt verlassen.

Veröffentlicht von: @presskoppweck

Das norwegische Statistikamt SSB will den größten Betreiber von digitalen Bezahlterminals Nets, verpflichten, ihm alle Daten der über die Terminals abgewickelten Kartenzahlungen zu übermitteln. Sie enthalten Namen, Adressen, Kaufdatum und Preise der einzelnen Produkte.

Ich sehe deine Bedenken, und ich teile diese auch. Allerdings sehe ich auch, dass viele Leute heutzutage über Google oder Apple Pay bezahlen. D.h. wir haben dort private Unternehmen, die über viel mehr Daten verfügen als das was das norwegische Statistikamt dort angefordert hat. Google ist DIE Datenkrake schlechthin, und aufgrund des Patriot Act ist jedes US-Unternehmen verpflichtet, Daten mit den US-Behörden zu teilen. Hier sehe ich persönlich die viel grössere Gefahr. Man kann auch gerne weiterschauen Richtung VISA und Mastercard - diese beiden Unternehmen bilden ein Oligopol im Bereich Kreditkarten. Auch diese haben extrem viele Daten über fast jeden von uns - das ist ebenfalls ein Riesenproblem. Man kann sich gerne mal anschauen, wie schnell es ging, sämtliche russischen Inhaber von VISA/Mastercard von einem Tag auf den nächsten auszusperren.

Die noch viel grössere Gefahr sehe ich persönlich in CBDCs (central bank digital currencies). DAS ist die grosse Vision bzw. der feuchte Traum eines jedes Politikers bzw. der Elite. Herausgegeben von den Zentralbanken und alles schön öffentlich einsehbar in der Blockchain. Dort möchte man eigentlich hin - u.a. auch mit der Diskussion um das Bargeldverbot. Sämtliche Argumente für ein Bargeldverbot sind nur Vorwände (Terrorismusbekämpfung, Schwarzgeld etc). Die echte Geldwäsche passiert durch die Grossbanken - nicht durch Luigi der Mario einen Koffer mit 200€ Noten gibt...

Leider haben sich durch Corona Kartenzahlungen noch weiter durchgesetzt (ein Schelm, wer Böses dabei denkt). Die Gefahren dabei sind:

  • zentrale Sammlung der Informationen über Zahlvorgänge
  • Erstellung von Profilen mittels Metadaten
  • Abhängigkeit von Dritten (Banken, Google, Apple etc.)

Warum ich anfangs von Zwiespalt gesprochen habe: mir bereiten die eben genannten Gefahren auch Sorgen. Allerdings muss man sich halt auch die Frage stellen: wem traue ich weniger? Dem Staat, den Banken, Google? Auch wenn ich beileibe kein grosser Fan von Banken bin, so bilden sie doch eine gewisse Schutzfunktion gegenüber dem Staat. Natürlich hat der Staat Mittel und Wege, um die Banken gefügig zu machen. Aber das bedeutet erstmal Aufwand. Von den drei genannten würde ich wohl am ehesten noch den Banken trauen - das ich DAS einmal sagen würde... 🤣 

Veröffentlicht von: @tomhw

Mehr Sorgen bereitet mir aber das Projekt European Health Data Space – EHDS der EU. Da wird mit Corona-Rückenwind mal eben schnell eine länderübergreifende Auswertung von Gesundheitsdaten beschlossen.

Danke für das Teilen des Links! So etwas macht mir Angst! Wie weiter oben schon geschrieben, sind diese zentralen Register der feuchte Traum jedes Politikers. Wenn man die Daten (Gesundheit und Geld) dann aggreggiert, ergeben sich viele "schöne" Möglichkeiten... "Ach, sie haben vor 15 Jahren jeden dritten Tag Chio Chips gekauft. Das tut uns wirklich sehr Leid, aber dadurch entfällt unser Leistungsanspruch für ihre Krebserkrankung. Sie dürfen aber gerne selbst dafür aufkommen."

Veröffentlicht von: @tomhw

Zusammen mit der IT-Kompetenz deutscher Politiker und einer jahrzehntelangen Misserfolgsserie bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen könnte das ein Datenschutz-GAU werden.

Das wird ein Datenschutz-GAU werden. Sämtliche grossen Datenbanken stellen eine Gefahr dar. Kein IT-System ist vollkommen sicher (ausser der nicht verbundene Rechner im Keller) - und solche Datenbanken sind natürlich ein extrem lohnendes Ziel. Ich bin daher ein sehr grosser Verfechter von Datensparsamkeit. Das widerspricht natürlich diametral den Gedanken unserer Politiker und Staatsdiener.

Da ich in dem Bereich arbeite, habe ich aber einen kleinen Hoffnungsschimmer: zum Glück sind die immer noch zu doof, solche grossen Projekte erfolgreich durchzuführen. Und ich hoffe ganz ganz stark, dass niemand mit einer gesunden Portion Verstand und hoher Moral diesen Pappnasen dabei hilft, solche Systeme aufzusetzen. Vermutlich bin ich in dieser Hinsicht zu naiv bzw. optimistisch eingestellt. Aber ich sage mal so: aus der jahrzehntelangen Erfahrung sehe ich es eher gelassen. Speziell wenn es um Behörden und Staatsorgane geht. IT-Grossprojekte vergeigen die regelmässig. @lichtenberg99 hat hier eventuell andere Sichtweisen oder bessere Einblicke für Projekte in DE.

Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Ich zahle 99% meiner Transaktionen bar, und das in einem Land, wo praktisch niemand mehr bar bezahlt. Werde das in Deutschland wohl beibehalten.

Ich kann das absolut verstehen. Was ist deine Motivation dafür? Nicht nachverfolgbar zu sein?

 


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
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@weip321 Kostenkontrolle. Um ein Gefühl für abfließendes Geld zu haben, muss man seine Hand in die Strömung halten, und kann nicht einfach ein Foto davon anschauen.


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Martgo
(@martgo)
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Veröffentlicht von: @weip321

Andererseits wissen wir alle, dass Bargeld aufgrund der Inflation über die Jahre an Wert verliert. Hier muss man also entscheiden, wie viel Bargeld man in seinem Gesamtvermögen hält. Ich persönlich möchte die Menge an Geld die ich besitze (auf verschiedenen Konten) nicht zu Hause haben wollen.

Solange das Geld nicht investiert ist, wird es von der Inflation entwertet. Egal ob Bargeld oder als Cash auf dem Konto. Egal in welcher Währung. Sein Cash auf mehreren Banken (außerhalb Deutschlands / der EU) zu verteilen insbesondere bei Cashbeständen größer 100T€ macht natürlich auch Sinn. In CH gibt es aber auch keine Staatliche Einlagensicherung, da ist das Parken in Geldmarktfonds sicherer, da es dann Sondervermögen ist.


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weip321
(@weip321)
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Veröffentlicht von: @martgo

In CH gibt es aber auch keine Staatliche Einlagensicherung, da ist das Parken in Geldmarktfonds sicherer, da es dann Sondervermögen ist.

Eine schnelle Google-Recherche hat etwas anderes ausgespuckt: Finma, ESISUISSE sowie Moneyland Die 100k Einlagensicherung gibt es also auch in der Schweiz.

Wobei ich weiss, dass die ganze Einlagensicherungs-Geschichte ein Feigenblatt ist (also sowohl in DE/EU als auch in der Schweiz). Das ist nur dafür da, das gemeine Volk ruhig zu halten und einen Bankensturm zu verhindern. Kommt es hart auf hart, und damit meine ich eine Kernschmelze im Bankensektor, dann ist die Einlagensicherung das Papier nicht Wert, auf dem es steht. Sollte es allerdings dazu kommen, haben wir ganz andere Probleme. Dann ist eine Mitgliedschaft bei den Höllenengeln sowie Waffen und Munition die beste Versicherung 😉 

Veröffentlicht von: @martgo

Solange das Geld nicht investiert ist, wird es von der Inflation entwertet. Egal ob Bargeld oder als Cash auf dem Konto. Egal in welcher Währung

Das stimmt. Allerdings ist man mit Tagesgeld in den letzten Jahren besser gefahren als mit AAA-Staatsanleihen. Deshalb stimmt dein letzter Satz leider nicht ganz:

Veröffentlicht von: @martgo

da ist das Parken in Geldmarktfonds sicherer, da es dann Sondervermögen ist

Mit Schweizer Staatsanleihen oder deutschen Staatsanleihen hättest du noch mehr verloren als mit Bargeld 🙂 


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Martgo
(@martgo)
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@weip321

Die von dir angegebenen Einlagensicherung der Schweiz ist keine staatliche sondern "nur" eine Absicherung der Banken untereinander, das gibt es in Deutschland auch hier aber zusätzlich noch eine Saatlich garantierte. Wieviel die im Zweifelsfall Wert ist, ist eine andere Frage.

Das parken in Geldmarktfonds ist sicherer im Betug auf eine mögliche Pleite der jeweiligen Bank. Tagesgeld ist ein Kredit den du der Bank gewährst. Geht die Bank Pleite ist das Geld weg (abgesehen von den 100T die "versichert" sind). Ein Geldmarktfond ist Sondervermögen, geht die Bank Pleite hat das keine Auswirkungen (kein Gegenparteirisiko).

Ja die Rendite von Tagesgeld war etwas besser, oder besser gesagt etwas weniger schlecht als die von Geldmarktfonds. Die Nettorendite (nach Inflation) ist bei beiden negativ, war sie in der Vergangenheit auch schon immer.


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Presskoppweck
(@presskoppweck)
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Themenstarter  
Veröffentlicht von: @martgo

Die von dir angegebenen Einlagensicherung der Schweiz ist keine staatliche sondern "nur" eine Absicherung der Banken untereinander, das gibt es in Deutschland auch hier aber zusätzlich noch eine Saatlich garantierte.

Staatlich garantiert sollte man das nicht nennen, der Staat ist nicht derjenige, der etwas garantiert, bzw. einen Bankkunden entschädigt. Der Staat hat nur ein Gesetz erlassen, das Banken verpflichtet einer Sicherungseinrichtung anzugehören. Diese Sicherungseinrichtungen müssen diesen gesetzlich definierten Rahmen einhalten. 
Gerade überprüft: der Sicherungsgeber für mein Girokonto ist eine GmbH.

Die staatlich verordnete Einlagensicherung ist eine Beschränkung der bisherigen Einlagensicherung: Ich erinnere mich dunkel, dass die kleine Allgemeine Deutsche Direktbank (ist irgendwann von DiBa / ING geschluckt worden) im letzten Jahrtausend einer Einlagensicherung angehörte, die 9-stellige DM-Beträge garantiert hat. Dagegen sind die heutigen 100k nur peanuts und man sollte sich fragen warum das so ist.

Ich sehe das heutige Einlagensicherungssystem unter dem folgendem Blickwinkel:
Man hat die Bankenhaftung mutwillig so beschränkt, dass größere Mengen Buchgeld ein Risiko darstellen und das dieses Buchgeld in für den Staat nützlichere Anlagevehikel umgeschichtet werden, in Staatsanleihen.
Letztendlich dient das EinSiG (+ die Basel-Regelungen) dazu, dem Staat die Ausgabe seiner Schuldentitel zu erleichtern.


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lichtenberg99
(@lichtenberg99)
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Veröffentlicht von: @weip321

@lichtenberg99 hat hier eventuell andere Sichtweisen oder bessere Einblicke für Projekte in DE.

Nicht wirklich. Ich kenne nur aus dem Verwandten-/Bekanntenkreis War stories. Die klingen alle eher nicht nach überzeugenden Projekten. Aber alles nur anekdotisch.


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weip321
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Veröffentlicht von: @martgo

Die von dir angegebenen Einlagensicherung der Schweiz ist keine staatliche sondern "nur" eine Absicherung der Banken untereinander, das gibt es in Deutschland auch hier aber zusätzlich noch eine Saatlich garantierte.

Wenn ich das EinSiG mal so überfliege (klick), sehe ich dort nichts von staatlicher Haftung. Soweit ich das richtig lese, hat der deutsche Gesetzgeber damit nur Voraussetzungen geschaffen, Banken welche bis dato keiner Einlagensicherung angehörten, ebenfalls dazu zu verpflichten. Erwähnt werden dort gesetzliche Entschädigungseinrichtungen - wobei das nichts heisst. Die Einrichtung kann vom Staat gegründet werden, ohne Haftungsrisiken für Deutschland. Die Zielausstattung von 0,8% der gedeckten Einlagen (bis Juli 2024) überzeugt mich nicht wirklich. Ich zitiere hier nochmal aus Wikipedia (ja, ich weiss dass das Gesetz besser ist - lese mir aber zum Sonntag keinen kompletten Roman durch 🙂 ):

Vieles ist bei der Einlagensicherung wie bei Versicherern geregelt, denn es handelt sich wirtschaftlich um eine Versicherung. Mitgliedsinstitute zahlen Mitgliedsbeiträge (vergleichbar mit Versicherungsprämien), der Entschädigungsfall entspricht dem Versicherungsfall und die maximale Entschädigung wird sogar im Gesetz als Deckungssumme bezeichnet.

Auf die Schnelle habe ich nicht gefunden, wie die gesetzliche Entschädigungseinrichtung heisst. Eventuell hast du hier mehr Informationen.

Für mich sieht das eher so aus: die Banken, welcher vorher keiner Einlagensicherung angehört haben, wurden damit gezwungen einer Einrichtung beizutreten (ich erinnere mich hier dunkel an die isländischen Tagesgeldbanken). Informationen über die Kapitalmittel findet man leider nicht, auch nicht beim Einlagensicherungsfonds. Das erinnert mich ein bisschen an Jörg Draeger und die Zonk-Show vor Jahren: dir wird erzählt, dass hinter der Tür genug Geld ist.

Du hast Recht, dass das Schweizer System "nur" eine Absicherung der Banken untereinander ist. Dort ist allerdings ersichtlich, dass die Haftung auf 6 Milliarden CHF begrenzt ist. D.h. es ist klar, dass das hinten und vorne nicht reicht. 6 Milliarden reichen für 60k Personen. Ich denke bei einer massiven Bankengrenze wären mehr Leute betroffen. Du hast also die Wahl zwischen (siehe Zonk): Schweiz mit 6 Mrd., welche nie reichen werden (du weisst das aber vorher) und Deutschland, wo man dir erzählt "alles gut - we got you covered. Ich schwöre!!!"

@deepblackforest hast du mehr Informationen zur Eigenkapitalquoten unterschiedlicher Banken (europa- bzw. weltweit)? Habe hier teils widersprüchliche Informationen gefunden.

Veröffentlicht von: @martgo

Das parken in Geldmarktfonds ist sicherer im Betug auf eine mögliche Pleite der jeweiligen Bank. Tagesgeld ist ein Kredit den du der Bank gewährst. Geht die Bank Pleite ist das Geld weg (abgesehen von den 100T die "versichert" sind). Ein Geldmarktfond ist Sondervermögen, geht die Bank Pleite hat das keine Auswirkungen (kein Gegenparteirisiko).

Ich weiss, dass ein Geldmarktfonds Sondervermögen ist 😉 Aber auch da wäre die Frage, wie es sich im Super-GAU verhält. Also bei einer Kernschmelze des Bankensystems. Die meisten Banken und Broker halten z.B. auch ETFs nicht in deinem Namen. "when shit hits the fan" habe ich meine Zweifel, dass die Trennung mit dem Sondervermögen funktionieren würde. Aber wie oben schon geschrieben: dann haben wir GANZ andere Probleme.

Hier müsste man sich nochmal genauer einlesen, aber z.B. Interactive Brokers hält die ETFs meines Wissen nach in deren Namen. Wie es bei DKB, Degiro oder Flatex aussieht, weiss ich nicht.

Bitte versteh das nicht falsch: ich hinterfrage einfach gerne Sachen. Natürlich kann ich deine Argumentation verstehen und auch dein Vertrauen in den Gesetzgeber. Im Krisenfall sehe ich aber nicht, dass das System funktioniert. Also sowohl die Einlagensicherung als auch die Sondervermögen-Geschichte.


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Martgo
(@martgo)
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Beiträge: 38
 
Veröffentlicht von: @weip321

Natürlich kann ich deine Argumentation verstehen und auch dein Vertrauen in den Gesetzgeber. Im Krisenfall sehe ich aber nicht, dass das System funktioniert. Also sowohl die Einlagensicherung als auch die Sondervermögen-Geschichte.

Dem Gesetzgeber vertraue ich auch nicht! Ich denke die Einlagensicherungssysteme praktische aller Länder sind nicht für den Worst Case ausgelegt.

Das Sondervermögen halte ich trotzdem für sichere als sonstige  Einlagen.

Soweit mir bekannt, parken die meisten Banken Aktien, ETFs und Co. auf (Treuhand)Sammelkonten/Depots, aber halt getrennt vom "Vermögen" der Bank.

Hatte irgendwann mal eine Info (in den Vertragsbedingungen) gelesen das man Aktien, ETFs,... auf Antrag auf ein auf den eigenen Namen lautende Verwahrstellenkonto deponieren kann. War aber mit extra Kosten von mehreren tausend Euro pro Jahr verbunden.

Ja wenn die "Kernschmelze" des Bankensystems kommen würde, hätten wir eh ein anderes Problem.

Zur Maximierung der Sicherheit hilft da aus meiner Sicht nur eine ordentliche Diversifikation sowohl der Assetklassen, der Assetlokation als auch der Banken/Depots.


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lichtenberg99
(@lichtenberg99)
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Veröffentlicht von: @weip321

Aber auch da wäre die Frage, wie es sich im Super-GAU verhält.

Ich denke, in dem Falle hilft Dir auch das Geld unter der Matraze nichts.

Aus meiner Sicht hilft nur wie @Martgo sagt: Breit streuen in Asset Klassen (gerne auch Land und ein bisschen Gold), Banken, Staaten, ... und das wichtigste: Seine Fähigkeiten so up to date halten, dass sie auch die nächste Krise gut überstehen.


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weip321
(@weip321)
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Veröffentlicht von: @lichtenberg99

Ich denke, in dem Falle hilft Dir auch das Geld unter der Matraze nichts.

Das stimmt. Ich hätte es besser erklären sollen: Cash heisst für mich sowohl Bargeld als auch Geld auf Bankkonten.

Veröffentlicht von: @lichtenberg99

Breit streuen in Asset Klassen (gerne auch Land und ein bisschen Gold), Banken, Staaten

Phyisches Gold? Falls ja: vorher die Mitgliedschaft bei den Höllenhunden beantragen. Sonst kommt im Krisenfall der Nachbar mit der grösseren Wumme vorbei 😉 Im Super-GAU Fall würde ich Banken und Staaten auch nicht trauen. Aber wie bereits gesagt: dann haben wir ganz andere Probleme und Geld wäre garantiert nicht deine grösste Sorge.

Veröffentlicht von: @lichtenberg99

Seine Fähigkeiten so up to date halten, dass sie auch die nächste Krise gut überstehen

Ich denke da sind wir beide gut aufgestellt. IT-Probleme gibt es immer.


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Blackwater
(@deepblackforest)
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Veröffentlicht von: @weip321

@deepblackforest hast du mehr Informationen zur Eigenkapitalquoten unterschiedlicher Banken (europa- bzw. weltweit)? Habe hier teils widersprüchliche Informationen gefunden.

Das stimmt, meistens geht es um CIR und Eigenkapitalrendite wie hier: https://www.der-bank-blog.de/europas-grossbanken-hinken-hinterher/studien/37686773/

Das Problem sind aber auch Unterschiede in der Bilanzierung dahingehend, was als EK angesetzt wird. Das war bis 2008/2009 recht einheitlich, seit dem greifen viele Sonderregelungen durch den Einstieg der EZB in die Banken.

Daher würde ich mich nicht darauf verlassen, dass bei einer EU-Bank die Zahlen stimmen. Mal ganz abgesehen davon, dass die Dinger nicht wirklich profitabel sind. Den US-Banken geht es dafür so gut wie noch nie.

Was grundsätzlich ein Problem ist, ist dass es viele Assets gibt die nach Marktbewertung nicht das wert sind, was in den Büchern steht. Diese Problematik trat nach der Finanzkrise 2007/2008 auf bzw. man rettete damit viele Banken. In den USA wurden danach Risiken abgebaut und 300 Banken abgewickelt, in der EU nicht. Dank EZB und Co. schlummert da ein Monster im Keller. Am besten nicht genau hinschauen! 😉 

Positiv beim Thema ASB Papiere bezüglich Immobilien: die EU-Immobilien haben durchaus eine andere Qualität als die in den USA. Das Zeug wird im Falle des Platzen's der Immoblase eh alles an die Banken überschrieben und dürfte damit zur Stabilität beitragen. Vielleicht kaufen sich dann die Chinesen auch bei den Immobilien ein oder Fonds übernehmen das Portfolio. 😆 


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