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Forex / FX📈 [Geschlossen] EZB Zinserhöhung 27.10.2022

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mrtn
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(@mrtn)
Super Großmeister Moderator Blackwater Stammleser
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Heute Mittag steht die EZB Sitzung an und es wird eine Leitzinserhöhung um 0,75% auf dann 2% erwartet. Ein grosser Zinsschritt für die EZB. Im Vorfeld ist der Markt ruhig nach einem unglaublich heftigen Oktober (Flash Crashs beim Yen von bis zu 500 Punkten und vieles mehr).

Im EURUSD sind wir seit zwei Tagen wieder über Pari, ausgelöst vom negativen US-Häusermarkt (die Daten waren unerwartet schlecht).

Allgemein kommen wir nach Jahren (!!!) endlich wieder in eine Phase, in der die Zentralbanken untereinander im Wettbewerb stehen, Banken wieder Geld verdienen (siehe Deutsche Bank) und ich beginne fast zu träumen von den Zeiten vor 2008-2012. Das wäre natürlich klasse für uns.

Auf dem Weg dahin wird es aber für viele Menschen auch Probleme geben: einbrechender Immomarkt, Rezession, viele Firmen werden es nicht packen (in Deutschland planen wohl um die 17% den Stellenabbau oder die Betriebsaufgabe). Also ein insgesamt beschwerlicher Weg und die Probe für Europa schlechthin. Aber am Ende des Tunnels kann bei weisen politischen Handeln auch ein besseres Europa stehen.

Schauen wir mal was in wenigen Stunden passiert.

 

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) hat das übrigens ganz gut zusammen gefasst. Ich war positiv überrascht:

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ezb-leitzins-inflation-1.5681844



   
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mrtn
 mrtn
(@mrtn)
Super Großmeister Moderator Blackwater Stammleser
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Themenstarter  

2% ist der neue EZB Leitzins!



   
(@cbc677)
Schachspieler Blackwater Stammleser
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Beiträge: 193
 

@mrtn bei 10,4 % Oktober Inflation

Statistisches BundesamtInflationsrate steigt auf 10,4 Prozent

Stand: 28.10.2022 14:45 Uhr

Die Verbraucherpreise sind im Oktober schneller gestiegen als jemals zuvor im vereinigten Deutschland. Laut der vorläufigen Schätzung des Statistischen Bundesamts lag die Inflationsrate im laufenden Monat bei 10,4 Prozent.

Die Inflationsrate in Deutschland wird nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Oktober voraussichtlich auf 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat steigen - nachdem sie im September bereits 10,0 Prozent erreicht hatte. Wie das Bundesamt weiter mitteilte, steigen die Verbraucherpreise gegenüber September 2022 voraussichtlich um 0,9 Prozent.



   
(@geloeschter-nutzerf)
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Beigetreten: Vor 1 Jahr
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Veröffentlicht von: @cbc677

Die Verbraucherpreise sind im Oktober schneller gestiegen als jemals zuvor im vereinigten Deutschland. Laut der vorläufigen Schätzung des Statistischen Bundesamts lag die Inflationsrate im laufenden Monat bei 10,4 Prozent.

Keine Panik auf der Titanic! Bei solchen Inflationsraten tun die Kriegszahlungen nur halb so doll weh (klick - Disclaimer: Link geht auf goldseiten.de)



   
Cbc677 reacted
(@geloeschter-nutzerf)
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Grad noch gesehen, dass ich den Link falsch gesetzt hatte: der hier klappt



   
(@presskoppweck)
Fide Meister Blackwater Stammleser
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Veröffentlicht von: @weip321

Bei solchen Inflationsraten tun die Kriegszahlungen nur halb so doll weh

Hinweis: Bei den 500mio sind die Gelder über die Flixbusroute m.W. nicht inbegriffen



   
(@geloeschter-nutzerf)
Mitglied Restricted
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 3101
 
Veröffentlicht von: @presskoppweck

Hinweis: Bei den 500mio sind die Gelder über die Flixbusroute m.W. nicht inbegriffen

Na na na. Da tut die deutsche Regierung endlich etwas gegen den demographischen Wandel und möchte die Fertilitätsrate erhöhen, und du beschwerst dich trotzdem 🙂 



   
(@geloeschter-nutzerf)
Mitglied Restricted
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 3101
 

@mrtn hat noch keinen Thread erstellt für die kommende FED-Zinserhöhung, also poste ich es hier...

Diese Woche stehen die FED-Konferenz für die Leitzinsen sowie die Daten für den US-Arbeitsmarkt an. Erwartet werden 75 Basispunkte. Eine Frage, die sich mir in den letzten Tagen (mal wieder) gestellt hat: man versucht, die Inflation über eine Erhöhung der Leitzinsen in den Griff zu bekommen.

Nun das grosse ABER: die Situation in den USA ist komplett anders als in der EU. Die Amerikaner haben eher ein Problem mit der Lohn-Preis-Spirale und zu wenigen Arbeitslosen. Hier können weitere Leitzinserhöhungen für den USD die Situation ändern.

Europa hat im Gegensatz zu den USA aber ein Problem mit zu hohen Energiepreisen. Kann mir bitte jemand erklären (ich verstehe es einfach nicht), wie man mit höheren EUR-Leitzinsen das zu knappe Angebot an Energie (selbst verschuldet) bekämpfen will?



   
(@presskoppweck)
Fide Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2501
 
Veröffentlicht von: @weip321

Europa hat im Gegensatz zu den USA aber ein Problem mit zu hohen Energiepreisen. Kann mir bitte jemand erklären (ich verstehe es einfach nicht), wie man mit höheren EUR-Leitzinsen das zu knappe Angebot an Energie (selbst verschuldet) bekämpfen will?

Die gleiche Ansicht hatte ich in einem anderen Faden geäußert.

Der einzige positive Ansatz geht über EURUSD. Sinkt der Euro weiter, dann werden auch die (per Dollar zu zahlenden) Energieimporte teurer. Aber das zielt nur auf den Preis, nicht auf die Menge.

Um auch mal was positives zu sagen: die hohen Energiepreise sind doch gut, sie führen zu weniger Verbrauch und treiben die Energiewende. Sollen sie doch Kuchen essen.



   
mrtn reacted
(@knew2)
Schach Profi Blackwater Stammleser
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Beiträge: 534
 
Veröffentlicht von: @weip321

Nun das grosse ABER: die Situation in den USA ist komplett anders als in der EU. Die Amerikaner haben eher ein Problem mit der Lohn-Preis-Spirale und zu wenigen Arbeitslosen. Hier können weitere Leitzinserhöhungen für den USD die Situation ändern.

Europa hat im Gegensatz zu den USA aber ein Problem mit zu hohen Energiepreisen. Kann mir bitte jemand erklären (ich verstehe es einfach nicht), wie man mit höheren EUR-Leitzinsen das zu knappe Angebot an Energie (selbst verschuldet) bekämpfen will?

Folgende Dilemma für Europa:

  • Inflation (u.a. auch durch Energie)
  • Südstaaten seit 2008 im Wachkoma
  • Schrumpfende Wirtschaft

Inflation + schrumpfende Wirtschaft endet in einer Stagflation.

Die Energiepreise kann weder eine Wirtschaft noch eine Zentralbank beeinflussen. (einen kleinen Teil durch eine stärkere Währung).

Wenn wir als Europa nicht untergehen wollen (wirtschaftlich), dann müssen sofort alle Sanktionen fallen gelassen werden. Leider wird es nicht gemacht, ergo werden wir in eine sehr zerstörerische Stagflation geraten.

Gleichzeitig werden die Zinsen erhöht, wodurch die Südstaaten pleite gehen würden - das hat die EZB erkannt und neben QT noch QE für Anleihen der Südstaaten geschaffen. Paradox? Ja! Hilft es der Inflation? Nein.

Egal was die EZB macht, auf jedem Weg den sie geht steht eine Pistole am Kopf die abdrücken wird. Europa und die EZB gehen den Weg der Stagflation, der Zerstörung der Wirtschaft und des Wohlstandverlusts.

Geopolitisch auf dem Schachbrett ausgedrückt: die USA opfert Europa um sich zu retten.

 



   
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(@geloeschter-nutzerf)
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Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 3101
 

@knew2 danke für die weitere Ausführung

Veröffentlicht von: @knew2

Wenn wir als Europa nicht untergehen wollen (wirtschaftlich), dann müssen sofort alle Sanktionen fallen gelassen werden. Leider wird es nicht gemacht, ergo werden wir in eine sehr zerstörerische Stagflation geraten.

Das ist leider korrekt. Über die Gründe können wir nur spekulieren (NS2 anyone?). Ich denke wir sehen gerade sehr deutlich, wie sehr die EU/DE nur als Vasallen der USA dienen.

Veröffentlicht von: @knew2

Gleichzeitig werden die Zinsen erhöht, wodurch die Südstaaten pleite gehen würden - das hat die EZB erkannt und neben QT noch QE für Anleihen der Südstaaten geschaffen

Die Zinsen werden erhöht, weil sonst der Euro komplett absaufen würde im Vergleich zu USD und CHF. D.h. es gäbe noch mehr Kapitalabfluss als ohnehin schon.

Die direkte Finanzierung der Südstaaten durch die EZB verletzt sämtliche Maastricht- und EZB-Kriterien. Aber hey - Papier ist geduldig. Italien hat übrigens ein paar schöne "fuck you EU"-Entscheidungen erlassen in den letzten Tagen. Bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt. Ich denke Frau Peloni sollte demnächst etwas aufpassen in der Nähe von Fenstern.

Veröffentlicht von: @knew2

Geopolitisch auf dem Schachbrett ausgedrückt: die USA opfert Europa um sich zu retten.

Genau so ist es. Bisher durfte Europa mit am Tisch der Grossen sitzen, aber jetzt reicht das Essen nicht mehr. Nun wird Europa nicht mehr gebraucht und wird entsorgt (es gibt keinen Ostblock bzw. Warschauer Pakt mehr - ergo keine Gefahr dass Europa sozialistisch bzw. kommunistisch wird)



   
Knew2 and mrtn reacted
mrtn
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(@mrtn)
Super Großmeister Moderator Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 4887
Themenstarter  

@All

Jeder kann hier einen Thread erstellen der es mag.😃

Hier ist der neue Thread zur US-Zinsentscheidung morgen: https://blackwater.live/community/us-dollar/fed-zinsentscheid-02-11-2022/#post-19610



   
mrtn
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(@mrtn)
Super Großmeister Moderator Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 4887
Themenstarter  
Veröffentlicht von: @knew2

Wenn wir als Europa nicht untergehen wollen (wirtschaftlich), dann müssen sofort alle Sanktionen fallen gelassen werden. Leider wird es nicht gemacht, ergo werden wir in eine sehr zerstörerische Stagflation geraten.

Gleichzeitig werden die Zinsen erhöht, wodurch die Südstaaten pleite gehen würden - das hat die EZB erkannt und neben QT noch QE für Anleihen der Südstaaten geschaffen. Paradox? Ja! Hilft es der Inflation? Nein.

Egal was die EZB macht, auf jedem Weg den sie geht steht eine Pistole am Kopf die abdrücken wird. Europa und die EZB gehen den Weg der Stagflation, der Zerstörung der Wirtschaft und des Wohlstandverlusts.

Geopolitisch auf dem Schachbrett ausgedrückt: die USA opfert Europa um sich zu retten.

Das sehe ich exakt genauso. Es bräuchte eigentlich harte schnelle und vor allem pragmatische Entscheidungen Europas, was eine Reise nach Moskau und Verhandlungen einschliesst.

Da Europa aber (1) weder pragmatische Entscheidungen in dieser Angelegenheit trifft, sondern rein emotionale bzw. durch "Haltung" getriebene und (2) nicht machen kann was die USA nicht will (Biden war da sehr eindeutig), brauchen wir hier nichts zu erwarten.

Wie ich bereits am Anfang des Krieges in dem Kriegstagebuch-Thread geschrieben habe, die USA gewinnen auf allen Ebenen.



   
Knew2 reacted
(@controller92)
Lachsfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 44
 

Dass die USA als klarer Gewinner aus der aktuellen Situation hervorzugehen scheinen, will ich gar nicht bestreiten, aber ich muss sagen, dass ich an manchen Punkten trotzdem auch für Europa verhalten optimistisch gestimmt bin. Klar brauchen wir eine Lösung, wie Staaten mit sehr verschiedenen Wirtschaftsleistungen zusammen agieren können und bestimmt auch eine Währungsreform. Aber gerade in Mittel- und Nordeuropa nehme ich durchaus wahr, dass Lösungen für die Probleme der Versorgungssicherheit und der fossilen Energieträger jetzt schneller angepackt werden als jemals zuvor. Das und die Unternehmen / Lösungen / Technologien die aus dieser Krise entstehen (können) lassen mich weiterhin an einen recht offenen Ausgang der ganzen Nummer auch für Europa glauben. Allerdings eher mittelfristig. Kurzfristig ist ein Wohlstandsverlust und die Stagflation aufgrund der Zinsentscheidungen der EZB auch für mich kaum abzuwenden. 

Die Herausforderung aus meiner Sicht wird es sein, den Wohlstandverlust fair und erträglich für alle zu gestalten und gestärkt als Gesellschaft weiter nach vorne zu blicken. Okay ... beim letzten Satz habe ich doch erhebliche Zweifel, aber Pessimismus macht nur schlechte Laune 😉  



   
Dave094 and mrtn reacted
(@knew2)
Schach Profi Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 534
 
Veröffentlicht von: @controller92

Die Herausforderung aus meiner Sicht wird es sein, den Wohlstandverlust fair und erträglich für alle zu gestalten und gestärkt als Gesellschaft weiter nach vorne zu blicken. Okay ... beim letzten Satz habe ich doch erhebliche Zweifel, aber Pessimismus macht nur schlechte Laune 😉  

Ohne diese korrupte Politik müssten wir keinen Wohlstandsverlust ertragen.

Glaubst du wirklich, dass es diesmal in der Geschichte anders abläuft? Wohlstandsverlust fair und erträglich für alle? Wann war das bitte der Fall....

Oder glaubst du wirklich, dass die Menschen Elektroautos für 60k bevorzugen wenn sie nichtmal mehr wissen wie sie über die Runden kommen? Wohlstandsverlust = Ende der Energiewende. Bin ich gar nicht traurig drum weil das was wir veranstalten nur in ein Fiasko enden konnte.

Das große Problem ist einfach, dass die meisten Menschen sich gar nicht vorstellen können, was ein Wohlstandsverlust in diesem Ausmaß (was kommen wird) für gesellschaftliche Auswirkungen hat. Dann ist Ende mit

  • dem Soja Latte im Starbucks
  • dem fancy 60k Elektroauto wo der Strom aus der Steckdose kommt
  • den "Erneuerbaren" Energien --> Ressources are key! Das hat die Welt mittlerweile immer mehr erkannt
  • der eigenen Wohnung (siehe z.B. Italien) --> +30 Jahre Zuhause wohnen!
  • einer Auswahl an Nahrungsmitteln --> Grundnahrungsmittel!
  • allgemeinen Luxusgegenständen (Fernseher, Handy, Kleidung, etc)
  • Luxusproblemen (wie z.B. 463 verschiedene Toiletten oder geklebte Hände auf Straßen, etc)
  • Sozialsystem --> Es werden viele Menschen an Hunger sterben und in Armut verwahrlosen
  • endlose Liste....

Deutschland und Europa wird ausverkauft wie dritte Welt Länder. China und USA reiben sich die Hände. Danach haben wir 1-2 verlorene Jahrzehnte.

Aber es ist wie immer historisch: Am Anfang will es niemand wissen, mittendrin wird mit den Schulter gezuckt und mitgemacht und am Ende will es niemand gewusst haben.

“History never repeats itself, but it does often rhyme.”



   
mrtn and mrsblackwater reacted
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