Auszuege aus dem Artikel in der NZZ:
Zu "Die absolute Mehrheit [muslimische, intellektuelle Bekannte von Abdel-Samad, Politikwissenschafter] dachte nicht an den alten Mann [Rushdie], der zwischen Leben und Tod schwebt, sondern sah, dass ihre Religion das eigentliche Opfer des Anschlags ist. Sie hatten Angst, dass der Vorfall dem Image des Islam schaden und Wasser auf die Mühlen der Islamophobie im Westen giessen würde. Ihre Ansichten waren Ausdruck von Infantilität, Egoismus und mangelndem Verantwortungsbewusstsein, die ich für viel gefährlicher halte als den Islamismus selbst. Wir sprechen hier von der intellektuellen Elite und nicht von den Durchschnittsbürgern, die oft irrational auf Kritik reagieren." aus:
nzz.ch/feuilleton/es-gibt-unzaehlige-rushdies-in-der-welt-sie-leben-gefaehrlich-ld.1697890
oder:
"Sie [musl., intellekt. Bekannte von A-S] erkennen nicht, wo das Problem liegt. Die falsche Diagnose führt immer wieder zur falschen Medizin, wie es in den letzten Jahrzehnten der Fall war. Sie behaupten, das Problem komme von aussen, von der Haltung des Westens gegenüber dem Islam, und nicht von der Haltung des Islam gegenüber dem Westen und der ganzen Welt. Eine gängige Taktik besteht darin, Salman Rushdie als Teil einer westlichen Agenda zur Untergrabung des Islam zu betrachten."
Scheint mir wieder in die Richtung/These zu gehen: Es fehlt breiten Schichten der Muslimen an einem Prozess, den wir im Westen "Aufklaerung" nennen (de.wikipedia.org/wiki/Aufklärung).
Darueberhinaus: wir alle, als Menschen sind betroffen und in Gefahr:
"Wir haben es mit einem Zeitgeist zu tun, in dem die Rationalität im Westen und im Osten eine immer geringere Rolle spielt. In diesem Vakuum, das durch die Abwesenheit von Vernunft entsteht, breiten sich identitäre radikale Ideologien aus und bauen Machtzentren auf, die sie nicht aufgeben werden. Der Staat ist hilflos und hat keine Konzepte."
Danke fuer Martin & Cos Blog hier, der eine Beschaeftigung (im Sinne der Aufklaerung, freier Rede, Austausch von Gedanken/Argumenten/Thesen) damit ermoeglicht.
LG Joerg
Obwohl meine Sicht auf die Dinge ist:
Frieden kommt letztlich nur aus dem persoenlichen Innen (Beziehung zu Gott), nicht (nur) aus einem wie auch immer organisiertem Aussen (das kann nur zeitweise graduell helfen, wird aber leider von der Realitaet immer wieder eingeholt). Das eine tun, das andere nicht lassen?
Zu "Die absolute Mehrheit [muslimische, intellektuelle Bekannte von Abdel-Samad, Politikwissenschafter] dachte nicht an den alten Mann [Rushdie], der zwischen Leben und Tod schwebt, sondern sah, dass ihre Religion das eigentliche Opfer des Anschlags ist.
Vielleicht auch deswegen weil man weiss, dass zumindest gefühlt die Mehrheit der Menschen nicht zu Differenzierungen fähig ist, insbesondere bei komplexen Themen wie Religion.
Salaman Rushdie stand sozusagen auf einer Todesliste des politischen Regimes des Iran, genauer der schiitischen Geistlichkeit. Eine Führung, die nicht mal von den Shia Mehrheit anerkannt wird, sonst müsste man kein repressives Regime durchsetzen, was auch nicht davor zurückschreckt das Internet einfach mal abzuschalten oder Demonstranten zu erschiessen. Alles Muslime.
Diesen Mordanschlag würde ich genauso politisch sehen, wie den amerikanischen Mordanschlag auf deren (übrigens beim Volk sehr beliebten, mal mit Iranern sprechen, er rettete tausenden Menschen das Leben in Syrien, als der IS vorrückte) General Soleimani durch US-Streitkräfte. Diese Kreuzritter wieder... 🤣
Es ist schon ein wenig komplizierter, wie so oft.
Ich habe die Bücher von Rushdie gelesen, insbesondere die "Satanischen Verse" und die "Mitternachtskinder". Er ist ein begnadeter Autor, keine Frage. In jeglicher Hinsicht aussergewöhnlich.
Aber ob man solche Brandstiftung betreiben muss? Um mal ein Beispiel für viele hier zu machen: Das Buch die "Satanischen Verse" entspricht etwa dem, wenn ich über LGBTQ+ und die Grüne Szene ein Essay schreiben würde, was voller Zynismus, Verachtung und Hass wäre, verpackt in Sätzen, die einen aufgrund ihrer genialen Formulierung fast zustimmen lassen würden. Selbst @ikigaimondai würde vermutlich sagen wow ist das gut, oh shit, das ist menschenverachtend...
Muss das den sein?
Wie gesagt Rushdie ist ein wahrer Meister der Feder!! Aber das Bild welches transportiert wird ist in der Lage Menschen bis ins Mark zu verletzen. Nämlich alle die, die er damit angreift.
Abdel-Samad, Politikwissenschafter
Auch ihn kenne ich und seine Bücher. Im Prinzip ist das Ziel, die Religion zu entkernen und zu relativieren. Wenn man das mit Deiner Religion macht - ich weiss Du bist praktizierender Christ und nicht nur Papierchrist - löst es auch Widerstand aus. Vermutlich würdest Du sagen, das Evangelium ist nicht nur eine Sozialbotschaft. Und das stimmt auch.
Wie gesagt, man sollte auch immer die Gegenpositionen kennen. Aber den Typ halte ich wirklich für einen Brandstifter erster Güte, was man schon an den Buchtiteln sieht. Der könnte auch für PI schreiben (dort wurde er oft zitiert).
Und die ewige Leier des einen bösen Islam der die ganze Welt erobert will, dass kommt aus dem Nähkasten evangelikaler Verrückter aus den USA und findet sich hier in so mancher Freikirche wieder. Ganz offen: praktizierende Christen die ihren Glauben ernst nehmen sollten sich auf Jesus konzentrieren und nicht ihren Hass auf Muslime kultivieren. Ich habe das oft genug miterlebt. So viel Verachtung und Hass, Jesus würde sich für die Typen schämen.
Ich habe diesen antimuslimischen Mist auch mal geglaubt. Man kann daran so lange glauben, solange man den Islam nicht kennt, keine muslimischen Länder bereist hat und keine Muslime kennt (damit meine ich gläubige Muslime und nicht verblödete Jugendliche am Kölner Bahnhof).
"Wir haben es mit einem Zeitgeist zu tun, in dem die Rationalität im Westen und im Osten eine immer geringere Rolle spielt. In diesem Vakuum, das durch die Abwesenheit von Vernunft entsteht, breiten sich identitäre radikale Ideologien aus und bauen Machtzentren auf, die sie nicht aufgeben werden. Der Staat ist hilflos und hat keine Konzepte."
Da stimme ich Dir zu und wurde hier auch schon verlacht, als ich das damals als Wertevakuum beschrieb. Sei es drum, das entspricht meiner Position.
Das Problem ist nicht die Stärke anderer Kulturen, es ist die Schwäche der eigenen. So formulierte es einst Peter Scholl Latour.
Scheint mir wieder in die Richtung/These zu gehen: Es fehlt breiten Schichten der Muslimen an einem Prozess, den wir im Westen "Aufklaerung" nennen (de.wikipedia.org/wiki/Aufklärung).
Das Osmanische Reich erstreckte sich in seiner Blüte vom Balkan über Vorderasien, Ägypten und die Küste Nordafrikas bis fast nach Gibraltar. Es umfasste ein Großteil der damals lebenden Muslime.
Nachdem Gutenberg den Buchdruck erfand, wurde diese Technik für fast zwei Jahrhunderte im Osmanischen Reich verboten.
Während das Abendland von der intellektuellen Revolution des geschriebenen Wortes profitierte, Aufklärung und als Folge die industrielle Revolution einzogen, vegetierte das Morgenland vor sich hin.
Sie hatten zwar großen Vorfahren "die Mauren brachten ihre Kultur nach Spanien", aber das ist Geschichte. Längst vergangene Geschichte.
Von diesem intellektuellen Schock, Stillstand oder nennt es 200 verlorene Jahre, hat sich die muslimische Welt bis heute nicht erholt.
What will happen if the arabs disappear? Surely, the world wouldn't be worried ... we the Arabs haven't providet the world nothing
Mohamed el-Gheiti
https://www.reddit.com/r/Damnthatsinteresting/comments/wifnxt/what_will_happen_if_all_arabs_will_disappear_from/
PS: der Mann ist zwar Ägypter, bezeichnet sich aber selbst als ein Teil der arabischen Welt
PPS: weil es in den deutschsprachigen Medien so schlecht zu finden ist, der Attentäter hat libanesischen Migrationshintergrund
Danke fuer Martin & Cos Blog hier, der eine Beschaeftigung (im Sinne der Aufklaerung, freier Rede, Austausch von Gedanken/Argumenten/Thesen) damit ermoeglicht.
Das ist der Grund, warum ich dieses Forum sehr interessant finde.
What will happen if the arabs disappear? Surely, the world wouldn't be worried ... we the Arabs haven't providet the world nothing
Mohamed el-Gheiti
Das ist doch was der damalige Papst auch sagte. Was hat der Islam schon neues gebracht?
Es fehlt breiten Schichten der Muslimen an einem Prozess, den wir im Westen "Aufklaerung" nennen (de.wikipedia.org/wiki/Aufklärung).
Darueberhinaus: wir alle, als Menschen sind betroffen und in Gefahr:
Määääh, oh noooo.
Das ist doch was der damalige Papst auch sagte. Was hat der Islam schon neues gebracht?
Was soll er auch neues bringen, wichtiger ist doch an das alte zu erinnern, was alle damals vergessen hatten.
Wohin "neues bringen" bei manchen religiösen Gruppen geführt hat haben wir gesehen.
Sie hatten zwar großen Vorfahren "die Mauren brachten ihre Kultur nach Spanien", aber das ist Geschichte. Längst vergangene Geschichte.
Von diesem intellektuellen Schock, Stillstand oder nennt es 200 verlorene Jahre, hat sich die muslimische Welt bis heute nicht erholt.
What will happen if the arabs disappear? Surely, the world wouldn't be worried ... we the Arabs haven't providet the world nothing
Mohamed el-Gheiti
Das weiss ich nicht, also ich finde das stark vereinfacht und möchte auch kurz erklären warum.
Diese Erklärung ist nicht gänzlich falsch, aber sie ist auch westzentriert. Darin steckt die Vorstellung, dass alle Menschen sich in eine bestimmte Richtung entwickeln, wenn die Voraussetzungen stimmen. Jetzt könnte ich ganz viele Beispiele nehmen. Nehmen wir das mit der Religion. Die westliche Sicht ist die, dass Menschen weniger religiös werden, wenn der Wohlstand steigt. Für den Westen ist das belegt, aber nicht für andere Kulturen der Welt. Für den Westen ist aber auch belegt, dass die Reformation des Christentums des Nährboden für den späteren Atheismus wurde.
Also hier sind die Voraussetzungen grundsätzlich andere. Nur ein Erklärungsansatz.
Aber klar, der Westen definierte über Jahrhunderte was Fortschritt ist. Bald werden es andere tun und mal schauen wie sich das dann anfühlt. Einen Vorgeschmack kann ich bei Bedarf gerne mit euch teilen.
Die arabische Welt kannte die Idee von Nationalstaaten und Grenzen in der Form jedenfalls nicht, bevor Briten und Franzosen kamen. Der Nationalismus ist keine arabische Erfindung. Später wäre man froh gewesen, er wäre nie erfunden worden.
Es fehlt breiten Schichten der Muslimen an einem Prozess, den wir im Westen "Aufklaerung" nennen (de.wikipedia.org/wiki/Aufklärung).
Nochmal das.
Vielleicht hast du übersehen, dass in diesem Terminus auch Veränderungen und Aufklärungen enthalten sind, die das Christentum völlig zerlegt und überflüssig macht. Das nur am Rand.
Dass politische Systeme in muslimischen Ländern Bildung verhindert haben und es noch tun ist ein Widerspruch zum Islam (Quelle Quran und Sunna), in der Bildung den höchsten Stellenwert geniesst.
Der Islam wird auch nicht durch die Wissenschaft widerlegt wie beim Christentum, da der Quran elementare wissenschaftliche Fakten wie das Alter des Universums und der Erde oder den Urknall (ausdehnendes Universum) nicht negiert. Es gibt viele Beispiele mehr, das soll erst einmal genügen.
Die Zeitrechnungen der Bibel stimmen nachweislich nicht und diskreditieren das Buch (leider). Trotzdem halte ich es für lesenswert und wertvoll.
Safiya
💫💫💫
@deepblackforest
Danke Martin,
was du alles schon gelesen hast ... da bin ich ein Waisenknabe dagegen 😯
Zur Argumentation:
Machst Du nicht im Prinzip genau das gleiche, wie der Autor es beschreibt:
- zunaechst keine Empathie fuer den alten Mann (er verdient es, weil er ein "Brandstifter" ist)
- die anderen (USA) sind auch nicht besser (oder sogar schlimmer)
Das mag so sein, anderes Unrecht ist aber keine Entschuldigung fuer eigenes Unrecht, oder?
- "wie man in den Wald ruft (Rushdies versteckte Kritiken an Mohammed) so schallt es heraus (wer Wind saet wird Sturm ernten)".
Das mag so sein, trotzdem: nur Liebe und Vergebung, Barmherzigkeit durchbricht die Zyklen von Hass und Rache, oder?
- "Diesen Mordanschlag würde ich genauso politisch sehen ..."?
Ui, das finde ich interessant, du meinst also das war ein iranischer Agent, der zB Lohn oder Belohnung fuer den Anschlag bekommen hat?
Kein bisschen "ich rette die Ehre Allahs" dabei? Naja, wir werden sehen, oder auch nicht, man erfaehrt ja manchmal nur durch einen medialen Filter.
- zur "Brandstiftung": Das Thema hatten wir jetzt schon ein paar Mal, es scheint mir ein Knackpunkt zu sein:
Wenn man nicht ueber alles reden und diskutieren kann (weil sonst irgendwelche Gefuehle verletzt werden koennten), kommt man nicht weiter! Genau das schafft doch Spaltung?!
Das ist der Kern der Aufklaerung! Ohne Aufklaerung bleibt alles totalitaer und faschistisch. Jeder kann sich auf seine verletzten Gefuehle berufen und andere gaengeln, manipulieren und unterdruecken. Ueberall, mit jedem Thema, oder?
Welchen Weg schlaegst du alternativ vor? Wie wuerdest du die "verletzten Gefuehle" einerseits, die zur Rechtfertigung von allem dienen koennen (Gender-Wahn, Minderheiten-Stilblueten), mit berechtigten oder unberechtigten Meinungsaeusserungen zur Diskussion in Einklang bringen wollen?
- zur Person Abdel-Samad ("Brandstifter erster Guete"): Ich kenne ihn nicht.
Mag sein, dass er eine Agenda hat, aber es sollte doch stets zu erst um Argumente/Thesen gehen unabhaengig davon wer sie vorbringt, oder?
- "Religion zu entkernen und zu relativieren. Wenn man das mit Deiner Religion macht"
Das ist fuer mich Alltag und voellig normal. Wo ist das Problem? In der Theorie ist mein Ego mit Christus in der Taufe ertraenkt worden, und in der Praxis gelingt es - durch Gottes Hilfe - manchmal gerade noch im rechten Moment mich daran zu erinnern (sanftes Sprechen des Heiligen Geistes in meinem Herzen?). Manchmal auch erst nach dem ich was boeses gesagt oder geschrieben, oder gar zurueck gehauen habe ... dann ist entschuldigen und ggfs Wiedergutmachung angesagt 😯 Fazit: Mein Gott sorgt sich schon um seine Ehre, da kann ich wenig beitragen!
Aus meiner Lebenserfahrung weiss ich: nicht Argumente alleine fuehren zu Erkenntnis, Einsicht, Veraenderung. Wir kennen aus der Bibel den Tatbestand der "Verstockung" zB Pharao bei Moses, etc. D.h. ohne Gottes Gnade und Offenbarung (also sein uebernatuerliches Anruehren) koennen Menschen manche Dinge nicht erkennen. Sie sind ggfs "dahingegeben", verstockt, quasi in einem Wahnzustand, nicht mehr Argumenten zugaenglich.
Welche Hilfsmittel haben Muslime sich im Zaum zu halten? Eigenen Stolz zu erkennen und abzulegen, zu daempfen, loszulassen, sich aufzugeben? Nur aus sich selbst heraus? Selbsterkenntnis, Selbstkontrolle, Einuebung, jahrzehnte langes Training? Wie Humanisten oder Atheisten?
Oder greift Gott direkt zB auf Grund deines Gebets in dein Leben ein? Ich glaube nicht, dass das muslimische Gottesbild diese Option einschliesst, oder?
- "die ewige Leier des einen bösen Islam der die ganze Welt erobert will, dass kommt aus dem Nähkasten evangelikaler Verrückter"
Ist das nicht wieder Ablenkung / Themenwechsel als Stilmittel zur Vermeidung von unangenehmen Diskussionen, zu denen man keine Meinung oder keine Loesung hat oder weil es peinlich oder langweilig oder nicht zielfuehrend ist?
LG Joerg
Welche Hilfsmittel haben Muslime sich im Zaum zu halten? Eigenen Stolz zu erkennen und abzulegen
ok doch noch kein Feierabend 🙄
Muslime haben das Hilfsmittel zu wissen, dass Stolz sie von Allah trennt; das war die Sünde die bei Satan gefunden wurde. Du kennst es aus ich glaube Hesekiel, dort ist aber kein Detail erwähnt.
Stolz ist eine der größten Sünden im Islam. Jetzt kannst du wieder schreiben dass es Muslime gibt die dies und das machen. Aber entscheidend ist, es ist islamisch falsch.
Das ist eine andere Ebene. Würde ich auf diese Ebene wechseln, müsste ich einfach die Handlungen von 2 Milliarden Christen aufzeigen und fertig wäre die Argumentation.
Ist das nicht wieder Ablenkung / Themenwechsel als Stilmittel zur Vermeidung von unangenehmen Diskussionen,
Nein, das ist einfach so oft schon widerlegt worden, dass es nicht neues ist.
Obwohl meine Sicht auf die Dinge ist:
Frieden kommt letztlich nur aus dem persoenlichen Innen (Beziehung zu Gott), nicht (nur) aus einem wie auch immer organisiertem Aussen (das kann nur zeitweise graduell helfen, wird aber leider von der Realitaet immer wieder eingeholt).
Die "Beziehung zu Gott", die du Muslimen immer absprichst, dabei sagtest du, du kennst welche?!
Das organisierte "Aussen". Na danke auch.
Allah weiss doch, das wir manches besser machen können als Menschen, wenn ein paar Dinge geregelt sind. Oder wie es im schönen Artikel vom Chef stand:
„Wir sind das was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.“
Aristoteles
Beten ist zum Beichspiel so eine "Gewohnheit."
oh wie schön, wir werden wieder pauschal verurteilt weil ein Verrückter einen Mord begangen hat. Und ich dachte gerade noch, es ist Sommerpause.

Machst Du nicht im Prinzip genau das gleiche, wie der Autor es beschreibt:
- zunaechst keine Empathie fuer den alten Mann (er verdient es, weil er ein "Brandstifter" ist)- die anderen (USA) sind auch nicht besser (oder sogar schlimmer)
Das mag so sein, anderes Unrecht ist aber keine Entschuldigung fuer eigenes Unrecht, oder?- "wie man in den Wald ruft (Rushdies versteckte Kritiken an Mohammed) so schallt es heraus (wer Wind saet wird Sturm ernten)".
Das mag so sein, trotzdem: nur Liebe und Vergebung, Barmherzigkeit durchbricht die Zyklen von Hass und Rache, oder?- "Diesen Mordanschlag würde ich genauso politisch sehen ..."?
Ui, das finde ich interessant, du meinst also das war ein iranischer Agent, der zB Lohn oder Belohnung fuer den Anschlag bekommen hat?
Kein bisschen "ich rette die Ehre Allahs" dabei? Naja, wir werden sehen, oder auch nicht, man erfaehrt ja manchmal nur durch einen medialen Filter.
Nein, verdient hat er es nicht. Aber die Welt ist wie sie ist und alles hat Konsequenzen. Ob wir das gut finden oder nicht.
Ich mag Rushdie aus verschiedenen Gründen. Aber ich halte es inzwischen für einen Fehler ganze Bevölkerungsgruppen durch den Dreck zu ziehen. Finde ich bei anderen auch nicht gut. Und nein, es ist keine Kunst wenn ein Kreuz ins Klo geworfen wird. Eine Qur'an Verbrennung genauso wenig.
Anderes Unrecht ist keine Entschuldigung. Wir reden von zwei verschiedenen Dingen. Aber Unrecht hat immer Konsequenzen.
Liebe und Vergebung durchbricht den Hass. Das haben auch Muslime in ihren Grundlagen stehen. Aber wie alle Menschen... Menschen eben.
Ich weiss nicht ob es ein Agent war oder ob der Typ dafür belohnt wird. Ich weiss nur, dass die iranisch-schiitische Führung diese Fatwa ausgesprochen hat. Mal ganz abgesehen davon, ist sie damit für die absolute Mehrheit aller Muslime nicht gültig.
Vieles was in der muslimischen Welt passiert, hat mit Gefühlen zu tun. Weil diese Völker emotionaler sind. Daher ist das schlecht mit einem mitteleuropäischen Christen zu vergleichen. Aber durchaus mit afrikanischen Christen. Und was die so treiben, naja...
Wie schon oft aufgezeigt, ist die blutigste Religion der Welt mit Abstand das Christentum. Das ändert sich auch nicht dadurch, dass es seit einigen Jahrzehnten diese neue Art Christen gibt, die den Fokus auf "Jesus liebt Dich" gelenkt haben. Die historische Schuld des Christentums ist immens, daher macht es vielleicht Sinn kleinere Brötchen zu backen und nicht immer mit Dreck auf andere zu werfen.
Die Theologie sollte grundsätzlich in einer Bewertung davon getrennt werden, wie Menschen sich verhalten. Eigentlich ist das naheliegend, vor allem, wenn das Handeln der Menschen gar nicht theologisch begründbar ist.
was du alles schon gelesen hast ... da bin ich ein Waisenknabe dagegen
Ich will auch die Gegenseite stets gehört haben. Das gilt auch für den Islam und das Judentum.
Und da gilt es eben zu separieren. Sind Probleme mit der Religion theologischer Natur? Sind das nur persönliche Befindlichkeiten?
Beispiel:
Wenn ich mir das Reddit der Ex-Mormonen anschaue, dann finde ich da tausende Kommentare warum das Mormonentum schlecht ist. Und 90% davon handeln davon, dass man lieber Spaß will, Eltern sind zu streng, ich will lieber Gras rauchen, warum darf ich nicht XYZ, ich bin Atheist usw.
Das ist für mich kein Kriterium dafür, dass die Religion "schlecht" ist. Mir geht es um die theologische Konsistenz und Beweisführung (stark verkürzt).
Im Fall vom Islam kommen immer die gleiche Plattitüden. Und man merkt regelrecht, vor mir sitzt jemand, der hat schon viel in den Medien darüber gehört und hat jetzt einfach kein Bock auf diese Religion. Worum es nicht geht ist:
Was ist Wahrheit in Bezug auf das, was wir Gott nennen? Bin ich bereit nach dieser Wahrheit zu forschen, auch wenn das ungewohnt ist und mein bisheriges Leben in Frage stellt?
Das ist nicht böse gemeint. Aber ich sage es mal ganz aufrichtig: die meisten Menschen interessiert das nicht. Und das ist völlig ok.
Aber mich interessiert es.
PS: ich habe schon die ein oder andere Religionsgemeinschaft kennengelernt. Alle sagen immer, dass es ihnen um die Wahrheit geht. Bis man anfängt nach Wahrheit zu suchen. Dann geht es auf einmal um Selbsterhalt. Wäre ja witzig, wenn es nicht traurig wäre.
Es fehlt breiten Schichten der Muslimen an einem Prozess, den wir im Westen "Aufklaerung" nennen (de.wikipedia.org/wiki/Aufklärung).
Also manchmal verstehe ich Euch Jesus-Christen nicht. Auf der einen Seite beklagt ihr euch über fehlende "Aufklärung" bei Muslimen, aber trifft man dann mal auf eine gebildete, aufgeklärte und intelligente Muslima wie unsere Safiya hier ist, dann passt es auch nicht ins Bild, bezeichnet sie als hochmütig und ergreift die Flucht. Ja was jetzt??
aber trifft man dann mal auf eine gebildete, aufgeklärte und intelligente Muslima wie unsere Safiya hier ist,
......und wahrscheinlich viele andere auch. Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, aber ich persönlich kann diesen "Jesus ist Gott Quatsch" nicht mehr hören. Bevor man sein gefährliches Halbwissen auf die Menschheit loslässt, sollte man vielleicht einfach mal völlig unvoreingenommen die Bibel lesen. Nicht nur den Buchdeckel, sondern komplett, vielleicht auch ein zweites und drittes mal. Wenn ich dieses Buch der Bücher einigermaßen richtig verstanden habe, steht da nichts von einer Missionierungspflicht.
sollte man vielleicht einfach mal völlig unvoreingenommen die Bibel lesen.

Und genau so unvoreingenommen sollte man auch den Koran lesen.


