Wenn man in Deutschland lebt und sich für den Islam interessiert hat man ein Informationsproblem. Safiya und ich bekommen immer mal wieder Emails auch zu der Frage, wo man sich am besten über den Islam informieren kann. Aus dem Grund schreibe ich jetzt doch mal ein extra Thread dazu.
Ausgangslage: jemand will mehr über den Islam erfahren. Egal aus welchem Grund.
Informiert man sich über ÖRR Portale oder Seiten kann ich euch nach 2 Jahren Islam kennenlernen eines sagen (früher dachte ich immer, dass Muslime übertreiben):
1. Das was ihr dort findet ist zu mindestens 60% falsch oder halbwahr. Und das fängt oft schon mit den Basics an. Mindestens ist es schlecht recherchiert.
2. Hört ihr euch in eurem Umfeld um (wenn das nicht gerade Muslime sind) kommt sofort eine Klick-Sur (NLP) Abfolge von Begriffen: Islamischer Staat (IS), Ehrenmord, Kopftuch, Unterdrückung der Frau, Taliban...usw. Die ganze Litanei, die die Leute medial nach 9/11 druckbetankt bekommen haben.
3. Lebt ihr in Deutschland und geht in eine Moschee ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es eine DITIB Moschee ist (politisch, türkischer Staat steht dahinter) oder eine Ahmadiyya Moschee (islam. Sekte mit Gurus und Endzeitstorys, sozusagen Islam - Zeugen Jehovas). Findet ihr wirklich eine arabische Moschee ohne problematischen Dachverband heisst das leider auch noch nicht, dass das eine "unproblematische Moschee" ist. Es gibt noch allerhand andere Sekten...
Leider ist es nicht wie in vielen muslimischen Ländern, wo an jeder Ecke eine kleine (oder wunderschöne große Moschee) gibt, wo man sich informieren kann, Armen geholfen wird und sogar Strassenkatzen gespeist werden, wo man das Gebet und alles was dazu gehört lernen kann und man buchstäblich rund um die Uhr hingehen kann um zu beten und nachzudenken.
In Deutschland bleibt das Thema Moschee und Information über den Islam sehr schwierig.
Die gute Nachricht ist, dass es das Internet gibt. Und wenn man sich für den Islam ernsthaft interessiert, dann sollte man ihn unbedingt aus soliden Quellen kennen lernen. Denn selbst wenn man Kontakt zu Muslimen hier hat kann es gut sein, dass die eine Menge Kultur mit der Religion vermischt haben. Das ist eher die Regel wie die Ausnahme. Es macht sehr viel Sinn das differenzieren zu lernen, um einen authentischen und echten Zugang zur Religion zu bekommen.
Der Islam ist NICHT reguliert und organisiert wie wir das vom Christentum und seinen Derivaten kennen. Das hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist eine riesige Bandbreite spiritueller Freiheit und Tiefe (kann sich keiner vorstellen, der den Islam nur aus dem TV "kennt"), der Nachteil ist, man muss sich da erst einmal "durchgraben" und es gibt Unmengen an lokalen und kulturellen Unterschieden. Natürlich haben alle den wahren Islam, wenn ihr sie fragt. 🤣 Das ist ein running Gag bei uns. Aber wenn ihr diese Formulierung hört, dann lächelt und denkt an diesen Thread.
Der Islam ist eine Religion der Eigenverantwortung, analog zum Judentum. Das bedeutet, ihr werdet normalerweise nicht missioniert und zugetextet (es gibt Ausnahmen, wenn jemand euch so gerne hat, dass er oder sie alles einfach teilen will 🤣 )
Das bedeutet aber auch, man muss sich selbst um vieles kümmern und aktiv sein.
Sich aus guten Quellen zu informieren ist auch ein Schutz vor Missbrauch. Das ist ein ebenfalls sehr wichtiger Aspekt!
Das ist der erste Post mit Quellen zum Thema, ergänzt gerne wenn ihr weitere gute Quellen kennt oder Fragen dazu habt.
Eine der besten und intellektuell niveauvollen Quellen ist "Let the Quran speak" von Dr. Safiyyah Ally und Dr. Shabir Ally, die ich dank unserer Safiya kenne.
Unter Empfehlungen habe ich auch ein paar handverlesene islamisch korrekte Quellen verlinkt, die akademisch-islamisch geprüft sind.
Das bedeutet, ihr werdet normalerweise nicht missioniert und zugetextet (es gibt Ausnahmen, wenn jemand euch so gerne hat, dass er oder sie alles einfach teilen will
)
😂😂😂😂😂😂😂😂😂

