Da diese Frage öfters mal auftaucht, gibt es diesen Thread dazu. Dann kann man das einfach verlinken. Interessanterweise, gibt es hier viele Missverständnisse und Unwissen darüber, oft abgeleitet aus einer christlichen Sozialisierung (übertreten, Mitgliedschaft, in eine Kirche eintreten usw.)
Man wird Muslim, indem man bei vollem Bewusstsein und mit klarer Intention diese Worte ausspricht:
Lā ilāha illā ʾllāh(u) لا إله إلا الله
wa (und)
Muḥammadun rasūlu ʾllāh(i) – محمد رسول الله
Es gibt verschiedene Abwandlungen davon. Eine sehr häufige:
"Aschhadu an la ilaha illa-lah wa aschhadu anna muhammadan rasulu-lah". Das heißt soviel wie "Ich bezeuge, es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Gesandter".
Oder die einfachste, die ich nutze:
"La ilaha illa Allah wa Muhamad Rassul Allah"
Entscheidend ist die richtige Intention. Nicht durch das Aussprechen selbst kommt man zum Islam, sondern man muss es auch wirklich wollen. Dazu braucht es verpflichtend keine Zeugen wie manche meinen, das hat rechtliche Gründe (Beerdigung, Hochzeiten in einer Moschee etc.), die manche gerne abgedeckt hätten. Wobei mit "keine Zeugen" sind keine menschlichen Zeugen gemeint. Der Himmel hört zu und darum geht es!
Man kommt zum Islam, indem man das sozusagen vor der geistigen Welt bekennt.
Theologisch wichtig zu wissen ist, dass es eigentlich keine Konvertierung zum ISLAM gibt, denn die islamische Theologie sagt, dass jeder Mensch von Anfang an Muslim ist (Monotheist). Denkt an die Artikel, wo ich das auch schon beschrieben habe. Der Mensch ist von Anfang an intuitiver Theist (wie auch Studien mit Kindern gezeigt haben). Das ist das Konzept von Fitra. Die Sozialisierung (westlich, christlich, buddhistisch usw.) verdrängt das dann nach und nach. So wird es auch im Qur'an schon beschrieben.
Man konvertiert nicht zum Islam, man kommt "nach Hause zurück".
Ein weiterer wichtiger Gedanke (und man kann das in die Schahāda einbauen) ist, dass man nicht nur den letzten Propheten anerkennt, sondern eben auch alle anderen. Und das hilft gerade christlich geprägten neuen Muslimen sehr:
Die Schahāda erscheint in einem Sakralbau erstmals in der Außeninschrift am Felsendom aus dem Jahr 691/692 in ihrer Kombination mit der Basmala wie folgt:
لا اله إلا الله وحده لا شريك له محمد رسول الله / lā ilāha illā ʿllāhu waḥdahu lā šarīka la-hu Muḥammadun rasūlu ʿllāh(i) / ‚Es gibt keinen Gott außer Gott allein, er hat keinen Teilhaber (an der Herrschaft), Mohammed ist der Gesandte Gottes‘.
Ich habe noch ein paar Ergänzungen dazu. Alles was Martin schrieb ist richtig 😎 . Wer mag kann noch ein paar Informationen mehr sich dazu lesen.
Mit diesen Informationen könntet ihr Insah'Allah auch vieles falsches erkennen was heute oft passiert. In Deutschland habe ich oft merkwürdige Dinge bei manchen Muslimen gesehen, was definitiv unislamisch ist. Vielleicht wussten sie es nicht besser.
Shahādah hat als Bedeutung: Zeugnis
Da man bei der Shahādah etwas bezeugt, ist es nicht richtig von Glaubensbekenntnis zu sprechen, weil das Bezeugen auf Wissen basiert und nicht auf Glaube oder Vermutung. Die Shahadah ist eine volle Überzeugung vom Islam. Es ist nutzlos, die Shahādah ohne Überzeugung auszusprechen. Der Verstand und das Herz müssen ‘‘Live‘‘ dabei sein. Das alles muss bewusst und gewollt erfolgen. Jemand, der die Shahādah zum Spaß, durch Zwang oder aus Liebe zu irgendeiner Person ausspricht, ist dem Islām noch lange nicht beigetreten. Warum? Weil ein Lippenbekenntnis ohne den eigenen Willen, ohne die eigene Überzeugung und ohne die wahrhaftige Absicht dahinter überhaupt keinen Wert hat. Deswegen ist es im Islām auch nicht vereinbar, jemanden zum Islām zu zwingen, denn sein Übertritt würde ihm nichts nutzen.
Lā ilāha illa ALLAH besteht aus zwei Säulen.
Erstens: اَلْكُفْر ُ بِالطَّاغُوت (Das Ablehnen der falschen Götter)
Zweitens: اَلْ ْ ِيمَانُ بِالله (Der Glaube an ALLAH)
Die Bedeutung von dieser Säule ist, dass man sich darüber im klaren sein muss und sich selbst distanziert von allen Handlungen des Gottesdienstes, neben dem Gottesdienst an ALLAH. Man lehnt die Götzen/falsche Götter komplett ab und entfernt sich von ihren Gottesdiensten.
لَْ مَعْبُودَ بِ ِ َق لٍ اِلَّْ الله
Lā ilāha illa ALLAH bedeutet, dass niemand das Recht hat angebetet zu werden, außer ALLAH (Gott)
Was ist Wahrheit?
"Dies, weil Allah die Wahrheit ist und weil das, was sie anstatt Seiner anrufen, das Falsche ist" Qur'an 22:62
Die 7 Bedingungen von Lā ilāha illa ALLAH
Leider konnte ich es nicht arabisch dazu schreiben, die Wörter und Texte weil es dann müsste ich alles auf arabisch umstellen. Die Formatierung des Textes funktioniert nicht so gut und alles kommt durcheinander.
1. Bedingung: Das Wissen
Der Prophet ﷺ sagte:
"Wer stirbt im Wissen, dass niemand das Recht hat angebetet zu
werden, außer ALLAH, wird das Paradies betreten." Sahih Muslim
So erwähnte ALLAH und Sein Gesandter, dass wir Wissen über die Shahādah haben müssen. ALLAH sagte nicht ‘‘glaube oder bezeuge‘‘, dass es keinen Gott außer ALLAH
gibt, sondern der Erhabene sagte ‘‘wisse‘‘. Offenkundigerweise ist ein Bekenntnis wertlos, wenn man die Bedeutung der Worte, die man bezeugt, nicht kennt. Jemand, der Lā ilāha illa ALLAH sagt und mit ALLAH Jesus meint, dessen Shahādah zählt nicht.
2. Bedingung: Die Gewissheit
"Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, die an Allah und Seinen
Gesandten glauben und hierauf nicht zweifeln und sich mit ihrem
Besitz und mit ihrer eigenen Person auf Allahs Weg abmühen. Das sind
die Wahrhaftigen." Qur'an 49:15
Mit der Gewissheit über die Wahrheit der Shahādah, muss die Gewissheit über die Falschheit aller anderen Wege einhergehen. Es genügt nicht, den Islam zwar als gut und richtig anzusehen, aber gleichzeitig noch andere Wege, z.B. die christliche oder jüdische Religion, als möglichen Erfolg im Diesseits und Jenseits zu akzeptieren. Das Heilmittel gegen Zweifel ist Wissen.
3. Bedingung: Die Aufrichtigkeit
"Und nichts anderes wurde ihnen befohlen, als nur Allah zu dienen
und (dabei) Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion (zu sein), als
Anhänger des rechten Glaubens..." Qur'an 98:5
Aufrichtigkeit bedeutet, der eigenen inneren Überzeugung ohne Verstellung Ausdruck
zu geben. Man beabsichtigt den Islam anzunehmen nur für ALLAH und nicht um
jemanden zu heiraten oder um irgendeinen weltlichen Nutzen zu ziehen. Mit Lā ilāha
illa ALLAH wird nur das Wohlgefallen des HERRN der Welten beabsichtigt.
4. Bedingung: Die Wahrhaftigkeit
"Meinen die Menschen, daß sie in Ruhe gelassen werden, (nur) weil sie
sagen: "Wir glauben", ohne daß sie geprüft werden? Wir haben bereits
diejenigen vor ihnen geprüft. Allah wird ganz gewiß diejenigen
kennen, die die Wahrheit sprechen, und Er wird ganz gewiß die
Lügner kennen." Qur'an 29:2-3
Jemand, der die Shahādah ausspricht, muss auch meinen, was er sagt, d.h. die Zunge spricht nur das, was in seinem Herzen ist. Das Gegenteil von Wahrhaftigkeit ist
Heuchlerei.
5. Bedingung: Die Liebe
"Und doch gibt es unter den Menschen manche, die außer Allah
andere als Seinesgleichen annehmen und ihnen dieselbe Liebe
schenken wie Allah. Aber die Gläubigen sind stärker in ihrer Liebe zu
Allah." Qur'an 2:165
Das heißt, dass man ALLAH, seine Religion, Seine Ge- und Verbote, die Shahādah und das, wofür sie steht, und die Leute, die danach handeln, liebt.
6. Bedingung: Die Hingabe
"Wer hätte eine bessere Religion, als wer sein Gesicht Allah hingibt
und dabei Gutes tut und dem Glaubensbekenntnis Ibrahims folgt, (als)
Anhänger des rechten Glaubens?" Qur'an 4:125
Beispiel: Die Shahādah nicht nur mit Worten bestätigen und akzeptieren, sondern auch durch Taten beweisen, nämlich durch die Hingabe an ALLAH zb durch unsere Gebete.
7. Bedingung Die Akzeptanz
"Glaubt ihr denn an einen Teil der Schrift und verleugnet einen
anderen? Wer von euch aber solches tut, dessen Lohn ist nur Schande
im diesseitigen Leben. Und am Tag der Auferstehung werden sie der
schwersten Strafe zugeführt werden." Qur'an 2:85
Beispiel: Jemand glaubt an den Propheten Muhammad, jedoch nicht an den Propheten Isa (Jesus).
Vielleicht auch wichtig für Christen, hier gibt es viel Missverständnisse. Aber manche Muslime entehren auch Jesus und das ist eine sehr schwere Sünde!!!
Danke für diese Erklärungen von euch. Es ist schon witzig, denn wenn man in einer muslimischen Familie geboren wird fragt man sich das ja gar nicht. Und eine Konvertierung habe ich nie persönlich miterlebt. Für mich war immer klar dass ich im Islam meinen Herrn anbete (oder Schöpfer wie Martin so schön schreibt). Ich hatte nur Struggle das immer so hin zu bekommen.
Danke für diese Erklärungen von euch. Es ist schon witzig, denn wenn man in einer muslimischen Familie geboren wird fragt man sich das ja gar nicht. Und eine Konvertierung habe ich nie persönlich miterlebt. Für mich war immer klar dass ich im Islam meinen Herrn anbete (oder Schöpfer wie Martin so schön schreibt). Ich hatte nur Struggle das immer so hin zu bekommen.
Ich finde es gerade gut, dass diese "Konvertierung" nicht so ein Riesen-Event ist, bei dem es am Ende nicht um den einen Gott geht, sondern um das ach-so-tolle Individuum, dass sich da so heilig bekehrt, oder um die Kirche/Moschee die so effizient "bekehrt" oder oder oder.
Es geht einfach um den nächsten logischen Schritt, die Einzigartigkeit und Unvergleichbarkeit Gottes anzuerkennen.
Und dann kommt der nächste Schritt.
Und dann kommt jeden Tag, jede Gebetszeit, wieder dieser nächste Schritt.
Neverending journey.
Neverending journey.
SubhanAllah ja, das ist einfach schöööön 😍
was ich noch sagen wollte ist wegen dem neuen Video. Wird immer besser und ich hab es mir schon fast ganz angehört😍😍
Man wird Muslim, indem man bei vollem Bewusstsein und mit klarer Intention diese Worte ausspricht:
Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass das reine Aussprechen leerer Worthülsen ohne Handlungsabsicht wertlos und damit hinfällig ist. Vielen Muslimen, aber ebenso Angehörigen anderer Religionen, ist dies überraschenderweise aber überhaupt nicht bewusst, was sowohl auf mangelnde Bildung hinsichtlich der eigenen Religion als auch auf eine ausgeprägte kognitive Dissonanz hindeutet.
Einerseits zu akzeptieren, dass Gott allmächtig und allwissend ist, und sich gleichzeitig einzureden, ihn so plump hinter's Licht führen zu können, ist schon sehr speziell.
In diesem Zusammenhang verweise ich auf Martins Ausführungen zur Heuchelei https://blackwater.live/das-problem-der-religion/. Nicht nur bewirkt man mit einer solchen ungültigen Konvertierung nichts, sondern alle Beteiligten - derjenige, welcher das falsche Bekenntnis ausspricht, und all jene, welche ihn dazu drängen - begehen eine der größtmöglichen Sünden, das dürften die meisten Religionen ebenfalls gemeinsam haben. Erstaunlich, wie das dann als kleine Mogelei abgetan wird, während kleinere Sünden, je nach persönlicher Präferenz, zum absoluten No-Go erklärt werden.
An dieser Stelle wird die Religion dann zum Selbstbedienungsladen und erfüllt nur mehr politische Zwecke, hat aber theologisch jegliche Relevanz verloren.
In diesem Sinne: Ein wichtiger Artikel, den sich viele Leute einmal genau durchlesen sollten.
Edit: Ein Beispiel, das heutzutage immer häufiger vorkommt und wo das Problem mit der "erzwungenen Konvertierung" sehr schnell zum Thema wird: interkulturelle Beziehungen.


