„Erkenne die Wahrheit und du wirst ihre Menschen erkennen“

Al-Ghazali

Wa-Salāmu ʿAlaykum wa Raḥmatullāhi wa Barakātuh (das ist ein muslimischer Segens und Friedensgruss und dieser wird seit fast 1400 Jahren verwendet), liebe Leserinnen und Leser von Blackwater.live, liebe Community Mitglieder, es ist an der Zeit ein paar Gedanken für alle interessierten und nachdenklichen Menschen zu schreiben. Dieser Artikel ist kein Missionierungsartikel, nicht einmal ein Da’wa Artikel (Einladung zum Islam), sondern soll nach nunmehr einigen Jahren meines Lebens im Islam meine Lessons und Learning mit der interessierten Leserschaft teilen und die Conclusio daraus. Das ist mir von Herzen wichtig, denn es gibt Menschen, die Gott aufrichtig suchen und einige von diesen schreiben mich dann auch an. Ich möchte mit diesem Artikel so kurz wie möglich aber auch so lang wie nötig wiedergeben, was Islam wirklich ausmacht. Ich maße mir dabei kein Gelehrtenwissen an und das ist laut Quran selbst auch gar nicht notwendig. Wer in den Islam in all seiner Tiefe und Breite einsteigen will kann das an den islamischen Universitäten der arabischen Welt tun. Mein Islam ist auch nicht der Islam wie ich ihn gerne hätte, sondern ich nehme als Primärquelle den Quran und den roten Faden des Monotheismus, der sich seit dem Alten Testament der Bibel durch alle Schriften zieht. Das ist der kleinste und zugleich größte gemeinsame Nenner. Wird der Monotheismus und damit Gottes Wesen wie er sich uns selbst vorstellt in Frage gestellt, dann sind wir als gläubige und Gott suchende Menschen tatsächlich für immer verloren. Das ist unmissverständlich durch die Propheten seit dem alten Testament der Bibel (hebräische Schriften) klar gemacht worden und auch im Hinblick auf den Zustand vieler Menschen heute, sehe ich das klar bestätigt. Mit diesem Artikel möchte ich euch also ein kraftvolles Zeugnis unseres Schöpfers übermitteln und damit das, was man als Islam bezeichnen kann. Keine Frage, auch der Begriff Islam wird heute völlig inflationär verwendet. Mir liegt es am Herzen den Begriff so zu verwenden wie der Quran es tut. Und ausgehend davon, dass der Quran die finale Botschaft ist, das letzte was ein Mensch wissen muss der Gott sucht und ihn finden will, halte ich mich an ihn. Traditionen und Überlieferungen können auch viel geben. Aber sie können manchmal auch verwirren und verkomplizieren. Und eines muss klar sein, sie können niemals die Gedanken Gottes ersetzen, die im Quran zu finden sind und die – welch Erstaunen – auch schon im Alten Testament der Bibel übermittelt und durch Jesu Worte bestätigt werden. Wer sich dafür eingehender interessiert, der kann gerne den Blackwater.live YouTube Kanal aufsuchen und findet dort inzwischen eine Menge Videos zu diesem Thema. Der Islam an sich ist klar und einfach, wenn man die Kernprinzipien einmal verstanden hat. Unser Schöpfer sagt unter anderem im Quran in Sure 4:28, dass er unsere Bürde erleichtern will. Viele Verse mehr dazu findet ihr HIER im Quellenthread zu diesem Artikel. Und ob wir wollen oder nicht, „im Islam leben und sterben wir alle“, ob wir Muslime sind oder nicht. Diese Worte von Johann Wolfgang von Goethe versteht man, sobald man den Islam verstanden hat. Und darum soll es nun gehen.

Als ich den Islam kennen lernte ging es mit ausschliesslich um Gott und das ist auch noch heute so. Gott bewahre, dass sich das jemals ändert. Denn Gott selbst ist im Quran völlig unmissverständlich in Bezug darauf. Ich habe nicht erwartet alle Lebensfragen beantwortet zu bekommen, ich habe nicht erwartet nach dem Tod in den Himmel zu kommen, ein „Kind Gottes“ oder sonst was zu werden. Ich wollte einfach nur wissen, wer Gott ist und wie ich mich mit ihm verbinden kann. Ich wollte die innere Leere füllen, dieses „lost sein“, was so viele Menschen heute ergriffen hat. Ich habe mein Leben lang nach Gott gesucht, obschon in einem Teil der christlichen Religion aufgewachsen bin und viel Heuchelei und Verlogenheit erlebte. Aber ich wusste immer dass es ihn gibt und die Berichte aus dem Alten Testament der Bibel waren für mich immer real und klar. Und auch das was Jesus über Gott lehrte habe ich stets als sehr deutlich empfunden. Sola scriptura sozusagen. Nur merkte ich mehr und mehr, dass Christen diese Texte bis zu Unkenntlichkeit verdrehen und wenn man sie darauf aufmerksam macht, dann kommen Aussagen wie „das ist eben anders gemeint“, oder wenn man 5+1+12 durch 144.000 teilt, dann sagt der Text etwas ganz anderes. Mir kam das mehr und mehr so vor, als will man einfach nicht das akzeptieren was dort steht und selbst auf so einen klaren Nenner wie wer Gott eigentlich selbst ist, kann man sich wider besseren Wissens durch klare Aussagen aus dem Alten Testament der Bibel nicht einigen. Immer wieder fragte ich mich, warum ist es für Menschen denn so schwer einfach nur Gott anzubeten? Warum immer diese Substitute, das Rumgeeiere. Das war einer der Gründe, was mich zum Islam führte. Genauer muss ich sagen, der quranische Islam. Denn freilich hat der Islam auch ein riesiges Feld von Ablenkungen und Traditionen, Sekten und Spaltungen. Und manchmal frage ich mich ob Muslime wissen, wie sehr das dem Lager der Christen ähnelt? Das Gottesbild im Islam ist das des Alten Testaments der Bibel und entspricht auch den Aussagen Jesu. Aber was der Wille Gottes ist, so gibt es auch hier in so mancher muslimischen Bubble so manche eigenwillige „der Quran UND Auslegungen“ und wohlgemerkt, das was nach „und“ kommt, steht im Widerspruch zu Gottes direkten Worten des Quran. Und hier sollte man dann schonmal ganz genau nachfragen und das nicht so einfach schlucken. Denn wenn der Quran das ist was der Konsens unter Muslimen ist – Gottes heiliges Wort – (zumindest über weite Teile), dann ist das eine ernste Angelegenheit.

Zu diesem Artikel gibt es einen Quellenthread mit allen Texten, auf denen meine Aussagen fussen: HIER bitte selbst nachlesen.

Ich schrieb bereits, dass der Islam einfach ist. Er hat eine klare Botschaft, sehr wenige klare Dogmen und grundsätzlich beschreibt sich Gott selbst im Quran stets als liebevoll, vergebend, barmherzig und mit dem Wunsch dass Menschen ihre Fehler bereuen und umkehren. Niemand muss perfekt sein, man sollte so gut man kann bemühen. Wenn man also (1) ausschließlich Gott anbetet und sich bemüht (2) ein guter Mensch zu sein, dann verspricht einem Gott das Paradies im Quran. Und das mag doch so manche erstaunen. Aber genau so steht es im Quran und das werden wir uns noch ansehen. Und welch Wunder, ist das nicht exakt die Aussage von Jesus auf die Frage was das größte Gebot sei und wie man errettet wird? Welch Wunder, welch Wunder.

Wer ist Gott? Ein paar Jahre bevor ich zum Islam fand, habe ich erstmalig 2018 auf Hawaii angefangen etwas zu begreifen, was mit unseren Maßstäben gar nicht begreiflich ist. Sichtbar aber ungeschaut sozusagen. Das war für mich rückwirkend der Beginn des Aufwachprozesses raus aus dem, was ich bis dahin zu wissen glaubte. Hawaii ist einer der Orte der Welt, der diese übernatürliche Präsenz von Energie einen spüren lässt und das sagen selbst Menschen, die bis dato gar nicht gläubig waren. Ein Teil von Gottes Sein ist, dass er der Schöpfer ist. Und seine Schöpfung kann ein Einstieg dazu sein ihn zu finden. Und sie ist eine „Aya“. Ein Zeichen. Für Menschen, die denken, wie der Quran sagt.

Wer ist Gott?

﴿ذَٰلِكَ بِأَنَّ اللَّهَ هُوَ الْحَقُّ وَأَنَّ مَا يَدْعُونَ مِن دُونِهِ هُوَ الْبَاطِلُ وَأَنَّ اللَّهَ هُوَ الْعَلِيُّ الْكَبِيرُ﴾ 
الحج: 62]

„Dies, weil Allah die Wahrheit ist und weil das, was sie anstatt Seiner anrufen, das Falsche ist, und weil Allah der Erhabene, der Große ist.“ Quran, Sure Hajj Vers 62

Wenn man Menschen heute fragt wer Gott ist, dann erhält man äußerst unterschiedliche Antworten, die sogar sehr verwirrend sein können. Gott ist das Universum, Karma, Buddha, in jedem von uns, Jesus, 3in1, eine höhere Macht, eine menschliche Idee, ein großes Geheimnis. Diese Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Vieles geht auch in den Bereich von echter „Schwurbelei“ herein und letztlich führt das alles nicht wirklich dazu, dass man Gott finden kann und ihm näher kommt.

Ich habe bereits mit vielen Artikeln aufgezeigt, dass Gott derjenige ist, den jeder mit einer Bibel und/oder dem Quran finden kann. Selbst in der Natur findet man in gewisser Weise Gott durch seine Eigenschaften, aber in der Bibel und dem Quran beschreibt er sich selbst. Ich möchte es an dieser Stelle nicht verkomplizieren, wie es viele Webseiten und Bücher getan haben.

Gott ist der Ursprung allen Lebens, der Schöpfer von Himmel und Erde. Er steht ausserhalb von Raum und Zeit und hat alle Dimensionen gemacht (Wissenschaftler vermuten, es gibt noch mehr als die uns bekannten und davon spricht die Bibel und der Quran auch in blumiger Sprache). Gott ist der alleinige Schöpfer von allem (eindeutig im AT der Bibel und Quran beschrieben), er ist EINER und EINZIG, es gibt keine anderen Götter. Er ist unser HERR und Richter, er alleine vergibt Sünden und er ist der finale und ultimative Maßstab für Wahrheit, weil „er die Wahrheit ist“ (Quran Sure Hajj Vers 62). Gott hat viele wunderschöne und uns berührende Eigenschaften, weshalb er im Islam 99 Namen hat. Ein hundertster Name ist „verloren“ gegangen und das ist sein Eigennahme. Nach alttestamentarischen Quellen wussten die frühen Menschen diesen Eigennahmen, nach muslimischen Quellen wird dieser Name im Paradies wieder geoffenbart werden. Das ist ein spezielles Thema für sich. Nur so viel: Dieser Name ging nicht zufällig „verloren“, sondern dieser Name ist so heilig, dass seine falsche Verwendung einem Fluch gleicht (2. Mose 20:7 und Hesekiel). Aus diesem Grund wissen wir ihn heute nicht und das ist erst einmal auch besser so für uns.

Manche Leserin oder Leser mag christlich sozialisiert sein was dazu führt, dass man ein Gottesbild hat, welches innerhalb der Kirchengeschichte entwickelt wurde. Wer es aufrichtig meint, der kann dieses falsche Bild einfach „löschen“. Und zwar mit der Bibel. Schaut einfach was die „Kirche“ sagt und was Gott selbst sagt:

Wenn ihr diese Quellen in eurer eigenen Bibel (oder Bibelserver) geprüft habt, dann merkt ihr wie klar Gott selbst ist. Diese Aussagen, insbesondere in der Jesajarolle, sind die ältesten biblischen authentischen Schriftzeugnisse die wir haben (Wikilink, Jesajarolle). Die hebräischen Schriften der Bibel liefern uns eigene Aussagen Gottes, die völlig klar und eindeutig sind. Daher ist jegliches Geschwurbel und „hat nicht so gemeint“ und „wir drehen uns um 522 Ecken und ziehen die Wurzel aus 999“ Aussagen nicht nur völlig fehl am Platz, sondern bei solchen Aussagen muss man sich wirklich ernsthaft fragen, ob deren Autoren überhaupt auf Wahrheitssuche sind oder ob es nicht um ganz andere Intentionen geht.

Natürlich wird sich so manche Leserin und so mancher Leser fragen, was es mit der Bezeichnung „Allah“ auf sich hat (oder „Alaha“ im aramäischen Dialekt Jesu), zumal Gott im Arabischen „Ilah“ heisst. Ohne an dieser Stelle zu tief darauf eingehen zu wollen kann ich sagen, dass der Grund ein ausgesprochen eindrucksvoll semantischer Grund ist. Ihr könnt dazu gerne einmal meinen Artikel „Die Moschee des Meeres“ lesen oder auf meinem YouTube Kanal vorbei schauen.

Ich selbst verwende oft einfach den Begriff Gott (obwohl das sehr undifferenziert ist), Allah im muslimischen Umfeld, seine vielen schönen Namen, wenn ich ihn anbete und auch manchmal „Vater“. Das ist zwar kein muslimischer Terminus, aber es ist auch kein falscher Terminus und es hat einen eher historischen Grund, warum Muslime Gott nicht als „Vater“ oder himmlischen Vater ansprechen, obwohl unser Schöpfer das ja in gewisser Weise ist. Für Gott, für Allah ist es letztlich relevanter was wir dabei fühlen und denken, wenn wir an und über ihn nachdenken und ihn anbeten oder zu im bitten. Es es „echt“, aufrichtig, voll Hingabe, in vollem Bewusstsein. Das haben wir in der Hand. Wenn wir uns, weil es vielleicht einfacher für uns ist, an eine bestimmte Tradition gewöhnen wollen, dann ist „Allah“ wirklich ein sehr allumfassender Begriff, den ich empfehlen kann. Aber wie gesagt, mehr dazu erfahrt ihr durch den Artikel „Die Moschee des Meeres“.

Um Gott zu finden muss man glauben. Im Hebräerbrief in der Bibel ist sehr schön das beschrieben, was auch der Quran klar sagt: Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ⟨ihm⟩ wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird (Hebräer 11:6). Das ist übrigens wieder ein sehr eindeutiges muslimisches Narrativ. Es ist Iman (Glauben) notwendig, ohne ist die Tür verschlossen. Dieser Glauben erstreckt sich darauf, dass es IHN wirklich gibt und dass er denen die ihn suchen ein Belohner ist (Belohnung = „Hasanat“ arabisch/islamisch). Also die feste Hoffnung auf die in der Bibel und Quran verheissene Belohnung. Und das ist das Paradies. Liebe Leserinnen und Leser, ist das so schwer? Vielleicht seid ihr erstaunt, weil das nicht ist, was euere Kirche oder Sekte bislang sagte oder was irgendwelche Geistlichen meinten. Aber das ist immer und immer wieder der Grund warum ich sage, lest die Bibel und Quran. Bitte lest es einfach. Es ist sowas von eindeutig an hunderten von Stellen. Macht Gott nicht einfach an Labels fest. Ich weiss, dass Islam in Deutschland ein sehr negativ behaftetes Label ist und die Gründe dafür sind Menschen. Aber schneidet euch doch nicht von Gott und der Zukunft ab, die ihr haben könntet. Die Frage ist immer, was sagt Gott selbst, was steht im Text selbst, was meint die Religion selbst. Was meint Gott eigentlich mit Religion und Islam im Quran? Das schauen wir uns noch an.

Quran 57:2 „Er (Allah) hat die Herrschaft über Himmel und Erde. Er macht lebendig und lässt sterben und hat zu allem Macht.“

Gott liebt uns

„O meine Diener, die ihr gegen euch selber gesündigt habt, verzweifelt nicht an Gottes Barmherzigkeit! Denn Gott vergibt alle Sünden; Er ist der Allerbarmer, der Allvergebende.“ Quran, 39:53

(…)… Er hat Sich die Barmherzigkeit Selbst auferlegt, und Er wird euch am Tag der Auferstehung versammeln, an dem kein Zweifel besteht… Quran, 6:12

Es gibt kaum etwas, was einem beim Lesen der Quran so augenscheinlich auffällt wie der Wille Gottes uns Menschen zu vergeben und barmherzig zu sein. Die Eigenschaft Gottes, mit der Gott sich im Quran am häufigsten beschreibt, ist Barmherzigkeit. Kein Wunder also, dass 113 von 114 Quransuren (Kapitel) mit der Wendung „Im Namen Gottes, des Allerbarmers des Barmherzigen“ beginnen. Er hat sich die Barmherzig auferlegt, lesen wir im Quran (6:12). Gott liebt es uns zu vergeben weil er uns liebt. „… doch Meine Barmherzigkeit umfasst alle Dinge…“ (Quran 7:156). Es hat mich immer wieder beeindruckt, wie Gott so geduldig mit uns Menschen ist, obwohl die Mehrheit von Gott nichts wissen will und diese Liebe von ihm nicht erwidert. Die meisten gehen ihren eigenen Wegen nach und sind undankbar. Das wurde im Quran klar voraus gesagt und es war letztlich sogar eine Aussage Satans an Gott, dass er die Mehrheit verführen würde und diese Mehrheit aufgrund ihrer Undankbarkeit in die Irre gehen würde. Wie bitter und wie tieftraurig. Alleine über diese wenigen Zeilen von mir gibt’s weit über 100 Verse (Ayat) im Quran.

„Wahrlich, Allah liebt jene welche bereuen und die sich reinigen.“ [2:222]

Nun mag die Aussage „Gott liebt uns“ sich inflationär anhören, weil sie so oft von bestimmten christlichen Gruppen gebraucht wurde und wird. Egal was man tut, Gott liebt einen. Aber genau das steht NIRGENDS im Alten Testament der Bibel und das sagte auch Jesus Christus über Gott nicht aus. Gott hasst Sünde und Menschen die reue- und gedankenlos sündigen und für die Gott keine Rolle spielt, werden das ewige Leben nicht erhalten. Das ist völlig eindeutig. Und mal Hand aufs Herz, das ist doch auch verständlich. Um einmal eine einfache Analogie zu verwenden (wirklich einfach, aber klar): Wir bekommen ein Haus von einem Hausherrn kurzzeitig zur Probe überlassen. In diesem Haus sind noch andere Menschen und außerdem Nahrungsmittel und in einigen Außenbereichen auch verschiedene Tiere und schöne Pflanzen. Wenn wir gut damit umgehen, dann wird er uns ein noch schöneres und größeres Haus dauerhaft überlassen. Aber er möchte sehen, dass wir eigenverantwortlich und gut damit umgehen können. Dazu bekommen wir ein paar wenige und klare Regeln. Was machen wir? Wir missachten alle davon, zerstören die Einrichtung des Hauses, fangen sogar an die Wände einzureissen und uns gegenseitig umzubringen. Wir zerstören den Garten, rotten alle Tiere aus. Und als wenn das nicht genug wäre, verlachen wir den Besitzer des Hauses und sagen es gibt ihn nicht. Erwarten wir ernsthaft dafür eine Belohnung? Und bezeichnen wir den Besitzer des Hauses, wenn er kommt als „ohne Liebe“, weil er von uns enttäuscht ist und zornig wird weil wir alles zerstört haben und seine Hausordnung missachtet haben? Wie kann der Hausherr nur so sauer auf uns sein? Und woher kommt nur all das durch die Schäden am Haus verursachte Leid? So in etwa läuft es ja nun auf der Erde, wie jeder beobachten kann.

Leiden müssen unter diesen Zuständen erst einmal alle die auf der Erde leben, bis hin zu Tieren und Natur. Aber Gott sagt, dass die Menschen, die sich bemühen gut zu handeln und ihn anbeten in das „neue Haus“ kommen. Und die Ausgangstür aus diesem alten Haus ist der Tod. Und die ganzen Menschen die sich nicht einmal für Gottes Existenz, geschweige denn seinen Willen interessieren, die werden auch durch diese Tür gehen. Aber einmal abgesehen davon, dass es ein Gericht nach diesem Leben gibt und man Rechenschaft wird ablegen müssen, werden solche willentlich reuelosen schlechten Menschen nicht das Paradies erben. Ob es mit dem, was Jesus oder der Quran als „Hölle“ beschreibt sich um ein Gedankenbild für ewige Abschneidung/Tod handelt oder nicht brauchen wir eigentlich nicht weiter zu durchdenken. Alleine der Fakt, dass den Menschen, die Gott anbeten und sich bemühen, ein ewiges Leben in einem Paradies versprochen ist, sollte die andere Alternative zur Hölle werden lassen. Die einen gehen „in die Freude ihres Herrn ein“ und für die anderen war’s das. Schön blöd wenn man denkt, dass man hier nur einmal lebt und alles keine Konsequenzen hätte. Aber genau diese infantile Meinung haben viele Menschen über das Leben.

Gott liebt die Menschen, die ihn lieben und nach seinen Geboten (und nicht den von Menschen!) leben wollen. Und seine Gebote (biblischer Terminus) bzw. seine Religion (quranischer Terminus) ist nicht schwer. Das steht klar in beiden Büchern. Aber es erfordert Aufrichtigkeit, Demut und ein halbwegs gutes Herz. Wer das nicht mitbringt, erkennt den Punkt auch nicht. Die Gebote Gottes einzuhalten, welche durch seine Heiligen Propheten offenbart wurden, bedeutet Gott zu lieben (Quran 3:30). Selbst das verklärte und historisch problematische Johannesevangelium überliefert diese Aussage von Jesus Christus: „Wenn ihr meine Gebote einhaltet, seid ihr in meiner Liebe geborgen, so wie ich die Gebote des Vaters befolge und in Seiner Liebe geborgen bin.“ (Johannes 15:10). Wir sehen hier also ein ganz anderes Bild als das, was uns leider die meisten christlichen Kirchen und Organisationen weiss machen wollen und das selbst im Johannesevangelium. Und wie ich bereits schrieb, nirgendwo in der Bibel, auch nicht im Neuen Testament steht, dass Gott Menschen bedingungslos liebt ungeachtet dessen wie sie sich verhalten. Das ist eine Irrlehre, die aber nur allzu bequem ist. Aber, Gott liebt Menschen, die ihn lieben und sich bemühen gut zu handeln. Selbst wenn sie jeden Tag tausendfach sündigen. Und das macht eben den Unterschied. Gibt man auf und und gibt man sich dem Bösen hin, oder kämpft man dagegen an?

Niemand sollte jemals an der Barmherzigkeit Allahs verzweifeln. Der Vers „(…) und stürzt euch nicht mit eigener Hand ins Verderben” (Sure 2:195) wurde von einigen Gelehrten so verstanden: Ein Mensch sündigt, dann meint er, dass ihm seine Sünden nicht verziehen würden. Dann unterlässt er es, um Verzeihung zu bitten und bemüht sich nicht darum, zu Allah zurückzufinden, woraufhin er dem Verderben anheimfällt. Das wäre das andere Extrem zu „Jesus liebt dich“ bzw. Gott liebt dich und es ist egal was du tust.

Gott liebt uns tatsächlich über alles, und aus diesem Grund wünscht er sich, dass wir zu ihm (1) umkehren und (2) nicht an seiner Barmherzigkeit verzweifeln. Er wird uns ALLE Sünden vergeben und dazu braucht er NICHTS. Er kann es einfach tun und er verspricht uns das zu tun. Das ist wahre Liebe. Was viele nicht wissen, weil sie durch das Christliche geprägt sind ist, dass Gott selbst Adam und Eva ihre „Ursünde“ (das Konzept ist christlich und kommt weder im AT der Bibel noch bei Jesus vor) vergeben hat. ER HAT IHNEN VERGEBEN! Verstehen wir jetzt wie groß Gottes Liebe wirklich ist? Gerade das hat mich damals fast innerlich zusammenbrechen lassen, weil ich mich immer so schlecht fühlte wegen meinem Leben. Aber wenn Gott diese riesige Sünde, diesen damaligen Verrat von Adam und Eva an Gott vergeben kann, dann kann er uns allen vergeben. Verzweifeln wir nicht an Gottes Barmherzigkeit. Keiner hat grössere Liebe als er!

… über die letzte Brücke schreiten, „Leben und sterben im Islam“ – Heidelberg, 6.Dezember 2019. Bildquelle: eigen

Leben und sterben im Islam

„Wenn Islam Gott ergeben heiſst, Im Islam leben und sterben wir alle.“

– Johann Wolfgang von Goethe, West-östlicher Divan, Stuttgart 1819. Quelle.

Wer durch die in Romantik versunkene Heidelberger Altstadt wandelt oder sogar die in der Zeit stehen gebliebene Heidelberger Schlossruine besucht, wer weiss womöglich gar nicht, dass er auf den Spuren eines Mannes wandelt der verstanden hatte, was Islam heisst und damit den meisten Deutschen 200 Jahre später enorm viel voraus hatte. Das ist umso erstaunlicher, als dass Johann Wolfgang von Goethe als einer der großen Deutschen gilt. Aber die meisten Deutschen meinen heute, dass sie mit dem Islam nichts zu tun haben. Wie sehr sie sich dabei irren, das werden so oder so die meisten erst am Ende ihres Lebens merken, wenn sie sozusagen über die letzte Brücke schreiten.

Johann Wolfgang von Goethe schrieb einst davon, dass wir alle „im Islam leben und sterben“. Aus einer nicht traditionellen dafür aber rein quranischen Sichtweise (und damit der Sicht unseres Schöpfers nebenbei bemerkt), ist das nicht nur absolut richtig. Es zeigt auch, dass Goethe verstanden hat was Islam eigentlich meint. Und damit hat er heute Milliarden von Menschen etwas voraus inklusive vielen Muslimen selbst. Denn der quranische Islam definiert mit der Religion Gottes, dem Islam, eben keine institutionalisierte Religion, keine Politik und kein blosses Label. Vieles trägt heute das Label „Islam“ und hat sicher in gewisser Weise auch damit zu tun. Aber der Quran selbst meint damit die ausschliessliche Anbetung von Gott. Gott wurde nicht gezeugt, zeugt nicht, hat keine Partner und ist 100% transzendent. Gott ist außerhalb von Raum und Zeit. Er ist Herr der gemachten Dinge und selbst kein Bestandteil davon. Im Quran ist tatsächlich Abraham das Beispiel für einen Menschen, der das alles nach und nach erkannte, im Gegensatz zu den Völkern um ihn herum, die Sonne, Mond, Sterne und sogar Steine und Tiere anbeteten. Aber Abrahams Schlussfolgerungen im Quran zeigen, dass er den anbeten wollte, der alles gemacht hatte und von dem das was Abraham in der Wüste liebte, die Sterne und den Mond der Nacht, kam und von dem all diese Kraft ausging. Abraham wandte sich weg von Substituten für Gott. Er betete nicht durch etwas zu Gott und machte sich auch kein Abbild von Gott, sondern er betete direkt zu Gott. Leider sollten die Kinder Israels später auf bittere Weise diese ganze Erfahrung nachholen müssen. Und leider scheinen Menschen bis heute nicht zu verstehen, dass das schon immer Gottes Wille war. Ihn alleine anbeten, weil ihm alleine das zusteht. Das sagt er in unzähligen Texten im Alten Testament der Bibel inklusive dessen wer er ist und dass er alleine die Himmel und die Erde gemacht hat. Gott alleine anzubeten, das ist der quranische Islam. Und tatsächlich findet man das sonst auch nirgendwo in dieser Klarheit und Einfachheit.

Als jemand der zum Islam konvertiert ist (eigentlich re-vertiert, denn es ist eine Rückkehr), bin ich zu meinem Schöpfer „gegangen“, ich habe mich nicht einer institutionalisierten Religion oder einer Kultur hingegeben. Das ist einer der Gründe, warum ich mich bei manchen „muslimischen“ Traditionen zurück halte oder auch nicht arabisiert spreche, mit wenigen Ausnahmen von Eulogien. Mit dem quranischen Islam darf ich nicht nur auf dem Pfaden der Menschen sein, die Gott über alles liebten und sogar ihr Leben gaben, auf den Spuren großer Männer und Frauen der biblischen Geschichte, sondern auch auf den Spuren des letzten Gesandten Mohammeds (saw) und als Heidelberg in gewisser Weise auf den Spuren von Johann Wolfgang von Goethe. Er führte sicher kein perfektes Leben im Sinne von Reinheit. Er hatte seinen „Struggle“, wie man heute sagen würde. Aber das ist im Islam – und das wissen viele nicht – auch gar nicht notwendig. Man muss nicht perfekt sein und niemand ist es. Man hat Schwächen und fällt, aber man steht wieder auf. Der Islam ist eine Reise in dieser Welt und diese Reise auf dem geraden Weg (siehe Sure Al-Fatiha) ist von Problemen und Hindernissen gekennzeichnet. Der Reisende, stets auf der Suche nach Gott, unterwirft sich dem Willen Gottes und den Gegebenheiten dieser Welt und weiss, am Ende dieser Reise ist sozusagen Licht. Das Leben ist kurz, der Tod ist sicher, uns allen und letztlich sterben wir im Islam, weil es Gottes Regeln sind die gelten, ob wir das nun wollen oder nicht. Diese Probleme haben viel mit dem Konzept des „Soul making“ zu tun. Dazu hatte ich einmal einen Artikel geschrieben und ich lege euch ans Herz diesen zu lesen:

Was ist Islam?

In unserer heutigen Gesellschaft scheint eine Antwort auf die Frage „was ist Islam“ tatsächlich schwer zu fallen. Und das selbst, wenn man Muslime befragt. Durch eine Mischung von Kulturen, Überlieferungen und Traditionen, die untrennbar mit theologischen Aspekten verwoben sind ist es fast unmöglich das zu beantworten. Dazu kommt, dass der heutige gelebte Islam in einige große und darunter hunderte kleinere Splittergruppen zerspalten ist, was interessanterweise im Quran so vorausgesagt wurde. Der Quran sagt auch, dass die Mehrheit „in die Irre“ gehen würde. Aber mit dem Quran selbst gibt es eine Möglichkeit die Frage „was ist Islam“ zu beantworten und auch für sich selbst einen Weg zu finden. Und Johann Wolfgang von Goethe ist gegen Ende seines Wirkens genau diesen Weg gegangen.

Was jedoch bedeutet „Islam“ für Goethe? Zunächst einmal eine persönliche Kraftquelle, wie er in einem Brief schreibt: „Weiter kann ich nichts sagen, als daß ich auch hier mich im Islam zu halten suche.“ Aus seiner intensiven Beschäftigung mit muslimischen Dichtern, Denkern und Inhalten destilliert er eine weitere Bedeutungsdimension, die er in einem Brief an seinen Freund Heinrich Meyer am 29.07.1816 formuliert:

„Und so müssen wir denn wieder im Islam, (das heißt: in unbedingter Hingebung in den Willen Gottes) verharren, welches uns dann fernerhin nicht schwer sein wird, wenn es uns ein wenig glimpflicher geht als bisher.“

Der Islam ist für Goethe ein ethischer Kompass, der dem Menschen von der eigenen geistigen und spirituellen Stufe kündet:

„[…] Jenes philosophische System der Mohammedaner ist ein artiger Maßstab, den man an sich und andere anlegen kann, um zu erfahren auf welcher Stufe geistiger Tugend man denn eigentlich stehe.“

Goethe beschäftigte sich im letzten Wirkensabschnitt seines Lebens, der zu dem Werk des West-östlichen Divans führte, sehr eingehend mit dem Quran und zog mehr und mehr daraus seine Schlussfolgerungen, was auch im Vergleich zu seinem Leben und Wirken vorher mehr und mehr zu einer Änderung des Denkens führte. Zum Ende seines Werks konnte Goethe selbst auch Arabisch schreiben. So sind in seinen Aufzeichnungen z.B. einige Basmala sowie kurze von ihm abgeschriebene Suren erhalten. Seine Dichtkunst beinhaltete klare monotheistisch-theologische Aussagen:

Süßes Kind, die Perlenreihen,
Wie ich irgend nur vermochte,
Wollte traulich dir verleihen,
Als der Liebe Lampendochte.

Und nun kommst du, hast ein Zeichen
Dran gehängt, das unter allen
Den Abraxas seinesgleichen
Mir am schlechtesten will gefallen.

Diese ganz moderne Narrheit
Magst du mir nach Schiras bringen!
Soll ich wohl, in seiner Starrheit,
Hölzchen quer auf Hölzchen singen?

Abraham, den Herrn der Sterne,
Hat er sich zum Ahn erlesen;
Moses ist, in wüster Ferne,
Durch den Einen groß gewesen.

David auch, durch viel Gebrechen,
Ja Verbrechen durchgewandelt,
Wusste doch sich loszusprechen.
Einem hab ich recht gehandelt.

Jesus fühlte rein und dachte
Nur den einen Gott im stillen;
Wer ihn selbst zum Gotte machte,
Kränkte seinen heil’gen Willen.

Und so muss das Rechte scheinen,
Was auch Mahomet gelungen:
Nur durch den Begriff des Einen
Hat er alle Welt bezwungen…

Eine Episode seines Ablebens verdeutlicht die besondere Beziehung zum Islam. So soll er während des Sterbens, nicht mehr fähig zu sprechen, einen großen Buchstaben „W“ mit seinem Finger auf seine Brust gezeichnet haben. Das wurde als Anfangsbuchstabe seines Vornamens gedeutet. Hingegen ähnelt das Wort ALLAH für einen Arabischunkundigen genau jenem „W“. So oder so, Goethe lebte und starb im Islam, wie wir alle es tun werden. Die Frage ist nur, wie es danach weiter geht, denn mit diesem Leben ist es laut dem Quran nicht vorbei.

Einfach Gott anbeten – der Islam ist kinderleicht. Es erfordert nur Liebe zum Schöpfer und ein aufrichtiges Herz.

Happy End?

Sure 9 (At-Tawba): 72. Allah hat den gläubigen Männern und den gläubigen Frauen Gärten versprochen, durchzogen von Bächen, in denen sie ewig verweilen werden, sowie herrliche Wohnstätten in den Gärten des ewigen Aufenthalts. Doch noch grösser (als all dies) ist Allahs Wohlgefallen. Das ist der unermessliche Erfolg“

Eine der großen Fragen beim Lesen der hebräischen Schriften der Bibel und den Worten Jesu aus den synoptischen Evangelien sowie des Quran ist immer, warum wählen nicht mehr Menschen den Weg Gott anzubeten? Warum beten sie lieber ein „goldenes Kalb“ in Form von allen möglichen Substituten an? Warum reden sie sich trotz so klarer Worte raus und verdrehen die Texte der Schriften bis zur Unkenntlichkeit? Warum verdrängen sie bewusst alles was mit Gott zu tun hat aus dem eigenen Leben und lenken sich nur noch ab? Es gibt eine Menge Erklärungen dafür, die interessanterweise in allen Schriften übereinstimmend angeführt werden: Stolz, Undankbarkeit, eigene Begierden über alles stellen, ein nach und nach verhärtetes Herz.

Es ist eigentlich unfassbar wenn man bedenkt, was damit weg geworfen wird: Gottes Versprechen auf ewiges Leben in einem Paradies. Dabei ist der Islam die einfachste Religion der Welt. Pure Eigenverantwortung. Keine Mitgliedschaft nirgendwo, keine komplizierten gottesdienstlichen Handlungen, keine merkwürdigen Verklärungen mit „Geistwissen“ oder Ähnliches. Es ist noch nicht einmal besonders viel Wissen notwendig, selbst Kleinkinder wissen dass es Gott gibt und von nichts eben nichts kommt. Selbst Kleinkinder können Gott danke für ein leckeres Essen zu Tisch sagen oder zu Gott vor dem Einschlafen beten.

Der Quran spricht nur von wenigen Dingen, die obligatorisch sind: Gott als den EINEN anerkennen und anbeten, sich bemühen ein guter Mensch zu sein. Von den klassischen fünf Säulen des Islam sind nur diese verpflichtend und im muslimischen Terminus wäre das (1) die Schahada (macht man ganz alleine mit Gott) und das (2) Gebet. Die Pilgerreise nach Mekka, das Fasten und die Zakat (Abgabe für Bedürftige) sind alle an Bedingungen geknüpft und wenn man diese nicht erfüllen kann, dann muss man es auch nicht tun. Es bleiben im Kern also nur das, was schon Jesus Christus auf die Frage nach dem größten Gebot wiedergegeben hat und darin ist alles enthalten:

34-35 Als die Pharisäer hörten, wie Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, dachten sie sich eine neue Frage aus, um ihm eine Falle zu stellen. Ein Gesetzeslehrer fragte ihn: 36 »Lehrer, welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz Gottes?« 37 Jesus antwortete ihm: »›Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand.‹[a]38 Das ist das erste und wichtigste Gebot. 39 Ebenso wichtig ist aber ein zweites: ›Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.‹ 40 Alle anderen Gebote und alle Forderungen der Propheten sind in diesen beiden Geboten enthalten.« Matthäus 22:34-40

Vielen Menschen dürfte wohl nicht bewusst sein, dass das nicht einfach die Aussage Jesu an die Kinder Israels war, sondern dass das exakt das islamische Narrativ ist: Sich Gottes Willen zu unterwerfen mit Herz, Sinn und Verstand (Hingabe!) und sich bemühen Gutes zu tun. That’s ist. Es ist eine Priorisierung. Was ist mir am Wichtigsten in meinem Leben? Wenn mir Gott im Leben das Wichtigste ist, ich seiner gedenke und ihn anbete, dann wird er mich niemals vergessen und verspricht mir das echte Leben. Und das ist eben dann das Happy End. Und zwar „happy“, obwohl es für die hier bleibenden erst einmal traurig ist, weil es ein vorläufiger Abschied ist. Aber für einen selbst ist es der Anfang des echten Lebens.

Wenn wir Gott gedenken, dann erinnert er sich an uns. Und wie es schon in der Bibel heisst bedeutet das, dass wir bei Gott leben und es eben mit dem Tod nicht vorbei ist. Die Bibel beschreibt dies unter anderem mit einem „Gedenkbuch“. Es ist für uns in unsere heutigen Welt wichtig zu sehen, dass in den Schriften natürlich meist eine bildliche Sprache verwendet wird. Es sind Wortbilder, manches auch Hyperbeln und ähnliche sprachliche Figuren. Aber das Gesamtbild ist stets das Gleiche und das muss man auch nicht verkomplizieren. Letztlich geht es immer um die Umkehr zu Gott und dass gläubige Menschen die Gott lieben das Paradies erwartet und niemand mehr an all das Leid und den Kummer dieser Welt denken wird. Wie als wenn es nicht geschehen wäre. Es gibt kaum einen größeren Trost. Und doch sagt Gott in der Sure At-Tawba (was interessanterweise „die Reue“ übersetzt heisst) in Vers 9 nach seinem Paradiesversprechen an uns Menschen: „noch grösser (als all dies) ist Allahs Wohlgefallen. Das ist der unermessliche Erfolg“

Gottes Wohlgefallen ist der unermessliche Erfolg, noch größer als das Leben im Paradies. Das wirft auch einen Blick darauf, dass wir uns nicht einmal ansatzweise vorstellen können, was das Leben dort bedeutet. Und ich wäre schon mit dem Paradies überglücklich und dort mehr über Gott zu erfahren, was dort nach muslimischem Glauben so sein wird. Der Quran spricht in Bezug auf Erfolg immer vom Leben danach und vom Wohlgefallen Gottes und nicht von dieser vergänglichen Welt und unserem kurzen Aufenthalt hier. Dieses Leben hier ist nicht echt und nur Schein und daher sollen wir uns anders fokussieren und eben „Gott“ gedenken. Es gäbe vieles mehr dazu zu schreiben. Aber mit diesen Zeilen wollte ich dem interessierten Publikum näher bringen, was den quranischen Islam ausmacht und welches Versprechen Gottes in ihm liegt. Ein kleines Kind kann das verstehen und genau so ist es auch von unserem Schöpfer gewünscht. Aus guten Grund. Letztlich liegt es an uns, das wirkliche Leben fest zu ergreifen. Wir haben die Wahl, Gott legt uns den Segen und den Fluch vor. Und wie schon bei den Kindern Israels sagt Gott zu uns, „und Du sollst das Leben wählen“. Aber wählen müssen wir schon selbst. Wir können unsere verbleibenden Tage so weiter leben, wie als wenn nie etwas gewesen wäre. Klar, warum nicht. Oder aber man stellt sich in einem klaren und stillen Moment die einzig relevante Frage: Was ist, wenn das alles WAHR ist?

Viel Freude liebe Leserinnen und Leser. So Gott will, sehen wir uns auf der anderen Seite!

„erinnere Dich an mich, und ich werde mich an Dich erinnern.“

Sure Al-Baqarah (2):152

Blackwater

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