Passend zu dem Artikel "Deutschland und die Afd" hier das Interview von Björn Höcke, der bei Ben {ungeskriptet} zu Gast war.
Beschreibung:
Es war das wahrscheinlich gefährlichste Gespräch, das ich je bei {ungeskriptet} geführt habe. Wenn Björn Höcke kommt, dann in Begleitung von bewaffneten Beamten des Landeskriminalamtes, unter Absicherung durch die hiesige Polizei und unter dem wachen Blick mehrerer Personenschützer. Dieses Gespräch ist aber auch auf eine andere Art riskant. 4,5 Stunden spreche ich mit einem Mann, der auf der einen Seite großen Rückhalt aus weiten Teilen der Bevölkerung genießt, und auf der anderen Seite gerne als das personifizierte Böse dargestellt wird. Ich wollte wissen, was geschieht, wenn dieser Mensch die Gelegenheit erhält, den vierfachen Familienvater, den ehemaligen Vertrauenslehrer und den liebenden Ehemann in sich zu zeigen. Denn: ÜBER Björn Höcke reden Viele. Und das selten positiv. MIT ihm reden aber nur wenige. Doch genau das habe ich mir vorgenommen. Und versucht, den Menschen hinter dem Feinbild zu verstehen.
KAPITEL:
- Intro 00:06:09
- Vom Lehrer zum Politiker: Höckes Werdegang 00:49:03
- Familiengeschichte & Ostpreußen: Höckes historisches Bewusstsein 01:13:00
- Die Gründung der AfD: Chaos, Leidenschaft & Überzeugung 01:47:30
- Machtkämpfe & der Flügel: Lucke, Petri & die Dresdner Rede 02:21:28
- Migration, Remigration & die deutsche Gesellschaft 03:00:03
- Verfassungsschutz, Justiz & Demokratie 03:55:34
- Höckes Zukunftsvision: AfD, Thüringen & Deutschland 04:34:13
- Eine letzte Frage
Aufnahmedatum: 14. April 2026
Hätte »Ben ungeskripted« aus meiner Sicht im Interview mit Höcke kritischer sein können? Zweifellos. Wenn ein AfD-Politiker wie Höcke sagt, es gebe »nur einen Schuss«, um Deutschland zu retten, würde man gerne wissen, was genau damit gemeint ist – und was passiert, wenn dieser Schuss nicht genutzt wird. Wie könnte eine deutsche Erinnerungskultur fernab von »Schuldkult« aussehen? Hätte ich andere Schwerpunkte gesetzt? Freilich. Wie will Höcke Wähler in Westdeutschland überzeugen, die ihn oftmals (allein habituell) ablehnen? Was bedeutet eine Abkehr Deutschlands vom Westen, Israel und den USA sicherheitspolitisch? Aber: Ben ist kein klassischer Journalist, sondern YouTuber und Interviewer, und Manöverkritik bei solchem einem Interview fällt ja auch irgendwie immer leicht. Ich finde etwas anderes bemerkenswert: Das viereinhalb Stunden lange Gespräch mit Björn Höcke erreicht nach nicht einmal 24 Stunden 1,5 Millionen Views und 120.000 Daumen hoch. Darin zeigt sich im Kern ein größeres mediales Versagen: Es gibt ganz offensichtlich eine enorme Nachfrage nach Gesprächen auf Augenhöhe mit dämonisierten Politikern (Höcke ist der Inbegriff davon), und zwar nach Gesprächen, in denen der Fragesteller (der übrigens erst kürzlich Jan van Aken und den Vater von Maja T. interviewt hat) nicht ständig ins Wort fällt und jede Aussage sofort einordnet. Man kann das Interview also kritisieren – manche Reaktionen darauf sind sehr zartbesaitet (Höcke darf schließlich alles ausbreiten, was ihn beschäftigt – warum sollte man das nicht kritisieren dürfen?) –, doch im Kern lebt solch ein Gespräch von Interesse und Unvoreingenommenheit, und beides kommt in dem Interview durch. Solche unverstellten Long-Format-Interviews, die in den USA schon längst Schule gemacht haben, sollten a) deutlich öfter stattfinden, b) in den Leitmedien wie »Spiegel«, »ZEIT« und »WELT« sowie bei ARD und ZDF geführt werden, und c) zu echten Streitgesprächen erweitert werden. Sie sollten Schule machen, weil sie echten Mehrwert bieten und die journalistische Grundtugend der Neugier ernst nehmen. Ich finde sie deutlich spannender als die dauernd belehrenden und einordnenden Kurzvideos in Politmagazinen sowie Prime-Time-Talkshows, die letztlich reine Simulation von Debatte sind. Das galt für Krah bei Tilo Jung – und es gilt für Höcke bei Ben. Mehr davon, bitte.
Und danke für deinen Artikel Martin!
Almanistan ist sowas von am Arsch aber diese 💙💙💙 kann ich nicht unterstützen weil die hassen mich und ich spüre das ungelogen durch die Blicke schon. Da müsste ich 20cm größer sein, blaue Kontaktlinsen haben und meine Haare blond färben. Is so.
Ich fahre 20 Jahre lang schon BMW, mehr Support geht nicht.


