Das ist der Quellen- und Kommentar Thread für ein zukünftiges Video mit dem Titel "Die Wahrheit wird euch frei machen".
Johannes 8:32: "und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen."
„Dogmen, ob religiöse, politische oder wissenschaftliche, entspringen der irrigen Überzeugung, Gedanken könnten die Wirklichkeit oder Wahrheit in sich schließen. Dogmen sind kollektive mentale Gefängnisse. Das Unmanifeste befreit dich erst, wenn du bewusst in es eintrittst. Deshalb sagt Jesus nicht: „Die Wahrheit wird dich befreien“, sondern: „Du wirst die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird dich befreien.““
Eckhart Tolle
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https://blackwater.live/die-dimension-der-tiefe/
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Problematisches Johannesevangelium:
Das älteste bislang gefundene Textzeugnis für das Johannesevangelium und für das Neue Testament überhaupt ist das Papyrusfragment 52. Das Fragment wurde 1920 auf einem ägyptischen Markt erworben und stammt wahrscheinlich auch aus Ägypten. Es ist wenige Quadratzentimeter groß und enthält auf der Vorderseite Teile der Verse Joh 18,31–33 EU, auf der Rückseite Fragmente der Verse Joh 18,37–38 EU des Evangeliums. Aufbewahrt wird es in der John Rylands Library in Manchester. Der Herausgeber Colin Henderson Roberts datierte das Dokument aufgrund der Schriftart etwa auf das Jahr 125 n. Chr. Es sind in der Forschung auch frühere Datierungen ab etwa 100 genannt worden. Neuerdings werden solche Ansätze bezweifelt, da eine Bestimmung allein aufgrund der Schriftart ungenau sei. Der Text stamme wohl eher aus der Zeit zwischen 130 und 150 n. Chr. oder nach vereinzelten Meinungen sogar erst aus der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts. Jedenfalls bildet dieses Fragment den wichtigsten äußeren Anhaltspunkt für die Datierung des Johannesevangeliums. Wenn man damit rechnet, dass der Text noch eine Zeit brauchte, um bis nach Ägypten zu gelangen, wird man eine Abfassungszeit jedenfalls vor 130 n. Chr. annehmen können. Damit werden die historisch-kritischen Theorien über eine Entstehung des Evangeliums in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts – so lehrte die Tübinger Schule im 19. Jahrhundert – hinfällig.
Datierung um 90–100 n. Chr.
Heutzutage datieren Vertreter der historisch-kritischen Schule das Johannesevangelium aus inneren Gründen meist auf das Ende des ersten Jahrhunderts. Als frühestes Datum kommen für viele Exegeten die Jahre nach 80 in Frage, da das Johannesevangelium eine fortgeschrittene Entfremdung vom synagogalen Judentum dokumentiere (9,22 EU, 12,42 EU, 16,2 EU) und auf den so genannten „Synagogenausschluss“ für Abtrünnige historisch zurückblicke. Nach Udo Schnelle wird von 11,48 EU die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 bereits vorausgesetzt.
Die im Johannesevangelium andererseits durchgehend zu beobachtende kontroverse Haltung zu „den Juden“ – womit näherhin die jüdische Führung gemeint ist – macht deutlich, dass die johanneische Gemeinde wohl durchaus konfliktreichen Kontakt zu jüdischen Gemeinden hatte. Die Frage des Entstehungsortes des Evangeliums ist also weiterhin nicht sicher zu beantworten.
Nachdem mit den historisch-kritischen Methoden im 20. Jahrhundert differenzierte Theorien zur Komposition, zu möglichen literarischen Quellen und redaktionellen Überarbeitungen des möglicherweise unter starkem gnostischem Einfluss stehenden Evangeliums vorgelegt wurden, wird in den letzten Jahren die literarische Einheit des Johannesevangeliums wieder stärker betont.
Unbestritten gilt der Abschnitt 7,53–8,11 EU mit der Ehebrecherin als nicht ursprünglich zum Evangelium gehörig, weil er von den Handschriften vor dem 5. Jahrhundert (unter anderem 66, 75) nicht bezeugt ist und auch sprachlich aus dem Rahmen fällt. Daneben wird überwiegend das Kapitel 21 als Nachtrag zum bereits bestehenden Evangelientext (Joh 1–20) identifiziert, weil in 20,30–31 EU bereits ein ausgesprochener Buchschluss vorliegt und sich der Verfasser von Kapitel 21 deutlich vom Verfasser dieses Schlusswortes abhebt (21,24 EU). Von Forschern, die das Kapitel 21 als eine spätere Redaktion ansehen, wird häufig auch die Hervorhebung der Gestalt des Lieblingsjüngers dieser Überarbeitung zugeschrieben. Es ist also fraglich, ob der Lieblingsjünger überhaupt eine historische Gestalt ist. Die Beantwortung dieser Frage hat erhebliche Konsequenzen für die Identifizierung des Autors des Evangeliums (siehe Verfasser).
An weiteren Stellen des Evangeliums hat die historisch-kritische Exegese Kohärenzprobleme im Text festgestellt. So scheint in 4–7 EU die Abfolge der Aufenthalte Jesu in Jerusalem und Galiläadurcheinandergeraten zu sein. Diese Unordnung könnte durch einfache Umstellung der Reihenfolge von Kapitel 5 und 6 behoben werden. Des Weiteren schließt anscheinend 18,1 EU besser an 14,31 EU an, weil der Aufforderung Jesu zum Fortgehen keine entsprechende Handlung in 15,1 EU folgt. Wenn es hier nicht nur um (versehentliche) Unordnung geht, schließen Vertreter einer Redaktionshypothese aus diesem Befund, dass ein vorliegender Text von einem Redaktor überarbeitet und erweitert wurde, ohne dass die Nahtstellen unkenntlich gemacht wurden. Andere Forscher halten die Brüche im Text für inhaltlich erklärbar oder sogar für vom Autor beabsichtigte dramaturgische Hinweise und schreiben die Gesamtkomposition dem Evangelisten zu.
Noch weitergehend sind Theorien, die mit der Aufnahme von Quellenschriften rechnen. Als eine solche Quelle wird vor allem eine Sammlung von Wundererzählungen angesehen, die man deshalb Semeia-Quelle(von griechisch σημεῖον „Zeichen“) genannt hat. Auch wird teilweise angenommen, der Passionsbericht 18–19 EU habe in einer gewissen Form bereits vorgelegen und sei in das Evangelium eingearbeitet worden. Diese Forschungsrichtung vertritt vor allem der Kommentar von Jürgen Becker, der außerdem in der Tradition Rudolf Bultmanns von einer umfangreichen „kirchlichen Redaktion“ ausgeht.
Alle diese Theorien nehmen Textvorlagen und Traditionen an, die historisch nicht greifbar sind. Quellenschriften oder ursprünglichere abweichende Textversionen des Evangeliums existieren nicht. Diese Tatsache und die weite Bandbreite der Hypothesen zur Literarkritik des Johannesevangeliums haben die Skepsis gegenüber solchen Lösungen in den letzten Jahren erheblich gesteigert. Unter den Exegeten, die von einer literarkritischen oder gemeindegeschichtlichen Zugangsweise kommend, mittlerweile eine synchrone intertextuelle Lektüre vertreten, ist im deutschen Sprachraum vor allem Hartwig Thyen zu nennen, darüber hinaus auch Raymond E. Brown und Fernando F. Segovia. Im nordamerikanischen Raum etablierte Robert Alan Culpepper (Anatomy of the Fourth Gospel, 1983) die synchrone, narratologische Auslegung; auch die Kommentare von Ludger Schenke, Ulrich Busse und Jean Zumstein sind diesem Auslegungstyp zuzuordnen. Bei Unterschieden im Detail erarbeiten diese Exegeten, wie der Text als autosemantisches Ganzes „funktioniert“; dass der Text eine Vorgeschichte hatte, gewachsen ist, wird durchaus zugestanden, interessiert aber weniger.
Nichts Neues, aber nochmal im Detail:
Die Bibel entfaltet keine Trinitätslehre. Es existiert kein Kapitel in der Heiligen Schrift, das dieses anscheinend wichtige Thema aufgreifen würde. Viele Kirchengemeinden, die sich allein auf die Schrift berufen, sehen dieses Dogma als einen wesentlichen Bestandteil ihrer Glaubenslehre. Wie konnte es sein, dass keiner der Apostel sich mit diesem dogmatischen Thema befasste? Mit dem Apostel Johannes und dem Buch der Offenbarung endete eine Epoche. Es stellt sich somit die Frage, was in dieser Zeit um 90 n. Chr. (Johannes schrieb die Offenbarung) bis zum 1. Ökumenischen Konzil 325 n. Chr. passiert ist. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der historischen Texte, wobei der Schwerpunkt der Arbeit im Quellenmaterial der Kirchenväter aus der vornizäischen Epoche zu suchen ist. Die Kirchengeschichte, vor der Zeit Kaiser Konstantins, soll selber zu Wort kommen. Kirchenväter, die in ihren Werken keine trinitarischen Texte oder Überlegungen in dieser Richtung vorgenommen haben, werden nicht berücksichtigt. Ebenso Textfragmente, die nicht ausreichend Substanz für eine trinitarische Entwicklung belegen. Die Kirchenväter und Apologeten aus dieser Zeit waren mehrheitlich Neoplatoniker. Es stellt sich daher die Frage, welchen Einfluss diese Denkform auf die Entwicklung der Trinitätslehre hatte. Wie haben sich Begriffe wie Wesenheit/Substanz und Hypostase bei den Kirchenvätern entwickelt, die in das Nizäische Glaubensbekenntnis eingeflossen sind? Welchen Einfluss hat die sprachliche Verschiebung vom Aramäisch-Hebräischen ins Griechische, wo Mensch, Welt und Gott anders erfasst und artikuliert werden? Generell steht die Frage im Raum, sind ausserchristliche Strömungen Wenn wir im Stichwortverzeichnis einer Enzyklopädie oder eines Bibellexikons den Begriff Logos nachschlagen oder in einer Suchmaschine im Internet den Begriff eingeben, finden sich viele Einträge zu griechischen Philosophen. Dieses Thema ist äusserst komplex, daher ist eine umfassende Darstellung von vornherein ausgeschlossen. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Untersuchung des philosophischen und biblischen Logos -Verständnis. Es ist ein sehr grober Überblick über zwei Strömungen der Geschichte des Logos. Möge es der Leser als Ansporn sehen sich tiefer in die Thematik einzuarbeiten.
Top Beitrag, danke Dir!
Gesegneten Ramadan, in Kraft und Herrlichkeit!
Amin
Alhamdulillah dass wir dich haben ya Martin, du bist für die Umma wirklich ein Schatz, ein tief denkender Muslim. Es müsste einfach mehr von dir geben. Danke für all die Gedanken und Videos und diesen besonderen Artikel. Ich werde dich weiter empfehlen und InsahAllah finden noch viele den Kanal🤲🏾🤲🏾
SubhanAllah ist das ein wunderschönes Podcast und den Artikel hab ich erst jetzt entdeckt. Wow😍😍😍
So toll erklärt hab ich das noch nie gehört. Die Christen kommen immer mit diesen einzelnen Texten und dieser ist auch dabei. Hört sich auch schön an und so. Aber dass du den Kontext gezeigt hast fand ich mega. Da sieht man um was es eigentlich wirklich geht. Das hat mir sehr geholfen. Nochmal danke danke danke😍
Ich bin zwar aus Palästina aber meine Muttersprache ist eher deutsch. Deswegen schaue ich deine Videos so gerne weil ich es auch iwie besser verstehe als arabisch.
Hey Leute, ich lese eueren empfohlenen M. Assad Koran und bin beeindruckt. Ich hätte schon viel früher damit beginnen sollen. Zu Martin's neustem Artikel fällt mir der Vers ein, den ich heute erst las: al-Baqara : 256 "Es gibt keinen Zwang im Glauben, denn die Wahrheit ist nun deutlich vom Irrtum zu unterscheiden. Wer sich also nicht vom Taghut (den falschen Mächten) verführen lässt und allein an Allah glaubt, der ergreift die Lanze, die nicht brechen kann. Und Allah ist der Allhörende, der Allwissende."
Passt auch zu dem bekannten "Allah ist unser Genüge".
Das alles geht mir sehr zu Herzen. Ich stimme mehr und mehr zu, dass ist die wahre Religion. Leider spinnen aber viele die sich Muslime nennen. Aber ändert nichts an dem Big Point. Danke Leute!!!
Die Wahrheit macht echt frei, von alle dem Scheiss und Schwurbel/Sekten/Gurus die es sonst gibt. Sorry für die Direktheit.
Das ist wirklich wirklich ein wunderschönes Podcast Martin und der Artikel erst, SubhanAllah🤲🏾🤲🏾. Es passt auch gut zu Ramadan und den Gedanken die ich zu diesem Monat habe. Danke von ❤️ deine Schwester Yasmeen
As Salam Alaikum wa rahamtullahi wa baraktuhu🤲🏻🤲🏻, ich liebe eure Videos nicht nur dass ich sehr viel gelernt habe bei euch sondern es ist auch oft sehr einfühlsam. Möge ٱللَّهِ auch für für eure Arbeit belohnen Amin🤲🏻🤲🏻
PS: Ich bin konvertiert. Ist nicht einfach, weil der Hass wirklich krass ist. Ich trage noch nicht einmal Hijab, aber seit ich mich mit dem Islam beschäftige habe ich viele Freunde verloren und meine Familie ist auch gegen mich. Schwestern aus der Moschee haben mir bei allem geholfen. Ich musste daheim ausziehen, wohne jetzt in ner WG. Das ist nur noch krass. Ich war vorher Christin und der Witz ist was auch die Bibel sagt, aber Christen nicht interessiert. Wir müssen Gott mehr gehorchen als Menschen. Das ist nur im Islam.
As Salam Alaikum wa rahamtullahi wa baraktuhu🤲🏻🤲🏻
Ramadan Mubarak Schwester🤲🏻🤲🏻😘
PS: Ich bin konvertiert. Ist nicht einfach, weil der Hass wirklich krass ist. Ich trage noch nicht einmal Hijab, aber seit ich mich mit dem Islam beschäftige habe ich viele Freunde verloren und meine Familie ist auch gegen mich
Das tut mir soooo leid. Ich denke wir als Muslime die so aufgewachsen sind wissen gar nicht wie das ist wenn man aus der deutschen Kultur heraus kommt und zum Islam konvertiert. Aber ich bin mir auch sehr sicher, dass es diese Probleme nicht wären wenn es um Buddhismus ginge oder sowas.
Schwestern aus der Moschee haben mir bei allem geholfen.
Wie schön, das freut mich sehr. Dann bist du nicht ganz alleine. Und Allah ist immer mit dir, das ist das Wichtigste.
Wir müssen Gott mehr gehorchen als Menschen. Das ist nur im Islam.
Ja🤲🏻🤲🏻


