بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيْمِ


   „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.“

Qur’an 1,1

Die al-Fatiha ist die erste Sure des Qur’ans, sie wird jeden Tag durch das Gebet mehrfach rezitiert und ist die Essenz eines muslimischen Gebets. Man findet sie auf Grabsteinen seit fast 1400 Jahren. Sie gehörte zu den letzten Worten von Millionen von Menschen bevor sie starben und wird es auch in der Zukunft sein. Die al-Fatiha gehörte von Anbeginn des Islams zur Anbetung und wurde schon in Mekka vor der Hidschra (هجرة, Beginn der islamischen Zeitrechnung) nach Medina zitiert.

Die al-Fatiha mit das Erste was man im Islam lernt und zwar nicht nur auswendig, sondern man lernt ihren Sinn und die Bedeutung für den reinen und klaren Monotheismus. Die Aussagen der al-Fatiha beschreiben einerseits den Kern dessen wie sich Gott dem Menschen nach Tausenden von Jahren Menschheitsgeschichte vorstellt, was einerseits eine Wiederholung der frühesten abrahamitischen Aussagen der älteren Schriften ist, aber andererseits auch Aspekte seiner Macht und Herrlichkeit deutlicher macht als es vorher der Fall war. Die al-Fatiha zeigt aber auch das Verhältnis von Mensch zu Gott auf und wie und um was der Mensch zu Gott beten soll.

Die Bedeutung diese Sure an sich und in Verbindung mit dem Gebet kann nicht überschätzt werden. Denn in ihr sind die Antworten auf viele Fragen des Menschen über Gott eingebettet. Wenn sie bewusst und in klaren Worten rezitiert wird, schafft sie eine Verbindung zu einer für uns unsichtbaren geistigen Welt. Diese Verbindung und die Macht dieser Sure ist für jeden aufrichtig nach Gott suchenden Menschen sofort spürbar und lässt einen das ganze Leben nicht mehr los, weil man endlich am Ziel angekommen ist. Die al-Fatiha ist das Gegenteil von nicht wissen, von Verirrung und Rätselraten, sie ist die heutige Essenz des Monotheismus. Und anders als wir es in dem letzten Artikel über das Shma Israel gesehen haben, ist die al-Fatiha für Menschen aus allen Völkern, Nationen und Rassen gedacht. Sie ist der Kern der letzten Offenbarung an den Menschen und es wird keine weitere mehr geben solange diese Erde besteht. Aus diesem Grund geht es in diesem finalen Artikel über das Gebet um die al-Fatiha, ihre Bedeutung für uns heute und unsere Verbindung zu unserem Schöpfer.

Warum schreibe ich über Gebete?

Seit Ende 2018 schreibe ich auf Blackwater.live. Blackwater.live war und ist auch meine persönliche Entwicklung. Was mich aber erfüllt ist die Leidenschaft für Geschichte, Kultur, Spiritualität und Religion. Die Leidenschaft für eine Suche, dessen Ergebnis oder Ziel noch nicht feststand. Das wusste ich 2018 aber noch nicht, auch wenn es bereits so war. Ich wusste nicht, dass ich einmal darüber schreiben würde, ich wusste nicht, wohin mich dieser Weg führen würde und welchen Fussabdruck – und sei er noch so klein – ich dieser Welt hinterlassen würde. Diese persönlichste aller Reisen ist ein Verlassen von einem geistig unwirtlichen toten Ort dessen Höhe, Breite und Länge klar definiert ist zu einem Ort, der keine Grenzen hat, dessen Grösse unendlich ist, das Wissen um ihn unermesslich und das Wesen unbegreiflich ist. Früher hätte mir das Angst gemacht, heute ist es mein Zuhause. Es ist die Reise von einer christlich-westlichen Sozialisierung in das Herz des Islam, den Monotheismus. Der Monotheismus ist die Essenz jeder geistigen Wirklichkeit. Er war das wichtigste, erste und heiligste Gebot an die Kinder Israels vor 3500 Jahren, er ist was Jesus immer wieder lehrte, wie alle Propheten vor ihm und Mohammedﷺ nach ihm. Monotheismus macht den Unterschied, ob eine Religion intrinsische Kraft hat, ein inneres treibendes Faszinosum ist, den Menschen erfüllt und dem Herzen Frieden schenkt oder ob sie bereits tot ist, kraftlos und der Geist bereits aus ihr entwichen ist. Eine leere Hülle, die nicht zu inspirieren vermag, so dass die Menschen sich wieder anderen Dingen zuwenden, ihre eigenen Wege gehen und ihr Herz verschliessen.

Religion muss nicht auf alles Antworten haben und es gibt gute Gründe, warum wir heute bestimmte Dinge nicht wissen. Fasziniert von dem Unerklärlichen und Unergründlichen, berührt von Liebe und Tiefe, voller Ehrfurcht vor Größe und Macht. Aber Religion sollte und muss eines beantworten: wer ist Gott. Was ist echter Monotheismus. Wenn das unklar bleibt, macht eine Religion keinen Sinn und trägt nur zur Verwirrung bei, das Gegenteil von dem, für was sie geschaffen wurde.

Es gibt ein arabisches Wort für Gott und das heisst „Ilah“. Das entspricht der Bedeutung des deutschen Wortes „Gott“ und des englischen Wortes „God“. Aber selbst in einer arabischen Bibel finden wir für Gott den Begriff „Allah“ und sowohl arabische Christen als auch arabische Juden nennen Gott „Allah“. Das dürften manche Leserinnen und Leser nicht wissen. Aber warum ist das so? Der Grund dafür ist, dass es viele Götter gibt. Alles was Menschen verehren kann zu ihrem Gott werden und das zeigt auch die Definition von Anbetung eines jeden Wörterbuchs. Früher hatten die Menschen für viele Dinge „Götter“ und beteten alle diese an. Heute haben Menschen ebenfalls „Götter“ denen sie sich unterwerfen und selbst die eigene Begierde kann zu einem Gott werden. Man vergöttert etwas oder jemanden.

Dass Gott sich mit dem arabischen Allah vorstellt hat den Grund, dass es keinen Plural davon gibt. Allahﷻ ist der wahre, einzige und ewige Gott, die Urmacht des Universums und aller gemachten Dinge. Seien sie sichtbar, oder unsichtbar. Und es gibt auch kein Geschlecht bei dem Wort „Allah“. Wir sollten einen Moment darüber nachdenken um wirklich zu verstehen warum es „Allah“ heisst und eben nicht „Ilah“. Im Deutschen oder Englischen gibt es keinen sprachlichen Unterschied um das deutlich zu machen.

ʾIlāh (Arabic: إله; plural: آلهة ʾālihat) is an Arabic term meaning „god“. In Arabic, ilah refers to anyone or anything that is worshipped (A Dictionary of Modern Written Arabic. Otto Harrassowitz Verlag).

Daher heisst das muslimische Glaubensbekenntnis „Es gibt keinen Gott (ʾilāh) außer Gott (Allāh).“ Jetzt, da wir diesen sprachlichen Unterschied kennen, dürfte das muslimische Glaubensbekenntnis noch etwas klarer sein. Der Mensch kann sich wie immer frei entscheiden das anzuerkennen oder eben nicht. Aber man sollte wissen was man anerkennt, wenn man es spricht und man sollte wissen was man in Wirklichkeit damit ablehnt, wenn man es nicht tun will.

…“Reise in das spirituelle Herz des Islam.“ Die Essenz des Islam ist die Anbetung und ausschliessliche Fokussierung auf Allahﷻ, der alle sichtbaren und unsichtbaren Dinge erschaffen hat.

Es·senz

/Essénz/

Substantiv, feminin [die]

  1. 1a. BILDUNGSSPRACHLICH[ohne Plural]das Wesentlich[st]e, Wesen (1a); der Kern“dieser Satz ist die Essenz seiner Lehre“
  2. 1b. PHILOSOPHIE[ohne Plural]Wesen[heit], Sosein, innere Natur

Wenn wir beginnen Essenz zu verstehen, bedeutet dies, daß wir beginnen, unsere Illusionen zu durchschauen.

Als jemand der Gott sucht, weil er oder sie weiss dass es ihn gibt und diesen tiefen inneren Wunsch spürt ihn anzubeten, kann man sich auf eine unendlich lange Reise durch diese Welt machen. Es gibt Tausende von Glaubensgemeinschaften und viele Religionen. Es gibt viele humanistische und philosophische Aussagen, die aber bei den meisten Menschen innere Lehre zurück lassen. Man bleibt immer auf der Suche, wie jemand der ein Reisender ist, der niemals daheim ankommen wird. In den vielen Religionen werden Teilaspekte angeschnitten, die für sich genommen auch richtig sein können oder etwas Trost geben. So gibt es eine gewisse Spiritualität in vielen Religionen. Die meisten Religionen lehren auch Nächstenliebe und gute Werke oder geben einem Stabilität und moralischen Halt. Das ist alles gut und sie sind damit ein Anker für viele Menschen, aber auch für ganze Gesellschaften. Atheistische Gesellschaftsmodelle wie der Sozialismus oder auf reinen Hedonismus und Egozentrik ausgerichtete Gesellschaften wie in der westlichen Welt, haben nachweislich nicht zu mehr Zufriedenheit und Glück geführt und wie man derzeit sieht, schaffen sie ganz neue Probleme ungekannter Größe. Eine Welt ohne Religionen wäre wohl nach derzeitigem Erkenntnisstand dystopisch, weniger vielfältig und viel mehr entweder ein einziges Chaos oder aber eine auf humanistisch-sozialistischen Ideen aufgebaute (sanfte?) Diktatur. Religion hat neben vielen Nachteilen eben auch ganz entscheidende Vorteile. Religion bedeutet auch Kultur, Herkunft und gemeinsame Werte. Aber wenn man Religion nur als eine Art reine Soziallehre sieht, als ein gesellschaftliches Konstrukt, dann übersieht man die Kausalität hinter Religion: die Sinnfrage, die Frage nach dem Warum. Und den vielfach von Soziologen weltweit festgestellten Wunsch des Menschen nach Anbetung, einem Mittelpunkt und einer Ausrichtung. Solange dieses Vakuum nicht aktiv gefüllt wird, kann man sich ablenken und die Lücke mit anderen Dingen füllen. Die Leere aber, sie bleibt.

Religion muss also mehr als Kultur und Sozialisierung sein, wenn sie erfüllen soll. Religion muss Antworten geben. Nicht auf alles, aber auf den Kern des Seins, den Ursprung von allem. Religion muss beantworten können wer Gott ist und wie man zu ihm findet. Religion ist kein Selbstzweck, sondern ihr Zweck ist einen Weg zu bahnen auf dem man gehen kann, der aber über die Fragen von richtig und falsch hinaus führt. Dieser Weg sollte nicht ins Nirvana, zu sich selbst oder zu Gurus und Menschenkulten führen, sondern ausschliesslich zu Gott.

Und wenn wir uns nun, nachdem wir uns vielleicht im Laufe der Zeit (was wir tun sollten) mit verschiedenen Religionen beschäftigt haben und der Frage zuwenden, wo ausschliesslich und direkt Gott nicht nur „ange-bittet“ sondern auch angebetet wird, direkt und ohne Umschweife und nicht nur als Lippenbekenntnis, dann bleibt nur ein Weg übrig.

In aller Bescheidenheit kann ich das deshalb sagen, weil ich mich sehr lange mit Religionen beschäftigt habe. Im Grunde genommen mein ganzes Leben, so lange ich denken kann. Und ich hatte den Vorteil, dass ich grosse Brüche in meinem Leben hatte und meine Sozialisierung zumindest zu einem großen Stück hinter mir lassen konnte. Es braucht einen gewissen Grad an Selbstverleugnung, damit „der Himmel offen ist“ und man sich nicht einfach dem zuwendet, was einem persönlich passt. Jeder Weg führt letztlich irgendwo hin. Aber besser ist es auf dem richtigen zu sein.

Familie in Saudi-Arabien. Kultur oder Religion? Zugegeben, das ist nicht immer einfach zu trennen. Kultur und Religion ist oft eng miteinander verwoben. Wichtig ist es aber die Essenz der Religion zu sehen und zu verstehen. Was sind die Kernaussagen und Werte? Was ist der berühmte rote Faden in der Religion? Der Islam ist im Kern kindereinfach zu verstehen, gleichzeitig hat er eine schier unergründliche Tiefe für alle Forscherinnen und Forscher. Und er erstreckt sich über Hunderte von Kulturen, während sein Ursprung in den Weiten arabischer Wüsten war.

Das Spirituelle Herz des Islam

„das irdische Leben ist nur vergänglicher Trug.“ (Qur’an 3, 186)

Die Essenz ist, dass es eine für uns sichtbare Schöpfung gibt. Es gibt Naturgesetze, die in der Mathematik und Physik erforscht werden, die nicht relativ sind. Es gibt Kräfte im Universum, die ein über 93 Milliarden Lichtjahre grosses Universum mit 100 Milliarden Galaxien exakt steuern. (wiki: Seit 2016 geht die Forschung davon aus, dass sich im beobachtbaren Universum ca. eine Billion Galaxien befinden).

Der Qur’an sagt, dass diese Dinge als Zeichen gemacht sind um Menschen zum Nachdenken zu bringen, damit sie nach Gott suchen. Da die gemachten Dinge uns als Zeichen dienen um uns zu prüfen, wie wir wohl reagieren würden, bleibt ein Moment in dem wir vielleicht in einer warmen Sommernacht in den Himmel des Universums blicken nicht unbemerkt. Allahﷻ kennt unsere Gedanken und Gedanken und Worte sind der Weg zu ihm. Es ist keine intellektuelle Schwäche das im Falle der Schöpfung zu negieren. Es ist eine geistige. Das spirituelle Herz des Islam ist der Schöpfer. Islam, genauer gesagt die arabische Wortwurzel S-L-M hat eine Vielfalt an Bedeutungen, von denen ich nur kurz die wichtigsten anschneide. In der Grundform bedeutet das Verb (salima) „unversehrt, wohlbehalten sein“. Im IV. Stamm (aslama) werden als Bedeutungen angegeben: „1. sich ergeben, sich hingeben, verlassen; 2. sich als Gott ergeben erklären“. (vgl. Hans Wehr, Arabisches Wörterbuch) – „islaam“, das dem IV. Stamm entsprechende Verbalnomen, bedeutet: „Hingabe (an Gott), Ergebung (in Gott)“.

Der Qur’an und die islamische Lehre zeigen ganz klar auf wer Gott ist und erklären und beschreiben sein Wesen. Auch erfahren wir, dass dieses Leben nur wie „ein Trug“ ist, ein kurzes Schauspiel. Menschen leben unter verschiedenen Umständen und gemäß ihren Umständen, Möglichkeiten und Taten werden sie beurteilt werden. Es gibt eine finale Gerechtigkeit, jeder einzelne Mensch wird sich für seine Taten verantworten müssen. Und es gibt einen Massstab für richtig und falsch, eine Rechtleitung und Anleitung für dieses Leben, den Qur’an. In ihm findet man ewig gültige Maßstäbe, die auch schon zu Abrahams und Mose Zeiten galten. Der Qur’an frischt sozusagen diese alten Aussagen wieder auf und ergänzt sie mit einer vollständigeren Erklärung. Das wichtigste und größte Gebot, aus dem Shma Israel, dass Gott EINS ist wird wiederholt. Neben der Warnung, dass wir im Danach für unsere schlechten Taten zur Rechenschaft gezogen werden sind die Aussagen darüber, dass jeder der zu Gott umkehrt vergeben bekommt viel häufiger zu finden. Allahﷻ wünscht sich dass wir weise entscheiden und jeder der bereut wird unendliche Barmherzigkeit und Vergebung erfahren. Die muslimische Bestseller-Autorin A. Helwa hatte es einmal so formuliert: Allah lässt diese Welt zu damit wir fallen, weil es ihn glücklich macht uns dann aufzuhelfen und uns zu vergeben. Allah liebt es jedem zu vergeben, der ihn anruft. Vergeben hat nicht nur einen Zweck, Vergebung ist darin begründet dass Allah Liebe ist.

Heute wird mit Unterwerfung viel Negatives Verbunden, was in einer hedonistisch ausgerichteten Welt klar ist. Zu verstehen, dass Islam aber Frieden und Unterwerfung unter Allahﷻ bedeutet, ist der Schlüssel zum Verständnis. Wir bekommen inneren Frieden, wenn wir uns Allahﷻ unterwerfen. Das bedeutet es nach einer langen Reise nach Hause zu kommen. Für einen Menschen der Gott aufrichtig sucht gibt es keine vollständigere und allumfassendere Antwort als S-L-M. Der Islam ist in sich ein Schatz für die, die ihn aufrichtig kennen lernen wollen. Wer aber seinen eigenen Wegen folgen will, wird Millionen Gründe finden ihn abzulehnen. Die meisten davon sind nicht einmal im Islam selbst begründet, sondern reines Hörensagen über den Islam oder kulturelle Unterschiede. Aber auch an dieser Stelle: wissen wir, was wir damit wirklich ablehnen? Diese Entscheidung sollte man bewusst durchdacht haben.

Aber wie kann man das spirituelle Herz des Islam denn nun beschreiben?

Darüber habe ich lange nachgedacht. Und ich habe mich nochmals für eine erzählerische Variante entschieden und möchte euch auf eine Reise in eure Kindheit mitnehmen. Warum? Weil es die ehrliche, unvoreingenommene und demütige Einstellung eines Kindes braucht, um diese Stelle des Herzens zu berühren. Das Herz wie es war, bevor es durch die Sozialisierung, die Medien und Erlebtes vergiftet wurde. Die Rückkehr zu diesem „weichen“ Herzen bevor es verhärtet wurde ist die einzige Chance den Weg zurück zu finden. Es braucht einen Reset. Für Kinder ist die Welt im Regelfall noch nicht durch Ideologie, Politik und Medien geprägt.

“Kindermund tut Wahrheit kund” lautet ein altes deutsches Sprichwort. Kinder sind gute Beobachter, sie lernen schnell und stellen viele Fragen. Oft einfach frei heraus. Das alles ändert sich meistens erst wenn sie in staatliche oder religiöse Strukturen kommen wie die Schule, ein Internat oder Ähnliches. Kinder sind nicht atheistisch, der Atheismus muss ihnen anerzogen werden. Sie sind aber auch nicht buddhistisch, hinduistisch oder beispielsweise taoistisch. Dazu gab es Studien. Kinder sind von Beginn an intuitive Theisten. Sie glauben an einen Gott (Dr. Paul Bloom, Yale/ Dr. Deborah Keleman).

Zwei weiterführende Videos zur Wahrheit über den Atheismus und das heutige Leben habe ich hier verlinkt. Sie sind öffentlich zugänglich und sehr sehenswert: Der Zustand des modernen Menschen, EP1 und Dunkle Wahrheiten über den atheistischen Verstand, EP2

Mit den Augen eines Kindes

In einer gesunden und natürlichen Umgebung vertraut ein Kind auf seine Eltern. Es weiss, dass von seinen Eltern nichts Böses und Schlechtes kommt. Die Eltern versorgen es mit Nahrung und – was noch wichtiger ist – mit Liebe und Zuneigung. Sie sind immer da. Das Kind kann auch die Liebe zwischen Mama und Papa spüren. Das was Lebewesen miteinander verbindet ist Liebe. Das Kind erfährt in der Natur, was Schönheit und Liebe bedeutet. Wenn es die Vielfalt von Farben in der Blumenwelt sieht. Oder wenn die Katze des Nachbarn kleine Katzenbabys zur Welt bringt. Eines Tages besucht das Kind mit seiner Mutter vielleicht einen kleinen Zoo und entdeckt dort Tiere, die es nur aus dem Bilderbuch kannte. Viele neue Eindrücke von mächtigen Elefanten bis hin zu faszinierenden Schneeeulen. Nach dem Zoobesuch gibt es Spaghetti Blognese, das Lieblingsessen, einfach lecker. Da es ein Sommerabend ist, ist das Kind abends mit seinem Vater auf dem Balkon und dieser zeigt den Sternenhimmel und erklärt, wie groß das Universum ist. Mit einfachen und kindgerechten Worten. Spätestens an diesem Punkt wird definitiv die Frage kommen, wer das alles gemacht hat. Jedenfalls dann, wenn diese Frage nicht schon beantwortet wurde. Und das ist keine Theorie, das habe ich persönlich des Öfteren selbst schon erlebt. Diese Frage ist die erste große Frage in einer Kette von Fragen, in der Jahre später sich weitere einreihen werden: was ist der Sinn des Lebens? Warum sind wir hier? Was fange ich mit meinem Leben an?

Und hier beginnen die Probleme und die tiefe Leere, von der immer mehr Menschen berichten. Denn trotz des (1) Leids auf dieser Welt (Theodizee Frage) ist diese Welt (2) auch voller Schönheit, Liebe und Wärme. Oft sind es die Ärmsten und Schwächsten auf dieser Welt, die am meisten davon zeigen. Das löst innere Konflikte aus. Es muss doch einen tieferen Sinn geben, das spüren die meisten Menschen innerlich und deshalb suchen sie danach. Die moderne westliche Welt hat keine befriedigende Antwort auf die Sinnfrage gefunden. Ein permanenter Dopaminrausch durch immer neue Events und Materialismus befriedigt nicht nachhaltig. Die riesige Welt der Religionen hat sich leider auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Angefangen von verwirrenden und wirren Konzepten sich selbst zu finden bis hin zu widersprüchlichen Gotteskonzepten, hat vor allem die Vermischung von Religion und Politik für viel Leid gesorgt. Und für Zynismus.

Für viele Menschen ist Religion mit Gott verbunden und da die Bilanz der Religion sehr negativ gesehen wird, wird Gott gleich mit aus dem Leben geworfen. Er verbleibt maximal als „Universum“ oder „da muss irgendetwas sein“ im Leben. Und wenn nicht gerade wieder mal der Sozialismus eingeführt wird, dann glauben in Deutschland immerhin noch 58% der Menschen an Gott (Quelle), Tendenz sinkend.

Wenn es aber Gott gibt, ist es da nicht das Naheliegende ihn anzubeten und ihn um Hilfe anzubitten und sein Herz auszuschütten? Kommen wir zu dem Beispiel des kleinen Kindes zurück: würde dieses Kind die Sache verkomplizieren? Oder würde es abends in seinem Bett liegen, die Augen schliessen und einfach zu Gott sprechen, für den schönen Tag danken, die schönen Schneeeulen im Zoo, die leckeren Spaghetti von Mama?

Natürlich, es ist ein Kind. Aber es hat einen riesigen Vorteil gegenüber vielen Menschen: sein Herz ist rein, seine Intention ungetrübt. Es wurde noch nicht durch staatliche Einrichtungen sozialisiert, durch TikTok und Instagram korrumpiert, es hat den Materialismus noch nicht kennengelernt und noch liebt es andere mehr als sich selbst und sei es nur Mama und Papa.

Wenn das so wäre, dann ist das der direkte Weg in (1) theologischen Relativismus (oder wie Jesus es immer nannte: „Gesetzlosigkeit“) und in Folge dann zum (2) Atheismus, wie ihn die christliche Welt jeden Tag ein bisschen mehr vollzieht. Gott hat es vielleicht nicht so gemeint wie er es sagte, ihr könnt selbst erkennen was gut und böse ist…

Fingen so nicht alle Probleme auf der Erde an? (vgl. Genesis)

Es hat einen Grund, warum der Atheismus als Weltanschauung in der christlichen Welt entstand und zwar aus der Kirchenkritik, sozialer Kritik und Polemik (Universität Frankfurt, „kleine Geschichte des Atheismus). Quellenlink.

„das Leben, …wie der Wind…“

Wir haben uns zu der Essenz und dem spirituellen Herz des Islam ein paar einfache Gedanken gemacht. Nun wollen wir uns die Essenz des Islam im Qur’an anschauen. Die wichtigste Sure, auf der die Säulen des islamischen Selbstverständnisses ruhen. In ihr steckt alles drin was man wissen muss. Meine Abhandlung basiert auf verschiedenen Gelehrten, Aussagen und Übersetzungen, und ich habe versucht den Kern freizulegen. Es gibt sicher noch vieles mehr über die al-Fatiha zu sagen, aber ich wollte es aber nicht zu umfassend machen.

Die Sura al-Fatiha

„(Er ist) der Erschaffer der Himmel und der Erde (…) Nichts ist Ihm gleich; und Er ist der Allhörende und Allsehende.“ Qur’an 42,11

Die Sura al-Fatiha ist die Essenz des Islam. Es gibt unzählige Textanalysen und Erklärungen (Tafsir) über sie. Aber man braucht es nicht zu kompliziert zu machen. Das Wichtigste wenn man sie betet oder rezitiert ist es in voller und reiner Intention zu tun. Wenn die Intention die falsche ist oder oder man die Sätze nur einfach so spricht, dann gleicht das dem Versuch eines Anrufs, obwohl der Akku des Telefons leer ist.

Die al-Fatiha ist die Essenz des Qur’an und das Gegenteil von Unwissenheit, Leere und dauernden Relativierungen, kognitiver Dissonanz und einem selbstzentrierten Leben. Sie ist ein monotheistisches Statement. Und es ist bemerkenswert, welchen Unterschied es macht diese Sure zu beten, was es mit einem macht und wie innere Leere verschwindet, wie man Teil von etwas Größerem wird. Seinen Herrn zu kennen, dass es ihn gibt ist eine Sache. Es hat aber einen Grund, warum das Gebet im Islam auch Kontaktgebet genannt wird. Man kann lange darüber philosphieren wie und warum diese Art Gebet Sinn macht, solange man es nicht erlebt wird man es nicht begreifen und wie ein kleiner Junge vor dem Schaufenster eines Spielwarenladens stehen, mit ungläubigen großen Augen, sich ausmalend wie es wohl wäre…

Die al-Fatiha wird jeden Tag von Menschen überall auf der Welt rezitiert und ist Bestandteil eines jeden muslimischen Gebets. Gerade dieses Gebet ist nicht einfach ein monotones Wiederholen von Aussagen, auch wenn es vielleicht einem Aussenstehenden so scheint. Den für den Betenden oder die Betende ist es wie eine geistige Reise zu Gott. Ein „Flug“ durch das Universum, durch Raum und Zeit zu einem unbekannten Ort, der sich doch Zuhause nennt.

 Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes

« بِسْمِ اللَّهِ الرَّحْمَٰنِ الرَّحِيمِ »

« bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīm »

Lob sei Gott, dem Herrn der Welten

« الْحَمْدُ لِلَّهِ رَبِّ الْعَٰلَمِينَ »

« al-ḥamdu li-llāhi rabbi l-ʿālamīn »

dem Barmherzigen und Gnädigen,

« الرَّحْمَٰنِ الرَّحِيمِ »

« ar-raḥmāni r-raḥīm »

der am Tag des Gerichts regiert!

« مَٰلِكِ يَوْمِ الدِّينِ »

« Māliki yaumi d-dīn »

Dir dienen wir, und Dich bitten wir um Hilfe.

« إِيَّاكَ نَعْبُدُ وَإِيَّاكَ نَسْتَعِينُ »

« Iyyāka naʿbudu wa-iyyāka nastaʿīn »

Führe uns den geraden Weg,

« اهْدِنَا الصِّرَٰطَ الْمُسْتَقِيمَ »

« Ihdinā ṣ-Ṣirāṭa l-mustaqīm »

den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht (den Weg) derer, die D(ein)em Zorn verfallen sind und irregehen!

« صِرَٰطَ الَّذِينَ أَنْعَمْتَ عَلَيْهِمْ غَيْرِ الْمَغْضُوبِ عَلَيْهِمْ وَلَا الضَّآلِّينَ »

« Ṣirāṭa llaḏīna anʿamta ʿalayhim ġayri l-maġḍūbi ʿalayhim wa-lā ḍ-ḍāllīn »

Schauen wir uns nun Vers (Aya) für Vers der al-Fatiha an und die Basisaussagen dahinter. Die ungefähre deutsche Übersetzung basiert auf der Qur’an Übersetzung von Rudi Paret. Der Qur’an lässt sich nicht 1:1 übersetzen, aber der Sinn kann wiedergegeben werden. Wir werden ansatzweise sehen wie tief diese Verse sind. Und es ist nur die Oberfläche.

« bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīm » – jede Sekunde unsere Lebens ist unverdiente Güte und Barmherzigkeit. Alles Schöne und Gute, jeder Sonnenstrahl voll Wärme, jeder Bissen eines leckeren Essens und jede gute Nachtruhe sind ein Geschenk und eine Liebeserklärung an uns. Und alles worüber wir uns heute schon freuen ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das Paradies. Da Allahﷻ das Zentrum von allem ist und ein muslimisches Leben auf ihn ausgerichtet ist, sagt man immer die „Basmallah“: alles in seinem Namen. Darin steckt nicht nur tiefe Dankbarkeit die glücklich macht, sondern es gibt auch einen klaren Adressaten: den Schöpfer und Ursprung.

« al-ḥamdu li-llāhi rabbi l-ʿālamīn » – diese Form des Lobs in dem Wortstamm „hmd“ gibts es ausschliesslich für Allahﷻ und für nichts sonst. Er ist der Herr der Welten. Wenn wir bedenken, dass dieses 93 Milliarden Lichtjahre grosse Universum laut der Wissenschaft womöglich nicht das Einzige ist, dann bekommen diese Worte eine ganz andere Wirkung. Der Qur’an spricht von 7 Himmeln. Vielleicht, aber nur vielleicht ist das auch ein Hinweis darauf. Denn außer den sichtbaren und geschaffenen Dingen in Raum und Zeit gibt wahrscheinlich sogar noch mehr Dimensionen. Daher ist der Titel Herr der Welten äußerst interessant. Vielleicht stehen wir ja im Sommer mal vor dem klaren Sternenhimmel unserer Welt und denken darüber nach, wie machtvoll und groß Allahﷻ ist, der das alles gemacht hat. Der Herr der Welten – zu recht. Unserer Welt und aller anderen. Alles Lob gebührt Allahﷻ. Interessant ist auch, dass es hier nicht einfach um Dankbarkeit oder Danken geht sondern explizit um das Loben in Verbindung mit dem Danken. Ich kann jemand danken ohne ihn zu loben, sogar jemand den ich gar nicht mag. Ich danke für etwas, was mir jemand Gutes getan hat. Aber loben tue ich jemanden für seine Eigenschaften! Diese muss ich dazu kennen und schätzen. „حمدلة hmd“ ist die sogenannte Hamdala und die Verbindung von Lob und Dank. Eben dieses „Hamdullah“, die arabische Formel „al-Hamdu li-Llāh“. Und nun kommt der spannende Link zum Hebräischen: „al-Hamdu li-Llāh“ entspricht in etwa der hebräischen Formel „Halelu Yah“. Die dreikonsonantige Wurzel H-M-D (ح م د) benutzen auch arabischsprechende Juden und Christen. (Quelle: D.B. Macdonald: Artikel „Ḥamdala“ in The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Band III, S. 122b-123a.) Neben vielen weiteren Aspekten wollen wir noch auf einen eingehen: „al-ḥamdu li-llāh“ ist allumfassend. Man könnte nämlich auch nur einen Namen der Namen Allahs herauspicken. Beispielsweise Lob für den Allwissenden, Al-Alim العَلِيم. Dann wäre das Lob alleine auf diese eine Eigenschaft beschränkt. Aber mit „al-ḥamdu li-llāh“ lobe und danke ich Allah für alles was er ist und tut.

« ar-raḥmāni r-raḥīm » – Im Namen, die Basmallah haben wir bereits zu Beginn gesagt. Nun preisen wir Allahﷻ nochmals für seine Barmherzigkeit und Gnade. Der Lobpreis Gottes war schon in den frühesten hebräischen Schriften fester Bestandteil der Anbetung. Wie schade, dass dieser Lobpreis Gottes heute kaum noch zu finden ist. In der al-Fatiha – von Herzen gesprochen – ist er fest dabei! الرَّحِيم ar-Raḥīm, der Barmherzige ist ein Wort das eng verwandt ist mit رحم (raħim) Mutterleib (s. u.a. Langenscheid). Allahﷻ ist der Allbarmherzige! Diese Verbindung ist nicht umsonst so gewählt, wie islamische Gelehrte seit fast 1000 Jahren an der Al Azar Universität erklären. Wann war die einzige Zeit in unserem Leben, in der wir sicher waren? In der wir beschützt, versorgt, genährt und unendlich geliebt wurden? Im Mutterleib! Diese Verbindung soll uns bildlich zeigen, wie gross die Barmherzigkeit Allahs ist.

Bis hierhin ging es um unseren Schöpfer, er hat sich uns vorgestellt. Aber die al-Fatiha ist ein Gebet, wie es die islamische Überlieferung sagt. Ein Gebet ist ein Gespräch. Und nun geht es um unseren Teil, wir sind nun dran.

Wir haben einige Dinge über Allahﷻ erfahren. Allah der allmächtige Schöpfer, er ist vergebend, es gibt ein Gericht und eine finale Gerechtigkeit, weil Allahﷻ gerecht ist und es gibt eine Belohnung weil Allahﷻ barmherzig ist und ein Belohner für die, die ihm dienen. Und dazu kommen wir nun. Das ist einer der interessantesten Punkte für alle die, die mit Religion schlechte Erfahrungen gemacht haben und dazu zähle ich mich auch. Vielleicht wurden wir seelisch (oder sogar körperlich mißbraucht), genötigt Menschen oder einer Organisation zu dienen oder sogar zu unterwerfen, belogen und verführt von Heuchlern und Geschäftemachern. Vielleicht waren wir sogar in einer destruktiven Gemeinschaft oder Sekte. Man flösste uns Schuldgefühle ein und das Dienen für Gott war eher das Dienen für Menschen. Wenn wir nun also davon sprechen Allahﷻ zu dienen, dann sei eines an dieser Stelle in aller Deutlichkeit gesagt: es geht hier NUR um Allahﷻ und nicht um Menschen, Organisationen oder die Mitgliedschaft in einer Sekte! Wenn wir das verstanden haben merken wir, dass der Monotheismus, der Islam uns frei macht während alle anderen Wege die Wege der Sklaverei und der Unterwerfung unter Menschen statt unter Allah ﷻ sind.

« Iyyāka naʿbudu wa-iyyāka nastaʿīn » – Wir dienen Allah und ihn bitten wir um Hilfe. Diese Aussage beinhaltet so viel!! Wir „knien“ nicht vor Menschen, Organisationen oder Götzen. Niemand gebührt Anbetung außer Allah. Das Vertrauen ist ausschliesslich auf Allahﷻ ausgerichtet und er ist der Adressat für Gebete um Hilfe (Dua).

« Ihdinā ṣ-Ṣirāṭa l-mustaqīm » – Führe uns den geraden Weg. Angesichts einer Welt die Kopf steht, wo Moral und Werte zur Beliebigkeit werden und alles relativ wird, ist diese Bitte um den geraden Weg eine ultimative Aussage! Es ist nicht alles relativ, allerlei und beliebig wie ich mich fühle. Sondern es gibt einen „geraden Weg“ auf dem wir gehen sollen und dieser ist mit der Rechtleitung, dem Qur’an, klar erklärt. Der Islam wird auch als Weg beschrieben, weil er eben auch „way of life“ ist und nicht nur Spiritualität. Auch Jesus beschrieb schon in den Evangelien der Bibel ein gottgefälliges Leben als einen Weg, auf dem allerdings nur wenige gehen. Die ersten Christen wurden nicht als Christen bezeichnet, sondern als „der Weg“. Das ist lange her, als das Christentum eben noch nicht korrumpiert war. Allahﷻ selbst bezeichnet seine Religion als Weg (Ṣirāṭ). Wer lädt heute zu einem Weg ein? Man wird doch heute immer zu Zielen eingeladen. Ein Restaurant, einem Ort oder einem Ergebnis. Aber im Islam geht es um einen Weg durch diese Welt der Prüfung hindurch. Und um auf diesem Weg zu bleiben gibt es die Rechtleitung oder Anleitung durch den Qur’an. Und schon vor dem Qur’an sagte Gott ganz klar u.a. durch Jesus, dass eigene Wege in den Untergang führen. Schon die hebräischen Schriften sagen in Jeremia 10:23: „Ich habe erkannt, HERR, dass der Weg des Menschen nicht in seiner Macht steht und dass es keinem[13], der geht, ⟨gegeben ist,⟩ seinen Schritt zu lenken.“ Ist das heute nicht offensichtlicher als jemals zuvor?

« Ṣirāṭa llaḏīna anʿamta ʿalayhim ġayri l-maġḍūbi ʿalayhim wa-lā ḍ-ḍāllīn » – diesen Weg zu gehen bedeutet Gnade erwiesen zu bekommen. Es bedeutet vergeben zu bekommen, Hilfe zu bekommen und es ist salopp gesagt das berühmte Ticket in das Paradies. Die Belohnung weil Allahﷻ ein Belohner all derer ist die ihn suchen und lieben. In diesem letzten Vers wird aber auch gesagt dass es Menschen gab, die dem Zorn verfallen sind. Das sind die Menschen, die mehrfach gewarnt wurden und zur Umkehr aufgefordert wurden. Im mekkanischen Kontext waren das die Götzenanbeter. Irgendwann ist jede Geduld zu Ende und der Mensch wird spätestens am Tage des Gerichts ernten was er gesäht hat.

Lass uns auf dem Weg gehen, denen Du Gnade erwiesen hast.

Welche Wege gehen Menschen heute? Sie folgen Stars, Influencern, Coaches, Politikern und sonst wie „Erleuchteten“. Diese „Vorbilder“ proklamieren meistens Werte, die völlig im Widerspruch zu dem stehen was wir im Qur’an oder selbst der Bibel finden. Sie haben nur dieses eine Leben und so leben sie es auch. Die Aussagen die wir aber im Qur’an und der Bibel finden sind eindeutig: dieses Leben ist nur eine Durchlaufstation. Das echte Leben kommt danach und nicht alle bekommen es. Natürlich kann man sich in dieser jetzigen Welt schon freuen und sofern möglich das Leben geniessen. Aber wie sagte es schon Jesus so schön: „Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ (Matthäus 6:21)

Wenn unser Herz an dieser Welt hängt, dann wird es mit dieser Welt untergehen. Wenn wir zu allen Menschen gut sind, aber Gott keine Rolle in unserem Leben spielt, was für eine Erwartungshaltung sollten wir dann an unseren Schöpfer haben? Wir haben genug Zeichen erhalten und gesehen, all die Größe, Schönheit und Liebe in den gemachten Dingen. Es gibt keine Ausrede. Und genau so ist es gedacht sagt der Qur’an (14:51, 52): „Zweifelsohne, ALLAH wird jeder Seele vergelten, was sie sich erworben hat (…). Dies ist eine Erklärung für dieMenschen, damit sie mit ihr gewarnt werden, damit sie wissen, daß ER nur ein einziger Gott ist, und damit die Verständigen sich entsinnen.“

Dieses ganze gegensätzliche All, mit Himmel und Erde, … mit bauenden und zerstörenden Kräften und Stoffen, mit all dem daraus sich erzeugenden Wechsel von Tag und Nacht, von Werden und Vergehen, von Blühen und Welken, von Leben und Sterben, von Haben und Verlieren, von Genießen und Darben, von Steigen und Fallen, von Lieben und Hassen, von Freud und von Leid, mit all den Gegensätzen… aus welchen das Menschenwesen selbst sich gewoben fühlt – ein Einziger, Gott, der eine Einzige ist es, der all diese Gegensätze geschaffen und hält, alle diese Gegensätze geordnet und leitet, der all die Gegensätze in uns gebildet”. Das monotheistische Glaubensbekenntnis, Dr. Hoffmann

Der Qur’an ist der Abschluss dessen was man über Gott wissen muss. Und er ist mehr als die Zeilen die in ihm stehen. Aber wie kann man den Qur’an besser verstehen und wo kann man Original und Übersetzung vergleichen? Ein paar Tipps gibt es HIER.

Es gibt eine ewige, unumstössliche nicht veränderliche Wahrheit. Diese Wahrheit spiegelt sich in den gemachten Dingen wieder. In allem was wir in der Natur sehen stehen Gesetze. Die Raumfahrt kann sekundengenau Flugbahnen und Umlaufbahnen berechnen. Das Weltall existiert und wird erhalten durch Gesetzmäßigkeiten.

Wahrheit ist nichts relatives, kein Produkt von Zeitgeist oder begrenzten menschlichen Denken. Die Wahrheit ist der Ursprung und die Kraft hinter unserer ganzen physischen Wirklichkeit. Der Qur’an sagt:

Und kein Blatt fällt (zu Boden), ohne dass er darüber Bescheid weiß.“ [Quran 6:59]

Es ist die Freiheit keine Angst vor dem Tod zu haben. Die Freiheit zu wissen, dass alles einem grossen Plan folgt und dass wenn wir nur Gott anbeten am Ende alles gut sein wird. Und das Ende ist nicht das Grab. Diese Welt ist eine Prüfung, nicht das echte Leben.

Die Wahrheit zu erkennen heisst auch dass man kein Sklave eines politischen, ideologischen oder religiösen Systems mehr ist. Kein Sklave des Materialismus, kein Sklave von eigenen Begierden und Schwächen. Die Wahrheit bedeutet frei zu sein und das ist eine Freiheit die Menschen die Gott ablehnen niemals nur ansatzweise verstehen werden. Letztlich steht diese Tür jedem offen der es will. Die Antwort auf die Frage „was ist Wahrheit“ ist der Schlüssel zur Freiheit.

In unserer heutigen Welt steht der Mensch vor riesigen Herausforderungen. Dass Menschen Ängste haben, nicht weiter wissen und immer weniger Halt finden ist kaum verwunderlich angesichts so vieler Probleme. Und selbst wenn man ein wirtschaftlich gutes Leben in einem Teil der Welt führt, in dem es etwas angenehmer zu leben ist, dann gibt es doch keine Antworten auf die Sinnfragen. Man lenkt sich ab.

Die Religionen der Welt und die Vermischung von Religion und Politik haben auch nicht gerade zu einer besseren Welt beigetragen und da macht die islamische Welt leider keine Ausnahme.

In meinen Artikeln geht es aber nicht um den Missbrauch oder den Einsatz der Religion als politisches Mittel, wie wir es in allen Religionen so bitter erfahren mussten und müssen. Es geht auch nicht um das Fehlverhalten und die Heuchelei von Menschen, was es in allen Religionen gibt. Meine Artikel sind Ergebnis vieler Nachforschungen und Überlegungen über Gott. Und nach meiner bescheidenen Ansicht kann man einen roten Faden erkennen und es gibt klare Antworten auf die Fragen unseres heutigen Lebens. Dazu ist es nur notwendig, dass man sich (1) demütig, (2) ergebnisoffen und (3) ein Stück weit selbst verleugnend (über den eigenen Schatten springend) auf die Suche macht. Dass man erforscht was die ältesten Schriftzeugnisse über Gott und über Menschen sagen, die Gott nahe waren. Ich kann eines bei meiner Seele hier und heute allen meinen Leserinnen und Lesern versprechen: wenn ihr das wirklich ernst meint, mit einer reinen Intention, dann bekommt ihr Antworten auf Gebete und ihr findet Gott. Ich benutze extra diesen eher christlich-westlichen Terminus. Ich habe an anderer Stelle schon geschrieben, dass wenn wir in das Universum rufen, unsere Stimme nicht unbemerkt und unerhört bleiben wird. Die Antworten werden uns nur verblüffen. Es wird Momente geben, die keinen Zweifel daran lassen dass es Gott gibt. Den grössten Unterschied wird es allerdings machen, wenn unsere Zeit gekommen ist und wir zu der Tür unterwegs sind, die dieses Leben vom nächsten trennt. Dem Tod. Es wird danach nur wie ein Wimpernschlag gewesen sein. Der Tod ist nur für die Hinterbliebenen erst einmal traurig, aber auch das geht vorbei.

Ich habe diese Serie über das Vaterunser, das Shma Israel und die al-Fatiha wie viele andere Artikel geschrieben um den bescheidenen Versuch zu wagen, den roten Faden aufzuzeigen. Es geht nicht um ein Label dafür, es geht einfach um Gott und wie er mit dem Menschen kommuniziert und handelt. Diese Artikel sollen die Menschen erreichen, die in ihrem Herzen diese Leere spüren und wissen, dass es IHN geben muss. Wenn Du so fühlst dann wisse, dass es einen Grund dafür gibt! Zeit nach Hause zu kommen!

Während ich diese Zeilen schreibe vergeht Minute um Minute, Stunde um Stunde. Niemand weiss wieviel Zeit uns bleibt. Aber wenn diese Zeilen bei Dir liebe Leserin und lieber Leser etwas bewirkt haben, dann solltest Du nicht länger warten sondern einfach mal mit Deinem Schöpfer sprechen. Die Freude in den Himmeln darüber wird riesig sein, so sagen es die Schriften ausnahmslos. Suche Dir einen schönen Ort oder was meine Empfehlung ist, steh einfach mal Nachts auf (manche schlaflose Nacht kann auch einen Segen haben) und tritt in Verbindung mit der grössten Macht des Universums. Du hast die Wahl. Es wird Dein Leben verändern. Für immer!

„Allah ist der Schutzherr derjenigen, die glauben. Er bringt sie aus den Finsternissen heraus ins Licht (…).“

Qur’an, al-Baqara 257

Blackwater

Recent Posts

Kann man mit ETFs reich werden?

Kann man mit ETFs reich werden?

3 Wochen ago

Investieren mit dem S&P500

🇺🇸 Investieren mit dem S&P500

4 Wochen ago

Deutschland und die AfD

Ist die AfD eine Alternative für 🇩🇪Deutschland?

1 Monat ago

Warum Private Banking unnötig ist

Überteuerter Luxus von Vorgestern - das kann weg.

1 Monat ago

Das Streben nach Glück

Das Streben nach Glück

1 Monat ago