Was man daran aus meiner Sicht erkennt ist, wie leicht sich die Massen von Medien lenken lassen. "Wir sind jetzt alle empört und sauer, und da muss man dem Russen doch endlich mal klare Kante zeigen!?!einself!"
Wenn Putin nicht macht was wir wollen, dann ritzen wir uns eben weiter.
Wird auf jeden Fall noch lustig werden (lustig im ironischen Sinne) in den nächsten Wochen und Monaten. Was kostet noch gleich der Liter Diesel oder Benzin in DE? 😉
Diesel ist zwar in aller Munde, sein prozentualer Anstieg (geschätzte 50%) ist aber noch ein Klacks zu den über 100% die sich Heizöl verteuert hat. Glücklicherweise schlägt sich das erst in den nächsten Heizkostenabrechnungen nieder.
Komplett auf erneuerbare Energien umstellen ist auch nicht so trivial, da gewisse Grossabnehmer konstante Netzspannungen benötigen, welche mit Windkraft und Photovoltaik zu unregelmässig bereitgestellt werden.
Grmpf.
Es ist nicht trivial das Netzt stabil zu halten: Das Netzt speichert keine Energie, JEDEN Moment muss genau die Menge an Leistung ins Netz eingespeist werden, die von ALLEN Verbrauchern abgerufen / genutzt wird. Im Gegenteil, Grossabnehmer tragen eher zur Stabilsierung bei (sind leichter planbar).
Sinnvoll wäre hier wohl am ehesten, dass sich Haushalte bzw. Gemeinschaften selber versorgen mittels Photovoltaik. Also eine Art Mesh-Netzwerk. Aber ich träume schon wieder...
Bleibt immer noch das Problem der 3-5 dunklen Monate, in denen Photovoltaik kaum was einbringt.
In den anderen Monaten kann man sich meist selbst versorgen, sofern man entsprechende Batterien vorhält. Ein 25 KWh Speicher kostet ab 12.000€. Dazu kommen dann 3 Inverter und die Installation. Unter 20K ist da nicht viel zu wollen, selbst wenn der Schwager Elektriker ist. Mit Solarpanelen wohl deutlich über 30K.
Damit kann der EFH-Besitzer kurzfristig seine Stromrechnung halbieren, vielleicht sogar dritteln.
Längerfristig (wenn alle das machen) muss man trotzdem dem Versorger die alten 100% zahlen (vielleicht auch nur 90%). Warum? Die Netzbetreiber müssen dann trotzdem das restliche Jahr 100% verfügbare Kraftwerksleistung vorhalten um diese dann im Winter (oder bei längerem Wolkenwetter) zur Verfügung zu haben. Sie sparen zwar Treibstoff, haben aber trotzdem die Grundkosten für ihre Kraftwerke. Schnell verfügbare Kraftwerksleistung ist teurer als Grundlast, es könnten also auch mehr als 100% werden.
Rüsten wir nun unsere Heizungen auf Strom um, dann müssen die Netzbetreiber noch mehr Spitzenlast für den Winter (= dann wenn es kalt ist, weil zu wenig Sonne scheint) vorhalten.
Warum sollte man sich dennoch Panele aufs Dach und Batterien in den Keller stellen (außer das grüne Gewissen zu beruhigen): Man erreicht eine gewisse Autarkie, man kann auch den Winter mit ziemlich vollem Speicher fahren (Netzbetrieb) und hat dann gewisse Möglichkeiten bei einem Stromausfall.
Ein ordentlicher Drehstromgenerator kostet zwar nur ein Bruchteil, aber irgendwann darf man kein Heizöl mehr kaufen und so einen knatternden Generator will auch niemand unterm Fenster stehen haben.
Noch etwas Input aus dem Internet:
Zusammen mit anderen Wirtschaftswissenschaftlern hat Rüdiger Bachmann untersucht, welche Folgen ein Importstopp russischer Energielieferungen hätte. Ergebnis: Das Bruttoinlandsprodukt würde schlimmstenfalls um 4 Prozent einbrechen. Das wäre eine Rezession, "die man mit den richtigen arbeitsmarkt- und fiskalpolitischen Maßnahmen abfedern kann", sagt Bachmann. Dass Bundeswirtschaftsminister Habeck verkündet, ohne russisches Gas drohten Massenarbeitslosigkeit und Massenarmut, hält er für einen Fehler. "Ich mag Robert Habeck", sagt Bachmann, aber "aus meiner Sicht wird er falsch beraten".
Quelle: https://www.n-tv.de/politik/Robert-Habeck-wird-schlecht-beraten-article23226647.html

