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Altersvorsorge👨🏼‍🦽🧓🏻👵🏼 Rentenpflicht für Unternehmer kommt

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mrtn
 mrtn
(@mrtn)
Super Großmeister Moderator Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 4951
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Wer seine selbstständige Tätigkeit nach einem noch festzulegenden Stichtag neu aufnimmt, soll automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden, ohne Opt-out. Auch bestehende Selbstständige werden einbezogen, erhalten aber die Möglichkeit, aktiv herauszuoptieren.

Was das kostet: Der aktuelle Rentenbeitrag liegt bei 18,6%. Selbstständige ohne Angestellte tragen in der Regel beide Hälften selbst. Bei einem Jahresgewinn von 60.000 Euro bedeutet das eine zusätzliche Liquiditätsbelastung von bis zu 11.160 Euro pro Jahr, die dauerhaft aus dem Unternehmen abfließt.

Das System bleibt ein Umlagesystem. Die Rentenhöhe in 30 oder 40 Jahren hängt davon ab, wie viel zukünftige Beitragszahler dann erwirtschaften. Wer heute einzahlt, trägt das demografische Risiko von morgen, ohne eine garantierte Rendite zu erhalten.

Sobald der Stichtag feststeht, ist das Fenster für bestehende Selbstständige geschlossen. Wer jetzt eine eigene Vorsorgestruktur aufbaut, bei der das Kapital im Unternehmen bleibt und dort die Rendite des eigenen Geschäfts erwirtschaftet, ist deutlich besser aufgestellt als jemand, der später in ein staatlich vorgeschriebenes System einzahlen muss.

Zusätzlich zum bestehenden Rentenbeitrag soll ein neuer Beitragssatz von 2% eingeführt werden, je 1% für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Das Geld fließt in individuelle Kapitalkonten nach schwedischem Vorbild und wird zentral am Kapitalmarkt angelegt.

Eine kapitalgedeckte Komponente ist grundsätzlich sinnvoll. Das Problem: Das Kapital verlässt das Unternehmen und wird extern angelegt, mit Renditen, die man nicht beeinflussen kann. Und die Frage ist:

1. Wer verwaltet das Geld und entscheidet über die Anlagen? Das stinkt jetzt schon wieder nach Inkompetenz und Bullshit.

2. Oder wird es einfach ein kostengünstiger ETF Sparplan sein? Wohl kaum.

 

 

 

Geringfügige Beschäftigung soll vollständig in die Rentenversicherung einbezogen werden, ohne Opt-out. Der steuer- und sozialversicherungsrechtliche Sonderstatus entfällt. Ausnahmen nur noch für Schüler.

Für Arbeitgeber, die Minijobs als flexibles Vergütungsmodell einsetzen, entfällt damit ein wichtiges Gestaltungsinstrument. Der Verwaltungsaufwand steigt, und die Attraktivität sinkt, wenn der Nettolohn durch Pflichtbeiträge geschmälert wird.

Nach 2031 soll das Rentenalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden.

Konkret: schrittweise Anhebung von 67 auf 67,5 Jahre bis 2041. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren soll abgeschafft werden. Die Altersgrenze für langjährig Versicherte steigt von 63 auf 64 Jahre.

Die Reformvorschläge gehen in eine klare Richtung: mehr Pflichtversicherung, mehr Beiträge, weniger Flexibilität. Besonders für Selbstständige und Arbeitgeber mit Minijob-Strukturen sind die finanziellen Auswirkungen erheblich. Der Gestaltungsspielraum existiert noch, aber das Fenster schließt sich mit dem Stichtag. Wer jetzt eine eigene Struktur aufbaut, bei der das Kapital im Unternehmen bleibt, ist langfristig klar im Vorteil.



   
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mrtn
 mrtn
(@mrtn)
Super Großmeister Moderator Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 4951
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Falls ihr noch einen guten Steuerberater sucht (nicht nur für Unternehmer): https://www.steuerberaten.de/



   
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Ex-Discordler
(@exdiscordler)
Schach Profi Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 367
 

Veröffentlicht von: @mrtn

Der aktuelle Rentenbeitrag liegt bei 18,6%. Selbstständige ohne Angestellte tragen in der Regel beide Hälften selbst. Bei einem Jahresgewinn von 60.000 Euro bedeutet das eine zusätzliche Liquiditätsbelastung von bis zu 11.160 Euro pro Jahr, die dauerhaft aus dem Unternehmen abfließt.

Es wäre "nur" der Regelbeitrag von aktuell 735,63 € monatlich. Aber wer sich selbstständig machen will, sollte das noch schnell tun.



   
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mrtn
 mrtn
(@mrtn)
Super Großmeister Moderator Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 4951
Themenstarter  

@exdiscordler Das stimmt leider nicht bei dem von mir angeführten Beispiel (ist von steuerberaten.de)

 

  • Als pflichtversicherter Selbstständiger ohne eigene Angestellte trägst du beide Hälften des Rentenbeitrags selbst (also den vollen 18,6 % Satz). Arbeitnehmer teilen sich das normalerweise mit dem Arbeitgeber (je 9,3 %).
  • Der Beitrag berechnet sich grundsätzlich auf Basis deines steuerpflichtigen Gewinns (bei einkommensabhängiger Variante) oder pauschal über den Regelbeitrag.
  • Bei 60.000 € Gewinn liegt der einkommensabhängige Beitrag deutlich über dem Regelbeitrag (735,63 €/Monat ≈ 8.828 €/Jahr). Deshalb spricht die Aussage von steuerberaten.de von „bis zu 11.160 €“ – das ist die Obergrenze bei voller einkommensabhängiger Verbeitragung (oder wenn der Gewinn höher ist, bis zur Beitragsbemessungsgrenze).

 

 

 

Den Gewinn von 60K finde ist auch nicht mal schlecht gewählt. Das ist nicht wirklich viel. Wobei, laut den Grünen gilt man ab 80K p.A. als REICH. 😉


Diese r Beitrag wurde geändert Vor 1 Tag von mrtn

   
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Ex-Discordler
(@exdiscordler)
Schach Profi Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 367
 

@mrtn Keine Ahnung woher die Webseite diese Zahlen nimmt, mit dem aktuellen Vorschlag aus Juni 2026 hat das jedenfalls nichts zu tun:

Die Verbeitragung soll sich am Regelbeitrag für die Pflichtversicherung von

Handwerkern orientieren. Wahlweise könnten Selbständige auch einen Beitrag

entrichten, der sich an ihrem steuerpflichtigen Einkommen orientiert, um eine

wirtschaftliche Überlastung für jene zu vermeiden, deren Einkünfte deutlich unter der

Bezugsgröße liegen.

Das steht unter Empfehlung 22,



   
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mrtn
 mrtn
(@mrtn)
Super Großmeister Moderator Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 4951
Themenstarter  

@exdiscordler Das weiss ich auch nicht. Wir können das ja mal weiter verfolgen. Ich gehe ganz klar davon aus, dass es nicht nur der Regelbeitrag für die Pflichtversicherung von Handwerkern sein wird.

Das vermute ich schon wegen der Formulierung:

Die Verbeitragung soll sich am Regelbeitrag für die Pflichtversicherung von

Handwerkern orientieren.

 

Mal schauen wo es sich hin "orientiert" 😉

So oder so, der nächste Sargnagel. Einer von so vielen. Und wir haben erst Mitte 2026.



   
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Ex-Discordler
(@exdiscordler)
Schach Profi Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 367
 

@mrtn Was später in ein Gesetz gegossen wird ist natürlich noch unklar, der Vorschlag ist ja auch erst einen Tag alt.

Geplant ist auf jeden Fall ein Bestandsschutz, der Stichtag steht aber auch noch nicht fest. Es ist natürlich wieder eine klare Benachteiligung junger Menschen, denen so die Möglichkeit zur eigenen Vorsorge genommen wird.



   
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mrtn
 mrtn
(@mrtn)
Super Großmeister Moderator Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 4951
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@exdiscordler Das Schlimmste was ich daran befürchte ist eigentlich die Art der Kapitalanlage. Das wird am Ende never ever eine ETF Anlage sein, sondern irgendein Hybrid mit enormen Kosten und maximaler Ineffizienz. Und falls es eine Art Staatsfonds ist, dann ist jetzt schon klar was da wieder in der "Aufsicht" sitzt. Bei fürstlicher Bezahlung versteht sich.

Wäre es einfach ein ETF Depot, wäre das noch zu verkraften.



   
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(@susanna)
Internationaler Meister Rose
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 958
 

Servus zammitanand! Na bravo, des is ja wieder a saubers G’schenk vom Berliner Gschaftlhuber! I hab mei Geld lieber selber in der Hand.

Ist einfach ne Sauerei wie ich finde. Im Herbst fliegt Merz, bin mir sicher.

Wer jetzt no net aufg’wacht is, der soll’s schnellstens nachholen.



   
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(@lichtenberg99)
Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 1420
 

Ich denke, wir müssen aus diesem unglückseligen Umlageverfahren raus.

Dazu gibt 2 grundsätzliche Alternativen:

1. Alle zahlen in die Rente ein. Alle. Inklusive Beamter, Minister. Jeder. Ab sofort. Keine Privilegien mehr.

Mit dem was zusätzlich zu den jetzigen Rentnern eingezahlt wird, wird ein Kapitalstock aufgebaut und dann wie der norwegische Staatsfonds angelegt. Dauert eine Generation und dann ist man aus der Abhängigkeit von diesem jetzigen dämlichen Umlageverfahren raus, weil der Kapitalstock einen großen Teil der Rente bezahlt

Der Aufschrei aller die bis jetzt nicht in diesem Umlageverfahren sind wird groß sein. Aber damit muss man leben.

2.  Alle aus dem Umlageverfahren raus, jeder kümmert sich um die eigene Altersversorgung und die jetzigen Rentenansprüche werden über die nächsten 2 Generationen aus Steuermitteln bezahlt. Die bezahlen wir dann auch alle. Erscheint mir - ehrlich gesagt - schwieriger.

Der jetzige Vorschlag erscheint mir wie eine halbherzige Variante von 1. 

 



   
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mrtn
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(@mrtn)
Super Großmeister Moderator Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 4951
Themenstarter  

Veröffentlicht von: @lichtenberg99

Alle zahlen in die Rente ein. Alle. Inklusive Beamter, Minister. Jeder. Ab sofort. Keine Privilegien mehr.

 

Das wäre der große Wurf gewesen. Und dieses Rentensystem wird radikal verschlankt (gesamtes Personal der Deutschen Rentenversicherung derzeit: 62.400) und es wird ähnlich wie in einem Staatsfonds in die globalen Aktienmärkte breit investiert.

Das geht natürlich nur mit einem Teil des Geldes sobald ein Überschuss aufgebaut ist. Zweifellos ein komplexes Unterfangen. So wie Du auch schon geschrieben hast.

Die zweite Variante finde ich auch sehr gut, aber die ist in Deutschland noch weniger vermittelbar.

Für mich bleibt das Hauptproblem bei dem was jetzt kommen wird, wie wird das Geld angelegt und welche Personen haben da die Aufsicht. Und da befürchte ich, es wird wieder der deutsche Weg werden: Inkompetent, teuer und intransparent.

 

 



   
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