Ich verwende seit über 10 Jahren u.a. das Kreditkartendoppel vom ADAC (Visa + Mastercard). Bis September 24 lief das über die Landesbank Berlin (LBB) und seitdem über Solaris SE. Solaris ist aktuell sehr mit sich selbst beschäftigt. Offensichtlich leidet auch das Tagesgeschäft darunter.
Am 26.11.24 wurde meine Mastercard missbraucht (massenweise unautorisierte Transaktionen via Facebook). Glücklicherweise habe ich das noch am gleichen Tag gemerkt und gegen 17 Uhr die Karte per App temporär gesperrt und am Folgetag dann endgültig gesperrt. Ebenfalls am 26.11. habe ich per Kontaktformular Solaris informiert und darum gebeten, sämtliche Facebook-Transaktionen zu stornieren. Dazu habe ich exemplarisch noch ein unterschriebenes Reklamationsformular für eine Transaktion mitgeschickt. Telefonisch war kein Durchkommen (Wartezeitankündigung Callcenter immer zw. 30 und 45 Minuten). Insgesamt habe ich es in den darauf folgenden Tagen noch zwei mal telefonisch versucht und zwei weitere Web-Anfragen losgeschickt. Außer automatisch generierten Bestätigungen keine Reaktion.
Die Kartensperre hatte zur Folge, dass ich eine neue Kreditkarte zugeschickt bekam und in der Monatsabrechnungen waren (fälschlicherweise) alle alten Transaktionen (auch die nicht autorisierten) der neuen Kreditkarte zugeordnet. Trotzdem erfolgten bis bis 5.12. weitere nicht autorisierte Abbuchungen, obwohl die alte Karte gesperrt war. Sicherheitshalber habe ich die neue Karte auch umgehend gesperrt.
Am 28.12.24 kam endlich eine Mail vom Customer-Support: Ich muss für sämtliche reklamierten Transaktionen jeweils das PDF-Formular ausfüllen, unterschreiben und einsenden. Meine Übersicht per Tabellenkalkulation wird nicht akzeptiert.
Meine Rückfragen bzgl. nicht funktionierender Sperre (die übrigens per SMS bestätigt wurde) wurde wie folgt beantwortet:
Es ist möglich, dass bei der Kartensperrung die Tokenlöschung nicht ordnungsgemäß vom System durchgeführt wurde und somit die Händlerverknüpfung bei Erstellung der neuen Karte auf die neue Karte übertragen wurde und der Händler somit über diese weitere unautorisierte Transaktionen veranlassen konnte.
Also eine bestätigte Sperre kann oder kann nicht funktionieren und als Ergebnis darf ich dann als Kunde 64 PDF-Formulare einzeln ausfüllen und einsenden. Der Gesamtschaden beläuft sich auf gut 1.300 €.
Deswegen nutze ich dafür Revolut weil ich kann die Online Zahlungen auf Karten sperren oder extra Karten nur dafür buchen. Ich meine dass Martin irgendwo mal geschrieben hat, dass er nie echte Kreditkarten im Internet nutzt. Immer nur digitale Karten von Revolut usw. @mrtn so war das doch?
Ich tendiere inzwischen zu Frontend Karten von Fintechs und echte Kreditkarten benutze ich nur noch zum Aufladen von eben diesen.
Ich meine dass Martin irgendwo mal geschrieben hat, dass er nie echte Kreditkarten im Internet nutzt. Immer nur digitale Karten von Revolut usw. @mrtn so war das doch?
Ja. Wegen genau den von TomHW beschriebenen Erfahrungen, die ich ca. 2017 auch schon gemacht hatte. Daher immer Karten nutzen, die man steuern kann (Online-Zahlungen deaktivieren) wie bei Revolut.
Denn...
Also eine bestätigte Sperre kann oder kann nicht funktionieren und als Ergebnis darf ich dann als Kunde 64 PDF-Formulare einzeln ausfüllen und einsenden. Der Gesamtschaden beläuft sich auf gut 1.300 €.
... das hatte ich auch bei der Lufthansa Miles and More Kreditkarte erlebt. Angeblich gesperrt. Aber eben dann doch nicht.
Bei Revolut hatte ich das mehrfach getestet und hier stimmt es wirklich. Gesperrt ist gesperrt. Und das mit einem Fingertipp.
Bei Revolut hatte ich das mehrfach getestet und hier stimmt es wirklich. Gesperrt ist gesperrt. Und das mit einem Fingertipp.
Tja, da war ich wohl zu blauäugig und habe mich auf die Sperre in der App verlassen. Dort kann man sogar differenziert freigeben (Internet, vor Ort, Weltweit, Europa, Deutschland). Aber das scheint im Ernstfall nicht zu funktionieren. Deren Software und das o.g. Geschwafel bzgl. Händlerverknüpfung machen keinen guten Eindruck. Ich werde überlegen wie es bzgl. Kreditkarten weiter geht.
Heute kam eine Mail von Solaris:
wir haben eine Rückbuchung in Höhe von 949,96 EUR (für 14 Transaktionen) eingereicht. Sie werden innerhalb der nächsten 5 Geschäftstage eine vorläufige (temporäre) Rückerstattung erhalten. Der Händler hat bis zum 21.02.2025 Zeit, gegen die Rückbuchung Einspruch einzulegen.
Zusätzlich haben wir einen internen Erstattungsprozess für 50 Transaktionen in Höhe von 366,34 EUR gestartet. Dieser Betrag wird innerhalb der nächsten 2 Geschäftstage auf Ihrem Konto verfügbar sein.
Einen Teil des Geldes werde ich wohl demnächst erhalten und beim Rest könnte der Händler noch Ärger bereiten. Ich werde berichten. Warum das aufgeteilt wurde ist für mich nicht nachvollziehbar. Sämtliche Buchungen liefen über FACEBK teils in € und teils in GBP, die Summen kann ich darüber aber nicht rekonstruieren.
Tja, da war ich wohl zu blauäugig und habe mich auf die Sperre in der App verlassen. Dort kann man sogar differenziert freigeben (Internet, vor Ort, Weltweit, Europa, Deutschland). Aber das scheint im Ernstfall nicht zu funktionieren.
Ich hatte diese Karte vor vielen Jahren auch und kann mich auch daran erinner, dass man das dezidiert einstellen konnte. Allerdings wusste ich da schon von einem damaligen Kollegen, dass diese Sperren nicht zuverlässig greifen. Das liegt m.E. daran, dass diese Karte "offline-fähig" ist und dann darüber gebucht wird.
Daher empfehle ich für alle Online-Zahlungen Revolut. Aktuell gibt es sogar eine Aktion, die ich gleich in einem extra Thread unterbringe.
Das liegt m.E. daran, dass diese Karte "offline-fähig" ist und dann darüber gebucht wird.
Ja, ein befreundeter Polizist hat mir gesagt, dass die Karten geklont werden anhand der im Internet hinterlassenen Zahlungsdaten. Die Abbuchungen laufen dann über das ELV-Verfahren per Unterschrift, die niemand wirklich prüfen kann. Sperren kann das angeblich nur die Polizei über den Kuno-Sperrdienst (obwohl dort im Web steht, dass die nur Girokarten sperren).
Aber nun zum Erfreulichen: Seit gestern ist der Gesamtbetrag auf meinem Kartenkonto zurückgebucht. Jetzt könnte höchstens der Händler noch Ärger bereiten aber da bleibe ich jetzt optimistisch. Die App von Solaris und auch der Web-Zugang bieten keine Download-Möglichkeit der Transaktionen. Die Monatsabrechnung kommt per PDF. Glücklicherweise bietet meine Finanzsoftware (Starmoney) die Möglichkeit, die Transaktionen (per Screenscraping) herunterzuladen und dann an eine Tabellenkalkulation zu exportieren. Ohne dieses Hilfsmittel wäre es schwierig geworden, die Übersicht zu behalten. Statt 64 Reklamationsformulare auszufüllen und zu unterschreiben, habe ich mir ein Programm geschrieben, das aus den Daten der Tabellenkalkulation die Reklamationsformulare (PDF) generiert und die Unterschrift per Wasserzeichen einfügt. Das wurde anstandslos akzeptiert 😎 . Der Zeitaufwand war sicher der gleiche, meine Motivation aber ungleich höher 😜 .
Ja, ein befreundeter Polizist hat mir gesagt, dass die Karten geklont werden anhand der im Internet hinterlassenen Zahlungsdaten. Die Abbuchungen laufen dann über das ELV-Verfahren per Unterschrift, die niemand wirklich prüfen kann. Sperren kann das angeblich nur die Polizei über den Kuno-Sperrdienst (obwohl dort im Web steht, dass die nur Girokarten sperren).
Das ist genau was ich meinte. Die werden über die Offline-Fähigkeit belastet. Das kann bei Revolut nicht passieren. 1. Sind die nicht offlinefähig und 2. kannst Du sogar weiterem Missbrauch vorbeugen, indem Du die Magnetstreifenzahlungen ausschaltest (verhindert Kartenklonen mit Lesegerät).
Noch besser ist es, deren virtuelle "Einmalkarten" zu nutzen. Dann bist Du ganz auf der sicheren Seite.
Offensichtlich war das bei mir kein Einzelfall: https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/adac-kreditkarten-werden-wohl-noch-laenger-aerger-machen,UgdyaM7
Ich bin gespannt, wie der ADAC aus der Nummer wieder heraus kommt.


