Ich glaube, das meint keiner.
Das sehe ich ausdrücklich nicht so. Es geht nicht nur um das Gas, es geht um die Erhöhung von Transferleistungen! Und auch die Empfängerbasis wurde gerade massiv ausgeweitet.
Damit tappt die Regierung in genau die Falle, in der man bei einer Inflation nicht tappen sollte. Sie giesst selbst Öl ins Feuer.
Wie immer gilt: ICH WILL NICHT RECHT HABEN!!
Aber leider kann ich euch fast zu 80% sicher schon sagen, nächstes Jahr landen wir bei 10-15% Jahresgesamtinflation.
Meine aktuell neue 11. Klasse im Fachabitur spricht übrigens nicht dafür, dass diesem sobald begegnet werden könnte. Das wird zusammen mit dem Ausscheiden der Boomer eine absolute Vollkatastrophe in den kommenden Jahren.
Das bestätigt unseren Eindruck leider. "Idiocracy" ist ja nur eine Art humorvolle Bezeichnung für die Folgen davon.
Die aktuelle Inflation ist eher ein Angebots- und Nachfrageproblem aufgrund der von dir beschriebenen Probleme. Davor war es den Notenbanken relativ egal, wie weit man die Geldmenge ausgedehnt und somit eine massive Asset Inflation in Kauf genommen hat. Generell habe ich immer noch meine Bedenken bzgl. der laut Lehrbuchmeinung angenommenen Kausalkette von Leitzinsen und Inflation. So direkt, wie das gerne dargestellt wird, hängt es meiner Meinung nach nicht zusammen.
Das Inflationsniveau wird sich aber vermutlich stabilisieren innerhalb der nächsten 6-12 Monate.
Ausgelöst wurde die Inflation sehr wahrscheinlich durch das Problem der zerstörten Lieferketten. Die massive Ausweitung der Geldmenge führte bis dato aber auch zu einer Inflation wie wir sie vorher kaum kannten, das wird oft vergessen. Die Assetinflation.
Nun sind sich Wissenschaftler nicht einig was im Detail die Gründe dafür sind, dass diese Inflation nicht "die Strasse" betraf. Ein Aspekt ist die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes, die immer weiter sank. Das ganze billige Geld floss eben nur in Bilanzen und in die Assets rein.
Spätestens ab Ende 2021 zog aber merklich die "Strasseninflation" an. Und mehr Geld in Form von Transferleistungen und höheren Löhnen wird diese nun definitiv weiter anheizen, da es auf der Angebotsseite Probleme gibt. Das Geld wird diese nicht lösen KÖNNEN.
Und die Party beginnt...
Nun sind sich Wissenschaftler nicht einig was im Detail die Gründe dafür sind, dass diese Inflation nicht "die Strasse" betraf.
Das finde ich immer das "Schöne" an Wirtschaftswissenschaftlern: einig sind die sich nie. Problem ist halt, dass viele ihrer Theorien leider nur unter Modellannahmen funktionieren. Im echten Leben gibt es aber keine Modellannahmen, sondern hunderte oder tausenden Einflussfaktoren.
Spätestens ab Ende 2021 zog aber merklich die "Strasseninflation" an
Macht Sinn. Corona-Schock im März 2020, sämtliche Lieferketten erstmal runtergefahren, die Welt geht unter (03/2020). Dummerweise fährt man Lieferketten nicht einfach hoch wie einen PC. Dazu kommt dann noch, dass viele Leute aufgrund der Pandemie Geld gespart haben (keinen Urlaub oder Urlaub in DE, keine Kosten fürs Pendeln etc., zu Hause essen statt im Restaurant). Also trifft ein knapperes Angebot auf eine erhöhte Nachfrage plus genügend Geld. Für mich relativ gut erklärbar, auch wenn ich dabei vermutlich noch einige Aspekte vergessen habe.
@weip321 Es gibt möglicherweise nur eine Lösung und das ist die massive Ausweitung der Angebotsseite. Das würde viel mehr bringen als die Zinsen zu erhöhen oder Bonds aufzukaufen (siehe UK).
Aber dazu sind wir leider zu sehr mit Krieg beschäftigt.
Lasst mich einmal kurz Ketzer sein:
Wenn man sich mit Russland einigen kann und alle wieder Freunde werden haben wir eine riesige Chance dass die Welt in wenigen Monaten einen Zustand erreicht, der besser ist als jemals zuvor.
Bitte kurz durchdenken, was das für die Wirtschaft bedeuten würde.
Jetzt wieder aufhören zu denken, denn es wird selbstverständlich nicht passieren.
Eine zweite Variante im US-Interesse kann sein: Russland und Iran brechen zusammen, die Märkte werden geöffnet und zu US-Absatzmärkten. Das ist die klassische US-Denke und auch die wird für sehr viel Wohlstand sorgen.
Ist nur die Frage ob das passiert - ohne einen Atomkrieg.
Das ist die klassische US-Denke und auch die wird für sehr viel Wohlstand sorgen.
Das Lustige dabei: die US-Strategen denken nicht weiter und denken, dass die Bevölkerung in den Ländern ihnen als Erlöser zujubelt. Könnte massiv nach hinten losgehen diese Fehleinschätzung. Nicht jeder ist so doof wie der deutsche Michel und rennt der gutaussehenden Karotte so lange hinterher. Gut, Deutschland war eh noch ein Sonderfall: man brauchte ein schönes Schaufenster für die andere (Ostblock) Seite um zu zeigen, wie toll doch der Kapitalismus ist. Diesen Sonderfall benötigt es seit 1989 nicht mehr. Ergo braucht man auch den Vasallen nicht mehr.
Ein Euro kostet Stand heute 1,0794 USD, bzw. man bekommt 0,9264 EUR für einen Dollar.
@ikigaimondai Privat finde ich das jetzt nicht ganz unerfreulich 😊
Welche geopolitische Realität damit aktuell abgebildet wird ist nicht ganz klar. Gut für die EU ist aktuell, dass viele Lieferkettenprobleme sich derzeit etwas entspannen und die Inflation schwächer wird.
Davon profitieren wird ja alle, insofern etwas zum freuen - auf einem langen Weg.


