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Quellenangabe Elon Musk Gastartikel, AfD, Deutschland

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Dieser Thread ist der Quellenthread zu Videos, die ich über die AfD machen werde. Die Wahlen stehen an und es wird Zeit sich mit den Inhalten der AfD zu beschäftigen. Nicht ideologisch verbohrt wie andere es tun, sondern mit Verstand und Fakten.

Aktuell haben wir das Thema Gastartikel von Elon Musk in der Welt am Sonntag. Links-Grün geifert und schreit rum, bekommt Schnappatmung. Aber was sagt der Gastartikel denn überhaupt aus? Vermutlich haben den genauso wenig Leute gelesen wie das AfD-Wahlprogramm 😉 

 

Der Inhalt des Gastartikels bei der WELT am Sonntag von Elon Musk:

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Deutschland steht an einem kritischen Punktseine Zukunft taumelt am Rande des wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenbruchs. Als jemand, der bedeutende Investitionen in die deutsche Industrie- und Technologielandschaft getätigt hat, glaube ich, dass ich das Recht dazu habe, offen über seine politische Ausrichtung zu sprechen. Die Alternative für Deutschland (AfD) ist der letzte Funke Hoffnung für dieses Land. Hier sind die Gründe.

Wirtschaftliche Wiederbelebung: Die deutsche Wirtschaft, einst der Motor Europas, versinkt heute in Bürokratie und erdrückenden Vorschriften. Die AfD hat verstanden, dass wirtschaftliche Freiheit nicht nur wünschenswert, sondern notwendig ist. Ihr Ansatz zum Abbau staatlicher Überregulierung, zur Steuersenkung und zur Deregulierung des Marktes spiegelt die Prinzipien wider, die Tesla und SpaceX erfolgreich gemacht haben. Wenn Deutschland seine industrielle Stärke zurückgewinnen will, braucht es eine Partei, die nicht nur über Wachstum redet, sondern auch politische Maßnahmen ergreift, um ein Umfeld zu schaffen, in dem Unternehmen ohne starke staatliche Eingriffe gedeihen können.

Zuwanderung und nationale Identität: Deutschland hat seine Grenzen für eine sehr große Zahl an Migranten geöffnet. Dies geschah zwar in humanitärer Absicht, führte jedoch zu bedeutenden kulturellen und sozialen Spannungen. Die AfD setzt sich für eine kontrollierte Einwanderungspolitik ein, die der Integration und dem Erhalt der deutschen Kultur und der Sicherheit Vorrang einräumt. Dabei geht es nicht um Fremdenfeindlichkeit, sondern darum, dass Deutschland seine Identität nicht im Streben nach Globalisierung verliert. Eine Nation muss ihre Grundwerte und ihr kulturelles Erbe bewahren, um stark und geeint zu bleiben.

Energie und Unabhängigkeit: Die von der derzeitigen Koalition betriebene Energiepolitik ist nicht nur wirtschaftlich kostenintensiv, sondern auch geopolitisch naiv. Die Entscheidung Deutschlands, aus der Kernenergie auszusteigen und stattdessen ohne die für die Stabilität der Stromversorgung erforderlichen Batteriespeicher im Netz in hohem Maße auf Kohle und importiertes Gas sowie auf unbeständigen Wind- und Solarstrom zu setzen, hat das Land, vor allem im Hinblick auf Unterbrechungen der Stromversorgung, anfällig gemacht.

Die AfD vertritt in der Energiefrage einen pragmatischen Ansatz und setzt sich für ein ausgewogenes Vorgehen ein. Ich hoffe, dass sie den Ausbau der sicheren Kernenergie kombiniert mit Batteriespeichern zur Abfederung großer Schwankungen im Stromverbrauch in Erwägung zieht, denn das ist die offensichtliche Lösung.

Politischer Realismus: Die traditionellen Parteien haben in Deutschland versagt. Ihre Politik hat zu wirtschaftlicher Stagnation, sozialen Unruhen und einer Aushöhlung der nationalen Identität geführt. Die AfD, auch wenn sie als rechtsextrem bezeichnet wird, vertritt einen politischen Realismus, der bei vielen Deutschen, die das Gefühl haben, dass ihre Anliegen vom Establishment ignoriert werden, Anklang findet. Sie spricht die aktuellen Probleme an – ohne die politische Korrektheit, die oft die Wahrheit verdeckt. Die Darstellung der AfD als rechtsextrem ist eindeutig falsch, wenn man bedenkt, dass Alice Weidel, die Vorsitzende der Partei, eine gleichgeschlechtliche Partnerin aus Sri Lanka hat! Klingt das für Sie nach Hitler? Ich bitte Sie!

Innovation und Zukunft: Ich habe Unternehmen nach dem Grundsatz aufgebaut, dass Innovation die Befreiung von unnötigen Zwängen erfordert. Die Vision der AfD steht im Einklang mit diesem Ethos. Sie setzt sich für Bildungsreformen ein, die kritisches Denken anstelle von Indoktrination fördern, und unterstützt die Technologiebranchen, die die Zukunft der globalen wirtschaftlichen Führerschaft darstellen.

Denjenigen, die die AfD als extremistisch verurteilen, sage ich: Lassen Sie sich von dem ihr angehefteten Label nicht beirren. Schauen Sie sich ihre Politik, Wirtschaftspläne und Bemühungen um den Erhalt der Kultur an. Deutschland braucht eine Partei, die sich nicht scheut, den Status quo infrage zu stellen, die nicht in der Politik der Vergangenheit verhaftet ist.

Die AfD kann Deutschland davor bewahren, ein Schatten seines früheren Selbst zu werden. Sie kann das Land in eine Zukunft führen, in der wirtschaftlicher Wohlstand, kulturelle Integrität und technologische Innovation nicht nur Wunschvorstellungen, sondern Realität sind. Deutschland hat es sich in der Mittelmäßigkeit zu bequem gemacht – es ist Zeit für mutige Veränderungen, und die AfD ist die einzige Partei, die diesen Weg eröffnet.

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Schauen wir uns nun noch das AfD Programm an. Alle sprechen darüber, aber wer hat es wirklich gelesen?

Das neue AfD-Programm zusammen gefasst:

Die AfD will Deutschland umkrempeln - Das steht wirklich im Wahlprogramm 2025 85 Seiten, drei große Themenbereiche und jede Menge Zündstoff:
 
Das neue Wahlprogramm der AfD für die Bundestagswahl 2025 hat es in sich und man sollte es inhaltlich kennen und selbst gelesen haben.
 
Denn nur wer die Fakten kennt, kann sich eine fundierte Meinung bilden.
 
Was ich gefunden habe? Eine Mischung aus radikalen Systemänderungen und überraschend pragmatischen Lösungsvorschlägen für aktuelle Probleme.
 
Lasst uns gemeinsam einen Blick auf die wichtigsten Punkte werfen. Ich habe zahlreiche Original-Zitate eingebaut, damit ihr sich selbst ein Bild machen könnt.
 
Wirtschaft und Energie: Radikaler Kurswechsel gefordert Das Programm diagnostiziert eine tiefgreifende Krise des Wirtschaftsstandorts Deutschland: "Deutschland ist als Wirtschaftsstandort unattraktiv geworden" und "die gegenwärtige Situation ist von einem wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Niedergang geprägt." Als Hauptursachen werden genannt: - Die Energiewende und damit verbundene hohe Kosten - Überbordende Bürokratie - Zu hohe Steuerlast - Mangelnde Technologieoffenheit Die vorgeschlagenen Lösungen sind weitreichend: "Den Zugang zu sicherer und bezahlbarer Energie wiederherstellen durch: - Verlängerung der Laufzeiten der Kohlekraftwerke - Wiedereinstieg in die Nutzung der Kernenergie - Reparatur und Wiederinbetriebnahme der Nord Stream-Pipelines"
 
Sozial- und Familienpolitik: Zwischen Tradition und Innovation Bemerkenswert differenziert fällt das Konzept zur Familienpolitik aus. Die Partei erkennt die Vielfalt moderner Lebensformen an: "Die AfD unterstützt ausdrücklich auch alle, die nicht das Glück haben, in einer lebenslangen, tragfähigen Beziehung zu leben [...] Das gilt insbesondere für alleinerziehende Mütter und Väter sowie deren Kinder, für Stieffamilien sowie Pflege- und Adoptivfamilien." Konkrete Vorschläge umfassen: - Ein Betreuungsgehalt für Eltern bis zum 3. Lebensjahr des Kindes - Einführung eines Familiensplittings im Steuerrecht - Eine "Willkommensprämie" von 20.000€ für Neugeborene
 
Migration und Integration: Klare Kante mit Augenmaß Die Migrationspolitik gehört zu den kontroversesten Teilen des Programms. Die Partei fordert eine "deutliche Kehrtwende", bleibt aber differenzierter als oft dargestellt: "Wir begrüßen die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte, die zum Erfolg unseres Landes beitragen können." Für die legale Zuwanderung schlägt die AfD ein Punktesystem vor mit "klaren Auswahlkriterien, wie z.B. Berufserfahrung, bereits bestehende Arbeitsverhältnisse bzw. vorhandene -verträge, ausreichende Sprachkenntnisse."
 
Bildung: Zurück zur Leistung Im Bildungsbereich setzt die Partei auf eine Rückkehr zu bewährten Konzepten. Das Programm konstatiert: "Während seit Jahrzehnten die Zahl der Abiturienten immer weiter steigt und die Noten auf dem Papier immer besser werden, fehlen den Auszubildenden und Studienanfängern jedoch mittlerweile grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten." Vorgeschlagen werden: - Rückkehr zum dreigliedrigen Schulsystem - Stärkung der beruflichen Bildung - Wiedereinführung der Diplom- und Magisterstudiengänge
 
 
Fazit: Das Programm der AfD zeigt sich vielschichtiger als häufig wahrgenommen. Neben radikalen Forderungen wie dem Euro-Austritt finden sich auch pragmatische Ansätze zur Lösung aktueller Probleme. Dabei werden reale Probleme adressiert. Die Partei versucht Risiken durch detaillierte Übergangsszenarien zu minimieren. So soll etwa der vorgeschlagene EU-Umbau "im Konsens" erfolgen, und beim Euro-Ausstieg wird betont: "Uns ist klar, dass ein harter Bruch kontraproduktiv wäre." Eine sachliche Auseinandersetzung mit den Inhalten erscheint jedoch wichtig für eine fundierte demokratische Debatte.
 
 
 
Zum ganzen Programm:
 

 

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Interessante Aussagen habe ich auch bei Frauke Petry gefunden. (ehemalige deutsche Politikerin (parteilos, vormals AfD, Die blaue Partei). Die Chemikerin war auch als Unternehmerin tätig, bevor sie als Parteisprecherin der AfD von April 2013 bis zum 25. September 2017 öffentliche Bekanntheit erlangte.)

Ihre Antwort auf den Elon Musk Gastartikel bei der WELT am Sonntag:

 

Eine Antwort an Elon Musk: Elon Musk hat eine Wahlempfehlung für die AfD abgegeben und das gegenüber der Zeitung Welt begründet. Elon Musk konstatiert zu Recht, dass Deutschland sich an einem kritischen Punkt und am Rande des wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenbruchs befinde. Konkret merkt er an, dass die deutsche Wirtschaft in Bürokratie und Vorschriften versinke, dass das Land seine Grenzen zwar aus humanitärer Absicht geöffnet habe, dies aber zu kulturellen und sozialen Spannungen führe. Weiterhin betreibe die derzeitige Koalition (und ich ergänze: auch die vorangegangenen Koalitionen unter Agela Merkel) eine wirtschaftlich kostenintensive und geopolitisch naive Energiepolitik. Die AfD wolle all dies politisch anders lösen. Dies gehe aus dem Programm der AfD hervor, so Musk. Das ist zunächst weitgehend richtig.

Es spielt aber für die Frage der berechtigten Erwartungen praktisch keine Rolle. Programme sind Werbeprospekte, im Falle der AfD noch dazu ganz wesentlich aus dem Jahre 2016 stammend. Entscheidender für die Einschätzung tatsächlich zu erwartender Politik ist etwas anderes, nämlich das zur Verfügung stehende Personal. Nehmen wir beispielsweise Gerhard Schröder. Als Kanzler und Sozialdemokrat hat er mit der Agenda 2010 Sozialreformen durchgesetzt, die in keinem seiner SPD-Programme standen. Ohne ihn hätte Angela Merkel weit weniger Substanz vorgefunden, die es ihr letztlich erlaubten, 16 lange Jahre das Land in praktisch allen wichtigen Fragen kaputtzuverwalten. Aber auch ihre wichtigsten Entscheidungen standen in keinem Wahlprogramm der Union. Weder der Ausstieg aus der Kernkraft war dort im Jahr 2011 vorgesehen, noch eine Grenzöffnung für große Zahlen minderqualifizierter und sozio-kulturell nicht integrierbarer muslimischer Männer war angekündigt, letzteres von ihr sogar 2005 noch gegenteilig kommuniziert. Die Übernahme sozialistischer Gesellschaftsentwürfe war ebenso wenig vorgesehen.

Schauen wir auf das aktuelle Wahlprogramm der Union. Dort finden wir Deregulierung und eine Kehrtwende in der Migrationspolitik, wie sie noch vor Monaten kaum jemand erwartet hätte. Hört man Christian Lindner heute zu, muss man annehmen, er habe aus drei Ampel-Jahren die notwendigen Konsequenzen gezogen und sei nun entschlossener denn je, den lähmenden Apparat zu entschlacken und auch bei der Asylpolitik andere Wege zu beschreiten. Warum also empfiehlt Elon Musk nicht die Wahl von Union oder FDP? Ganz einfach: Weil er nicht dumm ist. Natürlich ist von Lindner spätestens nach den Ampel-Jahren keine Kehrtwende zu erwarten. Natürlich ist Merz und Linnemann nicht zuzutrauen, dass sie den lähmenden Apparat der Union auf neue Spur bringen, nachdem sie es viel zu lange versäumt haben, die Merkel-Vertrauten von ihren parteiinternen Machtposten zu vertreiben. Es ist seit jeher immer das Personal und nicht das Programm, was den entscheidenden Ausschlag gibt. Im Fall von Union und FDP versteht das auch fast jeder. Was für ökonomische Gesetzmäßigkeiten im Markt gilt, gilt auch für menschliches Handeln in der Logik von Parteiapparaten und damit auch für die AfD. Das Personal entscheidet, nicht das Programm, Elon! Um eine weitere Analogie aus der Wirtschaft zu bemühen: Kein Unternehmensinhaber würde Personal nur nach Aktenlage der Bewerbungsmappe einstellen. Das persönliche Vorstellungsgespräch ist unerlässlich. Hier ist es noch etwas komplizierter, denn das Personal ist in eine Struktur eingebettet. Wer sich das Trump-Team von 2016 ansieht und mit dem Trump-Team von 2024 vergleicht, erkennt sofort augenfällige Unterschiede. J.D. Vance statt Mike Pence. Hier eine starke Persönlichkeit, dort ein schwacher Nebendarsteller. Elon Musk statt Stephen Bannon. Damals ein nationalistischer Vertreter der Neuen Rechten, heute ein libertärer Unternehmer. Deutschland ist zudem, anders als die Vereinigten Staaten, keine Präsidialdemokratie, sondern eine föderale parlamentarische Demokratie, in der Regierungskoalitionen die Regel, absolute Mehrheiten einer Partei die große Ausnahme sind. Daher erfordern diese Systeme andere Modelle zur Veränderung des status quo. Dazu zählt in Deutschland vor allem der Machtfaktor Partei. In Deutschland ist die Partei viel stärker in ihrer Stellung als in den USA.

Eine Kanzlerin Weidel könnte also nicht ohne Rücksicht auf ihre Partei durchregieren, sie wäre auch schon verfassungsmäßig weit entfernt von der starken Stellung eines US-Präsidenten. Stattdessen müsste sie Rücksicht nehmen auf die dezidiert antikapitalistischen und tribalistischen Strömungen in ihrer eigenen Partei. Ein weiterer Unterscheidungspunkt betrifft das Team: Weidel hat kein Team, weder innerhalb der AfD noch außerhalb. Dieser Zustand wird angesichts der aktuellen Problemlage nicht dadurch besser, dass die Kanzlerkandidaten der anderen Parteien auch keine überzeugenden Köpfe an ihrer Seite vorweisen können. Wer Wahlempfehlungen nach Programmen ausspricht, versteht nichts von Politik. Das ist nicht schlimm, weil Elon Musk viele andere Dinge kann, die man bewundern muss. Zu Angela Merkel hätte man lieber die Merkel-Chronistin Gertrud Höhler befragen sollen als das Wahlprogramm der Union, zu Christian Lindner seinen einstigen Ziehvater Gerhard Papke.

Zur AfD und Alice Weidel sollte man Menschen befragen, die sie persönlich kennen, anstatt Jahre alte Parteiprogramme zu Rate zu ziehen. Weil Elon Musk wörtlich von „politischem Realismus“ spricht, erlaube ich mir einen Hinweis auf die Vergangenheit. Im April 2017 stellte ich einen Antrag, der eine strategische Hinwendung der AfD zu einer realpolitischen Strategie und eine Abwendung von der schon damals fundamentaloppositionellen Strategie bewirken sollte. Der Antrag wurde damals durch Nichtbefassung deutlich abgelehnt. Die meisten seiner damaligen Unterstützer sind inzwischen aus der AfD ausgetreten. Es gibt diese realpolitische Strömung in der Partei praktisch nicht und auch Weidel hat diese abgelehnt. Ihre Hinwendung zum Höcke-Parteiflügel begann zum selben Zeitpunkt im April 2017, als sie, ungeachtet eines damals laufenden Ausschlussverfahrens gegen Björn Höcke, folgendes sagte: „Klar werde ich mit Björn Höcke Wahlkampf machen. Höcke und ich sind zwei Teile einer Partei.“ Diese Äußerung und ihre Annäherung an Höckes national-sozialistische Positionen stehen in einer inhaltlichen Kontinuität bis heute. Erst 2022 äußerte sie in Erwartung der neuen Wagenknecht-Partei nicht etwa Kritik am seit langem völlig ausgeuferten deutschen Sozialstaat, sondern „Wir als AfD müssen unser sozialpolitisches Profil weiter schärfen, gerade in dem Bereich starke Köpfe einsetzen und prominent machen.“ Wie sehr solche Worte auf Höckes Zustimmung stoßen, konnte man anlässlich ihrer Nominierung zur Spitzenkandidatin vor wenigen Wochen erfahren, als er dazu äußerte, dass er und Weidel seit 2017 viele Gespräche geführt und gemeinsame Standpunkte entdeckt hätten. Sie spiele nun die „erste Geige“, wichtig sei nun die gemeinsame Partitur. Höcke ist zwar kein Musiker, aber die Kenntnis über die Rollenverteilung in einem Orchester sollte man ihm schon zutrauen. Lohnend ist auch ein Blick in andere Länder Europas, zu denen insbesondere Elon Musk gute persönliche Beziehungen unterhält.

In Europa nämlich ist die AfD unter den sognannten „rechten Parteien“ isoliert. Das hat Ursachen, die darin begründet sind, dass man die AfD nicht nur personell, sondern auch ideologisch viel besser versteht, als die meisten ihrer Kritiker hierzulande. Die deutsche Rechte krankt seit Jahrzehnten an demselben Problem. Jede konservative Kraft muss ihr Verhältnis zur Geschichte des eigenen Landes klären, weil Konservatismus in der Regel einhergeht mit einem positiven Bezug zur eigenen Geschichte und Herkunft. Das führt in jedem Land zu Problemen, weil alte, aus der Zeit gefallene politische Konflikte in die Gegenwart getragen werden. Der Narrensaum der politischen Rechten hat in jedem Land seine eigenen Probleme, aber in Deutschland ist es nicht der Faschismus, sondern der „nationale Sozialismus“, der sich in Randbereichen bemerkbar macht.

Dieser Unterschied ist wichtig, weil der Nationalsozialismus, im Gegensatz zum Faschismus, ein eigenes geschlossenes Ideengebäude darstellt. Die Zahl seiner Anhänger ist auch in Deutschland marginal, aber anders als in anderen europäischen Ländern, fällt die Distanzierung von diesen „Woken von rechts“ besonders schwer. Maximilian Krah hat beredtes Zeugnis davon im Europawahlkampf als Spitzenkandidat der AfD hiervon abgelegt. Den Europäischen Parteien von Orbans Fidesz, Melonis Fratelli d’Italia, Le Pens Rassemblement national oder Wilders PVV war das nun zu viel. „Melonisierung“ gilt andersherum in der AfD als Beschimpfung für eine zu weich gespülte Politik. Le Pen, Orban, sie alle gelten in AfD-Kreisen als keine Partner. Die Ablehnung gilt wechselseitig. Oder um es mit Krah zu sagen: „Zum einen habe die AfD im Gegensatz zu allen anderen Rechtsparteien in Europa ihre Stabilisierung und ihren Ausgriff auf über zwanzig Prozent der Wähler nicht durch eine Bewegung in Richtung liberalkonservativer Mitte erreicht. Vielmehr sei sie so erfolgreich aufgrund der unausgesetzt gesendeten Botschaft, es handele sich bei ihr tatsächlich um eine grundsätzliche Alternative.“ Nun frage man besser nicht, was die AfD denn ist, wenn nicht liberal oder konservativ und wie sich diese „grundsätzliche Alternative“ denn eigentlich definiert. Oder vielleicht doch! Vielleicht ist es an der Zeit, dass diese Frage endlich gestellt wird.

Fakt ist: Die AfD will den wuchernden Staatsapparat nicht nach Javier Mileis Vorbild entschlacken, sie will ihn lediglich mit eigenem Personal besetzen. Erhalten bliebe uns der Tribalismus, also die Einteilung von Individuen in Kollektive und ethnische Schubladen. Erhalten bliebe uns auch das eifrig eingeübte Freund-Feind-Schema; bloß mit anderen Vorzeichen. Erhalten bliebe uns auch die Unfähigkeit des Personals. Es gibt zur Zeit in Deutschland keine Partei, die erkannt hat, welche drastischen Veränderungen in Deutschland notwendig sind, um die inzwischen eingetretenen Probleme zu lösen. Und es gibt keine Partei, die das dafür notwendige Personal zusammenbringen kann.

 

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Zum Schluss möchte ich euch noch einen Film ans Herz legen, den Film des Libanesen Imad Karim, "Dekadenz - Jubelnd in den Untergang"

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Dieses Thema wurde geändert Vor 1 Jahr 2 mal von Blackwater

   
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Ergänzend, weil es immer wieder falsch angeführt wird (Geschichtsunterricht war für viele bekanntlich langweilig und man hat gepennt):

Nazis sind Linke: „Der Feind steht rechts, unsere Fahne ist rot und wir sind Sozialisten“  

Klarstellung einer Geschichtslüge: Der National-Sozialismus war eine linke Ideologie und die Hitler-Faschisten waren Linke. Es gibt hunderte Zitate, die teilweise als original Audioaufnahmen vorhanden sind und glasklar belegen, dass die NSDAP eine Linkspartei war - dementsprechend sind die „Nazis“ links!  

Adolf Hitler: „Wir sind Sozialisten, wir sind Gegner des heutigen kapitalistischen Wirtschaftssystems (...) und wir sind alle dazu entschlossen, dieses System unter allen Umständen zu zerstören.“ Hierzu Hitlers Rede an die Arbeiter vom 10. Nov. 1933

 

Joseph Goebbels, 1931 in „der Angriff": „Der Idee der NSDAP entsprechend sind wir die deutsche Linke... Nichts ist uns verhasster als der rechts-stehende nationale Besitzbürger Block."  

Adolf Hitler in seiner Rede zum 1. Mai 1927 zitiert von Toland 1976, S. 306: «Wir sind Sozialisten, wir sind Feinde der heutigen kapitalistischen Wirtschafts-Ordnung für die Ausbeutung der wirtschaftlich Schwachen, mit seinen unlauteren Gehälter, mit seinen Auswertung eines Menschen nach Reichtum und Besitz, anstatt Verantwortung und Leistung und wir alle sind entschlossen, dieses System unter allen Bedingungen zu zerstören.“  

Adolf Hitler in seiner Rede zum 1. Mai 1934: „Der Hammer wird wieder zum Symbol des deutschen Arbeiters und die Sichel zum Zeichen des deutschen Bauern werden."

Deutsche Reichs-Zeitung 15.06.1934: „Wenn man früher gesagt habe, der Feind steht links, so rufe heute die Deutsche Jugend ins Volk hinein, der Feind steht rechts.

Jener Teil von Reaktionären sei noch heute sehr groß, der all die Miesmacher und Nörgler umfasse, die aus dem Kreise des deutschen Bürgertums kommen."  Der Kampf der Nationalsozialisten gegen „rechts“ begann nicht erst nach der Machtübernahme 1933, sondern mind. zehn Jahre früher.

Das Sauerländische Volksblatt titelt am 12.10.1932 auf Seite 1: „Hitlers Unterführer schreiben: Der Feind steht rechts". Im Artikel wird der Ortsgruppenleiter von Jessen wie folgt zitiert: „Der Feind steht rechts, unsere Fahne ist rot und wir sind Sozialisten."  

Erika Steinbach, Präsidentin Bund der Vertriebenen: „Die Nazis waren eine linke Partei.”  

Arnulf Baring, Historiker & Politikwissenschaftler: „Die Nazis waren nicht rechts, die Nazis waren eine Linkspartei! Vor Gründung der NSDAP war Hitler in der SPD. Goebbels und Freisler sogar in der kommunistischen Partei Deutschlands „KPD“.  „Sozialistisch“ und „Arbeiter“ als Bestandteile des Parteinamens sind zudem Attribute einer linken Partei.  Die Mitglieder der Weißen Rose und des Widerstandes vom 20. Julis 1944 waren deutsche, rechte Patrioten.  „Sie müssen verstehen, dieser Krieg gilt nicht Hitler und dem Nationalsozialismus. Dieser Krieg wird wegen der Stärke des deutschen Volkes geführt, das ein für allemal zu Brei gemacht werden muß. Es spielt keine Rolle, ob die Deutschen sich in den Händen eines Hitler oder eines Jesuiten-Priesters befinden...* britischer Kriegspremier-Minister (Emrys Hughes, Winston Churchill - His Career in War and Peace, S. 145)  

US-Außenminister Baker in „Der Spiegel", 13, 1992: „Wir machten aus Hitler ein Monstrum, einen Teufel. Deshalb konnten wir nach dem Krieg auch nicht mehr davon abrücken, hatten wir doch die Massen gegen den Teufel persönlich mobilisiert. Also waren wir nach dem Krieg gezwungen, in diesem Teufelsszenario mitzuspielen. Wir hätten unmöglich unseren Menschen klarmachen können, daß der Krieg eigentlich nur eine wirtschaftliche Präventivmaßnahme war."  

FAZIT: Aufgrund einer famosen Geschichtslüge, die vom US-Außenminister James Baker III. 1992 bestätigt und offensichtlich vom „politisch medialen Komplex“ noch immer künstlich aufrecht erhalten wird, werden rechtskonservative Parteien, wie die AfD als Menschen- und Demokratiefeinde „geframt“ bzw. verleumdet. Die Wahrheit muss ans Licht und die Geschichtsbücher gehören endlich umgeschrieben



   
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Amila
(@amila)
Schach Profi Rose
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 320
 

Ich bin schon sehr auf die neuen Videos gespannt und auch was du zu diesem Thema sagen wirst. 😊 



   
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(@yasmeen90)
Internationaler Meister Rose
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 761
 

Das ist in deinem Video gut von dir erklärt und auch gut dass du sagst es bleibt ein Risiko übrig. Ich bin mir noch unsicher. Aber es stimmt, wenn es so weiter geht wie bisher wird Deutschland zerstört 😥 



   
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(@mrtn)
Super Großmeister Moderator Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 4751
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Bei dem Thema sind doch viele getriggert. Aber um es ganz offen zu sagen, das zeigt, die Propaganda wirkt. Denn konkrete und belegbare Punkte gegen die AfD insgesamt bzw. deren Wahlprogramm gibt es kaum welche. Zumindest nicht mehr als bei anderen Parteien.

Auch der Gastartikel von Elon Musk ist unspektakulär. Die Punkte kann jeder nachvollziehen und bestätigen, der in Deutschland lebt. Umso erstaunlicher sind die hysterischen Reaktionen des Establishments.



   
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