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Analysen Wahre Inflation in Deutschland

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Aliya
(@aliya)
Internationaler Meister Rose
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 561
Themenstarter  

Wie kann die "wahre" Inflation in Deutschland berechnet werden?

Die offiziellen Zahlen des Verbraucherpreisindex ("Warenkorbrechnung") und die Ausweitung der Goldmenge dienen zum Vergleich. DA KLICKEN

Die Geldentwertung hängt nicht von einem Warenkorb oder vom Ölpreis ab, sondern von einer übermäßigen Ausweitung des Geldumlaufs im Verhältnis zur Produktion, oder zur gesamten Wirtschaftsleistung eines Landes oder eines Währungsraumes. Steigt der Geldumlauf gleich schnell wie die Wirtschaftsleistung eines Landes, ist sozusagen alles im Lot und es herrscht theoretisch keine Geldentwertung, da allem neuen Geld auch neue Wirtschaftsgüter (Waren oder Dienstleistungen) gegenüberstehen. Steigt jedoch die umlaufende Geldmenge stärker als das Angebot an neuen Wirtschaftsgütern, verteilt sich mehr Geld auf die vorhandenen Waren und Dienstleistungen, deren Preise dann früher oder später steigen. Die EZB macht in ihrer Definition den Bock zum Gärtner: "Erhöhen sich die Güterpreise allgemein, und nicht nur die Preise einzelner Produkte, so spricht man von Inflation. Ist dies der Fall, so kann man für einen Euro weniger kaufen oder anders ausgedrückt: Ein Euro ist dann weniger wert als zuvor". Und weiter: "Die vorrangige Aufgabe der Europäischen Zentralbank (EZB) besteht in der Gewährleistung von Preisstabilität. Diese definiert die EZB als jährliche HVPI-Teuerungsrate von unter, aber nahe 2 % auf mittlere Sicht" (Quelle: Homepage der Europäischen Zentralbank).

Die EZB definiert Inflation demgemäß über deren Auswirkung, nicht über deren ursächlichen Grund. Dieser ist die übermäßige Ausweitung des Geldumlaufs, den sie primär selbst über ihre Zinspolitik zu verantworten hat.

 

 

Monat Geldmenge BIP Dtl. Wahre Inflation Verbraucherindex Goldmenge
07/2024 2,3% 0,3% 2,0% 2,0% 1,5%
06/2024 2,3% 0,3% 2,0% 2,6% 1,5%
05/2024 1,5% 0,3% 1,2% 2,5% 1,5%
04/2024 1,3% 0,3% 1,0% 2,4% 1,5%
03/2024 0,9% -0,8% 1,7% 2,3% 1,5%
02/2024 0,4% -0,8% 1,2% 2,7% 1,5%
01/2024 0,1% -0,8% 0,9% 3,1% 1,5%
2023 0,4% -0,3% 0,7% 6,0% 1,5%
2022 3,9% 1,8% 2,1% 8,7% 1,6%
2021 6,9% 2,9% 4,0% 3,2% 1,6%
2020 12,2% -4,6% 16,8% 3,2% 1,6%
2019 4,9% 1,1% 3,8% 1,4% 1,8%
2018 4,1% 1,3% 2,8% 1,9% 1,8%
2017 3,8% 2,2% 1,6% 1,7% 1,8%
2016 4,9% 1,9% 3,0% 0,4% 1,8%
2015 4,7% 1,7% 3,0% 0,1% 1,8%
2014 3,8% 1,9% 1,9% 0,8% 1,8%
2013 1,0% 0,4% 0,6% 1,6% 1,7%
2012 3,5% 0,7% 2,8% 2,1% 1,6%
2011 1,5% 3,3% -1,8% 2,5% 1,7%
2010 1,7% 3,7% -2,0% 1,2% 1,6%
2009 -0,3% -5,1% 4,8% 0,2% 1,6%
2008 7,6% 1,3% 6,3% 2,8% 1,5%
2007 11,5% 2,5% 9,0% 2,3% 1,6%
2006 9,9% 2,9% 7,0% 1,8% 1,7%
2005 7,3% 0,9% 6,4% 1,9% 1,7%
2004 6,6% 1,6% 5,0% 1,8% 1,7%
2003 6,9% -0,2% 7,1% 1,0% 1,8%
2002 6,8% 0,2% 6,6% 1,3% 1,8%
2001 8,1% 0,6% 7,5% 2,2% 1,9%
2000 4,1% 2,9% 1,2% 1,4% 1,9%

Für die Jahre seit 2000 ergeben sich hieraus folgende Mittelwerte:

 

dot *   Geldmengenwachstum M3: + 5,3 Prozent pro Jahr
*   Wirtschaftswachstum Deutschland:  + 1,3 Prozent pro Jahr
*   Wahre Inflation: + 4,0 Prozent pro Jahr
 
*   Verbraucherpreisindex: + 1,5 Prozent pro Jahr
*   Goldmengenwachstum: + 1,7 Prozent pro Jahr

 

Wahre Inflation = Geldmengenwachstum abzüglich Wirtschaftswachstum

Beispiele: Steigt die Geldmenge um fünf Prozent, und wächst gleichzeitig die Wirtschaft um fünf Prozent, so ergibt unsere Gleichung

Wahre Inflation = 5 % - 5 % = 0 %

Zweites Beispiel: Die Geldmenge steigt nun übermäßig um sechs Prozent, während die Wirtschaft nur um einen Prozentpunkt steigt:

Wahre Inflation = 6 % - 1 % = 5 %

Die vereinfachte Gleichung, die z. B. die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes nicht berücksichtigt, stellt also den beschriebenen Zusammenhang im Kern korrekt dar. Die gefundene Gleichung geht auf die Quantitätstheorie des schottischen Philosophen und Ökonomen David Hume (1711 - 1776) zurück. Die Inflation ist also direkt abhängig von der Ausweitung der Geldmenge. Dieser Zusammenhang wurde auch empirisch (d. h. basierend auf vorliegenden realen Daten) in verschiedenen Studien zweifelsfrei belegt.

 

Studien:

Studie der Federal Reserve Bank of Minneapolis aus dem Jahr 1995 (110 Staaten wurden für die Jahre 1960 - 1990 untersucht)

UBS Research: Untersuchung der Inflation in 119 Staaten in den Jahren 1993 bis 2002



   
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