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Religion & Glauben Islam und LGBT

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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Großmeister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 1307
 

@joerg 

Ich finde die Diskussion total cool! 🙂

Den Vergleich mit den Eingeborenen und der Technologie Kühlschrank kann ich so nicht mitgehen. Das ist qualitativ das gleiche wie "In der neuen Eisdiele gibt es Lakritzeis.". Die Antwort ist in beiden Fällen vielleicht "Echt? Glaube ich nicht.", aber ein Nachweis ist zweifelsohne möglich. Möglicherweise verkraftet das der Ureinwohner nicht, weil das immer noch seine geistigen oder spirituellen Fähigkeiten übersteigt (vgl. die "Cargo Cults"), aber ich kann dem Ureinwohner einen Schrank zeigen, in dem es deutlich kälter ist als draußen. Er hat ja auch noch nie Schnee oder Eis gesehen. Ehrlicherweise würden meine Kinder die Existenz von Lakritzeis vermutlich auch nicht verkraften, zumindest wäre ihre Aussage sicher auch: Brauche ich nicht! 😉 

Das ist ja der Unterschied zwischen Wissenschaft und Spiritualität: Wissenschaft kann man zeigen, demonstrieren, falsifizieren oder verifizieren. Sie versucht Fragen zu beantworten wie: Wo sind wir? Was sind wir? Was war davor? Und was war davor? Was kommt morgen? Wie funktioniert das? Das kann und will Spiritualität nicht. Sie fragt: Warum bin ich? Was ist der Sinn des Ganzen? Was macht mich zum Mensch? Das kann die Wissenschaft nicht, auch wenn sie das leider nicht einsieht (und viele Leute im Camp Science übrigens auch nicht; das sind dann die, die Wissenschat zu ihrer Ersatzreligion erhoben haben).

Die Ausübung einer Religion ist ein Weg, Spiritualität in sein Leben zu holen, und kein schlechter! Religionen bieten konkrete Antworten auf schwierige Fragen an, geben Kraft und Halt in Situationen, wo einem alles sinnlos vorkommen mag. Nehmen Ängste, schaffen Gemeinschaft. Definieren moralische Maßstäbe an uns Menschen, rufen uns auf, besser zu werden, über uns hinauszuwachsen, und das Böse klein zu halten. Das ist alles extrem wichtig für Menschen, Individuen wie Gemeinschaften und wahrscheinlich sogar die Menschheit als Ganzes.

Und eins ist auch klar: Die negativen Auswirkungen der Abwesenheit von Spiritualität sind links wie rechts sichtbar. Ich würde sogar sagen: die Abwesenheit von Spiritualität ist für den Menschen schlimmer als die Abwesenheit von Wissenschaft. Die letzten 300 Jahre waren in gewisser Hinsicht ein "Siegeszug" der Wissenschaften, aus Erkenntnissicht. Die Spiritualität scheint mir gleichermaßen auf der Strecke geblieben - in Teilen ist sie sogar gestorben, und das ist eine wirklich problematische Entwicklung. Nach der Reformation hat sich im Christentum nicht mehr viel getan, und die "neuen" Religionen (Sekten, Scientology, CoS, IPU und FSM bspw.) fühlen sich toll darin, die Religionen durch den Kakao zu ziehen (was bringt das denn?) oder sind leider viel zu offensichtlich nur Maschen, Leute um ihr Geld zu bringen. Spiritualität muss nichts kosten!

Ich betone es noch einmal: wir brauchen beides - Spiritualität und Wissenschaft! Ich will hier niemandem seine Religion ausreden! Ich schließe mich vollumfänglich den Aufrufen von @deepblackforest und auch den Muslimen und Christen hier im Forum an, auf Sinnsuche zu gehen und sich nicht in Konsum und Hedonismus zu verlieren. Das wird unserem Potential nicht gerecht, und dann sind wir wirklich bei verschwendetem Leben. Vergeudeten Chancen. Sinnlosem Dasein.

Und ich würde mir wünschen, dass sich auch Spiritualität, ähnlich wie Wissenschaft, weiterentwickelt. Da empfinde ich die Buchreligionen als etwas (hüstel) langsam, einfach aufgrund des Ansatzes: Hier in diesem Buch steht alles drin, was wir wissen müssen. Wirklich? Weil, es ist ja schon ein wenig weitergegangen in den letzten 2000 Jahren. Die amerikanische Verfassung hat ein ähnliches Problem. Systeme brauchen bisweilen ein Update. Aus Weiterentwicklungssicht sehe ich die Dynamik bei Meditation und Achtsamkeit als nützlich an. Einfach mal Zeit freiräumen, um über spirituelle Themen nachdenken zu können, das ist schon viel wert. Einige meditieren, andere beten. Für mich ist das ziemlich gleichwertig.

Wenn ich in die Bibel schaue, dann sehe ich viele sehr nützliche Erzählungen und hervorragende Anleitungen, wie man ein gutes Leben führt, wie Leben gelingt. Solche Anleitungen gibt es auch in den anderen Büchern, aber auch im Buddhismus oder bei den griechischen Philosophen. Und jetzt oute ich mich: Für mich sind diese Ansätze alle gleich, dahingehend, dass sie Spiritualität ins Leben bringen. Die Christen sagen "nur Jesus rettet, lebt nach seinem Wort". Die Muslime sagen "Allah führt zum Ziel". Die Juden sagen "Nur wir sind von JHV auserwählt, aber wenn ihr euch an gewisse Grundregeln haltet, ist trotzdem alles gut." Für mich ist alles gleichzeitig richtig, weil alle Ansätze dazu führen, dass ich mich mit der spirituellen Hälfte des Lebens auseinandersetze. Und ohne die geht es nun mal nicht.

Für mich ist diese Community eine große Dosis Spiritualität, weil sie mich zum Nachdenken bringt. Und so hoffe ich, irgendwann auch mal Weisheit zu erreichen, meinen Platz und meinen Zweck zu erkennen und im Frieden mit mir selbst und meinen Mitmenschen aus dieser Welt scheiden zu können.


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Joerg
(@joerg)
Full Bread Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 10 Monaten
Beiträge: 49
 

@iki,

Das freut mich, wenn dir die Diskussion gefaellt. Aber du hast dich wortreich um eine Antwort gedrueckt:

WARUM willst du kein Selbstexperiment machen? Forsche in Dir nach, hoere in Dich hinein?

Gott spricht:
"Offenbarung 3:20 SCH51 Siehe, ich stehe vor der Tür[deines Herzens] und klopfe[bildlich] an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Nachtmahl mit ihm einnehmen und er mit mir [Bild fuer Gemeinschaft]."

Wenn ich dir sage: "Probiere es doch mal aus", was ist so schwierig daran? welcher Zacken viele dir denn aus der Krone? Lade Gott in dein Leben ein und schau' was passiert.
Wenn nix passiert, hast du es versucht. Wenn etwas passiert, kannst du es immer noch negieren, als Zufall oder Projektion abtun oder wegdefinieren, bist ja ein schlaues Kerlchen, oder ;-)?

LG Joerg


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Großmeister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 1307
 

@joerg Ich habe verschiedene Antworten auf diese Frage, aber vermutlich keine, die Du hören wollen oder gelten lassen würdest.

Ich ignoriere mal die Spitzen, lasse Dich aber auch wissen, dass mir die Richtung nicht gefällt, in die Du das zu drehen versuchst.


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salihaalmawardi
(@salihaalmawardi)
Vollkorn-Member Blackwater Premium Rose
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 54
 

schwieriges Thema in Deutschland. Aber warum?

Eigentlich kann es auch einfach sein. Würde die Überschrift anders heissen, dann würde es jeder verstehen. Aber weil es um LGBT geht und es so gefördert wird, oder? Ich sehe oft Flaggen und Aufkleber in Geschäften zum Einkaufen. Alle wollen dafür sein.

Und weil bei Kirchen auch LGBT in wird, will irgend jemand dass es bei Islam auch so ist. So denke ich mal.

In Berlin gibt es LGBT Moschee und eine Frau hatte diese Idee und ist dort Imamin. Wenn man unbedingt aus der Farbe Blau die Farbe Rot machen will und ganz fest will dass es blau bleibt, dannn wird daraus Violett und es bleibt nicht blau. Auch wenn man es will.

Manche Kombinationen gehen nicht, das ist auch sonst im Leben so.


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Joerg
(@joerg)
Full Bread Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 10 Monaten
Beiträge: 49
 

Hallo @iki

also ehrlich gesagt interessiere ich mich schon fuer Deine Antwort. Du brauchst keine Angst haben, dass sie mir nicht gefaellt 😉 schau' mal, ueber 90-95% der Mitmenschen, die ich kenne, wollen eher kein "Selbstexperiment" machen? Die meisten WOLLEN nicht, wenige koennen nicht? Ich finde es eine gute Uebung, fuer sich klar zu kriegen, warum man nicht will. Also nur Mut?!

LG Joerg


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Joerg
(@joerg)
Full Bread Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 10 Monaten
Beiträge: 49
 

zum Thema, aktuell:
https://www.nzz.ch/international/idrissa-gueye-fussballstar-bestreikt-aktion-fuer-lgbt-rechte-ld.1685146

Worum gehts:
- Es war der Internationale Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie, und die Spieler in Frankreichs oberster Fussballliga bekundeten so ihre Solidarität. Nicht aber Idrissa Gueye. Er habe «aus persönlichen Gründen» von der Tribüne aus zugeschaut
- Gueye habe sich geweigert, in einem Trikot mit Regenbogenfarben aufzulaufen, berichteten französische Medien
- Eine Organisation, die sich gegen Homophobie im Sport wehrt, forderte daraufhin die Bestrafung des Spielers
- Auf die Empörung in Europa folgte noch mehr Empörung in Senegal. Darüber, wie mit dem Vize-Captain des Nationalteams [IdrissaG] umgesprungen wurde, der ein gläubiger Muslim ist und 2019 die Pilgerfahrt nach Mekka unternommen hat
- Präsident Macky Sall[Senegal] persönlich: «Ich unterstütze Idrissa Gueye. Seine religiösen Überzeugungen müssen respektiert werden»
- Homosexualität ist fast überall in Afrika ein Tabuthema. Rund die Hälfte aller Länder in Subsahara-Afrika hat Anti-LGBT-Gesetze, einige Länder haben diese in den vergangenen Jahren verschärft. Das senegalesische Gesetz sieht für homosexuelle Handlungen bis zu fünf Jahre Gefängnis vor
- Senegals Präsident Sall hat einmal gesagt: «Homosexualität zu verbieten, hat nichts Homophobes.» Die Begründung lautet meist: Homosexualität sei «unafrikanisch», sie sei einst importiert worden von europäischen Kolonialisten
- Die Treiber der neueren Gesetze sind neben opportunistischen Politikern vor allem religiöse Institutionen. Die lautesten von ihnen sind üblicherweise nicht muslimisch, sondern die evangelikalen Kirchen, die oft mit ultrakonservativen Gruppen in den USA oder Europa verbandelt sind
- Einige der reichsten Vereine der Welt gehören Ländern, die Homosexuelle verfolgen. Newcastle United zum Beispiel ist im Besitz des Staatsfonds von Saudiarabien
- noch ein Verein gehört einem schwulenfeindlichen Staat: Paris St-Germain, dessen Spieler mit Ausnahme von Idrissa Gueye in Regenbogentrikots aufgelaufen waren, ist im Besitz von Katar. Dort drohen Homosexuellen bis zu sieben Jahre Haft. Muslimischen Schwulen laut Gesetz sogar die Todesstrafe

Die Bestrafung wegen einer (religioesen) Haltung kennen wir ja schon, wird vielleicht auch in westlichen Demokratien noch schlimmer?
Das kann ganz schnell gehen, hier sind Muslime und Christen vielleicht im gleichen Boot? Warten wir mal, was die Klima-Religion fuer Blueten treibt? Die Pandemie-Religion ist ja Gott-Sei-Dank (bei uns; noch nicht ueberall) am abklingen?

Die Bestrafung/Verhaftung von Homosexuellen ist aber genauso falsch und verkehrt! Sie haben dieselbe Menschenwuerde wie Christen in Saudi-Arabien und Katar 😉
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/169746/umfrage/verfolgung-von-christen-weltweit/

LG Joerg


AntwortZitat
Arnold Karlson
(@arnold-karlson)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 129
 

Hallo @joerg, ich möchte mich gerne zu einzelnen Teilen dines Beitrags äußern:

Veröffentlicht von: @joerg

zum Thema, aktuell:
https://www.nzz.ch/international/idrissa-gueye-fussballstar-bestreikt-aktion-fuer-lgbt-rechte-ld.1685146

Worum gehts:
- Es war der Internationale Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie, und die Spieler in Frankreichs oberster Fussballliga bekundeten so ihre Solidarität. Nicht aber Idrissa Gueye. Er habe «aus persönlichen Gründen» von der Tribüne aus zugeschaut
- Gueye habe sich geweigert, in einem Trikot mit Regenbogenfarben aufzulaufen, berichteten französische Medien
- Eine Organisation, die sich gegen Homophobie im Sport wehrt, forderte daraufhin die Bestrafung des Spielers

Wenn sich jemand aktiv dagegen entscheidet, sich an einer Aktion gegen Diskriminierung zu beteiligen, wirft das aus meiner Sicher schon ein sehr schlechtes Licht auf diese Person. Mit dem Ruf nach einer Bestrafung tue ich mich aber schwer, das fühlt sich für mich doch zu sehr nach "Gessinungsdiktatur" an. Ich finde es sehr bedauerlich, dass er sich nicht an dieser Aktion beteiligen möchte, aber ich finde, man kann und sollte ihn nicht zwingen.

- Auf die Empörung in Europa folgte noch mehr Empörung in Senegal. Darüber, wie mit dem Vize-Captain des Nationalteams [IdrissaG] umgesprungen wurde, der ein gläubiger Muslim ist und 2019 die Pilgerfahrt nach Mekka unternommen hat
- Präsident Macky Sall[Senegal] persönlich: «Ich unterstütze Idrissa Gueye. Seine religiösen Überzeugungen müssen respektiert werden»

Wenn diese "religiösen Überzeugungen" dazu dienen, Diskrimierung oder Verfolgung zu rechtfertigen, muss ich sie nicht mehr respektieren! Da wäre aus meiner Sicht eine rote Linie überschritten. Hier geht es aber nicht um die Rechtfertigung einer diskriminierenden Handlung, sondern um die Rechtfertigung des Unterlassens einer symbolischen Handlung gegen Diskriminierung. Das ist nicht  das gleiche, und deshalb würde ich es durchgehen lassen, ist aber in meinen Augen schon hart an der Grenze.

- Homosexualität ist fast überall in Afrika ein Tabuthema. Rund die Hälfte aller Länder in Subsahara-Afrika hat Anti-LGBT-Gesetze, einige Länder haben diese in den vergangenen Jahren verschärft. Das senegalesische Gesetz sieht für homosexuelle Handlungen bis zu fünf Jahre Gefängnis vor
- Senegals Präsident Sall hat einmal gesagt: «Homosexualität zu verbieten, hat nichts Homophobes.» Die Begründung lautet meist: Homosexualität sei «unafrikanisch», sie sei einst importiert worden von europäischen Kolonialisten

An dieser Stelle unterschägst du das in meinen Augen sehr wesentliche Detail aus dem Artikel, dass diese Gesetze erst durch die europäischen Kolonialisten erlassen wurden, woraus sich ein interessantes Gegenargument zu der These ergibt, dass Homosexualität von jeher "unafrikanisch" sei. Ich kenne die kulturelle Geschichte dieser Länder nicht und kann deshalb auch nicht beurteilen, ob diese Länder heute ganz anders auf LGBT sehen würden, wenn sie nicht kolonialisiert worden wären. Ein interessanter Ansatz zu weiterer Recherche wäre es aber allemal.

- Die Treiber der neueren Gesetze sind neben opportunistischen Politikern vor allem religiöse Institutionen. Die lautesten von ihnen sind üblicherweise nicht muslimisch, sondern die evangelikalen Kirchen, die oft mit ultrakonservativen Gruppen in den USA oder Europa verbandelt sind

Das ist leider auch nichts wirklich Neues. In den letzten Monaten hätte man sich wohl an jedem zufällig gewählten Tag Nachrichten aus den USA durchlesen können und hätte immer irgendetwas zu den fürchterlichen Kampagnen der Evangelikalen gefunden. Ich gehe da jetzt nicht weiter drauf an, sonst werde ich wieder zu emotional, sondern belasse es dabei zu sagen, dass mir die Leute leid tun, deren Rechte da gerade auf dem Spiel stehen und die dem Treiben nur ohnmächtig zusehen können.

- Einige der reichsten Vereine der Welt gehören Ländern, die Homosexuelle verfolgen. Newcastle United zum Beispiel ist im Besitz des Staatsfonds von Saudiarabien
- noch ein Verein gehört einem schwulenfeindlichen Staat: Paris St-Germain, dessen Spieler mit Ausnahme von Idrissa Gueye in Regenbogentrikots aufgelaufen waren, ist im Besitz von Katar. Dort drohen Homosexuellen bis zu sieben Jahre Haft. Muslimischen Schwulen laut Gesetz sogar die Todesstrafe

Hier unterschlägst du aus meiner Sicht noch eine weitere, sehr interessante Aussage aus dem Artikel:

"Am Ende dürfte die Aufregung um Idrissa Gueyes Boykott aber weniger über das afrikanische Verhältnis zur Homosexualität aussagen als über das unbequeme und oft verlogene Verhältnis des modernen Fussballgeschäfts zu ihr."

Das halte ich für einen sehr wesentlichen Gedanken. Vielleicht geht es dem jungen Mann bei seiner Entscheidung gar nicht um religiöse Ansichten, sondern vielmehr um seine "Street Credibility" im harten Männergeschäft Profifussball. Ohne ihn zu kennen (habe den Namen vor heute noch nie gehört gehabt) halte ich das tatsächlich für eine mindestens ebenso naheliegende Erklärung. Andererseits haben sich die meisten anderen Spieler an der Aktion beteiligt, das macht mir Mut, dass sich auch in der Fussballwelt etwas bewegt in Sachen Toleranz.

Die Bestrafung wegen einer (religioesen) Haltung kennen wir ja schon, wird vielleicht auch in westlichen Demokratien noch schlimmer?
Das kann ganz schnell gehen, hier sind Muslime und Christen vielleicht im gleichen Boot? Warten wir mal, was die Klima-Religion fuer Blueten treibt? Die Pandemie-Religion ist ja Gott-Sei-Dank (bei uns; noch nicht ueberall) am abklingen?

Ich habe oben den Begriff der "Gesinnungsdiktatur" verwendet, eben weil ich auch sehr irritiert bin ob mancher Blüten, die die öffentliche Debatte in den letzten Jahren getrieben hat. Jetzt sehe ich es aber doch als notwendig an, mich noch einmal in die andere Richtung zu bewegen: Klima und Pandemie sind zwei Themen, die, wenn wir sie nicht konsequent angehen, eine ersnthafte Bedrohung für unsere Zivilisation werden können, nicht zu Unrecht hat Hans Rosling sie in "Factfulness" neben einem Finanzkollaps, einem möglichen dritten Weltkrieg und der extremen Armut zu den fünf globalen Risiken gezählt, die uns im 21. Jahrhundert tatsächlich beunruhigen sollten. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass Herr Rosling mit dieser Liste absolut recht hat, auch wenn wir bei Corona noch relativ glimpflich durch die Pandemie gekommen sind. Wenn man das im Zusammenspiel mit dem Klimawandel sieht, kann man schon Sorge haben, dass es nur ein Vorgeschmack auf schlimmere Pandemien gewesen sein könnte.

Die Bestrafung/Verhaftung von Homosexuellen ist aber genauso falsch und verkehrt! Sie haben dieselbe Menschenwuerde wie Christen in Saudi-Arabien und Katar 😉
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/169746/umfrage/verfolgung-von-christen-weltweit/

 

LG Joerg

Den Emoji finde ich an der Stelle etwas geschmacklos, dafür ist es leider zu ernst. Jegliche Form von Verfolgung und Verletzung der Menschenwürde ist zu verurteilen. Ich denke, dass wir uns da auch einig sind. Der Hinweis auf Christenverfolgung ist gerechtfertigt, das ist auch ein Thema, das oft untergeht, ich kann mich erinnern, in den MSM vor Jahren mal was von Christenverfolgung in Ägypten gehört zu haben, ansonsten ist bei dem Thema auch meistens Schweigen im Walde. Ich verstehe auf jeden Fall, wie dein Eindruck einer verzerrten Darstellung zustande kommt.


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Soziologin
(@soziologin)
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Themenstarter  
Veröffentlicht von: @joerg

Es war der Internationale Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie, und die Spieler in Frankreichs oberster Fussballliga bekundeten so ihre Solidarität. Nicht aber Idrissa Gueye. Er habe «aus persönlichen Gründen» von der Tribüne aus zugeschaut
- Gueye habe sich geweigert, in einem Trikot mit Regenbogenfarben aufzulaufen, berichteten französische Medien
- Eine Organisation, die sich gegen Homophobie im Sport wehrt, forderte daraufhin die Bestrafung des Spielers

Veröffentlicht von: @arnold-karlson

Wenn sich jemand aktiv dagegen entscheidet, sich an einer Aktion gegen Diskriminierung zu beteiligen, wirft das aus meiner Sicher schon ein sehr schlechtes Licht auf diese Person.

Ja und nein. Wenn die Aktion gegen Diskriminierung beinhaltet Regenbogen-Farben zu tragen geht das eindeutig zu weit. Das ist schon politisch. Und in dem Fall wäre es gegen meine Religion weil damit Handlungen verbunden sind, die haram also falsch sind.

Wäre die Aktion anders, also dass man offen sagt dass kein Hass gegen andere Menschen geduldet wird wegen Hautfarbe, Sexualität oder Religion wäre es ok und neutraler.

Es kommt hier auf die Art an. Uns wird doch immer lächerlicherweise vorgeworfen wir würden zu bestimmter Kleidung Menschen zwingen. Und da wird man dann gezwungen Regenbogen zu tragen und das ist auf einmal voll ok? Ne, nicht ok.

Ich wollte nur darauf extra eingehen damit klar wird dass die Regenbogen Farben einer Ideologie dienen und es nicht mehr nur um Freiheit allgemein geht.

 

Veröffentlicht von: @arnold-karlson

Der Hinweis auf Christenverfolgung ist gerechtfertigt, das ist auch ein Thema, das oft untergeht, ich kann mich erinnern, in den MSM vor Jahren mal was von Christenverfolgung in Ägypten gehört zu haben, ansonsten ist bei dem Thema auch meistens Schweigen im Walde. Ich verstehe auf jeden Fall, wie dein Eindruck einer verzerrten Darstellung zustande kommt.

ja. Also ich bin nicht von Ägypten. Aber nur soviel. In Ägypten werden auch Hunderttausende Muslime verfolgt. Die Muslimbrüder. Das macht der Staat der eine Diktatur ist. Es ist die Frage wer die Christen verfolgt und ich vermute mal es ist auch der Staat selbst.

Auf eines will ich auch noch hinweisen. In vielen arabischen Ländern gab es vor dem Handeln von England und Frankreich keine Probleme zwischen Muslimen, CHristen und selbst Juden. Und die christlichen und jüdischen Communities waren gross.

Irak, Ägypten, Palästina, Syrien. Die Engländer haben oft es genutzt die Gruppen gegeneinander aufzuhetzen. Die letzten 150 Jahre sind die christlichen und jüdischen Communities dann erst stark zurück gegangen. Ist wirklich mal interessant das alles nachzulesen.

 

Veröffentlicht von: @arnold-karlson

Jegliche Form von Verfolgung und Verletzung der Menschenwürde ist zu verurteilen. Ich denke, dass wir uns da auch einig sind.

Ja, so soll es sein. Das müsste neu geregelt werden so dass es für alle gleich gilt und nicht nur ein Lager das immer beansprucht. Machen Muslime auch oft, weiss ich auch. 


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Arnold Karlson
(@arnold-karlson)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 6 Monaten
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Veröffentlicht von: @soziologin
Veröffentlicht von: @joerg

Es war der Internationale Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie, und die Spieler in Frankreichs oberster Fussballliga bekundeten so ihre Solidarität. Nicht aber Idrissa Gueye. Er habe «aus persönlichen Gründen» von der Tribüne aus zugeschaut
- Gueye habe sich geweigert, in einem Trikot mit Regenbogenfarben aufzulaufen, berichteten französische Medien
- Eine Organisation, die sich gegen Homophobie im Sport wehrt, forderte daraufhin die Bestrafung des Spielers

Veröffentlicht von: @arnold-karlson

Wenn sich jemand aktiv dagegen entscheidet, sich an einer Aktion gegen Diskriminierung zu beteiligen, wirft das aus meiner Sicher schon ein sehr schlechtes Licht auf diese Person.

Ja und nein. Wenn die Aktion gegen Diskriminierung beinhaltet Regenbogen-Farben zu tragen geht das eindeutig zu weit. Das ist schon politisch. Und in dem Fall wäre es gegen meine Religion weil damit Handlungen verbunden sind, die haram also falsch sind.

Wäre die Aktion anders, also dass man offen sagt dass kein Hass gegen andere Menschen geduldet wird wegen Hautfarbe, Sexualität oder Religion wäre es ok und neutraler.

Es kommt hier auf die Art an. Uns wird doch immer lächerlicherweise vorgeworfen wir würden zu bestimmter Kleidung Menschen zwingen. Und da wird man dann gezwungen Regenbogen zu tragen und das ist auf einmal voll ok? Ne, nicht ok.

Ich wollte nur darauf extra eingehen damit klar wird dass die Regenbogen Farben einer Ideologie dienen und es nicht mehr nur um Freiheit allgemein geht.

Den Punkt hatte ich so nicht auf dem Schirm, danke dass du das noch einmal so deutlich erklärst. Mit dem Begriff "Ideologie" tue ich mich an der Stelle schwer, aber ein politisches Statement wäre es definitiv und dazu sollte man niemanden zwingen. Ich hatte da wie oben geschrieben ein mulmiges Gefühl, konnte es aber nicht richtig greifen, aber durch deine Worte ist mir das jetzt klar geworden, danke dafür.

 

Veröffentlicht von: @arnold-karlson

Der Hinweis auf Christenverfolgung ist gerechtfertigt, das ist auch ein Thema, das oft untergeht, ich kann mich erinnern, in den MSM vor Jahren mal was von Christenverfolgung in Ägypten gehört zu haben, ansonsten ist bei dem Thema auch meistens Schweigen im Walde. Ich verstehe auf jeden Fall, wie dein Eindruck einer verzerrten Darstellung zustande kommt.

ja. Also ich bin nicht von Ägypten. Aber nur soviel. In Ägypten werden auch Hunderttausende Muslime verfolgt. Die Muslimbrüder. Das macht der Staat der eine Diktatur ist. Es ist die Frage wer die Christen verfolgt und ich vermute mal es ist auch der Staat selbst.

Auf eines will ich auch noch hinweisen. In vielen arabischen Ländern gab es vor dem Handeln von England und Frankreich keine Probleme zwischen Muslimen, CHristen und selbst Juden. Und die christlichen und jüdischen Communities waren gross.

Irak, Ägypten, Palästina, Syrien. Die Engländer haben oft es genutzt die Gruppen gegeneinander aufzuhetzen. Die letzten 150 Jahre sind die christlichen und jüdischen Communities dann erst stark zurück gegangen. Ist wirklich mal interessant das alles nachzulesen.

 

Du hast absolut recht, dass die Kopten nicht die einzige Gruppe sind, die in Ägypten verfolgt werden und die Gründe hast du auch erwähnt. Ich hatte das erwähnt, weil es mir gerade so in den Sinn kam und hatte überlegt, noch der Ausgeglichenheit halber auch die Rohingja und die Uiguren zu erwähnen, hätte ich besser mal machen sollen. Da würde es leider auch schon aufhören mit den Gruppen, über die ich bewusst Berichte in den ach so tollen deutschen Medien wahrgenommen hätte, das war der eigentliche Punkt, den ich machen wollte. Mit der Erwähnung von Ägypten wollte ich den Muslimen keine Schuld ankreiden, entschuldige bitte, wenn das so herüber gekommen ist.

Veröffentlicht von: @arnold-karlson

Jegliche Form von Verfolgung und Verletzung der Menschenwürde ist zu verurteilen. Ich denke, dass wir uns da auch einig sind.

Ja, so soll es sein. Das müsste neu geregelt werden so dass es für alle gleich gilt und nicht nur ein Lager das immer beansprucht. Machen Muslime auch oft, weiss ich auch. 

 

Da stimme ich dir zu, da hat die westliche Welt definitiv noch sehr viel Nachhilfe nötig. Ich hoffe, mit diesen Ergänzungen wirkt mein Beitrag von vorhin etwas weniger einseitig, danke dir auf jeden Fall für deine konstruktive Kritik.


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tugbaoezbek
(@tugbaoezbek)
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Veröffentlicht von: @wuestenrose91

Das Abendland geht nicht unter, es entwickelt sich nur weiter.😉

da musste ich jetzt sehr lachen

 


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hesekiel58
(@hesekiel58)
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Veröffentlicht von: @tugbaoezbek

da musste ich jetzt sehr lachen

Lachen ist gesund! Ich lache auch gerne. Und viel!  🤣 🤣 🤣 


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