@wuestenrose91: Danke für deine Erklärungen und deine Perspektive, und dass du dir die Zeit genommen hast, sie hier zu teilen. Ich muss leider gestehen, dass sie mir zu fremd und zu weit von meiner eigenen Wirklichkeit entfernt ist, um da viel "common ground" zu sehen, deshalb würde ich vorschlagen, dass wir uns hier am besten darauf einigen, geteilter Meinung zu sein.
Das habe ich gerne gemacht und es ist kein Problem anderer Meinung zu sein. Ich bin sehr entspannt und freu mich, dass ich etwas helfen konnte.
@Soziologin
zu "Woran würde man das dann deiner Meinung nach erkennen? [Segen bzw Nicht-Segen Gottes in/an/durch eine christliche Gemeinschaft]"
Pauschal schwer zu messen, aber ungefaehr evtl wie im Jakobus-Brief beschrieben:
Glaube ohne Werke ist tot. Also im Umkehrschluss bedeutet Segen Gottes fuer eine Gruppe von Menschen (oder "Seine Braut", die "Braut Christi"), dass sie Gottes Werke auf Erden tun (und sein Reich bauen).
Also Gott lieben (Ihm Danken, Ihn Loben, auf Ihn hoeren), den Naechsten lieben (anderen helfen, unterstuetzen, v.a. den Schwachen, Rechtslosen, Armen, Kranken, Einsamen, Ausgestossenen) sowie sich selbst lieben (d.h. sich als wertvolles Abbild/Gegenueber Gottes begreifen, das von Gott geliebt und gewollt ist, foerderlich mit Koerper und Geist als "von Gott geliehen" umgehen).
Von einer Gemeinschaft solcher Glaeubiger geht dann idR Kraft, Anziehung, ich-will-auch-dabei-sein, Attraktivitaet aus. Die Kraft besteht nicht aus menschlichem Werk (wir sind alle soo lieb, cool und hipp zu einander) sondern aus der Kraft des Reiches Gottes (durch den Heiligen Geist). Gerne einen Touch ueberirdisch.
Diese veraendernde Kraft ist typisch fuer dynamische christliche Gemeinschaften (=Segen). Sie fehlt den ruecklaeufigen, sterbenden? "christlichen" Gemeinschaften ... (=Nicht-Segen?)
Ich glaube, Gott beurteilt aber v.a. unsere Haltung und unser Herz, auch wenn sich nicht unmittelbar "messbarer Erfolg" einstellt.
So ungefaehr?
LG Joerg
zu "ich bin verwirrt was Christentum angeht":
Wir haben eine Veraenderung in der westlichen Gesellschaft. Seit ca. 50 J wird alles moegliche (ethische Werte) auf links gedreht.
Heute ist das Pendel etwas weit in Richtung Individualismus ("ICH bin Gott" "ich will, was mir gefaellt - sofort!") geschwungen. Das schwingt auch wieder zurueck ... (bzw wird von Gott? zurueckgeschwungen werden? 😉
Die christlichen Kirchen (v.a. Evangelische aber auch immer mehr Freikirchen, angeblich auch die katholischen Laien) sind hin und her gerissen, ob sie sich dem Zeitgeist anpassen sollen bzw welche Werte in Stein gemeisselt sind und welche diskutabel sind. Das geht meist von den Unis, den Leitern aus. Die Laien bleiben etwas laenger konservativ. Schliesslich bezahlen sie irgendwann den Wasserkopf nicht mehr, der Irrweg laeuft sich leer und es kann eine neue, erweckte Glaubensbewegung entstehen und es beginnt etwas Neues in Gottes Kraft (Reformation, Erweckung oder so).
Auch hier zaehlt: What-would-Jesus-do bzw was steht in der Bibel als ewiger Anker. Die Grundlagen (Christus) werden wieder wichtig und setzen sich schliesslich wieder durch.
Wie so häufig bei Diskussionen dieser Art, finde ich es bedauerlich, dass keine Stimmen von Betroffenen, also von LGBT, die sich auch als Gläubige bezeichnen, zu hören sind. Ich weiß von einer kleineren Gruppe von Priestern in Deutschland, die sich zu ihrer Homosexualität bekennen. Leider sind keine davon hier in diesem Forum aktiv. Ihre Ansichten wären m.E. eine echte Bereicherung zum Thema LGBT und Glaube.
Moin @Ikigai mondai, (heisst das eigentlich Sinnfindungs-Problem auf japanisch?)
zu 19.05. 11:44 Uhr "[wir werden alle schuldig] Das ist doch tatsächlich das Konzept von Religion, oder?"
Also ich finde nicht! Fuer mich ist die Suche nach Wahrheit ausschlaggebend.
Ungefaehr so: Man merkt, ich bin begrenzt.
Neugier: Gibt's da noch mehr ausser was ich sehe, fuehle, schmecke?
Aha, manche sagen, es gaebe Gott. Wie herausfinden?
Selbstexperiment!
Jetzt kann ich nicht mehr glauben, dass es Gott nicht gibt 😉
Das wir alle schuldig werden ist eine Binse. Jeder, der ehrlich zu sich selber ist, findet es heraus. Auch ohne Glaube an Gott, oder?
Man kann einfach die Schultern zucken und sagen, yep, aber der andere ist viel schuldiger als ich (Schulterklopf). "Ich tue recht und scheue niemand"?
Dein Weg No.1 klingt plausibel, aber springt zu kurz. Jeder weiss, dass Bemuehen aus eigener Kraft "kaum funktioniert". Der Mensch ist des Menschen Wolf. Jeder hat das Potential dazu.
Rettung/Erloesung kommt deshalb im christl. Glauben von aussen, von Gott direkt (Jesus Christus). Die Beziehung zu Gott ist der Schluessel, nicht die eigene humanistische Kraftansteckung/Glaubensuebung.
Weg No.2 ist die normale Beschreibung von menschlichen, hierarchischen Systemen (ohne Gott), oder?
LG Joerg
Moin @Ikigai mondai, (heisst das eigentlich Sinnfindungs-Problem auf japanisch?)
Moin Jörg, ja genau! Ich hatte mal einen laut @deepblackforest „sehr interessanten Beitrag“ dazu geschrieben, aber das war im alten Forum und das gibt es leider nicht mehr. 😫LINK zum Link.
@Jörg: Danke für den link.
Dynamische Dialoge mit Betroffenen hier im Forum fände ich trotzdem interessanter und für unser Forum auch bereichernder.
Moin @Ikigai mondai, (heisst das eigentlich Sinnfindungs-Problem auf japanisch?)
Moin Jörg, ja genau! Ich hatte mal einen laut @deepblackforest „sehr interessanten Beitrag“ dazu geschrieben, aber das war im alten Forum und das gibt es leider nicht mehr. 😫LINK zum Link.
Das alte Forum hatte ich ja noch ne ganze Weile online aber es hat sich IT-technisch mit dem neuen nicht vertragen und irgendwann hatte ich es dann ja abgeschaltet..... ☹️
Das war zum Glück noch in der Frühphase... inzwischen sind wir ja riesig geworden.
Fuer mich ist die Suche nach Wahrheit ausschlaggebend.
Ungefaehr so: Man merkt, ich bin begrenzt.
Neugier: Gibt's da noch mehr ausser was ich sehe, fuehle, schmecke?
Aha, manche sagen, es gaebe Gott. Wie herausfinden?
Selbstexperiment!
Jetzt kann ich nicht mehr glauben, dass es Gott nicht gibt 😉
Hm, I don‘t buy it. „Wahrheit“ ist für mich etwas, das mit „Wissen“ einhergeht, und nicht mit „Glauben“. Ich würde da „Weisheit“ einsetzen, quasi das Streben nach höheren Einsichten und die Suche nach der Antwort auf die Frage „Warum bin ich?“. Hierfür gibt es zwei mögliche Zugänge: Wissenschaft und Spiritualität. Reduziert man sich auf einen der beiden Pfade, wird man auf dem Pfad der Weisheit nicht weit kommen. Ich würde sagen, dass Religion eine (aber bei weitem nicht die einzige!) Möglichkeit ist, auf dem Pfad zur Weisheit weiter zu kommen, und insofern ein valides Werkzeug. Die alleinige Verwendung des Werkzeugs reicht aber nicht aus, um Einsichten zu gewinnen. Hm, fällt mir schwer, es besser zu erklären.
@deepblackforest damn, dem Post hätte ich dann gerne umgezogen. Naja, Gutes kommt wieder. 😉
@ikigaimondai negatives Karma, Im so sorry 😓
@deepblackforest hat der Dienstleister davon vorher noch ein DB-Backup gezogen, bzw. eventuell die DB noch?
@weip321 leider nein 😶 Aber wie gesagt, das war damals auch kein grosses Ding.... Das jetzige Forum ist ne ganz andere Hausnummer und natürlich auch gesichert.
@ikigaimondai,
zu "Hm, I don‘t buy it. „Wahrheit“" 20/05/2022 7:47 am
Vielleicht so:
Einem Eingeborenen in Papua Neuginea erklaerst Du, wie elektrischer Strom funktioniert und welche Vorteile es hat (zB Kuehlschrank) und dass es ihn gibt (elekt.Strom).
[Das ist fuer dich Wissen fuer ihn nicht nachvollziehbare Behauptung/Glaube].
Aber er glaubt dir nicht, weil:
a) er denkt, er braeuchte keinen abstrakten Strom im Urwald
b) er kann sich Strom nicht vorstellen
c) es scheint ihm irrelevant zu sein, ob es Strom gibt oder nicht
d) ob er jetzt an Strom glaubt oder nicht aendert scheinbar nix in seinem Alltag (in seiner begrenzten Vorstellung)
WAHRHEIT ist, es gibt Strom!
Er kann daran glauben oder nicht. Er lebt trotzdem weiter (ohne Kuehlschrank ist echt bloed im Urwald ;-))
Er kann neugierig reagieren: Zeig doch mal, wie geht Strom, mach mal vor, wo gibt's den, ist es wichtig fuer mich? Das waere vielleicht eine weise Reaktion?
Oder ignorant: "Wir leben hier seit Jahrtausenden ohne Strom, du Besser-Kulti, lass mich in Ruhe, geh weida!"
Bist du der Eingeborene, der nicht neugierig ist, weil er denkt, er wuesste schon alles?
Gerne akzeptiere ich aber dein "Ich WILL es nicht ausprobieren (Selbstexperiment)!"
Weil, es koennte ja sein, dass Jesus Christus tatsaechlich auferstanden ist, lebt, eine Beziehung zu dir will und du Angst hast, den Thron deines Lebens (Selbstbestimmungs-Illusion) teilen zu muessen, oder?
Nur, so klar muss es schon formuliert werden, oder?
a) ich will es probieren?
b) ich will es nicht probieren?
c) vielleicht will ich es iwann mal probieren?
LG Joerg
@joerg Hier muss ich Jörg wirklich mal zustimmen* *. Ganz losgelöst von vielen Detailfragen in Glaubensdingen und was in den Schriften über die Mehrheit der Menschen steht (weswegen ich eigentlich nicht mehr erwarte, dass das viele Leute interessiert), haben diese Themen viel mit dem "wollen" zu tun.
Es gibt viele Gründe, warum Menschen das nicht wollen. Und meistens hat das mit ganz persönlichen inneren Einstellungen zu tun.
Das Geheimnis der Spiritualität ist aber, dass man sich selbst überwindet und auf dieses Experiment einlässt. Dass man sich auf die Frage einlässt: was ist, wenn ich falsch liege? Es erfordert Demut und sehr viel Selbstreflexion. Jeder hat natürlich das Recht alles aus der "Ich-zentrierten" Position zu sehen, gar keine Frage. Aber das "bigger picture" bleibt dann unsichtbar, das muss klar gesagt werden.
Bin ich in einem Gebet an meinen Schöpfer bereit zu sagen: wenn es Dich gibt, dann weise mir den Weg. Und was auch immer er sein wird, ich werde ihn annehmen und folgen. Bedingungslos. Nur bitte zeige mir diesen Weg.
Das ist kein blosser Spruch. Wer das aufrichtig immer wieder betet und mit völlig reinen Herzen und Ansicht, der wird wirklich ein Wunder erleben.
Schmeisst die "Kirche" und allen Quacksalber der damit in euren negativen Erfahrungen verknüpft ist raus*.
Es geht nur um Gott und euch. Sonst nichts!!
*ich weiss leidlich wie schwer das ist!! Wirklich! Aber es lohnt sich!
„Es gibt kein richtiges Leben im falschen.”
– Adorno
Und das ist das Falsche!
* *
Eine Sache ist nach meinem Glauben (jüdisch/muslimisch basierend) natürlich anders: Gott freut sich über jeden der ihn sucht und anbetet. Aber Gott ist NICHT Jesus. Und er ist wie schon in den hebräischen Schriften geschrieben jedem nah, auch ohne dass er Mensch werden musste. Das nur nochmals zur Klarstellung meiner Position.
Edit: Ergänzungen für das klarere Bild.

