Ich denke ab jetzt geht es nicht mehr nur um den Preis, sondern um Versorgungssicherheit, Industrie und Arbeitsplätze.
Hättest Du nicht "ab jetzt" geschrieben, würde ich zustimmen.
In meinen Augen geht es Versorgungssicherheit, Industrie und Arbeitsplätze schon länger an den Kragen. Nur "ab jetzt" wird das Problem auch für die große Masse sichtbar.
Läuft.
Mission Money hat mehr als ne viertel Million Abonnenten, der Aufmacher lautet: "Wir müssen den Menschen die Wahrheit sagen".
Aussagen vom Gast Johannes Teyssen:
Bzgl. Energieversorgung/wende
"Man darf immer nur aus etwas raus, wenn man vorher in etwas (anderes) rein gegangen ist. Wir haben immer diese Phantasie gemacht: wir gehen schon mal raus, aber übermorgen gehen wir irgendwo rein. Und das glauben wir ganz fest und nehmen uns bei die Hände."
"Diskutieren ersetzt nicht die Entscheidungen, die man vor 10, 20 Jahren getroffen hat."
"Wir werden bei allen Zumutungen ... niemals in der Lage sein, den Primärenergiebedarf Deutschlands aus deutschen Erneuerbaren zu erfüllen. Das weiß jeder." (der Nachsatz überrascht mich sehr, viele wissen das nicht oder wollen das nicht wahrhaben. Teyssen hat das Wort Fachmann vergessen, dann wäre es ok)
"Beunruhigender ist die Wettbewerbsfähigkeit der ... deutschen Industrie zum Rest der Welt. Was die Menschen nicht sehen ist, diese Energiekrise findet präzise nur in Europa statt."
"Dies ist eine europäische, zum guten Teil hausgemachte Energiekrise. Diese Energiekrise hat in Q4 2021 begonnen, vor dem Ukraineeinmarsch. Der Ukrainekrieg hat die Dinge verschärft ... "
"Deutschand wird sich auf einen nachhaltigen Wohlstandsverlust einstellen müssen"
"... wir wollen das besser, nachhaltiger und teurer machen, dann werden wir auch den Preis bezahlen müssen. Und das wird die Strukturen in diesem Land ganz wesentlich verändern.
"Das ist nichts was wir aussitzen in 1, 2 Jahren wie Covid und dann ist das irgendwie weg. Dieses wird vlt. eine Generation prägen"
Was Teyssen für unrealistisch hält sind neue AKW in Deutschland. Die Bevölkerung will nicht, es gibt in D kein know-how mehr zum Bau dafür (sic) und es gibt weltweit keinen Geldgeber der in deutsche AKW investieren würde.
Er kann sich aber eine Laufzeitverlängerung vorstellen, das würden die Betreiber irgendwie hin kriegen, wenn die Politik lieb drum bittet.
Teyssen redet von Energiekrise. Vom Prinzip fehlt uns alles, aber Strom und Gas waren die Hauptthemen des Interviews.
Wir haben uns das gerade angesehen. Nun ist es raus. Kein Geschwurbel, kein "die malen alles nur schwarz". Der EX-CEO von EON. Unaufgeregt und immer noch mit Humor. Aber ja, es wird krass werden, was da auf uns zukommt.
Der Einbruch an Wohlstand wird unübersehbar sein. Vor allem - wie so oft - von der Mitte der Gesellschaft nach unten hin.
Wirklich ein gutes Interview mit einem sachlichen Blick auf diese Krise.
Bin durchaus gespannt wie stark die Veränderungen mittel- bis langfristig ausfallen. Aber ich kann mich durchaus mit der Aussage identifizieren, dass ich so eine Krise lieber in Deutschland als irgendwo anders erlebe. Es wird weitergehen, wenn auch nicht so wie heute.
Im Kurort Scheidegg zahlt eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden im Schnitt 2000 Euro mehr für einen neuen Stromvertrag als im vergangenen September.
Tragisch ist neben dem Anstieg aber auch der Verbrauch: Wir verbrauchen als Familie mit bald 2 Kindern 1500-1800 kw/h. 4000? Ich wüsste außer einem E-Auto nicht, wie wir so viel verbrauchen könnten. Wenn damit geheizt wird, ist einem nicht mehr zu helfen.
Single, 2 Zimmer Wohnung - ca. 1800-1900 kwh pro Jahr.
Ich arbeite vermehrt im HomeOffice und habe Warmwasser über Strom. Auto mit Benzin, ein E-Auto kommt mir voerst nicht vors Haus.
Euer Verbrauch ist krass wenig - sicherlich nicht der Durchschnitt.
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Machen wir uns nichts vor: Wir verbrauchen nicht zu viel Energie, wir haben ein Problem mit der Energieproduktion!
"Wir werden bei allen Zumutungen ... niemals in der Lage sein, den Primärenergiebedarf Deutschlands aus deutschen Erneuerbaren zu erfüllen. Das weiß jeder." (der Nachsatz überrascht mich sehr, viele wissen das nicht oder wollen das nicht wahrhaben. Teyssen hat das Wort Fachmann vergessen, dann wäre es ok)
Sign!
Deutschland ist das einzige Land, das diesen Weg bestreiten will - und wird gnadenlos scheitern. Wir müssen einen Tod sterben - entweder Atomenergie oder fossile Quellen wie Kohle und Gas.
Ich kann es nicht verstehen, wie man eine Bevölkerung und das ganze Land MIT VORSATZ in eine Energiekrise schickt.
Anfang 2022 haben wir unser billiges Gas nach Polen verkauft anstatt unsere Lager zu füllen.
Nordstream 2 wird gecancelt - WIESO? Wenn man unabhängig sein will, dann muss es mittelfristig betrachtet werden - jetzt weiter billiges Gas kaufen und mit dem gesparten Geld in die Unabhängigkeit investieren.
Russland trifft die Sanktionen kaum, uns umso härter. Shell verkauft z.B. Öl als "nicht russisches Öl" - es sind halt nur 49,9% russisches Öl drin 😉
Unsere Politik-Ideologie wird uns noch den ganzen Wohlstand kosten. Der Westen hat fertig, mittelfristig wird der Osten und BRICS dem Westen zeigen wo es lang geht. Insbesondere China und Russland in Verbindung mit Brasilien - eine starke Gemeinschaft, die jetzt sogar Zahlungsysteme (komplett BRICS) ohne SWIFT haben. Die Länder bauen eine Parallelstruktur auf, weil sie sehen, wie schnell man vom Westen abgeschnitten werden kann.
Weiter denken: US-Dollar = Petrodollar. Verliert der US-Dollar den Petro, weil BRICS nicht mehr in USD bezahlt (findet gerade statt), dann ist der USD nichts mehr wert.
Ich sehe leider sehr dunkle Zeiten auf uns zukommen. Aber das ist dann auch der falsche Thread um das tiefer zu betrachten (Währung, Geopolitik, Inflation, Makroökonomie, etc)
@presskoppweck vielen Dank fürs Teilen des Videos! Habe gerade ein bisschen mehr Geld in die Taschen von Mission Money gespült mit dem Ansehen 🙂
Ich hätte nie gedacht, dass ich mal in vielen Dingen mit einem Ex-EON Boss einer Meinung sein werde. Sag niemals nie... Er hat viele wichtige Dinge angesprochen, und das auch noch mit einer Prise Humor.
Zwei Sachen, welche bisher keiner in den Kommentaren erwähnt hat: die Wörter Masterplan sowie Bewahrungsdemokratie. Beide finde ich sehr wichtig. Ein Masterplan ist emminent wichtig, aber leider sehe ich bei dem Politikermaterial in DE schwarz dafür. Wer von den heutigen Politikern würde sich denn noch hinstellen und eine klare Linie vorgeben? Dort sehe ich leider niemanden.
Auch das Wort Bewahrungsdemokratie ist mehr als treffend gewählt. Es wird schon seit fast 40 Jahren in DE nur noch verwaltet, nicht mehr gestaltet. Mich erinnert das alles ein bisschen an die Endzeit der DDR: die alten Säcke im Polibüro lebten in ihrer eigenen Welt, während sich draussen alles änderte. Ignoranz, Selbstverwaltung, Ablenkung - all das war die Realität der Politik gegen Ende der 80er Jahre in der DDR. Diese Parallelen zu heute sehe ich persönlich schon seit vielen Jahren. Sämtliche Grossprojekte werden in den Sand gesetzt, wir sind schon lange weg vom Qualitätssiegel "Weltspitze" bzw. den Zeiten, als "Made in Germany" noch für etwas stand. Leider haben wir dieses Mal keine Mauer, die fallen kann, um vom grossen Ganzen abzulenken. Das Erwachen wird für viele bitter und schmerzhaft werden.
Habe ich eine Lösung dafür? Leider nicht. Ich kann persönlich nur versuchen, möglichst weit nach oben in der Wohlstandpyramide zu klettern, damit ich mich mit diesen Problemen nicht auseinandersetzen muss. Wobei das natürlich auch nur ein Aussitzen bzw. Ignorieren ist. Das eigentliche Problem wird dadurch nicht gelöst.
Ich sollte noch einen Dankbarkeits-Post erstellen, damit ich wieder auf bessere Gedanken komme...
@knew2 Ich bin bei Vielem ähnlich skeptisch. Was passieren könnte ist aus meiner Sicht folgendes: Auf einige Jahre Krise in Mitteleuropa folgt eine andernorts. Geht es dem Durchschnittsdeutschen schlecht, wird er weniger konsumieren, was sich überall fortschreibt. Am anschaulichsten beim Tourismus. Wer soll all die Mittelmeer-Betten füllen? Ob das in China jemanden juckt, ist schwer einzuschätzen, in Thailand fehlen sicher die Europäer, wenn die Folgen auch weniger drastisch sind, als in Spdeuropa. Ob es in Nordamerika auch so kommt? Ich denke schon. Dann bleibt die Vision einer neuen Weltordnung, die nicht mehr westlich dominiert ist. Ich glaube nicht, dass es so kommt. Wenn die Krise hier beginnt, erholen wir uns vielleicht auch als erste…und im Anschluss ist (wie bisher immer) der Vorsprung größer denn je…aber auch wieder eine Stufe wackeliger als nach Corona, nach der Schuldenkrise davor, etc. Dass das sehenden Auges passiert ist auf jeden Fall ebenso zu kristisieren. Da haste Recht. Nur: was ist die Alternative? Weiter Kohle verheizen ist klimatechnisch leider keine der Optionen, die noch auf dem Tisch liegt.
Single, 2 Zimmer Wohnung - ca. 1800-1900 kwh pro Jahr.
Ich arbeite vermehrt im HomeOffice und habe Warmwasser über Strom. Auto mit Benzin, ein E-Auto kommt mir voerst nicht vors Haus.
Auch das sind nur die KWh für die Elektrizität. Dazu kommen nochmal (mehr als?) 5.000 KWh an Benzin (komische Einheit für Sprit, aber kann man umrechnen) und wahrscheinlich auch noch ein paar tausend KWh für die Beheizung der Wohnung.
Das verdeutlicht das Problem, wir sehen nur den Strom, aber nicht die Primärenergie. Wir wollen aber bis in 10?15 Jahren alle Primärenergie auf grünen Strom umgestellt haben.
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Auf einige Jahre Krise in Mitteleuropa folgt eine andernorts.
Falls Du den Krieg meinst: ja. Europa ist da momentan besonders negativ davon betroffen, die USA und Restwelt weit weniger. Wenn es nur um die Kriegsfolgen ginge, dann könnte Europa später aufholen was heuer verschüttet wurde.
Aber die Energiekrise ist etwas anderes, das versuchte Teyssen ja zu erklären. Der Mangel an KWh (Strom, Gas, Öl) ist ein europäisches Problem, in den USA gibt es keinen Energiemangel. Wir werden mindestens eine Generation lang darunter leiden, Stichwort Deindustrialisierung, Massenverarmung, Exodus und was sonst unschönes passieren kann.
Ob wir uns danach wieder aufrappeln können? Ich habe da meine Zweifel.
Ja, es ist exakt wie @presskoppweck schreibt. Bitte das Interview in Ruhe anschauen.
Das ist nicht nur "ein Gefühl" oder Schwarzmalerei. Die Probleme die nun kommen sind durch harte Fakten ausgelöst und es dauert Jahre (!!!) um überhaupt eine Bodenbildung auszulösen.
Die Energiekrise wird Europa DEUTLICH nach unten reissen und zig Millionen von Menschen in die Armut treiben. Das war auch ohne den Ukraine Krieg schon eine Tatsache, der man nicht mehr entkommen konnte. Wenn ich Strommenge X100 brauche auch aber nur X20 vorhanden ist und Alternativen JAHRE brauchen um sie zu nutzen, ist doch klar was passiert.
In MSM kommt das Thema nun auch an. Leider zu spät. Und nochmals: alles hausgemacht durch die Politik. Besten Dank auch!
Was glaubt ihr, was wir nächstes Jahr für Themen hier in der Community haben werden?
Ich rate mal etwas offtopic:
1. Inflation 10%
2. Steigende Armut, Sozialsystem muss massiv gestützt werden.
3. Massenhaft Aktionen um Energie zu sparen. Wie wir wissen: es reicht trotzdem nicht.
4. Industrieproduktion bricht ein (Outlook: es geht bereits los)
5. Ukraine Krieg ist deutlich schlimmer und umfangreicher geworden als jemals vermutet. Und nein Russland verliert nicht.
Und nochmals etwas offtopic: DAS WAR KEIN SCHICKSAL. SO WIE DIESEN KRIEG HAT DAS DIE POLITIK DER LETZTEN JAHRE ZU VERANTWORTEN. Nur wird keiner Verantwortung übernehmen - wie immer.
MEIN VORSCHLAG:
Lasst uns den Thread "wofür ich dankbar bin" und ähnliche pflegen. Lasst uns Tipps austauschen, was man privat tun kann.
ABER BITTE redet den ganzen politischen BS nicht mehr schön. Das ist nicht mehr haltbar!! Wir müssen auch nicht dauernd hetzen, aber es ist pure Realitätsverweigerung zu negieren, wer dafür die Verantwortung trägt. Wir können es nicht mehr ändern, das Kind ist in den Brunnen gefallen mit krassen Folgen.
Zurück zur Energie: der Interview sagt auch aus, was man auch anderswo lesen kann. Durch den Markt und langfristige Absicherungen der Unternehmen werden die richtig hohen Preise erst in den nächsten 12 Monaten durchgereicht.
UNBEDINGT DAS INTERVIEW SEHEN!
ABER BITTE redet den ganzen politischen BS nicht mehr schön. Das ist nicht mehr haltbar!! Wir müssen auch nicht dauernd hetzen, aber es ist pure Realitätsverweigerung zu negieren, wer dafür die Verantwortung trägt. Wir können es nicht mehr ändern, das Kind ist in den Brunnen gefallen mit krassen Folgen.
Jetzt ist es mal an der Zeit das ganze mit ein wenig mehr Optimismus an die Sache ranzugehen. Die Welt wird auch dises mal nicht untergehen. Und der Mist, den unsere Politiker in den letzten Jahren verzapft haben, wird jetzt etwas unsanft korrigiert.
Nach dem Motto "Verschwende keine gute Krise", sollten wir schauen, dass wir den gestarteten Wandel in der Energieerzeugung einfach ein wenig beschleunigen und den Pfad dahin den neuen Gegebenheiten anpassen. Also Kohle und Kernkraft länger am Netz usw. Die Realität wird das schon erzwingen.
Das wrd ein wenig "bumpy", aber kein Grund in Panik zu verfallen. Druck setzt Kreativität frei.
Man merkt an, ich bin ein grundoptimistischer Mensch.
@lichtenberg99 Jap, aus diesem Grund lasst uns versuchen weitere Threads dann für Lösungen zu verwenden. Ich sehe die Problematik bekanntlich anders (Europa hat das "Spiel" aus meiner Sicht langfristig verloren, Staaten haben keine Freunde (auch die USA nicht), nur Interessen) aber es bringt nichts sich daran aufzuhalten.
Hier können wir eines tun und da sehe ich viel Raum für Optimismus, Ideen und Austausch: uns gegenseitig auf gute Ideen im Umgang mit den Folgen einzustimmen.
Da wir einigen Familien helfen denen es nicht so gut geht (200-300 Euro mehr Energiekosten im Monat können die nicht tragen, wie Millionen andere auch) versuchen wir ihnen mit Ideen und ganz praktisch zu helfen.
Man muss einfach enger zusammen rücken.
Was glaubt ihr, was wir nächstes Jahr für Themen hier in der Community haben werden?
Ich rate mal etwas offtopic:
1. Inflation 10%
2. Steigende Armut, Sozialsystem muss massiv gestützt werden.
3. Massenhaft Aktionen um Energie zu sparen. Wie wir wissen: es reicht trotzdem nicht.
4. Industrieproduktion bricht ein (Outlook: es geht bereits los)
5. Ukraine Krieg ist deutlich schlimmer und umfangreicher geworden als jemals vermutet. Und nein Russland verliert nicht.
6. Weltweite Hungerkrise (vielleicht auch erst im übernächsten Jahr).
Kreislaufwirtschaft sollte zu Ende gedacht werden und nicht auf Europa beschränkt bleiben. Es mag sein, dass Energieknappheit derzeit ein rein europäisches Problem ist, doch Europa hat noch genug Geld, sich die Energie auf dem Weltmarkt zusammen zu kaufen und damit die Preise zu treiben. Das wird dann weltweit die ärmeren Länder in den Ruin treiben. Um dann diese Länder zu ernähren, wird die konventionelle Landwirtschaft bei uns die Erträge steigern müssen durch Einsatz von Kunstdünger, der in der Produktion wieder mehr Energie erfordert... Aus dem Hamsterrad muss die Welt allmählich mal aussteigen, sonst wird es auf die harte Tour mit vielen Toten laufen.
Nach der Energiekrise wird die Nahrungsmittelkrise kommen, wenn wir nicht umsteuern.
22 Millionen Hektar Ackerland, 14 Millionen Hektar Grünland und 30 Millionen Hektar Wald beansprucht Deutschland im In- und Ausland für Nahrungs- und Futtermittel sowie Biomasse für energetische und stoffliche Nutzungen. Damit verbunden sind große Umweltwirkungen. Eine neue Veröffentlichung liefert detaillierte Daten für diese Flächeninanspruchnahme.
Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/themen/land-fussabdruck-wieviel-landflaeche-benoetigt
Wir müssen lernen, mit unseren Ressourcen auszukommen und das wird ein harter Wandel für uns alle. Die Kunst der Politik wird sein, diesen Wandel so zu gestalten, dass er uns einerseits nicht überfordert und andererseits die noch vorhanden Ressourcen nicht vollends geplündert werden.
dass Energieknappheit derzeit ein rein europäisches Problem ist
Kleines Gedankenexperiment: Es gibt gar keine Energieknappheit. Was passiert: Ein Teil der verfügbaren Quellen wird von einem Teil der Staaten demnächst boykottiert. Zur Zeit fliessen sowohl Öl als auch Gas immer noch ungebremst aus Russland nach Europa. Was wir im Moment an den Märkten sehen, ist die Panik darüber, was in der Zukunft passieren kann. Das drückt Erwartungen aus, aber nicht die Realität.
Russland ist dabei, sich andere Abnehmer für Öl und Gas zu suchen und wird diese auch finden. Es boykottieren ja bei weiten nicht alle Länder Russland. Wenn diese Länder dann russsiches Öl und Gas kaufen kaufen sie an anderer Stelle weniger ein. Wer das dann wohl kaufen wird....
Das ganze geht natürlich nicht sofort und bringt Verwerfungen mit sich, aber in der Gesamtbilanz der Erzeugungskapazität und Verbrauch hat sich erst einmal überhaupt nichts geändert.
Um dann diese Länder zu ernähren, wird die konventionelle Landwirtschaft bei uns die Erträge steigern müssen durch Einsatz von Kunstdünger, der in der Produktion wieder mehr Energie erfordert..
Alternativ müssten wir den Fleischverbrauch bei uns reduzieren. das setzt erhebliche Potenziale in der Landwirtschaft frei. 57% der Fläche wird für die Futtermittelproduktion benötigt: https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/fleischkonsum-der-deutschen-schadet-klima-und-umwelt-im-ausland/#:~:text=Pro%20Kopf%20braucht%20es%20j%C3%A4hrlich,f%C3%BCr%20den%20Anbau%20von%20Futtermitteln.
Wir müssen lernen, mit unseren Ressourcen auszukommen und das wird ein harter Wandel für uns alle. Die Kunst der Politik wird sein, diesen Wandel so zu gestalten, dass er uns einerseits nicht überfordert und andererseits die noch vorhanden Ressourcen nicht vollends geplündert werden.
Sehe ich genauso. Und das ist möglicherweise eine positive Folge dieser Krise.
Kleines Gedankenexperiment: Es gibt gar keine Energieknappheit. Was passiert: Ein Teil der verfügbaren Quellen wird von einem Teil der Staaten demnächst boykottiert. Zur Zeit fliessen sowohl Öl als auch Gas immer noch ungebremst aus Russland nach Europa. Was wir im Moment an den Märkten sehen, ist die Panik darüber, was in der Zukunft passieren kann. Das drückt Erwartungen aus, aber nicht die Realität.
Russland ist dabei, sich andere Abnehmer für Öl und Gas zu suchen und wird diese auch finden. Es boykottieren ja bei weiten nicht alle Länder Russland. Wenn diese Länder dann russsiches Öl und Gas kaufen kaufen sie an anderer Stelle weniger ein. Wer das dann wohl kaufen wird....
Das ganze geht natürlich nicht sofort und bringt Verwerfungen mit sich, aber in der Gesamtbilanz der Erzeugungskapazität und Verbrauch hat sich erst einmal überhaupt nichts geändert.
Keine Arme keine Kekse. Keine Pipeline kein Gas.
Der Whisky-Horst hat neulich eine Rechnung über die benötigte Gastankerflotte aufgemacht (und eine falsche Rechnung eines anderen korrigiert).
Grobe Zahlen:
Momentan gibt es weltweit zwischen 400 und 500 LNG-Tanker im Einsatz.
Um Northsteam 1 zu ersetzen benötigt man knapp 100 LNG-Tanker.
Was Lüning nicht beleuchtet: neben Northstrean 1 gibt es noch die Gasleitung über die Ukraine (mehr als doppelte Kapazität wie NS1) und eine über Polen (weniger als NS1). Das ist fast dreimal die Menge von NS1 zusätzlich zu NS1. Also 4 x NS1 oder knapp 400 Tanker; Will man in Europa das ganze russische Pipelinegas ersetzen, dann muss man die Tankerflotte quasi verdoppeln. Und zwar zum Boykottermin. Die LNG-Häfen dürften nicht ausreichen und vom Preis reden wir besser auch nicht.
Ich bleibe dabei: Keine Arme keine Kekse!
Kleines Gedankenexperiment: Es gibt gar keine Energieknappheit. Was passiert: Ein Teil der verfügbaren Quellen wird von einem Teil der Staaten demnächst boykottiert. Zur Zeit fliessen sowohl Öl als auch Gas immer noch ungebremst aus Russland nach Europa. Was wir im Moment an den Märkten sehen, ist die Panik darüber, was in der Zukunft passieren kann. Das drückt Erwartungen aus, aber nicht die Realität.
Russland ist dabei, sich andere Abnehmer für Öl und Gas zu suchen und wird diese auch finden. Es boykottieren ja bei weiten nicht alle Länder Russland. Wenn diese Länder dann russsiches Öl und Gas kaufen kaufen sie an anderer Stelle weniger ein. Wer das dann wohl kaufen wird....
Das ganze geht natürlich nicht sofort und bringt Verwerfungen mit sich, aber in der Gesamtbilanz der Erzeugungskapazität und Verbrauch hat sich erst einmal überhaupt nichts geändert.
Das ist das "volkswirtschaftliche" Denken, welches in dem Video Erwähnung findet. Auf globaler Sicht gibt es auch keine Nahrungsmittelknappheit, und trotzdem verhungern Menschen. Das Vorhandensein ausreichender Ressourcen reicht eben nicht aus, die Verteilung ist genauso wichtig. Und da ist offensichtlich, dass wenn wir wesentliche Versorgungsadern kappen, eben die Versorgung nicht mehr ausreichend gewährleistet ist. Wie bei einem Herzinfarkt.
ABER BITTE redet den ganzen politischen BS nicht mehr schön. Das ist nicht mehr haltbar!! Wir müssen auch nicht dauernd hetzen, aber es ist pure Realitätsverweigerung zu negieren, wer dafür die Verantwortung trägt. Wir können es nicht mehr ändern, das Kind ist in den Brunnen gefallen mit krassen Folgen.
Ich mag den Begriff der "Bewahrungsdemokratie", und ich finde, er beschreibt zutreffend das, was sich spätestens seit Ende des kalten Krieges mehr und mehr in Europa manifestiert hat. Ich würde allerdings nicht der Politik die Schuld geben, sondern den Wählern. Der Souverän hat es verkackt, indem er immer wieder den bequemen Weg gewählt hat und Legislaturperiode um Legislaturperiode sein Kreuz bei "weiter so" und "bitte recht gemütlich" gesetzt hat. Leichte Fluktuation zwischen schwarz und rot, geschenkt. Kurzes Aufflackern von höchst relevanten Themen bei FDP, Grünen, Piraten und AfD (bei denen meine ich nicht die menschenverachtenden Themen, sondern die vernünftigen 10 bis 20%...) wurde niedergebrüllt, weggestreichelt oder ausgesessen. Und wie es dann eben so ist - je länger man die Prophylaxe vor sich her schiebt, desto unangenehmer wird die Wurzelbehandlung - so der Zahn denn überhaupt noch zu retten ist.
Wir müssen bedenken, dass Politiker qua Konzept meistens ein bis zwei Generationen von der schaffenskräftigen Generation entfernt ist, und ihr Repertoire in einer Zeit gelernt haben, die längst Vergangenheit ist. Rezepte von vorgestern für die Probleme von übermorgen - das wird nicht funktionieren.
Ansonsten finde ich das Szenario, dass Europa jetzt mal einige Jahre durch eine tiefe Krise ginge, nur bedingt schlimm. Menschen sind immer dann besonders gut, wenn sie sich Härten ausgesetzt sehen, das wussten schon die Stoiker. Meistens kommt man gestärkt daraus hervor. Ich komme auf jeden Fall in gut zwei Monaten nach Deuschland zurück, und freue mich drauf - egal, was noch kommen mag.
neben Northstrean 1 gibt es noch die Gasleitung über die Ukraine (mehr als doppelte Kapazität wie NS1)
Richtig. Und an dieser Pipeline zeigt sich auch, das im Moment (noch) nur Drohungen bezüglich der Gasversorung ausgetauscht werden.
Russland traut sich nicht, das Gas "abzustellen", weil sie das Geld brauchen und nicht in den Verdacht geraten wollen, Gas als politisches Druckmittel einzusetzen, die Ukraine (die die Pipeline durch eine verirrte Granate ja ausser Betrieb nehmen könnten) wollen ihre Verbündeten nicht verlieren und der Westen droht oder beschwichtigt und füllt währenddessen die Gasspeicher wieder auf. Ungewöhnlich für die Jahreszeit https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1294810/umfrage/fuellstand-der-gasspeicher-in-deutschland-auf-tagesbasis/
muss man die Tankerflotte quasi verdoppeln. Und zwar zum Boykottermin.
Ich vermute mal, dass in der Gleichung der Boykottermin die abhängige Grösse ist, die aus den anderen Aspekten berechnet wird. Nicht umsonst wird jetzt über einen Ölboykott bs Jahresende gesprochen aber zum einem eventuellen Termin für Gas habe ich noch nichts konkretes gehört.

