Eine Welt, ein Depot, ein ETF.

 

“Es ist kein Verbrechen volkswirtschaftlich ungebildet zu sein, alles in allem ist es ein spezialisiertes Lehrfach und eines, welches die meisten Leute als »schwarze Wissenschaft« ansehen. Aber es ist ganz und gar unverantwortlich eine laute, lärmende Meinung zu ökonomischen Fragen zu haben, während man sich in diesem Zustand der Unwissenheit befindet.”

Murray Rothbard: Egalitarianism as a revolt against nature, and other essays, Mises Institute, Zweite Auflage, Auburn 2000, S. 202

 

 

 

Liebe Freunde von Blackwater.live, nachdem wir uns in den letzten Artikeln durch die Vergangenheit unseres Kulturraumes und mit der Vielfältigkeit von Sinnfragen beschäftigt haben, kehren wir nun wieder zu den im Vergleich banalen Finanzthemen zurück. Abwechslung tut gut und der Kopf ist bekanntlich rund, damit das Gehirn besser um die Ecken denken kann.

Zu Beginn möchte ich euch drei Situationsbeispiele beschreiben. Die Namen wurden  geändert, aber alle Beispiele sind real und aus meiner Berufspraxis:

 

 

Hubert A. aus M. hat folgendes Finanzproblem: Er hat 100.000,00 Euro zum Anlegen und weiss nicht, was er tun soll. Es gibt keine Zinsen. Die Aktien stehen aus seiner Sicht sehr hoch. Er war bei verschiedenen Banken. Dort wurden ihm Depotlösungen mit verschiedenen Fonds empfohlen. Andere haben ihm konservative Dachfonds empfohlen. Bei einer Bank war gerade mal wieder ein toller Immobilienfonds gerade geöffnet, bei dem man nur in einem bestimmten Zeitfenster mit 5% Kosten einsteigen konnte. Eine andere Bankdame empfahl ihm eine sofort beginnende Rentenversicherung. Es kam ihm vor, wie bei fünf verschiedenen Köchen gewesen zu sein. Jeder hat ihn mal in den Kochtopf schauen lassen. Aber was er da sah, schmeckte ihm nicht.

 

Melanie C. aus H. hat folgendes Finanzproblem: Sie hat kein Geld. Aber sie ist jung. Und schön. Aber bleiben wir bei jung. Melanie braucht eine Altersvorsorge. Also ist sie zu der roten nicht-Bank und doch Finanzinstitut gegangen. Dort traf sie auf eine andere Dame, Expertin für Altersvorsorge. Was genau sie zur Expertin qualifiziert hat, ist nicht ganz klar geworden. Vom Multiple-Choice Test bis zum Namensschild, es bleibt eine unbekannte Größe. Erst wurde eine schönes Finanzkonzept erstellt, nach vielen weiteren Fragen und einem netten Austausch von den beiden jungen Damen, wurde ein Riestervertrag empfohlen. Die schöne Förderung, die Garantien und auch die Reinvestition der Steuererstattung in einen Fondssparplan oder alternativ eine Fondspolice, dass alles hörte sich sehr kompetent an. Da Melanie C. sich in Geldangelegenheiten nicht auskennt, ist sie auf Hilfe angewiesen. Und das Finanzkonzept sieht wirklich verlockend aus. Es scheint alles zu passen. Unterschreiben? Verschieben? Nochmal nachdenken?

 

Marcus W.K. aus K. hat geerbt: Nach der Erbschaftssteuer sage und schreibe 890.000,00 Euro. Davon die Hälfte Cash, der Rest in DAX Aktien. Das Geld liegt bei der Bank seines Vaters. Diese Bank hat seit kurzem ein sogenanntes Private Banking, in dem vermögende Privatkunden betreut werden. Die Visitenkarten sind doppelt bedruckt, da die vielen Titel der Berater nicht auf die Karte passen. Der Kaffee in der Bank ist aus Guatemala, die Anzüge der Berater aus dem Boss Outlet aus Metzingen und nicht aus dem C&A, wie im normalen Bankbetrieb, die Schuhe von Lloyd und das Lächeln wie aus der Zahnpastawerbung. Kompetenz wohin man blickt. Man kann hier Immobilienbeteiligungen kaufen, sogar ganze Flugzeuge, Fremdwährungsinvestitionen und vieles mehr. Überall liegen Hochglanzkataloge herum, voll mit Geldanlageideen. Eine Art türkischer Basar für Geldanlagen. Soll sich Marcus W.K. auf ein Gespräch einlassen? Jemanden vertrauen, der selbst in 9 von 10 Fällen kein Geld hat aber über Geld sprechen will? Die Visitenkarte sieht schon beeindruckend aus und die Titel darauf hätte sich nicht mal Walt Disney in seinen lustigen Taschenbüchern ausdenken können.

 

 

Das also ist die Ausgangslage. Drei Situationen, drei verschiedene Menschen, drei unterschiedliche Herausforderungen. Und gefühlt 75% aller Deutschen würden in einem dieser drei Fälle unterschreiben. Aber wir wollen erst mal nachdenken. Was also tun?

 

Es ist nicht die schlechteste Idee über Geld nachzudenken, statt es nur auszugeben.

Quelle: gettyimages/istock

 

 

 

Seit Dr. Gerd Kommer, Blogs wie dem Finanzwesir und vielen tausenden fachlichen Artikeln und Studien ist bekannt: Passiv investieren ist kostengünstig, einfach, kostet fast keine Zeit und ist auch ausgesprochen stressfrei. Die langfristige Rendite liegt irgendwo zwischen 6 – 9 % p.A. im Schnitt und über die große Welt der ETF’s hat man eine breite Streuung und Risikoreduzierung. Neu aufsteigende Unternehmen sind automatisch mit dabei, absteigende Unternehmen fliegen automatisch raus. Es gibt nichts besseres.

Und mit einem Risikokuchen (extra Fenster) kann man seine Schwankungen auch noch gut steuern, niemand muss All-In gehen.

 

Aber es gibt tausende alternativer Anlageempfehlungen, die von den Marktschreiern von Banken und Versicherungen verkauft werden, tausende geheime und einmalige Chancen. „Ich habe da mal etwas ganz neues für Sie, Herr Zuckerschleck!“ Oder: „Frau Gummibaum, diese Altersvorsorge ist revolutionär. Das Beste aus beiden Welten, sicher und renditestark!“ Oder: „Herr Dr. Gabelspecht, wie haben unsere Experten. Die werden ihr Depot mit dem XY Vermögenstool analysieren und dann eine individuelle Lösung erstellen.“  So oder so ähnlich tönt es aus den Tempeln der Halbwahrheiten, den Gebäuden des Finanzvertriebs. Die Kunden, umgarnt, gepudert und verführt geben sich zu gerne diesen märchenhaften Aussagen hin. Zu schön klingen die alternativen Wahrheiten, dass man den Ertrag ohne Risiko und Arbeit haben könnte, die Sicherheit sozusagen als als dummes Entlein zur schönen Freundin der Rendite dazu geschenkt bekommt. Was aber die wenigsten Bankkunden wissen ist, dass die sogenannten Berater es selbst meistens nicht wissen, nicht verstehen und nicht verstehen wollen. Manche werden erpresst mit enormen psychologischen Verkaufsdruck, haben selbst Existenzängste und Haus- und Ratenkredite am Laufen, schwimmen in Schulden. Das ist die andere Wahrheit, nach der nie gefragt wird. Welche konkreten Mehrwerte das Herr der Finanzverkäufer denn nun wirklich liefert – dieser Antwort bleiben die scheinbar aus der Retorte gezüchteten Vertriebsvorstände der Banken mit ihren immer gleichen Sprüchen schuldig. Übrigens auch, nachdem sie einer beliebige Anzahl an Instituten ihren „added value“ verkauft haben. Scheinbar merkt es keiner.

 

Zu dem Zeitpunkt, als ich diesen Artikel schreibe, sind 75% aller Deutschen noch bei Filialbanken und dem Finanzvertrieb. Die anderen 25% sind bei Direktbanken, aber auch von denen ist nicht jedem das Thema Welt-Depot klar. Zu dem Zeitpunkt, wo ich diesen Artikel schreibe, gibt es tausende Finanzblogs. Mehrere hundert alleine im deutschsprachigen Raum. Und jeden Tag werden es mehr, manche Blogger sind so jung und wissen noch nicht, was Marktturbulenzen sind. Gerade frisch aus dem Ei der immer steigenden Märkte geschlüpft, rechnen sie sich reich und glauben durch das Lesen von paar Finanzbüchlein die Erkenntnis gewonnen zu haben, die tausenden anderen vor ihnen versagt geblieben ist. Andere Finanzblogs sind etabliert, gerade wenn man sich die Top 10 anschaut. Der Finanzwesir, Tim Schäfer, der Finanzrocker nur einige zu nennen. Ich gebe zu, die Ausgangslage ist also nicht ganz einfach. Es stellt sich die Grundfrage: Wem vertrauen? Geldanlage ist Psychobusiness, vom Trading bis zum ETF. Den Homo Oeconomicus gibt es nicht. Ausser man ist Soziopath. Also ist man alleine gelassen mit seinen Gefühlen, den Ängsten und Sorgen, den Gedanken um die perfekte Geldanlage.

Ich möchte, bevor ich fortfahre, nochmal klar und deutlich schreiben, was ich schon immer geschrieben habe: Rendite gibt es nur, wenn man Risiken eingeht. Das war so, ist so, wird immer so bleiben. Risiko heisst in den meisten Fällen, deutliche Schwankungen in der Geldanlage. Es bedeutet Zeit und Geduld zu benötigen. Falls jemals jemand etwas anderes behauptet: Er/Sie/Es ist entweder zwischen 20 und 30 und arbeitet in einer Bank oder betreibt einen Finanzblog, Er/Sie/Es hat einfach keine Ahnung, Er/Sie/Es wurde von einem/einer anderen Er/Sie/Es manipuliert, Er/Sie/Es lügt.

 

Alle, die also Geld anlegen möchten und weniger als 5 Jahre Zeit haben, sollten sich den Gedanken einer reproduzierbaren Rendite am Aktienmarkt über dem Geldmarktniveau ohne Risiken abgewöhnen. Möglichst schnell. Hier bleibt nur das Tagesgeld. Auf dem Rentenmarkt ist bei der Vorgabe wenig Risiko, wenig Zeit ebenfalls nichts zu holen, bei Immobilien trügt oft die Preiselastizität und die aktuelle „jeder Harzer hat ein Eigenheim“ Immoblase, bei P to P Krediten fressen den letzten die Hunde und Geldanlagen, die mit Handschellen enden sind nicht Thema dieses Blogs. Und falls nun jemand nach alternativen Anlagen wie Trading fragt: Auch Trading hat Risiken, wie schon oft geschrieben und ist bei weitem nicht für jeden etwas. Hier kommen vermutlich weniger als 1% der Bevölkerung in Frage. Oh, ich vergass Crypto und Co. Hier habe ich vor kurzem noch von Leuten gelesen, die reproduzierbar 20% im Monat machen. Nochmal: Reproduzierbar, immer, ganz easy. Glatt rasierte Brust, die Sonne im Gesicht. Wer einen Zinseszinsrechner bedienen kann weiss, was damit möglich ist und das diese Möglichkeiten das Leben so weit ändern würden, dass die getroffenen Aussagen nicht zum restlichen Bild passen. Aber psst, sind ja auch Geheimtipps. Ganz geheim.

Um den Bogen also noch einmal zurück zu führen: Wenig Risiko, keine Schwankungen, wenig Zeit: Tagesgeld.

Viel Zeit, Schwankungen egal: Welt-Depot. Es gibt bis heute nichts reproduzierbar in der Rendite stärkeres. Wir reden hier nicht von dem Porsche für eine Minderheit, sondern von dem VW Golf für alle. Alle die eine Altersvorsorge brauchen, Vermögen aufbauen wollen oder müssen (ich schätze mal müssen), alle die Geld übrig haben um es eine Zeit lang arbeiten lassen können.

 

 

„Wir haben einen Anlagenotstand in Deutschland!“ So die Aussage des Finanzvertriebs, der sich immer gerne in der Schaffung von Kunstwörtern betätigt, aber einfache Wörter wie Beratung und Vertrauen nicht versteht.

Quelle: gettyimages/istock

 

 

Dieser Artikel hat das Ziel, einfach wieder daran zu erinnern, wie einfach es ist. Es ist keine Abschrift von Dr. Gerd Kommer’s Buch und er ist auch nicht für die Nachkommestellenrechner gedacht. Immer wenn ich bisher mit Menschen über das Welt-Depot gesprochen habe merkte ich, es ist immer noch zu kompliziert. Daher möchte ich es mit diesem Artikel nochmals einfacher gestalten. Und ich bitte um Rückmeldungen im Kommentarbereich, falls etwas unklar ist. Ich schreibe diesen Artikel auch, um darauf verweisen zu können. Denn es kommt immer wieder mal die Frage: „Kannst Du mal helfen, können wir mal schauen, ich muss mal…“ Das endet aber selten in einer Umsetzung. Damit ist es enorm ineffektiv und kostet nur Zeit. Ich denke, es liegt bei vielen auch dem mangelnden Willen wirklich etwas zu ändern, wie so oft im Leben.

Daher will ich kurz jemanden vorstellen, der es geschafft hat, einige wenige Schritte umzusetzen. Und ich darf diese Person als Beispiel anführen. Welche Schritte waren das?

 

 

  1. Die Eröffnung einer Bankverbindung bei der DKB. Schau hier: DKB.
  2. Die Umsetzung des 3-Konten-Modells. Was ist das? Schau hier: 3-Konten-Modell.

 

 

Damit ihr euch diese Person vorstellen könnt: Sie ist 34 Jahre alt, geschieden, eine Tochter, 2 Jobs, wenig Geld übrig. Deutsch ist nicht die Muttersprache. Sie hat kein BWL studiert, Mathe ist nicht ihr Hobby und sie hat kein Bezug zu Wirtschaftsthemen. Aber sie hat das Thema Welt-Depot verstanden und wie man es umsetzt. Was will ich damit sagen: Es kann jeder!

Und das Beste ist: Ein Welt-Depot ist renditestärker, ausbalancierter und besser gestreut als viele Millionendepots aus Private Banking Einheiten von Banken. Das darf ich euch versichern, denn ich habe hunderte dieser Depots gesehen und sehe sie immer noch. Das sieht auf dem Hochglanzausdruck für den Kunden gut aus, aber entspricht eher Kraut und Rüben.

 

 

 

Was ist ein Welt-Depot?

Ganz einfach: Ein Welt-Depot ist ein Depot, welches die ganze Welt sozusagen „abbildet“. Es beinhaltet die größten und wichtigsten ca. 1400 Unternehmen der Welt. Wer also ein Welt-Depot hat, ist an Unternehmen wie Apple, Nestle, BMW, BASF, Siemens, Facebook und Co. beteiligt. Die Liste wäre mindestens 1400 Titel lang. Steigen neue Unternehmen auf, kommen sie dazu. Steigen welche ab, fliegen sie raus. Ganz automatisch. Man ist rund um die Welt investiert, daher spielen Teilmärkte kaum eine Rolle. Da unsere Welt auf einem inflationierten Geldsystem basiert, die Geldmenge also immer weiter ausgeweitet wird, spiegelt sich dies auch in Anlage(Asset)-Preisen wieder, wie eigentlich in so gut allen Preisen. Dementsprechend ist dieses Welt-Depot auch ein guter Inflationsschutz. Natürlich ist dies nicht der einzige Preistreiber, Unternehmen schaffen auch Mehrwerte, werden selbst mehr wert und dieser Fakt spiegelt sich auch in unserem Welt-Depot wieder. Wir bekommen also mit unserem Welt-Depot Erträge, die die Unternehmen weltweit erwirtschaften. Und diese Erträge bewirken auch einen gewissen  Zinseszinseffekt, wenn sie wieder angelegt werden. Das können wir selbst tun oder ganz automatisch machen lassen.

Jetzt kommen wir zu den einfachsten Fragen, die man sich dazu stellen kann. Ich weiss, hier lesen ab und an Menschen mit, die zwei Promotionen haben, Menschen die VWL studiert haben, Banker, Wirtschaftsjuristen und andere gebildete Menschen mit fachlichen Background. Diese Leser sehen es mir heute bitte nach. Das Ziel ist es heute die Message vom Welt-Depot in die Breite zu tragen, es soll jeder verstehen. Daher die einfachen Fragen und einfachen Antworten. Damit jeder die Chance hat, ein Welt-Depot aufzubauen und in Zukunft nicht nur auf Robo-Advisor via App und irgendwelche Verkaufskasper angewiesen ist.

 

 

Jede Geldanlage benötigt Zeit und Geduld. Wichtig ist es aber, damit anzufangen. Über die Jahre kumulieren sich Zinseszinseffekte. Das bedeutet am Anfang ist es besonders hart Geduld zu haben, nach einiger Zeit lohnt es sich aber umso mehr.

Quelle: gettyimages/istock

 

 

 

Q & A

 

Zu unseren einfachen Fragen:

Du hast geschrieben, es ist ein Welt-Depot, über 1000 Unternehmen sind darin enthalten. Ich könnte von vielen Unternehmen nicht mal eine Aktie kaufen. Wie soll ich das machen?

Antwort: Dafür gibt es einen ETF. Es gibt viele ETF’s und diese können alles mögliche enthalten, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Aber ich meine ETF’s, die die Welt „abbilden“. Und man kann diese mit schon 50,00 Euro im Monat besparen. Diese 50,00 Euro werden dann anteilig auf alle Positionen in dem ETF verteilt. Damit sind Deine 50,00 Euro in der ganzen Welt angelegt. Dir gehört ein Stück der Welt im Wert von 50,00 Euro.

 

 

Frage: Was ist ein ETF, wie kann ich mir das vorstellen?

Antwort: Die einfachste Vorstellung von einem ETF ist meiner Erfahrung nach, ein großer Korb, in dem alle Unternehmen der Welt enthalten sind. (Aktien-ETF) Es gibt aber jede erdenkliche Art von ETF’s. Auch solche, die Rohstoffe als Thema haben oder Immobilien. Und viele andere Spezialitäten. Wenn man nach ETF’s sucht, findet man tausende. Aber bei dem Welt-Depot geht es um die ETF’s, die im weitesten Sinn den MSCI World Index als Referenz haben. Es sind Aktien ETF’s, die in den Aktien der Unternehmen investiert sind.

 

Frage: Was ist der Unterschied zu Fonds, die die Banken und Versicherungsverkäufer immer anbieten?

Antwort: Die klassischen ETF’s sind passiv. Ein Fonds hat einen Fondsmanager. Dieser kostet eine Menge Geld und versucht durch aktives Eingreifen in den Markt Rendite zu erwirtschaften. ABER: Nachhaltig klappt es nicht erfolgreicher zu sein, als es ein passiver ETF ist. Das bedeutet: Ein Fonds kann auch sehr gute Jahre haben, aber der ETF ist meistens besser, da er deutlich kostengünstiger ist. Selbst wenn der Fonds mal in einem Jahr besser als der ETF ist, so ist dies eine Ausnahme und nicht reproduzierbar. Das bedeutet, es ist eine Ausnahme. 😉

 

 

Frage: Der Bankmensch hat mir einen Fonds gezeigt, der immer gut ist. Der Versicherungsmensch hat mir eine Versicherung gezeigt, die 6% im Jahr macht. Ist das dann gelogen?

Antwort: Es ist wichtig immer das Richtige zu vergleichen. In der Bank und im Finanzvertrieb im Allgemeinen, werden oft Äpfel mit Birnen verglichen. Teilweise aus Unkenntnis, teilweise weil Vertrieb von vertreiben kommt und nicht von Ehrlichkeit. 🙂

Einen Welt-ETF kann man nur mit einem Welt-Aktienfonds vergleichen. Man muss sich auch verschiedene Zeiträume anschauen, etwas was gerne vergessen wird. In Banken werden sehr gerne Mischfonds verkauft, die einen Aktienanteil um ca. 25-50% haben und in den letzten 10 Jahren sehr gut waren. In den letzten 10 Jahren war aber jede Anlage gut, die auf Aktien basierte. Selbst Pippi Langstrumpf hätte da einen Fonds managen können und dafür 2% im Jahr kassiert, um dann eine Koksparty mit Samsung und Tiffy von der Sesamstrasse zu feiern.

Die Frage ist, wie gut der Mischfonds gewesen wäre, wenn man die enormen Kosten abzieht? Dann bekommt man eine gewisse Vorstellung davon, was hinter den Kulissen läuft. Bei der Versicherung ist es das gleiche. Enorme Kosten. Eine Versicherung die derzeit 6% nach Kosten abwirft, kann nur eine Fonds- oder Indexpolice sein, die einen außergewöhnlich hohen Investitionsgrad aufweist. (Ein Thema für sich, gerne im Kommentarbereich fragen) Hier alternativ den ETF gegen laufen zu lassen zeigt, hier hätte man dann vermutlich 6% + X erhalten. In jedem Fall deutlich mehr. Aber die Fondspolice mit den 6% p.A. würde ich gerne auch erst einmal sehen. Das sollte Seltenheitswert haben.

Daher ein Wort zur Vorsicht: Die letzten 10 Jahre war es ein Kindergarten mit Aktien Geld zu verdienen. Alle Produkte, die daran gebunden sind, dürften weit im Plus stehen. Das sagt aber nichts über die Produktqualität aus. Und vor allem nicht, wieviel man wirklich bekommen hätte, wenn man statt dessen in einem Welt-Depot investiert gewesen wäre. Gerade die noch völlig unerfahrenen Leser möchte ich wirklich warnen: Was wir die letzten Jahre sehen, nennt sich „Asset-Inflation“. Eine Inflation der Vermögenspreise. Aber weder Aktien noch Immobilien steigen nur im Wert. Es kann sehr gefährlich sein, hier aus falschen Beweggründen zu investieren, vor allem wenn es auf Kredit gemacht wird, wie beispielsweise bei Immobilien. Bitte passt auf, ihr könnt euer Leben ruinieren!

 

Frage: Der Bank- oder Versicherungsmensch meint, ich soll eine Riesterrente machen. Ich bekomme einen Amazon Gutschein, staatliche Förderung und sogar Geld zurück. Ist das nicht besser?

Antwort: Schau Dir diese beiden Artikel an. Hier und Hier. Es geht um Riester und Rürup. Stelle Deine Frage bitte im Kommentarbereich. Dann kann ich sie beantworten und sie hilft vielen anderen Menschen auch.

Riesterprodukte haben enorme Kosten, die die Förderung oft weit übersteigen. Sie haben Nachteile in der Art, wie sie investieren können und sind sehr unflexibel. Riester ist ein Produkt, welches aus meiner Sicht entwickelt wurde, um damals die Versichungsindustrie zu subventionieren. Carsten Maschmeyer lässt grüßen.

 

 

Frage: Ok, mein Kopf raucht. Wie geht es weiter?

Antwort: Mit einem ETF, der auf dem MSCI World basiert. Du brauchst eine Bank, die diesen anbietet. Die DKB ist nach wie vor meine Empfehlung. Dort kann man diesen besparen. Monatlich, im Quartal oder jährlich. Egal wie hoch die Sparrate ist, es kostet nur 1,50 Euro pro Ausführung. (Nicht 1,5% wie bei anderen, was deutlich mehr sein kann) Zur DKB kommst Du HIER. Das Depot kostet nichts. Das Konto auch nicht. Ganz nebenbei: Du bekommst viele Zusatzleistungen – kostenlos. Eine Visakarte, mit der Du weltweit an allen Automaten kostenlos Geld abheben kannst und vieles mehr. Blackwater.live ist kein Affilateblog. Ich empfehle nur, was ich selbst nutze und nicht irgendwelchen Schrott. Die DKB mit ihren Leistungen ist meiner Erfahrung als Ex-Banker nach die richtige Bank für 70-90% aller Bankkunden in Deutschland.

Im ersten Schritt also bei der DKB ein Depot eröffnen.

Dann kann man sich dort die Welt-ETF’s im Sucher raussuchen. Es gibt mehrere Anbieter, aber einer der Klassiker schlechthin ist Vanguard. Zu Vanguard kommt ihr hier unter einem extra Fenster, falls ihr euch mit diesem Unternehmen etwas beschäftigen möchtet.

Es gibt von Vanguard zwei All-World ETF’s, den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF als ausschüttende und als thesaurierende Variante. Das bedeutet das exakt gleiche Produkt, aber einer schüttet Erträge (Dividenden) aus, der andere legt sie wieder mit an. Ihr solltet im Falle vom Vermögensaufbau und Altersvorsorge eher den thesaurierenden nehmen, wegen des Zinseszinseffekts. Über die Macht des Zinseszins möchte ich heute mal den Wikipedia Artikel verlinken, er öffnet sich unter einem extra Fenster. Sonst wird der Artikel von mir noch ein Roman. 🙂 Der Zinseszinseffekt.

Nur dieser Vanguard ETF alleine hat ein Volumen von über 900 Millionen USD, er beinhaltet über 1600 Aktien. Diese Aktien sind physisch vorhanden. Ohne jetzt das Thema vertiefen zu wollen: Es gibt ETF’s die die Wertpapiere enthalten, andere bilden diese nur ab, durch sogenannte Swap-Geschäfte. Der Vanguard ETF hält die Aktien in seinem eigenen Bestand bei einer Kostenquote von nur 0,22% p.A. Eure Bankprodukte kosten bis zu dem zehnfachen davon + Ausgabeaufschläge von bis zu 5%.

Das ist ein gewaltiger Unterscheid, wie ihr in diesem Artikel unter einem extra Fenster in Ruhe nachlesen könnt: Hier. Etwas drastisch im Rundumschlag von einer Frau geschrieben, die es wissen muss.

 

Also idealerweise so vorgehen, dann geht es euch immer finanziell gut:

 

 

  1. 3-Konten-Modell einrichten.
  2. Bei der DKB Konto und Depot aufmachen. (hängt mit Punkt 1 zusammen)
  3. Sparplan oder Pläne einrichten. Beispielsweise für verschiedene Ziele: Altersvorsorge, Sparen +10 Jahre usw.
  4. Niemals Konsumentenkredite aufnehmen. Warum? Schau hier.

 

 

 

Liebe Blackwater.live Leser, der Artikel ist heute ein neuer (und nicht der letzte) Versuch wieder mehr Menschen auf den Geschmack des einfachen Investieren’s zu bringen. Bevor es an Spezialthemen, Alpha-Anlagen, Überrendite und anderes geht, solltet ihr unbedingt die Finanzen strukturieren und eure Welt-Depot’s eingerichtet haben. Erst dann kommen weitere Schritte.

Wir leben im Jahr 2019. Noch immer sind 75% aller Deutschen, jung und alt, bei Vertriebsbanken, zahlen enorme Vertriebsprovisionen, oft ohne es zu wissen. Noch immer lacht sich der Vertrieb der Finanzindustrie kaputt über „german stupid money“, zu deutsch: „deutsches dummes Geld“. Frei nach Arthur Schopenhauer:

„Ich lege für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, dass ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwänglichen Dummheit verachte und mich schäme, ihr anzugehören.“

 

Es ist mir rechtlich leider nicht möglich euch das mal zu zeigen. Aber es ist wirklich so, dass man im Finanzvertrieb den Kunden als dummes Schaf sieht, welches man schlachten muss. Für eine erfolgreiche Vertriebswoche, damit die Quartalszahlen stimmen, damit die cholerische 200 Kilo Chefin/Chef einen am Montag nicht in die Mangel nimmt. Manche Berater sind leider selbst Opfer von Führungskräften, die deren junges Alter und das fehlende Wissen ausnutzen.

Der Finanzvertrieb weiss, dass die meisten Deutschen sich mit rechnen schwer tun, wie eine Forsa Studie belegt. Hier der Link dazu. Der Artikel ist aus dem Jahr 2013, bekanntlich ist es nicht besser geworden.

Der Finanzvertrieb weiss auch, das man in Deutschland kein Geld für Wissen bezahlt, sondern nur für Produkte. Dabei gibt es nachweislich nichts einfacheres, stressfreieres, günstigeres und effektiveres wie ein Welt-Depot. Wer nun seinen „Bankberater“ vermisst, der kann für ein Bruchteil der eingesparten Kosten auch ins Theater gehen. Das ist amüsant, hat aber keine negative Auswirkungen auf die Geldanlage.

Aber für die Altersvorsorge, für das Millionen-Depot, für A wie Antonella bis Z wie Zeynep und natürlich auch für A wie Alf bis Z wie Zacharias, egal wie sie alle heissen**, für mich und für Dich: Die richtige langfristige, stressfreie und breit gestreute Geldanlage ist das Welt-Depot.

 

 

**Ein Link für Menschen, die außergewöhnliche Kindernamen suchen.

Viele Entscheidungen in unserem Leben wirken sich nicht gleich auf uns aus, später dafür aber umso mehr: Essen und Sport genauso wie Geld und Sparen.

Quelle: gettyimages/istock

 

 

 

“There are only two days of the year when you can’t do anything – yesterday and tomorrow”.

– unbekannt

Blackwater

Recent Posts

Der S&P 500 – über 80 Prozent Gewinn

Über 80% Gewinn mit dem 🇺🇸 S&P 500 Index

2 Wochen ago

Herz der Finsternis: Višegrad 1992

Višegrad 1992 - unvergessen 💔

4 Wochen ago

Rente für die Kinder

Rente 💸 für die Kinder

2 Monaten ago

Männin und Männchen

Männin und Männchen Reloaded

2 Monaten ago

Du brauchst nur 1,5 Prozent

Du brauchst nur 1,5% 📊

3 Monaten ago