Ganz interessant zu wissen aber letztlich ohne Auswirkungen für uns.
1. Unser Hausinvest ist der S&P500
2. 5 Jahre sind KEIN sinnvoller Zeitraum für so eine Betrachtung.
Quelle: Handelsblatt
Diese Welt-ETFs schlagen den MSCI World über fünf Jahre Nur wenige weltweit anlegende börsengehandelte Fonds konnten den Lieblingsindex der Deutschen in den vergangenen Jahren schlagen. Das Handelsblatt hat vier gefunden.
Der MSCI World ist der Lieblingsindex der Deutschen. Viele Anlegerinnen und Anleger haben einen börsengehandelten Fonds (ETF) im Depot, der diesen Welt-Aktienindex abbildet, wie Umfragen immer wieder ergeben. Das Börsenbarometer besteht aus 1300 Unternehmen aus 23 Industrienationen.
Und dieses schlichte Investment war in den vergangenen fünf Jahren lukrativ: Der größte MSCI-World-ETF vom Anbieter Blackrock legte in diesem Zeitraum um knapp 89 Prozent zu. Dennoch gibt es Kritik am Weltindex, weil dieser zu 72 Prozent aus US-Aktien besteht und damit relativ stark auf Unternehmen der größten Volkswirtschaft der Welt setzt. So stellt sich für Anleger die Frage, ob es eine bessere Alternative gibt.
Wenn man nach der vergangenen Performance geht, lautet die Antwort: ja. Das Handelsblatt stellt vier Welt-ETFs vor, die den MSCI World nach Zahlen der Vergleichsplattform ExtraETF über fünf Jahre geschlagen haben – zwei von ihnen liegen sogar seit ihrem Marktstart vorn.
- JPMorgan Global Research Enhanced Index Equity Active UCITS ETF (Acc) USD
Der erste weltweit anlegende ETF, der den MSCI World schlägt, ist ein untypisches Produkt: Denn der „JPMorgan Global Research Enhanced Index Equity Active UCITS ETF (Acc) USD“ (ISIN: IE00BF4G6Y48) bildet nicht einfach einen Index nach, investiert also nicht schlicht „passiv“. Vielmehr verfolgt der ETF eine „aktive“ Anlagestrategie.
Der Vergleichsindex ist zwar der MSCI World, das Produkt der US-Bank JP Morgan ist aber nicht auf dieses Investmentuniversum beschränkt. Dieser ETF darf also im Gegensatz zum MSCI World auch in Schwellenländer investieren. Praktisch spielen diese Märkte aber derzeit kaum eine Rolle.
Stattdessen orientiert sich der Index schon eng am MSCI World. JP Morgan setzt zudem die hauseigenen Analystenbewertungen ein, um einzelne Aktien höher oder niedriger zu gewichten – je nachdem, wo die Aktienexperten des Hauses mehr oder weniger Kurspotenzial sehen. Dies macht die aktive Komponente dieses ETF aus.
Die Abweichungen, die sich daraus ergeben, sind gering. Sie werden allerdings nicht etwa eingesetzt, um die viel diskutierte Abhängigkeit von US-Aktien generell und von den großen Tech-Aktien im Speziellen zu senken – im Gegenteil.
Auch im JP-Morgan-ETF haben US-Aktien mit 73 Prozent das höchste Gewicht – damit sind diese Titel sogar etwas stärker gewichtet als im MSCI World. Die Tech-Sektoren Informationstechnologie (IT) und Kommunikationsdienste kommen zusammen auf ein Gewicht von rund 38 Prozent – ebenfalls minimal mehr als im MSCI World.
Auch die Dominanz der großen US-Tech-Aktien ist etwas größer als im Vergleichsindex: Nvidia, Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta kommen zusammen auf ein Gewicht von gut 24 Prozent. Im größten MSCI-World-ETF von Blackrock haben sie aktuell ein Gewicht von gut 23 Prozent. Mit knapp 600 Aktien ist der ETF denn auch konzentrierter als der MSCI World mit rund 1300 Titeln.
9,03 Prozentpunkte ist der JPMorgan Global Research Enhanced Index Equity Active UCITS ETF seit seiner Einführung im Jahr 2018 stärker gestiegen als der größte MSCI-World-ETF. (Quelle: ExtraETF)
Der Erfolg gibt den Analysten von JP Morgan indes recht: Der ETF ist mit einer jährlichen Gebühr von 0,25 Prozent zwar etwas teurer als die meisten klassischen MSCI-World-ETFs, bei der Performance liegt er aber trotzdem vorn: Er stieg auf Sicht von fünf Jahren knapp 92 Prozent, während der MSCI World 89 Prozent im Plus liegt.
In diesem und im vergangenen Jahr entwickelte sich die aktive ETF-Variante von JP Morgan allerdings minimal schlechter als der klassische MSCI World. Über den maximalen Anlagezeitraum dreht sich das Ergebnis aber wieder um: Seit seiner Auflage im Jahr 2018 stieg der JPMorgan-ETF insgesamt neun Prozentpunkte stärker als der klassische MSCI-World-ETF.
- Xtrackers MSCI World Value UCITS ETF
Auch der „Xtrackers MSCI World Value UCITS ETF“ (IE00BL25JM42) vom Vermögensverwalter DWS der Deutschen Bank orientiert sich am MSCI World: Er setzt nur auf sogenannte Value-Aktien, die in diesem Index vertreten sind. Die jährlichen Kosten liegen bei 0,25 Prozent, Dividendenauszahlungen werden direkt reinvestiert.
Als Value-Aktien gelten die Anteilscheine etablierter, fundamental starker Unternehmen, die an der Börse unter ihrem fairen Wert notieren. In die Value-Variante des MSCI World werden nur Aktien aufgenommen, die bei drei Schlüsselkennzahlen – dem Kurs-Buchwert-Verhältnis, dem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis und dem Unternehmenswert-Cashflow-Verhältnis – niedrige Werte aufweisen.
42,4 Prozent beträgt der Anteil von US-Aktien im Xtrackers MSCI World Value UCITS ETF. (Quelle: DWS)
Anhand dieser Kriterien gelten derzeit knapp 400 der gut 1300 Unternehmen im MSCI World als Value-Aktien. Je niedriger die Aktien bewertet sind, desto höher ist ihr Gewicht im Value-Index. Das führt zu einer völlig anderen Zusammensetzung als im klassischen MSCI World.
US-Aktien haben zwar immer noch den größten Anteil, er sinkt aber auf 42 Prozent. Dafür beträgt der Anteil von Europa mehr als 30 Prozent – allein Deutschland kommt auf fast sechs Prozent. Japanische Aktien haben ein Gewicht von 21 Prozent.
In den Sektoren sind die Verschiebungen weniger deutlich, dafür werden aber die Top Ten der Einzelpositionen von komplett anderen Aktien gebildet, weil die im MSCI World dominierenden Tech-Aktien die Value-Kriterien nicht erfüllen. Stattdessen haben hier das Telekommunikationsunternehmen Cisco sowie die Halbleiterkonzerne Intel und Micron Technology das größte Gewicht.
Sie kommen aber nicht an das Gewicht im MSCI World heran. Der Value-Index ist etwas weniger „kopflastig“: Die zehn größten Aktien gemeinsam kommen auf ein Gewicht von gut 21 Prozent.
Auffällig ist, dass diese Zusammensetzung nur in bestimmten Zeiträumen zu einer Outperformance des MSCI World Value gegenüber dem klassischen Welt-Aktienindex führt: Lediglich 2022 und im laufenden Jahr entwickelte sich der Value-Index besser – beide Jahre waren mit dem Ausbruch des Ukrainekriegs 2022 und dem US-Zollstreit in diesem Jahr von großer Unsicherheit geprägt. In einem solchen Umfeld entwickeln sich Value-Aktien häufig besser als der breite Markt.
In der Summe führt allerdings die Outperformance in diesen beiden Jahren dazu, dass die Value-Variante des MSCI World mit einer Gesamtperformance von 97 Prozent über fünf Jahre den klassischen MSCI World schlägt. Auf ganz lange Sicht fällt das Ergebnis aber anders aus: Seit der Auflage des DWS-ETF im Jahr 2014 liegt der MSCI World deutliche 80 Prozentpunkte vorn.
- iShares Dow Jones Global Titans 50 UCITS ETF (DE) (Dist)
Noch einen anderen Ansatz wählt der „iShares Dow Jones Global Titans 50 UCITS ETF (DE) (Dist)“ (DE0006289382). Der ETF der Blackrock-Tochter Ishares bildet wie der ähnlich klingende ETF des französischen Anbieters Amundi (FR0007075494) den Dow-Jones-Global-Titans-50-Index nach.
Beim Amundi-ETF sind die jährlichen Kosten mit 0,4 Prozent etwas niedriger, beim Blackrock-ETF betragen sie 0,5 Prozent. Beide ETFs schütten von den Unternehmen gezahlte Dividenden an die Anleger aus, wobei diese überschaubar sind: Die Ausschüttungsrendite lag in den vergangenen Jahren stets unter einem Prozent.
Ausgangsbasis für beide ETFs ist der Dow Jones Global Index, der mehr als 9000 Aktien aus Industrie- und Schwellenländern enthält. Er deckt 95 Prozent der globalen Marktkapitalisierung ab. Für den Dow Jones Global Titans 50 Index wird die Auswahl systematisch verkleinert.
45,4 Prozent
beträgt das Gewicht der Aktie von Apple, Nvidia, Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta im Index Dow Jones Global Titans. (Quelle: ExtraETF)
Zunächst werden die 100 Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung gewählt, wobei sie mindestens 30 Prozent ihrer Umsätze im Ausland erzielen müssen. Das erklärt den Begriff „Global Titans“ im Index- und ETF-Namen.
Diese 100 Unternehmen werden wiederum gerankt, wobei die Marktkapitalisierung ein Gewicht von 60 Prozent hat, während Umsatz und Nettogewinn jeweils mit 20 Prozent gewichtet werden. Die 50 besten Unternehmen bilden dann den Index, wobei das maximale Gewicht einer Aktie auf acht Prozent begrenzt ist. Die Zusammensetzung und die Gewichtung werden vierteljährlich überprüft.
Mit dem ETF investieren Anleger also weltweit, aber nur in die größten Unternehmen. Das Portfolio wird dadurch also kopflastiger, weil hier einzelne Länder und Branchen noch stärker dominieren: US-Aktien haben hier ein Gewicht von 85 Prozent, die Sektoren IT und Kommunikation kommen zusammen auf 66 Prozent.
Dementsprechend befinden sich auch die großen US-Tech-Aktien allesamt unter den Top Ten des Indexes: Apple, Nvidia, Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta kommen zusammen auf ein Gewicht von 45 Prozent – fast doppelt so viel wie im MSCI World.
Diese starke Gewichtung hat in der Vergangenheit aber zu einer Outperformance des ETF gegenüber dem MSCI World geführt: Auf Sicht von fünf Jahren stieg er um 122 Prozent, seit 2020 entwickelte er sich nur im Jahr 2022 schlechter als der klassische Welt-Index.
Die starke Kursentwicklung ist insofern nicht überraschend, als dass in den vergangenen Jahren vor allem die großen Tech-Konzerne die Entwicklung an den Börsen bestimmten. Allerdings gilt dieser Trend auch langfristig: Seit der Auflage im Jahr 2010 liegt der Global-Titans-ETF sogar fast 180 Prozentpunkte vorn.
- VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders ETF
Die stärkste Outperformance gegenüber dem MSCI World gelingt aber einem Dividenden-ETF des US-Anbieters VanEck: der „Morningstar Developed Markets Dividend Leaders ETF“ (NL0011683594). Er legte über fünf Jahre fast 130 Prozent zu und liegt damit gut 41 Prozentpunkte vor dem MSCI World.
Der ETF bildet den „Morningstar Developed Markets Large Cap Dividend Leaders Screened Select Index“ nach. Dieser besteht aus 100 dividendenstarken Aktien in den Industrieländern, die nach ihrer Dividendenrendite, ihrer Resilienz und dem voraussichtlichen Wachstum ausgesucht werden. Die Zusammensetzung wird quartalsweise überprüft.
Die Dividenden werden bis zu viermal pro Jahr an die Anleger ausgeschüttet. Die jährlichen Kosten liegen derzeit bei 0,38 Prozent. Damit ist der ETF teurer als viele MSCI-World-ETFs, deren Kosten 0,12 Prozent oder weniger betragen.
Durch den Dividenden-Fokus ist die Zusammensetzung des ETF eine völlig andere als die des MSCI World: Der US-Anteil sinkt auf knapp 14 Prozent. Hinter Frankreich bilden die USA sogar nur die zweitgrößte Länderposition. Der Anteil der beiden Tech-Sektoren IT und Kommunikation sinkt auf gut fünf Prozent.
Dementsprechend verändert sich auch die Zusammensetzung der Top Ten: Die großen Tech-Aktien spielen gar keine Rolle, stattdessen hat der Schweizer Pharmakonzern Roche das höchste Gewicht, gefolgt vom US-Pharmaunternehmen Pfizer und der britischen Bank HSBC.
Dafür bildet sich aber ein anderes Klumpenrisiko: Bei den Regionen kommen europäische Aktien auf einen Anteil von 65 Prozent, bei den Branchen liegt der traditionell dividendenstarke Finanzsektor mit 41 Prozent vorn, gefolgt vom Gesundheitssektor mit 17 Prozent.
7,99 Euro pro Anteilschein werden Anleger beim VanEck-ETF zum Jahresende seit 2021 aus Dividendenausschüttungen erhalten haben. (Quelle: ExtraETF).
Diese Zusammensetzung erklärt auch die Outperformance des ETF gegenüber dem MSCI World: Der Finanzsektor hat sich nach dem Einbruch im Coronajahr 2020 besser entwickelt als der MSCI World. Allein im Jahr 2022 lag der VanEck-ETF gut 28 Prozentpunkte vor dem MSCI World.
Zudem profitiert der Dividendenindex von der Aufwertung des Euros gegenüber dem Dollar. Das ist einer der Gründe für den Vorsprung von fast 13 Prozentpunkten vor dem MSCI World in diesem Jahr.
2022 und 2025 sind zudem die einzigen Jahre seit 2020, in denen der VanEck-ETF den MSCI World schlägt. Seit seiner Auflage im Jahr 2016 liegt die Performance des Dividenden-ETF dagegen mehr als 20 Prozentpunkte hinter der Entwicklung des MSCI World zurück.
Attraktiv an dem ETF sind aber die hohen Dividenden: In den vergangenen Jahren lag die Dividendenrendite zwischen vier und sechs Prozent. Wer zum 1. Januar 2021 den ETF kaufte, hat allein durch die Dividenden schon 30 Prozent des Kaufpreises wieder ausgeschüttet bekommen.
Top 👍 Danke!
Danke schön Martin 🙂


