Vorab der Beitrag stammt nicht von mir, sondern von einer lieben Schwester und ich wollte ihn gerne mit euch teilen:
Ich bin auf ein Video gestoßen, in dem eine Frau folgende Worte sagt:
„Ich bin gegen den Hijab, weil ich den Hijab als eine Form historischer Fesseln betrachte, die Frauen auferlegt wurden. Ich lehne völlig ab, dass mein Körper etwas Beschämendes sein soll. Warum gilt mein Körper als beschämend, wenn der Körper eines Mannes es nicht ist? Das ist eine Beleidigung für mich und ich lehne das ab.“ Diese Aussage hat mich sehr beschäftigt, und ich möchte gern meine Gedanken dazu teilen.
Die Aussage „Ich bin gegen den Hijab, weil ich nicht glauben kann, dass mein Körper etwas Schamvolles ist“ spiegelt eine verbreitete Wahrnehmung wider, die den Hijab mit Scham, Unterdrückung oder Körperfeindlichkeit verknüpft. Dieser Gedanke speist sich aus modernen Diskursen über Selbstbestimmung und Gleichberechtigung, ignoriert jedoch die wahre Bedeutung des Hijabs.
Der Islam betont nämlich die Gleichwertigkeit von Mann und Frau. Im Quran heißt es nämlich sinngemäß:
„Ich lasse das Werk eines (Gutes) Tuenden von euch nicht verlorengehen, sei es von Mann oder Frau. Die einen von euch sind von den anderen." (3:195)
„Sie (die Frauen) sind euch ein Gewand, und auch ihr seid ihnen ein Gewand." (2:187)
„Wer rechtschaffen handelt, sei es Mann oder Frau, und dabei gläubig ist, den werden Wir ganz gewiss ein gutes Leben leben lassen. Und Wir werden ihnen ganz gewiss mit ihrem Lohn das Beste von dem vergelten, was sie taten.“ (16:97)
Diese Verse zeigen, dass Mann und Frau sich einander ergänzen, schützen und in ihrer Würde gleichberechtigt sind. Der Wert eines Menschen liegt nicht in seinem Körper, sondern in seinen inneren Qualitäten.
Imam Khomeini (r.) sagte einmal: „Der Islam würdigt euch Frauen mehr als den Mann. Der Islam will euch erretten. Er will euch vor einem Puppen-Dasein erretten, in das man euch stoßen will. Der Islam will euch zu vollkommenen Menschen erziehen.“
Gerade vor diesem Hintergrund versteht der Islam den Hijab nicht als Einschränkung, sondern als Schutz vor der Reduktion auf das Äußere. In einer Welt, in der Schönheit oft als Ware gehandelt und der weibliche Körper medial und ökonomisch verwertet wird, stellt der Hijab eine bewusste Gegenbewegung dar. Er trennt Würde und Kompetenz einer Frau von ihrer äußeren Erscheinung. Die Muslima möchte nicht aufgrund ihrer Beine, Haare oder Kleidung bewertet werden, sondern aufgrund von Intelligenz, Charakter und Gottesbewusstsein.
Der Islam bewertet den Körper der Frau nicht niedriger, sondern höher, weil er weiß, welche Wirkung weibliche Schönheit gesellschaftlich hat - und wie oft sie missbraucht wird.
Der männliche Körper wird ebenfalls geregelt: Männer dürfen auch nicht alles zeigen, auch ihnen wird Bescheidenheit auferlegt.
Doch gerade in westlichen Gesellschaften ist der weibliche Körper in einem Maße unter gesellschaftlichen Druck gesetzt, vermarktet und sexualisiert worden, wie es der männliche Körper weder historisch noch gegenwärtig erfahren hat.
Es ist kein Zufall, dass gerade in kolonialen Machtkonflikten der Angriff immer beim Hijab begann. Franz Fanon dokumentierte, wie die französische Besatzungsmacht in Algerien versuchte, den Schleier zu beseitigen, um die Frau zu entwaffnen und die Gesellschaft zu brechen. Ein „entblößter Körper" war immer ein „geöffneter Horizont" für den Kolonialisten. Der Hijab hingegen war eine Festung - kulturell, psychologisch, gesellschaftlich.
Wer heute gegen den Hijab argumentiert, reiht sich - bewusst oder unbewusst - in eine lange Geschichte der Entmündigung muslimischer Frauen ein. Denn in Wahrheit richtet sich diese Kritik selten gegen Stoff, sondern gegen das Recht der Muslima, selbst zu definieren, wie sie gesehen werden möchte.
Der Hijab ist der Anspruch einer Frau, mit Intellekt, Spiritualität und Fähigkeiten im Vordergrund zu stehen; ein Nein zur Ausbeutung und ein Ja zu einer Freiheit, die nicht von den Blicken anderer abhängig ist.
SubhanAllah, ein schöner Beitrag.
Hijab ist kein einfaches Thema, weil es neben der religiösen Bedeutung auch kulturelle, idenitäre und manchmal sogar politische Bedeutungen hat.
In der religiösen Dimension hat es eine Bedeutung, die über den Stoff weit hinaus geht, "Hijab des Herzens".
Ich kenne eigentlich keine Frauen die es so interpretieren, dass sie sich für irgendetwas schämen müssten. Eher das Gegenteil.
Hijab ist in gewisser Weise auch ein sehr persönlich-weibliches Thema, weswegen Statements von Männern dazu eigentlich nicht so sehr mag. Aber gut.
Nicht Muslimas sollte dieses zu denken geben:
Doch gerade in westlichen Gesellschaften ist der weibliche Körper in einem Maße unter gesellschaftlichen Druck gesetzt, vermarktet und sexualisiert worden, wie es der männliche Körper weder historisch noch gegenwärtig erfahren hat.
Und das ist heute doch sehr offensichtlich.
Deshalb ist der Hijab heute auch ein Statement und es zieht viel Hass auf sich von der "anderen" Seite.
Aber keine Frau die sich nicht traut Hijab zu tragen sollte sich deshalb vom Islam abbringen lassen, das möchte ich dazu sagen. Jede hat ihr eigenes Tempo und es gibt viel grössere Themen.
Zum Thema Hijab habe ich ja 1-2 Podcasts gemacht und dabei fast ausschliesslich immer Quellen von Muslimas angeführt, wie auch in dem letzten Artikel dazu:
https://blackwater.live/hijab/
Mir ist das tatsächlich immer etwas unangenehm gewesen dazu etwas zu machen, weil ich ein Mann bin. Daher habe ich einfach die Schwestern sprechen lassen. In dem Artikel kommen dank einer anderen Quelle über 200 zu Wort bzw. stimmen ab.
Hierbei geht es um den Hijab als Bedeckung und das ist natürlich ein "weibliches Thema", Frauen sind das schönere Geschlecht und gelten als besonders schützenswert.
Aber der tiefere Grundsatz des Quran dahinter "senke Deine Blicke" richtet sich ja an beide. Und auch noch in der Reihenfolge zuerst an die Männer. Das ist das "bigger picture" und wird oft ... sagen wir übersehen oder einfach weg gelassen 😉 Man bedenke, es sind die direkten Worte unsere Schöpfers.
Dass im Islam wie er gelebt werden sollte Frauen unterdrückt werden und der Hijab ein Symbol dafür ist, ist natürlich Quatsch. Das ist pure Propaganda von dem evangelikal-zionistischen Block und diese Vögel lieben es das auszuschlachten. Eine Hijabi, oh Hilfe! Sie wird sicher als Frau unterdrückt! Eine Frau bei OF - oh wie toll und selbstbestimmt!
🤡
Dass Frauen in muslimischen Kulturen unterdrückt werden kommt aber leider nicht selten vor, genauso wie beispielsweise in vielen südamerikanischen Kulturen. Will heissen, das ist allgemein weit verbreitet und kulturbedingt so. Aus islamischer Sicht eindeutig falsch aber eben leider gelebte Realität.
Vielleicht eines noch:
Für mich macht nicht der Hijab aus ob eine Frau Muslima ist oder nicht. Dazu habe ich inzwischen zu viel gesehen und erlebt. Der Hijab ist ein Markenzeichen des Islam, das ist unbestritten. Und wenn man(n) Hijabis sieht hat man gleich ein gutes Gefühl, weil man weiss, es gibt etwas, was uns verbindet und gemeinsame Werte.
Insofern relativiere ich nicht den Hijab. Aber es gibt auch Millionen Muslimas die keinen tragen und die auch auf ihrem Weg sind. Warum schreibe ich das?
Leider habe ich auch schon erlebt, dass man diesen Frauen die Religion abspricht (Takfir). Und das in einer wirklich selbstgerechten und überheblichen Art und Weise. Das ist falsch und man gewinnt damit gar nichts.
Leider habe ich auch schon erlebt, dass man diesen Frauen die Religion abspricht (Takfir). Und das in einer wirklich selbstgerechten und überheblichen Art und Weise. Das ist falsch und man gewinnt damit gar nichts.
Leider wahr 🥺
Hijab ist in gewisser Weise auch ein sehr persönlich-weibliches Thema, weswegen Statements von Männern dazu eigentlich nicht so sehr mag.
Empfinde ich auch so.
Ich weiss echt nicht woher das immer mit dem Unterdrückt sein kommt, also weil ich Hijab trage bin ich unterdrückt? Oder wegen Körper schämen. Also ich hatte nur Mal Probleme mit Kilos zu viel oder weil ich mich einfach nicht wohl fühlte aber das ist doch nicht der Grund Hijab zu tragen. Hijab trage ich für Allah swt und es ist meine Kultur und Identität. Und ich bin gerne Hijabi. Ich denke es ist bei anderen Kulturen auch so, bei denen noch mehr bedeckt wird also Abaya etc, was wir in Bosnien normal nicht machen. Wir tragen einfach modest wear und dann Hijab.
Natürlich sollte keine Frau gezwungen werden und das wäre haram sie zu zwingen. Ich liebe meine Religion alhamdulillah🤲🏻🤲🏻
Zu diesem Thema kann ich nicht viel beitragen. Ich möchte nur eines sagen:
Die Community hat meine Sicht darauf verändert. Und dafür bin ich dankbar. Dass man hier über den Tellerand hinaus schauen kann und ihr solche Themen teil hilft im Deutschland von 2025/2026, wo Muslime zum "Stadtbild" gehören (sorry für das Wort). Ich sehe Muslime jetzt mit anderen Augen und weiss zu differenzieren zwischen den Idioten, die es überall gibt und aufrichtigen Muslimen mit Herz. So wie hier in der Community. Das gibt mir Seelenfrieden bei diesem aufgeheizten Thema Islam in Deutschland.
Mögen sich die vernünftigen langfristig durchsetzen!
PS: Mir wird manchmal nur zu viel "überliefert". Soll aber keine Kritik an @mhmd sein. Nur fehlt mir als Nichtmuslim Kontext und Verständnis dazu. Offene Gedanken und Erklärungen wären mir da lieber.
@mrtn Wirklich toller Artikel, ich hab ihn mir grade eben durchgelesen.
Mir ist das tatsächlich immer etwas unangenehm gewesen dazu etwas zu machen, weil ich ein Mann bin.
So gehts mir auch, es hat irgendwie so einen komischen Beigeschmack, deswegen halte ich mich bei dem Thema lieber etwas zurück.
Aber es gibt auch Millionen Muslimas die keinen tragen und die auch auf ihrem Weg sind.
Eine Schwester dafür zu verurteilen, dass sie keinen Hijab trägt, ist einfach falsch. Der Islam ist ein Weg, den wir gehen, um Allah näher zu kommen und auf diesem Weg ist niemand von Anfang an perfekt. Perfektion ist sowieso nicht etwas, das wir irgendwann erreichen werden, sonders ein Ideal, dem wir uns annähern. Worum es aber vielmehr geht, ist das ehrliche Bemühen, also sich Tag für Tag weiterzuentwickeln, zwangsläufig mit Höhen und Tiefen. Jeder Mensch wächst in seinem eigenen Tempo und hat seine eigenen inneren Kämpfe, die von außen nicht sichtbar sind. Für manche Schwestern kann der Hijab ein früher Schritt auf diesem Weg sein, für andere ein späterer. Und vielleicht kommt irgendwann mal der Moment, an dem man sich innerlich bereit fühlt, diesen Schritt zu gehen, aus Überzeugung und aus Liebe zu Allah.
Leider habe ich auch schon erlebt, dass man diesen Frauen die Religion abspricht (Takfir).
Dass eine Schwester „takfiriert“ wurde (was ein Wort😂), hab ich persönlich noch nie erlebt. Ich hatte aber dafür öfters mal mitbekommen, dass bei religiösen Diskussionen oder Meinungsverschiedenheiten oder ähnliches, dass die Meinung der non-Hijabi keinen Wert hat, unabhängig davon was sie sagt. So als hätte ihr Glaube auch weniger wert oder wäre weniger ernst zu nehmen.
Und das in einer wirklich selbstgerechten und überheblichen Art und Weise.
!
Ich weiss echt nicht woher das immer mit dem Unterdrückt sein kommt, also weil ich Hijab trage bin ich unterdrückt?
Kleiner Erfahrungsbericht von einer Schwester: Sie hat ihren Hijab mit 17 zum ersten mal angelegt und den Mitschülern war es tatsächlich egal. Es hatte die meisten Leute nicht groß gekümmert. Die Lehrerin allerdings wollte mit ihr vor die Tür gehen und hat ihr persönlich gesagt (sinngemäß) „Wenn du gezwungen wurdest das Kopftuch anzuziehen, dann sag mir bitte schleunigst Bescheid, wir klären das dann mit deinen Eltern.“ usw. bla bla bla. Was ich damit nur sagen will, ist dass viele Nicht-Muslime sich es einfach nicht vorstellen können, dass man sich freiwillig auf diese Weise „einschränkt“ und das auch noch für einen Gott, dessen Existenz geleugnet wird. Man müsse demnach von einem bösen Mann gezwungen worden sein…
@hausverwalterderherzen Danke für deinen Kommentar🙏 Freut mich wirklich sehr, dass du durch die Community einen so schönen Eindruck vom Islam gewinnen konntest.
Mir wird manchmal nur zu viel "überliefert". Soll aber keine Kritik an @mhmd sein.
Der Thread dient eigentlich eher dazu einfach eine kleine Botschaft zu teilen über die man nachdenken kann und die einem vielleicht dabei hilft Allah näher zu kommen. Aber vielleicht hast du Recht, das Pensum an Posts ist schon etwas zu hoch.
Nur fehlt mir als Nichtmuslim Kontext und Verständnis dazu.
Eine Frage nur aus Neugier: Versteht man ohne muslimischen Background eine Aussage wie „Neid verzehrt die guten Taten wie Feuer das Holz“ oder kann man damit schon irgendwie was anfangen? Ich dachte eigentlich das meiste wäre selbsterklärend. Ansonsten kannst du natürlich immer gerne nachfragen, falls dir etwas komisch vorkommt. Dann steh ich dir natürlich gerne zur Verfügung. Ich schaffe es nur leider zeitlich nicht zu jeder Überlieferung eine passende Erklärung zu schreiben, sondern hab es nur gemacht, wenn ich es als nötig empfunden habe.
Dass eine Schwester „takfiriert“ wurde (was ein Wort
), hab ich persönlich noch nie erlebt.
Ich vermute das wirst Du auch nie erleben - denn es ist eine inakzeptable Verhaltensweise die man wohl nur in den Weiten des Salafi-Spektrums findet 🤣
Natürlich sollte keine Frau gezwungen werden und das wäre haram sie zu zwingen. Ich liebe meine Religion alhamdulillah
Das wurde mir bei Insta zufällig angezeigt wow😑😑
@mhmd Von Tausenden Gelehrten kann man sich auch immer die extremsten rauspicken. Es gibt für fast alles eine Meinung und scheinbar gut begründet. Und die Unwissenden halten das dann für den einzigen Weg. Das ist scary.
@aliya also innerhalb der Salafi Szene ist er eigentlich sogar ne echt große Hausnummer. Er ist zwar kein offizieller Mufti, aber seine Fatwas werden wohl sehr ernstgenommen, so als wäre er einer. Er sitzt auch aktuell im Gefängnis in Ägypten… aber unabhängig davon hast du natürlich Recht, genauso wie es sehr strenge Gelehrte gibt, so gibts auch viele die eher liberal sind und viele in der Mitte.
@mhmd Meine 5cent: Viele dieser Leute führen das was direkt im Quran steht schon völlig ad absurdum. Im sunnitischen Islam gibt es zwar die Legitimation durch Konsens (Idschmāʿ) was einerseit gut klingt, aber es sorgt auch für allerhand "Wildwuchs" an Predigern und "Gelehrten" bis heute.
Manchmal dachte ich für mich schon dass es zwar tapfer ist zu sagen schau her, im Islam geht es um Eigenverantwortung und es gibt nicht solche Hierachien wie im Christentum oder gar einen Papst. Und dann merkt man, dass traditionell viele Leute doch die Verantwortung abgeben und allen möglichen Menschen folgen. Und manche praktizieren das so weit, dass es schon fast einem Kult gleicht.
Das wäre heute eine Islamkritik wobei ich selbst es nicht als solche sehe, da der Islam für mich eben nicht dieser ist und und weiss dass es auch anders geht.
Aber m.E. ist eine Wurzel des ganzen Übels, den die muslimische weltweite Community heute hat, dieser Menschenkult und das Followen von solchen Leuten. Und darin liegen so viele Widersprüche, dass ich einen Roman darüber schreiben könnte.
Offtopic:
Wäre ich bei meiner Suche zuerst auf solche Leute gestossen, hätte meine Reise deutlich länger gedauert oder ich wäre Atheist geworden. Und wenn Du heute Muslime fragst die gegangen sind, dann sind es in 90% genau diese Themen, die dazu geführt haben (ich meine jetzt nicht die Muslime, die eh nicht praktiziert haben oder einfach ihren eignen Naffs nachgehen wollten)
@aliya also innerhalb der Salafi Szene ist er eigentlich sogar ne echt große Hausnummer. Er ist zwar kein offizieller Mufti, aber seine Fatwas werden wohl sehr ernstgenommen, so als wäre er einer.
Abstossend für mich und wirklich frauenfeindlich. Daran ist nichts gutes, schönes oder tiefes.
Und auch nicht der Islam wie ihn die meisten bei uns leben.
Alhamdulillah hat sich das in unser Kultur ganz anders entwickelt 🤲🏻🤲🏻


