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Steuern OECD-Bericht Deutschland

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mrtn
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Laut dem aktuellen OECD-Bericht „Taxing Wages 2025“ (Daten für 2024) liegt Deutschland bei der Abgabenlast (Tax Wedge) für einen alleinstehenden Durchschnittsverdiener ohne Kinder auf Platz 2 von 38 OECD-Ländern. Der Wert beträgt genau 47,9 % der Arbeitskosten. Nur Belgien ist höher mit 52,6 %. Frankreich folgt knapp dahinter auf Platz 3 mit 47,2 %, dann Italien (47,1 %) und Österreich (47,0 %). Der OECD-Durchschnitt liegt bei 34,9 %.

 

Zum Vergleich (ebenfalls aus dem Bericht):

  • USA: 30,1 %
  • Japan: 32,6 %
  • Großbritannien: 29,4 %
  • Schweiz: 22,9 % (deutlich niedriger)

 

Der Tax Wedge misst den gesamten Keil zwischen dem, was der Arbeitgeber an Arbeitskosten aufwendet (Bruttolohn + Arbeitgeber-Sozialabgaben), und dem, was der Arbeitnehmer netto nach Steuern, Sozialabgaben und eventuellen Transfers übrig behält. Er umfasst also Einkommensteuer, Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Sozialbeiträge (minus Familienleistungen). Für Singles ohne Kinder fällt er besonders hoch aus, weil keine kind- oder familienbezogenen Entlastungen greifen. Bei Verheirateten mit zwei Kindern sinkt er in Deutschland auf 33,3 % (Platz 10 im OECD-Vergleich).

 

Hier die offiziellen OECD-Quellen:

  • Hauptbericht: Taxing Wages 2025
  • Länderbericht Deutschland (PDF): Germany Country Note
  • Übersichtstabelle in der Broschüre (S. 4): Belgien 52,6 %, Deutschland 47,9 %, OECD-Durchschnitt 34,9 %.

 

Der Wert für Deutschland ist von 2023 (47,7 %) leicht auf 47,9 % gestiegen, liegt aber langfristig seit 2000 etwas niedriger (damals 52,9 %). Trotzdem bleibt die Belastung für Alleinstehende strukturell sehr hoch – vor allem durch die Kombination aus progressiver Einkommensteuer und hohen Sozialabgaben (Rente, Kranken-, Pflege-, Arbeitslosenversicherung).

Es wird aktuell viel über Steuererhöhungen gesprochen (z. B. bei Reichensteuer, Erbschaftsteuer, oder indirekt durch Ausgabensteigerungen, die später finanziert werden müssen), während Entlastungen (z. B. bei der kalten Progression, Soli-Rest oder Sozialabgaben) oft nur zögerlich oder gar nicht umgesetzt werden. Das passt zur OECD-Statistik: Deutschland hat schon eine der höchsten Arbeitskostenbelastungen weltweit, und weitere Erhöhungen würden den Abstand zum OECD-Durchschnitt eher vergrößern. Viele Ökonomen kritisieren genau das – hohe Abgaben bei gleichzeitig relativ schwachem Wachstum und Fachkräftemangel. Ob das politisch klug ist, ist eine andere Frage, aber die Zahlen selbst sind unstrittig.



   
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