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Investments📊 Anleihen - ab wann haben sie wieder einen Platz im Depot verdient?

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(@gesperrter-nutzer)
Mitglied Restricted
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 2368
Themenstarter  

Es scheint ja nun allmählich doch zu einer Art Zinswende zu kommen - zumindest in den USA steht die Zinserhöhung vor der Tür, und auch in Europa drückt die aufkommende Inflation ja mehr und mehr in Richtung einer Zinsanhebung.

Durch die lang anhaltende Niedrigzinsphase sind Anleihen in Ungnade gefallen. Nach meinem Verständnis war der Hauptzweck von Anleihen, ein Depot zu stabilisieren, und der Mechanismus dahinter war: Wirtschaftliche Schwierigkeiten führen zu fallenden Aktienkursen, aber auch zu Zinssenkungen zum Stützen der Konjunktur. Diese wiederum würden zu steigenden Anleihekursen führen, was also die Bewegung der Aktienkurse ausgleicht, Rebalancing ermöglicht und damit insgesamt eine lohnende und gute Sache ist. Das Problem mit der Niedrigzinsphase war nun, dass die Anleihen sich nicht mehr "frei" in beide Richtungen bewegen konnten - klar, wenn der Zins erst mal nahe bei oder auf Null oder sogar darunter ist, dann fällt eine Bewegungsrichtung weg und hebelt damit den "gesunden" Mechanismus aus. Und so war die Empfehlung der letzten Jahre die, statt Anleihen gleich Cash bzw. Tagesgeld zu halten, um den risikoarmen (heißt: schwankungsarmen aber inflationsanfälligen) Teil des Portfolios abzubilden.

Wann wäre eurer Meinung nach der Punkt gekommen, an dem man Anleihen wieder dem Portfolio beimischen kann? Kann man diesen Punkt am Leitzins oder anderen Kennzahlen fest machen? Oder gibt es noch andere Einflussfaktoren, die berücksichtigt werden müssen? Erstmal dürfte es jetzt zu einer doppelten "Katerstimmung" kommen, da die Zinserhöhung weder den Aktien noch den Anleihen hilft, richtig?



   
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(@presskoppweck)
Fide Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 2503
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Und so war die Empfehlung der letzten Jahre die, statt Anleihen gleich Cash bzw. Tagesgeld zu halten, um den risikoarmen (heißt: schwankungsarmen aber inflationsanfälligen) Teil des Portfolios abzubilden.

Ich würde das für eine urban legend halten, denn die Randbedingung lautete immer schon: bei RK1 < 100.000€ (Einlagensicherungsgrenze). Das mag für viele Anleger erstmal ausreichen, aber mit der Einlagensicherung vertraut man privaten Firmen, mit Staatsanleihen vertraut man dem lender of last ressort. Heuer kommt gegebenenfalls noch Verwahrgebühr/Negativzins hinzu und was man auch nicht vergessen sollte: die Kursverluste von Anleihen kann man steuerlich mit den Gewinnen von ETF verrechnen. Verwahrentgelte sind immer dein privates Vergnügen = steuerlich nicht absetzbar.

Wann wäre eurer Meinung nach der Punkt gekommen, an dem man Anleihen wieder dem Portfolio beimischen kann? Kann man diesen Punkt am Leitzins oder anderen Kennzahlen fest machen? Oder gibt es noch andere Einflussfaktoren, die berücksichtigt werden müssen? Erstmal dürfte es jetzt zu einer doppelten "Katerstimmung" kommen, da die Zinserhöhung weder den Aktien noch den Anleihen hilft, richtig?

Wenn man RK1 streng betrachtet, dann darf darin kein Währungsrisiko verborgen sein. Das wäre es aber bei einer Dollaranleihe und wir kommen zurück zu in Euro ausgeschriebenen Anleihen von Schuldnern mit 2 bzw. 3A-Rating (und kurzer Restlaufzeit). Bevor Du da über Null kommst, bieten Banken wieder Positivzinsen auf Einlagen an. Wenn man nicht auf die zukünftige Festgeldleiter warten will, dann kann man jetzt schon bei CosmosDirect ein flexibles Vorsorgekonto nehmen. Ist ein anderes Sicherungssystem (Versicherung), das kann man positiv als Risikostreuung ansehen.



   
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(@lichtenberg99)
Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 1416
 

Ich bespare seit ca. 2 Jahren einen ETF auf US $ Staatsanleihen aus Emerging Markets (Vanguard A143JQ), weil ich einfach nicht den gesamten Risikoanteil meines Portfolios in Aktien stecken wollte. Der ETF hatte letztes Jahr eine Performance von ca. 6%. Aber nicht, weil die Anleihen so gut gelaufen wären, sondern weil der US$ gegen den Euro gestiegen ist. Der ETF schüttet monatlich aus, für die, für die das interessant ist. 

Historisch gesehen, haben EM Hartwährungsanleihen eine mässige Korrelation mit Industrienländer Aktien, also deswegen auch zur Diversifikation geeignet. https://www.gerd-kommer-invest.de/schwellenlaender-staatsanleihen/

Aber wichtig: Das gehört in den Risikoteil des Portfolios.



   
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