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Frage ETFs besparen - welche und vie viele?

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Hoppsiela
(@hoppsiela)
Milkshake Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 2 Wochen
Beiträge: 4
Themenstarter  

Hallo zusammen,

ich bin noch sehr neu hier und habe erst vor ein paar Wochen (endlich) angefangen mich mit dem Thema Geldanlage zu Beschäftigen. Aufgrund allem, was ich hier bisher gelesen habe, traue ich mich einfach mal meine Fragen zu stellen:

Kurz zu meiner Situation: 35 Jahre, keine Schulden, Notgroschen> 3 Monatsgehälter, zusätzlich Tagesgeld > 10000 €, aktuelle Sparmöglichkeit>1000 € (was sich in beide Richtungen ändern kann)

Nun würde ich meine Sparrate gerne endlich nicht nur auf mein Tagesgeldkonto, sondern in ETF(s) fließen lassen.

1. Woher weiß ich, welcher der richtige ist? Über den Vanguard All World habe ich hier natürlich schon gelesen. Allerdings möchte ich bei meinem Vermögensaufbau auch eine nachhaltige Komponente enthalten haben. Es gibt ja mittleweile "nachhaltige" ETFs - bei denen mir bewusst ist, dass aufgrund der Auswahlkriterien auch mal Untnehmen enthalten sein können, die ich nicht unbedingt als nachhaltig bezeichnen würde.

Was haltet Ihr von "nachhaltigen" ETFs? Habt Ihr vielleicht sogar Empfehlungen?

Und wie suche ich am besten einen ETF aus? Ohne, dass ich hier gegebene Empfehlungen anzweifeln möchte, ich würde es nur gerne besser verstehen.

2. Zudem bin ich nicht sicher, ob ich folgendes richtig verstanden habe: Wenn ich grundsätzlich zu einer Anlagestrategie mit 60:40 Risiko:risikoarm tendiere, lasse ich dann 60% meiner Sparmöglichkeit in einen reinen Aktien ETF (z.B. Vanguard All Word) und 40% weiter auf mein Tagesgeld fließen? Oder suche ich mir für die 40% einen (internationalen) Renten-ETF?

3. Mein Anlageziel ist hauptsächlich die Altersvorsorge. Allerdings könnte ich mir auch gut vorstellen, ab einem gewissen Zeitpunkt vor der Rente, bereits einen Teil der Gewinne ausschütten zu lassen oder auch mal Teilsummen für ggf. größere Ausgaben aus meinem Depot zu entnehmen. Daher dachte ich, dass ich mindestens in 2 ETFs sparen sollte. Dann könnte ich, falls ich zwischendurch mal Geld brauche aus dem entnehmen, der gerade besser steht. Und der andere würde weiterlaufen und wäre für später da. Es fühlt sich komisch an, meine ganze Sparrate nur ein einen ETF zu stecken, in dem nur Aktien enthalten sind. Oder habe ich hier einen Denkfehler?

Macht eine Kombination aus mehreren ETFs Sinn? Z.B. ein "normaler" und ein "nachhaliger" Welt-ETF?

 

Ich hoffe, meine Fragen sind verständlich und nicht unpassend.

Danke und LG

 

 


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1445
 

Erst einmal herzlich willkommen bei uns! Schön, dass Du da bist.

 

Veröffentlicht von: @hoppsiela

Aufgrund allem, was ich hier bisher gelesen habe,

Ich bin froh, dass Dich das Corona-Battle nicht abgeschreckt hat. Einer der seltenen Ausplatzer in der Community. 😉

 

Veröffentlicht von: @hoppsiela

Kurz zu meiner Situation: 35 Jahre, keine Schulden, Notgroschen> 3 Monatsgehälter, zusätzlich Tagesgeld > 10000 €, aktuelle Sparmöglichkeit>1000 € (was sich in beide Richtungen ändern kann)

Das ist schon mal hervorragend und inzwischen selten geworden. Die Basis stimmt, das monatliche Sparvolumen ist absolut gesehen mehr als ordentlich.

 

Veröffentlicht von: @hoppsiela

2. Zudem bin ich nicht sicher, ob ich folgendes richtig verstanden habe: Wenn ich grundsätzlich zu einer Anlagestrategie mit 60:40 Risiko:risikoarm tendiere, lasse ich dann 60% meiner Sparmöglichkeit in einen reinen Aktien ETF (z.B. Vanguard All Word) und 40% weiter auf mein Tagesgeld fließen? Oder suche ich mir für die 40% einen (internationalen) Renten-ETF?

Ja, das ist allgemein gesagt richtig. Einen Renten-ETF würde ich nicht empfehlen. Sobald es Zinsanstiege gibt (was zunehmend wahrscheinlicher wird, siehe USA) werden die Anleihen in diesen ETFs Verluste machen. Und auch Renten-ETF sind keine Niedrigrisiko-Anlagen, auch wenn der Ausfall mittelfristig unwahrscheinlich ist (alles wird gerettet, Geld gedruckt). Du wirst also Kursverluste mit diesen Renten-ETFs machen. Und da dort viele ETFs enthalten sind mit unterschiedlichen Laufzeiten, kommst Du so schnell da nicht mehr raus.

Daher ist in den letzten Jahren die Empfehlung für "risikoscheu" die "Sichteinlage", also Tagesgeld etc.

 

Die Kombination von zwei ETFs wegen unterschiedlichen Anlagehorizonten ist psychologisch gut, wenn Du eine klare Abgrenzung willst. Aber nicht zwingend notwendig.

Was das Thema "nachhaltig" angeht: Schwierig. 😉 

Problem ist, dass das 100% nie gesagt werden kann, weil das schwer abzugrenzen ist. Was die Performance und die Risikostreuung angeht, sind die "Welt-ETFs" einfach ideal, der Klassiker ist der Vanguard All-World. Möglich wäre Scharia-konforme ETFs zu nehmen, das entspricht exakt den Grundsätzen des ethischen und nachhaltigen Investierens.

Du steckst Dein Geld zwar in einen ETF, aber die Streuung über die verschiedenen Unternehmen (ü. 1600) global minimiert das Risiko. Und da die nicht aktiv gemanagt werden hast Du auch nicht das Risiko, dass die Administration schwächelt. Wenn Du Dich aber damit nicht wohl fühlst (und es ist wichtig, dass Du es tust), dann spricht nichts dagegen von 2-3 Emittenten einen Welt-ETF zu wählen.

 

So, jetzt überlasse ich das Feld erst mal den schlauen Community-Mitgliedern...


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ikigaimondai
(@ikigaimondai)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 905
 

Hallo @hoppsiela, willkommen im Forum!

Ich finde, du stellst sehr gute Fragen! Meine Antworten darauf sind diese:

1. Die Idee hinter passivem Investieren mit ETF ist ja, nicht die Nadel im Heuhaufen zu suchen, sondern einfach den Heuhaufen zu kaufen. Daher würde ich im ersten Schritt Abstand nehmen von Branchen-, Sektoren-, Länder oder Faktor-ETFs und einfach auf die maximale Breite setzen. Mit einem ACWI (All Country World Index) bist Du da nicht schlecht aufgestellt. Der berühmte A1JX52 wäre ein über ausschüttende Variante eines solchen Konzeptes. Ich bespare diesen für meine beiden Töchter und meine Mutter, mein eigenes Konzept ist minimal komplexer aber immer noch basierend auf zwei breiten ETFs für Industrie- und Schwellenländern, ergänzt um einen Europa-ETF und eine Immobilien-ETF.

2. Hier halte ich es mit so manchem Finanzblogger, der Anleihen zurzeit für „kaputt“ hält, da sich die Zinsen zu sehr der Nulllinie angenähert haben und daher nicht frei in beide Richtungen „atmen“ können und setze auch rein auf das Tagesgeld.

3. Geld, dass ich zwischendurch mal brauchen könnte, gehört in meinen Augen nicht in einen ETF. Dieses nehme ich entweder aus meiner Reserve oder aus meinem risikolosen Anteil, und den fülle ich dann wieder auf, indem ich bspw. die ETF-Sparrate absenke. Die Ausnahme könnte sein, wenn der ETF gerade fett im Plus ist und ich sowieso rebalancen müsste. Mehr als ein marktbreiter ETF ist nicht zwingend nötig, kann aber später in der Entnahme nützlich sein, weil sonst immer das FIFO-Prinzip gilt: die zuerst gekauften Anteile werden zuerst verkauft. Das sind meistens die mit den höchsten Kapitalerträgen, folglich die, bei denen am meisten Steuern abgeführt werden müssen. Und so gibt es wohl Leute, die alle paar Jahre den einen ETF einfrieren und einen neuen anfangen zu besparen. Man kann das aber auch über ein zweites und drittes Depot lösen. Dann kann man sich beispielsweise entscheiden, ETF-Anteile zu verkaufen, die man vor drei Jahren gekauft hat statt vor 30.

Zum Schluss noch zum Thema nachhaltige ETFs: Ich mache das nicht, weil ich Zweifel an diesen Labels habe und die „normalen“ ETFs auch immer nachhaltiger werden, wenn nachhaltige Unternehmen erfolgreicher werden als die nicht nachhaltigen. Dann wird das im Index repräsentiert und dann passt sich der ETF automatisch an. Da hat aber bestimmt jemand hier auch konkrete Empfehlungen zu, wie das umgesetzt werden kann.


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Presskoppweck
(@presskoppweck)
Schach Experte Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 8 Monaten
Beiträge: 377
 
Veröffentlicht von: @hoppsiela

1. Woher weiß ich, welcher der richtige ist?

Ach Mädchen, das weiss man doch immer erst im Nachhinein 😉

Wenn es um die Finanzen geht, streut man maximal breit um "nur" den Marktdurchschnitt zu erhalten. Einer der das sehr gut macht ist eben der Vanguard All World den es in ausschüttend und thesaurierend gibt.
Und es gibt dort auch eine Variante mit ESG, nennt sich Vanguard ESG Global All Cap UCITS ETF (USD) Dist. Gibt es aber auch als Thesaurierer.
Ich selbst habe nur den normalen All World, bei dem ESG stört mich vor allem, dass USA dort noch höher gewichtet sind. Aber das ist in den Krümeln gewühlt.
Vanguard ist im Amiland genossenschaftlich organisiert (hier in Europa nicht), hat z.B. die Gebühren für ETF von sich aus gesenkt (was nur wenige Anbieter machen) und wird daher eher freundlich angesehen als das böse Blackrock.

Und wie suche ich am besten einen ETF aus? Ohne, dass ich hier gegebene Empfehlungen anzweifeln möchte, ich würde es nur gerne besser verstehen.

Du liest den Kommer, die alten Beiträge vom Finanzwesir und zigtausend Seiten im Wertpapier-Forum. Wenn Du dich dann nirgends verlesen hast, wirst Du den A1JX52 kaufen.
Nein, im ernst: Sofern Du einen All World, ACWI oder eine 70/30 Kombi Developed World / Emerging Markets nimmst, wirst Du nicht arm sterben.

2. Oder suche ich mir für die 40% einen (internationalen) Renten-ETF?

Zweifach nein.

Der risikoarme Anteil sollte in der Heimatwährung nominert sein, denn sonst hast Du noch ein Währungsrisiko. Also nicht generell internationale Anleihen, sondern €-Anleihen von AA- oder AAA-Schuldnern. Solche  Anleihen rentieren momentan negativ. Sie werden hauptsächlich von institutionellen Käufern gekauft, da die ihren Cash nicht so einfach parken können wie ein Privatanleger auf dem Tagesgeldkonto.
Rentenpapiere ergeben für den Privatanleger in der aktuellen Situation nur Sinn wenn man über der Grenze der Einlagensicherung ist.

3. Mein Anlageziel ist hauptsächlich die Altersvorsorge. Allerdings könnte ich mir auch gut vorstellen, ab einem gewissen Zeitpunkt vor der Rente, bereits einen Teil der Gewinne ausschütten zu lassen oder auch mal Teilsummen für ggf. größere Ausgaben aus meinem Depot zu entnehmen. Daher dachte ich, dass ich mindestens in 2 ETFs sparen sollte. Dann könnte ich, falls ich zwischendurch mal Geld brauche aus dem entnehmen, der gerade besser steht. Und der andere würde weiterlaufen und wäre für später da. Es fühlt sich komisch an, meine ganze Sparrate nur ein einen ETF zu stecken, in dem nur Aktien enthalten sind. Oder habe ich hier einen Denkfehler?

Du willst doch 40% als risikolosen Anteil aufbauen, warum dann ETF verkaufen?
Ich plädiere für nur einen ETF. Wenn Du bei jedem Blick ins Depot 2 verschiedene Zahlen siehst, dann ärgerst Du dich jedes mal, wenn der eine ETF um 30%, der andere aber nur um 20% gestiegen ist.
Auch wenn man nur eine Zeile im Depot hat, kann man die ETF-Anteile einzeln verkaufen. Beim genannten Vanguard kostet ein Anteil monentan knapp 110€, man kann also sehr feinfühlig Geld abziehen.

Macht eine Kombination aus mehreren ETFs Sinn? Z.B. ein "normaler" und ein "nachhaliger" Welt-ETF?

Entweder Du siehst ESG (oder SRI oder was auch immer) als sinnvoll an, dann nimm den mit ESG.
Oder es ist Dir Wurst, dann nimm den ohne.
Aber ne Kombi aus beiden ist wie "ein bisschen schwanger".

Was Du nicht gefragt hast, ist die Sache Ausschütter oder Thesaurierer.
Eine Standardmeinung ist, dass man erst einen Ausschütter bespart bis der Sparerpauschbetrag ausgeschöpft ist und erst danach die Sparraten auf einen Thesaurierer schiebt.

 


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1445
 
Veröffentlicht von: @presskoppweck

Ach Mädchen, das weiss man doch immer erst im Nachhinein 😉

Das schreibt er nur, weil er hier eine väterliche Rolle in der Community einnimmt. Bitte nicht falsch verstehen @hoppsiela  :)))


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Blackwater
(@deepblackforest)
Schach Großmeister Admin
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 1445
 
Veröffentlicht von: @presskoppweck

Wenn Du dich dann nirgends verlesen hast, wirst Du den A1JX52 kaufen.

Jap, der Shortcut!


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melanie.reichert
(@melanie-reichert)
Half Bread Blackwater Premium Rose
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 35
 
Veröffentlicht von: @hoppsiela

Es fühlt sich komisch an, meine ganze Sparrate nur ein einen ETF zu stecken, in dem nur Aktien enthalten sind. Oder habe ich hier einen Denkfehler?

Macht eine Kombination aus mehreren ETFs Sinn? Z.B. ein "normaler" und ein "nachhaliger" Welt-ETF?

Hi, und willkommen!

Es ein ETF ist ein riesiges Schiff voller Aktien, du streust damit dein Risiko maximal. Wenn du mehrere ETF kaufst überschneiden die sich eh nur, wenn es zum Beispiel Aktien-Welt ist.

Nachhaltig muss deine Altersvorsorge sein. Die Nachhaltigkeit der Unternehmen regelt sich von selbst. Auch bei nachhaltigen ETF weisst du nicht genau wie ernst das genommen wird. Stichwort: greenwashing.


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Leylalala
(@leylalala)
Müsli New in Town Rose
Beigetreten: Vor 1 Monat
Beiträge: 10
 
Veröffentlicht von: @hoppsiela

ich bin noch sehr neu hier und habe erst vor ein paar Wochen (endlich) angefangen mich mit dem Thema Geldanlage zu Beschäftigen.

Schön, dass du es dich traust. Ich bin auch noch ganz am Anfang. 🙄 


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Gold-oder-Aktien
(@gold-oder-aktien)
Bauernfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 8 Monaten
Beiträge: 171
 
Veröffentlicht von: @hoppsiela

Kurz zu meiner Situation: 35 Jahre, keine Schulden, Notgroschen> 3 Monatsgehälter, zusätzlich Tagesgeld > 10000 €, aktuelle Sparmöglichkeit>1000 € (was sich in beide Richtungen ändern kann)

Nun würde ich meine Sparrate gerne endlich nicht nur auf mein Tagesgeldkonto, sondern in ETF(s) fließen lassen.

1. Woher weiß ich, welcher der richtige ist?

Allerdings möchte ich bei meinem Vermögensaufbau auch eine nachhaltige Komponente enthalten haben. 

a) Was haltet Ihr von "nachhaltigen" ETFs?

b) Habt Ihr vielleicht sogar Empfehlungen?

c) Und wie suche ich am besten einen ETF aus? 

2. Zudem bin ich nicht sicher, ob ich folgendes richtig verstanden habe: Wenn ich grundsätzlich zu einer Anlagestrategie mit 60:40 Risiko:risikoarm tendiere,

a) lasse ich dann 60% meiner Sparmöglichkeit in einen reinen Aktien ETF (z.B. Vanguard All Word) und 40% weiter auf mein Tagesgeld fließen?

b) Oder suche ich mir für die 40% einen (internationalen) Renten-ETF?

3. Mein Anlageziel ist hauptsächlich die Altersvorsorge. einen Teil der Gewinne ausschütten zu lassen oder auch mal Teilsummen für ggf. größere Ausgaben aus meinem Depot zu entnehmen.

a) Daher dachte ich, dass ich mindestens in 2 ETFs sparen sollte. Dann könnte ich, falls ich zwischendurch mal Geld brauche aus dem entnehmen, der gerade besser steht. Und der andere würde weiterlaufen und wäre für später da.

b) Es fühlt sich komisch an, meine ganze Sparrate nur ein einen ETF zu stecken, in dem nur Aktien enthalten sind. Oder habe ich hier einen Denkfehler?

c) Macht eine Kombination aus mehreren ETFs Sinn? Z.B. ein "normaler" und ein "nachhaliger" Welt-ETF? 

Auch von mir ein Willkommen und danke für deine interessanten Fragen!

Zur besseren Lesbarkeit habe ich die mit a,b,c, etc. versehen 😉

zu 1. welcher ETF ist der richtige? Ein Welt-ETF, ziemlich egal ob IShares, Vanguard, oder andere Anbieter, die meisten sind stark US-lastig, aber alle eine solide Basis zum sparen.

Man kann nach Kosten selektieren und nach den Anteilen in den Regionen, aber im Grunde ist da nicht viel falsch zu machen. 

Du musst für dich dazu die Frage beantworten: ausschüttend oder nicht?

Entscheidungshilfe: wenn du deinen Freibetrag von 801€(1.000€)/p.a. nicht ausschöpfst, nimm einen ausschüttenden, dann hast du jedes Jahr steuerfreie Rückflüsse die du wieder neu investieren kannst 

a) nichts

b) nein

c) es gibt viele Vergleichsseiten, u.a. bei deinem Broker wo du sparst, allerdings dort meist nur die von ihm auch angebotenen ETFs. ansonsten ist hier die Seite eine erste Hilfestellung: https://www.onvista.de/etf

Das Praktische ist hier du kannst mehrere ETFs übereinanderlegen, und so auf einem Blick die Entwicklung in den Zeiträumen prüfen (bitte nicht mehr als 4 zugleich, wird dann unübersichtlich)

zu 2a: das ist eine Möglichkeit, so gehst du nicht laufend "all in" und hast in Schwächephasen Geld bereit um Schnäppchen zum machen

2b): nein (weder international noch auf € Basis) 

3a): kann man machen, hier kommt es auf deine Ideen / Risikobereitschaft an

wenn man 60% in einen Welt ETF investiert und du für dich sagst, aber in Südamerika, oder Asien, oder Osteuropa, oder UK ... erwarte ich in den nächsten Jahren einen Aufschwung, da möchte ich dabei sein, dann kann man einen Regionen/ Länder ETF nehmen. Aber da du erst anfängst ist es denke ich sinnvoller nicht gleich zu übertreiben und bei 60% Welt +40% Cash zu bleiben und Cash ab und zu anteilig zusätzlich in den World umzuschichten

3b) jaein, da du genug Zeit hast zum sparen und investieren, kannst du auch locker Schwächephasen aussitzen, die Frage an dich selbst ist da eher, traust du dir da zu, kannst du zusehen wenn dein Depot um 20%-30% einbricht? Wenn nicht, doch immer etwas in Cash lassen, gerade wenn du ab und zu Entnahmen planst, dann nimm besser vom Cash und verkaufe keine Anteile am ETF

3c)  grundsätzlich ja, aber ich persönlich würde dann Welt + andere Region + Branche nehmen und nicht nach "nachhaltig" unterscheiden, ZU nachhaltig gibt es zu viele Mogelpackungen im Markt und die echten nachhaltigen ETFs haben z.B. in 2021 20% Minus gemacht gegenüber dem Markt der ca. 15-30% Plus machte

In einigen Jahren wird das mit "Nachhaltig" vielleicht mehr Sinn machen, aktuell wird da viel "greenwashing" betrieben und am Anfang würde ich mehr auf Rendite achten als auf "Grüne Versprechen"

 


Aysel Bektas, Soziologin, ikigaimondai und 2 weiteren Personen gefällt das
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Martgo
(@martgo)
Milkshake New in Town
Beigetreten: Vor 3 Wochen
Beiträge: 3
 

Da du grade erst angefangen hast, starte erstmal mit einem ETF. Der A1JX52 ist sicher keine schlechte Wahl. Optimieren / gewichten kannst du später immer noch. Ob separate ETFs für Welt, EM, Regionen, Markte, ... ist dann Geschmackssache. Eine gute Seite für die ETF Suche und Vergleich ist nach meiner Meinung auch justetf.com. Hier findest du auch dutzende "Startegien", quasi die Qual der Wahl. Aber wie gesagt starte erstmal mit einem (wichtig ist das Anfangen) und ergänzen, ändern oder umschwenken kannst du später immer noch.


Aysel Bektas, Soziologin, ikigaimondai und 1 weiteren Personen gefällt das
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Aysel Bektas
(@ayselbektas)
Vollkorn-Member Blackwater Premium Rose
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 92
 

Es ist so hammer erklärt, ich kann diesen Thread direkt als Link anderen schicken. Megageil! Mein fettes Danke! 🙏 

@hoppsiela 🤗 welcome!


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Hoppsiela
(@hoppsiela)
Milkshake Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 2 Wochen
Beiträge: 4
Themenstarter  
Veröffentlicht von: @hoppsiela
Veröffentlicht von: @hoppsiela

1. Woher weiß ich, welcher der richtige ist?

Ach Mädchen, das weiss man doch immer erst im Nachhinein

Schon, aber ich will nicht wieder 25 Jahre lang X ausprobieren um mir dann allmählich "sicher" zu sein 😉 Das wird zeitlich knapp.


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Hoppsiela
(@hoppsiela)
Milkshake Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 2 Wochen
Beiträge: 4
Themenstarter  

Vielen lieben Dank für die vielen schnellen Antworten. Das hilft mir wirklich sehr! Ich hatte tatsächlich den ein oder anderen Aha-Moment.

Ihr seid ja sogar auf Punkte eingegangen, bei denen mir nicht bewusst war, dass ich sie noch nicht klar habe.

Mal schauen, ob ich es richtig verstehe: Grundsätzlich sind die Erträge über die ganze Anlagedauer hinweg gleich, egal ob ausschüttend oder thesaurieren. Aus diese Erträge fallen Steuern an. Auch das ist grunsätzlich die gleiche Summe, da es ein Prozentsatz vom Gewinn ist. Aber wenn ich einen Teil der Erträge zu einem Zeitpunkt kapitalisiere, zu dem sie noch innerhalb meines Freigatrages von 801€ liegen, fällt eben auf diesen Ertrags keine Steuer an. Insgesamt habe ich also gleich viele Erträge aber eine geringere Gesamtsteuerlast, wenn ich zu Beginn die ausschüttende Variante nutze. Und weil ich die Erträge direkt nach Ausschüttung wieder investiere, nutzte ich trotzdem den Zinseszinseffekt. Richtig?

Werden die Erträge immer einmal jährlich ausgeschüttet? Oder muss ich das wählen, wenn ich einen ETF kaufe?

Wenn Ihr mir hier nochmal helfen würdet, wäre ich Euch dankbar und würde mich fit für meinen ersten ETF fühlen 🙂


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Presskoppweck
(@presskoppweck)
Schach Experte Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 8 Monaten
Beiträge: 377
 
Veröffentlicht von: @hoppsiela

Werden die Erträge immer einmal jährlich ausgeschüttet? Oder muss ich das wählen, wenn ich einen ETF kaufe?

Nein, Du schaust vorher wie ein ETF ausschüttet. Du kannst nicht sagen ich habe einen ETF gekauft und gebe denen nun vor, wie oft sie ausschüten sollen.
Beispiel Vanguard FTSE All World
Beispiel Amundi MSCI Europe
Anklicken und runterscrollen zu Ausschüttungen
Ergebnis: Der Vanguard schüttet 4 mal im Jahr aus, der Amundi 1 mal.
Die Ausschüttungen des Vanguard sind nicht gleichmäßig verteilt, der Grund dürfte in der Dividendensaison liegen: Viele heimische Firmen schütten im 2.Quartal aus.
Für Leute, die auf einen regelmäßigen cashflow schielen, bevorzugen eher das 4 mal pro Jahr. Wer das wieder anlegen will, dem ist einmal wohl lieber.


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lichtenberg99
(@lichtenberg99)
Schach Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 538
 
Veröffentlicht von: @hoppsiela

Richtig?

Ja. Nachteil bei der Wiederanlage wäre natürlich, dass Du dann noch eine Transaktion hast, die Du im Zweifel bezahlen musst. Deshalb würde ich eher die Sparrate 1,5% höher wählen (Ausschüttungsrendite ist knapp 1,5%) und die Ausschüttung selber liegen lassen.

Veröffentlicht von: @hoppsiela

Werden die Erträge immer einmal jährlich ausgeschüttet? Oder muss ich das wählen, wenn ich einen ETF kaufe?

Das liegt je ETF fest. Bei dem vorgeschlagenen A1JX52 wäre das 4 mal im Jahr.

https://www.justetf.com/de/find-etf.html?query=A1JX52

Der entsprechende Theausriere wäre der A2PKXG - ohne Ausschüttung.

 


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