Quelle: NZZ
Meine Anmerkungen:
Das war zu erwarten nach Corona - und auch ohne. Im Prinzip mit dem Weggang von UK schon. Es sind mehr schwache Volkswirtschaften als starke in der EU und Deutschland kann nicht alles bezahlen. Mit dem Aufweichen der Währung, dem Weg in die Schuldenunion und ähnlichen Maßnahmen, wird der Euro mehr zu einer "Südwährung", also weicher. Das muss kein Problem sein, man ist im Wettbewerb mit dem Dollar, bei dem das genauso ist. Dort wird auch einfach durchinflationiert.
Auswirkungen langfristig: Weitere Asset Inflation. Aktien (am besten ETFs) sind alternativlos, eigene Immo natürlich eine Individualfrage.
Preissteigerungen bei Gütern des täglichen Bedarfs sind auch möglich, aber ich vermute kaum dass es über 2-3% pro Jahr hinaus geht.
Solange das Außenvertrauen in die Währung bleibt, ist diese Planänderung der EZB kein Stabilitätsproblem. Als Reservewährung für Stabilität würde ich mich aber grundsätzlich mal umschauen: CHF 😉
Einen Aktienmarktcrash kann ich mir bei dem Vorgehen auch nicht vorstellen, zumal die EZB dann einfach Geld in den Markt pumpen wird und am Ende selbst Aktien kauft. Wie gesagt, das geht. Solange das Vertrauen bleibt.
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Auswirkungen langfristig: Weitere Asset Inflation. Aktien (am besten ETFs) sind alternativlos, eigene Immo natürlich eine Individualfrage.
Dank der bösen EZB und anderer Zentralbanken erquickt mich mein Depot seit Jahren mit geradezu obszönen Wertzuwächsen.
So ordnen wir es ein: Dass die EZB künftig auch Inflationsraten über zwei Prozent tolerieren will, ist gefährlich und verheisst nichts Gutes. Mit dieser Strategieänderung entfernen sich Europas Währungshüter immer weiter von den Prinzipien der Stabilitätskultur.
Ich blick da noch nicht so ganz durch. Wäre es denn Deiner Meinung nach weniger gefährlich, die ursprünglich angestrebte Inflationsrate zu halten oder sogar zu senken? Oder ist meine Frage sogar überflüssig, weil die Beantwortung der Frage die berühmte Kristallkugel bräuchte?
@himself63 Die Meldung kann ich ja nun nur so aufnehmen, wie sie ist und im Hinterkopf behalten. Die EZB hat keine anderen Möglichkeiten, anderes Pulver ist bereits verschossen. (Zinssenkungen, Anleihekäufe, Schuldenunion)
Die exorbitant hohen Schulden kann man nun weginflationieren. Das ist eine Strategie, die die USA auch anwenden. Allerdings haben die Erfahrung darin und der USD wird durch viele weitere Faktoren stabilisiert. (Rohstoffmärkte in USD, fast 90 Staaten haben ihre Währung daran gekoppelt)
As bleibt also nur übrig der EZB (und damit uns allen) zu wünschen, dass der Plan aufgeht.
Dank der bösen EZB und anderer Zentralbanken erquickt mich mein Depot seit Jahren mit geradezu obszönen Wertzuwächsen.
Hoffen wir mal, dass es nicht nur Preiszuwächse sind ...
Ich lese da gerade ein interessantes zu der Rolle der Zentralbanken: Aufstieg und Fall der Zentralbanken von Mohamed A. El-Erian (der war u.a. mal Scheffe bei Pimco, aber auch beim IWF). Das Buch ist von 2017 aber schon damals spricht El-Erian davon, dass die Zentralbanken demnächst am Ende ihres Lateins sind und die Politik wieder übernehmen muss.

