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Investments📊 Gerd Kommer ETF Experteneinschätzung

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Nur zur Info. War mehr oder weniger zu erwarten. Nach wie vor wird für die allermeisten das Welt-Depot völlig ausreichend sein.

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Quelle: Handelsblatt

ETF

Wie Experten den Gerd-Kommer-ETF einschätzen

Der bekannte Fondsexperte Gerd Kommer will mit seinem eigenen Index die Schwächen anderer Aktienprodukte ausbügeln. Manche Experten melden allerdings Kritik an.

Frankfurt. Es ist wie beim Kampf von David gegen Goliath: Der Vermögensverwalter Gerd Kommer tritt mit seinem eigenen börsengehandelten Fonds seit Juni gegen den bekanntesten Index MSCI World an. Hinter dem sperrigen Namen „L&G Gerd Kommer Multifactor Equity Ucits ETF“ verbirgt sich ein weltweites Aktiendepot auf Basis eines selbst kreierten Index, der von der Firma Solactive berechnet und quartalsweise angepasst wird. Doch der Newcomer hat seine Tücken. Welche das sind, beschreibt das Handelsblatt.

Mit etwas über 100 Millionen Euro Kapital ist der Gerd-Kommer-ETF der David unter den Strategien. Indexprodukte verschiedener Anbieter auf den MSCI World kommen derweil allein auf dem europäischen Fondsmarkt zusammen auf weit mehr als 200 Milliarden Euro Kapital. Sie sind der Goliath.

Der weltgrößte Asset-Manager Blackrock bietet etwa unter dem Namen „iShares Core MSCI World Ucits ETF“ an. Allein in diesem in Europa angebotenen ETF („Exchange Traded Fund“) stecken über 54 Milliarden Euro.

Gerd-Kommer-ETF will die Risiken des MSCI World korrigieren

Deutsche Anleger kennen Gerd Kommer seit langer Zeit als Buchautor zu ETF-Themen. Der Fonds wurde allerdings erst im Juni aufgelegt. Er schaffte seitdem 2,2 Prozent Rendite, das MSCI-Pendant 3,2 Prozent. „Wegen der kurzen Periode lassen die Ergebnisse aber kaum eine Aussage zu“, sagt Detlef Glow, Analyst beim Fondsdatenanbieter Lipper.

Verwalter Kommer will mit seinem Ansatz die anerkannten Schwächen des MSCI-Weltindex mit seiner Konzentration auf die größeren Titel der Industrieländer ausbügeln – und zwar in allen denkbaren Richtungen. In der Finanzbranche ist in diesem Kontext von Klumpenrisiken die Rede. Der MSCI-Index richtet sich insbesondere nach den Börsenwerten, sodass US-Aktien mittlerweile auf einen Anteil von über 68 Prozent kommen. Allein Apple erreicht einen Anteil von fünf Prozent, bei Microsoft und Amazon sind es bereits zwölf Prozent.

Diese Unwuchten sind der Rally der amerikanischen Börse und ihrer großen Technologiewerte über mehr als ein Jahrzehnt geschuldet. So war über die lange Periode das Klumpenrisiko im Nachhinein eigentlich eine Klumpenchance: Diese Konzentration der Gelder bescherte die höchsten Erträge.

Wie groß die Unterschiede allein in verschiedenen Regionen waren und was das für den Geldbeutel eines Anlegers ausmachte, illustriert ein Rückblick anhand repräsentativer Indizes: Seit dem Börsen-Tiefpunkt der Finanzkrise 2009 haben sich die US-Kurse fast versechsfacht, die deutschen Kurse nicht einmal verdreifacht, die Notierungen in den Emerging Markets lediglich verdoppelt.

Die Zukunft kann aber völlig anders laufen als die Vergangenheit. „Heute ist der MSCI World eine Wette auf die Wall Street und die Techies – und diese Aktien sind inzwischen teuer“, sagt Kommer. Er betont: „Und wer teure Aktien kauft, der wird sich auf lange Sicht geringere Renditen einhandeln.“

Diese Strategie steckt hinter dem ETF von Gerd Kommer

Kommer geht die eigene Indexkonstruktion deshalb anders an. Im Gegensatz zum MSCI Welt setzt er Quotengrenzen, sodass auch Apple nur ein Prozent des Fondswertes ausmacht. Er nimmt ebenso Schwellenmärkte hinein, außerdem kleinere Aktien. Darüber hinaus berücksichtigt er besondere Einflussfaktoren auf die Kurse, gibt beispielsweise günstig bewerteten Firmen oder solchen mit Kurstendenz nach oben mehr Raum im Fonds.

Mit dieser Risikostreuung in viele Richtungen bildet er das Kontrastprogramm zum MSCI World. Zwischen den beiden Extremen liegen andere gängige Indizes für weltweite Aktien, die ebenso als ETF-Grundlage genutzt werden. Das sind vor allem der MSCI ACWI und der FTSE All World mit Einbindung von Schwellenländern, wobei das letzte Aktienbarometer zusätzlich mittelgroße Werte enthält.

Ein Zahlenvergleich illustriert die ausgewogenere Struktur des neuen ETF. Den 1511 Titeln im MSCI World stehen 4959 im Kommer-Index gegenüber. Auch die Bewertungen sind deutlich tiefer. Kommer errechnet ein KGV von knapp 15 für das eigene Produkt im Gegensatz zu 21 beim MSCI-Pendant. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist mit 1,6 zu 3,0 ebenfalls deutlich günstiger.

Kritik am neuen Kommer-ETF: Risikostreuung kostet Rendite

Unabhängige Beobachter erkennen zwar die Klumpen-Reduktion des neuen Angebots. Sie sind aber nicht vollständig überzeugt. „Kommer glaubt, wenn er breit streut, dann wird alles gut“, sagt Ali Masarwah, Leiter der Fondsplattform Envestor. Doch er glaubt: „Langfristig wird er damit kaum die besten Renditen liefern.“

Masarwah bemängelt die vergleichsweise hohe Jahresgebühr von 0,5 Prozent. „Das ist viel und langfristig ein Renditenachteil“, sagt er. Ein aktiv verwalteter Fonds kommt zwar leicht auf bis zu zwei Prozent Gebühren. Doch ETFs gerade für bekannte Messlatten gibt es bereits für 0,1 Prozent oder etwas mehr.

„Der Kommer-ETF ist überambitioniert, weil er alles will“, meint Masarwah. Er benutze andere Gewichtungen, binde Schwellenländer und Nebenwerte ein, berücksichtige viele Einflussgrößen wie Preisgünstigkeit, Kurstendenzen, ebenso Nachhaltigkeit.

„So eine Silver-Bullet-Lösung oder Faule-Pantoffel-Portfolio-Denke führt zu einem teuren Produkt“, sagt Masarwah. Es stehe aber nirgends geschrieben, dass man die weltweite Aktienanlage mit einem einzigen Fonds abdecken müsse.

Der Experte favorisiert eher eine Mehr-ETF-Lösung – mit einzelnen Bausteinen je nach Vorliebe des Anlegers. Das könne beispielsweise ein Dreierpack sein. Denkbar wäre etwa ein MSCI-ACWI-ETF mit Einschluss der Schwellenländer, dazu ein Europa-Produkt sowie eines für Nebenwerte.

Für eine solche Lösung gibt er ein Beispiel. Dazu gehört beispielsweise der „SPDR MSCI ACWI IMI Ucits ETF“ mit 0,17 Prozent Jahresgebühr. Der „Amundi IS Prime Europe ETF“ koste zudem nur 0,05 Prozent. Lediglich das globale Nebenwerte-Produkt „iShares MSCI World Small Cap ETF“ sei mit 0,35 Prozent höher bepreist.

Masarwah unterstreicht einen wichtigen Vorteil seiner Baukasten-Lösung: „Da komme ich mit viel geringeren Gebühren aus.“



   
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Gold-oder-Aktien
(@gold-oder-aktien)
Internationaler Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 5 Jahren
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Das ist ein noch junger ETF, hier muss die mittelfristige Betrachtung nach 3 und nach 5 Jahren zeigen ob es sich lohnt.

Erst einmal kann man diesem ETF eine Chance geben, gerade weil dieser wirklich sehr sehr breit streut.

Das die Gewinner bei über 1%  gekappt werden ist natürlich nicht so schön. Etwas mehr Luft würde den Gewinnpositionen gut tun, wenigsten 3-5%. Denn diese ziehen den ETF. Wenn immer rigoros der Gewinn gekappt wird und zugunsten von kleinen Company`s umgeschichtet wird, die noch erwachen müssen bremst es den ETF. Erwachen diese und werden zu Gewinnern, werden sie auch wieder gekappt. Ein stetiger Kreislauf der Gewinner zu Gunsten der breiten Streuung bremst.

Die einzige Begründung dafür ist eine große Stabilität in Krisen, ob es die gibt wird der nächste Crash zeigen.

Aus meiner Sicht eine interessante Alternative zu einem Welt-ETF mit weniger Klumpenrisiken.

Dafür etwas teurer, schade, aber hier wollen natürlich mehrere daran verdienen, was nachvollziehbar ist.

Ich würde diesem ETF eine Chance geben, wenn die Kosten günstiger wären. Behalten wir ihn im Auge als Referenz, es kann in den nächsten Jahren spannend werden 😉  



   
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(@mrtn)
Super Großmeister Moderator Blackwater Stammleser
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Der Gerd Kommer ETF hat Geburtstag. Das erste Jahr ist rum und angesichts der Entwicklungen im Aktienmarkt konnte er natürlich nur positiv performen.

Fondsvolumen derzeit ca. 300 Mio. US-Dollar

Wer sich für diesen ETF interessiert, hier nochmal die Kernaussagen:

Quelle: Gerd Kommer

Mit dem Gerd-Kommer-ETF möchten wir allen, also auch Anlegern, die nur kleines Geld zur Verfügung haben, unser Weltportfolio-Konzept möglichst einfach zugänglich machen. Und genau das tut unser ETF, in den man bereits ab 1 Euro investieren kann.

Hier noch einmal die wichtigsten drei Features des Gerd-Kommer-ETF:

Weltportfolio-ETF: Der ETF wurde als Ein-ETF-Lösung konzipiert. Das bedeutet, Sie können sich mit einem einzigen ETF die ganze "Welt-AG", also den globalen Weltaktienmarkt in Ihr Depot holen. Sie brauchen somit für den Aktienteil Ihres Portfolios keine weiteren Produkte, wenn Sie unser Weltportfolio umsetzen möchten.

BIP-Ländergewichtung: Unser ETF verfügt als bis heute einziger ETF in Deutschland über unsere innovative Ländergewichtung. Diese führt dazu, dass die USA als Land nicht mit rund 70% Prozent gewichtet werden wie aktuell z. B. im MSCI World, sondern mit einer aus unserer Sicht gesünderen Größenordnung von aktuell unter 50%. 

Ultradiversifikation: Der Gerd-Kommer-ETF enthält aktuell rund 3.500 Einzeltitel und sorgt mit einem festgelegten Maximalgewicht von 1% pro Unternehmen dafür, Konzentrationsrisiken und Kopflastigkeit zu managen. Das Zusammenspiel dieser Punkte nennen wir Ultradiversifikation.



   
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