@All
Irgendjemand von euch hatte mir vor einem guten Jahr seine Masterarbeit geschickt. Wobei ich nicht weiss, ob derjenige (es war ein ER) hier angemeldet ist oder nur Leser war/ist.
Ich hoffe "Du" liest das hier. Ich habe Deine Mail leider nicht mehr!
Leider habe ich versäumt Dir zu antworten. Die These der Masterarbeit war, dass die Geldmengenausweitung nichts mit der Inflation zu tun hat und der Staat nach der Modern Monetary Theory beliebig Schulden machen kann. Du wolltest wissen, was ich dazu denke, da meine Artikel ja stets das Gegenteil aussagen.
Wie bekannt ist, bin ich KEIN Anhänger der Moder Monetary Theory, sondern der Österreichischen Schule. Und das seit ca. 2010/2011. Für mich ist der Zusammenhang Geldmengenausweitung-Inflation recht eindeutig, auch wenn das stets mit einem zeitlichen Verzug statt findet. Wenn das Geld nicht "aufgesaugt" werden kann, beispielsweise durch Assets (klassisch: Asset-Inflation), sondern "auf die Strasse" kommt und es dort einen Angebotsschock gibt (beispielsweise die Lieferketten Problematik), dann explodieren die Inflationsraten.
Hätten wir die Inflation auch so bekommen?
Ja, spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem es nicht ausreichend "Stuff" zu kaufen gibt und die Leute im das Zeug wollen. Egal ob das Luxusartikel, Immobilien oder was auch immer wäre.
Der Ukraine Krieg und seine Folgen hätten auch ohne Corona zu dieser Inflation geführt.
@deepblackforest ich war es definitiv nicht! Dafür ist meine Studienzeit schon zu lange her...
Die These der Masterarbeit war, dass die Geldmengenausweitung nichts mit der Inflation zu tun hat und der Staat nach der Modern Monetary Theory beliebig Schulden machen kann
Interessante These der Masterarbeit. Soweit ich das richtig in Erinnerung habe, ist das keine These der MMT. Jetzt muss ich wieder in meinem Gedächtnis kramen und überlegen, wo ich erst letztens etwas über MMT gelesen habe. Ich glaube es war bei Prof. Hartmut Walz. Muss mal schauen, ob ich den Link nochmal finde.
Edit: mein Gedächtnis hat mich getäuscht (siehe unten). Ein Staat kann beliebig viele Schulden machen wenn er in seiner eigenen Währung verschuldet ist und die Hoheit über die Zentralbank besitzt.
Für mich ist der Zusammenhang Geldmengenausweitung-Inflation recht eindeutig, auch wenn das stets mit einem zeitlichen Verzug statt findet
Ich finde den Zusammenhang auch eindeutig. Wenn man mehr Geld druckt, hat das irgendwann einen Einfluss auf Assets bzw. auch Realgüter. Im Prinzip kann man das auch mit den Münzen im Mittelalter vergleichen. Da haben die Herrscher auch angefangen, den Gold- und Silbergehalt der Münzen durch minderwertigere Metalle zu verringern. Also stand nicht mehr der echte Wert dagegen. Meistens ist das passiert, um Kriegszüge zu finanzieren. Wer Parallelen zu heute findet, darf sich freuen. Hint: diese Herangehensweise ist für die meisten Herrscher nicht gut ausgegangen.
Interessant aus meiner Sicht wäre folgendes: wie viel von dem neu erschaffenen Geld der Zentralbanken geht wohin? Also wie viel zu den Geschäftsbanken, wie viel in den Aktienmarkt (indirekt oder direkt), wie viel in den Anleihenmarkt, wie viel kommt beim Arbeitnehmer an (vermutlich fast nichts). Ergo: wer profitiert am meisten vom geschöpften Geld?
Edit: habe den Blogpost gefunden. Interessant zu lesen - vor allen Dingen auch die Kommentare (im Speziellen von Helga Flüeler und Maximilian Runge).
Soweit ich das richtig in Erinnerung habe, ist das keine These der MMT. Jetzt muss ich wieder in meinem Gedächtnis kramen und überlegen, wo ich erst letztens etwas über MMT gelesen habe.
Ja poste ihn nochmal rein.
Ich habe das auch nur noch grob in Erinnerung, da ich die Mail nicht mehr habe. Inhaltlich war das aber die Aussage?!, konträr zu meinen Aussagen auf dem Blog die letztlich Gedankengut der Österreichischen Schule sind.
Edit: mein Gedächtnis hat mich getäuscht (siehe unten). Ein Staat kann beliebig viele Schulden machen wenn er in seiner eigenen Währung verschuldet ist und die Hoheit über die Zentralbank besitzt.
Japan 🙂
Japan
Beim Stichwort Japan fallen mir folgende Stichworte ein: verlorene Jahrzehnte und perspektivlose Jugend (weil diese erkannt hat, dass Anstrengen sich nicht mehr lohnt).
Das Japan-Szenario ist ja das Schreckensgespenst für den weltweiten Aktienmarkt: also ein ATH (um 1990), welches bis heute nicht mehr erreicht wurde. Wobei zu hinterfragen wäre, ob das so auf den weltweiten Aktienmarkt übertragbar wäre. Dumm wirds halt, wenn der Dollar knallt.
Ich habe vor geraumer Zeit zwei (mittlerweile ehemalige) Zentralbanker zitiert (klick):
Alan Greenspan:
"Wenn die Erzeugung von Geld im Verhältnis zur Erzeugung von realen Gütern in der Wirtschaft zunimmt, müssen die Preise früher oder später steigen."
Peter Praet:
"Wenn man genügend Geld druckt, bekommt man immer Inflation. Immer!"
Wobei Greenspan die alte Definition von Inflation ausformuliert und Praet da fast nach österreichischer Schule klingt.
Ich halte MMT für den Versuch eine Wirtschaft zu begründen, in der wir uns alle nur gegenseitig die Haare schneiden und es trotzdem Kaviar und Hummer zum Frühstück gibt.
Es funktioniert in einem Staat / Wirtschaftsraum nur eine beschränkte Zeit, nämlich so lange, bis man Ersparnisse und Kredit vollständig für Hummer- und Kaviarimporte ausgegeben hat (das sozialistische Problem).
Gesamtwirtschaftlich (Planet Erde) kann es nicht funktionieren.
Ich habe zum Inflationsschutz meiner Strategie sehr viel über Inflation gesammelt. Hier ein vielleicht interessanter Auszug daraus:
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"Die starke Korrelation mit der Inflation macht Immobilienwerte zu einem ausgezeichneten Diversifizierungsinstrument."
David F. Swensen in Erfolgreich Investieren: Strategien für Privatanleger, 3. Jan. 2007 -
Boom and Bust: A Global History of Financial Bubbles, umfassende Sammlung der Hintergründe historischer Krisen von William Quinn und John D. Turner, 2020
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"Is the world at Risk of the “Japan Disease”?
"Our fate could be a lot worse than Japan’s – a loss of trust."Quelle: The International Economy - A Symposium of Views, TIE, Ivo Welch, Finanz-Professor an der University of California-Los Angeles, 2020
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"Treasury bonds do poorly when inflation surges.”
"Unexpected inflation is very bad news for equity investors.”
“Trend-based strategies […] provide an impressive level of protection."Quelle: The Best Strategies for Inflationary Times von H. Neville, T. Draaisma, B. Funnell, C. R. Harvey und O. van Hemert, 25.05.2021
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"Deutschlands Wirtschaft erlebt derzeit die stärkste Inflation seit 70 Jahren."
"Die Inflationsbremse ist kaputt."Hans-Werner Sinn, Präsident a.D. des ifo Instituts, in Kommt jetzt die Inflation?, 20.12.2021
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"When interest rates and inflation are high and volatile [...] equity-bond correlations are more likely to be positive."
Quelle: What drives the equity-bond correlation?, Sean Markowicz, CFA und Anlagestratege bei Schroders, Feb. 2022
- Investing in commodities as an inflation hedge? April 2022, Harold de Boer, Managing Director und Head of R&D vom CTA Transtrend

