Im Kontext Islam finde ich das Konzept eines Euroislam interessant, also einem, der sich kulturell wie ein Einheimischer verhält, aber halt Zuckerfest anstatt Weihnachten feiert.
Wie verhält sich denn auf der kulturellen Ebene ein typischer Einheimischer? Wenn ich so einige von den "typischen" sehe, ist bei mir nur noch fremdschämen angesagt und ich bin froh, dass sich andere Kulturen dem nicht anpassen. Selbst wenn diese das noch so wollen, wird es ja nicht immer leicht gemacht.
(kleiner Seitenhieb am Rande: warum haben die Ungarn eigentlich so wenige islamistische Attentate zu verzeichnen?)
Weißt Du es? Ich habe bis jetzt keine für mich zufriedenstellende Antwort gefunden. Natürlich könnte man die Überwachung eines jeden einzelnen Bürgers massiv hochfahren. Wollen wir das? Das hört sich jetzt vielleicht brutal an, aber alles, wie z.B. relativ frei in einer Demokratie leben zu können, hat seinen Preis.
Wenn fast 2 Milliarden Menschen in muslimischen Kulturen so denken würden, würde die Welt sicher anders aussehen. Die meisten Muslime möchten in Frieden ihr Leben leben. Und die meisten Opfer muslimischer Extremisten sind Muslime und nicht etwa Christen.
Ich bin Muslima und erziehe meine Kinder nach muslimischen Werten. Dazu gehört, dass es Gott gibt, Achtsamkeit vor dem Leben und klare Moralmaßstäbe. Wenn ich bei manchen Kindern gleichen Alters sehe, wie diese völlig verwirrt sind was nun richtig und falsch ist in den Bereichen Geschlecht, Moral und Verhalten aber mit Regenbogenbändchen stolz herum laufen, dann bin ich über mein muslimisches Fundament sehr glücklich. Und das obwohl ich keinesfalls streng praktizierend bin, keinen Hijab trage oder fünf Mal am Tag bete. Und weil ich Muslima bin, wünsche ich anderen angeblich den Tod und bin eine potentielle Terroristin? Geht’s eigentlich noch? Das kranke Gedankengut von nicht mal 1% auf zwei Milliarden von Menschen zu übertragen ist verrückt und tut den Menschen Unrecht an. Ich unterstelle auch nicht allen Christen an den Verbrechen einiger ihrer Leute beteiligt zu sein.
ich habe noch nie jemand etwas so böses gewünscht🥺🥺 und wir bauen nicht Bomben. Manschmal denke ich, die meisten die so schlimm denken waren noch nie bei einer muslimischen Familie daheim oder haben keine muslimischen Freunde und kennen einfach nichts davon. Sonst würden sie nicht so denken.
Und wenn eine solche klare Massstäbe, Familienwerte und lange und stabile Traditionen vorweisen kann sowie Antworten auf Lebensfragen gibt, dann ist sie gegenüber einer in sich zerstrittenen und beliebigen Gesellschaft mit Auflösungserscheinungen eben stärker.
Ich bin da neudeutsch gesagt ganz bei dir - so ist es. Eine starke Gesellschaft mit eigenen, klaren Werten ist aber rechts - Stichwort Ethnopluralismus/Identitäre. Die Ungarn bieten vielleicht eine solche, das war einigen hier aber auch nicht recht. Ich bin absolut dafür, Einwanderern ein (verpflichtendes!) Angebot zur Integration zu machen. So wie es jetzt ist, wird's nichts und ich kann die Verachtung auf die westliche Dekadenz teilweise durchaus nachvollziehen. Eine islamische Gesellschaft ist aber für mich keine Alternative - dafür gibt es genügend andere Orte auf der Welt.
ich habe noch nie jemand etwas so böses gewünscht
Deswegen schrieb ich ja auch: überspitzt und polemisch. Es ist mir durchaus klar, dass nicht alle Muslime allen anderen den Tod wünschen und ich möchte das auch keinem Anwesenden unterstellen. Wie im Ursprungspost angemerkt, mangelt es aber durchaus an einer überzeugenden öffentlichen Reaktion der muslimischen Community, wenn wieder mal was passiert ist, und da kommt man schon ins Grübeln. Klar, man kann sich auf den Standpunkt zurückziehen "interessiert mich nicht, ich war's ja nicht", man braucht sich dann aber über Vorurteile nicht wundern.
Wie verhält sich denn auf der kulturellen Ebene ein typischer Einheimischer?
Interessante gesellschaftsphilosophische Frage, die ich natürlich erwartet habe. Es gibt keine felsenfeste Definition. “When I see a bird that walks like a duck and swims like a duck and quacks like a duck, I call that bird a duck.”, obwohl natürlich jede Ente in ihrer Individualität wertgeschätzt werden muss.
Frauen sind im Durchschnitt kleiner als Männer. Das heißt aber nicht, dass eine Frau, die größer ist als ich, keine Frau ist.
Wenn ich so einige von den "typischen" sehe, ist bei mir nur noch fremdschämen angesagt und ich bin froh, dass sich andere Kulturen dem nicht anpassen.
Selbsthass - daran erkennt man den Deutschen 😉 übrigens, wie war das mit dem "Leben und Leben lassen"?
Ich finde es irgendwie witzig, wie kann man sagen, es gäbe keine spezifische deutsche Kultur, daher müssen sich andere Kulturen (die es dann doch gibt?) auch nicht anpassen. Was denn nun? Merkst du nicht die Widersprüchlichkeit?
Weißt Du es?
Ich habe so meine Vermutung, dass es mit begrenzter Einwanderung aus gewissen Weltregionen zu tun hat.
Wenn ich bei manchen Kindern gleichen Alters sehe, wie diese völlig verwirrt sind was nun richtig und falsch ist in den Bereichen Geschlecht, Moral und Verhalten aber mit Regenbogenbändchen stolz herum laufen, dann bin ich über mein muslimisches Fundament sehr glücklich.
Finde ich auch eine recht klischeehafte Sicht, wo ist das denn so? In progressiven Kindergärten in Berlin? Genauso wie die deutschen Frauen, die sich ja anscheinend nur im Bikini auf die Straße begeben. Kommen mir leider selten unter.
Ich habe übrigens kein Patentrezept oder komplett durchdachten Vorschlag, wie eine Gesellschaft aussehen sollte. Ich bin aber der Meinung, das wir das dringend klären müssen, und zwar unter uns. Beim Wasserrohrbruch stelle ich auch erst das Wasser ab, bevor ich die Wand trockne.
Alles gleichzeitig geht nicht. Wenn die Gesellschaft offen, tolerant und das Recht auf freie Religionswahl hat, dann gilt es für alle. Und wenn Zuwanderung zugelassen wird, dann kommen Zuwanderer. Das habe ich in Deutschland nie verstanden. Erst wird alles zugelassen und dann beschweren sich alle. Dachten manche Leute wirklich Muslime aus verschiednen Ländern kommen und legen ihre Religion ab und verwerfen ihre Heimatkultur?
Schau mal, ich kann nicht für alle sprechen und auch nicht für die vielen verschiedenen Kulturen und Variationen des Islam. Als wir in Deutschland waren, haben wir uns angepasst was die Sprache angeht und auch allgmeines Verhalten. Aber was für uns nicht in Frage kam, war uns aufzugeben. Religion und unsere ägyptische Kultur ist Identität, das ist unser Leben im hier. Es gibt eine gewisse Anpassung natürlich auch und bei jedem fällt es unterschiedlich stark aus. Beispiele: In der Kleidung wird etwas anders kombiniert, die Hand zur Begrüßung geben bei bestimmten Terminen, auch Kontakt (Uni, privat) zum anderen Geschlecht, was es traditionell nicht gibt (nur in der Familie). Wieder zurück in Ägypten merke ich, wie die Gesellschaft hier sehr viel konservativer ist. Ich denke es ist schon wichtig sich in einem anderen Land zu öffnen und zu lernen, aber nicht seine Identität zu verlieren. Vielfalt sind viele Identitäten und nicht Gleichmacherei.
Wenn eine Gesellschaft entscheidet, dass sie das nicht will, ist es auch zu akzeptieren. Vielleicht müssen sich die Deutschen in Ruhe entscheiden was sie wollen?
Ich denke, dass "die Deutschen" im Moment nicht wissen was sie wollen. Deshalb wird ja alles immer liberaler und vermeintlich offener, egal ob bei Kleidung, Sprache oder Benehmen. Jeder soll alles dürfen. Das kann in meinen Augen aber nicht funktionieren. Ein paar Grundregeln sollte man immer beachten.
Ich stelle mir da immer die Frage: wie wäre es andersherum? Wie würde ich mich verhalten, wenn ich z.B. in ein islamisch geprägtes Land auswandern würde. Und ich stelle dann fest, dass mein allererster Anspruch wäre, die Sprache des neuen Landes zu lernen. Ohne Sprache keine Integration. Und damit auch kein Verständnis für die andere Kultur, weil ich sie -im wahrsten Sinne des Wortes- nicht verstehe. Hier wurde in der Vergangenheit von deutscher Seite viel falsch gemacht. Mein Eindruck ist aber auch, dass die andere Seite teilweise überhaupt kein Interesse an der Sprache des neuen Landes hat. Es funktioniert ja auch so, wenn man sich in seiner Gemeinschaft bewegt.
Ein Gedanke, den ich auch immer wieder habe: viele von den schlechter integrierten Einwanderern waren bei der ersten Welle der "Gastarbeiter" dabei. Möglicherweise ist hier schon der Fehler: diese Menschen haben gedacht, dass sie nur ein paar Jahre in Deutschland bleiben und dann wieder in ihr Heimatland zurückkehren. Das haben aber die wenigsten getan. Und so fühlt sich heute sogar die 3. Generation immer noch als "Gast", obwohl sie ja im Prinzip Einheimische sind.
Es gibt ihn halt nicht, den uniformen deutschen Einheitswillen. Kein Wunder, bei mehreren Millionen Individuen deutscher Staatsbürgerschaft. Manche mögen das bedauern, manche nicht.
Selbsthass - daran erkennt man den Deutschen
übrigens, wie war das mit dem "Leben und Leben lassen"?
Na ja, ich würde es eher Selbstkritik nennen. Das kann doch eigentlich keinem schaden und steht doch auch nicht im Widerspruch zu "Leben und leben lassen.
Ich finde es irgendwie witzig, wie kann man sagen, es gäbe keine spezifische deutsche Kultur, daher müssen sich andere Kulturen (die es dann doch gibt?) auch nicht anpassen. Was denn nun? Merkst du nicht die Widersprüchlichkeit?
Ich habe mir gerade nochmal meinen letzten Beitrag angesehen, finde darin jedoch nicht die Aussage, es gäbe keine spezifische deutsche Kultur. Wenn ich aber über die Frage nachdenke, gibt es diese? Hat z.B. Deutschland die typische Kultur oder muss ich das dann schon auf die einzelnen Bundesländer oder sogar Landkreise runterbrechen? Wenn z.B. zwei Menschen einer anderen Kultur als, sagen wir mal, Flüchtlinge in Deutschland ankommen und einer von ihnen "landet" in Bayern und der andere an der Nordseeküste, wie machen die es richtig? Der Bayer würde den Fremden wahrscheinlich lieber in Lederhose sehen und der Küstenbewohner in Gummistiefeln und Friesennerz. Wie passt man sich denn jetzt so an, dass es jedem Deutschen gefällt? Das ist jetzt von mir vielleicht alles ein wenig überspitzt dargestellt, aber ich möchte es einfach nur verstehen.
Mir kommt gerade eine Idee. Wie wäre eine Umfrage hier im Forum, wo jeder ankreuzen kann, was er für eine Gesellschaft für wichtig hält. Ich vermute, auch eine daraus ableitbare "Blackwater-Leitkultur" wäre keinesfalls einheitlich 😉
Finde ich auch eine recht klischeehafte Sicht, wo ist das denn so? In progressiven Kindergärten in Berlin?
och, in grün-alternativen Städten aller Art ist das recht häufig. 🤣 Und wird immer mehr.
Genauso wie die deutschen Frauen, die sich ja anscheinend nur im Bikini auf die Straße begeben. Kommen mir leider selten unter.
Ich hatte bereits geschrieben, ich bin unverschleiert, also nicht einmal Hijab. Das ist wichtig zu wissen, bevor ich das kommentiere. Mein Eindruck ist, dass sehr viel nackte Haut in deutschen Städten gezeigt wird, sobald die ersten Sonnenstrahlen da sind. Oft bis zur Geschmacklosigkeit. Ich muss das nicht verstehen, aber selbst mir als Frau fällt das schon auf.
In dem alten Forum hatte ich beschrieben, was mir widerfahren ist. Ich wurde nachts überfallen und es ging nicht um Geld. Nur mein Schlüsselbund und mein Fitnessstudiotraining nach der Schwangerschaft retteten mich. Jetzt bin ich nicht freizügig gekleidet und achte sehr darauf. Aber ich könnte mir vorstellen, dass viel Haut das Problem verschärfen. Und so viel Polizei, dass eine Frau in Deutschland rumlaufen kann wie sie will, gibt es nicht.
Es gibt ihn halt nicht, den uniformen deutschen Einheitswillen.
Gibt es den in anderen Ländern?
Sry aber was mache ich dann, wenn es um eine Entscheidung geht?
Alle Argumente sind ja ganz nice, aber ich bin Türkin und will weder unter der Scharia leben noch unter dem Regenbogenparadies für Perverse. Ich hänge in der Mitte dazwischen. Wenn mich Deutsche sehen sagen sie aber, ey du bist Türkin. Also isst du kein Schweinefleisch und betest dauernd, stimmts?😂😂😂 Irgendwie geht alles durcheinander.
Also ich setze auf meine Liste für Schulbildung: Finanzen wie von Mr. Blackwater vorgeschlagen. Und auch darauf gehört: Andere Kulturen in Deutschland. Kulturkompetenz für Deutsche. Wir, also die Ausländer müssen aber Deutsch drauf haben und was es so alles zu wissen gibt.
In dem alten Forum hatte ich beschrieben, was mir widerfahren ist. Ich wurde nachts überfallen und es ging nicht um Geld. Nur mein Schlüsselbund und mein Fitnessstudiotraining nach der Schwangerschaft retteten mich.
boa ich dreh durch, ich bin übrigens wieder im Fitness angemeldet. Die Story pusht mich noch mehr.
Mein Eindruck ist, dass sehr viel nackte Haut in deutschen Städten gezeigt wird, sobald die ersten Sonnenstrahlen da sind. Oft bis zur Geschmacklosigkeit.
Der Eindruck täuscht sicher nicht - wir leben auch in einem nördlichen Klima und tragen Minirock, während die Italiener noch in Steppjacken herumlaufen. Über Geschmack lässt sich streiten und das akzeptable Level an Nacktheit ist für jeden unterschiedlich. Prinzipiell sollte man auch nackt herumlaufen dürfen, ohne dass man belästigt wird. Und wenn man so sozialisiert wurde, dass man eine nackte Frau als Freiwild sieht, dann wird man das auch eher nutzen, als jemand, der mit dem jährlichen FKK-Urlaub aufgewachsen ist
Dachten manche Leute wirklich Muslime aus verschiednen Ländern kommen und legen ihre Religion ab und verwerfen ihre Heimatkultur?
Ich stimme dir 100% zu - diese Annahme war von Anfang an naiv. Ich ziehe mir den Schuh nicht an, ich war zu jung, um daran etwas zu ändern.
Hat z.B. Deutschland die typische Kultur oder muss ich das dann schon auf die einzelnen Bundesländer oder sogar Landkreise runterbrechen?
Das sind nutzlose Sophistereien. Es gibt keinen Punktekatalog, den man abhaken kann. Dennoch sind sich der Friese und der Bayer näher als dem Maori. Auch du und ich sind uns trotz aller politischen Differenzen wahrscheinlich ähnlicher als bspw. Wüstenrose (gar nicht wertend gemeint!). Schau mal nach dem Eisbergmodell der Kultur oder der Sapir-Whorf-Hypothese, wenn du an die glauben magst.
Es gibt ihn halt nicht, den uniformen deutschen Einheitswillen.
Ist doch schön, dann darf ich ja weiterreden.
Wie wäre eine Umfrage hier im Forum, wo jeder ankreuzen kann, was er für eine Gesellschaft für wichtig hält.
Mach doch, bin gespannt, welche Auswahlmöglichkeiten du anbietest 🙂
will weder unter der Scharia leben noch unter dem Regenbogenparadies für Perverse. Ich hänge in der Mitte dazwischen.
Absolut. Leider sind die Extremen die lautstarken Meinungsführer, die den Rest vor sich hertreiben.
... will weder unter der Scharia leben noch unter dem Regenbogenparadies für Perverse.
Klingt ja spannend. Welche Perversion(en) muss ich denn ausüben, um im "Regenbogenparadies" leben zu dürfen. Und welche Vorteile ergeben sich daraus für mich, gegenüber meinem Leben als "Normalo"?
Dazu gehört, dass es Gott gibt, Achtsamkeit vor dem Leben und klare Moralmaßstäbe. Wenn ich bei manchen Kindern gleichen Alters sehe, wie diese völlig verwirrt sind was nun richtig und falsch ist in den Bereichen Geschlecht, Moral und Verhalten aber mit Regenbogenbändchen stolz herum laufen, dann bin ich über mein muslimisches Fundament sehr glücklich.
eben dachte ich noch, dass hier darüber diskutiert wird, dass Leute auf der Straße abstechen irgendwie nicht so nice ist, und dann sind plötzlich die Regenbogenbändchen dran. Irgendwie faszinierend, wie man das durcheinanderbringen oder auch nur ansatzweise in Relation zueinander setzen kann.
Deshalb wird ja alles immer liberaler und vermeintlich offener, egal ob bei Kleidung, Sprache oder Benehmen. Jeder soll alles dürfen.
Das konnte ich bisher so nicht feststellen, aber ich war jetzt auch schon mehr als zwei Jahre nicht mehr in Deutschland. Hast du mal ein paar Beispiele, was jeder jetzt neuerdings können soll und vielleicht noch, wer das fordert?
Regenbogenparadies für Perverse
Da rufe ich jetzt einfach mal: „Foul!“
Jetzt kommt noch erschwerend dazu, dass es in diesem Forum zwei Wuestenrosen gibt 😉 Scherz beiseite. Ich kann nicht beurteilen, wie ähnlich oder nahe wir uns sind. Dazu kenne ich Dich, die Wüstenrosen und auch alle anderen Community Mitglieder zu wenig. Ich weiß relativ wenig über das Eisbergmodell der Kultur oder die Sapir-Whorf-Hypothese. Jedoch das Wenige was meine Allgemeinbildung dazu hergibt, teile ich nicht unbedingt. Auch glaube ich nicht, dass sich der Bayer und der Friese pauschal immer näher sind als, um bei Deinem Beispiel zu bleiben, dem Maori. Dazu vielleicht ein kurzes Beispiel: Ich durfte vor ca. zwei Jahren mal eine Flüchtlingsunterkunft in Köln besuchen. Bei der besuchten Person handelte es sich um eine junge syrische Mutter mit vier kleinen Kindern zwischen zwei und sieben Jahren. Wir haben uns eine Zeit lang mit viel Einsatz von Händen und Füßen unterhalten. Es war einfach nur eine schöne Atmosphäre mit viel Gastfreundschaft (ich war der Gast). Auf der anderen Seite gibt es einen deutschen Nachbarn mit einem Haufen Geld in einem schönen Haus, der es nicht mal schafft einem bei einer Begegnung die Tageszeit zu sagen. Ich glaube nicht, dass ich diesem Nachbarn ähnlicher bin als der syrischen Mutter. Das war nur ein Beispiel, aber ich bin mir sicher, dass uns diese Erfahrungen jeden Tag begegnen.

