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Investments📊 ETF Sparplan vs. Einmalanlage

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(@yasmeen90)
Internationaler Meister Rose
Beigetreten: Vor 5 Jahren
Beiträge: 759
Themenstarter  

Ich glaube langsam mein YouTube hört mich ab weil mir Videos vorgeschlagen werden, die zu dem passen was wir hier an Fragen haben. Kennt ihr das auch? Ich bin auf YouTube angemeldet und hier und dann aktualisiere ich die Seite und die Vorschläge kommen. 🤔 Hilfeeeee 😶 

Also das passt jedenfalls sehr gut zu dem Thread von @amalia 

Soll Geld einmalig angelegt werden oder besser als ein monatlicher Sparplan angelegt werden, wenn man eine größere Summe anlegen will? Ich poste euch zwei gute Videos dazu, dann haben wir das hier immer und können uns das anschauen. Auch wenn neue Leute bei der Community Mitglied werden ist das gut.

Im ersten Video geht es um mathematisch-statistisch-historische Fakten und die Psychologie:

 

EINMALKAUF oder SPARPLAN:

 

Im zweiten Video ist es nochmal etwas anders erklärt:

 

 

Ich finde so ist es einfacher zu verstehen und besser als eine Wall of Text. Und dann kann jeder es selbst für sich entscheiden.

Entweder "Homo Oekonomicus" und eigene Psychologie beachten.



   
MaChilla, Aliya, mrtn and 1 people reacted
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mrtn
 mrtn
(@mrtn)
Super Großmeister Moderator Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 4736
 

Veröffentlicht von: @yasmeen90

Kennt ihr das auch? Ich bin auf YouTube angemeldet und hier und dann aktualisiere ich die Seite und die Vorschläge kommen. 🤔 Hilfeeeee 😶 

 

Das kennen wir und es ist erschreckend. Aber nicht nur von YouTube, auch von Siri und Co.



   
yasmeen90 and Aliya reacted
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mrtn
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(@mrtn)
Super Großmeister Moderator Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 4736
 

Danke für die Videos Yasmeen, die passen sehr gut hier rein, sind zeitlos wichtig und eine gute Hilfe für Einsteiger (oder falls man mal im Zweifel ist).



   
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mrtn
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(@mrtn)
Super Großmeister Moderator Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 4736
 

Nochmal eine Ergänzung dazu:

Quelle: Udo Trichel, Spiegel (war hinter einer Bezahlschranke) 🤣 

 

Wenn Sie regelmäßig unsere Geld-Extras lesen, kennen Sie den Begriff ETF-Sparplan. Einmal eingerichtet, investieren Sie automatisch eine feste Summe in einen ETF Ihrer Wahl – zum Beispiel 50 Euro pro Monat in den MSCI All Country World. So beteiligen Sie sich selbst mit kleinen Beträgen breit gestreut und kostengünstig am Aktienmarkt. Das macht ETF-Sparpläne zu einem hervorragenden Werkzeug für die private Altersvorsorge.

Doch nicht jeder oder jede beginnt bei null. Wenn Sie bereits Ersparnisse auf einem Tages- oder Festgeldkonto oder ein Erbe erhalten haben und dieses Geld nun langfristig an der Börse anlegen möchten, stehen Sie vor der Entscheidung: alles auf einmal oder peu à peu?

Egal ob Sparplan oder Einmalanlage, beides ist schnell und einfach erledigt:

 

ETF-Sparplan einrichten:

  1. Depot eröffnen: Vergleichen Sie die Preismodelle der Anbieter (mehr dazu unten).
  2. ETF auswählen: Überlegen Sie genau, welcher ETF zu Ihren Zielen und Ihrer Risikoneigung passt. Stehen mehrere ETFs zur Auswahl, die denselben Index abbilden, wählen Sie den ETF-Anbieter mit den besten Konditionen bei Ihrem Broker. Wer schon genau weiß, was er möchte, sucht nicht nach dem ETF-Namen, sondern nach der WKN oder ISIN. Mit diesen Identifikationsnummern kaufen Sie immer das richtige Produkt.
  3. Sparplan anlegen: Klicken Sie auf »Sparplan anlegen« – nicht auf »Kaufen«.
  4. Betrag festlegen: Entscheiden Sie sich für Ihre regelmäßige Sparrate. Diese beginnt je nach Broker bei einem Euro, manche verlangen eine Mindestrate von etwa 25 Euro.
  5. Konto auswählen: Von welchem Konto soll der Sparbetrag abgebucht werden? Das kann etwa ein Depotkonto oder ein Referenzkonto (per Lastschrift) sein.
  6. Ausführungsintervall festlegen: je nach Anbieter monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich.
  7. Ausführungstag und Zeitraum wählen: zum Beispiel der 1. oder 15. Tag im Monat, beginnend ab sofort oder ab nächsten Monat, mit einem bestimmten oder offenen Ende.
  8. Order abschließen: Führen Sie die Order aus.

 

Einmalanlage tätigen:

Nachdem Sie ein Depot eröffnet und sich für einen ETF entschieden haben (hier klicken Sie auf »Kaufen«), geben Sie Ihre Anlagesumme an und erteilen die Order. Die Schritte 6 und 7 fallen weg.

 

Kosten im Vergleich

Achten Sie auf die Kostenunterschiede zwischen Sparplänen und Einmalanlagen. Meiden Sie Depotbanken und Broker, die laufende Depotgebühren oder eine prozentuale Ausführungsgebühr auf Ihre Sparsumme verlangen. Einzelorders sind oft teurer als Sparpläne, etwa durch eine Pauschale plus Prozentsatz. Vielleicht hilft das bei der Entscheidung: Eine Einmalanlage lohnt sich kostentechnisch oftmals erst ab einem vierstelligen Betrag.

Wer noch bei einem teuren Anbieter ist, sollte wechseln: Kostenlose ETF-Sparpläne ganz ohne Depotgebühren bieten zum Beispiel Trade Republic, Scalable Capital, Finanzen.net Zero, Flatex und ING. Einmalanlagen in ETFs kosten bei vielen Neobrokern nur einen Euro, ausgewählte Produkte sind sogar kostenlos.

 

 

Mythos Cost-Average-Effekt

Als großer Vorteil von Sparplänen gilt der sogenannte Cost-Average-Effekt (CAE). Die grundlegende Idee: Anleger investieren regelmäßig einen festen Betrag in einen Fonds, also zum Beispiel 100 Euro im Monat. Wenn die Kurse niedrig sind, bekommen Sie so mehr Fondsanteile für Ihr Geld als bei hohen Kursen. Dadurch sinkt in der Theorie der durchschnittliche Kaufpreis im Vergleich zum Kauf einer gleichbleibenden Anteilsmenge desselben Fonds zu variierenden Preisen.

Das klingt auf den ersten Blick plausibel, und deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass der CAE immer wieder in Fondswerbungen für Sparpläne auftaucht, gern mit Beispielrechnungen.

Das ist allerdings irreführend, wie gleich mehrere Experten und Studien argumentieren. »Der springende Punkt ist, dass man die Kursentwicklung kennen müsste, um berechnen zu können, welche konstante Anzahl von Anteilen man hätte kaufen müssen, um am Ende den gleichen Betrag wie beim Sparplan investiert zu haben«, sagt Niels Nauhauser, Abteilungsleiter Altersvorsorge, Banken, Kredite bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Mit anderen Worten: Um den tatsächlichen Vorteil des CAE zu beurteilen, müsste man wissen, wie die Kurse sich entwickeln. Ohne dieses Wissen kann man nicht sicher sagen, ob man günstiger fährt als bei anderen Strategien. Der CAE bedeutet nicht automatisch, dass Anleger von fallenden Kursen profitieren. Am Ende hängt alles davon ab, wie sich die Kurse langfristig entwickeln.

Wenn Sie mehr zu den mathematischen Hintergründen dieser Diskussion lesen möchten, können Sie das beispielsweise in diesem Forschungspapier von Niels Nauhauser  oder in dieser Arbeit der Universität Chemnitz  tun.

Analysten des Research-Unternehmens Morningstar haben die Performance von Einmalanlagen und Sparplänen am US-Aktienmarkt zwischen 1926 und 2019 untersucht . Dabei betrachteten sie in dem Zeitraum alle Perioden von zwei bis 120 Monaten. Das Ergebnis: Schon bei einem Investment über zehn Monate erzielten Einmalanlagen in mehr als 72 Prozent der Fälle höhere Renditen als Sparpläne. Je länger der Zeitraum, desto besser schnitten sie ab: Bei den 120-Monatsperioden waren sie in mehr als 90 Prozent der Fälle den Sparplänen überlegen. Darüber hinaus zeigen die historischen Daten, dass Einmalanlagen auf lange Sicht weniger stark schwanken als Sparpläne.

 

Verpasste Renditechancen

Ein wichtiger Grund für die Überlegenheit von Einmalanlagen sind die verpassten Renditechancen bei Sparplänen. Als Anlegerinnen und Anleger setzen wir auf langfristig steigende Märkte. Selbst wenn die Kurse kurz nach dem Kaufzeitpunkt fallen sollten, geht es langfristig in der Regel nach oben. Daher ist es in den meisten Fällen rentabler, voll investiert zu sein.

Exemplarisch und vereinfacht lässt sich das am Zinseszinseffekt erklären: Er verzinst bereits erhaltene Zinsen erneut. Bei ETFs entsteht dieser Effekt durch die Wiederanlage von Dividenden und Kursgewinnen – vorausgesetzt, es handelt sich um sogenannte thesaurierende ETFs, die Dividenden nicht an ihre Anleger auszahlen.

Angenommen, Sie investieren 12.000 Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren in einen ETF. Sie können entweder einmalig 12.000 Euro investieren oder monatlich 100 Euro anlegen. Bei einer jährlichen Rendite von 6 Prozent ergibt die Einmalanlage nach zehn Jahren etwa 21.500 Euro, der Sparplan nur etwa 16.300 Euro.

Der Zinseszinseffekt wirkt bei der Einmalanlage stärker, da der gesamte Betrag von Anfang an verzinst wird. Beim Sparplan wird das Geld schrittweise investiert, sodass jede Rate nur für die verbleibende Zeit verzinst wird.

Wer bereits einen Batzen Geld auf der hohen Kante hat und diesen renditeträchtig anlegen möchte, sollte das Geld am besten auf einmal investieren (aber bitte nicht in mehr als fünf ETFs! ). Wer die Summe über längere Zeit verteilt, erzielt meist geringere Erträge. Dennoch gibt es gute Gründe, trotz aller finanzmathematischen Einwände einen Sparplan zu wählen:

 

 

  • Psychologischer Vorteil: Besonders vorsichtige Anlegerinnen und Anleger zögern oft, eine größere Summe auf einmal zu investieren. Ein Sparplan kann ihnen helfen, ruhiger zu schlafen. Wer eine Einmalanlage kategorisch ablehnt, sollte das Geld in möglichst wenigen Tranchen anlegen.
  • Disziplinierende Wirkung: Regelmäßige Investitionen fördern die Gewohnheit, konsequent zu sparen und zu investieren. Das stärkt die langfristige Perspektive beim Vermögensaufbau und bewahrt manche Anleger vor impulsiven Entscheidungen.


   
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mrtn
 mrtn
(@mrtn)
Super Großmeister Moderator Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 4736
 

Und auch die FAZ hatte dazu bereits einen Artikel:

( F.A.Z. PRO Finanzen-Briefing inklusive FAZ+)

 

AN DER STELLE: Danke an alle, die mir die Zugriffe auf die Premium-Bereiche verschiedener Zeitungen/Magazine ermöglichen)

 

 

Die richtige Anlagestrategie ist nicht nur eine Frage der Mathematik, sondern auch der Nerven. Die Studienlage ist eindeutig, aber nicht jeder ist für höheres Risiko gemacht.

Gehören Sie zum Team „Alles in einem Rutsch“ oder zum Team „Schrittchen für Schrittchen“? Waren Sie der Typ, der am Vorabend einer Klausur das komplette Pensum durchgepaukt hat – wohl wissend, dass vielleicht nicht alles perfekt sitzt, aber immerhin der Aufwand minimal war? Oder hatten Sie schon Wochen vorher einen akribischen Lernplan erstellt, den Sie dann Tag für Tag abgehakt haben – mit dem Risiko, sich hier und da zu verzetteln?

Und wie steht’s mit dem Frühjahrsputz? Putzen Sie das ganze Haus an einem Tag, auch wenn dabei vielleicht die ein oder andere Ecke nicht ganz staubfrei wird? Oder strecken Sie die Sache über mehrere Tage oder gar Wochen, bis der Frühjahrsputz zu einer gefühlt unendlichen Aufgabe wird?

Ähnliche Überlegungen stellen auch Privatanleger an, die einen größeren Geldbetrag investieren möchten: Soll ich alles auf einmal anlegen oder lieber in mehreren Raten über einen längeren Zeitraum? Gründe, warum man plötzlich einen größeren Betrag auf dem Konto hat, gibt es viele: die vorgezogene Schenkung der Großeltern, die Ausgleichszahlung nach der Scheidung, ein Erbe, ein Bonus oder gar ein Unternehmensverkauf. Oftmals hat das Geld aber auch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte auf dem Girokonto herumgelegen und soll nun endlich angelegt werden, bevor die Inflation den Wert völlig aufzehrt.

 

 

Die Studienlage ist eindeutig

Ob kleine fünfstellige Summe oder gar siebenstelliger Betrag: Bei einem Einmalinvestment legt man das Geld an einem Tag an – ähnlich wie man an nur einem Abend für seine Klausur lernt. Bei einem Investment in mehreren Tranchen, oder sagen wir: auf Raten, wird die Summe über einen festgelegten Zeitraum schrittweise angelegt, beispielsweise 50.000 Euro auf zehn Monate aufgeteilt, also jeden Monat 5000 Euro. Die Idee dahinter: Sollte es morgen zu einem Crash an der Börse kommen, habe ich nicht alles auf einmal investiert, sondern kann noch günstiger nachkaufen. Mithilfe der Rateninvestments versucht man also, sich in wirtschaftlich unsicheren Zeiten abzusichern. Im Fachjargon spricht man übrigens nicht von Raten-, sondern von Cost-Average-Investments.

Wenn man in die wissenschaftliche Literatur blickt, ist die Lage eindeutig: Das Einmalinvestment ist die bessere Entscheidung. Allerdings geht es auch mit einer größeren Schwankungsbreite einher. Läuft es gut, können Sie von überdurchschnittlichen Renditen profitieren. Wenn Sie aber Pech haben und zum vermeintlich schlechten Zeitpunkt einsteigen, fällt Ihre Rendite spürbar geringer aus als der Durchschnitt.

 

Die Vermögensverwaltung HQ Trust hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, in der ein „Einmal-Investor“ mit einem „Raten-Investor“ verglichen wird. Letzterer teilt seinen Investitionsbetrag in 24 Raten auf und investiert Monat für Monat in den globalen Aktienmarktindex MSCI ACWI. Der Rest des Kapitals wird zu marktüblichen Konditionen verzinst.

Die Studie umfasst die Zeit zwischen 1971 und August 2024. Analysiert wurden Zeiträume von zwei Jahren, die jeweils monatlich neu beginnen. Dadurch ergeben sich insgesamt 609 untersuchte Zeiträume.

Im Ergebnis erzielte der mutige Anleger über 24 Monate eine Rendite von durchschnittlich 8,6 Prozent, der vorsichtige Anleger mit seiner Ratenstrategie kam hingegen nur auf 6,6 Prozent je Jahr. Über den gesamten Untersuchungszeitraum schnitt der Einmalinvestor in zwei Dritteln der Fälle besser ab.

 

Raten geben ein Sicherheitsgefühl

Die Chance auf besonders hohe Renditen ist beim Einmalinvestment zudem deutlich größer. So erzielte der Einmalinvestor in 17 Prozent der untersuchten Zeiträume eine Rendite von über 20 Prozent. Allerdings ist das Verlustrisiko auch deutlich höher, denn in vier von 100 Fällen wäre der Depotwert innerhalb von zwei Jahren um 20 Prozent gefallen. Die Fondsgesellschaft Vanguard kam in einer Studie von 2012 übrigens zu ähnlichen Ergebnissen.

Dennoch ist das Investieren auf Raten besonders bei Anlegern mit wenig Kapitalmarkterfahrung sehr beliebt. Viele fühlen sich sicherer, wenn sie ihr Geld nicht auf einen Schlag anlegen. Auch wenn es aus rationaler Sicht besser wäre, die gesamte Summe sofort zu investieren, führt Unsicherheit oft dazu, dass das Geld stattdessen monate- oder sogar jahrelang unangetastet auf dem Konto liegt und keinerlei Rendite erzielt. Um das zu vermeiden, mag das Anlegen auf Raten zwar nicht die optimale, aber dennoch eine sehr vernünftige Entscheidung sein.

Als Investor auf Raten sollten Sie jedoch ein paar Aspekte bedenken: Zum einen kann das Investieren in Tranchen teurer sein, abhängig von den Konditionen Ihrer Bank oder Ihres Onlinebrokers. Das ist der Fall, wenn eine fixe Ordergebühr anfällt, losgelöst von der Anzahl der georderten Papiere. Zum anderen sollten Sie unbedingt einen Sparplan einrichten. So automatisieren Sie den Prozess und vermeiden die monatliche Frage, ob heute gerade der richtige Zeitpunkt für den Einstieg ist. Von Rateninvestments absehen sollten Sie hingegen, wenn sich der Markt gerade im Aufschwung befindet; dann kaufen Sie nämlich jedes Mal teurer nach.

 

Fehler in der Corona-Krise

Genau diesen Fehler habe ich während der Corona-Krise gemacht. Damals konnte ich einen größeren Geldbetrag investieren, traute jedoch dem schnellen Aufschwung nach dem dramatischen Absturz im März 2020 nicht. Also entschied ich mich, scheibchenweise zu investieren. Einige Monate kaufte ich jedes Mal teurer nach, bis ich schließlich den Restbetrag an einem Tag anlegte. Im Januar 2022 war die einmalige Anlage hingegen eine schlechtere Wahl, denn vier Wochen später brach der Ukrainekrieg aus und an der Börse ging es Monate bergab. Wenn der angelegte Betrag jeden Monat kleiner wird, ist das sehr schmerzhaft. Auf Fünf-Jahres-Sicht sind beide Entscheidungen wieder vergessen. Man sollte die emotionalen Herausforderungen jedoch nicht unterschätzen, vor allem je größer der Betrag im Verhältnis zum Gesamtvermögen ist.  

Letztlich müssen Sie sich entscheiden: Wenn Sie daran glauben, dass die Erkenntnisse der vergangenen Studien auch in Zukunft gelten, sollten Sie Ihr Kapital so früh wie möglich investieren, um schnell von der Marktentwicklung zu profitieren. Wenn es Ihnen in erster Linie darum geht, Ihr Verlustrisiko zu minimieren, also das Ukraineszenario abzuwenden, kann eine Investition in Raten sinnvoll sein. Das Geld, das Sie zwischenzeitlich parken, wirft dann allerdings niedrigere Renditen ab als am Aktienmarkt. Schließlich ist das Hinauszögern der Geldanlage eine Form des „Market-Timings“ – und das ist in den wenigsten Fällen erfolgreich.

 

Christiane von Hardenberg ist promovierte Volkswirtin, Autorin, Gründerin und Investorin.



   
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