Mit anderen Worten: Das Gas, das wir jetzt alle sparen sollen, das ist nicht für unseren Bedarf im Winter sondern für die Profite von Uniper+co, die das dann zu Spotmarktpreisen weiterverhökern.
Starke Behauptung, schwacher Beweis.
1. Da wir im Juni und Juli Gas in die Gasspeicher eingelagert haben und nicht entnommen haben, ist zumindest summarisch die Stromproduktion aus Gas für die Franzosen aus den Importen und nicht aus Gasspeichern gekommen.
2. Die Gasspeicher werden zum Winter auch voll, d.h. man hätte das zusätzliche Gas, was man für die Stromproduktion gebraucht hat, gar nicht im Winter verbrauchen können (weil man es gar nicht hätte speichern können).
3. Können wir alle (also die Konsumenten) im Moment kaum etwas sparen, weil wir kaum etwas verbrauchen - es ist gerade keine Heizsaison.
4. Gibt es offenbar zur Zeit gar keine Gasknappheit, ansonsten könnte man die Speicher ja gar nicht so schnell füllen.
Das ganze kann man sicher mit zig Fakten (die ich zum Teil gar nicht kenne) und Sichtweisen weiter vertiefen.
Aus meiner Sicht ist das Gasversorungsthema, obwohl es so simpel aussieht, ein sehr komplexes Geflecht, was wir, wenn wir uns wirklich damit beschäftgen, ansatzweise verstehen können. Und wenn wir uns nicht damit beschäftigen, überhaupt nicht verstehen.
Und das ist leider der ideale Nährboden (wie bei Covid),
- um sich ganz einfach seinen eigene Meinung zu Russen, Regierung, Medien, Uniper etc. zu bestätigen
- irgendwelchen Verschwörungsmythologien zu folgen
Was kann man dagegen machen?
lesen, lesen, lesen und den Bullshit Detektor anmachen.
Ich kann mich nur nochmal wiederholen: wir werden hier schön an der Nase rumgeführt. Was hinter den Kulissen geschieht, können wir nur vermuten.
Sorry, aber ich verstehe Deine Logik nicht: Wie kannst Du Dir so sicher sein, dass Du an der Nase rumgeführt wirst, wenn Du die Fakten im Hintergrund nicht kennst?
@lichtenberg99 alternativ schlage ich vor, zu tun, was viele hier predigen, aber doch nicht schaffen: weniger Nachrichten konsumieren und grübeln und dafür mehr sinnvolle Dinge tun.
Ich bin aus dem Thema jedenfalls raus, weil ich es absolut nicht verstehe! Jetzt kollabiert der Spotpreis für Strom urplötzlich…sei es drum: Ich hab Holz im Keller, hoffe im Zweifel auf einen milden Winter, kann horrende Energiepreisanstiege zahlen und freue mich über meine Familie.
Ich weiß, dass es eine riesige Zahl Menschen gibt, denen das (häufig vor allem aus finanzieller Sicht) nicht so leicht von der Hand gehen wird. Darauf habe ich aber keinen Einfluss.
Was ich aber weiß: Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde tut der Erde als Ganzes am Ende gut. Das ist immerhin positiv. Bleibt zu hoffen, dass keiner das Riesen-AKW zerlegt und alle anderen AKWs auch auf ewig heil bleiben…und das so wenig neue gebaut werden, wie es eben geht…man sieht: das ist Mist!
Ich kann mich nur nochmal wiederholen: wir werden hier schön an der Nase rumgeführt. Was hinter den Kulissen geschieht, können wir nur vermuten.
Sorry, aber ich verstehe Deine Logik nicht: Wie kannst Du Dir so sicher sein, dass Du an der Nase rumgeführt wirst, wenn Du die Fakten im Hintergrund nicht kennst?
Stell Dir vor der Copperfield sägt eine Jungfrau entzwei. Vor den Augen des Publikums dröppelt das Blut aus dem Kasten.
Dann macht es rums und die Dame taucht quietschfidel und unversehrt im Löwenkäfig auf. Ich habe weder eine Ahnung, wie er die beiden Hälften wieder zusammengeklebt hat, noch wie sie in den Käfig gelangt ist.
Selbst ohne Kenntnis der Hintergründe bin ziemlich sicher, dass Copperfield mich an der Nase rumgeführt hat.
@lichtenberg99 alternativ schlage ich vor, zu tun, was viele hier predigen, aber doch nicht schaffen: weniger Nachrichten konsumieren und grübeln und dafür mehr sinnvolle Dinge tun.
Die Zeit, die man mit übermäßigem Konsum von "Nachrichten" jedweder Couleur und Grübeleien verplempert, kann man sinnvoll(er) Nutzen, Dinge zu tun, die das Herz erfreuen, die Lebensqualität verbessern, das Leben bereichern. Seit ich das so handhabe, wühle ich mich damit ausgesprochen wohl 😊
@presskoppweck Der Vergleich mit Copperfield ist sehr gut.
Dein Wissen, dass Copperfield Dich an der Nase herumführt, hilft Dir das Paradox zersägte/gesunde Jungfrau zu verstehen.
Der Versuch die sonstigen (z.T. scheinbaren) Paradoxien, die uns die Welt präsentiert, durch ein an der Nase herumführen durch die Massenmedien/Regierenden zu erklären, mag zwar das eigene Weltbild widerspruchsfrei halten, führt aber nicht unbedingt zu einem besseren Verständnis, was wirklich vor sich geht.
Wir können diese Situation nicht ändern, somit ist es besser sich auf die positiven Sachen im Leben zu konzentrieren.
das stimmt so sehr, in letzter Zeit schaffe ich das sehr gut. Stichwort Nachrichten-Diät. Dazu habe ich auch Nachrichten Apps von meinem Handy gelöscht.
Starke Behauptung, schwacher Beweis.
Ja und nein. Vorab: ich hatte das als Kommentar gekennzeichnet.
Das ganze kann man sicher mit zig Fakten (die ich zum Teil gar nicht kenne) und Sichtweisen weiter vertiefen.
Alle vier Punkte, die du aufzählst, sind korrekt. Ich versuche mal, meine Sichtweise zu erklären: es wird aus allen medialen Rohren geballert, dass die Bevölkerung Gas sparen muss und dass die Speicher zu leer sind. Und das wochenlange. Auf einmal ist dann alles wieder OK und wir haben sowohl vollere Gasspeicher als auch Strom nach Frankreich verkauft. Da kommt man sich als Bürger doch etwas verar***t vor.
Aus meiner Sicht ist das Gasversorungsthema, obwohl es so simpel aussieht, ein sehr komplexes Geflecht, was wir, wenn wir uns wirklich damit beschäftgen, ansatzweise verstehen können. Und wenn wir uns nicht damit beschäftigen, überhaupt nicht verstehen.
Sehe ich genau so wie du. Ich bin weiterhin ein Laie in dem Gebiet, so wie 99% der anderen.
mag zwar das eigene Weltbild widerspruchsfrei halten
Mein Weltbild ist definitiv nicht widerspruchsfrei. Ich mag weder die amerikanische Politik besonders noch die russische oder die chinesische. D.h. für mich gibt es kein Schwarz oder Weiss, sondern sehr viel Grau. Und nur weil ich manche Sachen gerne hinterfrage heisst das nicht, dass ich alle Sachen unterstütze bzw. deren Meinungen annehme.
Aber egal. Ich werde in mich gehen und schauen, ob es mir und dem Rest hier etwas bringt, wenn ich gewisse Dinge poste.
Ja und nein. Vorab: ich hatte das als Kommentar gekennzeichnet.
Habe ich gesehen. War auch auf Deinen Zitageber bezogen.
Ich versuche mal, meine Sichtweise zu erklären: es wird aus allen medialen Rohren geballert, dass die Bevölkerung Gas sparen muss und dass die Speicher zu leer sind. Und das wochenlange. Auf einmal ist dann alles wieder OK und wir haben sowohl vollere Gasspeicher als auch Strom nach Frankreich verkauft. Da kommt man sich als Bürger doch etwas verar***t vor.
Dass wir Gas sparen müssen, macht immer noch Sinn. Und es ist nicht alles o.k. Die Speicher reichen nicht übern Winter. Die Lage hat sich etwas entspannt.
Aber die Gasspeicher haben sich in den letzten Monaten gefüllt (für viele überraschend schnell) und wer die Massemedien verfolgt hat (es gibt z.B. bei der Zeit einen Tracker https://www.zeit.de/wirtschaft/energiemonitor-deutschland-gaspreis-spritpreis-energieversorgung) der konnte es täglich verfolgen. Nur hat es der Stand nicht jedesmal in die Schlagzeilen geschafft.
Was für mich überraschend war, ist, wie desolat die Stromversorgung in Frankreich ist. Dort hat man ich ja zu einem hohen Prozentsatz auf die Atomenergie verlassen aber leider vergessen, in der Erneuerung und auch in die erneuerbaren Energien zu investieren. Da ich eher nicht nationalistisch veranlagt bin, erscheint es mir aber als Akt der Solidarität, den Franzosen in dieser Situation zu helfen. Verarscht würde ich mich eher als Franzose fühlen.
Ich mag weder die amerikanische Politik besonders noch die russische oder die chinesische.
Geht mir ähnlich - wobei ich nicht alle Probleme der Welt auf die Politik schiebe. Bei diesem Gasdebakel haben alle Mist gebaut. Mein eigenes Gasproblem habe ich durch eine Entscheidung selbst erzeugt. Die Entscheidung war 8 Jahre o.k., jetzt halt ein Fehler. Dafür mache ich niemand anderen verantwortlich.
Ein Teil meiner positiven Sichtweise auf die Welt ist, dass ich den anderen Menschen, Unternehmen, Politikern usw. die gleiche Fehlerquote zubillige wie mir selbst.
Aber egal. Ich werde in mich gehen und schauen, ob es mir und dem Rest hier etwas bringt, wenn ich gewisse Dinge poste.
Mein Like bezog sich nicht auf diesen Satz.
Ich finde Deine Kommentare hier üblicherweise sehr reflektiert und sie haben angenehm anderen Sichtweisen als meine. Ich empfinde sie manchmal als negativ und düster (so wie Iki das auch ausgedrückt hat), aber Du bringst hier viel Wissen und KnowHow rein.
Dass wir Gas sparen müssen, macht immer noch Sinn
Das macht definitiv Sinn. Und wie du richtig geschrieben hast, reichen die Speicher nicht über den Winter.
Was für mich überraschend war, ist, wie desolat die Stromversorgung in Frankreich ist. Dort hat man ich ja zu einem hohen Prozentsatz auf die Atomenergie verlassen aber leider vergessen, in der Erneuerung und auch in die erneuerbaren Energien zu investieren.
Wirklich überrascht hat mich die Situation in Frankreich nicht, nach dem was ich so als Laie über die Jahre gelesen habe. AKWs sind doch deutlich fehleranfälliger als das was uns gerne erzählt wird. Viele Pannen schaffen es nicht auf Titelseiten oder überhaupt mal in die Presse.
Die jetzige Situation hat uns aber klar gezeigt, wie abhängig wir in vielen Bereichen sind. Das meine ich nicht nur auf den Strom bezogen, sondern generell. Risiken hat man, ob bewusst oder unbewusst, ignoriert. Die Umstellung auf grüne Energie hängt in DE aber auch zu grossen Teilen an der Gasversorgung - also hat leider auch hier das Risikomanagement versagt. Für mich ist so etwas fahrlässig. Wenn ich im IT-Bereich ein sehr wichtiges System habe, dann muss ich das auch hochverfügbar auslegen mit Netz und doppeltem Boden. Aber gut, ich schweife schon wieder ab.
Da ich eher nicht nationalistisch veranlagt bin, erscheint es mir aber als Akt der Solidarität, den Franzosen in dieser Situation zu helfen
Ich sehe das grundsätzlich auch als Akt der Solidarität, den Franzosen in dieser Situation zu helfen. Kritisch sehe ich aber den Punkt, dass die Energieunternehmen sich an dieser Solidarität eine goldene Nase verdienen, gleichzeitig aber nach Staatshilfe schreien wegen der hohen Energiepreise. Bzw. sogar staatliche Unterstützung beantragen, obwohl sie nicht in einer Notlage sind.
Dafür mache ich niemand anderen verantwortlich.
Damit bist du vielen Personen einiges voraus.
Ein Teil meiner positiven Sichtweise auf die Welt ist, dass ich den anderen Menschen, Unternehmen, Politikern usw. die gleiche Fehlerquote zubillige wie mir selbst.
Ein sehr guter und wichtiger Satz. Ich glaube ich sollte mir diesen Satz einrahmen. 🙂
Ich finde Deine Kommentare hier üblicherweise sehr reflektiert und sie haben angenehm anderen Sichtweisen als meine. Ich empfinde sie manchmal als negativ und düster (so wie Iki das auch ausgedrückt hat), aber Du bringst hier viel Wissen und KnowHow rein.
Vielen Dank für dein Feedback. Ich möchte das gerne erwidern: ich finde deine Kommentare auch sehr gut und sie ermöglichen mir, meine Einstellungen zu überdenken und hinterfragen.
Ich finde Deine Kommentare hier üblicherweise sehr reflektiert und sie haben angenehm anderen Sichtweisen als meine. Ich empfinde sie manchmal als negativ und düster (so wie Iki das auch ausgedrückt hat), aber Du bringst hier viel Wissen und KnowHow rein.
Vielen Dank für dein Feedback. Ich möchte das gerne erwidern: ich finde deine Kommentare auch sehr gut und sie ermöglichen mir, meine Einstellungen zu überdenken und hinterfragen.
Dem schliesse ich mich an und danke euch beiden!
Wir wollen weder eine "Schönwetterblase" hier noch eine "Regenwolke" die uns dauernd folgt!
Das Konzept bei eigenen Sorgen nach einer negative Nachricht auch eine positive zu posten ist sehr gut. Das hat für einen guten Ausgleich gesorgt.
Das Leben in einer permanenten pappig süß-vanilligen "Schönwetterblase" wäre für mich genau so unerträglich wie unter einer dauerhaften "Regenwolke" 🙄

