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Religion & Glauben Islam und LGBT

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Soziologin
(@soziologin)
Schachspieler Blackwater Stammleser Rose
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 176
Themenstarter  

Ein Vortrag der das Thema gut erklärt, besser als ich es so irgendwo gehört habe. Und gut zum Nachdenken auch mit den Beispielen zu Islam und LGBT und homosexuell sein.

Das räumt viele Missverständnisse auf.

 


   
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Dauerstudent1999
(@dauerstudent1999)
Lachsfrühstück Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 65
 

Ist gut erklärt, danke!


   
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Joerg
(@joerg)
Vollkornbrot Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 76
 

Wen es interessiert, hier (meine momentan bevorzugte) christliche Sicht auf die Dinge zum Nachlesen.
danieloption.ch/sexualitaet/homosexualitaet/die-ehe-fuer-alle-und-nicht-christliche-religionen/
Auch fuer Muslime viell. interessante Argumentation?

danieloption.ch/featured/ehe-fuer-alle/
Problematik der Samenspende und Leihmutterschaft generell und im Hinblick auf gleichgeschlechtliche Paare

danieloption.ch/gesellschaft/ehe-fuer-alle/bekenntnis/
Auseinandersetzung mit der Argumentation der Schweizerischen Evangelischen Kirche und in wiefern ein Bekenntnis zum (christlichen) Glauben automatisch auch Sexualmoral beinhaltet (ohne geht nicht).

LG Joerg


   
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iki
 iki
(@ikigaimondai)
Fide Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 1477
 

Ich finde das Video richtig gut. Angenehm rübergebracht, ruhig erklärt, kein hohes Ross. Toll!


   
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Arnold Karlson
(@arnold-karlson)
Schach Profi Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 192
 

Ich habe mir dieses Video angesehen und eines vorweg, es hat eine große Wirkung auf mich gehabt, ich bin gerade emotional sehr aufgewühlt, werde nun aber trotzdem versuchen, meine Gedanken und Gefühle ruhig und nachvollziehbar zu schildern.

Eines vorweg, ich bin entsetzt, ich fand das Video bedrückend und beklemmend, und die Moralvorstellungen, die es propagiert, erscheinen mir menschen- und lebensfeindlich und ich kann nicht anders, als sie aus vollem Herzen abzulehnen.

Um das zu erklären, möchte ich auf einige Punkte, die mich besonders (negativ) berührt haben, eingehen:

  1. Es fängt schon damit an, wie er den Verzicht seiner Freunde auf Dinge, die sie lieben, glorifiziert und implizit als zweifelsfrei richtig darstellt. Nun bin ich kein Hedonist und würde zustimmen, dass Verzicht in vielen Fällen gut für uns Menschen sein und unseren Charakter stärken kann. In diesem Fall wird der Verzicht mir aber zu selbstverständlich als einzig richtig hingestellt.
  2. Die Argumentation, dass die Neigung an sich ja nicht verwerflich ist, sondern nur sie auszuleben, empfinde ich als blanken Hohn. Soll ich einem Menschen wirklich glauben, dass er mich respektiert, wenn er mir sagt, "du darfst so sein, aber es nie offen zeigen", wenn er es für richtig hält, dass ich dauerhaft gezwungen werde, einen Teil von mir zu verleugnen? Ich kann es jedensfalls nicht!
  3. Im Weiteren kommt noch die Argumentation, dass es ja auch ein Zeichen von Größe ist, gegen seine Neigungen anzukämpfen und sie zu unterdrücken. Dem stimme ich grundsätzlich zu, finde es in diesem Kontext aber sehr unpassend, auf die Gründe dafür möchte ich nachher noch in einer Gegendarstellung eingehen.
  4. Wirklich abstoßend finde ich den Teil des Videos, in dem er Homosexualität mit Inzest gleichsetzt. Da fehlen mir echt die Worte, deshalb werde ich dazu auch nicht noch mehr schreiben. Nach diesem Teil war ich auch schon so emotional, dass ich nur noch bedingt folgen konnte, deshalb verzeiht mir bitte, wenn mir danach noch etwas sehr wichtiges entgangen ist.
  5. Dass er das Ganze so ruhig und scheinbar versöhnlich vorgetragen hat, macht es aus meiner Sicht nicht besser; Bigotterie, Verachtung, und Menschenfeindlichkeit werden nicht besser dadurch, dass sie in sanfte Worte gekleidet werden, eher im Gegenteil...

Nachdem ich nun ausgeführt habe, was mir alles an dem Video übel aufgestoßen ist, möchte ich noch einen Gegenpunkt anbringen, um meine Sicht etwas klarer zu machen. Was mich an der ganzen Sache am allermeisten traurig macht, ist dass es hier um Liebe geht, das schönste, was Menschen auf dieser Welt verbinden kann. Und wenn sich nun zwei Männer oder zwei Frauen lieben, warum können wir sie nicht einfach miteinander glücklich werden lassen? Warum müssen wir sie mit solchen Moralvorstellungen unterdrücken, ihnen sagen, dass ihre Liebe falsch ist, und vor allem nicht von Gott/Allah/Elohim/JHWH gewollt? Wie können wir uns ein solches Urteil überhaupt anmaßen?

Ich bin traurig und ratlos und brauche jetzt erst einmal etwas, das mich auf andere Gedanken bringt.


   
weip321 reacted
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wuestenrose91
(@wuestenrose91)
Schach Profi Admin Rose
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 231
 

@arnold-karlson Darf will ich kurz antworten um dich mit den Gedanken nicht alleine zu lassen:

Es geht um die Vereinbarkeit des islamischen Glaubens mit LGBT. Es geht nicht darum Menschen zu verurteilen oder zu unterdrücken. Allah alleine ist der Richter. Auch wenn vieles falsch läuft, islamisch richtig ist dass wir nicht urteilen und richten dürfen. Und auch nicht Menschen abwertend behandeln. 

Aber was gesagt werden muss ist, was die Werte islamischen Glaubens sind. Wenn man bei den Kunstturnern mitmachen will, muss man das lernen und abnehmen. Mit 299Kilo geht das eben nicht. Und so ist es auch mit dem Islam.

Man kann also nicht alles miteinander vereinen. Ich kann gerne mehr erklären, denn es erfordert einiges um ein anderes Wertesystem zu verstehen. An einem Thema alleine kann man das nicht fest machen. Daher finde ich diesen Post nicht ganz ideal. Aber ok, jetzt ist er da😔


   
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Arnold Karlson
(@arnold-karlson)
Schach Profi Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 192
 
Veröffentlicht von: @joerg

Wen es interessiert, hier (meine momentan bevorzugte) christliche Sicht auf die Dinge zum Nachlesen.
danieloption.ch/sexualitaet/homosexualitaet/die-ehe-fuer-alle-und-nicht-christliche-religionen/
Auch fuer Muslime viell. interessante Argumentation?

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Problematik der Samenspende und Leihmutterschaft generell und im Hinblick auf gleichgeschlechtliche Paare

danieloption.ch/gesellschaft/ehe-fuer-alle/bekenntnis/
Auseinandersetzung mit der Argumentation der Schweizerischen Evangelischen Kirche und in wiefern ein Bekenntnis zum (christlichen) Glauben automatisch auch Sexualmoral beinhaltet (ohne geht nicht).

LG Joerg

Hallo Jörg,

ich hatte bisher nur Zeit, den ersten Artikel zu lesen. Ich fand ihn durchaus interessant, aber die meisten Konzepte waren mir neu und ich muss mich da erst einmal hineindenken, um mir ein klareres Bild zu machen. Sehr schön fand ich diesen Satz ganz am Ende:

"Per­sön­lich bin ich überzeugt, dass das Leben in den Wegen unseres Schöpfers immer der­jenige Weg sein muss, der uns auf ver­lässliche Weise zum Auf­blühen brin­gen wird."

Das fühlt sich für mich im Herzen richtig an.


   
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Leylalala
(@leylalala)
Lachsfrühstück New in Town Rose
Beigetreten: Vor 10 Monaten
Beiträge: 51
 

 

Veröffentlicht von: @arnold-karlson

Das fühlt sich für mich im Herzen richtig an.

Na, das ist doch das Wichtigste, dann passt es doch. 😊 


   
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iki
 iki
(@ikigaimondai)
Fide Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 1477
 

@arnold-karlson Hallo Arnold, nachdem ich Deinen Kommentar gelesen habe, habe ich mich gefragt, warum das nicht auch meine Gedanken waren, denn ich kann all die Punkte von Dir absolut nachvollziehen und nach meine flammenden Reden zum Thema LGBT sollte auch klar sein, wie ich zu dem Thema grundsätzlich stehe.

Ich denke, ich habe das Video nicht von einem neutralen Standpunkt angeschaut, sondern eher wie ein Muslim, der solche Fragen hat. Um es mit Wüstenroses Worten zu sagen: wenn Du mitspielen willst, musst Du die Regeln zumindest kennen. Dann kannst Du versuchen, zu schummeln, oder Du hältst Dich so gut es eben geht an die Regeln. Oder Du stehst auf vom Tisch/setzt Dich gar nicht erst dran und gehst wieder und lässt die Leute spielen, die mehr Spaß daran haben.

Das ist das, was in meiner Familie sehr viele (auch ich) getan haben, weil wir die Regeln als feindselig ansehen, insbesondere und gerade auch weil sie das Größte angreifen, das wir kennen: Liebe. Und die Religionen dabei doch so viel von Liebe sprechen.

Der Herr aus dem Video hat „Glück“: er hat drei Söhne und alle entsprechen „seiner“ Norm, der Norm seiner Religion. Das ist Leben im Easy Mode. Es fällt leicht, ein vorbildlicher Christ/Moslem/Jude zu sein, wenn der damit einhergehende Wertekanon keine Widersprüche mit dem eigenen Wesen auslöst. Da kann man dann auch schöne Videos zu machen.

Aber zurück zu den Botschaften, die der Herr dort absetzt. Einerseits ist der Vergleich von Homosexualität mit Alkohol oder Spare Ribs ziemlich absurd. Andererseits holt er viele Leute da ab, wo sie stehen: ziemlich weit unten in der Bedürfnispyramide. Und das muss erstmal nichts schlechtes sein, es ist allemal besser, als Hassreden zu halten, weil es den Struggle greifbar macht. Und vor allem sagt er ja, dass es keinem Muslim zusteht, andere zu richten, das könne nur Allah. Und das, naja - kann man eben glauben, muss es aber natürlich auch überhaupt nicht. Anderes Spiel, neues Glück.

Ich bin wie Du der Ansicht, dass es relevantere Triebe gibt, gegen die angekämpft gehört. Er spricht ja selbst vom „Privatvergnügen“ und dass es niemand etwas anginge, was im Schlafzimmer läuft; das ist eine gute und ausbaufähige Einsicht. Die Förderung der Ehe als Keimzelle der Familie ist für mich nachvollziehbar, allerdings ist für mich der Begriff der Familie deutlich weiter gefasst und ich bin froh, in einem säkularen Staat zu leben. Die Idee des „Mann und Frau und Kinder“ ist nämlich auch ziemlich neu und absurd: Kinder können sehr unproblematisch von biologisch nicht (nah) Verwandten aufgezogen werden und das war in der Menschheitsgeschichte auch über tausende von Jahren viel normaler, als es heute dargestellt wird.

Die Gleichsetzung von Homosexualität und Inzest war tatsächlich unnötig und der schwächste Teil des Videos. Da scheint wieder das in so vielen religiösen Kreisen verbreitete Dogma durch, Moral sei nur durch Religion möglich. Was selbstverständlich nicht stimmt, und auch in Studien widerlegt wurde.

Abschluss: Ich sehe in dem Video jemanden, der ein für sich schlüssiges Weltbild gefunden hat und darüber spricht. Er blendet alle Komplexitäten aus, weil sie ihn nicht betreffen. Er hat keine Lösung anzubieten für Betroffene, aber das sieht er a) nicht als seine Aufgabe und b) gibt es diese Lösung wahrscheinlich auch nicht. Wobei doch, nur eben nicht integrativ: Play a different game!

Aber, und das rechne ich ihm durchaus an: Er verleugnet das Thema nicht (es gibt ja immer noch Staaten, die behaupten, es gäbe bei ihnen keine Homosexualität, LOL); und macht klar, dass es dem Menschen nicht zusteht, zu urteilen oder gar zu richten! Wenn dieses auch nur ansatzweise umgesetzt wäre, wären die meisten muslimischen Länder für die LGBT-Community schon ein viel besserer Ort zum Leben, als sie es heute sind.


   
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weip321
(@weip321)
Fide Meister Blackwater Premium Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 1338
 

Guten Morgen. Ich habe mir das Video auch gerade angeschaut, und was soll ich sagen? Es nerven mich viele der Aussagen des Sprechers in diesem Video. @arnold-karlson ich kann deine emotionale Aufgewühltheit voll und ganz verstehen!

Ich finde es Blasphemie zu behaupten, dass Homosexualität nur eine "Neigung" ist. Das ist eine Abwertung und entspricht aus meiner Sicht nicht der Realität. Man stellt Homosexuelle (oder LGBT) auf eine niedrigere Stufe.

Einer meiner Hauptkritikpunkte an den grossen Weltreligionen ist genau diese Blasphemie und Doppelmoral. Ich kenne mich nicht gut genug im Islam aus, aber in der christlichen Kirche war und ist Homosexulität weit verbreitet. Man muss sich nur die Fallzahlen anschauen - es gab so viele Missbrauchsfälle u.a. auch von Kindern, die durch Mitglieder der Kirche vergewaltigt wurden. Homosexualität gab es auch früher schon zuhauf, nur wurde darüber der Mantel des Schweigens gelegt.

Weiter geht es für mich zum Thema Ehe. Der Sprecher behauptet, dass das Konzept der Sexualität nur innerhalb einer Ehe bestehen sollte. Und das das schon immer so gewesen wäre. Argh - Triggeralarm! Nein, dieses Konzept gab es nicht SCHON IMMER. Das gibt es seit ca. 3'500, maximal 4'000 Jahren. Auch hier kenne ich mich nicht genügend mit Talmud und Thora aus, aber ungefähr in dieser Zeit ist es vermutlich entstanden. Wenn man weiter zurückgeht, gab es kein Konzept der Ehe.

Ehe ist aus meiner Sicht eine religiöse Erfindung, um das gemeine Volk möglichst kleinzuhalten. Für die Herrscher und die Kirchenoberen haben diese Vorgaben eh nie gegolten. Da gab es u.a. auch Inzest bis zum geht-nicht-mehr in vielen Adelsgeschlechtern. Dass das biologisch verkehrt ist, streite ich überhaupt nicht ab.

Weiter geht es zu solchen Aussagen wie "moralisch verwerflich". Wenn mir jemand mit Moral kommt, werde ich immer sehr hellhörig! Wer definiert denn, was moralisch richtig und was moralisch falsch ist? Wenn man das wirklich machen will, dann muss man sich die direkt an die Quellen begeben (Talmud, Thora, Bibel, Koran). Keine dritte Person oder Kirche, die mir dann die Worte aus den heiligen Büchern entsprechend auslegt und interpretiert.

Um nochmal zurückzukommen auf das Thema Neigung. Ich persönlich denke nicht, dass es nur eine Neigung ist. Es gibt einfach Menschen, die sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen. Was bringt es denn, jahrezehntelang eine Lüge zu leben? Wir haben so viele Beispiele in der jüngeren Geschichte (u.a. Freddy Mercury), wo Personen ihre Sexualität nicht offen ausleben konnten. Stattdessen wurde dann jemand geheiratet, es wurden Kinder in die Welt gesetzt, aber parallel dazu hat man die Lüge gelebt in einer Schattenwelt. WTF!?! Das ist weder fair für die Frau noch die Kinder gewesen.

Eins möchte ich noch klarstellen: es gibt in der LGBT-Community u.a. das Snowflake-Prinzip (nicht bei allen). Also "wir sind so einzigartig, und das was ich mache sollte auch jeder andere machen". Daran störe ich mich massiv! Wenn ich es aus evolutionsbiologischer Sicht betrachte, dann sind Mann und Frau füreinander geschaffen. Nur die Vereinigung der beiden erschafft neues Leben. Somit wäre die Beziehung Mann und Frau biologisch gesehen das Richtige. Trotzdem sehe ich ein, dass es Menschen gibt, die homosexuell sind (trans, etc.). Ich akzeptiere das, möchte aber nicht missioniert werden darüber, dass LGBT das Normale zu sein hat.

Veröffentlicht von: @wuestenrose91

Es geht um die Vereinbarkeit des islamischen Glaubens mit LGBT. Es geht nicht darum Menschen zu verurteilen oder zu unterdrücken. Allah alleine ist der Richter. Auch wenn vieles falsch läuft, islamisch richtig ist dass wir nicht urteilen und richten dürfen. Und auch nicht Menschen abwertend behandeln. 

Vielen Dank für deinen Kommentar! Urteilen und richten steht keinem von uns zu, da bin ich voll und ganz bei dir. Da ich den Koran bisher nicht gelesen habe, sind die folgenden Worte nur eine Vermutung: im Koran steht vermutlich, dass nur Mann und Frau zusammengehören. Also dass man als gläubiger Muslim sein Leben so leben sollte (bitte korrigiere mich, wenn ich hier falsch liege).

Aus Sicht einer gläubigen Muslimin wäre somit klar: ich kann meine Sexualität nur mit meinem Ehemann ausleben. Das ist das, was euch die heilige Schrift vorgibt. Ich persönlich habe dann mit diesem Buch ein Problem (again, ich habe den Koran bisher nicht gelesen!). Euer Wertesystem basiert auf dem Koran. Jemand, der kein Muslim ist, kann dadurch ein anderes Wertesystem haben.

Bitte versteh mich nicht falsch: mir geht es nicht darum, einfach wild und ohne Rücksicht Sex mit allem und jedem zu haben. Trotzdem finde ich es bedenklich, wenn man mir Vorschriften machen will, mit wem ich meine Sexualität auslebe. Wobei das nicht nur auf den Islam bezogen ist, sondern auch auf andere Religionen.

Veröffentlicht von: @soziologin

Das räumt viele Missverständnisse auf.

Liebe Soziologin. Ich weiss, du meinst das nicht so. Die Sätze wie der von mir zitierte sind nicht sehr dienlich in einer Diskussion. Du schlägst damit (bewusst oder unbewusst) einen Pflock ein, der die Richtung der Diskussion vorgibt. Ich stimme mit diesem Satz nicht überein. Anstatt Missverständnisse auszuräumen, ist das von dir verlinkte Video eine, teils sehr persönliche, Meinung des Sprechers. Viele seiner Analogien sind, aus meiner Sicht, einfach hanebüchen. "Neigung, Sex nur in der Ehe, Moral" etc. Sorry, aber da kommt massiv der Rebell in mir durch!

Versteh das bitte nicht als Kritik, sondern als Beobachtung meinerseits. Soweit ich das richtig mitbekommen habe, bist du noch relativ jung (das ist keine Kritik an deinem Alter!). Mit manchen deiner Aussagen kann es passieren, dass du andere Menschen vor den Kopf stösst. Die von mir zitierte Aussage von oben ist so eine (zumindest aus meiner Sicht - eventuell sehen das Mitleser anders). Also bitte beim nächsten Mal besser auf die Wortwahl achten.

PS: ich schreibe das, weil es mir selber auch oft genug passiert. Vielleicht kannst du aus meinen Fehlern lernen und nicht in so viele Fettnäpfchen treten wie ich über die Jahre 🙂 

 


   
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wuestenrose91
(@wuestenrose91)
Schach Profi Admin Rose
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 231
 
Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Liebe. Und die Religionen dabei doch so viel von Liebe sprechen.

Die Liebe die die Religion anspricht (nicht nur Islam) ist etwas deutlich tieferes als körperliches Vergnügen. Aber das ist ein anderes Thema für sich.

 

Veröffentlicht von: @ikigaimondai

Die Gleichsetzung von Homosexualität und Inzest war tatsächlich unnötig und der schwächste Teil des Videos.

 

hmmm ja und nein. Homosexualität war dem Inzest mal völlig gleich gestellt. Gesellschaftlich und .... gesetzlich! Das sehe ich persönlich also etwas anders. Heute ist es nicht mehr vergleichbar, weil die Gesellschaft und das Gesetz geändert wurden.

Daher auch die Frage, warum man nicht noch mehr ändert und gleichsetzt? Also Inzest, Tiere und so weiter. Die Frage ist doch berechtigt? Gleiche Kriterien, gleiche Rechte.

Das würde ich und viele andere besser nachvollziehen können. Aber soweit ich das noch weiss, gibt es dafür auch Bewegungen in Europa und sie werden auch mehr und mehr gehört.

 

Veröffentlicht von: @weip321

Ich finde es Blasphemie zu behaupten

 

Ist Blasphemie nicht Gotteslästerung?? 

 

Veröffentlicht von: @weip321

Einer meiner Hauptkritikpunkte an den grossen Weltreligionen ist genau diese Blasphemie und Doppelmoral.

Ja, aber darum geht es nicht. Es geht darum, was die Quellen sagen, nicht darum ob Menschen das mit Füssen treten und Heuchler sind.

Im Islam gibt es bestimmt Millionen Heuchler. Aber Heuchelei ist die schlimmste Sünde nach Götzendienst. Also wenn man davon ausgeht dass Gott richten wird, weiss man was zu erwarten ist.

 

Veröffentlicht von: @weip321

Weiter geht es für mich zum Thema Ehe. Der Sprecher behauptet, dass das Konzept der Sexualität nur innerhalb einer Ehe bestehen sollte. Und das das schon immer so gewesen wäre. Argh - Triggeralarm! Nein, dieses Konzept gab es nicht SCHON IMMER. Das gibt es seit ca. 3'500, maximal 4'000 Jahren. Auch hier kenne ich mich nicht genügend mit Talmud und Thora aus, aber ungefähr in dieser Zeit ist es vermutlich entstanden. Wenn man weiter zurückgeht, gab es kein Konzept der Ehe.

Nein, das kommt auf den Glauben an. Für Muslime ist Gott es, der die Ehe gründete also Mann und Frau erschuf. Aber das ist nun auch wieder ein anderes Thema.

Geschichte ist interessant, vor 4000-5000 Jahren findet man eh nicht wirklich verhältnismässig viel Spuren vom modernen Menschen... es wird sehr dunkel...

 

Veröffentlicht von: @weip321

Euer Wertesystem basiert auf dem Koran. Jemand, der kein Muslim ist, kann dadurch ein anderes Wertesystem haben.

Ja natürlich! Jeder kann leben wie er es will! Jeder!

Unterdrückung ist islamisch-theologisch definitiv falsch!!!!!! Denn jeder soll eine freie Wahl haben, so sagt es der Quran.

 

Veröffentlicht von: @weip321

Trotzdem finde ich es bedenklich, wenn man mir Vorschriften machen will, mit wem ich meine Sexualität auslebe.

Genau! Aber du musst auch kein Muslim sein wenn du das nicht willst. Also auch kein Quran und keine Vorschriften.

 

Veröffentlicht von: @weip321

Liebe Soziologin. Ich weiss, du meinst das nicht so.

Das denke ich auch. Es sind eben zwei ganz verschiedene Welten (andere Prioritätensetzungen und Lebensziele) und daher fand ich das Video unvorteilhaft, auch wenn ich aus muslimischer Sicht inhaltlich zustimme.

Nur ist das einfach nichts für die Öffentlichkeit, sondern nur für Menschen, die sich für den Islam interessieren und die islamische Perspektive.

 

Veröffentlicht von: @joerg

Wen es interessiert, hier (meine momentan bevorzugte) christliche Sicht auf die Dinge zum Nachlesen.

Hallo Jörg. Ähm mal eine Frage, was sagt denn Paulus zu dem Thema Homosexualität? 😉

 

Wa-Salam, Safiya💫


   
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weip321
(@weip321)
Fide Meister Blackwater Premium Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 1338
 

@wuestenrose91 vielen Dank für deine längere Antwort

Veröffentlicht von: @wuestenrose91

Ist Blasphemie nicht Gotteslästerung?? 

Im heutigen Sprachgebrauch ja, aus dem ursprünglich Griechischem nein. Aber du hast Recht: ich hätte ein anderes Wort benutzen sollen.

Veröffentlicht von: @wuestenrose91

Ja, aber darum geht es nicht. Es geht darum, was die Quellen sagen, nicht darum ob Menschen das mit Füssen treten und Heuchler sind.

Auch hier stimme ich dir zu. Martin verweist ja auch gerne auf die ursprünglichen Quellen - und nicht auf die Interpretation welch auch immer Religionen.

Veröffentlicht von: @wuestenrose91

Geschichte ist interessant, vor 4000-5000 Jahren findet man eh nicht wirklich verhältnismässig viel Spuren vom modernen Menschen... es wird sehr dunkel...

Naja, ich denke man fände da schon was. Stichwort Vatikan-Bibliothek. Wenn mich nicht alles täuscht, hat man vor einigen Jahren sehr alte Schriftrollen in der Nähe des Toten Meeres gefunden. Älter als die uns heute bekannten Standardwerke der Religionen. Durch "seltsame Umstände" sind diese Schriftrollen dann "verschwunden". Bitte nagel mich hier nicht fest (höhö - bitte liebe Christen verzeiht mir diese Doppeldeutigkeit) - ich müsste nochmal genauer nachschauen.

Wenn die historischen Werke vor 4000-5000 Jahren aber aufhören: was war dann davor? Die Menschheit existiert ja (vermutlich) schon länger.

 


   
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Soziologin
(@soziologin)
Schachspieler Blackwater Stammleser Rose
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Beiträge: 176
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Es tut mir leid, ich wollte doch niemand verletzen 😞😞 Ich dachte einfach es würde vielleicht helfen weil es das Thema bereits hier gab. Manchmal bin ich einfach zu motiviert und es geht dann schief. Tut mir leid @all und danke Uchti @wuestenrose91 für deine Hilfe🤲🏾


   
tugbaoezbek, Noor9000, wuestenrose88 and 5 people reacted
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weip321
(@weip321)
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Beiträge: 1338
 

@soziologin so war das nicht gemeint! Ich wollte deine Gefühle mit meinen Worten nicht verletzen! Bitte entschuldige meine Wortwahl. Ich trete halt auch noch zu häufig in Fettnäpfchen...

Es muss dir wirklich nicht Leid tun, dieses Thema eröffnet zu haben. Dafür haben wir das Forum, und ich denke wir haben in diesem Thema auch zivilisiert diskutiert bisher.


   
tugbaoezbek, Leylalala, Soziologin and 1 people reacted
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iki
 iki
(@ikigaimondai)
Fide Meister Blackwater Stammleser
Beigetreten: Vor 1 Jahr
Beiträge: 1477
 
Veröffentlicht von: @wuestenrose91

Die Liebe die die Religion anspricht (nicht nur Islam) ist etwas deutlich tieferes als körperliches Vergnügen.

Das ist die Liebe, die ich meinte, auch.

Veröffentlicht von: @wuestenrose91

Ja natürlich! Jeder kann leben wie er es will! Jeder!

Unterdrückung ist islamisch-theologisch definitiv falsch!!!!!! Denn jeder soll eine freie Wahl haben, so sagt es der Quran.

Ich würde hinzufügen: solange er sich an Recht und Gesetz hält. Aber dieser Punkt ist aus meiner Sicht der stärkste in dem Video, wo er ganz klar sagt: richtet nicht, es steht euch nicht zu. Und auch von Jesus gibt es da ja ein entsprechendes Zitat.

Veröffentlicht von: @wuestenrose91

Homosexualität war dem Inzest mal völlig gleich gestellt. Gesellschaftlich und .... gesetzlich! Das sehe ich persönlich also etwas anders. Heute ist es nicht mehr vergleichbar, weil die Gesellschaft und das Gesetz geändert wurden.

Daher auch die Frage, warum man nicht noch mehr ändert und gleichsetzt? Also Inzest, Tiere und so weiter. Die Frage ist doch berechtigt? Gleiche Kriterien, gleiche Rechte.

Das würde ich und viele andere besser nachvollziehen können. Aber soweit ich das noch weiss, gibt es dafür auch Bewegungen in Europa und sie werden auch mehr und mehr gehört.

Du schreibst "geändert wurden", ich würde sagen: Sich weiterentwickelt haben. Aber Deine Frage ist natürlich berechtigt: warum nicht noch mehr ändern und noch mehr gleichsetzen?

Ein wichtiger Prüfstein ist für mich immer die Frage nach "between consenting adults", also "im Einvernehmen zwischen Erwachsenen". Das ist wichtig, da zunächst mal natürlich Einvernehmen bei so intimen Dingen immer oberste Priorität haben sollte. Erwachsene deshalb, weil der Gesetzgeber (m.E. zu Recht) feststellt, dass Kinder nicht einvernehmlich handeln können, weil es ihnen schlicht an Reife fehlt. Bei konkreten Altersschwellen ist es dann natürlich schnell wieder schwierig - warum ist jemand mit 18 Jahren reifer als mit 17 Jahren und 364 Tagen? Man wird Leute finden, die sind mir 15 schon reifer, als andere mit 20. Aber es braucht nun mal eine Grenze, und hier ein Alter festzulegen ist wohl weitgehend alternativlos.

Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Kindesmissbrauch, zoophile sexuelle Handlungen sind damit also alle "erschlagen", weil sie nicht im Einvernehmen zwischen zwei Erwachsenen stattfinden. Was ist aber nun, wenn, sagen wir mal, ein 23-jähriger mit seiner 3 Jahre jüngeren Schwester schläft, oder mit seiner 50-jährigen Mutter? Das sind Erwachsene, und so eine Verbindung mag durchaus einvernehmlich sein. Vielleicht ist einer der Partner sogar unfruchtbar, so dass das Genetik-Argument ausschiede (da widerspreche ich übrigens noch mal dem Video - sicher werden die Leute bereits in vor-wissenschaftlicher Zeit erkannt haben, dass Inzucht nicht so supi ist, einfach aus ganz praktischen Erfahrungen heraus; es ist außerdem untersucht, dass sich genetisch ähnliche Menschen in der Tendenz nicht sehr anziehend finden; Ausnahmen mag es geben).

Hier kann ich mich nur auf mein Gefühl verlassen, und das sagt, dass Eltern und Kinder und Geschwister eine Beziehung zueinander haben, in der Sexualität keinen Platz hat. Sexuelle Spannungen können zerstörerisch auf zwischenmenschliche Beziehungen wirken wie kaum eine andere Kraft. Und das zerstört dann Familien. Insofern finde ich ein Inzestverbot gerechtfertigt. Nebenbei ist Inzest keine Neigung, Homosexualität hingegen schon.

Dass es "Bewegungen in Europa" gäbe für die Legalisierung bestimmter Dinge will ich nicht ausschließen, erscheint mir sogar wahrscheinlich. Dass sie "mehr und mehr gehört werden" wiederum wage ich zu bezweifeln, das klingt für mich eher nach allgemeiner Besorgnis um den Untergang des Abendlandes, der ja auch schon so lange angekündigt wird, dass es allmählich Nacht sein müsste. 😉


   
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